Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- Heft 802 (21.4.1921)
- Date
- 1921-04-21
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
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Heile « . Me», Doimerslrtz Grase» Tiszu in enger Verbindung stehen «rö sich «ameatlich auf die Vorbereitung des Mordplaae-deßiehen. Hüttner erklärte, Friedrich habe gesagt, «Ne seien Feiglinge. Hüttner habe sich erböfig gemacht, de« Grafen Lfiza -n verhaft«. Don einem Morde wollte er jedoch nichts wissen. Uns die Fragen des Vorsitzenden gibt der AN- Ueklagte an, er wisse nicht genau, wer Tis za erschossen Habe; er wisse nicht so viel, daß sich Dobv stetdamit gebrüstet habe, Tifza nisdergeschossen zu habe«. Er könne aber auch sagen, daß Horvath erklärt habe, ge habe Tifza aus dem Leben geschafft. Tagesbericht. Zionisten! Am 24. April fährt sich zu« erste« Malt der Tag von Sau Remo, der uns in «Mer Form Rechtens Palästina virdergegrben hat. Ungeheuer groß find die Ausgaben. die vor uns stehen, und dementsprechend große Nittel müssen wir für die verschiedenste» Zwecke de» euch verlangen. Vir kennen die Opfer, die jeder von euch bringt. Darum hat sich die österreichische Parteileitung die -auzen letzte« Jahre bemüht» ihr ordentliches Budgki ans den Eingänge» an ordentlicher Parteistener zu decken, um eure Lasten nicht »och z» vergrößern. Run aber sind die Anfgobe» zn große geworden «nd wir köanen «uftre Organisation nicht auöbanen, großzügige Propaganda nicht betreibe», wen» ihr nicht besondere Mittel zur Verfügung stellt. Es «uh euch klar werde«, daß letzte« Endenach die Arbeit des Keren Hajeffod, des Lattoualfond-, »useres Schulwesens, unserer Fürsorgnnstitutione», unserer Turn- und GportverbLude, unserer Jugend, gruppe«, unserer Chaluz-Fürsvrge davon abhängt, ob die zionistische Organisation als solche stark «nd groß ist. Mit ihr steht »nd fällt alle andere Arbeit. DaS müßt ihr einfehe» und darum müßt ihr außerordentliche Vertrage zum ParteifondS leisten. Zionisten, zahlet oaßerordentlich» Partersteuerf DaS Zionistische LandeSkoMkiee für Oesterdeich, , Wien» 2. Bezirk, ZirkuSgaffe 33. Für die jüdischen Blinden! 1 Der Lebenskampf ist für die Blinde» aufreibender älstir jeden anderen, ja er ist aussichtslos, wenn nicht zweckentsprechende,, werktätige Hilfe kommt. Gelingt er einem ledigen Minden, überhachtt irgendwo rin ärmliches Kabinett zu finde«, dann duldet die Vermieten'' nicht, daß er in der Wohnung sein Gewerbe aiiSLKt. Als Gehilfe ist er wieder ein besondere- Slu-beutungSobjekt. Trotz qualifizierter Arbeit werden Spätererblindete als HirfSaröeiter entlöhnt und können nicht da- Meistexrecht erreichen. Der kleine blinde Meister verfügt aber über zu geringe Mittel» das teure ArbeitSmatericfi im Großen zu kaufen und Vermag sich auch kaum ein genügendes Absatzgebiet zu schaffen. Wertvolle produktive Kräfte sind eS. di« durch. solche Umstände zur Untätigkeit und zum größten tzlend verurteilt werden. Dagefertigte Propagandäkomiwe hat e» sich daher gar Aufgabe gestellt, den Plan de- Hilfsvereinder jüdfichen Blinden, ein Ledigenheim sowie «ine Kietschaft-i» »nh Produktivgenossenschaft der jüdischen Btrndyi zu schaffen, aufs tatkräftigste zu fordern, und gibt zu diesem Zwecke binnen fünf Jahren zurückzahlbare, unverzinsliche Anteilscheine zu 600 und S. 1000 heran«. Kein Sehender darf eunterlassen, eine« oder mehrere Anteilscheine zu zeichnen. Er wird dadurch an. einem Werke mitgckairt haben, welches ein herrliches Zeugnis für daim Juden tunt lebend« Brudergefühl darftrllen wird. Anmeldungen auf Anteilscheines diesbezügliche Anfragen «nb etwaige Spenden find an die