Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- Heft 836 (26.5.1921)
- Date
- 1921-05-26
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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/ Seite 6 Wie», Donnerstag V. .y..i. . ... . i.i —.. —.. pttmrn. Erst nach einer Meile wagen sie es, kleinlaut, mit ^er Scheu verschämter Bettler, die um eine hohe Gunst bitten: Ans ihrem Gepäck am Eingang sitzen bleiben zu dürfen, so ^ange, bis' welche abreisen und ein Platz frei wird. V Und so kauern sie ein, zwei, viele Tage, eine Woche, »ft länger, die Nächte über auf dem Boden auf ihren Bündeln, und in den' Ewigkeiten der schlaflosen Stünden, da die entsetzlichsten Erinnerungen ans ihnen weinen, fühlen, sie Ar grausames Los furchtbarer als je. 1 1 Was aber geschieht mit den Ankömmlingen von p-Argen? ... z ' lind aus welchem Stoff sind die Herzen und Gewissen jener Butarester Juden gemacht, die über ein freies Bett, ein freies Zimmer verfügen, und die es dulden,' daß ihre, dem gräßlichsten Tod entronnenen uttd so ndmenlos unglücklich gewordenen Brüder aus ihrer leidvollen Flucht' in die „Reue Welt kein Plätzchen finden, wö sie sich ein wenig heimatlich geborgen fühlen? . Dr. Nadja O r n stc i n. Bukarest, im April 1921. Die rLchende Vorsehmrg. Die „Neichsvost" jammert in, ihrem Mittwoch-Abendblatt- , „Die für heute geblaute Auffahrt der katholischen deutschen Verbindung technischer Hochschüler „Austro-Danubia" zur Technik mußte wegen des Terrors gegnerischer Studenten, die, imt Knüppeln und Bleifföcken ausgerüstet, die Feierlichkeiten an der Technik verhindern wollten, uirttrdlet'oen. Das Bestreben, der Ehre der Hochschule vor der Besudlung durch undeinscbe Nodheiecn zu bewahren, har die iaebolischen Studenten veranlaßt, die Auffahrt rmd die danut verdnudeum Fcierlrrl-.leitcn abznsagen." .. Wie rührend ist doch dieses Bestreben der ChriUllchwüalen, die Ehre der Hochschule durch Fernbleiben von einer Keilerei zu bewahren, bei >er sie aller Voraussicht nach die Zeche hätten bezahlen müssen. Unter für sie günstigen Umständen sind die Klerikalen der Ehre von Hochschulen gegenüber nicht so zartsuhlend. Sie haben einmal dir Grazer llmnersttät durch steiri'che Bauern stürmen lasten und wiederholt den deutschnationalen Studenten bei der Besudelung des Wiener akademischen Bodens wacker geholten, wenn sich die „urdeutscheu Roheiten" zur Abwechslung nicht gegen ne, sondern gegen bic Juden richteten. Diese Waffenbrüderschaft kam auch.bei der Bildung der famose» „H o ch s ch u i t a m m e r n" zmn Ausdruck, die die nationale llnduldsamkeit der deutschen Studenten als Surrogat für eine wirkliche Studenienvertretung geschaffen hat. An allen antisemitischen Terrorakten haben slch dre klerikalen Studenten ohne sedcs stttlechceligiöse Bedenken und ohne Rückstcht auf die Ehre der Hochschule befolgt. Daher wird ihre Klage, wenn sie gelegentlich die ,-undeütscheu^ Roheiten" der Deutschnationalm am eigenen Lctbe auskostm muffen, nachdem ste ihnen so oft gegen andere Vorschub geleistet haben, selbst bei den gerechtesten Verabscheuet» jeder Gewalttat nur eine psychische Wirkung auslösen: eine durch motali- 'che Hemmungen nicht getrübte, aufrichtige Schadenfreude. Streik bei der Siidbahn. Der Zugsverkehr gefährdet. Die Betriebsdirektivn der Südbahn teilt mit, daß wegen Streiks in der H auptwerkstätteWien und m den Betriebswerkstätten Wien und Wiener-Neustadt der weitere Z u g s v e r k e h r i n. F r a g e g e st e l l t ist. Jedenfalls unterbleibt der heutige Frühzug Wien ab 5 Uhr 15 Minuten früh in der Streck-: Wien—Mürzzuschlag nnd sein Gegenzug ab Mürzzuschlag 6 Uhr abends. Auch für den übrigkn Verkehr kann keinerlei Gewähr