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Wiener Morgenzeitung · 1921-05-27 · Heft 837 (27.5.1921) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
3 (1921)
Issue
Heft 837 (27.5.1921)
Date
1921-05-27
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 8S7 Meilj Freitag ----—- *r*t Wsevbahne«. Unter diesem Eindrück ist auch die innere Verzagtheit und Zweifelsucht der neu Eingewanderten,', die «och im Vorjahr einen so ungünstigen Eindruck machten, vollständig geschwunden. Unter der Wirkung des aufblühenden Wirtschaftslebens hat. auch kulturelles nnd künstlerisches Leben eingesetzt. ' Die Abneigung der ansässigen jüdischen Bevölkerung gegen die neu Ein» wandernden ist in Erkenntnis der außerordentlichen Vorteile, die die Einwanderung mit sich gebracht hat, beinahe ganz geschwunden. » Der Bericht unseres Gewährsmannes über die letzten beklagenswerten Ereignisse deckt sich durchaus mit den bisher veröffentlichten Meldungen. Zuin Schluffe heißt es : Auch die traurigen Ereignisse habe» die . Zuversicht und Entschlußkraft für die Zukunft nicht brechen können. Sonntag den 8.: Mai hat das öffentliche Leben wieder seine gewöhnlichen Formen angenommen." Die Juden haben die Ueberzeugung gewonnen, daß sie dank ihrer europäischen Organisatiön, der im Weltkrieg erworbenen militärischen Schulung, der Intelligenz und der glühenden Liebe zum Boden, b ewaffnet auch einen Kamps mit einem an Zahl vielfach überlegenen arabischen Gegner aufnehmen können. In den Kolonien wurde der Plan gefaßt, nunmehr statt der Araber Juden als Arbeiter zu beschäftigen und die Hoffnungen aus. den Ausbau aus die eigene Kraft zu stellen, ohne auf ein saules Kouipromiß mit den Arabern zu rechnen. Auch wurde die Notwendigkeit erkannt, daß die jüdischen Landwirte die bisher von-den Arabern bezogenen Produkte des Getreidebaues und der Viehzucht nunmehr in höherem Maße selbst erMtzen müssen. Die Kämpfe haben in diesem Sinne läuternd.und kräftigend auf das Selbstbewußtsein und die Zielbewußtheit der jüdischen Bevölkerung gewirkt. Der Völkerbund soll nach Wien verlegt werden. Genf, 28. Mai. Die fachmännische Kommission des Böller-- bundes für die Prüfung der finanziellen Gebarung des GeneralfskretariatS stellte in ihrem Berichte fest,, daß Genf ein teurerer 'Ort fei als audere Städte und daß Ersparnisse gemacht werden tonnten, wenn der Bölkerbund nach einem anderen Orte, etwa Wien, verlegt würde. . Die Forderungen der Trafikanten. In der Volkshalle des neuen Rathauses - fand gestern eine dom Reichsverbande der Landcs-Trankantemereine Oesterreichs Unberufene und massenhaft besuchte Versammlung» der Trafikantenfchast statt, um zur kommenden Preiserhöhung der Tabakfabrcküte, über die Beschaffung des zum Faßen notwendigen Betriebskapitals und zur neuen Postordnung Stellung'zu' nehmen, Der Präsident des Verbandes, L ö f f l r r, etöffnete die Versammlung und bob die schwierige Lage der Trastkantenschäst bei Anschaffung des Betriebskapitals hervor, die sich' bei der kommenden Preiserhöhung noch mehr steigern wird. Es wurde folgende Resolution angenommen: Die gesamte Tranfiniterrschaft erwartet mit Bestimmtheit, daß die notwendige ' Ergänzung des Betriebskapitals durch die; irr Aussicht stehende neuerliche Preiserhöhung der Tabalsorten, wenigstens teilweise durch Nicht-Inventur, beziehungsweise Nachzahlung einer vollen Wachenmenge ermöglicht wird, da die Trafikantrnschaft lt r ch t in der Lage ist. : dieses Kapital anseigenem üuhubnngm, umsomehr, 'als nach der Tariferhöhung dir Ergänzung bedeutend mehr als einem Wocheufassungsbetcag entspricht. Gleichzeitig wird gebeten, die zur Ausgabe beabsichtigten freien