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Wiener Morgenzeitung · 1921-05-26 · Heft 836 (26.5.1921) · p. Seite 3

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
3 (1921)
Issue
Heft 836 (26.5.1921)
Date
1921-05-26
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Stl/88« fc-- asmi SBfett, Srnmetslög —.... ii. .... i nmi;.~rtrm WGuaacmuäa —Tf>Tnrna»i (9s% nw iwn"i wer—«* Politische^tundschau. WindischgrStz enthüllt. Prinz Ludwig Wi« difchgrntz verosfeutlich im »Bester einen Artikel über den Zusammenbruch der Monarchie, in selche« er aussührt: Politisch habe aber C ze r n irr sehr viel üitt Zusammenbruch beigetragen, weil er der Karoltzischen Propaganda indirekte Unterstützung zuteil werden ließ.. WiudischpStz behauptet ferner, daß K a r o l v i und seine Freunde, schon i« Kahre 1917 aus F r a n k r e i ch g roste B e Ir ä g e »Hielten, die dem mittlerweile verstorbene« Abgeordneten H o l l o tzbergeben wurden, in desien Wohnung jene Kouveutikel st-tt« jastden, die unter . Teilnahme KarolhiS wesentlich zum Zusammen' »nch dee Monarchie beitrugen. Hiertiber erlägen zahlreiche Dokumente bei der Budapest«: Oberstadthauptmannschast. Czermn sst Karoltzi fortwährend unterstützt,, vielleicht, um dadurch Deutschland im Schach zu halten, doch hatte weder ein -anderer Minister noch ein Vertrauter von König Karl vom Dovr-i u kl ktzernius Kenntnis. > f >; <- Lovaszy berichtigt. Die «Korrespondenz Herzog"- vnoffenil ckir 27'Erittimng Martin Lovaszys, der in da«. Kabinetten ^.arvlyr..,und , Fr'Wrich Minister deS Aeußern war: / 7 „KmPester Llvpd behauptet Prinz Ludwig MmdisMrrjtz,.;sß nn Kahre 1917 große Betrage aus. Frankreich nach .Ungarn gebracht und der Karolpi-Gruppe zur Verfügung: gestellt worden seien, m» skr pazifistische und d^aittsiische Zwecke verwendet'zu «erde«. Demgegenüber erkläre ich. zur Steuer der Wahrheit auf-das dezidierteste: Diese Behauptung des Krinzen Ludwig WindsschpKtz ist in allen Details vollkommen aus der Lust gegriffen Md Sirgt kein Körnchen Wahrheit in sich. Die angeblichen :Eutßtilbrngen des Prinzen stellen sich im Svirrel oei G'fch'chtr ediglich als tendenziöse Erfindungen dar. - » / Graf Andrafsy und die : Gras Knklls Audrassy begab sich "ur Brg^itnrlg sesaoZ Freundes «nd geweserrru Prrmierr'uimßers Stephan -H a ller rach Debr'ecznr, um an einer chrrstllcheü Vol-lso'erraunnlüug teil?, juurhmen. Er sprach wie gewöhnlich über den Litern llshms, die Rechtsordnung und di: I„u d e n s r a g e. Seim Aeußrrungen M> schön weniger radikal' als jene vor »ierzehn Tagen in Mi sk v l e i, als er noGberechtigte Aus- . Een hatte, durch seinen ArüisrmiriZmus Minlsterpräsident zu sttt&eu. Er verurteilt den groben Antisemitismus/da es nur e r n zweckdienliches Mittel gebe: die ernste, ausdauernde Arbeit. „Wir rekämpfen den Juden mr legalem Wege und stellen uns dadurch ruf ein europäisches Rrveau." Woraus zu nscheu ist, um? der Herr Graf nrstcc einem europäischen Niveau verstrht. ' Frankreich nimmt die BeziehrmDrn zrrm Papste Mieder auf. Tie französischs Regierung Hai. den. Se.uMsr l\ 0 h ü et r t zum.Gesandt':» beim päpstlichen ' Stichle ernannt. Nach siebzehnjähriger Unterbrechung hat Frankreich die diplomatische Verbindung mit dem Pahste wieder ausgenommen. Der Bruch erfolgte im. Mril des 8-hras 1901 anläßlich des Besuches W. MäsihMen Lvube L beim italienischen König in Rom. DerdamaliLe päpstliche Staatssekretär Kardinal Merry de-Bal legte gegen , diesen Besuch des. Oberhaupts einer katholischen . . Macht.. beim-. italienischen Kfistig, dem NäuLer der.weltlichen Kcpne' des- ..Wistes,', .hestitzen Protest ein. Gleichzeitig, s bxach^.ein^KM's. zwischen.'