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Wiener Morgenzeitung · 1921-05-26 · Heft 836 (26.5.1921) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
3 (1921)
Issue
Heft 836 (26.5.1921)
Date
1921-05-26
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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Seite f Eien. Donnersrag fr. I' IIIHIH«. II i«|-; «■■•■II ■ ■ ' ^"-HI Mnifter konstatierte zu Beginn dieses Monats 2,664.600 Arbeitslose und die Verluste des britischen Außenhandels durch' Einschränkung des Eisenbahnverkehrs und Lahmlegung der wichtigsten Industriezentren betrug 62 Prozent im Vergleich, zur selben Zeitperiode des Vorjahres, unter solchen Umständen bemüht sich die Regierung Natürlich aufs eifrigste, diesem wirtschaftlichen Kampf ein Ende zu machen. Anfangs schien jede' Vermittlung aussichtslos. Nach zwei Monate langem Kampfe scheinen jedoch die Gemüter auf beiden Seiten für Vernunftgründe zugänglicher zu sein. Doch ist der Premierminister entschlossen/ eine -Konferenz beider Parteien erst Hann einzuberufen, wenn die Basis für erfolgreiche Verhandlungen durch private Vorbesprechungen gesichert fein wird. Solche Vorbesprechungen hatte der englische Handelsminister Sir Robert Hörne in der letzten Zeit mit Vertretern der Arbeiterschaft und solchen der Mining Association. Es zeigt sich; daß das Haupthindernis der Einigung, die Einführung eines einheitlichen LohnringesH durch Nachgiebigkeit auf beiden Seiten rusgeschaltet ist. Einerseits wollen die Arbeiter auf diese Forderung verzichten, andererseits wurde aus den Kreisen der englischen Hochfinanz der Vorschlag gemacht, die 3000 Gruben Englands, die jetzt in der Hand von etiwr 1400 Unternehmern sind, zu vor-' schmelzen, wodurch eine Reduktion d'er Spesen erzielt würde, ohne eine Reduktion der Arbeiterlöhne notwendig erscheinen zu lassen. Die Löhne der Arbeiter sollen durch ein nationales Lohnamt geregelt werden. Dieser Vorschlag nach Vereinheitlichung des Kvhlenförderungssystems wird Überall sympathisch' ausgenommen. Ärn einer Nationalisierung der Gruben will aber niemand etwas wissen, da der Ertrag der Bergwerke du^ch das Eindringen einer bureaükratischen Verwaltung vermindert würde. Jedenfalls darf mit einem baldigen Ausgleich zwischen Arbeitern und Grubenbesitzern gerechnet und' damit auf das Ende der schweren Ätij* des englischen Wirtschafisleb«rs gehofft werden. Di« Mächte gegen die Wiedereinsetzung der Habsburger. $*«!*, 24. Mai. (Havas.) Der Deputierte Guernier ließ heute in der Kammer seinen ÄrgärizungSbericht über den Vertrag don Triauö« verteilen. An diesem Bericht heißt es: Die Kommission für auswärtige Angelegenhe ten. ist der Ansicht gewesen, daß die seit der Einbringung deS Berichtes des Adgeoi ducken Daniele» emgetretenrn Eniguiffe eine besondere Prüfung verdiente»^ doch muß sogleich bemetft werde«, daß es sich ebensowenig darum handeln kann, die Bedingungen des Vertrages von kriünott zu «schweren wie sie zu mildern. Well Frankreich de» Friede» für sich und Europa will, hat 6 zür Wied e rei n s e tz u « g d e r H a b s b u r g e r klar Stellung genommen. Die Wirdrreinsrtzmg der Habsburger i« Budapest ebensogut wie in Wien bildet eine Gefahr für d e n F r i e d e n d e r W e l t. Die Ereignisse