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Wiener Morgenzeitung · 1921-05-22 · Heft 832 (22.5.1921) · p. Seite 8

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
3 (1921)
Issue
Heft 832 (22.5.1921)
Date
1921-05-22
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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Seite 8 Men, Sonntag Wiener' Ws?Ionzertrrrrg 22. Mat 1921 Nr. 832 welche als eine der bedeutendsten Firmen dieser Branche in der Zage ist, ,mit den günstigsten Offerten zn dienen. * Achtung, Ausländer! Die Firma Dukrsz & Paschlusz, iWien, l., Bauernmarkt 24. hat preiswert abzugcben: Große Posten Manikürn'nd Kammkaffeten, Bürsten, Stahlwarcn, Parfümerien, ' Zigaretten- und Täbakdosen usw. * Patentierte Neuheit für de» Wiederaufbau! Die Klosterncubnrger Wagenfabrik s- Gesellschaft i n' Wien, XU.. Griesbofg a s s c 16, bat einen patentierten Schicbkarren, Markt .Kawasag* auf den Markt gebracht. Der Schiebkarrrn eignet sich für alle Erdarbeiten und kommt insbesondere für die durch de» Krieg verstörten Gebiete in Betracht. Für die Erzeugung dieses Schiebkarrens werde» in den Nationalstaaten Gesellschaft» gegründet. Ernste Reflektanten wollen wegen der Verwertung des. Patents in allen Kulturstaaten an die obige Firma Anbote unterbreiten. » Die zweite braun« Schuhwoche der Del-Ka wird allen Interessenten, welche bisher keine Gelegenheit fanden, ehren Bedarf günstig zu decken, die Möglichkeit bieten, erstklassige Waren zu mäßigen Preisen zu erwerben. * Wissen Sie schon das Neueste? Die Werkstätten für feine Herrenaarderobe nach Maß der Firma Spitzer ät Markus, II.. Hollandstraße (früher Stephaniestraße) 1 (nächst Stephamebr ticke) verkaufen ihr Warenlager zn tief reduzierten Breiten. * Elegante, moderne Zylinder in allen Preislagen bei Hut-Sp:tz. tt., Praierfiraße 32, auch l ei i h tt e i f e zu haben? * Für den Export nach Polen liefern am dortige» Geschä?t°markt gesuchte Eismwaren aller Art äußerst preiswert A. Pichl L Co., I.. BolkSgartenstraße 5. Näheres siehe Inserat. * Interessenten für Saal- und G'arteufeffel, Tischt usw. wollen daß Inserat Ludwig Adler, Wien, IV. Freihaus, beachten. * Außergewöhnliche Versteigerung. D« beeidete Auktionator I. Flschcr veranstaltet Dienstag de» 24., M i t t w o ch den 25. und Freitag den 37. d. M., V.. Strobachgasie 8 (Parterre), eine Auktion von Teppichen, Möbeln, Juwelen und Schmuckgegenständen. * Die bebauule Speditionsfirma Artur Wolf- «aun L <T».,'Wiem I., Nentorgaffe 6/ Telephon 63.263, hat eine weitere Ausgestaltung ihreS Speditionsdienstes vorgensmmen und vcrweaen wir auf das diesbezügliche Inserat. Vereinsnachrtchte». H e b r ä i s ch e r- Klü b. Heute, V,6 llhr »achnnitags. gemeinsamer Ausflug. /Treffpunkt Schottentor. Heute, 2 Uhr nachmittags, Liebenbrrg?Denkmal, Ausflug der Hwrärsch- Fortgeschrittenen (Kurs des Herrn Gelernter). Montag den 23. d? M. . Kurs Dr. Goldstein über Mlschnartisches Recht. I » gendverein A h a w a t h - Z i o n. Gemeinsamer 'Ausflag mit den Chalnzim. Treffpunkt 12 Nhr mittags im VerrinZheim. Abmarsch 1 Uhr vou der Roßaner Kaserne.