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Wiener Morgenzeitung · 1921-04-24 · Heft 805 (24.4.1921) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
3 (1921)
Issue
Heft 805 (24.4.1921)
Date
1921-04-24
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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5lr. 8U5 ■ Wien, Sonniag Wiener Morgenzerrung 24.9Epttf 1921 Seite d , e g r ö s s t e j ü d i s c h e Sch a u s p i e lerin Amerikas absolviert ab Dienstag den 26. April I. J. ein kurzes Gastspiel im „ARKADIA“ Ersparungskommlsfion. - Die Ersparungskommission Hai am 21. d. M. ihre vierte Vollsitzung abgehaltcn. Vor Eingang in die Tagesordnung berichtete der Präsident der Kommission, Dr. Max Wladimir Deck, nktzr die bisher'geleisteten und in Angriff , genommenen Vorarbeiten; er gab bekannt, daß unter anderem namentlich, auch die Fragen der Währung, des Devisenverke.hrs, der kreditpolitischc n Matznahm cn, der finanzielle» Seite des Ernährungsproblems, der Reorganisation der obersten Bundesverwaltung und des personellen Abbaues bei Len Zentralstellen sowie Fragen der Führung der staatlichen Betriebe in Behandlung stehen. Hierauf erstattete das Mitglied der Kommission Minister a. D- Ingenieur Dr. Homan n ein eingehendes Nefera: über'den Abbau des staatlichen Aufwandes für AmtSautomobile. Auf Grund der Darlegungen des Nefcrenten gelangte die Kommission zu dem Beschlüsse, datz für den Dieüst der leitenden Funktionär: und der staatlichen Behörden und Aemter in ganz Oesterreich die Zahl von 66 Amts automobilen, von denen etwa 20 bloß m Reserve zu halten sind, genügen würde, gegenüber mehr als 200?int Iah re 1919 und 161 Person enauto . mobilen, die gegenwärtig verwendet werden; alle über die/erstgenannte Zahl im Betrieb stehenden AmtSaurornobrle seien ' daher unverzüglich e i n z u z i e h e n. Modann befaßte sich die Kommission auf Grund eines Referats des Mitgliedes Präsidenten der Anwaltskammer Dr. sst fei ffer mit der Frage der Pateistgebühren und dc§ Patcntvorprüfungsverfahrens. -Schließlich wurden von der Kommission auf Antrag deS Mitgliedes Sektionsrat des Bundeskanzleramtes Dr. Mannlicher prinzipielle Beschlüsse gefaßt hinsichtlich einer Jngerepz der Ersparungskommission Lei der Festsetzung des tm Entwurf des neuen Besoldungsgesetzes für die BundeSangestellten vorgesehenen Stellenplanes. Außerdem hat sich die. Kommission, mit der räumlichen UnterLriugung der staatlichen Behörden und Aemter in den vorhandenen ärarischen Gebäuden befaßt. Auch wurde beschlossen, datz unverzüglich an die Zentralstellen herangetreten werden soll, um jeder unwirtschaftlichen Gebarung mit Papier und sonstigen ' Amtsecsordernissen entgegenzutreten und möglichste.Sparsamkeit bei der Veröffentlichung von Publikationen zu erzielen. ' Eröffnung der Arbeiteründ Angestelltenkammer. Gestern fand im Gemeinderatssitzungssaal die Eröffnungssitzung der Arbeiterkammer: statt. Anwesend waren Bundcspräsident Hai,tisch, Bundeskanzler Mahr, die Minister Resch und Pesta, Präsident Seitz, Bürgermeister Reumann, die Vizebürgermeistor Emmerling und Hotz und viele andere Staats« und Gerneindefunktionäre. . ‘ kaufcirweil nichts es mehr bindet an die vergangenen Geschlechter.