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Wiener Morgenzeitung · 1921-05-15 · Heft 826 (15.5.1921) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
3 (1921)
Issue
Heft 826 (15.5.1921)
Date
1921-05-15
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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?; r. Men. Smmtag Wimet Morgenzeitung 15. Mai 1921 HZsLtzk Md die Aschrcho-GlürvMet. Paris, 13. Mai. (Privü.) Der „T e m p §" veröffentlicht MltzmMgen des pSlniMst Äußenministers Fürsten Sapieha »der die Stellung seiner Regierung zur Tschecho-Slowakei. Fürst Sapieha erklärt, daß zwischen Polen und Rumänien freNnds ch aftli.che Abm a ch u n g t tt getroffen wurdest. Im Zuge der Verhandlungeil wuW auch die Frage des Eintrittes Polens in die kleine Eni ent t erörtert. Fürst Sapieha hat die Sellnng Polens dahin gekennzeichnet, daß es gerne bereit wäre, durch Emtritt in die kleine Enlente den Rahmen seines Bündnisses mit Rumänien zu erweitern, baß aber dir derzeitigen Umstände iS mcht erlauben. Das Haupthindernis bilden die zwischen Warschau uüd.Prag bestehenden Differenzen bezüglich deS Gebietes, von Teichen. Autsnymie Karpathorutzla Hs. Prag» 14..Mai. Der ».Prager Abendzeitung" zufolge hat Dr^ B e n e f ch dim Führer der karpathoruffischett Delegation und Vorsitzenden der magyarischen Partei in Karpathornßland die Verwirklichung der Autöstonne K-rpathorußlaNds tu absehbarer Zeit in Aussicht gestellt. Präsident Masaryk geht nach Italien. Prag. 14. Mai. Nach dm Rate der Acrzte wird Präsident Masäryk am Sit di M. nach dem ckaliestischtrt Süden W ungefähr sechswöchigem' Erholungsaufenthalt reisen. Ist Anbetracht des Zweckes der Ncise wird ,bcr Präsident-strengrs Inkognito bcobachwn-. An eint ZnsaMmeUkunfl Mit ausländischst Ltaatsmänitern wird nicht gedacht.-Während -seines Aufenthalts im-Süden wird der Präsident feine amtlichen Befugnisse weiter ausübcNt > : . ' mv rrszä-Prvzetz. Budapest, 14. Mai. (Ungar. Tel.-Korr.-Bü'r.) In der heutigen Verhandlung des Prozesses, gegen die Mörder des Grafen Tifza erklärte Ob'erstleut'nän't Beta H e b r y, der seinerzeit Fer.yes zugeterlt war, er habe nie etwas vernommen, was auf die Mitschuld Fktiyes' hlnwessen würde. Der GeMeinde^otär Br'lä Höhn War der Zellengenosse des Csernhak, der ihm uiitt'cilt'e, Poganhi habe den ersten Schütz auf Trsza abgefeucrt. ' . * Zeuge Mediziner Karl B o ich a hat KemilnH davon, daß Dobo sich vor mehreren Personen dahin geäußert habe, er sei der Mörder Tiszas. Julie Szegeövary erklärt, Dobo habe am Grabe seiner Schwester den Eid geleisteter werde Tiszader lest Krieg verursacht habeumbringem Nachrichten aits Palästina. , Das palästinensische Wappen. Äie palästinensische Regierung hat die Bevölkerung des Landes offisiell awgefordert, Vorschläge für die palästinenstsche F a h n e und für das palästinensische Wappen zu machen, das aüf den Münzen, den Postjvertzeichen und sonstigen offiziellen Zeichen angebracht werden soll-. Das Wappen soll möglichst einfach sein und allen Teilen der Bevölkerung gerecht werden. , D i.e E i n w a n d e r u n g i m M ä r z. Hm März 1921 kamen 950 neue Einwanderer nach Palästina, darunter 300 auS Anatülien Md P e r f i e ». Bon diesen Neuen Ankömmlingen hüben sich. 60 Fam lien zu gemein« iamrr AnsiedlNNg, auf dem Lande zusammengetan. Das./EistwanderNngsdcparlcment der Zionistischen