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Wiener Morgenzeitung · 1921-05-27 · Heft 837 (27.5.1921) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
3 (1921)
Issue
Heft 837 (27.5.1921)
Date
1921-05-27
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Sette 6 Men, FrMg . Mener Morgenzett»«^ baß ije gestohlen seien, aber er sei unter dem Terror der Kil ts Her gestanden. Der Haupthehler, Gastwirt Koci,' der >1,100.000 Kronen- Schadenersatz' leistete, gab die Diebstähle zu, behauptete aber, an dem Gewinn nicht beteiligt gewesen sein. ' Die 1'uitersuchuilg ist noch nicht abgeschlossen. Ein Budapester Paßbureau. Für die Terroroffiziere. Am Ansang der Horthy-Hcrrschaft wurden' die.'Juden durch die einrückenden Offiziere am hellichten Tage, womöglich am Marktplatze der Genleinde, linter Sympathiekundgebungen der Gesamtbevötkermrg zu Hunderten massakriert. Ungarn ist seither angeblich ein Rechtsstaat geworden, also der MarstPlatz kein geeigneter Olt riir Morde mehr. Die Kasernen der Nationalärmee sind erprobtere Stätten, demzufolge wird der Ort der Handlung dorthin verlegt. An Zubringern sehlt *§ ja in dem Lande der christlichnationalcn Moral Tiuch nicht. So berichtet ,^Zövö" von einem Geschwister-' paar C s u v a r a, daS in Budapest einen schwunghaften Handel; mit R eisrp äffen treibt. Diese Pässe haben den Rachteil, daß sich auf ihnen, für die Besitzer unmerklich/ ein Zeichen, befindet, daß die Inhaber „destruktive Elemente",sind und ihre Abgabe im das mit den C s u v a r a s Hand in Hand arbeitende Terro t * d e t a ch e rn e n t im Staatsintereffe liegt. Dem Nikolaus L ö w y. einem 20jähntzen Lehrling, verschafften dieCsuvaraS einen Reisepaß nach Wien. Er sagte ihnen, ' daß er wegen seines Verhaltens während der Rcsteregiernng interniert zu werden sürchtcte. Sie verschafften ihm einen gezeichneten Reisepaß und als er zwei Wochen später per Schiff nach Wien sahrcn wollte, wurde er in W a i tz rn dnrch das Detachement Iankovics angchalten und verhaftet. Man schleppte ihn in die Kaserne, von wo er nach einer Stunde in den Keller geschafft wurde. Dort wurde er einer greulichen Inquisition unterworfen und auch verstümmelt. Der bewußtlose junge Mensch wurde sodann gefesselt nnd durch eine im Keller d'er Kaserne befindliche Oefsunng in den Waitzener Sammelkanal geworfen. Aber nicht bloß politische Flüchtlinge werden durch’ die Brüder Csnvarda dem Terrordetachcment in die Hände gespielt, sondern hauptsächlich re i ch e K a n f l e u ' " In der Vorwoche würde auf diese Weise der Budapester Kansnn.Stephan S' ch w a r z durch die Brüder Csuvarda drm Detachement J a n k ov i c s ausgeliesert, wobei die Terroro'festere besonders darauf ausmerksayr gemacht wurden, daß Schwarz 'tri n ö n g rößer en Geldbetrg-g bei sich führe. Schwarz' wurde am Schiffe verhaftet, in die Kaserne geschleppt und nach Wegnahme des Geldes aick dieselbe Werse ermordet wie Nikolaus Löwy. Beide Lüchen sind von der Donau angeschwemmt worden- Obzwar beide arg verstümmelt und gefesselt waren, faselt das amtliche Polizeicornmumqüo davon/daß Selbstmord vorliege. Dpe Aeberlaudszeutrale in Flammen. 