Sorte n, mit Ausnahme des hochtarifierten Zigarettentabaks, zum Großteil au dreRaucherkarte zu binden, um damit eine - gerechte und gleichmäßige Aufteilung zu gewährleisten. In der Merten Resolution wird die sofortige A u ßerkrafts e tz u n g d e s A b s a tz e s II des Posiverordnungsblalles Ar. 26 vom 10.. d. M. — als für die gefaulte Trafikcmtciischasi schädigend — gefordert. Sollte bis 1. Juni d. I..' um 12 Uhr mittags, dies, uicht geschehen, so wäre die.Trafikantttffchast genötigt, daraus Koriicquenum zu ziehen. In lctz'rßu Falle würde neuerliche passive Resistenz beim Markenvenchleiß eintrewn. Die Automobilfalle bei St. Egyden. Ein Wiener Ingenieur getötet, ein Schwerverletzter, drei Leichtverletzte: ' ‘ . Aus W i e n e r-N e u st a d t wird. uns telegraphiert: heute gegen V«1V Uhr nachts ereigneten sich auf der Trierer Reichsstraße, lüm oberhalb St. Egyden/zwei AutomobilunMe hintereinander, hervorgtrujen durch' ein tzber die Strase g r- IpannteSDrahtsei l. ' . Das erste Automobil mit der Nummer-^1 361. passieri.e die Stelle, aus Graz kommend, gegen ^lO Uhr abends. D:r Chauffen^ bemerkte ungefähr drei Schritte vor dem Seil dasselbe. Er rief, dem Insassen, seincm Chef Ingenieur Egon Breuer. Bergtverksbesitzee, Wien, VI, Gumpendorserstraße 10 wohnhaft, ^.Achtung" zu, dieser scheint aber geschlafen/ zu haben, fuhr erichreckt empor und kam mit dem Halse r.n d r e H ö h ed e§ Seiles, welches ihm den Kopfweg r i ß, so daß derselbe, nunmehr rückwärts an einem Hleischtelle. herunterhiug.^ Der Chauffeur brachte 15 Schritte nach Passieren der Stelle, das/ Äuto zum Halten und fand seinen Herrn.blutüberströmt lsa Leiche im Wagen. Er fuhr sofort zur städtischen Polizei .»ach Wiencr- Amstadt, wiewohl er selbst durch die erfolgte Zertrümmerung des Windschützers verletzt war und ebenfalls aus den Wunden blutete. Die Lerche Breuers wurde «in die Totenkammer gebracht, Chauffeur ^lchi in§ Krankenhaus überführt. Breuer wollte zu' seiner der C n t b , n d u n g orügegensehenden G a t 1 i n s a h r e n> Es begaben sich sofort Knminalinspektor Sch m id mit -ibaü::list,ektor We'ghoscr im^ mehreren Wachleuten in einem b'N'a au'.o an die llnsaliüelle und fanden dort angekvnlmen, bereits ein zweites Opfer dieser Falle »>r »ü » von der Witntt Morge«zettmrs ,??. Mar 1S21 ' I KerteP - Stelle entfernt lag daS Auto AIX 22l zertrümmert tm Straßen» graben. Die Jnlaffen dieses Autos kamen glimpflicher davon. Den Chauffeur Schindler, welchen das Seil . an der Brust erwischte. schleuderte es nach rechts auf dis Straße, ebenso die beim Chauffeur fitzenden Dr. Franz M o r a w e tz, Veterinär, Wien, XU., Schönbrunnerstraße 238, und die Gemeinderätin und Bctriebsleilersgattiu Leopoldine Hanke. Diese .dm Personen erlitten schwere Schnittwunden an der. Brust und an den Handgelenken. Sie wurden durch das Rettungsauto der hiesigen Stadtseucrwrhr ins Spital überführt. Die im Auto selbst, welches der Konsumgenossenschaft für Wien und Umgebung, Wien, Xlll., Wolsganggaffe 58, gehört, sitzendenPrrsonrri Michael Hanke, Disponent Franz W i t t m a n n und Richard B a n i l i n, Kinobcfitzer aus Dornbirn, blieben unverletzt.. Das zertrümmerte Auto wurde durch die Mannschaft der hiesigen Stadtfeuerwehr wcggelchafft. Die Erhrbungm ergaben folgendes: Das 1 em starke Drahtseil wurde in einer Höhe von 1'53 w von einer Telrgraphenstarige, an. welcher es mit einem Haken befestigt war, in schiefer Richtung an den nächst gegenüberliegenden Baum fünfmal umwickelt irr,fei dann wieder mit e-nem Haken befestigt. Als das zweite Auto die Stelle passierte, löste sich -um Glück das Seil von der Telegraphensiange los nnd fiel dann