Geschäftsstelle des Hilfs- Vereinder jüdischen Blinden» Leo Dem«. Wie«, 17. Krauengasse 8, zu richten. OberrebiNer Dr. H. P. Cbaje Dr. r-opaldPlaschkes. Grnmnderat, Frau Drrta Berger, Karl Blum «.Abraham B o « z e. Fra« Lotte K e m p l«r, Negierungsrat Ing. Joses L ö w tz, Hermann B1 aschke Brzirksrat, Regmuna-rat Rndolf T a s s j i g. Prof. Moses Ratd, Prof. Dr. Wilhelm Stein, Ignaz Stern. Eisig T o r eg h n e r. -r» D e» «, Obmann. Siegst. Abele s. Obrnauustellvertreter de- HÜftvereineder Mischen Bllvdcn. Der Vizeköntg von J»dle«. Lord Ranving- Indantn«. ' Unser Londoner Berichterstatter schreibt »ns: Lord Readings Ernennung zumBlzekönig von Indien,Hut, wie bekannt, die gespannte Aufmerksamkeit ganz Englands wiederum auf de« Man« gezogen, dessen Karriere geradezu märchenhaft genannt wurde. Seine Berufung «uf seinen neuen Posten erfolgt in einer 3eit, da Indien wieder einmal eine Fülle fast vul-sbaver Problwue für dis englische Staatskunst zu biete« schckiut und ba nicht «rve Unruhen mck Aufstände, sonder« vor alle« die waltige »Ieou eoopevation"-Brwegung, der pas,ive Widerstands die Grundlagen der ganzen indischen Verwaltung «ck de« Zusammenhang Indiens mit de« britischen Weiche zu zerstören droht. Die ganze englische Oeffent- LMtt jat erbumt, daü Lord R eadi.ua bei» veraut- Mene» «VrgeuzeUuus 11>>■ w ui i . .. — -.■.■—»*»■> >■., »n*..,..t.» für ihr» Waren |pewinneii Sie durch Inatrtion in oiuerer Nummer vom Sonntag den 24. April 1.1 welche ab r mit einer literarischen Beilage, m verstärktem Umfange mit der Spezialrubrik; „Export-Import“, erscheint, Dieselbe wird «heb als Ansiehtsimnomer für unsere Auslandspropaganda vertrendet und in mehreren tausenden Exemplaren tu das geparetc Attalmd, insbesondec* o«M Polen» Jugoslawien» Tscffechu-Sitoaftef* Rumänien, Italien und England versendet werden. Daher erhöhte Wirksamkeit dir Insertion bei normalem Anzeigentarif. Inserate werden entaegengenonimen i kn unserer Administration, II.,Taborstrassei, sowie von allen Annoncenexpeditionen. Auf telephonischetl Anruf (Nr. 44-0 SS und Nr. 43-3-19) Besuch durch ' unsere Vertreter. »i« wortlichrs Amt unter ganz besonders schwierigen VorocuLse^ungen auf sich nimmt und h. t verstanden, daß feine Ernennung erfolgt ist, weil gerade er der Staats» mann ist. der allein die Sachlage vielleicht zu beherrschen in der Lage fei« totrb. Ein f:e:;;ec K-eis der englischen Presse hat natürlich hie Gelegenheit nicht verabsäumt, die Ernennung Lord Readings aus a n t i fenri t i f He n G r st nd eu anzugv^ftn. Die übrige englische Presse hat zu diesen Angriffen entweder verachtungsvoll geschwrcgeu, oder ihten Komntentarert ypd ^ErwiveeMF>n ,die. F)rm gehen, daß Lord Ridings Judentum mit seiner Berufung -stuf deinen t«r höchsten Paste«' des britischen Reiches nicht« zü tun hat und nichts zu tun haben darf. Diesen Standpunkt haben im allgemeinen auch die Mischen Zeitungen Englands eingenommen, die im übrigen ihrer Genugtuung unverhohlen Ausdruck geben, daß die englische Regierung einen jüdischen Staatsmann beruft, um eine so verantwortungsvolle und für das ganze Geschick des britischen Reiches entscheidende Ausgabe zn übernehmen. Es war nicht -ferneliegend, an die Analogie'zwischen Dis ratz li und Lord Read tag zu erinnern. Lord Read in'g Hut England verlasse«, nachdem er auf unzählige« Abschiedsbanketten gefeiert worben war. und hat auf der Mise nach Indien in Aegypten Halt gemacht, den Sekretär des Solonialamtes Winstou Churchill und Sir Herbert Samuels den Oberkoinmissäv von Palästinas gesprochen und so auf seiner Reise in sein neues Amts gebiet wenigstens die Grenzen des Mischen nationalen Heims