150 Ortschaften ohne Licht und Kraft. ' Verliy^ 26. Mai. Die Blätter melden aus Harbke: Seit heute mittags steht die Ueberlandszentrale Harbke, bfe Anhalts Braunfchweig und die Provinz Sachsen mit elektrischem Strom versorgt, in Flammen., Die der Ueberlandszentrale angeschloffenen Betriebe rin Magdeburg sowie ungefähr 150 Ortschaften und^ fast die gesamte Kaliindustrie sind ohne Licht und Kraft. Die ZerspULterrmg im jüdischen. Fürsorgewesen. In diesen Tagen, da die Provi'vrischm Schöpfungen der Aiegs- und Flüchtlingssürsorge zum größten Teil »bereis zu existieren aufgehört haben, die AuslandZaktionen der verschiedensten Art. zu versagen beginnen und vor-allem die Einstellung'der Tätigkeit des American Joint Distribution Committee immer näherrückt, zugleich aber die lleberzeugung wächst, daß die allgemeine Mste Wirtschaftslage und speziell die jüdische Not als ein noch lange andauernder Zustand zu betrachten find, flattern besonders viele Aufrufe- und Mitglicdswerbungen von neuen Wohltätigkeitsvereinen ins Haus, alte Institutionen künden neue Aktionen an, Geldsammlungen treten in v^schiedenster Form an uns heran. In, solchen Zeiten dedeutzrider Umwandlung verschiedener Fürsorgezweige tritt die Zerfahrenheit utld Zersplitterung in'der jüdischen Fürsorge besonders deutlich zutage. ' Ein einziges Beispiel aus der Jugendfürsorge: : t ' Seit längerer Zeit sind die Züge, die unsere Kinder zu tangerem Erholungsaufenthalt ins Ausländ führen, sehr selten geworden. Es galt daher, im Inland wertvollen Ersatz für diese entfallende Aktion zu schaffen. Die Kleinen einzeln unbekannten Familien anzuvertrauen, schien nach verschiedenen Erfahrungewnicht mehr ratsam. Eine möglichst große Anzähl von Heimen sollte auf dem-Lande.gegründet werden, ln welchen dem Kinde körperliche Erholung geboten wird undwo es gleichzeitig unter bestem erziehl'chen Einfluß fleht. Mit der Jmpülfibität des immer wachen jüdischen Mitgefühls ^urde dieser neue Gedanke aufgegriffen, aber eben, weil fast von jedem jüdischen herein, der nur im entferntesten mit der Kindersürsorge zu tun hat, 'eine solche Gründung angestrebt wurde, ohne daß man die Kräfte vereinigt-.chätte, haben wir nun nichts oder fast nichts Hmf diesem Gebiete geleistet. Einzig die sogenannte „I n l a n d s a k t i o n" des Jüdischen Frauenbundes kommt hier ein wenig in Betracht. 'Die unterernährten Kinder bleiben im Elternhaus, stehen aber unter ärztlicher Aussicht und erhalten durch acht Wochen, wenn notwendig auch länger, in genügender Menge wertvolle Lebensmittelzubußen. Diese Aktion, die von Aerzten und Pädagogen begrüßt wurde, konnte noch immer tot Wiener Judentum nicht recht Fuß fassen, denn jeder „hat schon mehrfach für daS jüdische Kind gegeben". Doch daß auch starke Bestrebungen zur Vereipheitlichung; oc .;'J: crf’\ 'ell gelmgnet werden. Schon seit rignaettr riea brttebl die e u t r,cr 1 it e l l e l ü V l ü d is ch e F ü r sorge", welcher fast alle bedeutendere einschlägigen Peheitze und Institutionen,'seit jüngster Zeit auch die sechzehn wichtigsten jüdischen Hugendfürförgevereme, angehören. Allein diese „Z entralstel l e" kann bestenfalls einmal eine gemeinsame 'Geldsatnmlung cknleiten, den in Betracht kommenden Vereinen. Freiplätze für Erhysnngsbedürftigr znweisen, den Bemg von Kondensmilch vermitteln und anderes mehr, aber ihre moralische Autyrität ist zu gering, um auf die innere Arbeit und das Ziel aller Fürsorgeorganisationen emwirken und sie mit drm Geiste idealer Zusammenarbeit erfüllen zn können. 