— sd 3 d i s ch e r F r a u e n b u n d, IX. Lrechteustrmstraßr 11/13. Dienstag'den 24. d. M, e Uhr abends. Esther Rappadort'Mieses: Bibelkurs Modus). — G e s e l l s ch a f 1 d e r F r t nn b t (O u 2 ke t\ Moytag deu 23» d. SR., 8 Uhr obendS. spricht Frau Hoftat Minme Bamberger im Hörsaal IX tl. Srock links) der Technischen Hochschule, IV., Karls» vlatz. über „Kmdererziehung und Gottesglaube". Anschließend Wechsclrede. - I ü d r s ch - a k a d c m i sch er Verein önot. Von »au art entfallen die Versammlungen an SamStägrn. Heute.' 2 Ubr nachmittags, gemeinsamer Ausflug. Treffvuukt b^im Hotel Union °— Z i o n i st i s ch e S e k» k i o n:-lV-:V. Dienstag den 24. d. M. 1/2S Uhr abends, im lemmmrTiauraut, V.. Marparetenplatz, Generalver'ammlung mit. lokal oder v,3 Ubr der 39er Linie. — Volksi) t bt i o t 6 ( 1/8 io n. Hentc geNteinlam mit Hitachduth Ausflug nach Sievering. — I ü d i s ch e T i s ch g e s e l lch a i t Landstraße. Dienstag de» 24. d. M. beschließt der. palästinensische Schriftsteller Herr Lewanon seine mit großem Beifall, aüfgenochmene. Bortragsserie über Palästina Mit einem zusammenfastenden Schlußvortrag über „Kulturelle Probleme in Palästina". Bei der groß» Beliebtheit, die sich der Genannte erworben hat, ist er« zahlreicher Besuch z« erwarten und wird daher um rechtzeitiges Erscheine» gebeten. Anschließend ft r a ß e. Montag den 23. d. M>, 8 Uhr abends, HI., Untere Viadirktgastc 13, wichtige' Sitzrmg. Tagesordnung: Keren Hajeffod. _ Die Ernährung. Der Marktbericht. Infolge deS warmen Wetters wurde« in den letzten Tagen dir Flestchienduntzen nach Wien gedrostelt. Dte Folge davon war, daß der Pieiß für Nmdflcifch neuerlich um K 10 per Kilogramm hinaufgesttzt wurden. Bloß mindere Sorten von Kalbfleisch haben sich um K 10 ermäßigt. . _ Auf den Grünwarenmärkte» waren Vorräte von Gärntnerware ausreichend vorhanden, aus dem Naschmarkt staudcn ungefähr 20.600 Kilogramm holländische Kartoffeln zur Verfügung. Auf diesem Marke gelaugten. auch 15 Kisten Eier «u§ Jugoslawien zur Abgabe. . Verkürzung der Mehlqirote Me wir aus de« StaatSamt für Dollsernähruug erfahren, mnß für hie/kommende Woche von Montag ab eine Verkürzung der zur Ausgabe gelangenden Mehlquote erfolge». Zur Ausgabe gelaugt statt des in Aussicht genommene« V* kg Mehl nur V« kg Fei» « ehl und V« kg Reis. Der Grund für diese Maßnahme ist darin zn such», daß neuerlich Züge, *■ die fttr Oesterreich bestimmt waren, im Ruhrgebiet angehaltrn wmden. Der znr AnSgabe gelangende Reis hat sich im Prriftverbilligt. Das Kilogramm kostet K 34.; LebensmMelabgabe tzrs KmONton» Folnt Dlstzlbstios CoBUolttMi AbteUnng Wie«. 8« die beider Abteilung Wien deS Americain Joint Distribution CommiUe« im Bezugder fortlaufenden Unterstützung Kehnch» Personen gelange» m der ijcil vom 23. d.M. b»s. einschließlich 9. Juni in der Lebnlsmlttrlsrktion, UI.. Estrplatz 3. gegen Uhtrennnug des Abschnittes XXI lk deS Lebensmittrlbe-ugsblöcks nachstehende stebebsmittel znr nnrntgeltkichm Ausgabe: Mehl: ilÄ .1., vorotbesrgusso 17 Vol. 9162, 3916 G8samteinrichtuno Schloss. Nachlass Erzherzog Ludwig Viktor III. Teil Erste grosse Knnstauktios 250 Gemälde, Aquarelle und Miniaturen hervorragender österreichischer und ausländ. Meister. Silbervergoldetes Reiaeservice von Biennais in Paris, Geschenk des Kaisers Napoleon an Maria Luise. Schreibzeug des Kaisers Napoleon mit Bildnisminiatur von Isabay. Prachtvolles Kunstmobiliar des 17. bis 18. Jahrhunderts (darunter prächtige Vieuxlaque-Arbeiten). Eine grosse Sammlung Keramik besonders Delft, Alt-Wien, Meissen, Nymphenburg, Frankenthal, Alt-Japan und