Mannheim
Compact Memory

Wiener Morgenzeitung · 1921-04-28 · Heft 809 (28.4.1921) · p. Seite 7

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
3 (1921)
Issue
Heft 809 (28.4.1921)
Date
1921-04-28
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
84% known words query
IRI
…/2979076-2979773-2979888--07420-2993468
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

Ar. 9ö9 Mm. Donnerstag rätselvollen Kästchen? Zwei geteilte Vorhänge, in herrlichem Farbenspü'l herabfließewd, geben nicht allein dem überraschten Theatergast zu schaffen: Sie enthüllen im Hintergrund auch noch ein Gralswunder blauer Ampelm Und jede neue gepinselte Gobelinkopie, man steht deren, fünf, jede neue Symphonie tiefsatter Farben — rot und grün in unerhörter Fülle und Abstufung — zwingt dich neuerdings,, ein Ah! und Oh! "zu unterdrücken.' . Alles 1'ehr schon, sehr sstrlgÄeK^ aber: Shakespeare - M^VmftksargV Diesen/ Garkophag' kann nicht ^einmal;■ der Niesengeist des 'großen Briten ■ spreng ein ■ -rV.j Wohin gerat' der'! Referent?- Er kam zu segnen und fluchte fast., Nein. Auch der alte Zopf, der mach immer/seinen^ Shakespeare ohne reichliche Zutaten liebt, wird dieser wirklich großartigen, noch nicht dagewetznen Inszenierung gerecht werden können: wird sich vor allem an dem heiteren Einschlag erfreuen, der manche Szene auszeichnet: wird-die strenge Pracht der Gerichtsfzene bewundern : und wird insbesondere für die' poetische Stimmung danikeir, in die der ganze fünfte Akt getaucht ist. Ohne Einschränkung aber ist der' Darstellung des Stückes selbst zuzustimmen. -Eine der wertdoüstssn Gaben des Vurgtheaters. — Herr Herne ist ein knorriger Shylock Wenn er auspust: „Dulden ist' Las Erbteil unseres Stamms!" so ists nicht jammervolle Klage eines'Getretenen, sondern markige Anklage eines SLatkm. Fällt. Hm. nicht ein, Zn den. gewissen Stellen durch Rührseligkeit die Leute im Parterre Hr sich einnehmen .zu wollen, wenn er schon aus der Huhne alle gegen sich hat. Nicht so. Den israelitischen. Epigonen wirds immer schwmumerlich, wenn Shylock spricht. Ihnen ist Lessings Allerweltsmann Nathan lieber. Ein zeitgenössischer jüdischer Dichter, Beer Hofmann, hatte den Mut, seinen „roten Itzik" dem-ShYlock ' nachznzeichnen, und Herr Heine bringt ihn so, wie ihn Shakespeare mit seinen untrüglichen Dichteraugen gesehen hat. Ausgezeichnet ' ist er in der Gerichtsszene. Wenn sich die Richter über seine Härte entrüsten und er geruhsam fragt, das Auge starr an ihr Antlitz heftend, wie denn die edel-mivden Vonetianer ihre Sklaven behandeln, schneidet seine Rede schärfer als der Dolch schneiden könnte, mit dem der Vater des eirtführten Juden- . Mädchens spielt. Frau Wohlgemuts Porzia ist von einer BÄveglichkeit und Anmut des Geistes, die man der Künstlerin nicht zugemutet hätte. Ganz köstlich die Nerissa der Frau A l b a ch - R e t t y. Sie war den ganzen Abenid voll sprühender Laime und ertrugs mit Würde, als sie sich — wohl über Weisung der Spielleitung — auf ein Nadelkissen setzen mußte. -Herr Thimig, der'-Jüngereist ein vorzüglicher und eigenartiger ^änzelvt. Freilich,. mehr Johann der muntere Seifen- ' jeher^ als ein venetianischer Spitzbub, weshalb ihm die 'wstest Szenen weit besser -glückten als die scharfgeschlifsenen .Pointen des ^fünften Aktes.' / Herzerfrischend der lllteHobho^'Httgo'ThiHi-gs. Bei dieser meisterlichen Gestaltung. eines huniochÄeck. hilflosen Alten lacht man mit . feuchten -Augen.'!'.