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Wiener Morgenzeitung · 1921-05-22 · Heft 832 (22.5.1921) · p. Seite 10

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
3 (1921)
Issue
Heft 832 (22.5.1921)
Date
1921-05-22
Page
Seite 10 (sequence 10)
Language
German
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Seite 10 Wien, Sonntag Wiener Morgsnzcttung 22. Mai 192 Nr. 0 90 i.*«; u ' Do.s ©pövifcft. ttmh imt 5 Uhr mit emenl Ringkamps zwischen K n n d i a n tHcrml' und Schick e r (Cherusker) eröffnet. Um h'«b Ulmwird sich eine Mustrrrirge im Stemmen betätigen. Um XW Uhr werden die Bomdcnjongleure auftreten und um '7 Uhr folgt der eingangs erwähnte Städtekampf Wien gegen München im Ringen. Den AbschM der Vermistaltnng bildet der Klubkampf im Ringm zwischen H a k o a h nnd S i m m e r r n g. Die Hakoah, die durch Hübsch, Kohon, Deutsch, Teschner und Berger vertreten sein dürfte, hat ante Aussichten, den Kampf zu gewinnen. Rundspirl am Krieauer-Olatze. Ka-.dima— H ä s m o n e a fi:0, Favorckner Ärhlerckklnh—Prater Sportfreunde 1: 0, Prater Sportfreunde—H asmonea 9; O, Fßtwritncr Athletitklub—K ach r in a 2 :1. Ehrrirt. Hen:e VeS Uhr Wettspiel der ersten Mannschaft gegen T a u b st n m m e n - F. - C. auf dessen Platz. Treffpunkt: a/42 Uhr Endstation 24-r-Wagen. Die Reserve spielt heute nm Vsio Uhr gegen H a t i k w a h I. Z. A. C. Heute Meisterschaft gegen Sportklub Training am Nußdoiscr-Mai:, J. Mannschaft 5 Ubr, Reserven V-11 Uhr. — Montag ab 2 Uhr Training am Ottakrmger-Platz, XVI.,. Kendlcrsiraße 12. — Dienstag. ^/?8 Uhr, Ausschußsitzung im Eajä Baldiahos.--.Mittwoch ab 3 Uhr Training am Ottakrmger- Platz. — I. A. C. snchl für Sommcimonatc Provinzgegner für zwei Mannschaften gegen entsprechende Fabrtvergütnng. Al*, schuften an-Willy Pec;en:k, XVI., Reinhartsgasse 8. Hazäke, F u ß b a l l s e k t i o n: Heute nachmittags 3 Uhr ftnclt die Reserve gegen Beritas-Reserve. 5 Ubr Meisterschaft gegen V e r i t a s ans dem K-.usermühlener A. C »Platz. — L e r ch t a t h l e r i k s c k t i o n: Sonntag. 9 Uhr im' Klub- Heim Ausgabe der Startnummern. Dressen niw. an alle Läufer für „Quer durch Wien". Alle Läufer und Ersatzleute haben zuverlässig zu erscheinen. Bankhaus M. ROHATYN Durchführung sämtlicher Bank-Transaktionen Wien, I., Maria Theresienstrasse Nr. 10 Telephon 20-3-63 «4; Der Volkswirt. Gestempelte Krone --- 1.03 Centimes, Auszahlung Wien --- 1.37Vr Centimes. ..Im Zürich notierte : die österreichifcheKrone . . . . . 1.377s (1.35 am 30. Mai) die östrrr. gestempelte Krone . . 1.03 ( 1.03 am20. Mai) dk tschechische Krone . '. . . . 8.20 { 8,10 am 20. Mai) die Mark. 9.40 ( 9.25 am 20. Mai) Agram 4.5o ( 1.40 am 20. Mai) Bukarest. ........... 9.65 ( 9.6o am 30. Mai). Budapest . . . . . ... - . 2.60 ( 2.60 am 20. Mai) Würfchav ...... . —.60 t—.65 am 20. Mai) Lank und Wechslergeschäft Wien, I., Schottenring 17 ▼is-ä-vis der,Börse Kulanteste Durchführung srs aller hörsenmässigen Tranaaktioneh: Die Flucht vor dem Gelve. Bon Leopold S ch i ck (Brünn). Auch ein kurzer Aufenthalt in Dentschösterreich läßt tbet dem aufmerksamen Beobachter den Eindruck zurück, daß die Verschwendungssucht, die sich heute bereits aller Schichten her Bevölkerung bemächtigt hat, in letzter Zeit bedeutend überhand nimmt. Mehr denn je kann man daher'von einer Flucht vor dem Gel de sprechen. Die Ursache dnsir Erschnnuug. findet ähre Erklärung < in dem Umstand,' daß die meisten Menschen als Ersatz .für alle Leiden, die sie während, der Kriegszeit und auch späterhin AN kosten bekommen, heute über unbedeutenden, den Augenblick befriedigenden Luxusvedürfnisse wichtige Lebensnotwendigkeiten völlig vergessen, und sich daher viel schneller, ,freier und üverlegungsloser ein Bergnützen gestatten' Äs ehedem. Man kann ruhig bchaupten, chaß die Menschen zu dieser neuerdings austauchenden Manie,' ihr Geld , beim Fenster hinauszuwerfen, geradezu gedrängt werben, und zwar erstens deshalb, weil man