Alt-China. * Sieben grosse Gobelins des 16. bis 18. Jahrhunderts. Grosse Dosensammlung, m Marmorskulpturen Bljoux, alte chinesische Porzellane, darunter viele Stücke aus der kgl. Porzellansammlung in Dresden. Chinesische Seidenteppiche, seltene Japonika. AUSSTELLUNG: von heut« Sonntag den 22. Mal bis Samstag den 28. Mai von 10 bis 5 Uhr und Sonntag den 29. Mai von 10 bis 1 Uhr. VERSTEIGERUNG: von Montag den 30. Mai bis Freitag den 3. Juni ab 3 Uhr in den Knnstauktionssälen. V* kg per Kopf, iedoch höchstens 3 kg für eine Familie. Fett: V, kg per Kopf, jedoch höchstens 3 kg für eine Familie. Die Ausgabe erfolgt: An Personen, deren Lebensmittclblvck' mit der Bezeichnung Mo 2 versehen ist, Montag heg 33. d. M., vi 2 Dienstag de» 24., Mi 2 und Do 2 Mittwoch den 25., Fr 2 Freitag deu 27., Mo l Montag den 30., Di i Dienstag den 31., Mi 1 Mittwoch den 1. Juni, Do i Donnerstag den 3. Juni and Fr l Freitag den 3. Juni. Die FaffuugStaae sowie die für die ftüheren Fassungen bezeichnete Stunde sind genau einzuhalten. Der Beginn und die Modalitäten der nächsten Lebensmittelausgabe werden rechtzeitig verlantbart werden. Ausgabe von Kondensmilch Vom DnndeSministerimn für Bolksernährnng wird verlautbart: Vom 22. d. M. bis zum 4. Juni werden an die Kinder vom vollendetm ersten blS zum vollendeten zweite» Lebensjahre je drei Dosen und vom vollimdeten zweite» bis zum vollendeten sechste» Lebensjahre je eine Dose Kondensmilch ausgegeben. Zur Ausgabe gelangt gezuckerte Kondensmilch. Der Preis beträgt für Mmdestbemittelte und für dte mit der Zusatzkarte für Arbeitslose beteilten Arbeitslosen K 28. für die übrige« Bezugsberechtigten K 42 per Dose. Vohae» für Mindeftbemitteltc. In der 167. Aktiour- «oche erhalten die Besitzer von rosafarbigen Einkaufscheinen für Wohlfahrtsfleisch V, kg Bohnen zum Preise vou K 2.90 in de« Geschäften der' Großschlächierei an folgende» Tage»: Dienstag den 2t. d. M. für A bis F, Freitag den 27. sür V bE F, Dienstag den 31. für L R und Freitag den 3. Juni für 8 biS Z. MargarineauStzabe. Bom 22. bis 25. d. M. werden bei dm städtischen Margarineabgabestellen 12 6kg Margarine znm Preise von K 16.90 abgegeben. W. 3. W., Dienstag deu 24. d. M. von S bis 11 Uhr orange, grün; Mittwoch den 25. von ö bis 11 Uhr weiß, grau; Freitag dm 27. von 9 bis 11 Uhr blau, gelb; Samstag dm 28.. von 9 bis 11 Uhr. rot, rosa. Bühne und Kunst. Staatsoper. Es mag etwa nm die gleiche: Zeit getvefen sein, als'. Richard Strauß ferne lüsterne, entartete „Salome" schuf und Gustav Mahler mit vorbildlichen, von göttlicher Heiterkeit erfüllten Mozart-Aufführungen erner Mozart-Renaissan« die Wege bahnte. Inzwischen sind auch die Veziehungen zwischeer Mozart und Richard Strauß immer engere geworden; gleich dem Tamino^ der „Zauberflöte" hat auch .seine Musik manche Läuterungspvozesfe durchgemacht «nd ist so ganz allmählich' aus den Tiefen des menschlichen Triebleberrs in der „&atom" und „Elektra" zu immer reineren Höhen empvrgestiegen, bis zu den verklärt-M Gestalte» der „Frau ohne Schatten", die im Schlußquartett in frischer Bergeslnft ihre breiten Melodiebögen wölbe«.' Loslösung von aller Erdenschwere, von allem bewußt 5kompliztert«l, Rückkehr zur schonen Melodie, znm natürlichengesunden, von jeder Psycholog^ mtb Musikdramatik unbelasteten „Rnr^Nusizieven" scheint die Sehnsucht des Meisters z» sein. So mußte