3tzo wäre also ein Weg zu finden?' . ' Die-, DrDdxntiu ' 'einet sozial tätigen, ' «ichtzi'onMcheu Frauengruppe .M XXI: Bezirkes erzählte mir vor kurzem, daß . sich ihr^. ÄrMe vorwiegend, mit den Insassen des israelitischen Persorgungshauses und Siechenheims bckcifse. Sie wA'd« sich gerne, da die'Arbejs nach Tagen eingeteilt ist, mit sechs anderen Frauesigrupp^n verbinden, doch-bisher, fei jeder VerM vergeblich geblieben. ..Ihr Zionisten besitzt doch eine so stramme'Organisation^ sagte, die Fpan.zn mir. „Ihr werdet gewiß eine Stelle haben, die' detHleichen zu Permitteln vermag." ' . ' In der Tat sehen wir fast in allen einschlägigen Vereinen Zionisten als besonders agile Mitglieder, verschiedene.zionistische Gruppen beteiligen sich geschloffen an sozialer'HÜfsarbeit. Ich könnte hier manchen Frauen- oder Jugendverem nennen, will aber stur als besonders bezeichnend erwähnen, daß die Statuten'' eines neugegründeten Jugendvereines im Prater die'Mitglieder zu j ü dis ch - sozialer Hi l s s ö r b eit in b est eh enden Vereinen verpflichten. Chaluzim-Fürsorgr, freiwillige Mitarbeit im Verein ..Üüdische Kinderfreunde", Spitalsbesuch jüdischer Ärqnker, Äe keinen Anhang in Wstn 'haben und noch maych anderes steht zur freien Wahl. Wir benötigen eine von.Idealismus getragene Zent r a'lst e l l e, dir ebenso den Hilsesüchendtn, wie denen, die s o z i a l e . H k.l f s t st t. i g k e i t leisten wollen, seien es Einzelne, seien es ^Vereine, den rechten Weg weist, die dev ganzen Bevölkerung ’ Jk» rlnaehertren Umfang' der' materiellen, physischen Und geistigen Not-innerhalb des Judentums zeigt und ihr so die einigende, alle zersplitternden Sondcrbcstrebungen astsschließerrde Werbekrafl leil^wie sie heute.nur eine, so fürchterliche,, erschMtude Katastrophe,' jvie'.die des ukrainischen JudeNtü'M besitzt. . ' Siegfried A b e l e s. Die deutschLn Richter und die Frau. jJn^'Leipzig gät^Uor 'cimgen Sagen die diesjährige Tagung des 'Deutschest Richterbundes stattgefunden, die erste feit 1914. Einen breiten Raum in den Beratungen nahm die Frage der Zulass'ung der Frauen zum - Richteramt ein. Nach einem 'Referat . über diese Frage wurde abgesiimmt und die Frau fast' einstimmig äks ungeeignet für das Nichteramt erklärt und mit Mehrheit auch ihre Ungeeignetheit^zur Schöffen-, Geschwornen- und Laienrichterm wie auch zur' Schüffin in Jugendgerichtsur<d zivilen Strafsachen' ausgesprochen. — Die deutschen Richter hüben also 'ihr Votum abgegeben. Da aber diesmal die Frauen nicht auf der Anklagebank sitzen, mag Man Zweifel hegen, ob "dieses Forum für diese Frage kompetent lvar. Auf alle Fälle hätten die deutschest Richter nach all 'den letzten Stückchen deutscher Rechtspflege, welche auch Zweifel über die Eignung gewisser^ M ä n n e rkaiegorien zum Richteramt haben laut werden lassen, besser' getan, ihr inappellables Votum vorlätlfig fiir sich zu behalten. _____ t * Persönalrrachricht. Gestern nachm.iit tgs^ fand., im SeitenstcUentempel die Trauung des Schriftstellers Eugen H o e s l i ch mit Fräulein Mirjam Schnake l statt. *' Abraham Ludvipol gestorbett. Aus Jaffa wird der Tod Abraham, L u d v i p o l s gemeldet, welcher am 0. d. M. erfolgte. Ludvipol, .welcher seiff fünfzehn Jahren in Palästma wohnte, cmfattete eine fruchtbare Tätigkeit. als