heute dürch' die fortgesetzte Hertsenkung, die das allgemeine Taüschmittel Geld erlitten hat, keinen Anreiz mehr darin findet, den Effekt,der Arbeit bloß in Geld ausgedrückt zu sehen, und zweitens', weil sich infolge -der. fortschreitenden Geldentwertung und Teuerung - fast niemand mehr veranlaßt sieht,, den nach Bestreitung der wichtigsten Lebensbedürfnisse erübrigten > ll^st seines . Einkommens zurückzuhalien und aufzusparen. Es'.' Mß wohl gesagt werden, d'aßetn großex . Teil der vorhandenen Geldinassen seine Verwertung darm findet, daß die Erwerbung selbst .kleinster'Warenmengen große Geldmittel erforderlich macht, andererseits aber ist heute die merkwürdige Erscheinung wahrzunehmen, daß frei ' verfügbare Gelder nicht als solche angelegt, sondern zur Erwerbung weniger, nutzbringender Werte verwendet werden. No konnte man bis vor wenigen Tagen eine kolossale.Steigerung sämt- ' licher Papsere an der Wiener Börse bemerken, die deren Erwerber einen Anteil an 'einem Unternehmen* sicherten, so daß der Verdienst mit dttn investierten Kapital in keinem Zusammenhang stand. - Der im richtigen Augenblick eingetretenen Ernüchterung war es zu danken, daß die Schnelligkeit und Ungehemnrtheit des Ausstieges nicht ins völlig Ufevlose ausartete (Alpine-Montan, Südbahn). .Ebenso ist die Wertsteigeruug des Realbesitzes auf bÜ Flucht vor dem Gelde zurückzuführen. Dagegen konnte man bei der letzten. Häusse an "-der' Wiener Börse' die Wahrnehmung machen, , daß jene Papiere, die dem .Erwerber bloß Anteile an dem Gelbe; des eigenen Landes gewährten, von einer aufsteigenden Wertkurve in besonderem Maße nicht betroffen wurden (Bank- Aktien). '? ' ) Nicht uninteressant ist ferner die Beobachtung, daß festverzinsliche Papiere, die in Form von Schuldscheinen auf die Währung des eigenen Landes lauten,, ach Markte nur schwer Aufnahme finden/ so daß sich der Emittent nicht selten veranlaßt sicht, diese Schuldscheine mit allerlei Vo.r- . t eilen (Lockmitteln) auszustatten- . und-" bei ihrer. Erwerbung besondere Begünstigungen einzuraumen (deutschösterr. sechsprozentige Staatsküssenschelne). Es ist selbstverständlich) daß, derartige Emissionen auch in anderen Staaten Schule machen, und daß zum Beispiel Lei Ausgabe hiesig«: * Werte in ähnlicher Weise dorgtzgmkKn wird' (sschechv-floümUche Baukose)..^. Wesentlich anders gestalten sich die gelbivirftchäftlichen Verhältnisse in der Tschecho^Slowakei. Während in Deutschöstetteich noch immer ein verhäldrismäßig großer Gett>überflttß herrscht, scheint diese Periode in unserem Staate längst hinter. tmä zü liegen, so daß auch von en«r Flucht vor; . dchü Gelds in dem Maße nicht bis Rede^fein kann. Vielmehr .ist. heLtL dtt .Ägenblick tzekötmnÄt, wo dieProbuktivit.Lt. der Arbeit,, bie jst' bat letzten Jahren vornehmlich durch den fühlbaren Kohlerünangel große Hemmnisse erleiden mußte, w i e d e r b e g v n n e n. hat. - Das eherne Wirtschafts gesetz, das sich zum Durchbruch verhelfen konnte,; M Mich! bie Produkttov' wieder in gleichem Maße an- ' wachsen lassen, als sich ein. Steigen der AnfnähmsfLhigkött des Konsums bemerkbar machte- und durch die Erzeugung neuer Wavengütor ein großer Teil, der vorhandenen Geldmittel absorbiert werden konnte. Nur so ist es zu verstehen, baß' der Großteil der probn^ierten Warenmengen seine« Absatz . dadurch gefunden Hai, daß hie Meisten tzaushaltnngsbuö gets, die sich vordem fast ganL Mf bie Beschaffung der Existenzbedürfnisse einstellen mußten, einen verhältnismäßig großen : Bruchteil ihrer Einnahmen für Neuanschaffungen (Kleider, Wäsche usw.) verwenden konnten. Nachdem aber heute der Warenhunger des Konsums fr ziemlich befriedigt ist, macht sich auch bereits eine Absatz-, krise der erzeugten Güter bemerkbar. Da die ans dem Ausland bezogenen Rohstoffe sowohl durch bie Höherbewertung der tschechischen Krone,' als auch durch bie allgemeine Preisreduktion auf dem Weltmarkt wesentlich' billiger ins Inland' gelangen, wird der