Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- Heft 802 (21.4.1921)
- Date
- 1921-04-21
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
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§tim MIT"" Wlentt ffiwgeiqnnji 2l. Äpill'Mt" -«ltnsgemeinbe, ohne Rücksicht auf Stratsbürgerfchast, Vttmrtttstung oder Geschlecht, einzuräumey, selbstverständlich auch »«ter Einschluß der Beamkeir der Kultusgemeinde. Diese bleibe« auch nach der neuen-Wühlreform vom aktiven wie Mm passiven Wahlrecht ausgeschlossen. Der: Jüdische Nationalverband in-Graz plant die -energischesten Maßnahmen,, urudie Verschlechterung des bisherigen Wahlrechtes ttt reaktionärem Sinne, trotz des Beschlusses der Mehrheit, unmöglich zu machen. ' , _ Die sanitäre« Berhättniffe der Inden in Sowjetrutzland. Einem Bericht Dr. Wawszyns, welcher in Gemeinschaft mit Do. Rosenblatt im Auftrag des Amerika» Joint Committee Rußland zwecks Studiums der sanitären Lage der Juden und zur Organisierung sanitärer Hilfe für.die russischen Juden bereift hat,' sind einige interessante Fe'stststellungen,.. zu entnehmen, die wir im folgenden wiedergeben: Wenn ich mich erinnere—* schreibt Dr. Wawjzhv —- wieviel Tausende, von Juden -.in- New-Uoxk mag-eukrank sind, muß ich •> konstatieren, daß die. Juden Ruftlandö'in dieser Hinsicht viel .besser drran sind." .Das schwarze Brot, welches mit Kleie..und oft'mit^Stroh. Untermischt ist, der Hung e r, die Unmöglichkeit,' sich zu. üüeressen, haben die Magenkrankheiten in - Rußland unter den Juden gänzlich abZeschafft. Auch, die traditronelte jüdische Krankheit, die Hämorrhoiden, sind . verschwunden. . Aber dies ist der einzige Lichtpunkt in den sanitären. Verhältnissen der russischen Juden. Abgesehen davon, daß Epide.mie utansende und a b e r ta u s e n de O P fe r fordern, ist’ die allgemeine IS ch w ach heit und S te rb lich seit her jüdischen.Bevölkerung so groß, daß sie in Gefahr schwebt, ihre Jugend zu verlieren. Die Kinder sterben geradezu aus, weil alle Mittel zu ihrer. Kräftigung 'fehlen. In der Ukraine allein gibt es über 350.000 Kinder,-welche ausgiebiger medizinischer Hilfe bedürfen. ,Die T n b erkulose verbreitet sich unter den Kindern so rapÄ», baß, wird, es nicht möglich, die Kranken zu isolieren, die Gesunden in Gefahr schweben, angesteckt.zu werden, und so. der Kampf gegen diese furchtbare Elendskrankheit vergeblich wird. Merkwürdig ist, daß vorläufig die Zahl der schwindsüchtigen jüdischen Kinder in Rußland proportioiral kleiner ist als . in anderen Ländern, obwohl die Verhältnisse, unter denen die Kinder aufwachsen, unbeschreiblich sind. Dafür aber sind mehr als 20-PwMt aller Kinder soschwach, daß die kleinste Verkühlung . ihnen.die Schwindsucht bringen kann. Eine jveniger gefährliche Krankheit, welche sich jedoch in großem Maße unter den jüdischen Kindern verbreitet hat. ist.der Favus. DieHwßd Verbreitung dieser Hautkrankheit, welche vorwiegend den Kopf befällt, ist anf die unhygienischen Verhältnisse, die heute in Rußland herrschen und von denen man sich in anderen Ländern "einen Begriff machen kann, zürückzuführe«. 