übernommen werden. Wie uns hiezu gemeldet wird, beschränkt sich der Streik auf die Wiener und Wiener-Neustädter Heizhauswerkstätte» Die Ursachen sind L o h n d i f f e r c n z e n und Fragen der Bekleidung der Angestellten. Dagegen ist das gesamte Exekutivpersonal an dem Streif nicht beteiligt und versieht seinen Dienst wie bisher. Daß sich für den Zugsverkehr dennoch Schwierigkeiten ergeben, erklärt sich daraus, daß die Arbeiten der Heizhauswerkstätten im Rückstand geblieben find und somit nicht genügend Lokomotiven zur Verfügung stehen. Die Verhandlungen, welche zwischen den Angestellten und der Betriebsdirektivn geführt werden, lassen, wie wir hören, eine, baldige Beilegung des Streiks erhoffen. Die Kaffeneinbrecher mit dem Automobil. ' In der Nacht zum 14. d. M. wurde bei der Firma Louriee, 10. Bezirk, Äerühardstalgaße 86, ein Kaffeneinbruch versucht,- obwohl bör der Firma ein Nächtwächter Dienst tut und ein Wachhund gehalten wrrd. Die Tätet: öffneten mit einem Zenkralbohrer zwei Kaffen. In der emen fanden sie die Schlüssel zu einer dritten qrotzen eisernen Kasse, in der sich ein Betrag von suu.uuu Krotten befand. Sie konnten aber trotzdem die Kaffe nicht öffnbtt, da sie bei einemfrüheren Versuch, die Kaffs zu öffnen, das Schloß schon verdorben hatten. So mußten sie ohne Beute abziehen. Bei Einvernahme der Angestellten der Firma lieh B&t iinfe die Bemerkung fallen, er habe wiedetr von einem äNbereN gehört, daß zwei Hilfsarbeiter der FirNtä vor ettvüt drei Monaten ahuun^clos und sich unbeobachtet wähnend, über Einbrüche gesprochen hätten. Die Kriminalkeamten setzten nun da ihre Erhebungen ein und konnten nach langwieriger Arbeit die Spuren von '.Jfcrnn zu Mann verfolgen. DaS Gespräch hat der schon uiehrfach vorbestrafte und vom Lündes» gericht wegen Einbruches gesuchte 30jährige Hilfsarbeiter Josef Ja h oda geführt. Er wurde verhaftet und gestand, daß der 35jährige Kellner Josef Wally es war, dvr ihn vor drei Monaten gefragt hat, ob sich bei der Firma Louriee Kaffen befänden und ob dort nichts zu machen sei. Nun würde auch Wally verhaftet. Die Untersuchung stellt^ fest, daß Wally mit dem 23jährigen Hilfsarbeiter Alfred K n e i ß l, seinem Bruder, dem 16jährigen Fahrschüler Johann K n e i ß I, dem 21jährigen Hilfsarbeiter Karl S chckxtek und deüt 37jährigen Arbeitslosen Johann Benath, in der Wohnung äi '.-jtj UL rz m Wiener Morgenzernmg 26. Mai 1921 Letzte Nachrichten. Eine versöhnliche Rede Brinnds. Paris, 25. Mai. In der heutigen Kammersitzung erklärte B r i a n d: Es ist Z-it, aus den Formeln herauszukommen, um das Gebiet der Tatsachen zu betreten. Wir haben ein sehr klares Programm, es gibt nichts mehr darüber zn beraten. Unsere Beschlüffe sind gefaßt und Deutschland mitgeteilt, die Sakntionen sind bereit. Der Reichstag hat ein Ministerium genehmigt, das erklärt hat, daß es bereit sei, die Verpflichtungen DeUtschländs auszuführen. Wenn es auch Hintergedanken geben sollte, es liegt nicht in der Macht der Staatsmänner der A l l d e u t s ch e n und der I n d u st r i e l l e n D e n t s ch l a n d S, sich den V c r- P fl i chtungenDeutschlands zu entziehen. Wir haben die nötigen Vorsichtsmaßnahmen getroffen, und wenn man sich morgen den Verpstichtnngen entziehenwollte, würde Frankreich tun, was nötig wäre. Vielleicht sind wir dem Augenblick nahe, wo Frankreich endlich mit Realitäten Fühlung nehmen wird. Ich habe . nicht das Recht, im vorhmein zn sagen, daß die deutsche Regierung ans Leuten besteht, die . versuchen werden, ihren Verpflichtungen ansznweichen. Ich habe ebensowenig daS Recht, ihre Äufgabe zu erschweren, denn anch sie haben ihre Schwierigkeiten s e i 1 e n s d e r m i l i t aristische» Reaktion. DaS