Schrijtstrllrr und IournaW sowie auf sozialem,Gebiete. Er.war eine det leitenden Persönlichkeiterr von Tcl-Awiw"und Mitglied des Jüdischen Volksratcs von Palästina." Ludvipol hat ein Alter von 60 Jahren erreicht. Das Jüdische Institut für Jugendforschung nnd Erziehung (Leiter Dr. Siegfried Bernfeld) hat eine B er a t u n g s st e l l e in pädagogischen ' Angelegenheiten eingerichtet. Die Beratungsstelle dient insbesondere jenen, die sich zum Lehrerberuf oder jeder anderen pädagogischen Berufstätigkeit vorbilden wollen, und jenen, die im prakiischen pädagogischen Leben . stehen. Sie - erteilt Auskünfte aller Art, vor allem über Ausbildungsmöglichkeitcn. Literatur, Hospitium, Prakukumsm^glichkeitm im Sinne der neuen Erziehung. Aüskünfte werden nutz schriftlich erteilt; jeder Anfrage sind K 5 in Briefmarken beizulegcn. Adresse: 'Jüdisches Institut für Jugendforschung und Erstehung, Wien, XlH/9, S u p p s g a s s c 10. * Dtv ^Premierministev des jüdischen Volkes". Beim Besuch Ottawas hat die k a n a d i s ch e R e g i e tan, g W e itzmann einen offiziellen Empfang bneitet. bei welcher Gelegenheit der kanadische Minlsiervräsident Weitzmany.als den „Premierminister d e s j ü d i s ch e n Volkes" begrüßte. * Die neutralen jüdischen Jutsendverbände für Palästina. Der Verband der neutralen jüdischen Jugendverbünde Dentschlands hielt zu Pfingsten ferne Führertagung in Kassel ab. Von den anwescnden-200 Delegierten, die sämtlrchen jüdischen Richtungen angehörten, wurde e i n st i m m i g eine Resolution angenommen, daß in P a l ä st i n a den in ihren Heimatländern entwurzelten Glaubensgenossen eine auf. der Religion der Väter aufgebaute fü d i s ch e He i m st ä t t e erstehen müsse, die berufen sei, belebende religiöse und geistige Impulse dem Judentum und der ganzen Welt Zuströmen zu lassen. An alle deutschen Juden wird der Appell gerichtet, sich an den Sammlungen für den Aufbau Palästinas opferbereit zu beteiligen. Durch eine geeignete Organisation müsse es den deutschen Juden jeder Richtung ermöglicht werden, sich an dem großen Sammelwerk zu be!eiligen. * Ausgrabungen bei Beth-Scha». Mr. Clarence S. Flsher, Kurator der ägyptischen Sektion des Museums der Pennsylvania-Universität, erhselt von der palästinensischen Remeruttg die Bewilligung für AuSgrabungsarbeiten an der biblischen Gerte von Beth-.Schan, im Jezrelal. Die Arbeiten sollen in Kürze beginnen. Mr» Filher hofft, daß er bei düsen Ausgrabungen auf Reste von sieben oder mehr biblischen Städten stoßen müsse, die nacheinauder auf derselben Stelle hätten 27. Mai 1921 '9th 837' erbaut werden und nicht weniger als neun verschiedene Kultur« stufen repräsentieren sollen. (Jüd. Korr.-Bur.) j * Auswanderungbedingungen nach ArgeNtittkett. Das Exekutivkomitee der jüdischen Welthilfskonferenz hat vM »Komitee zum Schutze der jüdischen Einwanderer der Republik, Argentinien" Informationen erhalten, nach welchen in Argeutinie» alle Handwerker und * Landwirte Beschäftigung! finden können, unter der Bedingung jedoch, daß sie nicht zui anspruchsvoll sind Und Existenz mittel für einig« Mo.Eate besitzen. Was die. Personen, die' einen! liberalen - Vfernf. ausüben/ und kaufmännische Angestellte! prtrifft, so 'wäre es, um eine Beschäftigung zu finden, gut.' daß sie die.Landessprache*beherrschen. Jeder