- Nebendem jungen Thimig, der heute schon eine" große Hoffnung der deutschen Bühne ist, tat sich auch -andere'Burgtheaterjugend rühmlich hervor. $ert R e i m e r s durch anmutige Lebendigkeit, Herr Huber durch parotistisches Talent und insbesondere Herr Schott durch seine lyrische Cantilene im Schlußakt, während Frau Hk nah als...seine Partnerin allzu tragisch — tremölierte. Sehr gepflegt wieder das Spiel des. Herrn. I anssen und. voll Vordienst S i e b e r t, P r a n g e r. A r n d t und H ö b l i n g. Nach Schluß des' Abends — es wurde durchgesvielt und nur . eme Erholungspause nach dem vierten Akt gegönnt — erscholl starker Beifall. . Otto Abel es. Die Internationalen Feftsylele «nd Konzerte in Zürich. > Zürich, 27. April. 'Schweiz. Dep.-Agent.) Bei dm Internationalen Fcstipirlen und Konzerten wird unter anderem nachstehendes Programm zur Aufführung gelangen: Am 16. ft u n t Eröffnun Moniert in der Tonhalle unter der Leitung von Doktor Artur Nrkisch; Beethovens Neunte Symphonie unter Mitwirkung der gemischten Chöre in Zürich. 20. Juni zweites Nikisch- Konzert. 26. und 27. Juni Ausführung von Richard Wagners ' Bühnenwechespiel „Parsifal", Dirigent Generalmnsckdirektor Bruno Walther. München, Regie Rmcker, Zürich. 28. und 29. ft w n t „Die Entführung aus dem Serarl"- von Mozart, Dirigent und Regisseur wie bei „Parsiial". 8. ft n l i Kon-ert unter Leitung von Dr. Volkmar, Programm: Berlioz' „Fausts Verdammnis", Männerchyr Zürich. In sämtlichen Konzerten wirst ausschließlich das Tonhallenvrchcster mit. AAS den Theatern. Im Burgtheat e r wird morgen Freitag der „Kaufmann von Venedig" aegcdcn. Sylock — Herr Bowmeister als Gast. Anfang 7 Uhr. In der StaatSoPer geht morgen. Freitag i e Frau ohne Schatten" in Szene. Die Amme singt Fräulein Karin B r a n z e l l von der Bcrlrnec Staatsoper. In der Volksoper rummt heute. Donnerstag, »Der Ring des Nibelungen" nut „Siegfried" unter Leitung Direktor Felix Weingartners seine Fortsetzung. Die Hauptrollen sind mit den Damen Rantzau, Salinger, Wagschal und mitden Herren Rudolf Jung als Gast, Flen cher-Ianczak, Beer, Bandler und Frnchler bclctzt. Beginn Vsv Uhr. I« der Freien Jüdischen Volksbühne stndet heute eine inteieffcunc Premiere statt. Es gelangt Percz H»rschbeinS fün'uktlgcs Drama „Der Lk:as-Kn" lHandschlag), welches das Motiv des Verlöbnisses stimmungsvoll behandelt, zur Neuaufsührung. Die Rollen sind mit den Damen Deutsch, G r a s - W e r n t r a u b und Steiner sowie mit Herrn S t x i j o ö) e x besetzt. Die Hauptrolle des MMuS Herrsch Wiener Morgenzeirnng 28. AprU 1921 ----------•-------!_- Hielt als Gast da- Nilglied deS Petersburger ThcaterS Herr B e» Z w i. Käthe Dersch, vom Berliner Lessing- T h e a t e r ist bereits in Wim eingetroffen und nimmt an den Proben zu dem-Schausprel „F lamme", von Hans Müller, am,.' W i^n,e,o S t a d t t h? ater teil. Die ftnszeyierung - leitet der Autor des Stückes selbst. Die Rolle des Herbert wird von Josef Jarno dargestellt. Die Premiere findet M.om-t a 8 d e n Ä. M a i statt. ' ' ' - - - Gisela W e rbezir k bat ihr Gastspiel' am I o s e f- -st ii o't e r T h e a t e t infolge der anhaltenden ZugkralL des schwanke- »D i e G r l i e b t e in- Mol V, von Alexander Engel und Julius Horst, ilir den Monat Mar perläuflert Die Künstlerin -spielt allabendlich hie Hauptrolle sw dem lustigen Stück" -? ■ - - Louis Boumeefiev in Wie«. Im Burgtheater tritt am. Freitag den 29. d. M in der Vorstellung des „Kaufmann von Venedig" Herr Louis B o n m