15-000 biß 20.000 jüdische'Kinder leiden an Favus, es fehlt jedoch zur Heilung an ben nötigen Zlpparaten zur Röntgenbestrahlung. Es ist charakteristisch, baß trotz dev grauenvollen Zeiten des Hungers, der Aufstände, Bürgerkriege und Pogrome, welche die jüdischen Kinder miterlebt haben, ihr psychischer Zustand normal geblieben ist. Nur die Zahl der an Epilepsie und Konvulsionen Leidenden hat sich vergrößert, doch im Durchschnitt sind die Kinder psychisch normal und Erscheinungen von Psychosen, die man erwarten könnte, sind ausgeblieben. Unter den Erwachsenen jedoch sind ganz andere Resultate der schreckliche« Zeit zu bemerken. Unter den Pogromopfern befindet sich eine ungeheure.Zahl von Nervenkranken und Geistesgestörten. Unter ihnen sind allerlei Arte« von Melancholie und Manie zu bemerken. Die Irrenhäuser sind üderfülltu,..d Hunderte von Irren gehen unter.der übrigen Bevölkerung herum. Es wurde.ßestgesLellt, daß. der größte Teil der Nervenkranken, und Geistesgestörten Frauen sind, die besonders während der Pogrome zu leiden hatten. . . ' *; <•- Der Pogromschrecken hat jedoch die jüdischen Frauen auch in andei-er Weise gesundheitlich ruiniert-'Tausende und Abertausende geschändete ’ Frauen wurden v enerisch an ge steckt. Da sie in ihrer Verzweiflung sich scheuen, medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen» vcrbreiten sie die Krankheiten in ihren Familien - und geföh.den damit die ganze Bevölkerung.. Ja'es besteht die Gefahr, daß die kommende Generation zumeist aus Degene '.erteu und Idioten bestehe/ Hunger. Mangel an Wäsche, Seif« und Kleibern haben eine Anzahl sonst nicht beobachteter Krankheiten unter dett russischen Juden hervorgebracht und fördern auch die ständigen Typhusepidemien. Die allgemeine Körperschwäche und Unterernährung hat eine gvsße Zahl von pathologischen' Erscheinungen hervorgerufen. Nach der Ansicht Dr. W a tv s z y n s ist di« Anwendung aller Mittel notivendig, um die russischen Juden vom Untergang zu retten. Letzte Nachrichten. Deutscher Reichstag. Berlin, 20. April. Bei der Beratung des Gesetzentwurfes . über die Grenzregu-lierung . im Saargebiet weist Abgeordneter Korell (Demokrat) darauf hin, daß-'die'-Entente Forderungen stelle, die über den Friedensvertrag von Versailles hinausgehen, ' und nimmt für den Reichstagdie^ Wahrung, des RechLsstand" Punktes in Anspruch. Das Saargebiet werde von den Franzosen wirtschaftlich ruiniert, um die Deutschen aus dem - Lande zu vertreiben und durch Franzosen zu ersetzen. Ein Antrag der Kommunisten, den rn München wegen Hochverrats zu zwei Jahren Gefängnis verurteilten Abgeordneten Wendelrn Thomas sofort aus der Haft zu befreien, geht nach unwesentlicher Debatte an den Ausschuß. Es folgt ein weiterer Antrag der Unabhängigen, der die Aufhebung der .Ausnahmsverordnungen und Ldr Sondergerichte verlangt undvom Abgeordneten Rosenfeld begründet wird. Redner erklärt: Das Siegessäulenurteil und das Verhalten gegen die „Rote Fahne" stehen in einem krassen Gegensatz zu der Verfolgung der Kapprsten und Kriegsverbrecher, die man gestern in Potsdam in aller Bequemlichkeit hätte fassen können, wenn man gewollt hatte, und sei nicht geeignet, den revolutionären Geist der Arbeiterschaft zu zerschlagen. Justizminister Heinze widerlegt zunächst die Annahme, als seien die Ausnahmsger'chbe einem Rachegefühl gegen die Arbeiter entsprungen, schildert dann, das ganze Milieu in Mitteldeutschland, das die Regierung zu den Ausnahmsverfügungen veranlaßt habe, und betonte, daß so abnvLmale Vorgänge nicht-auf dem normalen Wege erledigt werden konnten». * Ein : Verfassungsbruch liege nidjt fror* denn J 48 der Verfassungermächtige den Reichspräsidenten, im Bedarfsfälle gewisse Gesetze abzuänhern. Andererseits bitte er, von allen Abänderungen des Gesetzes Abstand zu nehmen. Die Gesundung des Volkes werde umso schneller er-. folgen, je mehr sich die Ueberzeugung Bahn breche, daß wieder GerechttMit herrsche und daß. Verbrecher ihrer gerechten Strafe nicht entgehen. Die Partei der ungarische« kleinen Landwirte verlangt die Bestrafung der Karlisten. Budapest, 80. April. (Un-. Tcl.