Einwanderer' muß mst mit nachstehenden Dokumenten versehen sein, ohne welche er in Argentinien nicht landen kann: 1. ein .P a ß mit Photographie/' 2. ein L e n m u w.d s z e u g n i s, 3.' ein Gesundheit 8*. Z e r: gnis, das das von' einem Arzt ausgestellt sein muß, 4.' ein ArbeitsZeugn i-s, das den vom Einwanderer aus-i geübten Beruf aügibt, 6. ein Zeugnis, daß der Einwanderer nie gebettelt hat. Alle diese Dokumente müssen von dem argeutinischen Konsul des Ausrcisclandes vigert sein. (I. P..Z.) ■-} * Aabindranath Tagore über irrdische Rabindranath Tagore, der augenblicklich auf seiner Durchreise nach Schweden in Hamburg weilt, hielt, einer Einladung der Hamburger. Kunstgesellschast lolgend, am 20. d. M. in dev H a m b u r g e r U n i v e r s i t ä 1 ür englischer Sprach« einen Vortrag über d>e Wesensart des Inders. Als die groß« Schicksalsstunde des Ostens bezeichnete .er das Zusammentreffen mit dem eroberungssüchtigen Westen, der unermeßliches Leid über' den ganz, der sinnigen Natur zügewandten und in sich geklärten Osten Mn acht hat. Der Westen erzeugte die Maschinen und den z ü r>M ü f ch i n e gewordenen Menschen, der das liefe Empfinden für die Natur verloren hat. So steht) er im Gegensatz zu dem Inder, der sich in seinen Wäldern noch eins Wlt mit allen Wesen der Natur und voll ist von dev Eikenntnis der großen allumfassenden Liebe. Nicht Welterobmmg' Mid Nariottalismus ist daher das letzt« Ziel des Inders,, sondern! Selbstüberwindung, Freundschaft Und geistiges Leben. Tiefer eingehend gus die Probleme dicker aus seinen Werken bekannten Weltanschauung, besprach er gleichzeitig eigene Dichtungen, so auch das neu erschienene Werk „Sadhana" und einige Werke anderer bischer Dichter, die alle indischen Geist und indisches Naturempfinden atmen. Interessant war noch die Stellungnabmi Rabindranaths zu - Shakespeare und anderen englischen Dichtern; bei denen^er-vergeblich- Nach i-jenech: tiefem ^Empfinden der Zü-. sammengehörigkeit des Menschen mfl der Natur und im brson- Rückkehr der Kinder and Rumänien. Di« Zentralstelle zur Versorgung jüdischer Kinder, int Auslande, Leitung Fiau Anitta Müller, teilt mit. daß der Kindertransport aus Rumänien bisher nicht avisiert ist. Die Abreise dürfie um zwei Taoe verschoben worden sein. Die Eltern werden gebeten, sich im Lause des Tages aus den Ankündigungen im Bureau, II., Praterstrasje 17, vorne, zu informieren und jedenfalls auch die morgige „Wicner. Morgenzeitung" zu lesen. * Ungarische Aphorismen. Im Budapester „Az Ujsag" findet fich folgende. Betrachtuyg:..,,lieber die Ursachen der wirtschaftlichen Not kann man ebensoviel philosophieren, wie über die Beweggründe der Revolution und bei keinem Räsonnement wird etwas herauskommen. Der Finanzminister Hegedüs .meint, daß die zehn Millionen Toten des Weltkrieges daran schuld, seien. Andere meinen, die halbe Million lebender Juden wäre die Ursache. Bitte zu wählen." .' Schwerer Hagelschlag in Jschk. Aus Bad Ischl wird geujeldrt: Bei einem in der hiesigen Gegend niedergegangenen Unwetter wurden die Ortschaften W i r l i n g nnd Haid e n zwischen St. W ö l f g a ü g und . I s ch l von einem verheerenden Hagelschlag beimgesucht, der insbesondere an den Fcldsrüchten und Obstbäumen argen Schaden anrichtete. Auch Teilx der Gemeinde Gösau haben durch Hagelschlag