deutsche Volk beginnt die An gen zu öffnen. Die Mehrheit des Reichstages hat dem Kanzler, der ' erklärt hat, ' daß Deutschland ab rüsten und zahlen müffej das Vertrauen ausgesprochen. Es ist nicht unsere Sache, sie zn entmutigen. Wenn wir dies täten, wäre dies- Nicht bloß ein Fehktt, dies wäre eine schlechte Handlung. Vielleicht würde man sich in der Welt sagen, daß unsere Halltzng keine gute ist. Wir haben jetzt einen Schuldner vor uns, der erklärt, daß er unsere -Bedingungen annehMe. Wir haben die Macht, zu handeln. Halten wtr sie in Reserve. Glauben Sie nicht, daß cs Frankreich zur Ehre gereichen wird, wenn man in der Welr einmütig die Mäßigung Frankreichs anerkennt, daß dies die richtige Politik ist und daß wir an ihr festhalten müssen? (Wiederholter Beifall auf fast allen Bänken.) Die Vorgänge in Aegypten. Kairo, 25. Mai. (Reuter.) Die Telephonverbindung zwischen Alexandrien und Kairo ist abgescknitten. In Kairo waren heule voiimttags die meisten Laden geschloffen. Zahlreiche Militär- und Polizeipatrouilleu durchziehen die Stadt. Benaths den Einbruch verabredeten. Diese Bande hat auch der dem Textilwarenhändler Ludwig Sichler, 5. Bezirk, Mittersteig 3, eingebrochen und Stoffe im Werte von einer Viertelmillion Kronen gestohlen. Die Kriminalbeamten ermittelten ferner, daß die -gleiche Bande in der Nacht zum 12. d. M. den Rollbalken zum Geschäft des Buchhändlers Karl S ch u s d ek, 5. Bezirk, Stollberggaffe 21, erbrochen und eine Schreibmaschine im Werte von 60.000 Kronen davongetragen hat.? Weiters versuchte die Bande in die Pensionsanftalt für Angestellte, 6. Bezirk, Hauslabgasse 5, einzubrechen, wosich, eiserne Kaffen befinden, in denen Millionen verwahrt sind. Die Tat wurde denn auch versucht. Walch, Kneißk und Schertet überstiegen in der Nacht zum 8. Mai die Planke, kamen,' in den Garten, zerschlugen das Fenster eines Klosetts und gelangten so zum Kanzleiraum, dessen Türe sie mit einem Nachschlüssel öffneten. Sie durchbrachen daN» die Mauer, die an den Kassenranm grenzt. .Eine ganze Nacht, währte die harte Arbeit um die Millionenbeute und während der ganzen Zeit kreisten Automobile in der Umgebung, um die Beute aufzunehmen. Doch die Mühe wurde nicht gelohnt^ der Morgen graute und sie waren noch nicht zur Kasse gelangt. So trollten sie sich denn mit drei Schreibmaschinen und versteckten sie hinter einet Planke mit dem Vorsatz, sie später abzuholeni Allein Nicht einmal das konnten sie aussühren, da indessen bet Täg vollkommen angebrochen war. Die Kriminalbeamten kamen aber auch daraüf, daß Wally Mt zwei bisher unbekannten Genossen, von denen man nur die Spitznamen kennt,' einen WohNungseinbtuch bet Auguste Größmiä, 10. Bezirk, Ouellengasse 90, verübten, bei dem Kleidet und Wäsche im Werte von 40.000 KroneN entwendet worben sind. Einen Einbruch im Magazin des Konsumvereines des Bundes für Reichsdeutsche in Deutschösterreich, '4. Bezirk, Blechturmgasse 326, haben in der Nacht zum 5. d. M. Ktteißl, Schertek und Wally ausgeführt und Schuhe in allen Größen und Gattungen und Lebensmittel inr Gesamtwerte von 119.933 Kronen entwendet. Auch ber diesem Einbruch staub ein Automobil bereit, aus bas die Beute verladen wurde, um zum Wohnhause des Benath gebracht zu werden, wo bann die Ware geteilt wurde. jährige Kinder verhetzt werden, die noch dazu dntch dMi SHrnd über die Existenz von Phornogrüphien lind obszönen Bildern ..auft geklärt" werden, das ist eine unve'.ankwSrtliche SchweinKei! * Wohnungen für Wiene« Mrffrbcsr-.cher. Amtlich wird verlautbact: Das Wohnungsann der Stadt Wien hat sich tm Interesse einer erfolgrDcheN DürchfühMch der.. Wiener Messe über Ersuchen der LettUNg der WitM'MW A.