-Korr.'Bur.) Die Pariei der kleine» Landwirte hat in ihrer heute abends abgchaltmrn Kon» ferrnz e:ue Resolution: gefaßt,"in der die unbedingte und iviortige Enleityng enrrgkscher Schritte seileuS der ungarische» Reg,ermrg gefordert w.rd, um die im Zusammenhang mit der Reise Kar! IV. gegen Gesetzartilel I ex 1920 und gegen die verfassungsmäßige Rechtsordnung gerichteten Angriffe zu ahnden, sämtliche Teܰ nehmer an dem versnchre» Staatsstreich zu eluirren »nd sie auf gesetzlichem Wege im Berammorlung zu ziehen. Frühling im ukrainischen Flkchtlingsheim. Um wieviel milder, nimmt es sich in. der gütig wärmenber: FrlchiingösoirnL aus, daS herzzerreißende ukrainische 8liWlittLse!end. . Der> Los -.der: Qfenfabri-k. in der . Strada Dul Lur, in deren ztveistöckigem Anbau derzeit 400 Flüchtlinge vom Bukarester Hilfskomitee beherbergt werden, ist hell von Sonne. Sie hat das Kotmrer austvocknen mitgeholfen, das den auftauenden Platz noch bis vor kurzem erfüllte, unb bie Pein hat nun ein Ende, daß die Flüchtlinge mrt ihrem zerrissenen Schuhwerk durch feine Pfützen waten ober stundenlang darin stehen müssen, bis sie an die Auskunstsschalter gelangen können. Wie wohl tut es, aus der dumpfigen Lust, des Massenquartiers in dieses Stückchen Hof hinauszutreten. Nicht ganz so erbarmungswürdig sehen sie mehr aus, wie in dem grauen Winterlicht, da sie in ihrer unzulänglichen Kleidung vor Kälte zitterten und der eisige Gram ihrer heimatlos gewordenen Tage und ihrer grauenvollen Erinnerungen, ihre erfrorenen Gesichter schmerzlich verzog. Die Sonne küßt ihnen bas Weh aus den Falten um Mund und Augen, bringt langsam., mit ihrem tröstlichen Zuspruch durch die Kruste von Leid bis in die zucken!»» Herzen und entzündet darin wieder nach langer, langer Zeit das wohlige Gefühl, zu leben' und zu ahmen, die leise Hoffnung auf die Wiederkehr froher Tage, 6eu erloschenen Glauben an Glück und die Zukunft, trotz all des unausrottbaren Wehs auf dem Grunde ihrer - Seelen. Die Kinder, die so blaß und Ml geworden waren, nach dxn Schrecknissen, die ihre jungen Tage bisher erfüllten, finden das Lachen wieder und die Freude am Spaß, uyd die Schoßkinder, die ganz verwittert und apathisch aus ihren Lumpen herauslugten, bekommen Farbe und Lächeln in . ihre Gesichtchen und beginnen zu strampeln. Aus der'Bewegung, mit der sie die Mütter an sich drücken, spricht nicht mehr bloß die Bangigkeit vor dem Argen, das den kleinen Blüten in diesem unsäglich grausame« Leben Seschieden sein mag, sondern endlich wieder ein bißchen Mutterfreude und Mutterreichtum. Eine der FluchttingSfrauen, eine beleibte Person «nt kurzen, braungelockien Haaren und einem begnadeten Mundwerk, durch das sie ihren drei Sproßlingen schon so manche» Vorteil erredet haben mag, füllt den Hof mit ihrem Jubel. Sie hat endlich nach monatelang«» Harren das notige Reisegeld von ihrem Manne aus Amerika