-In die Fremde ist die'Innerlichkeit gegangen, vielleicht nach Amerika, das 'die Leiber der Brüder rettet und ihre Seele unrettbar tötet. Wenn sie.nicht bald zurückkommt, wird sie auch dort vergehen. und es wird besineß aus ihr gemacht: busineß aus Seelen, busineß aus Liebe, busineß aus Hingabe - Und dennoch ist mein Herz noch bei meinem Volke Und ich. liebe-es trotz seiner Schuld und meine Hoffnungen trage ich bei mir durch alle die Brandruinen dieser Zeit. Noch hoffe ich auf die Wenigen, die sich hgs . Gefühl der Erinnerung an das heilige Licht gerettet haben, noch hoffe ich auf die Auserkorenen, die erlesen sind, die Innerlichkeit unter der östlichen Sonne wieder in die Welt zu bringen. Noch hoffe ich, daß die Zeit kommen wird, da man tanzen wird und König David in die Laute schlagen wird, da man Leviathan essen wird bei Miriams Tanz und die, Weisheit hören wird vorn Munde Schelomohs des Königs und unser Lrlsrer Moscheh-hie Zeit verkünden wird, da durchs gpldene' Tor Maschiach hereinreiten tvird in die Stadt unddie Gerechten tanzen werden um die Stufen zur Höhe. , Und ich ging die Landstraße weiter vor dem nach-- humpelnden Tod und es ward mir miteinem leicht, . trotz des grenzenlosen Unglücks zu meinen Seiten, denn - tstv'.schen den Dunen sah ich zarte Gräser aufsprießen. - Irgendwo springt ein frohes Füllen über blühende Wiesen und irgendwo lebt «in Alter, .der den Jungen di:. Geheimnisse der Zerstörten, Hingemvrdcten verraten luitb. Ein Land versank, ein Land wird erstehen. Wenn der Tod, der hinter meine» Fersen ist, mich nicht er-. reicht, werde ich es sehen, uich wenn mir . Zeit wird bleiben, . will ich eine Denksäule errichten dem toten Pferd und der toten Zeit eines gestorbenen Landes. inr. Laude der-Zukunft. Dies schien mir der Sinn meines müden Marsches aus der Landstraße des Krieges zwischen den Ruinen seiner hingeutordeten Brüder. Der Vorsitzende Domes eröffnet die Sitzung mit einer feierlichen Ansprache. Sodann schilderte Bundespräsident Dr. Hai ursch die Recht, und Schutzlosigkeit der Arbeiter in früheren Zeiten und wies darauf hin, daß heute der Arbeiterschaft alle politischen Rechte und eine lange Reihe von sozialpolitischen Errungenschaften zustehen. Wenn die politische Emanzipation der Arbeiterklasse durch eine Reihe von günstigen Konjunkturen ermöglicht wurde, so sind die Errungenschaften auf wirtschaftlichem Gebiet ausschließlich ihrer eigenen Tatkraft zu danken.' Die Arbeiterkammer wird die gesetzgebende Verwaltung überall dort beeinflussen können, wo die Interessen der werktätigen Bevölkerung berührt werden. Ihre Aufgabe ist es, wissenschaftlich zu untersuchen, wo diese Möglichkeiten liegen und an welchen Punkten ihre wirksame Förderung geboten erscheint. Dadurch wird auch der Arbeiterschaft, die in schwerer Zeit ihre Besonnenheit bewährt hat, Gelegenheit gegeben sein, auf dem Gebiet der Wirtschaftspolitik Einfluß zu nehmen und am Wiederaufbau der Volkswirtschaft mit^ zuwirken. Bürgermeister Reumann gedachte der Entwicklung der Gewerkschaften an der Hand seiner reichen persönlichen Erfahrungen und sicherte die Zusammenarbeit der Gemeinde mit der Arbeiterkammer zu. Minister Resch begrüßte die Kammer namens des Ministeriums für soziale Verwaltung und betonte, daß Oesterreich durch die Arbeiterkammer wieder auf sozialpolitischem Gebiet allen anderen Kulturstaaten vorausgegangen ist. Minister P e st a versicherte, daß das Ministerium für Verkehrswesen in allen wichtigen Fragen sich des Rates und der Mitwirkung der Arbeiterkammer bedienen wird, i Zlbgcordneter Seitz führte aus, daß die Arbeiterkammer nicht nur bei der Gesetzgebung mitzuwirken, sondern auch über den Wiederaufbau zu entscheiden haben und zu bestimmen haben wird, ob die Welt wieder nach den alten oder nach den neuen Grundsätzen aufgebaut werden soll. Es ist ihre Pflicht, in dem Ringen zwischen Arbeit und Besitz führend boranzugehen und der Solidarität des Besitzes die Solidarität aller Arbeitenden cntgegenzusetzen.' Vizepräsident Q u i d e n u s begrüßte die Arbeiterkammer im Namen der Handels- und Gewerbekammer. ' ‘' Die Abstimmung in Tirsl. Innsbruck, 28.