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Wiener Morgenzeitung · 1921-05-19 · Heft 829 (19.5.1921) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
3 (1921)
Issue
Heft 829 (19.5.1921)
Date
1921-05-19
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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'SeveH' Me». Donnerstag Merrer MürgenzEttg t.p Borfitzenberr Wenn Cie Mch' einnml hi« Men, werden Sie sofort verhaftet werden. - 'Zeuger Nun, ich will jetzt die ganze Wahrheit jagen: .Auf Befehl des Herr» Oberleutnants haben j ich rnrd der Herr Kadett M Schiffmann aus dem fahrenden Zuge geworfen, j Börfitzenderr Herr Oberleutnant Koszvrüs, Alü sich die Sache so zuMtvagen? Kvszorus: Nein. * ‘ Nur kurz soll noch berichtet werden, da gleichzeitig in dieser 2lngelegenheit auch eine Anklage gegen Oberleutnant Koszorus wegen Verleumdung eines Kolizeikonzivisten zur Verhandlung gelangte. Auch in .dieser Sache konnte sich Koszprus nicht rechtfertigen. Trotz alledem wurde Oberleutnant Koszorus für alle diese Verbrechen zu der'Gesamtstrafe von' ° zwei Monate» Getanrnis, Entlassung aus. der Armee und .Verlust fein, ei! * Zeichnungen verurteilt. Telegramme. Deutschlands Vorarbeiten zur Erfüllung des Ultimatums. - Berlin, 18. Mai. Me die ^Politisch-Parlamentarischen Nachrichten" erfahren, find nicht nur das auswärtige Amt, sondern alle beteiligten Reich-. Ministerien gegenwärtig fieberhaft damit beschäftigt, die Vorarbeiten zur Erfüllung der Forderungen des Ultimatums zu erledigen, insbesondere die notwendigen gesetzgeberischen Maßnahmen, wie die Korrektur des Reichswehrgesetzes, des weiteren einen Gesetzentwurf über die Exportabgabe und die damit zusammenhängenden Fragen auszuarbeiten. Bezüglich der finanziellen Fragen ist das Reich mit einer Reihe von Großbanken in Fühlung getreten über die Realisierung der deutschen Schatzamveisungen, mit deren Hilfe eine Milliarde Goldmark innerhalb 25 Tagen bezahlt werden, soll. Wie verlautet, wird voraussichtlich die Reparations- Kommission die von Deutschland angebotene Zahlung von 150 Millionen Goldmark m ausländischen Devisen annehmen. Weilers verlautet, daß Frankreich sich mit der vün Deutschland angebotenen sofortigen Lieferung von 25.000 Holzhäusern einverstanden erklärt hat. Berlin, 18. Mai. Wie die TelegrWhen-Union erfahrt, hat die Reichsregierung in einer Note an die bayrische Regierung Richtlinien für die Ausführung des.Entwaffnungsgesetzes vom 23. März d.J. gegeben und die Einreichung einerMte-er Organisationen verlangt, die nach dem Entwaffnungsgesetz aufgelöst werden müssen. Nach diesen Anweisungen der Aeichsregierung unterliegt es keinem Zweifeh daß alle Selostfchutzorgänifotbnen—auch die bayerischen Einwohnerwehren—unter diejenigen Organisationen zu rechnen sind, die aufgelöst werden müssen. Auflös««g der Orgesch gefordert. Eine Ententenote. Berlin, 18. Mai. (Wolfs.) Der bratsche» Negierung ist von General Rollet, de« Vorsitzende» der interalliierten Milltärkommission, eine Note, betreffend die Ausführung-- Bestimmungen für die Entwaffnung, überreicht worden. Die Ablieferung deS überschüssige» Kriegsmaterials «uß vollständig am 30. Juni bewirkt sei«. Die Ablieferung der Waffen, die von der Bevölkerung hecrührm, muß vor de« -0..JÜM vollständig beendet sei«. Ferner enthält die Note' Be» stmuüunge» über die Auflösung »nd Entwaffnung der S e