empfangen, zu dem sie, wie so viele andere Flüchtlingsfrauen, nach zehnjährigem Getrenntsein reist. Die anderen'Flüchtlings freuen sich mit ihr und wünschen sich seufzend m dieselbe Situation. Wie gehrt das-qualvolle Warten an ihnen allen, seitdem sie - sich unter hundert Lebensgefahren über - die Grenze gerettet Hoden! -Welck-e Ewigkeit, bis sie die erste Verbindung mit. den' Vervon wandten m Amerika Herstellen können/ acht - Jahren nichts mehr gehört haben, - deren' Mvesse sie viel«, fach nur ungenau kennen, so daß man -sie' erst" auf ürngvlÄ Umwegen ermitteln muß. Ein Brief hin und. zurück, braucht sechs - bis acht Wochen und ein Telegramm. kostet Tausende:; von Set. Welche Tragödien, wenn - dann der Bräutigam .oder der Mann, die hmüLergegangen sind, um drüben dm Existenz.. für'-, ihre Familie zu schaffen, in dem' aufreibenden Kämpft. gescheitert sind, weiche - tröstlichen- Ueherraschungen, tvmrn die' - armen- Verwandten - von einst von 'beträchtlichem Wohlstand berichten, den -sie mit ihren schwerbetroffenen. Angehvrigchr^ aus der Ukraine zu teilen - herzlich' bereit sind! Sie schicken alleswas die Hinüberreise verlangt: die allen Rechtens autz-' gestellte und von den amerikanischen Behörden beglaubigte Forderung, die zitternd erwartete - „TreLowanie'', die de» . Flüchtlingen erst erlaubt, um die - Einreise nach Amerika^ einzureichen, wenn irgend möglich, Geld, zum lleberdauern der ’ langen Zeit, bis die Reisepapiere beschafft werden können, die teuren. Schifsskarten samt der Kaution, diedie Vereinigten.sStaaten von asten Einwanderern .verlangen.! Und; nun, , da man alles. endlich, endlich in. der Hand beginnen .die ,unzähligen. Irrwege durch all die verwickelten .. Vorschriften, die als Barriere vor jedemnach Ameriko-MSwandernden errichtet sind und' deren 'schrittweife Ueherwlnduug manche bas letzte Herzblut kostet. Wehe. de« vielen,die. btt nicht; mit Lonsevbevn «achhelfen können, den vielen, die «h^ Reisegeld geblieben sind oder die es^trotz äußerster Sparsam-' keit zum Teil wieder verbraucht haben und es sich «ün'zu-' sammenleihen oder vom Hilfskomitee erbitten müssen. Das." Hilfskomitee läßt sich dies nur ber zähester Belagerung abringen, denn es muß bei seinen kargen Mitteln und den Riesenanforderungsn, die die Mässenhilse der Flüchtlinge mc sie stellt, äußerst Haushalten. In die Hünberttausenbe"gehen dke ' Rriseunterftützungen, die ausge^ahlr werden müssen.- Die Fonhs/ die däs . Komitee gesammelt hat und aus denen die . In« stall:erung und Instandhaltung der Massenquartiere, die Be«/ Zahlung einiger Angestellter, die Beköstigung der Flüchtlinge bestritten werden muß, schmelzen aus diese Weise rasch zu« sammen. Aktionen, neuezu sammeln,- schlagen auch schon . fehl,'.so wie jüngst der Purimball, den einige wohlmeinende Frauen zugunsten der ukrainischen Flüchtlinge veranstalte» wollten. Da erzählt , die kleine, zarte.Gymnasiastin mit dem bleichen, lieblich-sanften Gesicht von den Kunstbegabten unter, - den Schickfrlsgesährten, denen mit dem Frühling seit einigen' Tagen das Singen wiedergekommen ist. Die Idee tancht in uns auf, die Flüchtlinge. selber sollen einen Abend geben» durch, den neue Geldes: gesammelt werden können. Wir gehe« in die Schlafsäle, um die Regisseure aufzutveiben. Auf de» eng aneinandergereihten Betten sitzen und liegen die Leute umher mit trüben, kummerzerfreffenen