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Wiener Morgenzeitung · 1921-05-22 · Heft 832 (22.5.1921) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
3 (1921)
Issue
Heft 832 (22.5.1921)
Date
1921-05-22
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Seite 6 Wien, TonmllF Wiener'Ä!sr§ e::äsLtü«g 25. Nr. 8^ n i sch' - jüdischen Hil f s fo n d * i:runil)Hf. Dem Stwritsuü Ha ko ah haben die beiden Firmsinhaber 'NlerMlrar Karl Klein, und Kömmcr;i--.lrat/Max Klein je 50.000 Kronen überlviesen. Die Hilfsaktion für die «krairrischjüdifchen Pogromopfer. Die Hilfsaktion nimmt, wie voranszusehen war. einen tmnftigen Verlaut. Herr Direktor S i e g m u n d Epler ^änöerbank) hat dem Hilfskomitee mitgeteilt. Laß er in einem kleinen Kreise den Betrag von zirka K 700.000 aufgebracht hat unb gesonnen ist, in icuiem Kreise weitere namhafte .Spenden;u sammeln. Er macht die Anregung, daß alle prominenten.Beri-eter der verschiedenen Brrnisklassen in ihrem Kreise für die :UfitD« werben. Die ungeheure Katastrophe erfordere außerordentliche Mittel und diese Methode sei überall als erfolgreich erprobt. Auch von anderer Seite laufen zahlreiche Spenden ein, darunter solche von K 100.000 und K 200.000, sowie zahlreiche kleinere Spenden nicht nur auS Wien, sondernauch aus der Provinz (Graz, Baden, Innsbruck, Salzburg), and Westnngarn, Deutschland, Tschecho-Slowakei, Ungarn, Italien »sw. Die Eaisrnaktion hat bereits günstige Resultate aufzuweisen und stnd bei der letzten Sitzung' der Waisenkommission sehr wertvolle Anregungen gemacht worden. Bei dieser Gelegenheit haben die Ber- ‘•;eter der AgndaS Jisroel die Erklärung.abgegeben, bei der Versorgung von 100 Kindern mitznwirken. Auch auS dem Auslande, dorunter ans Holland und Italien, sind Znschreften emgelangt, wonach sich Familien unter dem Eindrücke deS Aufrufes zur A d o v i i o n von Waisenkindern bereit erklären. Mittwoch den 25. d. M. findet anläßlich der Tagung des Zentralrates der jüdischen W e l t h i l f s k o n f e r e n z eine gemeinsameSitzungdes Hilfskomitees mit den Mitgliedern des Zentralrates statt, zn welcher außer allen Unterzeichner« des Aufrufes noch eine Anzahl von Damen und Herren nngeladen wird- Die Vertreter des Zentralra!e§, welche gerade auS dm Pogromgcbieten und von den Emigrationshäfen kommen, «erden Bericht erstatten und die Aussprache dürste verschiedene Auregnnge» für die Wiener Aktion bieten. An größeren Spenden stnd neuerdings emgrlaufrn: T h e w r a f durch Herrn Oberrabbiner Dr. C h a j«s t 100.000. I- D. d«rch Herrn Rabbiner Dr. Fcuchtwang L 100.000. Fra» Berta «nd Fritzi RubinsteinK 10.000. Mitleiluugen ans dem Publikum. Lstber Ngssendsvm Abel Pann , Tarnopol Jerusalem Verlobte »gz« Wien, im Mai 1921. Cilly Linder Simon Bilgrei Kisselau (Bukowina) Kotzman (Bukowina) empfehlen sich als Verlobte m April 1921 ZUR VERLOBUNG unseres Bruders und Schwagers Herr Simon Bilgrei mit Fräulein Cilly Linder gratulieren herzlichst Familie Wallach und Geschwister Bilgrei. Möbel n. Innen- 1 CDIDft dekoratioc «-«f!™ in grösster Auswahl. Nur gediegene wlßü, «!!., 3luD8irlSi8f,fl[]i 1 H. 2 619 . Erzeugnisse. (Ecke Karl Schweighofergasse). Vl.ttARlAiitlFERSTRASSE 105. Uröestes, bastsortiertes Lager Wians in Teppichen, Decken, Vorhin jen,Utber wärien, Laufteppichen. Stores, Doppeldecken etj.^Büligäte Preise^_ 8510 U ÜBE GRÖSSTE AUSWAHL IN MJXDS- UND STIL- B1ÖBRLN UWANNS WWW Vll..Schottenfeld(j.24 Hl W FW — Iolk.x>LoQ »».1-08 — MASSIGE; PREISE i. 440 RILLANTEN, Perlen, Golä, Silber,Platin n.Uhren kauft utd verksnft 776 ETTER Rotenturmstr. 