l b st f ch » tz o r g a n rs a t i o.» e n. Ähre Auslösung muß bis zu« 80. Jnni che wer kt werden. Die Entwaffnung mnß vor de« 10. Juni vollständig beendet sei«. Bolen und die Vorgknge in Ober» schlefien. r ' Wdrschn», 18. Mai. (Funksprnch.) Ministerpräsident B i r a n d hat dem Fürsten S a p i e h a erklärt, «e werde die »berschlesische Frage am 19. d. M. dem sravzösischen Parla«ente worlegen. Polnische Kreise befürchten, daß Brrand der englische« Politik' Kvuzesfionen machen «erde. Montag fand ein Mmisterrat statt, in de« die Rede Aohd Georges und die Haltung der frauzösische» Regierung zur Erörterung gelangte. Ministerpräsident Witos wird morgen in Landtag die Jede Lloyd Georges besprechen. Ministerpräsident Wttos an der ober» schlesischen Grenze. . Krakau, 16. Mai. Der Warschauer Korrespondent deS ^Kurjer Codziennh" berichtet, daß Ministerpräsident W i t o s »»d,.Minister des Innern Glulski sich au die volnisch- Mesische Grenze begeben haben, um sich au Ort und Stelle zu überrengrn, ob die von der Negierung verfügte» Maßnahmen «t der gebotenen Strenge gehandhabt werden. Die Reise der Minister, verfolgt ferner dm Zweck, dahin zn wirken, daß die polpische GrenzbevölkrrNng den Vorgänge» in Oberschlesten gegenüber vollste Neutralität bewahre. Dentschland verbietet die Bildung von Freiwilligenverbünden. Bertt«, 18. Mai. (Wolff.) Die BeichSregierung erlaßt eine Warnung gegen Bestreb««» gen, Vie darauf abzielen, dnrch Anwerbung und Bildung von F reiwiMgenverbändeu, Freikorps nsw. den bedr äugten Oberschlefiern ans anderen Teilen des Reiches selbständig z« Hilfe zu eile«. Sie macht mit aller Entschiedenheit darauf aufmerksam, daß solche Anwerbungen «nd Zusammeuschlietzunge» zu militärischen Verbänden den bestehenden gesetzlichon Bestimmungen zuwiderlaufen «nd mit Strafe bedroht werde«. am>MW«»»««»«»W»»»»w»«>»w»»»»W»»»«»«»>«««>«W» Die englische Presse über Oberschlesten. London, 18. Mai. (Wolff.) „Morning Post" stellt fest, daß die intemationale politische Lage in bezug auf Oberschlesten nicht mehr so gespannt sei wie in der letzten Woche. Lloyd George scheine die übrigen. Mitglieder des Obersten Rates davon überzeugt zu haben, daß feine Haltung in dieser Frage nur dieselbe sein könne, wie die ihre, nämlich daß der Friedensvertrag von Versailles erfüllt werden müsse. Jedenfalls fei der Boden für eine freundschaftliche Erörterung des oberschlesischen Problems durch den Obersten Rat vorbereitet worden. ,Daily Chroniele" tritt in einem Leitarttkel für einen baldigen Beschluß über Oberschlesten ein.. Das Blatt erklärt, es kenne nicht die Beweggründe, die Paris dazu veranläßt hätten, vorzuschlagen, die Konferenz noch drei bis vier Wochen zu verschieben, bis die Abstimmungskommiffäre, deren Meinungsverschiedenheiten bekannt seien «nd wohl nicht ausgeglichen werden könnten» ihren Bericht veröffentlicht hätten. Das Blatt meint, eine solche hinhaltende Polittk würde ein Spiel mit dem Feuer bedeuten. VttiristerrückLrttte in Pole«. Warschau» 18.. Mai. (Funkspruch.) Der ArbeitS- und der Ernahrungsminiyer haben ihre Demission gegeben. Amerikanischer Kredit für Pole«. Paris, 18. Mai. (Wolff.) «Chicago Tribüne" meldet aus Washington, es werde eine Milliarde Mark für Polen vorbereitet, die durch kommunale Hilfsquellen gesichert werden solle. Vor einer großen Debatte im franzöfischen Parlament, Paris, 18. Mai. Dem