ee,ft e r als Gast in der Rolle des Shylock auf. Herr Boumeesier ist vorgestern in Beglemrug seines Sohnes und Sekretärs in Wien emaetroffen und hat sich bereit eiklärt, noch eip rweitesmal am Montag den 2. Mai als Shylock zu gastieren. Der , EArag beider Vorstellungen fällt aus Wunsch des^ Herrn Boumeester. zur G8n;e wohltätigen Zwecken zu. Der.hoNnobche Künstler, der in seiner Heimat als der gröme lebende Schauspieler gilt, hat den Shylock mehr als drüiausendmal in Deutschland. England, Holland und Amerika gespielt. Beruinr „Freie südisäis BolkSbühne^. Freitag dm d. M. NM 3 Uhr nachmittags gelangt „Gott der Rache", 'Drama in /brdt Alien von Schalom Asch, SamStag, den "30. d. M. litit 3 Uhr nachmittags „Gott, Mmsch und Tewel", 'Drama in vier Akten von Jakob Gordin zur Ausführung. Mitglieder hes Vereines erhallen Freikarten. >- Donnerstag den 0. Mai um 9 Uhr.vormittags findet im Theatersaal der „Freien jüdischen Bollsbühne^. ll./ Untere Augartensiraße 8, eine M i tg I i e d er v e r s a m m l u n g statt. Tagesordnung: 1. Bericht des Vorftmdes. 2. Erhöhung des Monatsbeitrages von X 12 ans K 20. Legitimationen mitbringen! Im Falle des Verlustes der Legitimalionen können Duplikate gegen eine Gebühr von K 5 im Bereinslelretariat, II., Nutete Angirtenstraße 11 (Calä Rembcandt), an Wochentagen von 7 btS 9 Uhr abends, an Sonn-- und Feiertagen von1"bts1s Uhr votM!Nog8 behoben werden. Ver-' Dtnsmitgliedrr erhalten zu den Nachmittagsvorstellungen an jedem Samstag und Sonntrig Freikart-m,?u den -Jhendvorstellungen 50^/o ermäßigte Karten. Mitgliederansnahmc täglich im Vereins* sckretariate. T\zm D-rmerrlag. 7 Wr nsedstMagr Grosse internationale Radrennen Zämmt Feuer seltne« uni ckie 7lmstt»re.Km'viM«. — 8s«pi- Mren. — ektteheiSusgrsirhre«. - 60 eiuittfcttrenneii mit Kkrttiftg in feßcr 10. IM*. Sport. Errgkirnd' lenkS in der BohkoLtWhe'- W. Die ünglisli Football Association hat einstimmig den Beschluß aufgehoben, nach welchen sie bisher die Spvrtvtteine de^ Neutralen boykottierte, wenn sie gegen Klubs der-Mittelmächte Wettspiele austragen. Die Engländer gingen sogar so weit, den Fttßballverbnnden von Schottland, Wales, Irland, Frankreich nnd , Belgien die Annahme desselben Beschlußes anzuralen. Das Einlcnken der Engländer ist daraus Mückzüsühren, daß sich der Großteil der Neutralen keinen Pfifferling nm den Boykott scherte. Radrerrnerr im Spsripalast RoLrrvÄL. Für die beute um 7 Nhr abends ans der Ncnnbahp un Sportpalast Rotunde stattfindendcn Radrennen stehen wieder sehr intereffanle Konkurrenzen ans dem Programm- Die A m c> t e n r - A r m b i n d e gelangt neuerlich zur Ausschreibung, und zwar wird das Rennen in drei Laufen über - l, 3 und S Km gefahren. Zu den Bewerbern werden die bestenösterreichischen Rennfahrer wie Pcreffon, Zcnkah, Manin, Kaletta, Silbelbau/r, Miicklcr. Ncischl, Lindossky, Mjmra und andere zählen, von denen Peresson die besten Siegesauösichten besitzt. Das H a u p t f a h r e n, dus für alle Rennfahrer offen ist, bringt auck die berühmten deMschen Renntabrer zum Start, und zwar starten Schräge, Bader und N u d e l, - denen die Oesterreicher wohl richtigen Widerstand zu leisten versuchen werden. Im E n t s ch 8 d i g u n a s s a h r e n Treffen die Unplaciertcn aus dem Armbinden-Rcnnen onfeinander und es ist damit den zweilllassigen Fahrern Gelegenheit geboten, zu Preisen zn gelangen. Mit großem Jntereffe wird dem 60 - R u « d e n- Rennen entgegengesehen, das alle Remisahrer bestreiten