-April. Um ft Uhr vormittags ist ein jSonderzug mit etwa 500 bis 70Ü Abstimmungsberechtigten ans Wien, Nieder- und Oberösterreich hier eingetroffen. Um die Mittagsstunde fand vor dem StaÄtheater eine Massenkundgebung für den Anschluß statt. Paris, 23. April. Tr: Agence Havas bringt «tue Information „von autoritativer Seite", tn der daraus hmgewiesen wird, daß feil: Wiener Regierung gegenüber den alliterten Mächten ihre redlichsten Ah sichten in bezug aus die strenge und gewissenhafte Eruyaltung des Vertrages von Saint-Germatn beteuert habe. Der Nationalrat sowie mehrere Landtage haben Jnitia!ip„iiträge über di: Volksabstimmung angenommen; die Regierung könne dinse natürlich nicht hindern. Jedenfalls scheine btt: österreichische Regierung nach den Erklärungen, die sie abgegeben Hai, den größten Wert darauf zu legen, bei den alliierten Mächten keinen Zweifel darüber aufkommen zu lassen, daß sie loyal auf dem Böden hes Friedensvcrtrages stehe und hremA ihre Haltung zur Frage des Anschlusses an Deutschland für gegeben erachte. Persvnalsteuernvvelle vom Jahre 1931. Die in der vorigen Woche beschlossene PctsonMkuernödelle vom Jahre 1921 ist soeben im Bundesgesetzblatt erschienen. In wcuigen Tagen wird auch die Durch'ühiungöverordnung über dir durch diese» Gesetz bedingten Aenderungen beim Steuerabzüge von Dienst- und Lohnbechgen öevoffentlieht werden. In diesir Verordnung gelangen auch gleichzeitig sämtliche ab 1. Mai anzuwendenden .Steuerabzngktabeüen zur Publikalton, in welchen sowohl die dmch die genannte Novelle etwäßigten neuen Steucr-ätze als aach die um 5°/0 erhöhten Pouschalabschläge bereits berücksichtigt sind. . Konferenz der Nachfolgestaaten. Rom, 26. April. Die Konferenz der Nachfolgestaaten hält täglich vor- und nachmittags Sitzungen ab. Die Arbeiten der Finanz- und der juristischen Kommission sowie der Sub- Komitees schreiten rüstig fort. Zu den Verhandlungen über die auszufolgenden Archivgegenstäyde sind der Präsident der Akademie der Wissen-' schäften in Wien, Professor Dr. Oswald Redlich, und der Direktor der Wiener,Museen. Lohr, hier eingetrofsen. , - Behufs Studiums der Einrichtungen der Postsparkasse reist eine gemischte Kommission von hier nach Wien ab. Der nächste Transportarbeiterkongretz tn Wie«. : Genf, 23. April. Der Trattsportarbeiterkongretz hat gestern als Sitz des TranSportarbeiterverbaiches Amsterdam bestimmt und beschlossen/ den nächsten Kongreß im Herbst 1622 in Wie n abzuhalten. ' Zum Generalsekretär wuchs Fimmey und in den Generalrat wurden Vertreter der ScAveiz, Ungarns und QLkLLLLiÄL tomkx SftcftaAC acMütt. Telegramme. Wechsel im polnischen Antzenministeriunr? Warschau, 22^ April. (Privat.) Die so vielfach berichtigten Gerüchte über den bevorstehenden R ü cktrr tt d es Autz enmini st e r s Fürst S a p i e h a wollen nicht verstummen. Als sein Nachfolger wird von vielen Seiten der Nationaldemokrat D m o w s k i genamit, dessen Kandidatur mit den Bemühungen der Rechtspartei, eine Majorität im Sejm zu . schaffen, zusammenhängt. Ob freilich der jetzige Premier W i t o s an der Spitze eines Kabinetts verbleiben würde, tvelches sich auf eine ausgesprochene Mehrheit der Rechtspartei stützen mützte, ist noch zweifelhaft und manche politische Kreise sehen in Dmowski den künftigen Ministerpräsidenten,- . wenn die Bemühungen der Rechtsparteien, eine Majorität zu schaffen, von Erfolg gekrönt sein sollten. „Przeglad Wieczornh" dagegen registriert das mit großer Bestimmtheit . auftauchende Gerücht, daß der gegenwärtige Kriegsmüuster , General Sosnkowski an Stelle sSapiehas als Außenminister treten soll. EiK Manifest des ägyptischen MinisterprLfidenten. Kairo, 23. April. (Tel.