vom April sind **x ei»e Episodeder habSbvrgflrundlichen Politik. Der Bericht erinnert an de» dem Exkon.g im bischöflichen Palais in Steivamang« zuteil gewordenen Empfang sowie an seine Besprecknugen mit dem Uuterrichtsnmiister und dem Ministeiprästdeut.r» und hierauf mit dem Reichsverweser Horthy. Der Bericht eriunerl ferner an die Annabme des Antrages des Abgeordnete» H e« ez und stellt de« energische» Protestcharakter dieses Antrages fest. Die Regierung Teleki, bemerkt der Bericht, hat den freiwillige« Charakter der am die Abreift Karls bezüglichen Entschlüsie betont. Immerhin muß daran erinnert werden, daß am 2& März der rumänische Gesandte kategorisch dem Minister des Aeußer» Dr. Gratz erklärt bat, daß er die Wiedereinsetzung der Habsburger als de» Jutereffen seines Landes zuwiderlaufrnd ansehe» würde. Am selbe» Tage hat der italienische Geschäftsträger wisse» lasse», daß der Angelpunkt der italienischen Außenpolitik die Verhinderung der Wiedereinsetzuug der Habsburger sei und daß Italien m diesem Sinne handeln würde. A« 29. März hat d« jugoslawische Vertreter erklärt, daß die Rückkehr der Habsburger de» Guus belli bedeute» würde. Am 30.März hat der tschechoslowakische Geschäftsträger mitgrteilt, wenn Karl das Land nicht unverzüglich verlaffe, werde die tschecho-slowakische Regierung im Einvernehmen mit ihren Verbündete» z» Zwangsmaßnahmen greisen. Die verbündete» Mächte halten ihrerseits am 21. Februar durch die LotschafterkoUserenz d« urigarischen Regierung Mitteilen und am 10. April neuerdings i» Budapest wissen lassen, daß sie die W i e d e r e i n s e tz u » g d e s früheren Herrscherals casus dsll! betrachten würden. Die Erklärungen des französischen Vertreters auf der Botschafterkonferenz entziehen de» Behauptungen gewisser ausländischer Blatter dm Boden. Pole» bei der Konferenz der Sukzesfionrstaaten. Der Chef der Liquidierungsabteilung der polnischen Gesandtschaft Dr. Zbigniew S m o l k a rst heute nach Rom ab-- zererst, «m au der dort tagenden Konferenz der Suki e s s i o n S st a a t e a als Vertreter d« polnischen Regierung «ilzunehmen. . . Die Entwaffnungsfrage. Münch«», Sb. Mal. (Tel.-Komp.) Wie die »Münchener Neuesten Nachrichten" melden, wurden in d« Sitzung des MinisterrateS gestern bezüglich der Entwaffnung Sfrage noch kerne endgültigen Beschlüsse gefaßt, wohl aber die Richtlinie» für' die Lösung dieser Frage festgestellt. Eine desinitwe Entscheidung ist erst zu erwarten wenn der in dieser Angelegenheit mtt der ReichSre-'.erurrs aepflogene MrmuugSauStassch beendet sein wird. Wie« er Morgrnzettung Mitteilungen aus dem Publikum. Wir wünschen unserem- Aussehussmitgiiede' Frätilein Paula Koha anlässlich ihrer Vermählung mit Herrn Dr, Hermann Achtentuch, deren Trauung heute 3 Uhr nachmittatrs im Polnischen Tempel stattfindet, ein herrliches Maseitow. Gleichzeitig zeichnen wir 10 Bäume im „Jaar Austria“ auf deren Namen. Der Vorstand *9*0 ‘ der Jüdischen Volksbibiiothek „Lien" Möbel u. Innendekoration J.SPIRH in grösster Auswahl. Nur gediegene 81180, VII., 11 0. 2 619 Erzeugnisse. (Ecke Karl SchweigfeofergaweV . r 26. Mai 1921 Nr. 836 T" ...-.