23, Mariahllferatr. 98 Been-igrmg -es HUfswerLes des American loint Oistridution dommitteeg in Wie«. Wir werd« vom American Joint Distribution Committee m Veröffentlichung nachstehender Verlautbarung ersuLt: Da- American Joint Distribution Committee in New-Aork hat beschloss«. das allgemeine Hilfswerk in Europa mit 30. Au» i 1921 z u beendige«. Demzufolge wird i» alle» Lander» die Tätigkeit des American Joint Distribution Committee liquidiert. Nachdem dieser im November gefaßte Beschluß in de» Sitzungen des Europäischen ExekutivrateS des American Joint Distribution Committee am 3., 10. «d 11. d. M. in Wien sei«« definitive Bestätigung erhalte» hat, schreitet nunmehr dem Aufträge gemäß daS Präsidium der Wiener Abteilung de- American Joint Distribution Committee an die Sir ro. Juni 1921 durchzuführmde Liquidierung des gesamten, '» Oesterreich geführten HilsSwrrkes. ES wird daher zur Kenntnis gebracht, daß Ansuchen nmGeld-uud Lebeusmittrlnnterstützungev, Kleider, Werkzenge, Zulassung zu AuSfpeisuage» nicht mehr entgegengeavm- « e v v e t b «tt.. Zufolge rmserer Darlegungen über die Notwendigkeit der Fortsetzuug gewiffer Institutionen, wie zum Beispid der Kruder-, Kranken-^und Lehrlingsfürsorge, hat der Europäische Exekutivrat deS America» Joint Distribution Committee die Mitteilung gemacht, daß diese Zweige der Tätigkeit der Wiener Abteilung des American Joint Distribution Committee mit 30. Fum 1921 von einer oder mehrerer zu schaffende» lokalen Komitees, jedoch nicht unter dem Namen des American Joint Distribution Committee f orige setztwerden dürften. Wladimir Temkin in Wie«. Ingenieur Wladimir Temki», der seit langem in der t'.vnrftiichen Bewegung in Rußland hervorragend tätig ist und dem Groß« Aktionskomitee der zionistischen Weltorganisation angehört, hat in den letzten Monaten.im Aufträge der Exekuttve der Karlsbader Welthilsskonfereuz eine Reise durch Rmnänien unternommen, um dort, besonders in Beßarabieu, für die jüdischen Flüchtlinge und' Pogromwaisen tätig z» sein. Nunmehr ist Ingenieur Temki» in Wien eingetroffm, wo er an der am 24. b. M. stattfindenden Vollsitzung der Exekutive der jüdischen Welthilfskonserenz leilnimntt. Die Lage der jüdischen Flüchtlinge, die aus der Ukraine nach Beßarabieu zu kommen suchen, ist, wie Ingenieur Temkin mitteilt, trostlos. Zurzeit befinden sich iu den Grenzposten zwischen Beßarabieu und der Ukraine neuerdings etwaL O.vOOFlüchtlinge. In Beßarabieu nahm Ingenieur Temkin während der letzten Wochen seines Aufenthaltes auch au der Aktion für den K e r e n Hajessod teil, die in großem Stile angelegt ist und bereits ansehnliche Erfolge auünweisen hat. Bisher wurde» für das erste Jahr in Mlllione ' Le: aufgebracht. uv Temkin wird bei der hevte 10 Uhr vormittag , ,m KomSdienbauS stattfiudeude» Massenkundgebung »tedkn, und Bupeamaohel die grösste Auswahl Leopold Stelnhart Wien, r, .Biberstrasse Br. 9 SehjrqliMMebiaenrcparatttren raacb, billig trad gnt 15t TeL 4073/V111 Chrösster und bester Käufer Wiens «L0 Briliairtan, Perlen Juwelen, Edelsteinhändler Rafoino witsch, Juwelier I, Maximilianstrasse 5 II. Stephanlestrasse 3, nur Nr. 3 (jetzige Mableratrasse) (Jetzige Hollandstrasse) Tel. 854t und 45146 im eigenen Hause HstteatelleOpernriap, Zog. Kärntaente. . _ , ssiMtae ntiohirrttfln HBren Sie auch unsere Preise Da« Sanatorium Hinterbrßhl ist wieder in vollem Betriebe, Erstklassige Verpflegung. Chefarzt Dr. Poras EröffliungS'Anzeiße! -SäVÄ ich. im II. Bez., Rotenstemgasse 13, ein €S®9d» u. Silber« Warengeschäft eröffnet habe. 