-G. bestimmt gefunden, zu erklären, daß jenen Wöllnungölrihabern, die in Messewoche vom 11. bis 17..-September'-"d.-^glLModw kleinere Teile ihrer Wohnung an./ McssebWcher abgebcu, aus diesem Anlaß keme Schwierigkeiten ^Wch Äu. torderungen oder Beschlagnahmen von Wohnungen oder Wöhnungsteilen erwachsen sollen. — Weiters wurde' boit Amis wegen die Zusicherung gemacht, daß ein Aufenthalt von weniger als drei Monawusin der Sommerfrische im- Gegensatz zur sonst geübten Praxis keinen Grund zur behördlichen- Beschlagnahme der betreff »den Stäßtwohnimg abgebeN wird, wenn/ d:r WohnNngslnhäbc - ' wSkre'Nd fernes Änkenthälles ' seine 'Stadt- Wohnung oder 7e {• derselben, in der Meffewoche MrffMuchern überläßt. — Abi! nix die Meisewoche, gegen entsprechende? Bezahlung .vmnictbaccu Wohnunacn sind so rasch als -mögffch beim WobnungSoachweiS der Wiener Meffe, IX., Betggaffo lv>, anzumelden. ' ’ 1 - r: * GrleilhtrrttnF des GesthLsLsrxifeverkeds. Wir eine vom Gremium der Wiener Kaufmannschaft setstetzeit -a« das Bundesministerium für Handel un!> Gewerbe gerichtet^ Eingabe ist an dasselbe cine Milteilnng gelangtnach welcher das Bundesministcrium für Aeußercs nie Veitretungswinisterimim Auslände angewiesen hat, bei der Beurteilung von Ansuchen um Sichtvermerlerteilnng anläßlich von Geschäftsreisen zu berücksichtigendaß nicht nur die Pflege bestehender und die WiederüusNahme bestandener, sondern auch' die Anbahnüng neuer Ges ch ä s t s v e r b i n d u n g e n und in diesem Sinne der Besuch inländischer Firmen durch ausländische Kauflente, deren Jnsormaüon über inländische Emkaussmöglichkeiten Und die pflege!tzegenscittger wulschaMcher Beziehungen überhaapt im ^ntereffe der heimischen Produktion nnd des heimischen Handels gelegen sind. Da der das zulässige Mindestmaß-überschreitende ' Aufenthalt in Oesterreich noch an eine besondere Bewilligung dev zuständigen Jnlandsbrh.örden -geknüpft ist, müßte, der. reisenden Geschäftsweltinsbesondere aber der Wien besuchenden Kundschaft aus R u m ä n i e n und den B a l k a n- und Orientl ä n d e-r n die Sicherheit geboten werden, daß sie die benötigte Ä uf en t h a I tsbe wi ll i g u n g nach ihrem Eintreffen such tatsächlich erhält. Zu diesem Zwecke werden die Paßbehörden ermächtigtzuverlässigen K a u f l e u t eit eine e i n e E m p f e h l u n g a n d i e P o l i z e i d i r e ktio n i n W i c tt mitzugeben, auf Grund deren ihnen die Aufenthaltsbewilligung ausgestellt wird. * Arthur Kola — Kommerzialrat. Wie wir erfahren, wurde Herr Arthur Kola, Mitchef.des Bankhauses Kola & Co . zum Kommerzialrat ernannt. * Ursprung und Ende des Antisemitismus. Bor einem äußerst zahlreichen Auditorium begann gestern im Festiaale des nicderösterre chischen Gewerbcvereines der Schriftsteller Otto L a n g den ersten Teil seiner wiffcnschaftlichen Vorträge über des Thema ^Ursprung und Ende des Antiseßlitismus". In seffeluder Weise versuchte der Vortragende an dem.Zusammenhang der^ herrschenden^ Wirren mit der von den fernsten Zeiten bis zur Gegenwart reichenden, geschichtlich bekannten Vergangenheit, streütz wissenschaftlich nachzuwe-sen, daß die' Menschheit vor einem Wendepunkt stehe, an' dcffen Bedeutungkein geschtchtlich bekannter Vorgang auch um! - annähernd cheranreicht und der zu nie geahntem Gedeihen der Menschheit sübtt. Klarheit über das völkerpsycholo.gischc Wesen des Judeninms, die dadürch unvermeidlich werdende Erkenntnis nnd daS hieraus notwendigerweise sich ergebende E N d e d e s A n t i i e m Üt smus bezeichnet der Vortragende als die kennzeichnenden Merkmale jenes Wendepunktes. Der Vortragende erntete für seine mehr als drcisiündtgeN interessanten Ausführungen lebhaften Beifall. Die weiteren drei Vorträge finden beme den 26. d. M., am 31.