es ihn, . her im Banne Mozarts steht, reizen, auch' dessen „Dofn Inan" aus diesem Gerste heraus nachzubilde» und ihn mit dem ursprünglichen Ensembleschluß ,^)pera buffa" herauszübringen, wie Mozart selbst in seinem thematischen Verzeichnis den „Don Juan" bezeichnet. Mag auch, dieses „Don Jnan"-Finale, an besten Aufführung Strauß nur durch äußere Schwierigkeiten gehindert wurde, sich mit dem Mozart- ' Stil Gustav Mahlers nicht vertragen, zahlreiche 'andere Einfälle und Stileigentümlichkeiten Mahlers, die bemTheaterschlendrian nicht so rasch znm Opfer satten Lmntmi, haben sich rn die Neueinstndiernng herüvergerettet, gleich de» Rollerschen Inszenierung, deren Ecktürme lediglich zn einem Portal ausgestaltet wurden. Auch bas Mozartsche Lustspiel fußt ja letzten Endes auf Mahler, Mchard Strauß hat es nun auch im- „Don Juan" beharrlich festgehalten. „Don Jilan" als Lustspiel, „gefährlich bas'", ein interessanter Versuch, der nur ^gelingen konnte durch die überragende Persönlichkeit von Richard ^Strauß, durch die unvergleichliche, auf deutschen Bühnen wohl einzig dastehende §knnst unseres Mahr, dessen 'Leporello an Humor unerschöpflich ist.' Er wird dem 'Don Juan des Herrn Jerger gefährlich, und mitunter scheint es, als ob aus der „Don Juan"-Tragödie eine „Leporelk»"-Kvmödie werden sollte. — Im übrigen ist Herr Jerger als Don Juan ganz' ausgezeichnet und beherrscht als ehemaliger Schauspieler mit großer Sicherheit und Beweglichkeit die Bühne. . Er ist groß, schlank, elegant und gemahnt an SlevogtS Bild des berühmten Don Juan- Darstellers Francesco b'Andrade, ist vielleicht noch zu jung und zu.liebenswürdig gegen Frauen und besitzt noch nicht ' die Brutalität des gefährlichen Don Juan ^Alters. In rasendem Prestiffinro, mit reiner, schöner Intonation, läßt er die Champagnerarie, die sonst mehr gesprochen als gesungen wirb, in sprühender Champagnerlaune ausströmen. Auch alle' anderen Sänger haben sich ein leichtbeschwingtes, bis zumraschesten Tempo gesteigertes Parlando zn eigen gemacht und' werden darin von dem unvergleichlich feinen" -Orchester wirk» samst unterstützt. Fast alle Szenen sind tm Tempo beschleunigt und alle grellen, dramatischen Lichter abgeblenbek, um einen gleichmäßig flotten musikalischen Verlauf zu. erreichen. Selbst der Rachcschwnr der Donna Anna klang, in dem kunstvollen Gesang der stimmgewaltigen Frau Dilb» b r nun viel versöhnlicher als vorn,als, da ihn die Milbenburg mit großer dramatischer von sich schleuderte. Eine der besten Figuren der Oper ist die Zerline der F«mj Schumann; ein gutes, dummes Bauernmädchen, «k..s benV allmählich ein Kokettchen herailswächst, weiß sie ihre Wctad ganz reizend zu singen. Hern: Madin als Masetto pflegt gute Beziehungen zu allen komischen Geistern? Fräulein Mihacfek als Domra Elvira, die immer zur Stelle ifci erfreut durch ihre taufrische Stimme, ihre -ruhige- Würde! und natürliche Anmut. Am schtversten wird es dem schönen^ aber'^Mis schwerflüssigen Tenor des Herrn Piceaver avk Ottavto sich' mit dem leichten Lnstspielton abzufmden. —^ Herr Markhoff bietet aV hoheitZvotter Gouverneur^den dunklen Hintergrund, von dem sich bas helle Lustspiel mnf».l lichtvoller abh^bt. Wie Don Juan kraftvoll gegen den! Gonverir^ir mrd' gegen fein Schicksal ankämpft, so bemüht! ^ich die!Regie (Spielleitung' Herr Breuer) noch,in Gegenwart , des ' Gouverneurs, die Szene durch -Leporellos Bevzweiflung lustspielmäßig zu beleben, und' die Katastrophe - hinauszüschteben, die dann schließlich musikalisch Und bva-! matisch' umso heftiger mi& erschütternder hereinbricht. 