.der antiklerikalen. Regierung und den ^jschHn'^Wn Laval und. Dijon los,,, welche, gegen^erschEWiU'MaßttaAnrn der Behörden unter Berufung sauf vT päHMM Mächt Stellung nahmen. Diese Streitfälle nahm ^er' nicht sehr kirchensreundlichp PrenWWKster/EhmDeH^zum Anlaß, den GesaOren N i sa rd ujch.den 'ÄeMf^hrtzger . Cvureel von Rom adzuberufen.Seither gab.ossftine diploinatischeu Verbindungen mit dem Papste, Nach dem Kriege, traten verschiedene .Politiker.dafür ein,' s den Dosten beim Vatikan wieder zu besehen. Sie machten keine religiösen, sondern politische Argumente geltend. Frankreich strebt, das -Protekbovat Wer alle.kontinentalen Staaten ün. Nichts kann seinen Einftüß ' auf Polen, Belgien, Spanien, Italien, das katholische Deutschland usw,. mehr stärken, als ein fteündschafUchss ZusammenarHüLten .mit der katholischen. Kirche. ' Die Regierung Mille r a n d Hat diesen GrilEn Rechnung getragen und im März 1920 den: Seriake nüd der Deputiertenk-ammer ei m WM^esyMage -ünterhbeitet, f tvelche die Aufnahme der dchloinatischen MzieMigeik zum Heiligen Stuhle beinhaltet. Am- 30l November' 11920 hat nach einer sehr langen DebaLte, in deren Verlauf der jüdische' VeputieL'^''Mä'Mei/'.bek.^PM-Lisekvetär und einflußreich^ Ratgeber Clemencleauch' besonders leidenschaftlich für die'Vorlage eintrat,^'den Gesetzentwurf gebilligt. Im Senat jedoch/ d^r eine viel ausgeprägtere radikale, antiklerikale Majorität -Mißt', siel die Vorlage durch. Die SenatsLommission für.'aÜstpärtige Angelegenheiten har am 26. April 1921/dic Vorlage mit 18 gegen 16 Stimmen ab gele ypt Und die Angelegenheit kam nicht einmal mehr vor das Plenum. Nach einigem Zögern Hai. sich nunmehr die Regierung Bria nd entschlossen, sich Wer brn Senats-- Die Übergabe tt)e$tungant$ an Oesterreich in Trage gcstdll. Wegen Ler Anschlußabsttmmnnge«. Paris, 24. Mai. (Havas.) Deputierter Guerniev .führt in seinem Berichte Mer-den Trianoner Vertrag all die französische Kammer .unter anderenl aus. daß ein kleiner Teil des .früheren Gebietes Ungarns durch den Vertrag von ^Trianorr ans technischen, sozialen urch' wirtschaftlichen Gründen Oesterreich zugesprvch.eu worden sei. Die ehemalige Grenze zwischen, den beiden' Landern - ersälM auf dieMMeise 'Me 'Wichts Einbiegung gegen Msteu, um Oesterreichs ungefähr die Hälfte der drei, von deutscher Bevölkerung bewvhnten Kyrnitate.zuzusprechen. Diese Komitate/siM tatsächlich' noch, irr den Händen Ungarns. Gerade von diesem rGebiete . ans ist die Kundgebung des Königs! Karl erfolgt. Sobald der Vertrag von Trianon Rechtskraft erlangt habenwirb, .werden die westlichen. Ko,miLate den 'Hauptmächten ubergeben-werden, die ihrerfeirs' durch den Vertrag von Saint-Germain verpflichtet find, sie an Oe sterreich zu übertrag-en- Eine Konlnnssion der Alliierten hat in Oedchchurg die Bedingungen tzeprüft, unter denen-die Uebertragung zu 'erfolgen - hätte. Gegenwärtig^ liegen diesbezügliche Vorschläge der Botschafterkonferenz vor, die zu wiederholten Malen, dem Vertreter Ungarns in Pariszur Kenntnis gebracht hat, daß seine Regierung die Hoffnung anfgeben müsse, -die Frage der Zuteilung der/' Kvnntate von neuem aufzurollen. Die Mächte regten/ an, daß Oesterreich nrrd Ungarn, die verschiedenen Fragen, die sich aus der. Uevertragnng' ergeben, direkt-j