Gesichtern. . - Unser Vorschlag bringt Leben unter sie. Die Talente melden-sich, die anderen sind , mit Einfällen und Ratschlägen zur Hand» leidenschaftlich wird eine -Gelegercheit ergriffen, sich aktiv, zuzeigen, die nicht im Kehren und Scheuern besteht, und ploHlich hat da§ Flüchtlingsheim.. einen anderen Gesprächsstoff bekommen als das erlebte. Entsetzen . und die . bange Sorge um Beschaffung von Patz- und Reisegeld.. Bukarest. Dr. Radja Orttstein.,; ■ y * Die streikenden Leser. „Samt kommt endlich der große Wind, der unseren arischen Intelligenzlern das Hirn rernblasen wirdT* fragt die „Reichspost" mit sehnsuchtsvoller Klage. Solange nämlich die arischen Intelligenzler noch etwaE drin haben im Hirn, lesen sie erfahrungsgemäß lieber dtze. .Judenblätter^^ als die antisemitische Schriftleiiberpresse, und, zwar bezeichnenderweise auch daun, wenn sie sich rn dep. Praxis zur selben Weltanschauung bekeimen, deren Theorie ich de«christlichsozialen und beutschnationalen Druckerzeugnisses verzapft wird. Ein Freund der „Reichspost hat dieser feiitieij betrübende Beobachtung übermittelt, daß dieselben Leute, bief, rm- Bierdunst der Kneipen ober Wählerversammlungen besj Massensuggestion des Heiko- »md Hepp - Hepp-GeschieiS erlies»,! sobald sie allein und nüchdev» sind, gar nicht daran denken»! das demagogische Geblödel antisemitischer Bolksbeglücker cmchs noch schwarz auf werft nach Hause zu tragen. Unverantwort-, licherweise finden sie jedes belrebige ,ZubenblatL^ für; amüsanter — auch dann, wie die „Reichspost" schmerzersülli konstattert, ,Mnn sie nicht aus Geschäftsrücksichte« —- ßnnjs Kurse ober Warenpreise auS allen Ländern zu erfahre» —s gezwungen sind, ein solches Blatt zu halten, wachs auch dies Alfrede ber Politiker oder Schriftsteller haben,' daß sie btt; Meinung des Gegners kennen lernen müssen, um ihn bekämpfe^ zu können". D»e „Reichspost" findet eS also immerhin selbst-; verständlich, daß ein Kaufmann, der in der Zeitung reale! Informationen sucht, zum „Judsnblatt/^ greift. Vaßj aber jeinanb auch', außerhalb tzeschäftticher Rücksichten wirlliH instruktive Berichts, den antisemitischen Windbeuteleien und: ^Hirngespinsten vorzieht, kann stt. nicht. begreifen und ent», schuldigen. Sie mutet allen Ernstes erwachsenen Menschenzu, ihr politisches Interesse mit Gruselgeschlchttn von jüdischen Weltverschwörungsplänen und ähnlicher geistiger Nahrung afo speismr zu lassen. Und damit die Phantasie der '„christlichgermanischen Bolksaufklärer" nur ja möglichst sessektts «beiten/ kann, wünscht die „Reichspo^, daß die gegnerische Presse nach/ Art der auf dem Index stehenden Bücher nur von' solchen Leuten gÄesem werden darf, btt stch zu ihre? Diderlegung verpflichten, also bloß von Schriftstellern «nd „Politikern" (das Matt meint wohl BernfSpolittttr, den» Polittker soll doch in einer demokratischen Republik jeder Bürger, seinl). Die Erfüllnng dieses frommen Wunsches würde: auf die einfachste Weise die Derleumlnrngssucht und Berlogenheit der teils „sittlich - religiös", teils „teulsch - rdealistisch" orientierten Schriftleiter der letzten Hemmungen beravben und daher rührt der christliche Stoßseufzer «ach dem große» Mnb, der btt arißhen Gehirne remfegen soll, bis sie si» leer werben wie di» der auttstmittsche» Federhelom und s». fitt derm l^eS-wLmktt empfänglich. t!^ .i! I!;i f [fi I l!;;f | m