zu Boden. DaS Seil dürste gegen 9 Uhr abends gespannt worden sein. Es liegt entweder ein Racheakt oder ein -geplanter Raub vor. Es wurde jedoch weit und breit niemand, gesehen. Dir Kommission nahm c.uch einen Polizeihund des Direktors Willi Bartl der Wöllersdorser Werke zur Uusallsstelle «nt, doch blieb bisher jede Nachforschung erfolglos. In der Nähe deim, Graben gelegenen Autos fand man eme mit Wein Halbgefüllte ärarische Feldflasche. Weiters wurden gegen Y«7 Uhr abends beim Gastwirte Schwarz, welcher in der Nahe des Tatortes wohnt, zwei Burschen beobachtet, denen sich danrj ein dritter zugesellte, welche sich an einem dort stehenden Auto zu schaffen machten, woraus man schließt, daß sie sich die Hohe des zu spannenden SeckrL ansdachtcn. Eine Personsbeschreibung liegt vor und werden auch in dieser Richtung eifrig Erhebungen gepflogen. Die Tat erregt großes Aussehen._ Aushebung einer DanknsLenMscher-- werksLLLte. Die Polizeidireküon gelangte dieser Tag zur Kenntnis, daß sich im Hause V., Wehrgaffe 3i, in der Wohnung eines gewissen M o s b e ck eine förmliche'Wrrkstätte für die falsche Abstemplung österreichischer in ungarische Noten befinde. Die Äuthcbung dieser Weristätte wurde sofort verfügt, und nach einer kurzen polizeilichen Beobachtung ist gestern in den Morgenstunden die Verhaftung des einen der Täter und die Beschlagnahme aller Behelfe und fertiggestelllec und unausgesertigter Baulüoten geglückt. In der Wohnung des Steindruck-'reimaschinenmeisters Rudolf Mosbeck, am 16. September 1875 in Wien geboren, und seiner Frau Marie Mosbeck, am 10. März 1877 zu Wien geboren, wmde von Kriminalbeamten Nachschau gehalten und man fand rund K 100.000 tn Zwanzig- und Zehnkkbnentioten mit falschem ungarischen Stempel und 45.000 i» teilweise unäbgcstempelken Noten teilweise in Fehldrucken des ungarischen Stempels, teils in jugoslawischen abgestempelten Nolen zn ki 5 bis zu L. 10.0-0. Die jugoslawisch gestempelten Neuen, die schon entwertet und durch eigenes Geld ersetzt, find, waren augenscheinlich dazu bestimmt, daß der jugoslawische Stempel aus chemische Weise entfeint und durch ungarischen ersetzt werden sollte. Äußer diesen Beweisstücken der Banknatenfälschung fand man alle Beheffe, die in die Wcrkstätte des Fälschers gehören: Zwei lithographisch: Sleme mit dem haarscharfen Bild des ungarischen Notenstempels. zwei Kautschukwalzcn zur regelmäßigen Austragung der Stenrpelfarbe bestimmt, Blechschachteln nnd Töpfe . mit der notwendigen Farbe und Steine zum Verreiben der Farbe. Von der Wucht des Beweismaleffals erdrückt, gestand Rudolf Moöbeck bei seinem Verhör ein. daß ihm m dnr letzten Wochen von einem gewiffen F r ä n k e-l die unabgestemvelten Banknoten mit dem Anstrag übergeben worden seien, die gegen eine Entlohnung von einer.Krone pro Stück obne Rücksicht auf den Nominalweit d:r Noten mit dem falschen ungarischen Stempel' zu versehen, Er gestand auch, die Abstempelung seit 8 bis 9 Wochen vorgenommrn zu haben und ungefähr ll 40.0( 0 m österreichischer Währung in Noten der ungaüschen Währung umgewechsrlt zu haben. Demgegenüber wurden vielfach Anhaltspunkte gefunden, daß die Fälschungen zu einem viel früheren Zeitpunkt eingesetzt haben und daß/.der Nominalwert der falschen Übgrsiempelten Kronennoten in die Hunderttausendr gehp Der von Mosbeck ptt fein Aufiraggeber beieichnrte F r ä u k e l ist am 30, Novimber 1896 zu Wibbanowfka in Galizien geboren, nach Koretz in Nuß-' land zuständig, lb, Glockengüsse 5 bei seinem Vater IonaS Frankel wohnhaft. Feiwel Frankel und einige seiner Angehörigen. haben schon im März vorigen Jahres die Polizeibehörde auS ähnlichem Anlaß beschäftigt. Sie . wurden damals unter dem dringenden Verdacht, österreichiscjze Banknoten falsch abgestempelr zu «haben, dem Landesgerickt eingeliesert.. Auch jn der letzten Zeit wurde, die Pol'zridirektion mit anonymen Brieien, die sich auf die Fälschertatigkeit der Familie Fiänkel bezogen, geradezu überschwemmt. Jn den Briefen wurde darauf hingcwieseu,.daß die Familie einen ungemein großen Aufwand treibe, der nur durch ihre Teilnahmean den Falschstrmpelungen; ermöglicht werde. Nach der Verhaftung de§ Mosbeck. wurde es klar, daß Frankel als der eigentliche Unternehmet der Fälschungen .zu bezeichnen ist. Außer ihm war sein Bruder an dem. Geschäft ’ beteiligt. ' Die Erhebungen ergaben Beweise dafür, daß die Bruder Fränkcl sich schon seit mebr als einem Jahre mit dem Vertrieb falsch gestempelter Banknoten befaßt haben und daß sie je «ach den valutarrschen Verhältnissen im Anfang die ungestempelten , Banknoten mit dem Stempel ^Demschvstrrrrich" und in den letzten Monaten seit der Hauffr der ungarischen Krone die I dru FAschmtge« auch die Schwester der Fr3«kel, die am 12. 310 vember 1908 zu Stryj geboreneLyzealschstlerin Ella Frankel. Sie Mt* an den Fälschungen insofern beteiligt, als sie «nabgestempeltf Banknoten zu einem der technischen Mitarbeiter brachte u*b bli falschgestempelten wieder abholte. Ella Frankel gab die Besuch« zu. erklärte ste aber damit, daß sie das Kind de§ Mannes liebgewonnen und die Wohnung der Familie nur ausgesucht hat, «w dem Kmde Schokolade zu bringen. Wahrend Hermann FrLnkel und seine Schwester Ella am 25. d. M. verhaftet werden konnten, ist die Festnahme drs Hauptes der ganzen Bande, det Feiwel Frankel, bisher nicht gelungen. Er soll schon im August v. >9. das Elternhaus verlassen haben rmd ist seither noch nicht neügemeldet. Seine Verfolgung wird mit allen Mitteln durchs erführt. Im weiteren Verlaufe des Verfahrens kam die Polizeibehörde auch auf die emdere» Werkstätten, die die Stempelungen für die Bruder Fräokel besorgten. Die Falscher sind der am 11. August 1896 ju Wien geborene Steindnrckergehllfe Fra»? Jttabek und der am 4. Marz l884 zn Wien geborene Lithographrngehilfe August S z e l o t h. Sgeloth ist der Brudtt der Frau Mosbeck. Ec und Jepabek arbeiteten in einer Offizin im tt. Bezirk und auch Mosbeck hatte zur Zeit Arbeit i« eine1' anderen Offizin im II Bezirk. > Jn allen Wohnungen «nd in den Häuser« der Beschuldigten wurden Haussuchungen vor genommen. Bei Szelvth fand mm in, der Wohnung K 26.870, die teils österreichisch, tells falsch Ängarisch abgestrwpelt, teils «brrhaupt nicht gestempch, also »Rvhrrraterial" fiird. Dann halte Szelvth erneu lithographischere Stein mit dem österceichischerl Banknotenstempel .Deutschösterreich- und einen zweiten Stein mit dem ungarischen Baukrrotenstenwel. Jur Keller Szaloths fand man ferner einen lithographischen Stern, de^öie/, Nachbildung der. Npterschrift eines Funktionärs der Oester-- rcichM-uugürischeu Dank trägt. Ais im Vorjahre die falsch öfter« i!eiMD gestempelten Banknoten übrrhandnahmen und falsche und echj<Wver zu unterscheiden? waren, hat die Oesterceickisch-vngärischr Bafik dir Banknoten, die schon deulschösterreichisch gestempelr . waren, »och mir dem Faksimile der Unterschrift deS Fn»kri»«8rS zUlfiHerchen der unbedingten Echtheit versehen laffen und selbst die^iMrugliche 'Beweisstück - der Echtheit haben die Brüder FiMikrt. fälschen laffen. Ein anderer Stein, der bei Szelvth ge» sunden wurde und schon leer war. hat «ach SzelathS eigenem Gkstä.nduiZ die Gravierung „Echt", der österreichischen Tausender enthalten, die also auch nachgeahmt worden ist. . Wie aus dem bisher Gesagten hecvorgeht, ist