durch' freundschaftliche Ilelrer^inkominerr regeln mögen. Sis ließen aitch beide .Staaten wissen, daß sie fiel), nicht weigern würden, ein zwischeri den beiden Regierullgen zustande gekonnneues.Arrangement. gntzn-- heißen, das den Zweck hatte, auf dieselit oder jönern. Punkte die gegenwartigen Grenzen der Kornitate zu rektifizieren, aber sie stellten »andererseits, gemäß dem Geleitschreiben, das der Nntwört her Alliierten aus die Bemerkilnge:: Ungarns znm VerLragsentwurf gegeben war, das Prinzip auf, .daß diese Äe n d e r u m gen' nur lokale n C h a r a i t.c r haben, dürfen und das; es sich nicht darum handeln könne, dasallgemeine Problem neuerdings anfzuryllen. Der Berichterstatter fährt sodann fori/ Der Kammera«sschuß. für Aus-.! glaubt, den wiederholt von den ^lllictien zum Ansdrnek gebrachten Entschluß b etressend Westnsgarn» die V e rletz nn gen des Vertrages von St. Ger warn sntgegenhalten zu muffen, deren Schauplatz seit einiger Zeit 9 e ft e rreich geworden ist, im Hinblick aus die Frage seines Anschlusses an D e n t f ch r a n d. Artikel 88 des Vertrages von SL. Germai« untersagt Oesterreich, ans diese Weise über sein Gebiet zu verfüge«, Deffennngeachtet duldete» die österreichischen Betzordsn auf dem Gebiete der Republik, insbesondere in Tirol, Plebiszitkungebuugeu, die von dentsche» Agenturen organisiert und vorbereitet worden sind. Das gleiche wird sein Sei den Kundgebungen, die in Salzburg in Vorbereitung stehen. Es wurde gesagt, daß diese Kundgebungen Leinen offizieLen Charakter tragen und daß sie nur ein Mittel sein sollen, die öffentliche Meinung zu sondieren, aber es ist mehr geschehen. Das österreichische Parlament hat kürzlich ein Gesetz» betreffend die Organisierung dieser Plebiszite, beschlossen. Ist es also » i ch t unklug, schon jetzt die sofortige A ober gäbe der westlichen Kol^fchlnß hrrUvegzusetzen. und die Ernennung des Gesandten 0hne gc setzliche Gen.ehmigung zu vollziehen. Sie erklärt jetzt, daß die Ernennung von Gesandten ein Hoheitsrecht der Regierung bilde, dessen AusWung keine gesetzliche Grundlage erfordere, und weist auf -hie außenpolitischen Gefahren hin, welche ein. weiteres ZWrn für Frankreich Hervorrufen würde. Die .Eentznckrttg' ist vollzogen, der Gesandte Jonnart wirb sein/ÄmL antrrten und aus den Pariser PressestimmtN' .ist zu schließen, daß sich die französische Qesfentlichfeit. mit der vollzogenen Tatsache abfinden tvird. Kabinettskrise in Warschau. Warschau, 25. Mai. (FunLspruch.) Es veriauiet, daß das Kabinett zurückzutreten beabsichtige. mitate an Oesterreich ins Auge zu fasse«, und wäre es nicht oitü\ leicht an gezeigt, in dieser tzinftW Vorsichtsmaßnahmen zu treffen? ' ''/ .i-'.-iräfpT . : n Ein italienischer Protest gegen die Anschlutzabstimmungen. Die Alliierte« sehr be«nr«higt ,! , Wie», 25. Mm. Wie -Me Korrespondeuz" erführt, hat der italienische Geschäftsträger Eommendatore V i an ch e r i heute beim Brrrrdeskanzler Dr. Mayr i« Aufträge feiner Regierung vorgefprochen. «m sich sowohl über das Ergebnis der letzten Verhandlungen in Graz zn informieren wie auch nm der österreichischen Regiermng die Gesichtspunkte miLzutetteu, von denen sich die. italiemfche Negierung bei der Beurteilung der Agitation für den Anschluß an Dentschland leiten läßt. Der Geschäftsträger erklärte, daß die gegen-, rvürtige Anschlutzagitation die int er-, essiorten Mächte in hohem Maße b t* n n ruhige Die italienische Regierung müsse die durchgesührten und die etwa noch