-d. M. und am 2. Jünt im gleichen Saale um 7 Uhr abends statt. i * Einstsiu geht nach England. Den Berliner Blättern zufolge begibt - sich Profesior Einstein am 28. d. M. nach England, wo er an verschiedenen Universitäten Vorlesungen halten wird. H * Das Ende der Dampftramway Mauer- Mödling. Morgen wird der e l e k t r r s ch e Betrieb äuf der Strecke Mauer—Mödling eröffnet und gleichzeitig die Betriebsdauer abends um eiite 6 t n n d t verlängert. Der letzte Zug ab Mauer nach Mödling verkehrt um 10 Uhr abends, in die Gegenrichtung nach Mauer mit Anschluß an das Wiener Straßenbahnnetz um 9 Uhr 18 Min.' abends. Gestern nachmittags fand in Anwesenheit des Bürgermeisters Reumann, der beiden Bizebütgermeister. zahlreicher; Stadt- und Gemeindeeate sowie des Direktors Spangler und eines großen Stabes städtischer Ingenieure die Probefahrt statt, welche vom Liebenberg-Denkmal m der Stadl i» Salonwagen der städtischen Straßenbahn unternommen wurde. * Schweres Explofionsimglück i» den Leobers< dorser Stahlwerken. Zlus Leobersdors wird gemeldet: In den hiesigen Siahlwerken sind gegenwärtig sechs Arbeiter unter Leitung eines Offizials mit dem Sortieren von Stahl-; stücken, welche von der Altesien-Hondrlsveremigung geliefert werden, beschäftigt. Unter den Stahlstücken befanden sich explodiert bare Körper. Bei der Demontierung eines solchen Körpers ersdlgte eine Explosion, wobei die Arbeiter Redl und! M i k e s ch sowie der Offizial selbst lebensgefährlich verletzt wurde«, wahrend die anderen vier Arbeiter mit leichteren Verletzungen davoukamen. Die Schwerverletzten wurden iu das Rathsche Krankenhaus nach Baden überführt. * Arltisemttlsche Jugerrdaufkläruug. Wie das Abendblatt der „Arbeiter-Zeitung" berichtet, hat Katechet P. Magnus in der fünften Klasse der Volksschule in der Zieglergaffe während der Religionsstunde an sdlche Schüler, von denen er meinte, daß sie in die Mittelschule kommen werde», F l u g z e t t e l verteilt, welche vom christlich-deutschev Studeutenb « n d an die ^christlichen Eltern" gerichtet sind. Diese Flugzettel strotzen von antisemitischen Hetzereien. So wird dari» erklärt, daß 45% der Wiener Mittelschüler «ngetauft und 10*/» getaufte Juden seien. Der „Bacillus iudaicus* infiziere das öffentliche Leben, die jüdische Intelligenz werfe pornographische £ Literatur und obszöne Bilder in Mafien auf den Markt, Wenn! der christlich-deutsche Stndenteltbuüd die christlichen Eltern mit I derlei Hetzschriften bombardiert, so sieht das dieser Art von! Christentum ganz ähnlich. Daß aber durch einm »Priester" zehn- * Die Millioneudiebftähle bei Spediteuren. Der Gesellschafter der Firma M. Glogau, Herr Wilhelm Glogau/ Wien-FloridZdorf-Budweisbittet unS festzustellen, daß er mit dem in der Angelegenheit der Mtllionendiebstäble bei Spediteure»' genannten Kaufmann Wilhelm Glogau weder identisch noch in irgendwelcher Beziehung steht. * Die hypnotifierten MÜdchc«. Ei« in Filmkreise» bekannter Wiener Schauspieler befindet sich wegen Uebertretung gegen die körperliche Sicherheit in gerichtlicher Untersuchung. Ec wird von zwei jungen Mädchen beschuldigt, ste durch hypnotische Einwirknng zu sexuellen Handlungen gegen ihre» Willen mißbraucht zu haben. Auch die Polizei pflog Erhebungen und stellte lest, daß die Mädchen während der Hypnose mehrere Stunden lang schliefen und dann im Halbschlummer durch die Straßen hAruminten und beinahe in diesem Zustande von einem Automobil Überfahren woeden wären. Der Beschuldigte bestrttt die Angabe» der beide» Mädchen und behauptet, er habe bei den Mädchen Nur Wachsuggestion angewcndet. Die Untersuchung wird fortgctetzt. W SekM ÜM-.W.- foiilml?,i!IllNN & MW . (Ui!