großen Schaden erlitten. * Eine 13jährige Mutter. Aus Z a n ch t e l wird' gemeldet: Dieser Tage hat die 13i8hrige Schülerin Hermme S e i b e r t einem gesundm und vollkommen entwickelten Kmde das Leben geschenkt. -Die jugendliche Mntler aab an, daß ein Leutnant . der Vater des Kindes sei. Der Offizier habe die Schülerin, als sie im Walde Beeren sammelte, vergewaltigt. Der 'Leutnant wurde verhaftet. Dem Mädchen fehlen ..noch drei Monate auf 13 Jahre. ’ . * Die Lohnbewegung im Däckergewerbe Niederösterreichs. Gestern fand eine vom Verbände bet Lebens- und GenußmitielarbMr cinberusene Versammlung der,in den Wiener. Groß- und Klelnbetiieben beschäftigten Bäckckarbeiter statt, in dev die neuen Lohnforderungen bekanntgegebkn, wurden. Derzeit fordern die Bäckerriarbeiter und die übrigen bei derBrotproduktion beschäsligtenPersonen eine Erhöhung dergegenwärtigenWochenlöhne um st 600 für alle Bäcker, Profcfstonlstcu. Kutscher und qualifizierten Hilssaibciter, K 500 für alle nichtqualfiziertm Hilfsarbeiter und um st 350 kür die weiblichen Hilfsarbeiter. Nach der letzten Loburegulierung vorn 14. März k. I. bezieht derzeit die I. Kätegorie Wochenlöhne von st 2270, die II. Kategorie K 1700 bis 1800 und die III. Kategorie 1250. Nach dem neuen Landeskollrküvvertrage beziffern sich somit nachdicksr Kategyrisierrmg die Wochenlobne auf st 2870, beziehungsweise st 2200 bis st 2300 und st 1600 für die weiblichen Hilfsarbeiter: Diesmal'beschränke sich die Lohnbewegung nicht auf Wien allein, sondern ans ganz Niedei österreich. Die Bäckereiarbejter stellten ein Ultimatum bis zum 13. ^uni. * * Ablieferung der Kriegswaffe«.. Die Pülizeidireliion macht aufmelksam,^ daß die in der Kundmachung vom 30. April l. I. besnmmle vierwöchige .Frist zur Ablieserung der nach dem Staatsvertrage von Saint Germaiu abzusührendrn Kriegs- Waffen und Mumtionsbesiände demnächst z u E n d e geht. * Zionistischer Jugendverband Oesterreichs. Große I u g e n d v e r s a m m l u u g- Samstag den 26. d. Wi. wird in der Scholle (H„ L'lienbrunnaclsse) Regierungsrat Löwy über „E r e z I s r o e l u n d d ie P r o b l e m e d ex B e r u f §- u m s ch i ch t u n g" sprechen. Beginn V-8 Uhr allends.x j * Hebräischer Klub» ll , Taborstraße 1,Exportakademilerverein. Morgen, Samstag um V»8 Uhr abends wird die zwnte ordentliche Generalversammlung stattfinden. Tagesordnung: Berichterstattung, Wahl eines Ausschusses. Eventuelles. Erscheinen - aller Mitglieder ist Pflicht. * Die Prager WasserLalamität behoben. Aus Prag wird gemeldet: Die Schäden an der Prager Wasserleitung sind nunmehr wieder beseitigt worden. Im Laufe des heutiacn Tages wurden alle drei Pumpen in Gang gesetzt, so daß in Prag iv-.eder normale Verhältnisse in der Wasserversorgung eingetreten sind. - * Valutenhändler. Bei einer vom Kriegsmurheiail^ beim Kundcnakqulsitenr David Seif, II., Ausstellungsstrabe 41, durch geführten Hausdmchsuchung wurden m der Wohnung dcr Handelsmann David Dannenhersch, der Transpoübegleitec Bernhard S ch e u e r und der Hörer der Hochichull für Welthandel Pinkas Frank, angetroffen. Ber ollen wulden arößere Summen in ausländischen Valuten gefunden. Die Finanzbehörde wurde verständigt. Außerdem wurde dir Ab^ fchassuttg der Beaustäudetcn in d>e Wege geleitet.

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