Erzeuger nach , und Nach gr» zwüngen, seine Waren mit dem vor'dein Kriege'• ällgomeln üblichen Nutzen zu kalkulieren, und auf die in den letzten JäWn erzielten Milliöiienverd'icnste. freiwillig WrziD "zu leisten. Daraus wieder läßt sich die selbstverständliche Folge ableiten, daß die Erzeugnisse (bei AMschältnyg des Kette'nhanbÄs)' den Konsum.M'DreiseMerWhep^M' für ihn erschwingliche Bahnen schreiten. Diese Uera der weichend e n ,P pe'is'e läßt sich)heute .bereits, in vielen Branchen (T ex t il) wahrnehmen. -! ‘ , ' Trotzdem werden überflüssige" Geldmittel ' jinr "Ungern als "solche verwerte^. Dagegen zeigt es sich, daß der Besitzer von übrigen Geldern - yjLse möglichst nutzbar zu-verwenden trachtet, 7wenn er imlhtauch in vielen Fällen mit einem kleineren Sicherheitskoeffizien'ten rechnet. Diesem Umstand ist es znzuschreiben, daß. der RealVesitz in letzter.Zeit eine W ex tv et Minderung erfahren hat. Es machen sich somit alle Zeichen einer Gesundung unserer. Wirtschaft geltend, denn nur dadurch, daß bie 'Einnahnren weiter Kreise des Zdonsums vorläufig keine Erniedrigung erfahren haben, dieser also entsprechend kaufkräftig gehalten wird, können "die Preise der Waren langsam doch das richtige Verhältnis zu den Einnahmen der Erwerber derselben erreichen. Es ist demnach im besonderen' Interesse 'des Unternehmers gelegen, den Arbeitnehmern (förmlich als Entlohnung ihrer Arbeit) die Möglichkeit. einer .Aufnahme seiner Ei^eugnissx zu gewähren. Daraus erklärt es sich) daß bet allmählicher Wiederkehr normaler Produktionsrmb Absatzverhältnisse die Interessensphären dieser beiden Hauptgruppen aller Staats, bürger einander bedeutend näherrncken und sich viel leichter zNsanMvnsinden, als in den Sturmtagen der Vorjahre.. ROYAL Die Mel8ter-Scbrelbma8Chlne Amerikas Geuerarrentrleto: «JOE LESTI Nfg, W10Ä)^ Generalversammlung der Bodenkredit- »anstatt. / Unter dem Vorsitz des.Präsidenten. Dr. Siegharj hat die btz. ordentliche Generalversammlung stattgesunden. Von der Verlesung des Geschäftsberichtes wurde abgesehen. Im Laufe der Debatte schlug der Aktionär P e n d l' die Erhöhung der Dividende mit Rücksicht auf die vielen Aktienbesitzer aus dem Mittelstände vor. Präsident Dr. S i e g h a r t erwiderte, daß den Mtionärcn mit verhältnismäßiger Besten d" i gck e i t der Dividende mehr gedient, sein werde. Die Anträge der Verwaltung wegen Verwendung der D-i v i d e n d e und Erhöhung des Aktienkapitals im geeignet erscheinenden Zeitpunkt von 156 bi-'z«^ 210 Millionen Äronen wurden einstimmig angenommen- Die Auszahlung des Dividendencoupons per 1920 wird vom 28. d. M. angefangen etfolge«. Die Dividende beträgt X 60 per Aktie vom Reingewinn per 45 Millionen Kronen, also 21 Millionen Kronen. Die Juni-Fälligkeiten. Die Finanzverwaltung wird die Juni-Fälligkeiten der üffge* meinen und der österreichischen Staatsschuld unter den in de» Lknudmachmig des Äundesministeriums für Finanzen vom 18. April 1921 für de« Ankauf der Mai-Källigkcitrn bestimmten Voraussetzungen. ankaufen.' Vom Ankäufe bleibm vorläufig die im Jnni 1921 eintretenden Fälligkeiten folgender Schuldgattungen ausgeschlossen, »ud zwar: der 4°/«tßtn böhmischen Nordbahn-Prioritüten vom 81. August 1882, der beigen Nordwestbahn-Prioritäten vom 12. Dezember 1674, der 3V,*/«igen konvertierte« Nordwestbahn- Prioritäten vom 12. Dezember 1874, der 3V,V°igen Nordwestbahn- Priaritäten vom 1. Mai 1903, Kt. C, der 4°/.igen Ferd'mands- Nordbahn-Prioritäten vom 1. Dezember 1838, VI. Emission, der leigen Ferdinauds-Nordbahn-Prioritäten vom 1. ANguft 1904, Li. Emission. Freier Getreidehandel in Angarn. Budapest, 21. Mai. (Tel.-Komp.) Der Landwirtscha'lkminister S zab o-Na gh a t a d äußerte sich Presievertictecn grgevüber, er habe sich - endgültig für die Wiederherstellung des freien Getreideverkehrs entschieden. | FÜR DEN Telephon: 67.086 Telephon: 67.086 62.299 62L99 Wien, L, Tuchlanben 19

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