morgigen Wiederzusammen* tritt der Parlaments wird mit großer Spannung entgegengefehen. Die große Debatte über die auswärtige Politik wird sogleich eröffnet werden. Die Senatoren und Deputierten haben während der Ferien mit ihren Wählern Fühlung genommen. Es ist eine große Reihe von Interpellationen angemeldet, vor allem die bekannte Interpellation Tardieus über die Bemessung der deutschen Schuld mit 132 Milliarden. Baudry d'Affon will über die Richtlinien der Politik in der Wiedergutmachungsfrage interpellieren, Forgeot über die Art der Berechnung, Cachin über die auswärtige Polittk im allgemeinen und Äoblemaire über das Gleichgewicht der französischen Polittk und über die Unterstützung, die sie in anderen Staaten findet. Ferner wird eine Interpellation Klotz' erwartet. Bedeutungsvoll ist auch eine Interpellation Margaines über die Politik in Zentraleuropa. Außerdem ist es möglich, das AndrS Lestvre, Mviani und Genera) Castelnau in die Debatte eingreifen werden. Unbekannt ist noch, ob Ministerpräsident Briand mit einer Regierungserklärung die Debatte etnlriten, oder ob er spüter antworten wird. Der französische Ko«m«i»istenkongretz. Paris, 18. Mai. Der Kommunistenkongreß ist gestern nach vollständiger Durchberatung der Statuten mit einer Ansprache C a ch i n s beendet worden. Am letzten Paragraphen der Statuten wird bei Feststellung der Patteiziele von einer Ueberleitung der kapualisttschen Gesellschaft in eine kommunistische gesprochen. Der Seine-Verband hatte verlangt, daß die Worte „Diktatur des Proletariats" in den Text ausgenommen «erden, was jedoch Froffard ablehnte. Der Kohlenkrieg in England. London, 18. Mai. (Funkspruch.) Die Wiederaufnahme der Verhandlungen zwischen Brrgardeitrr« nud Grubenbesitzern steht unmittelbar bevor; man yosit, daß die Verhandln«-« diesmal *» tute« Ziele führen werden, da die «eisten Vergarbeiterführers bereit sind, die Forderung «ach de« Lohemrrg (National Pool) fallen z» lassen. Solingen wird von de« Alliierte» geräumt. Berlin, 18. Mai. (Tel.-Komp.' "iNttf, amtlichen aus Düsseldorf eingelangten Meldungen wutdc .irr Lapse des heutigen TageS der größte Teil der Besatzung aus Solingen wieder abtran-portirrt. ' 19. Mar tm H'~T"tBiMiftM.HUM"■ ii »WM— M. 829 ' '% »N Popolo Nomtk F1«m» Wotzt, 16, Mal. (Tel.-Kottq»^) meldet aus Abbaus, daß der Anlonömistenführer Zanella in s, Programm das Recht FimneS auf de» Hafen BaroS und Delta aügenommen hat and ferner eine Handels- und Zolluni zwischen Susiak und Flume propagiert, wobei die politische administrative Souveränität Jugoslawiens über Sufsak getastet bleibe« soll. Die Tagung des Prager Abgeordnet Hanfes. ■ 's Prag, 18. Mai. (Privat.) Morgen tritt nach einer mehrwöchigen Pause das Abgeordnetenhaus wieder zu einer Sitzung zusammen. Auf dem Programm der morgigen Sitzung steht unter anderen die Ratift. Kation des Handelsvertrages zwischen der Tscheche Slowakei und Jugoslawien, die Übernahme der Versichemngen von ausländischen Versicherungsanstalten durch heimische Instttute und die Wahl der Delegiette» für die Handelskonferenz in Liflabon. Die Dauer der Frühjahrssession ist noch unbestimmt. Es solle« Finanz- und Gmahrungsfragen gelöst werden. Umj eine ruhige und glatte Erledigung des Programms der Session zu sichern, hat der Fünferausschuß dev Majoritätsparteien einige Anträge vorbereitet. .