-Komp.) Der neue ägyptische Ministerpräsident Adly Jagen erließ ein Manifest, in welchem die Wiederherstellung der gesetzgebenden Versammlung, die Abschaffung des Kriegszustandes, der Zensur und andere konstitutionelle Garantien versprochen werden. Aegypten soll ferrter die Autonomie erhalten. Die Schweiz NNÄ Exkaiser Karl. Basel, 23. April. Die „Bastler Nachrichten" stellen scsi, daß die Untersuchung über die Reite des Exkömgs Karl keineswegs ei geben habe, dan er die Schwei', über Genf verlassen habe. Ebenso mnickuig sei. daß d.rs polnische Departement die juristische Lage des Exkönigs durch einen Sachvcrsiändigen prüfen laste und daß der Exkönig die Absicht ausgesprochen habe, seinen Auientbatt nach einem anderen Staate zu verlegen. Die Optionen in der Tschecho-Slowakei Prag, 23. April. (Privat.) Die im Verfassungsgcsetz normierte Optionsfrift. wurde durch Regierungsverordnung für österreichische Staatsbürger, die nach „Sprache und Rasse" Tschecho-Slowaken sind, bis zum 30. April 1921 verlängert. Eine ungarische Ehrenaffäre. Budapest, 23. April. Graf Emmerich K a r o l.y i hat gestc rr» eine Erklärung veröffentlicht, die heftige Angriffe gegen den Abgeordneten Edmund Beniezkh enthielt. Sr beschuldigt ihn, daß er als wütender Antisemit von dem Gclde seiner jüdischen Frau lebe. Beniczkh hat durch Prinz Ludwig W i ndi sch grätz und Baron Geza Luka ssi ch vom Gcafev ' Emmerich Karolyi Genugtuung verlangt, der seinerseits den Feldmacschalleutnant Blasius von Däny und den gewesenen Abgeordneten Ladislaus A l m a ss h als seine Zeugen nominierte. Wie d^e Blätter melden, wurde ein Pistolenduell unter schwersten Bedingungen vereinbart. Die Grenzen des Tefchener Landes und der Arva. Mühr.-Vstvau» 25. Aptil. (Tjchecho-slow. Preßbur.) Die Abgrenzungskommission für die Festsetzung der Grenzen iw Teschener Land, in der Z-ps und Arva hielt heute eine Sitz««; ab, in der die Grenzen des Teschener Landes und der Arva definitiv bestimmt wurden, und zwar so, daß im wesentlichen die durch den Pariser Beschluß vom 2t. J»li v. I. f e st g e s e tz t e L i n i e mit Ausnahme einiger örtlicher Gtenzberichtigungen, die durch lokale wirtschaftliche Ber> hältniste diktiert sind, in Geltung bleibt. Die Grenzen in de» Z i p S wurden noch nickit festgestelll, da die schlechte Wütet uns das Terrainstudium nicht gestattet. Der SittlichkeiLsverbrecher als Mörder Wi«ten>NcvM>t, 23. April. (Privat.) Der in Tourlsten. kreijen bekannt« Gasthof auf der Hohen Wand war heute nachts der Schauplatz einer furchtbaren Bluttat. Gegen Mitternacht wollte der 31 jäfjrige Neffe der DourVenwirliu Frau Eli|e 25> t c Ve r, namens Johann W tief er, ein äußerst kräftiger Bursche, zuerst an der Wirtm und sodann art deren Schwester Anna Spannring em Sittlich ket ts« a t t e n t a t verüben. Die beider! Frauen setzten sich zur Wehr und es entstand ein Kamps auf Leben und. Tod. Pie hcrrtbebrängten Frauen riefen um Hilfe und es kam der Schwager der Wirtin, Spannring sen., herbei. Ms Spannring den Attentäter abwehren wollte, stach ihn dtzsstr tot. Die beiden Frauen gerieten neuerdings mit dem Wüteiidev in. "em Handgemenge. Wiefer bearbeitete nun zuerst die Wirtin derart mit Mejferstrchen, daß sie zusammenstürzte. Er verletzte sie im Unterleib so schwer, daß; an ihrem Aufkommen gezweifelt wird. Dann richtete sich die Wut des Täters gegen die andere-Dante, Frau Spannrhrg, die gleichfalls im Unterleib schwer verletzt wurde. Nach Der Tat wollte Wiejer den Gasthof in Brand stecken, indem er in der Küche Stroh mit Petroleirm getränkt anzündete. Doch hatte Frau Spannring noch so viel Kraft, um sich in die Küche zu schleppeii Mid das Feuer unschädlich M mache«. Wieser verbarg sich sodann auf dem Heuboden^ tvo er von der Ge nbarmerie aus Muthmmmsdorf fcfi«. iTfllHlWBMl'JI hALBCi BS 1fBfinft Mi BMuCnfflK iftMWiiHPfnfc

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