**■ - - Li" > ■■ » m> Inland. Westungarn. Wie«, 35. Mai. Wie die ^Politische Korrespondenz" za den heut« stattgehabten Verhandlungen über Westungarn erfährt, fand nach der Begrüßung der ungarischen Delegation durchden Bundeskanzler Dr. Mahr eine allgemein« Aussprache statt, in der die ungarischen Delegierten und österreichlscherseitS de» Bundeskanzler daS Wort ergriffen^ Da die Erörterung der mit dem Gegenstände zusammenhängenden Fragen angesichts der vorgerückten Stunde nicht zum Abschluß gebracht werden konnte" wurde noch ein weiterer - Gedankenaustausch für di« nächsten Läge in Aussicht genommen.; . Wie wir erfahren, ist man in hiesige» politischen Kreise» der Anschauung, daß die Verhandlungen ergckuislvS verlaufen werde». - •••_ B RILLANTEN, Perlen, Gold, Silber,Platin «.Uhren kauft und verkauft 776 ETTER Rotenturmatr. 23, UaTlahilferstr. 98 Grösster und bester Säufer Wiens 4660 Perlen Juwelen, Edelsteinhändler Rahino witsch, Juwelier I. Maximilianstrasse 5 II. Stephanlestrasse 3, narNr.3 (jetzige Mahreratrasse) (Jetzige Hollandstrasse) Tel. 854t und 45146 im eigenen Hause Haltestelle Opernring, Zaf. Kärntnerstr. .... «.. . . Samstag geschienen. «drsn Sie »vod unsere Preise Festsaal des n.-ö. Gev/erhe^eremes mm ^me^eii^22rmea»eu^ma6»em»s»wM!^mimnmamrvW6nm^»me!mwMimme^m»»nmowu»mso»Wm»WwaEwwumm6a2wwwwnr^w Wissenschaftliche Vorträse von Otto lang über Orsprung nMe des Antis m uüiübs nfn Donnersla» den 26. Mai •llv pünktlich 7 übr abends zweiter Vortrag: Klärung der Wirrnis If OPtOTI hdi Hugo Heller,!.. Bauernmarkt 3; R. Löwit, tOU Rotenturmstrasae 22; „Aida“, 11., Taborstrasse 5; beim Poftier; des Bewerbe Vereines und an der ■ Abendkasse, isnd Suneaumöbel die grösste Auswahl Leopold Steinhart Wloa, I., Blbsrstr&sse Jfr. o Sehreibmaschjaenreparaturen raäch.. biHij und gut 152 Tal. 4073/Vlll Da» Sanatorium Hinterbrlihl ist wieder in vollem Betriebe. Erstklassige Verpflegung. Chefarzt Dr. Porao 8929 Eröffnungs-Anzeige! ÄÄ SnS ich im 11. 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Die .Deutsche Allgemeine Zeitung" meldet aus Paris: Im Augenblick, als Frankreich seine diplomatische Äkuon beider deutschen Regierung unternahm, hat es durch deu französischen Botschafter in Warschau Schritte bei der p o l n t s ch e n Regierung getan und diese anfgeforderi, dieselben Maßnahme» zu treffen, die von Deutschland verlangt worden seien, um eine Wiederholung der Zw-scheniälle zu Verhindern. Weiters wurde die polnische Regierung aufgefordert, die Grenze zu schließen uuv die Banden a u t z u l 8 s e n, deren Bildung die Verantwortlichkeit der polnischen Rraierung in ernster Weise bloßstelle. „Sabotage gege« -e« Staat." Ku«schak üben die politische« Frage«, In einer Versanimlung iu Dornbach sprach vorgestern Abgeordneter K u n s ch a k über chie politische Sit«ation in Oester-, reich. Ec bezeichnete die Läuderabstimmunge» über den Anschluß an Deutschland als Sabotageakte gegen' den Staat und dessen wirtschaftliche Wiederausrichtung. Die Br-; huiptung in großdeutsche« Reden und Zeitungen, daß die Politik der Regierung im Interesse des Hanse- Habsburg geführt werde/ ist tatsächlich ein Unsinn und politisch eine gemeine Verdächtigung.! Die christlichsoziale Partei ist sich dessen bewußt, daß keine Zeft für eine Dynastiepolitik ungeeigneter wäre als der jetztg«! Augenblick. Wer immer jetzt an leitender politischer Stelle