gestreift. Wenn er dabei an sein Judentum wiederum erinnert worden ist das er übrigens niemals verborgen hat -r* so hat ihm dies vielleicht dir Antwort in den Mund gelegt, die er sofort nach feickdr Ankunft i« Indien zu geben hatte. Er ist am 2. April in Bombay gelandet und in feierlichster Weise begrüßt worden. Die Stadivertretung überreichte ihm eins Abresse, in wäfi^r anscheinend a«f sein WM-' tum Bezug genommen worden ist, denn in seiner Antwort an den Stadtrat, meldet Reuter, erwähnte der Bizekönig: „Die Stadtvertretung habe Mzug genommen auf sein altes Volks tum (auclent rare); er wolle gerne sehe«, ob nicht vielleicht dank eines glücklichen und undefinierbaren Aktes des UnterbewußtseinS sein« Abstammung, sein Verständnis d«e Ziele, Aspirationen, Freuden imb Leide« des indischen Volkes beschleunigen find erleichtern und ihm helfen werde, die nahezu unartikulierten Schreie und das «nhorbare Raune« der Massen zn verstehen, die zuweilen am Meisten leiden und denen es doch noch schwierig, wenn nicht unmöglich erscheint, ihre Warte zum Ausdruck zu bringen. Wenn sich die Erwartungen, die in diesen Dorten zum Ausdruck kommen und anscheinend auch im indischen Volke irgendwie lebendig find, erfüllen sollien, so würde sich aus diese Weise tatsächlich bas Mittlertum de« Jude» zwischen Orient uno Okzident, zwischen Europa «nd Asien, bewäbven. Chasfidtfche ANzrehvngSkeast in AmeVwL Die chassibischen Juden, welche nach Amerika gewandert sind, blieben in vielen 'Fällen ihrer Anschauung «ck Mtz» Rabbis treu. Letzte m die ÄrrhLltM; iy der; \ 'Jtä AprL ISSß - ' ' . y Judcnheit bcu cmcrlkanischett Juden die Möglichkeit bazr» geben, trachte» die in Amerika lebenden Chassidüir, thr« RabbMn iä ihre Nähe zn ziehen. Diest eigentümllche Grschekmmg ist eine Art erleichtert« Wallfahrt. Schon mehv-'' fach wurde über die Reise und den Empfang chassihischer Wabbrnest gemeldet. Nun wwmt die Nachricht, Äh der Räbbi von Romanow in New-Vork anseldmrnen ist. Darüber schveibt ein N«y-Torker Platt «. a. folgendes: u *2}o3 jüdische New-York beherbergt fttt «snige» Tagen einen Wust«» Gast, den Rabbi von Romanow, dessen Gesicht schon auf Ungewöhnliches hinweist. Er entstammt nicht nur «ine« vornehmen Zaddikimgeschlecht, .sondern ist selbst ein großer Gelehrter, der wertvolle Schviften verstißt hat. ßx wohUte in den letzt«» Jahren fit strakan, wo Thassibirrr E ' Galizie» «nd auch avS Pöltzn in tzroher Zahl zu ihni pilgerfim. i In. zwanzig Städten Polenhaben feine Anhänger ihre „Stttblach^. Wetne amerikanischen Anhänger habe» ihn nun ' nach lautzer Mühe bewogen, die Resse »ach Rew-Dork «mzntrcken. Sie bereitttmi. ihm etneü enthnsmpischm Empfang. ‘ Zehntcmsende von Mmn des Lastend von Sfisv-Gork be- : WillWnnte» de» Kabtt fiel seiner AnvMst. Als er Lurch die Judengassen zur Mogen-Wm»hom.Gch«Ü 'der' Duktas Jüden § fuhr, KaLen LH« Huiwerte vo» Automobilen büS Geleit. ' IN Ler SclM wtnche er von RaMnen und Tälmudgelehrte« r sind mit Mefans des bekannte« Chaim Jöfftle Rvsenblstt > begrüßt. Pogr»Miste»zy«tsm»s. M fit »och in frischer GeiNnernttg, Wälche Antawn die ' Valachowicz' and seine Banditen an dL» Juden begangen habe«, diesslbar, mit deren Hilfe der bLkannte E a «in k o w eine «eue Aera der Befreiung Rußlands ankündigte. Nu», ' da die verfchfidenM Dauern- und Kofarmanfitände, die «ach ' den letzte« Veldumgen bereitzehn Gouvernements erfaßt > Habs», den SawinbowS. BaLachowirz' und ihresgleichen neue Hoffnungen geben, .erscheint i» Sawinhawr Organ »Swohoda* vi« Aufruf a» die Jude», der als Dokument - des g««isisnlosest<n Zynismus der Pogrompolitiker feftge- > halten zu werde«, veddieut. Es heißt