Kömmission ist bemüht, die. Enlw'anderer verschiedene Handwerke lernen zu lassen,-wie Bauen, Weben usw. Es bemüht sich firnerdie Ein* wandkier in Gegenden untcrzubringen, wo die jüdische Bevölkerung noch gering ist, so zum Beispiel in Berseba, Gaza, Alka,' GaMalläh, Ludd Usw. Biele Einwanderer werden jetzt bei dm Eisenbahnen beschäftigt: (Wie Man siehtwar die Zahl der Einwanderer in der letzten Zeit betrüblich gering!) m . ' ..... Il.ll . ■ ■■—.. nicht nötig. (Auch wäre dep gruselige Schatten des niedersausenden Fallbeils leicht zu vermissen, wo der Geilst Büchners waltet.) Hingegen war es barbarisch^ Teile beftimniter'<Lätze dülH ^ebäÄenDiche zu ersetzend Ein Mißperstärchsiis. Äsäfi'volke Worie würden dadurch zur Zoie. Aber die Linitznführung ist rnt gtoßen und ganzen vortressliH gelungen, die Sütstürustg der meisten Szenen, insäesoUdere 'einzelner Rassenszenen, überwältigend, der Geist des Mr^s durch M Aufmächünß nicht erdrückt- Die Üeberraschustg des tzlbvwds M her Wbb'stzldrr^ hös herbn K.liisch.- Die Schwächen dieses Künstlers- AeUtzörlichlert und De^aMtionssücht, jfino dieMal vtztt seütchn KntistveLstaUb tßsilüs Vezwüngen. Ein Äntlitz, dutchsUrchi UUd Mtfäksit Wie b^rjjilsites Peßgalnestt, die Ssirüche ßalt Md lauernd wi0 däs änfgezogen'ö Fallbeil. MiUerkeWw'ert, ,Wie er das. Mrgnvst hattdhabi Und jeiM T)Mt istüsteßt, 8Mr str sie mit Mlichör Mde' Irif fL Herr Bo n st Mtz, Wohl ' ststr zwaUzig J.ähB zu ssi'ät, An DaUM spielen., LÄßer M sehr behäbiger, NsidlwM Rasönndur Und FeUedgeist. Leider cth MWn, kt sich ist tzösiiUMt und „WsKg^ Sehr UberzeUgeild, ^itt ungdwöhUkich scharfes Porträt, deh ^kFJnst m Herrn ZiDsier, seine Mde, Wr beiit Naiidnalkölivent mit Mist, diyhönitzrt Die Episodenrolle dei' Markst liHe sich Uoch eiUdrUDvvWr gesiasieU, äsZ Md NiU ätlzU dldndeU FräMrn W e s s e {t) Miffgt lDie esttsachi. t^lUien, gluhi äM nicht^ ftldst. , Die ehM, iU ihMt WsM deuischen FräneMeMlieU M Mie' Und . Meile fitÄ» Lei VeU Damen Wagn'er und Steinsieck in den LesM HäNdlw. - l Rach Mit ÄltschlüsseU der WrstdMntz- M dÜM laiiKiiiebM' PäÜM zwischeii bht SzeNn An WeM beeinträ'chiiZi Mb. würde DlckMr Aebnäü Äit MM KüNjileiU stüriUisch Urüfest. ' ' , Mt« UL'öttzL Mitteilungen aus dem PubliknUl. Klara Fränkel Josef Brüll Czernowitz Wien Verlobte 6e» Wir gratulieren herzlichst 197 unserem Öruder Gustav Lamm zu seiner Verlobung mit Fräulein Sala Gutter in Ghrzanow. Juda und Familie und Josef Lamm. Herr und Frau Paul Beller zeigen hocherfreut die Geburt eines strammeh Tungen an. Wien, im Mai 1921, 195 Mötiei 11. Innenln grösster Auswahl.. Kur gediegene WjDii, 619 Erzeugnisse. (Eclte Karl Schwcigliofergassei. . 1 u. 2 Vl.HARiAHllFtRSIRASSE 105. GrCsotos, bealsorliertosLager Wiens in Toppiehenj Docken. Vörhf.njen, Ukbor IjüHeii, Laüfteppicneiri, Stores; Döpjieldeckön ctc. Billigfete Praise. 6540 mm VII. .Ssbottenfeldg. 24 M— Telephon 3Ö-1-08 — GRÖSSTE AUSWAHL IN LÜXUS- ÜNi) STIL- MÖBEL!) MÄSSIGE PREISE .... 440- B RlLiLAiSTSN, Perlen, Gold, Silber,Platin n.Uhren . M' k äü f t ü n d_ V er k a u i t 776 ETTEI& Rotentnrmatr. 23, BZariahiltersir. 93 Grösster und bester Käufer Wiöns 468o Bi*i18abiten, SPerien Juwelen, Edelsteinliändl^rRafoino watsch, Juwelier!. BÄaxirmliansträs88 5 11. Stejjiiähiestraese 3, nurNr.3 (jetzige Höllaridsträdse) im eigenen Hause Hören Sie auch Unsere Preise (jetzige Mah'erstrasse) Tel 8541 und 4514Ö Haltostello Opernring, Zog. Kämtserstr. 