der vou.der Polimbehörde ausgedeckte Betrieb einer der allergrößten feiner Art- Die Höh» der Srrmuie. die die Brüder Franke?' mit falscher Swmpeln in Umlauf gesetzt baden, wird ans m c e r ' M i l l i o n c n K r » n e u geschätzt. Die DiebZhörse auf dem Karmeliter- Markt. Die 'ZÜMoriendiöbstählL bei Juhrwcrker« haben in'der" Geschäftswelt großes Aussehen erregt, weil das Treiben der Kollidiebe nachgerade zu einer Plage der GeschLftZjyelä.tzetvyrden ist. Wie berichtet, stehen bisher me hr al S fünfzig. Pchrsonen teils wegen der Diebstahhe selbst, teils'wegen Hehlerei in Untersuchung. Jn erster Linie kommen als Haupt- Hehler der Fuhrwerksbesitzer Gottlieb'Achrck'und der Favoritener Gastwirt Anton *Ko ci sen., dann aber auch der Flihrwrrker Leopold Steiner und deKGemischttvarenhä^'ler Jakob' Zimeth in Betracht. Mistgabeln und Tennisb alle, Huseiseu und Seidenjacken wurden ebenso gerne genommen wie Hemden, Socken,' Sweater, ganze Ladungen "Eifsnblcch, Seide, Stadtpelze, Schaufeln, Anzüge, Hüte, Schuhe, Bänder, Stossc, Taschenmesser, Gunrmischläuche usw. Die/Fuhrleute wurden vü ihrer Billigkeit sehr igefuchtc. Lieferanten und da3 sprach sich" herum und verschaffte ihnen immer neue Abnehmer, spornte sie aber auch zu immer neuen Plünderungen an. . ' . . Grotzabnehmer war Aiitsn .Koci sen. Der nahm'alles in seiner Kegelbahn /cus. .Aber auch Gottlieb Schick war. gapz bedenkmllos und hielt die Kutscher sogar mit der freundlichen: Einladung an, sie sollten nur zu ihm kommen, wenn' sie.^ptwas. hätten. Bon Gottlieb Tau fj ig erzählte man sich, daß.^r an einem .Geschäft .15,00s),'Kronen verdient hat. Auch bei der Fuhrwerksbesitzerin .Anna Jv pp ich in der' Pajettisträße wurden" Kitten erbrochen und dann durch ls^sl.a st e rsteine die' Tara wieder^'vollgewichtig' gemächt. In dem kleinen Kaffeehaus auf dem Karmälitermarkt, das Zimeth. und Storch betrieben, .war auch eine Haupth-an-dälsbörse für die-D'iebsbeute., Dabei ging pS picht immer friedlich zu. Einmal hatten der Kutscher Johanni R■.£: t m u t h Und der Fuhrwerker Stein e r Streit,' und da,sagie NcKmuth dem.Steilwr, es falle ihm nicht ein, beÄ den Diebstählen seine Haut - zu Markte zu tragen, tvahrend er -dem. Steiner die Hälfte des Erlöses Leben müßte., .'. : > - Per angebliche Schriftsteller Jakob D r e x j e r, der auch der-Hände angehört,.erlitt beim Verhör iyr SicherheitZbureau einen T o b s u ch t s a n f a.l L und stürzte ‘ sich auf den Polizeikommissär Dr. Le wi sch. Zimeth war sehr cknickerisch!Md;gab dem Nermuth zum Beispiel für Chinasilüerw.areu. iurMerto von 60.000 Kronen'bare 1800 Kvonen. Der Kutscher Johann Nermuth,hat sonst, seine Beute gewöhnlich..seinem Herrn Leopold. Steiner Hum Verkauf , übergeben. Rudolf Dr-phvzal, ein Privatüeamter, der an den Diebstählen auck) beMigt war, Hai zusammen mit. Nermuth 12 Meterzentner fertige Hufeisen gestohlen und sie bei einem Schmied um 4000 Kronen verlauft. Bei seiner Einvernahme hat Fnhrwerker. .Leopold Steiner den Wert der bei dem. Wirt Koch' verkauften Waren auf zwei Millionen Kronen geschätzt. Duch^ der HolzhLnd'ler Franz Zdarsky ist in die Sache verwickelt .Gr .selbst gibt zu. dreimal auf seinem Holzplatz von Kutscher,l Wären. Kammgarn, Keiitun gekauft zu HM». Der.Fuhrmann Ludwig Münz 'hat die Fuhren <m? den' nngarifibe. FalscbftclnvNnrg »rr.rffivnc« ließen. Sie tief»??: r,T Arbrit jörmkich durch Hkima'.br'.ik'.- brsorg««. mnt chmu der Stitckzqhl mtlphnt »schr«. Mtrlbsv .tz-l ** .yolzpsatz gebracht '»mb wurde daftir mit t 2.000 bis 18.000.! K,du?.n «nttshul. Dir srübrre Z \ m;• i \\ h>- W tzstr. GsKzxnwjfl gHdrMj,

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