werden. Die Placirrung in jedcr zehnten Ännbe wird gewertet, so daß für die'cs eine Rennen sich wieder eine große. Serie von separaten Wettbewerben entwickeln wnd, die spannende Kämpfe zu bringen verspreche«. ■ Slovem—NrrtzÄorf 4: 3. Das am Dienstag zur Austragung gelangte Meiste,schaitsspiel der beiden Vcreme nahm einen recht interessanten Verlauf. In der Pause jührteu die Nuß* dor er 2:1, mußten über den Slovan-Leuten einen knappen Sieg überlassen. Abtzesagtes Wettspiel. Das für gestern angesetzt gewesene Wohltätigkeilswettsplel R'apid gegen Admira, wurde mit Rücksicht auf dre schlechten Bobenverhältnisie des Hüileldorser Sportplatzes auf einen späteren Termm verschoben. Oftertnrnier am Donaastadt-Platz. Freitag den 29. d. M., 1 Uhr: Hechawer-Hasmonea-Vmtas kombiniert; V,3 Uhr: Haloah kombmrrrt-Judäa; SamStag den 30. d« M., 1 Uhr : Unterlegene: i/,S UHr: Suger. Außer Konkurrenz spielen: Freitag, S Uhr: Chcruth—Hasmonea U und Ul ^kombiniert; V,N Uhr: Judäa U—HaSmonea ll; SamStag, 2 Uhr; Veritas komblmert-Hasmonea kombiniert. Hasrrronea. Heute, 7 Uhr, wichtige Besprechung und Mannschastsaufstellung für das Rundspiel (Freitag—Samötag). Zionistische Iugendvereinignng Men orah. SamStag, dm 30, d. M., 5 Uhr nachmittags, im Saale der Bezirks Vertretung für den -VI. Bezirk, Amerlingsiiaße 6. ftuyendveilammlung. Tagrsordanng: -Jugend und Sport". EsLvrechen: Dre Herren Dr. Gabriel W o l s und Wolfgang W e i s l, ferner die Sektionsleirrr der Zkonistischen ftikgendvercinigung Mmorah für Fußball, Leichtathletik, Schwimmen und Wandern. Jüdische Ellern! Jüdische Jünglinge und Mädchen! Bewerfet durch rege Teilnahme euer Interesse an der korperllchcn Regeneration und Erckchtig»ng UljeuS Volkes^ .Hakoah, SchWimMfettior,. Heute, Donnerstag abmÄ 7 Uhr, dringende Sitzung des Schwiinmsektionsausschusses. -h Hechäwer. Heute wichtige Spielcrocrsammlung, 8 Ubr Caf6 StMpark, 1. Parkrrng 2. Atorgen und Samstag Wew sprcle am Straßenbahner'Matz. V-, n ■wwiRBnaaaHBBaan r si2j53.o# Honsms? ‘ EnPlLyiCrX Telephon 17956 BÜRO mtwmx» iypostechedtonto 62*23 B ■n 9 Wfem, L., WippHtigeretrasße Ny, SK i 1 SPEZIALITÄT;-Rrsthlh1*». Färbbändei-, Karbon-«AVacliapapiefe I Der BslksWirt. EiRL KrsRe/ 1,52V3 CeAtimes Geld In Zürich notierte: ' die österreichische Krone . . . . 1.52 Va s 1.58 am 2^. Aprils die ysterr. grstenwelte Krone . . —.98 (—.98 am 26. April/ die tschechische Krone .... . 7.95 l 7.90 am 26. Aprils die Mars . . . , . ... . ,, . 9.- ( 8.90 am 26. April; A.gram , *:. . 4.05 (405 SM 26. April) Bukarest . \' . 9.35 ( 9-10 am 26. Apnl: Budapest » » « . » »• . « . 2.19 ( 2.22 an. 26. April) Vorschau'. . . . . . . .->.70 (-.71 vm 26. ApnÜ Zsrm PreisLreibereigefetz. Einige Drmerkungm von ft.-U. Dr. Ignaz K«rS RosettseLL. Die bisherigen gesetzlichen Maßnahmen, welche za» Bekämpfung der Ausbeutung der allgemeinen Notlage getroffen wurden, erwiesen . sich als unzulänglich und die schillernden Praktiker des Lebens entdeckten immerhia «t dem dichtesten Netzgewede der Paragraphen eine lockere Maske, durch die sie Profit und Freiheit in Sicherheit brivgen konnten. Die Erkenntnis därumerte allmählich, daß eine restlose Erfassung preistreiberischer Machenschaften techntzD unüberbrückbaren Hemmnissen begegnet. Mit der zunehmenden Erkenntnis schwarck da» WM lWe Interesse an PreistreLereiberordnnngen. Ja jähea^ Wirbel stiegen die Preise schwindelnd weiter und neben dex darhenden Not ging gespreizt ün Blendlicht mühärO erraffter