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Wiener Morgenzeitung · 1921-06-02 · Heft 843 (2.6.1921) · p. Seite 3

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
3 (1921)
Issue
Heft 843 (2.6.1921)
Date
1921-06-02
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Nr. 843 Wien. Donnerstag Sßfette* Morgerrzettmrg 2. Imrr 1S21 Leite mich in den EutelftehavptftädtLn nn .Srmre' seines Plattes erteilen lassen. Seitdem ist das Projekt niemals van ihm aufgegeben worden und nun Hai er offenbar den Grafen Sforza dafür gewönnen. Die Motive MafarykS ’ sind beute weniger,wichtig. Wichtiger ui c% sogleich die deutsche Ansicht über den Plan der Herren Sforza und Me.sarh? zu sagen" Wir sehen in ihm nichts - als eine - verschleierte Annexion gunfien Polens und eine Vergewaltigung de? devisekew Rechts." ■ ' ■ \ ' ' "■ : '• :■V' (#f|F »j Inland Die Beratungen Lber die Oesterreichischsungarische Bank. In den Konferenzen der Sukzrsfiousstaaten, betreffend die Nqnidinuog de« Oesterreichisch-nngarischen Bank, kamen' gestern die Fratze« der Uebernahme der Aktiven und Pajfivm durch die Srchchuwsftaateir zur Besprechung. Auch die Aufteilung^ des Pensionsfonds wurde besprochen. Es kam aber zu keiner Einigung, da sich in der Frage' der von Oester, cich .;u, üheruchmnrden Lombardforderungrn und in der , Emschätzimg der nicht uvstrifizitrstn Kriegsanleihen Dlffereuzen ergaben. Venera! Krauß, der VroßdeutZche. Die von Herrn Stinnes geförderte gvoßkeulschv Presse jubelt über die Steirer und Salzburger, welch« trotz der Warnungen der Bundesregierung die einen Artikel au? der Feder des-PräsidDstU!dLs'Bündes! deutschnattvMler Dffiziere/ - Generals 'ütäil. Wfauterid Alfred Krau ß, in welchem wach'guter alldeutscher Sitte die Ententesta-aten als Weltbetriigier. elende 'Lügner usw. a'ugesprochen werden. Das beste Mittel/ um dstse' Weltbetrüger zu deranlassen, dem um Hilfe bittenderl Oesterreich Beistand zu gewähren! Aber k^r'Herr General wäre nicht Vonftqistut, wenn er bet dieser schneidigen Abrechnung mit der ganzen Welt die Inden vergäße. So schließt er seinen freundlichen Leitartikel mit dem Satze: ,FDberösterreichcr, Steirer. Kärntner, Niederösterreicher und zu letzt ihr W ic tt e t v h n e In d e n stimmt in gleicher Art ab!" Es ist nicht.ausgeschlossen,' daß die Wiener Juden der. freundlichen .Ausladung des Herrn Generals folgen werden, da sie Oesterreich nicht durch sinnlose ■ Trutzabsrimmungen zu zertrümmern wünschen. Jedenfalls ist es' interessant, wenn ein anerkannter Liebling der Wiener snoeilliberalen Presse, und das ist der Herr General, solche Worte hören läßt. Wie sich die Betqaren die Freiheit vorstellen. Was Bethlen erzählt. Budapest, 1. Jimi. (Nationalversammlung. Bericht des Ung. Tel.-K-orr.-Bur.). Jll der heutigen Nachmittags,'itzung der Nationalversammlung ergriff Ministerpräsident Graf Stephan Be'L'tzk-e».'bas. Wort, ,rm auf die in der Debatte über das Regier ungsvwgranrm gehaltenen Reden zu reflektieren^ - Er - verwahrt sich in seinen Miteren Ausführungen gegen jene Verdächtigung, wonach die Regierung die. Msich'^HMtz hie breiteste Wiederherstellung der Frriheitsrechtechmtanzuhalten. Es sei bloß lvahr, daß.jenes -vnrplihisrte Gerüst der für die Kriegszeit geschafjeueir außervrdentz' lichen 'Verfügungen, das nicht ohne großen 'Schaben für die Nation. w>n heute auf nrorgen: abgerissen Mrd-n könnte, stufenweise abgebaut werden -.müsse> -- TW Mnisterrar habe beschlossen, albe Mts, dev^Luhevqrdezrt-i lichen Befugnis der. ^Wgicrutlg Leruhepö^n: Hexvrdnungen einer gründlichen Redision zu uyterzieheg, Per Ministerrat hat sich .bereits' mit. der Telegramiuzensrir befaßt und diese im Jnlgndverkehr .aufgtzhrcheu.