sich befinden mag, er müßte in kürzester Frist zu« Scheiter» komme»,' wollte er eine andere als eine nüchterne, auf die Realitäten des Lebens abgestellte Polink betreiben. Dieses Urteil gilt, nicht nur |iir dir christlichsoziale Partei und gegenüber jenen Kreisen, die sich zum H au s e H ab sb u rg.bekennen, sonder» auch gegenüber den Bestrebungen nach einer Aufrichtung der Diktatur des. Proletauats und schließlich auch gegenüber jenen Leuten, die vom. Anschluß an Deutschland .reden und an' die Schaffung eines neuen Hoh!nzollernreiches denken. Die Liqutdatto« der Oesterretchisch» ungarischen Bank. Die Liquid ttoren der Oesterreichisch-ungarischen Bank haben sich nach Prag begeben, um mit der t'checho-slowakischen Regietung in der L'qmdierungssrage zu verhandeln. Telegramme. Der Prozeß gegen die Kriegs- ' Verbrecher. Leipzig, 25. Mai. In der gestrigen Verhandlüng im Prozeß' gegen °die Krieg«Verbrecher wütde die BeweiSaufttahmt zu Ende geführt. Generäl Fra n d o t s k i erörterte in einer längerrn Darlegung die Fälle, in denen gegen Gefangene von der Waffe Gebrauch gemacht werden durfte, und kam gegenüber ber Einwendung des Vorsitzenden zu dem Schluß, daß der Angeklagte zum energischen Einschreiten nnd zum Wassengebrauch ' berechtigt war. In der heutigen VormittagSverhandlung wurden Plaidoyers gehalten. Der Oberreichsanwalt lehnte dir Ausführungen deS Generals FrandotP ab und erllarte. daß sie sogar mit de» Vorschriften Über die Gefüngrnrnbrhandlung in Widerspruch stünden. Ec beantragte schlnßlich gegen den Angeklagten H e y n a « eine Gesamtsttafe von zwei Jahre» Gefängnis. Der jüdische Kongreß in Amerika. New-Yoiet, 20. Mai. (Jüd. Korr.-Bur.) Hier werden gvofte Anstalten für die Nominierung von Delegierten getroffen, welche an 'der am 22. d. M. stattstttdendeu Tagung deS j ü b i's ch e n Kongresses teilzunehm'LN haben. > > Keren Hajesiod-Konferenz in Rew- Dvrk. Rew-Bo.rk» 22. Mai. (Jüd. Korr.-Bur.) Unter Vorsitz des Richters Strahl fand hier, eine Keren Hajesfod-Konferenz statt. Mr. Samuel Untermeyer, der hervorragendste amerikanische Rechtsanwalt, hat die Leitung des Keren Hajessod- Direktoriums für die Vereinigten Staaten ange-. nommen. In seiner Rede erklärte er» der Zionismus könne weder als europäische noch als amerikanische Bewegung angesehen werden, er sei eine WeÜbeweguns und müsse als solche geführt werden. In einer glänzenden Rede forderte Professor W e r tz m a n n die Keren Hajessod-Gegner in Amerika auf, die Waffen zu strecken und dis Zum Zusammentritt des zionistischen Kongreffes Frieden zu bewahren.; New-Bork, 28. Mai. (Jüd. Kon.-Bur.) Doktor Writzmann gab dem Drängen einiger einflußreicher jüdischer Persönlichkeiten aus Wiederaufnahme der Verhandlungen mit dem Vorsitzenden der amerikanischest zionistischen Organisation, Richter Mack, nach. Die neuerliche Aussprache werde dieser Tage stattfinden. Es sei begründete'Hoffnung vorhanden, daß es diesmal Dr. Weitzmaun gelingen wird, sich der Mitarbeit der offiziellen Organisation in Amerika für die im Zuye befindliche Keren Hajeffod-Aktion zu versichern. Wechmann wird auch an der zionistischen Konvention teilnehmen, welche am 5. Juni in Cleveland eröffnet wird. 52025469 776

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