dort Unter anderem: »Jude«, kan» man die Leiden eurer Vorfahren mit dem ' uneGörien Weh vergleichen, das fetzt iÄer da» auSerwählte > Volk getoättneft ist? Kann man den Pharao, der eure Ur- . shndn gepÄniA hat> Mit Lenin, Trotzki und ihren Rumpansn VcrKeichsn. durch deren Wördcrhände hunLerttaufÄwe jüdischer Mchne und Töchter nMgefimrmen find? Sich wieviel : leidet ihr Noch jetzt, chr GanftMütigen und Friedlichen^ ' ' »Tehniausentze von" veetriebekwn Mische» Famssien. flüchten in da« ferne Amerika und verlassen, was sie in < blutig-harter Arbeit erworben Howe«, verlassen die schönen; Gefilde ihrer Mutter Ukraine. All dieS ifi über euch gekommen, ihr ehrlich «cheitende« Wischen Bürge«, durch jene unerhörten verbrecherische« Äorptaten der Kommunist«« und ihrer Führer/ ßptifai nicht die Erlösung »an vtu. Wassern PabelS*, ihr werdet sie dort Nicht finden. Unser allgemeines Befreiungssymbol fit der erbitterte, entschlossene stampf gegen eure Peiniger, gegen Raub und Mord der Verbrecherfichen - AvmmuNistenauSwürflinge. Und da wende« wir »»S an euch, an die jüdische Gemeinschaft: Vereinigt euch mit u«S in geschloffenen Reihen zum Amnpfe. für unser und euer Recht 1* „Die Zeit ist da, n« gegen iRoskan zn mrschieren, wo die euch und uns geraubte Habe liegt, wo man Ordnung und Friede Machtet!. Fort Mit de« Abscham» der kÄMunistt-.. scheu Kommissare! Etz lebe Pie «nabhLngjge dechokvatfiche llkvaine! ES labe in ihr das europäische Palästina 1 Es leben t» Frfidefi mch Rrche daukrainische und da» jüdfichtz^ Ä>ll!" G» sprechest die, welche den Ruin der gesamte» jüdischen Bevölkerung in der Drain« auf ihre« Gewisse» hoben. sind daß Lnga» Gäwinkow,-, de- Kompagnons de- Pogrom-Bolachowier. glaubt, efet Aufruf genüge, vnt die jüdische Bevötterrmg der ükvame vergesse» -» machen, wem sie ihre Leide» verdankt Daß fit der brutalste Zynismus, der je geüdt wart! GS handelt sich natürlich der sckmosen Kumpanei ScavinkM-Bcckachowiez mit diesem Aufruf nur Harn«, ihren tu Europa durch den schornlofe» Pogrom- ' DandttiSmu» stark gefunkene« politischen Kredit zu heben, warn es in RuUand doch »zn etwa«' firmmen sollte und dabei l die Juden in ihr Retz zu locken, um unter d«n Schein einer demokratischen Pckkitik weiter ihr lohnendes Räuberhassdwerk an de« Juden zu üben. BäNdiiemnoral! Die «ahlrefsr« 1« der Grazrr K«tt»<ise«einde. Man schreiht mw q»S Graz: Die Mische Bevölkerung hat jahvekandm Grazer KsiltUSvat gedrängt, die bisherige reaktionäre Wahlordnung durch eine «eue zu ersetze«, die de» gegrntvärtigeu pvlitischLn Anschammgen gerecht wird. Die, reaktionäre Mehrheit der Zkultusgemeinde hat «umnehe eine Reform Lurch Ginsühruug des PvoporzionalwahlrechteS beschlösse». Für diesen Pesthlntz war MrLdtngS nicht da- Bo-. strebe» geltend, den gegenwärtige« Anschauung« gerecht ^. wtOeri. sondern lediglich die Befürchtung, daß bei Fottdcheheu der gegeuw-rUg« Oahkvrdnung. Lte Jüdisch««tioualen^ die n»wrd«Wä^een derettrin desMehehait fett» dürften» sSntUiche Sitze bei den Reuwohie» einnehm« könnten. Durch baS Propsrziouaktvahlvecht hofft die eeaktionäre Mehrheit, sich - bet Len AmtvghdeN weNigsMS «ine snsehtckiche OttickwryeDr zu sicher«. Die do» der reLkttonüren Mehrhett beschlossene Wahlrefvrch Mt eine BerschlechterUng datz bisherigen Wahlrechtes Mr, indem m Wahlwchr. das bvhes allen htttuSsteüetpflichkigen tzuLe»> btt der StawSglMetnde aü» Mstand, wwmtchr im nwfÄUichs« aüf jewe beschrSntt »vttL, die die öfierretchtfche GtaatSdürgerschrft besitze». Die veakttonäre Mehrheit lehnte Mtliche Anträge der jüdisthnationalen KultnsrLte ad, die daraus HLnMt«, da» aktive «ud vassive Wakfimcht, MttaltzckwM der