^, Sie tverde auch bezüglich ^der. nach? dem Muslandes-gehsutzen Telegramme aufgehoben. Wochen.? Mie land, nach Ungarn kommenden Telegramme müßten gegenwärtig noch ' vyn einem mächtigem Wetz bolschswikischer Propaggn-a^. .umspanyL^-weM^G - > Die Tel-ephvnzensur heeintraMige chieMw e v» heit der Telephon ge spräche ü.L,e rH.a,ü-p.t., n L.ch.t-, .*.0* da eine Unterbrechung der Verbindung.in keinem FaM stattfinde. ■ ■ ' ,;r. . .. Bezüglich' der P o st z e n s u r köuste .. lei d e r (!) nicht s geütt'dert werden, derut.chZ..cheche»'WlschewBsche Krypagandafchriften in- .solch... riesigen Wengen '«ach Ungarn eingeschmuggelt, daß allem .auf der. Büda- Pestrr Hauptpost täglich zwei, bis drei Sä'ck»' llom«» muuistischer Propagandaschriften beschlagnahmt. werden. Eine Preßzensur.gebe es 'überhaupt 'nichts bloß eine Preßüfivrmierungskommission, der Hin«' Zensurl^suguis zusteht. . Die Beschränkung des Bersammlungsr.echtes werde durch den Umstand begründet, daß gewisst. Organisationen sich' als Brutstätten der Umsturz- >de?.n der Revolution ermiest.n haben, so. zum Beispiel gewisse Arbeitervereinigungen und Freimaurerlogen, die im Staatsinteresse Kontrolliert werden müssen. Sobald vie Lage in Palästina. , Am. 10. Mai Hai i,r Aafia die..Nachforschung ülxc die Schäden der ausgörgnbtcn. Geschäise unter Vorsitz 'des Recherungsvertreters begönnen. Die meisten der ausgexaubten Geschäfte wurden'' trdtz s 'DrjläuLniS nicht ' wieder geöffnet, aus dem einfachech-GÄndb, weil gar keine Waren mehr zzrrütkgelafsen. wurden., .. ..'. .... . 7 Vorsitzender der von, Samuel .für Jaffa.eingesetzten UntersuchungSkommisston ist der palästrneysische'' OÄxrich^ee H ah-cra ft. Außer den zwei englischen Beisitzern ernannte. Samuel auch drei Vertreter der religiösen Gemeinschaften," je einen christlichen und mohammedanischen AräLer und einen Juden — Dr^ Eliafch — zu Beisitzern dieser lKömmissioch allerdings nur mit' b erat e n der Stimme.' -7' ' - - An dieser, Verfügung' wird von verschiedensr > Seite Kritik geübt. Auch in einem Artikel-des „Haarez" wird .darauf hingewiesen, daß es nunmehr untunlich fei, «ne Wahl stach GläuhenSbekenntnisien statt nach NajioneN zu treffen ustd sich in diesem Falle von dem Prinzip der Mehrbeir oder Minderheit leiten zu lassen. Die erste« Arteille r« Jaffa. . London, 30. Mai. (Jüd. Äorr.-Bur.)- Einer ReuiLr.- meldung zufolge, habest die Z-ivilbehorden eine Anzahl hon Arabern, und Jude n, die geringerer Vergehen an den Jgffaer Exz-essen beschuldigt wurden, zu m e h r m o n a tlichen Gefängnisstrafen verurteilt. Einzelne der Verhafteten, bei denen.geraubte Gegenstmche. gefunden würden, stM> zu sechs Monaten Gefängnis und zu Geldstrafen verurteilt worden. ' Die Bestrafung arabischer Exzedeuten Jerusalem,' 30. Mai. "(Jüd. Korr.-Bur.)' Die arabischen Dörfer um Chedera, welche an den Angriffen gegen dis jüdischen Kolonien in dieser Gegend teilgenommen haben, wurden die bereits fertiggLstellte Gesetzesvvrlagen über bas Bereinsrechb und über das Gewerkschaftsrecht Gesetzeskraft erhalten, haben, werde jede Beschränkrmg aufgehoben werden. Die Institution der militärischen Detektive, die in der Vergangenheit zu manchen Klagen Ahnlaß - bot, werde abgeschafft. Das Intern ierungSv.erfahreu könnte nicht an die Gerichte gewiesen werden, da. e§ keine Sirafmaßnahme, sondern eine bloß administrative ''DorsiihBmMrahme?LarsteNet ^.'Ms'-'Revisivn samtlicher JnLernierMtMgelegenheitsn ' werhen nicht wie bisher.innerhalb sechs Monaten, sondern bereits! rpnerhalb drei (!) Monaten zn erfolgen haben. Es befinden sich gegenwärtig 1192 .Personen in Internierung. von den Regierung .;ur Zahlung <-iuen K o n tx i b u t t ö it, bett;'30.000 ägyptischen Pfund verurLilt. Mchrere Hür'.se^si Chedera wurden damals von den Arabern in Brand -geft " Arrsscheiden CoLonsl Margottns ans \ englische« Armee» ' - ." Jerusalem, 26.' Mai. (Jüh. Korr.