Millionen der neue Luxus. Das Vertrauen aaäSj in die Justiz wurde erschüttert, denn Gerüchte sickerten durchs daß nur allgemein unbedeutende FälL von PreiStretbenei. der energischen Verfolgung zugefiihrt wurde«, wahrer^ sich an strafwürdige Affären hochllingender Namen fet» Verfahren anschloß. Und so entstand die Frage, ob überhaupt das Problem der Preisbildung, das in den Gesetz«» der Nationalökonomie verankert ist, durch Strafgesetze wirkungsvoll gelöst werden kann und ob nicht dessen Bannkvei» die zum täglichen Lebensunterhalt entbehrlichen Bedarfsartikel zu entziehen sind. Meinungen von Aemter« privaten Körperschaften über die ursächliche« Zuscmvne»- hänge der Preisbildung mit unserer wirtschaftliche» AoaNgSzis läge wurden abgehört, volkswirtschaftliche und jnrssUschb Bedenken gegeneinander abgewogen und als deren Niederschlag das Elaborat deS neuen — fünften PreiÄrnberrigesetzes vom BundesministeriuM herauSgegebon. M ist ein Kompromiß, dem der gute Wille ÄS Vorzug om» gerechnet werden muß, dem jedoch das sinnlose Diktat vo» scharfen Strafen bis zu zehn Jahren schweren Kevk^A». die ohne Verzug vollzogen weiden solle«, als et* schwerer Nachteil anhaft'et. Die Rechtfertigung de- Motivenberichtes des Dkinisterialrates Doktor ÄabedtL daß außerordentliche Verhältnisse auch außerorden« liche Maßregeln verlangen, kann bei der grmwsatzllch problematischen Natur der «Preistreiberei" nicht hm* reichen, bewährte Vorschriften des modernen Rechtsmittel-! Verfahrens nach Art des ^Standgerichtes auSzvschalten und. dir Gefahr heraufzubeschwören, daß Fehlurteile gefällt und vollzogen werden, daß Wirrnis i« der Judikatur um greift. , :A Inhaltlich wurde „der Kreis des strafbaren Unrechtes''^ in dem vorliegenden Gesetz erweitert. Es wurden Wünsche laut, „Strafsanktionen gegen die Preistreiberei auf jene Güter zu beschränken, die zu den notwendigen Be)ärfniffen des täglichen Unterhaltes gehören, demnach aufj die notwendigsten Nahrungs-, BekleidungS- und BeheizungSmittel", bezüglich aller änderen dem freien Wettbewerb keine jschranken zu setzen. Diese Wünsche der Kaufmannschaft konnten nicht Lurchgreife«, da Befürchtungen geäußert wurden, daß in der Einengung des SEh>. kungskreifes der Preistreiberei Produktion und Handel Aneiferung fänden, sich, in den Dienst der Erzeugung »md Einfuhr entbehrlicher^ Artikel zu stellen, wo sie ohne, 'gesetzliche Kontrolle und Skrupel Gewinn schöpfen und ihre Rohprodukte zur 'Erzeugung entbehrlicher Waren verwenden wü-chen. Ärn goldenen Segen dev knsherigetr gesetzliche«'. Maßnahmen haben wir nirgends hervorblühen gesehen und., die logischen Gesetze der Nationalökonomie lassen gerade dort den allgemeinen Erfolg in box Verbilligung verspüren, wo der Kämpf in freie Konkurrenz tritt und sich daS Jnieresse nichtan beengenden Vorschriften. abstumpst. Die &ÜH beziehung aller Bedarfsgegenstände sowie ftta* niittlungcn und Arbeitsleistungen — ausgenommen sind Nur! höher qualifizierte Leistungen der Künstler, Anwälte» Aerztry oder anderer geistiger Arbeiter ~~ in den Bann der Trtäs-! drohung kann nicht als Fortschritt gegenüber de» dishM in Geltung gewesenen Vorschriften bezeichnet werde». Sa - Bedenklich und ohne praktische Vedeutrmg mutet d« Neuerung an, daß Vergeudung und gewerbsmäßig»^ Schleichhandel der gerichtlichen Ahndung zugeführt werde« sollen. Das Gesetz unterschlagt die Erklärung deüber»! l mäßigen IujwMes^ Wg heM Ä 0

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.