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Na,CH AUSWÄRTS POSTWENDEND. T5SS STÖDiÜTEÜ, ÄN6ESTELLTEN l). ÄftBÖffftM 1Ö*»/0 NÄfeÜLA^S Falsche trrtgarische Tarrsendertz Pülölavest, 14. Mai. (privat.) . der /OesterreichffchüntzärischLN BäNk würden sieüte 4^Öo '<Stü£f Igahfthbfeoittn« noten zü'Ä ÄUlausch dörgMt. Die PrÜfüstg^ etgLb jedoch, baß die Abstempelung gefälscht war. Der Angehalteni, .ein gewisser Anton ,3> i u t s ch, gab M,.er habe l daä Geht von Men näch Budchtst tzeMchi. Tagesderßche. , Die VerLeilungssteNe. r<1 ES gibt in Wien nicht gar so wenig Menschen, die ,aw*r' Ueberzeugung — freilich ist diese Ueberzeugung oft genug durch; - gewissenlose Aufhetzung und erbärmliche Demagogenkniffe' ' hervorgevufen worden —■• in dar ostjüdischen Invasion. die Hauptursache all unserer Not und Drangsal erblicken. Der Ostjude ist eben für Siele Sec Kriegsgewinnler und Schieber ' in Reinkultur und sie können oder wollen nicht daran glauben,: daß es Elend, bitterstes Elend in den Reihen jener Zuge» >.. . wunderten gibt. Für diese Ungläubigen wäre: ein Besuch in der VerteilungSstelle des „Joint" am Efteplatz sehr lehrreich. Aber auch die bequeme Wiener Jndenschaft, die so . . * gerne alle Verpflichtung von sich abschüttelt, könnte da noch , Neues erfahren: wie groß, wie erschütternd, wie furchtbar daS, Elend unter ihren Stamme^genossen ist. Sv gerne wir di vielleicht wöllten, hier gibt es kein Wegleugnen mehr. Äie Verteilüngsstelle der amerikanisch» . jüdischen Hilfsorganisatwn am Estepkätz-gibt täglich best Beweis. Dort sammelt sich ein größer Teil der Not, alles Natürlich Juden ünd eitt guter Prozentsatz Ostjüden darunter.' - Und alle, alle bettelarm öder, wie das alte Israel so plastisch sagt: strohsackarNv. Es gibt Elendsgestalten unter ihnen, die * seines Malers Phantasie abenteuerlicher ausstatlen könnte, und ' sie erzählen Schicksals die in ihrer rührenden Einfachheit von ' Dickens erdacht sein könttteN: Dä küttimt ein uralter Mannmn seinem, dicken Stock. Alles, ist ihm weggestorben — Söhne/ Töchtor- Enkel. Die zwei letzten,, frischegesünde Burschen, hat ihm der Kn eg geraubt. Aus deck brennÄideN Haus hat dev- Alte bei Nacht sein krankes Weib geschleppt, auf einem Schub-.'- karren sie stundenweit geführt und über - die ungarische (AreUze gebracht, von Nachbarn unterstützt, die Flucht nach Wien angetreten. Er kann nicht mehr arbeiten. Aber er ■ schleppt sich den weiten Weg zur ALgabestelle, um nur ja die Lebensmittel für seine Frau nicht zu verlieren. „Die Milch mit ein bißchen Kaffee" — sagt' er und ein leiser Schimmer eines Lächelns fliegt über sein tiefgefurchtes Gesicht — „das ist noch das einzigewas ihr schmeckt. Und ich kann ihr doch auch nichts bieten." Das . ist des Men größter Schmerz, daß ra die Gefährtin leiden -baffen muß,, er, der 'Dutzenden von Armen und Bedürfsigen einstmals geholfen hach „Damals . Hab' ich noch arbeiten. können" er ist gelernter Goldschmied und war Juwelier — „jetzt seh' ich nichts mehr und die Hände gittern." Und in plötzlichem Aufflammen: -,Mer die jungen Hände, die für uns aribviten wollten, die- < haben sie uns weggeschoffen." Ein Krüppel kommt, der um - das Lebtzn seiner kranken Mutter kämpft. Er hat jetzt eine „Stellung" bekommen — das heißt, er schreibt -Adressen für. eine chemische Fabrik. Jetzt darf die Mutter nicht sterben^- - i jetzt, da das Leben erst „schön" werden wird. Eine Stari; blinde tastet sich herein und eine junge -Frau, die einen . Säugling auf dem Arm trägt und der ein blasses, schwarzlockiges Bübchen am Nock hängt, findet immer noch die Mög-> lichfeit, die Hilflose in den durch Eisengeländer' einge- > friedeten „Queue" zu leiten. Vonvorne, vust eine dritte rothaarige Frau, die junge'Jüdin an. „Nun, Frau Hirschst ■, was ist's mit Ihrem Mann? Was sagt der Doktor? " Und mit einer Schärfe kommt es zurück, die man nach dem sanften Gesicht nicht erwartet: „Der Doktor? ^>er sagt alles Gute und 'Schöne. Aber glauben Sie denn, daß er die Wahrheit sagt?" Der Mann liegt mit einem schweren Lungenleiden im Spital und seine Frau muß inzwischen sehen, wie/sie zwei gesunde und ein kränkliches Kind am Leben erhält. Sie wohnt bei - > Bekannten, selbst bettelarmen Leuten,, kann nicht arbeiten gehen, weil ihre Kinder sie brauchen, und sieht eine Zukunft: doll Elend vor sich. NÄn. es gibt bestimmt nicht nur Kriegs- Gewinner unter den Ostjuden r j Bei dem Publikum der „Krankenzubüßen" (Mlch- Sirup, Fett) ist das noch aügenscheirilicher. Eiü blasser, ‘ - buckliger, jünger Mensch, der in seinem dünneÜ Üöberröckchen krbärmkich fiüert, weist gleich drei Anw'eisüügpst vor: Für Dr. ,\ jNutteü, für dön Schwager, für sich selbst §)ie Rutwv ist ... Ö5 ünd hät Anen Schläganfaä erlitten, Whtvsiger sickt erst 7. Ni^erenleideü — und was ihm selbst sthlt, bvGÜcht mail W '• dieseü einMallenen Dringen sttzbepglanßenoen Augen ljnicht zu fragest. -Eine ändere jünge LünWkpaÄe erzählt" ^röÜdestrählestb, daß sie demnächst in dist fiMs^e'Höilstaüe T kommt. Und bis sie heimkehrt, sagt sie stolz/ dann wird sie so gesund sein, daß sie die Zubußen gar nicht mehr braucht. „Dann kann ich wieder avbeiten" — sagt sie lustig mit ihrer herseren' Stimme — „und da verdien' ich.so viel Geld, daß ich min jede Woche.' sunf Dosen Milch kaufen kann -- zü SchleichhanbplSPMsen." Die Nachbarin, ausnahmsweise kein Ost- ' jüdist, sünverst ein Pogromflüchtling aus dem Burgenland. - bie für ihre nerv'enlwanle Mutter He Zubußen holt, lächelt mitlAdig. „Ja, die IZchneidevinüen" — weint sie — „das sind die wahren KrieMewinNer." Die MndvNsrnilchdoseN Verdi'esteN Noch ein Wort für sich. Sie sind jedesmal zurüAzubringdn, sö läutet die Vor-,. jchrift. Aber sie werden tatsächlich fast niemals gebracht, man' - kann eine Stunde lang der Verteilung beiwvhüen, vhste daß auch " Nur eine Dose abgeliesert würde. Der leitende Ingenieur ' wettert zwar über die „Disziplinlosigkeit", er droht, er ist " bitterböse, Ätz blonde, freundliche Verteilern seufzt und ^. klagt — ccher beide bringen es Nicht , übers Herz, einmal - wirklich „Ernst" zst Machen. Jeder bekommt schließlich doch' seine KoNdeNsmilch, was vielleicht nicht sehr pädagogisch, aber - seht tzüfitz gehandelt ist. t Natürlich geht es sticht innster glatt Üb. Es kommest Leute^' die üjchrvnüststiäe Ansprüche stellest, die grob und frech sistd^ es fotttmfcn Kräkeeler ststd Störenfriede. Aber düs innige Bdr-. stäWM, däs mäst ist M VeNe^lungSstelle stiit iyr0m Leidest hat, hilft über alle Schwierigkeitest und Mißlichkeiten. Mast D Wm^ die dä Mfe Mtzest üüch bei dieser Jnstitütiotzj 0752421434

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