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AR8EITERR T0% NACHLA^8 r :ft jnif; •wMfiaKH Die Wiener Tagung des Zeniralrates de« Jüdischen Welthilfskonferenz. \ Vom 24. bis 2g. d. M. findet in Wien eine Sitzung deZ^ Zmtralrates der I Ü d i s ch e n W e l t h i l f S k o n f e r e n % statt. An dieser werden Vertreter vieler Länder teilnehmew darunter : \ Der Vorsitzende der Exekutive Leo M o z k i n (PariS)^ MinisterfürjüdischeAngeltgenheileni N Litauen, Dr. Solowejtschik (^Kowno), »Doktor, Klumel, Abgeordmter Farbstern und Bvrgir^ (Warschau), Dr. Rosmarin (Lemberg), Oberrabbiner Dokto^ C h a.j e s (Wien), Rabbiner Dr. Niemirower (Bukarest)^ Vizepräsident des ,Ort" B r a m s o n und Dr. S l i o s b e rg> (Vetcrsbmg). Mitglied der rvffrschen und ukraimschen Konstituautß Wladimir Temkin (Kiew), Generalsekretär E f r o j k i a (Paris), Prof. Simonsen (Skandinavisches Hilsskowitce^ Kopenhagen), Dr. Bernhard Kahn (Hilfsverein der deutsches Juden), Dr. Markus Krämer (Czernowitz), Anitta Mülle» (Wien),. Dr. A. K l e e (Berlin), Oberrabbiner Dr. E h r c wp r e i s (Stockholm), S a l z m a n n (Kanada), Abgeordnete» Dr. H e l m a n n (Riga), I o ch e l m a n n (Verband dev ukrainischen Juden in London). Dr. Rachmilewicz (Bize^ Präsident des NationalrateS. Kowno). * „Martyrium", ein jüdisches Jahrbuch. D« bekannte jüdische Publizist Jakob Krausz gibt im Verein mit Alfred -.Müller unter dem Titel »Martyrium" ein Jahrbuch heraus, das sich als . eine Dokumentensammlung Über das Martyrium der Juden in den Progromländern Ungarn, Pole» und Ukraine während drr letzten Jahre repräsentiert. In -daß Buch ist authentisches Material ausgenommen und von hervorragenden jüdischen Schriftsteller», Htstorikecn und Publizisten bearbeitet worden. Durch solche dokumentarische Feststellungen wird das Werk zu einer Anklageschrift gegen alle blutige« Verbreiter des Judruhaffes. die ihre eigene Schuld am Unglück d« Menschheit auf die Linie des schwächsten Widerstande-, di« Inden, übertragen. Schon dadmch, daß hier der Versuch, gemacht wird, einwandfrei festzusielleu, was in diesen furchtbaren Zeiten an den Juden getan wurde, und damit gegenüber den Lügen und Fälschungen der Judenmörder authentisches BeweiSmaterial z» sammenzustellen, hat die Sammelschrift bedeutenden Wert. Er, wird noch erhöht durch das prächtige Gewand, in welche« sü erscheint., Eine große Zahl von Jllusirationr» ist dem Werft bcigegeben,' ausgezeichnete Künstler haben sich hier in de» Dieusl der Sache gestellt. Das Titelbild und die Jllnstratiouen des Aushängebogens sind Zeichnnngm des htrdonagenden «uMrischea Künstlers G ö » d o r. * Aszkenasy hnttn doch nicht Prvfeffo» an deus Warschauer «ulverfität werden. Ans Warschau wird uns geschrieben: Bor mehr als einem Jahre erregte eff großes Aufsehen, d.aß drr akademische Senat der Warschau« Universität den für eine Professur dortselbst in Vorschlag ge« brachten Professor Asrkenasy ahgelehnt hat. Aszke n a s ein fruriger polnischer Patriot, ist gegmwärttg Delegierter Pole^I beim Völkerbund und Vertreter des polnischen Staatebei der Brüsseler Konferenz zwischen Pole» und Litauen. All dies »nd auch A s z k e n a s hs wlssentschastliche Bedeutung verschlägt jedoch nicht! , beim Warschauer akademischen Senat, denn Aszkenasy ist mosaischer Konfession. Die Ablehnung des Warschauer akademischen Senats hatte/ernste Konsequenzm. da Professor P e traszyck f, einer der. bekanntesten Gelehrten der Warschauer Universität, sein Amt als Professor niederlegte mit der Begründung, daß daS Botgehem des Ssnats