-Bur.) Der ehemMM Offizier der jüdischen Ise'gion, Colonel Margolin. welche« die'! Vörfeidigung von ^sf-Awich während der AnZschreiiung,«WIj in' JMt'' organisierteund " leitete, hat wegen der Stellung des Hauptkommcmdierenden gegenüber feinem Verhalten' v Jäffa seinen Abschied mrZ^ der britischen Armee noünnen. .' •'!'x " '• * .. _ / / Protest gegttt dis Se«f«r in Jerusalem. Jerusalem, So. Mai. Verspätet. . (Jüd. Korr.-Bur.) Mtzhiejige hebräische Presse ist gestern zum Protest gLgewH ditz Zensur, die den ZtziLrütgssn die freie Meinungsäußerung^ übev die Ereignisse 'verlöten hat, nicht erschiemen. ,( Der Colonel Kommandant des Bezirkes.Jaffa er!ieÄ eine Verovdriüng, wonach, dem jetzigen Kriegszustand Rech3 nung tragend, überall, wo arabische Felder an jüdisches grenzen, die Landwirte, sich der gemeinsamen! Grenze nun biS'aüf einen Nlbstand von l00 Mketenn nähern dürfen. Dieser Befehl betrifft alle Kolonien, 'besonders Rischon-lerZion und Beth-Dagan. - .. v Die Gemeindeverwattung Tel-Awiws, hat im Anftra. des Militärkommandanten am 10. Mai folgende Knndzshrr:ß erlassen: Ruhe und Ordnung wurden überall in Stadt nr Kreis wieder hergestellt. Das Leben nimmt wieder feilte normalen Verlauf. Der Telephonverkehr steht toieder aller ohne jede Einschränkung offen. Der ZeitnngZverlauf ist miedr freigegeüen. Der Straßenverkehr ist bis halb 11 llhr nachrL, gestattet. - - . •> .;' (’}&,f DerstSndigung, Wiederäufban, Versöhnung. Das deutsche Regieruugsprogramm. Berlin, 1. -Juni. (Wolfs.) ReichskQnzler Dr. W i r t 1). hielt heute im Reichstage seine große prygrarttmatische Rede vor vollbesetztem ZMse und. vollen. Tribünctr üi Gegenwart der Minister dos neuen Kabjnefts. Er führte aus: U-Njer Progranttn kann.,.in drei Worte zusammen-. gefaßt werden,: B e r st an d i g u ng, Wiederaufbau und Versöhnü.ug.' (Zwischenrüf auf der äußersten '. Linken: lind. Ä m n e sti.o?), W ir m vl,le n; ii;u [ cxe n Berp fUch'tun öen ‘B iszn M' 'äüßer stzen nachfk o m m e n. Durchs Annahme: dos. .Ultimatums ist unsere - Politik in eine PosfintMte Bahn gelenkt.,worden. DaÄ Ulfimätum MM .uns kurze Fristen. Eine ist schon abgelaufen,. wir habon sie oißgehalten. (Beifall.) DaÄ Reich^finaMNnNisterium hat die nötigen Vorbereitungen getro-fien, stm die weiteren Fristen ebenfalls! emzuhalten. In der . Ä b r tt ft u n g s f r a g e haben ww uns gefügt. Die bisher abgelaufonen Fristen sind auch' auf drosem Gcbieto ersüllt worden. Diese Frage darf! keftren Anlaß - zu Sanktionen geben.' Was an uns! fliegt, werden ivir tun, ^uM unsere' Derpflichtungew! zu Erfüllen: Dio Pariser Forderungen bezüglich', dev MÄrine und der. Luftschiffahrt find erfüllt. Das FlNLzeugverbot liegt im Entwurf vor. Das Verbot, für die Ein- und dlussuhr vM Luftsahrtnmieriak ist erlassen.''Die Zürückführung der Gesamtstärke der Polizei auf 150.000' Mann ist angevrdnot.' Die Maßnahmen zur Aren'de run'des Weh'rge fetze0 und der Ein- ^ünd .Altsfuhr von lKriegsgorätschdfteni gehen demnächst denk Reich'srate zu. Zur En t w a s fnung de-r E.imwvhN'erwehren sind die notwendigen Mordnungen getroffen. In -die Liste der auft zulösende'n ^Organisationen haben wir auch'' die: Ein-, wohnerwehron und die