bevorstehenden Plebiszite als überaus sch^ölich für Oesterreich bezeichnen, in welcher Form immer auch die DnrchfKhrnug dieser Plebiszite erfolge«, ob für die Durchführung ein bsftimmtes Datum festgesetzt werde oder nicht. Die italienische Regierung lenke die . Aufmerksamkeit der öfterreichischen'Regierttng auf dis Tatsache, daß die alliierte« Mächte gerade jetzt in den entscheidenden Verhandlungen über die Oesterreich zu gewährende Kredithilfe ftshen. mit welcher Frage sich Italien in ganz besonderem Maße befaffe, Die Tschecho-SLowakei und di? AnschlutzbewegunK. Erklarunge» Dv. Benesch'. Pr.7§» 3ö. Mai. (TsKecho-stswäkischeS Preßburc^.n'' hn drr-- h-ckr Sitzung des auswärtige Ausschusses des Ab8ro'.Lrrrien».'' bausrs-stellte Abgeordneter Kafka a» den Mmister des AiuKtd''- Dr. B e n c s ch eine Anfrage bezüglich der Jntervevtion des tschechs-flswakrschen Negirrung bei drr österreichischen Rr-irr»^' in Angelegenheit d e r B 0! k s a b K'i m m « « - Minister deS Äeußern Dr. B e u e sch erklärt,' dass Regierung tatsächlich sowohl beim öfieneichische» GeWdtm in/ Krag als auch bei der österreichischen Regierung iu Men SeM-'^ hch der Anschlußabstimmuüg mtervemert habe. Der MiniM halte es für seine Pflicht, zu «kläre», daß die tschechv-stswMche k Mgirmng in Angelegenheit der Anschlsßabstimurung E den ' FriedensverLrägeti bestehe, weil sie die Vertrage unlerKeichnet HM.^ Es sei natürlich, sagt der Minister, daß wir grmeiusmn M übrigen Mitgliedern der kleinen Entente vvrgehe». f ^' Zuur Schluffe beantwortete der Minister »och «ne AnsraZe'' des sozialdemokratischrn Abgeordneter Hollitschn »egen U « t e> brchung derBerhaud ku « g e'» in R 0 « dahin, diese Verhandlungen nicht unterbrochen werde» sei«. ES hadksich um eine Pstngstpause gehandelt. Die Berhandlungrn nchmeü gegenwärtig ihren Fortgang. Gerade jetzt habe die RegmMi neue Fachleute aus fiuanzirlli» Kreisrn entsendet »nd dizsüx- Sorge getragen, daß in sämtlichen Fragen positive Rrsnltofd ‘ erzielt werden. Was die Konferenz in P v r 't » r 0 s betrifft, habe die Regierung ihren Standpunkt mcht geändert. Sie arbeite darauf hin. daß dieje Konferenz abgehalten werde, um das mit der französischen, italienischen, polnischen, englische« und.jugoslawischen Negierung vereinbarte Programm tatsächlichdm'chzuführe». ^s- -• ■'iw—iwm 111111 ' Der Bergarbeiterftreik in Englavd. Ans .Lvndv n schreibt man uns: Englands Wirt" ' schaftskebün hat sich durch den nunmehr zwei Monate Dauernden .Ausstand der Bergarbeiter einer starken Krise 'genähert. Der Ausstand wurde hervorgeufen büM den Versuch der Grubenbesitzer, die Arbeitslöhne herab» zusetzen. Die Arbeiter setzten diesem Versuch den schärfsten Widerstand entgegen und traten' mit Gegen-/ ftrdernngen hervvr, die/ die KampfsituaLion nach -ver> 'schärften. Sv verlangten sie für das ganze Land eine einheitliche Lohnskala. Dieser Forderung widerfttztei>r 'sich wieder' dis Grubenbesitzer, weit die Bedingungeli, unter welchen die einzelnen Bergwerke arbditen, sehr verschieden sind. So kam es znm offenen Ausbruch des KanfliktL. von dessen Größe folgende amtliche Ziffern ein anschauliches Bild g^ben. Der englische Aroei^- m* in Interessengemeinschaft mit der Fahank R.T. (Holsbank A.-G.); , Wien» I., Wipplingerstrasse 23 Paataparr<a88BBkonta: 150.652 : Telephon Mr. 53-1-87, I3*(*9d, >3-3-88, 13*3.82 : Tttl.-Adr.: Mlttluaj. Wien Inlante Durchführen« voh Relehnunqen aSler Art

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