aus chauvinistischen »ud an t i s emitifchev Motiven erfolgt fei Md er eS daher mit der akademischen geistige» Freiheit für nuverein b a r halte, weiter an der Warschauer Universität zq wirken. Diese Demission erregte in der polnischen Oeffentlichkeit peinliches Aufsehen Md unter dem Druck« der öffentlichen Meinung sah sich der akademische Senat der Warschau« Universität veranlaßt, de« Professor P e t r a s z y e k i eine nmerlicke Uevervrüfnug der in Vorschlag gebrachten Kandidatur Aszkenasys für eine Kanzel a» der Warschauer Universität zn versichern. Petraszhcki zog daher bis zue endgültigen Erledigung der Angelegvcheit feine Demission zurück, Erst nach mehr als einem Jahre fand der Warschauer akademische Senat dm Mut, die Sache neuerdings auf die TageSordumg zr stellen. Und Aszkmasy wurde abermals für nicht würdig beftmben; eine Kanzel an der Warschauer Universität zu erhalten. NMmehr hat Professor Petraszhcki neu«lich sei» Amt zurückgelegt und erklärt, auf keinen Fall mehr an bet Warschauer NniversitA verbleiben zu wollen. Die Nachricht vom Rücktritt Petraszycktt bat unter der polnischen Studentenschaft ber Warschauer Univevstritt große Erregung h«vorgerufm. Es wmdm scharfe Protestresolutionen gegen den akademischen Senat beschlossm; in einer heißt es, daß die, Studmtrnschast nicht dulde« werde, daß Petraszhckl, der e i n z i g e w r r k l i ch e Gelehrte att der Warschauer Universität, zurücktrete. Es ist nun abzuwarten, wie sich der Smat zu der peinlichen Affäre stellen wird. Dabei D bezeichnend, daß die polnische akademische Jugend Warschaus, dra doch genug chauvinistisch verhetzt ist, selbst darauf binweist, daß btc Anwendung chanvinisttscher Politikasterei dem wissenschaftlichen Wert der Universität nur schädlich ist. Es wäre aber auch interessant z» erfahren, was drr große Patriot A ß k e n a s h m der Sache sagt. * Steittzeitttchr Funde um Sinai. DaS deutsch^ türkische Denkmalkommando, das während der ersten drei Jahrs der Weltkrieges die Truppe» im Operationsgebiet des Sinai, begleitete, hat bei de» zahlreichen Aufnahme» der srühchrtstlichm ysestnngen,, Klöster, Städte und landwtrtschastlichru Anlagen ein« austeinzertltche Fundstätte entdeckt, über die nach dem offizielle« Bericht von Prof. Wertb nunmehr Hugo Mötefindt in ttt .Naturwlffenschastlichen Wochenschrift" näheres mitteilt. Dis Fundstätte Kuseime befindet sich etwa 75 km südwestlich vo» Brrsaba in dem Grenzgebiet zwischen Palästina und der Sinais Halbinsel. Hier wurden zahlreiche Artefakte gesunden, die zu» größte» Teil eme auffallend schokoladebraune Patina, den soge- «auuten >Wüstenlack", zeigten. Diese PatiNabilduug ist deshalb besonders rnteressaut, wert sie bei den völlig frei an der Oberstäche liegenden Funden nicht durch irgendwelche Mineralsub-" stanze», sondern lediglich durch Wittern«gsverhältniffe hervor-« gerufen sc« kann, und zwar handelt es sich dabei um Zersetzung durch die «tensivm Lichtstrahlen. Nur wenige Stücke zeigen eine Randbtarheituug, und Flachrnbeardeitung fehlt überhaupL Die Mehrzahl der Stücke muß als Klingm bezeichnet werde» und eS in eine ganze steiuzettliche Klingenmdustrie. Es handelt sich zweifellos um Arbeiten der jüngeren ©lemttit: aber welche Kultur dieser Epoche ht Frage kommt, ist nicht so leicht zu mtschtidm. *Dle »lut«ischN«s. Wie die .De« am Montag' mi^ ÄÄx W «u nmger, arlsch-chrtstlicher Dmtscher an da deutschvölkischr Sredluug i« Wleßlohe-Bringhauseu mft dem Ew suchen.^« d« Endln»L-«cki«u««eL z^wertzm, M^M^w

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