1 Mit dem neuen „Don Jumr", der wohl äußerst ftib« jektiv,-aber ebensosehr genial und gelungen isl-, chat Richckrdi Strauß/ getreu'dem Grundsatz: ,Dilbe Zkünstler, rede nichts die Antwort aus die verschiedenen, gegen ihn, gerichtete» Angriffe gegeben. — Bei. aller Änerkenmmg, die de« Meister! und seine erlesene Mnstlerschar auch in ■ dem MrmischeU Jubel des Publikums fanden, möge diese NeueinstudiernuK gleichwohl ein Versuch bleiben, den sich, nur ehr Richard Strauß on der. Spitze des Wiener Opernrnsembles -eWMi durfte. Dr. Erwin Felb er.! Burgtheater. > (Znm erste» Male: ,.F r L h l i » g § f e st i n F l » 11 tt ft vun Gioaechmo Forzano, Deutsch von Otto Eisenschitz.) Dieses neckische Spiel aus dem blühenden Florenz des fünfzehnten Jahrhunderts ist kurz, aber dafür schmerzhaft. Eine fesch^ resche Florentiner Kaufmanusgattin sieht im Mittelpunkte da Vorgänge. Orrtta ist ebenso geschäftstüchtig wie liebeSbeflie-EU, "wickelt jedermann um de» kleine» Finger nnd wird nnS als derart klug «nd überlegen geschildert — daß wir Über die Dummheit», die sie der Antor begehe» laßt, den Kopf schütteln. Sie hat tt auf einen Grafen abgesehen, der aber seiner Maitreffe gar sch» ergeben ist und sie eifersüchtig bewacht. Um ihn abspmstig -» machen nnd sein Schatz zu werde», bedient sich Oretta eines merkwürdigen Mittel-: Sie gewährt-dem Grafen gründliche» Tmblick in ihre» eigen»,' weitverzweigt» erotischen Betrieb, um also za beweise», daß kein Weib treu ist, bestimmt auch leine ängebeteto Schöne nicht. Ward je auf diese Art ein Geliebter gewonnm? Ein eifersüchtiger »och dazu? In Fortsetzung ihregewiß «genartigen Intrigenspiels schleicht sich Oretta in der Verkleid»»« eines eben reif gewordene« Knaben zn jener Maifteffe, feiert — natürlich „fast" — tm Schäferstündchen, läßt sich hiebei von dem heißbegehrt» Grafen überrasch» und entdeckt sich ihm, nachdem er mit der bisherig» Genossin süßer Stvndeu gebroch» hat. Wenn sich her Vorhang znm drittm Male hebt, hofft die gebissene Orettä ihr Spiel gewoim» z» habe«. Ab« nicht einmal d« Fra» Blaschke könnte man rdv «den, daß mau also Männer fängt und die Httdi» Meß Renaiffance-Stückes verliert natürlich. Der Autor hat daß Spid schon i« erst« Akt v«lor« und mit ihm das Burgtheai«.d» Stück seiner Reputation, weil nur bedauernswerte Urteilslosigkeit diese «nndrrwertige AnSkandSwa« « eine erste Bühne bring« konnte. f Bis auf j»rS flormtinifchr Mülefizwvb sind sämillch« Roken belauglos und der Tftt, d» die Akteure zu sprechen haben, ist trostlos. Kran P ü n k ö s d tz spielt die Oretta. Gis ist mehr derb und riegelsam, als geschmeidig «nd rassig, zeigt dich Temperament, ab« wenig Charme. .Sonst ist nur zu sag», daß der gründliche Herr P auls en feurige italienische Gras» a»S dem fünfzehnten J«chrh«»dttt niemals nicht geb» sollte, daß Herr M a i e r h o f e r ein vortrefflicher Chorakt«kon«ker ist «st! daß eneben dumm» Beifall schrille Pfiffe gah. ' - 0. A. Kolossaier Preissturz in Stoffen Wir verkaufen daher jetzt Herren- und KANN & FRIED Damenstoife zu abnorm billig. Preisen m i ja Hm 89

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