„(Ses&ef Slowo" erfährt, daß sich darunter auch ein Antraa auf gewiffe Veränderungen im Kabinett befindet, du«» welchen die parlamentarische Situation erloichtech werden soll. Smeral, Obmann der tschechischen Kommunisten. Prag,. 18. Mai. Me die Abendblätter melden, ist Dr. Smeral zum Obmann des Abgeordnetenklubs der kommunistischen Partei gewählt worden? Der bisherige Obmann Teska. der beim Kommunistenkongreß seinen Austritt aus der Partei an-' gemeldet hat, wird sich dem „Pravo Lidu" zufolge dem Klub der Gewerkschastsabgeordneten anschließen. Tagesbericht. Anitta Müller für die Pogromwaisen. Gr»Ke Erfolge ihn«» «btto» itt Zugoslawie». Aus Groß-Beekerek wird uns telegraphiert : Frau Anitta M ü l l e r ist hier eingetroffen, um ihre Aktion für die osteuropäischen jüdischen Kriegs-undPögromwais eri in der serbischen Wojwodina sowie in ganz Jugoslawien durchzuführen. In der W ö j w o d i n a wurde ei» „Arbeitsausschuß der Aktion Anittal Müller" begründet, der bereits g r o ß e E r f o l g e zu verzeichnen hat. Ueberall «erden nebst großen Geldsammlungen. auch Adoptierungsv erpflichtungen unterzeichnet. <so hat sich bisher die jüdische Gemeinde in Deliki-Beckerek zur Adoptiemng von 87 Waisen, die Gemeinde Ada zu 15, Pettovie zu 9, Stary-Beceji zu 35, Zombylja zu 8, Paneevo zu 25, Debeljaca zu 10, Delika-Kikinda zu 21, Titel zu 14 und die jüdische, Gemeinde in Smta zur Adoptierung von 10 Waisenkindern definitiv verpflichtet. Ueberdies' liegen auch aus Novisad, Sombor, Belaezkwa, Subotnica und Zemun 254 Adoptierungsänmeldungen jüdischer Fammen vor. Blntzengen. UnstettviÜiger Aufenthalt ukrainischer Palästina- Fahrer in Wien. Sir kommen aus P r »fkur v w, K asan, Kiew, S ch i t o m i r, T s ch e r k a ß, Odessa. Jeder weiß also: Sie kommen aus der Hölle. Proskurow: I» der neuesten Pogromgeschichte durch jene Maffenschlachtung verewigt, bei welcher das W nseln gefolterter Mensche» mit dem Tusch einer Mufittapelle begrüßt wurde. Kiew: Hier fand man im Stiefel eine-, der fein Schicksal vorausgesehen hatte, einen Zettel mit seinen Fa«iliendaten. Sonst hätte mau den zersägten Leichnam niemals idetttistzieren können. Schitomir: Die berühmte Stadt' in der ei» Batet die leichtere Todesart des Sohnes mit seinem Vermögen bezahlte. A«S dem Lande degräßlichste« BlutrauscheS, der je die Mmschheck entwürdigt hat, kommen die 1000 Männer und Frauen, dir nach Palästina wandern «nd für kurze Frist an der Weiterfahrt gehemmt sind. Der größte Teil von ihnen sind Thaluzim, für die Landarbeit in Palästina gerüsitte Pionine, ein fieintrer Teil (SO %) sind Handwerker. Eine Gruppe Aerzte und Ingenieure befindet sich unter ihnen, ferner Beamte »nd ehemalige Leiter industrieller Unternehmungen. Sie all« habm nur das nackte LÄen gerettet und besäße» höchsten-das Neifegkld für eine normale Fahrt yhn« Untev-! brechnngen. Run müssen sie vierzehn Tage in Äücn bleiben. Si^ schlafe« schichtweise in der Roßauer Kaserne, SSV fände« (katÜrlich grge» Vergütung) i« Asyl und Werkhans in der Grie-bachergaffe Unterkunft. Go manchem der gewohnt ist, sich schdst -« helfen und man weiß, -aß dir Ukrainer Juden Unsere vornehmsten BolkSgeuosien sind »nd lteber hnngern, als Vrttelbrot esse« — hat bereits fein Reisegepäck versetzt.' fAr Ecg^nmäntel, 140 crn. br«t, k K 1680 p. bleich, in der Sta d tp© s te nm© sse L, ' ' LCK—KM

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