O r g a n i s a try n E scher i chj einbozogon. - Was die Aufgaben dos wirtschaftlichen Teiles! des Ultimatums anlangt, so umfassen sie das finanzielle Programm, das WirLs'chaftsprvgramm und! sozial-ethische - .Au fgaben. Wenn wir in diesem Jahre diesclbo Ausfuhr hoben, iutc im Jahre 1920, so habe wir dreieinviortol Milliarden Goldnmrk ztr leisten Diese Summe ist außerordentlich! groß. Ein theove-t tischer Streit darüber, ob wir sie leisten können, führ aber zu nichts.'Wir müssen beweisen, wie groß' unser, Leistungsfähigkeit ist. Die Sache der Freiheit ist selbst mit den schwersten 'Opfern nicht zu teuer erkauft^ (Lärm auf. der äußersten Refifien und ans der üußerstez»« Lirrken.) Der Aussnhrindox ist'unglücklich', brutal und r o h. Die Wirkung auf die Weltwirtschaft wird' sich bald zeigen. Ein neuer Index wird aufgestellt werdes müssen. Die Spannung zwischen der Kaufkraft ddtz Geldes zwischen Jnlaudt und Ausland wird ausgenütz^ werden müssen. Die direkten und die indirekten Steuern müssen so ausgebaut werden, daß sie die Reparations-: kosten decken. Ms neue Steuerquelle bietet sich nächst die Kohle, dar. . A Reichskanzler Dr. W i r t h (fartfahrend): Es wirk»! ein starker Ausbau der BörsenstLirer und strenge Durch-i führung der bereits verabschiedeten Stevern notwendig sein. Auch die Ncichlaßstener wird verbessert. Bon de« direkten Weueru kommt die Erhöhung aus der Brannte toeinmonöpvl-, der Birrsteuer, dev ZuckersteuLr, die Besteuerung der Wetten und die Erhöhimg der Luxuszölle in Betracht. Die Regierung hat das ernste Bestrebe«, die Tättgkeit der Mtenpresse o inzustellen. Sie" will, verhindern, daß sich! zu Kriegs- und RovvlutionL. gewinnern Roparatiousgetviltnerr gesellen. Die -Zuschußwirtschaft soll möglichst rasch ' ■ aufhöreu^ die . Luxuseinfuhr - tunlichst beschränkt : werde». Deshalb muß di^ deutsche - Regierung wieder! das Verfügungsrecht über die Zollgrenzen erhalteu- Die Landwirtschaft muß auf die höchstmöglichK- Prop« duktiou durch rationelle Voderchflege, weitgehende Der-z Wendung der Motoren, Nutzbarmachung von Oed land eingestellt werden, Auch! die Jrrdustrie muß sich a»Z die Höchstleistung in Quantität «nb? Qualität oin-l stellen. Wir müssen alle den Blick vorwärts richte» auf das große Werk der Rettung des Vaterlanbe ^nd' der Ueberwindung der Rot unseres Volkes. (Leb Hafter Beifall. Zwischenrufe, der Kommunist n 2 Amnestie!) , \!, Briand stellt die Vertrauensfrage. Pari», I.Jwli. (Havas. — Senat.) Bei i»er Brratvug'sdeÄ BrrdgetZ der durch die ZahlMgen Deutschlands z« bedeckwdeu Ausgabe» forderst der SsMistischradilale Hertz die. ietluua der Londoner Beschlösse an die Au'schLsie .sör Fimmz«, und AnrßereS. '? Mmisterpkäfideut D r i a n d dttampste den Antrag »z dem Hinweis daranf..daH die Reparationskommifsion den Bett»« der deutschen Schuld in voller Unabhängigkeit festgesetzt habe. Ep Mgle die Gefahr auf, die Euifchridrmg der Kommission abp^ ändern, wofür er die Verantwortung nicht Wernrhrnen wollet Briand verwies auf den Friedensvertrag, .de» di« grgenwiütr, Regierung habe anwende» «äffen. Sie habe aus ihm gezogen, was sie konnte. Die Regierung, schloß der 3 Präsident, stellt klipp rmd kl« die D e r t r a u e n »sr^, und verwirft den Antrag. Der Senat lehnte hmanf «r tZ«dg e g n s S t ernft d» Antrag ab und »ahm das Budget an. in IntereBaengemetaschaft mit der Fabaok B.T. (Holsbaak A.-0.), Bqdi Wien, I., Wipplingerstrasse 23 Postsparkaesenkontö: 150.652 : Telephon Nr. I3-N87, 13-1-99, I3*3*8ß, 13*3*92 : Tel.-Atfr.; Mitilangj Wiek

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