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Wiener Morgenzeitung · 1921-04-17 · Heft 798 (17.4.1921) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
3 (1921)
Issue
Heft 798 (17.4.1921)
Date
1921-04-17
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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SK.7SS ßtQitni Tlmnlatz Äviener Movge«renM« 17. Aprll' Ml /Seite 5 Interview sich' als ein ganz neuer Stephan Friedrich! der Wett vorzusttllon. Dieser erste Ministerpräsident des weißterrvristischen Regimes, UMr dessen Regierung die opferreichsten Judenpogrome möglich waren, hat wahrhaftig eine eiserne Stirne, wÄm er einem Redakteur des „A NaP" gegenüber von sichi unter anderem folgendes zu sagen wagt: ,^Zm August 1^19 erfuhr ich, daß die erbitterte und seinerzeit von den Kommunisten verfolgte Polizei mit den verhafteten 8dömmunisten'allzu strenge verfahre und manche von ihnen sogar häufig prügle. Ich selbst begab mich zur Polizei und gab 'dort die Weisung, daß die in Verwahrungshäft befindlichen Kommunisten, unter ihnen auch ptto Korv in-Klein, sofort der Staatsanwalt überstellt werden. Menschlich kann ich einzelne Ausschreitungen, vielleicht noch verstehen; ich' kann auch das plötzlich ausbrechende Volksgericht begreifen; aber billigen kann ich es als der Mann der Rechtsordnung nicht und habe solche Handlungen immer verurteilt- Ich weiß ganz genau, daß ich dem Judentum anfangs ein Dorn ■ im Auge war. Ich glaube jedoch», daß, wenn man jetzt die Inden abstimmen ließe, sehr viel Stimmen auf mich entfallen würden, denn wenn sie offene Augen'haben,, so konnten sie darauf kommen, daß. obgleich ich mir die.Erneuerung des/christlichen und nationalen Ungarn zum Ztttt gestellt habe, dies nicht soviel bedeutet, daß derjenige Jude, der im übrigen ein guter Ungar ist und niemals gegen sein Vaterland und gegen die bestehenden Gesetze. sich vergangen hat, wie ein gehetztes Wild behandelt werde." Tagesbericht. Zionisten! Am 24. April jährt sich zum ersten Male der Tag bo« San Remo, der uns in aller Form Rechtens Palästina wiedergegeLen hat. Ungeheuer groß sind die Ausgaben, die vox uns stehen, und dementsprechend große Mittel müssen wir für die verschiedensten Zwecke von euch verlange». Wir kennen die Opfer, die jeder von euch bringt. Darum hat sich die österreichische Parteileitung die ganzen letzten Jahre bemüht, ihr ordentliches Budget aus den Eingängen an ordentlicher Parteisteuer zu hecken, um eure Lasten nicht noch zu vergrößern, t Nun aber sind die Aufgaben zu große geworden V»d wir können unsere Organisation nicht ausbanen, großzügige Propaganda nicht betreiben/ wenn ihr nicht ^besondere Mittel zur Verfügung stellt, f Es muß euch klar werden, daß letzten Endes auch die Arbeit des Keren Hajeffod, "des Nationalfonds, unseres Schulwesens, unserer Fürsorgcinstitutionen, anferer Turn- und Sportverbände, unserer Jugendgruppen, unserer Chalnz-Firrsorge davon abhängt, ob die zionistische Organisation als solche stark und groß ist. Mit ihr steht und fallt alle andere Arbeit. Das müßt ihr einfehen und darum müßt ihr außerordentliche Beiträge zum Partcifvirds leisten. Zionisten, zahlt außerordentliche Partei st euer! Das' Zionistische Landeskomitee für Oesterreich, Wien, 2. Bezirk, ZirkuSgasse 33. Bisher find an außerordentlich» Parterstener folgende. Betrag« eingegangkn: N. N. K 6000; Lazar. Sandler, Jakob PmlaS, Dr. Dronno Pollak Parnau je K 8000; Ing. Stricker, Schenker GotteSmann je K 2000; Adolf Dohm, Jakob Brand« statler. Jakob Erler, Dr. Karl PoklahAkiwa Berger. Ssl.Paßwrg, Dr. Drfider Friedmann, Dr. Lanzer, Dr. Georg Weiner je ^1006, Mechel Holpern, Heim ich Lilienfeld, Hermann Klein, Norbert Ravpaport i« K CCO; M. Müller. Dr. David Rothblum je K 400; Dr. Artur Jmmergkück, Eskreis, David Nrbenzahl, Abr. Horowitz. Elsig Torczynrr, Saks Echmerler, Dr. Anselm Hakprrn je K 300; Jakob Tanne, Dr. Meier Präger, N. M. Racker, Dr. Max Bernhardt. Hermann Tropp, Benjamin Doll, Doktor Martin Förster, Isidor Gemisch. je K 200; Dr. Paul Berger K 160; Philipp Kantor K 80; Dora Nowak, Jakob Nowak je K 70. Zusammen K 33 820. Beträge übernehmen das Londeskomitre und die .Wiener Morgenzeitung*. Eröffnung eines Volkssanatoriums für jüdische Lungenkranke durch denIoint. Ein nsner Zweig der I. D. C. - Krankenfürsorge. — Die »Vchweizerei" im Kurort Gleichenberg. — Das Ktr,derss«Ot»ri«m „Felsenhana". Bereit', im vorigen .Jahre hat, wie seinerzeit bevichtei, daS A. I. D. C. im Kurort Gleichenberg eine Villa gemietet und dort in drei Turnussen je 40 erholungsbedürftige Kranke über den Sommer kostenlos verpflegt. Die Zunahme der Lungentuberkulose und die Erkenntnis, daß ihr Auftreten. von allem Anfang an, besonders bei. jugendlichen Personen, die Anfassung des Hebels an der Wurzel notwendig macht, um eine vollständige Genesung zu erzielen, haben der Leitung den Entschluß aufgedrcmgt, ein eigenes Heim mit vollem Sanatorium betrieb im Anschluß an die Krankenfürsorge des A. I. D. C. zu eröffnen. Es ist nach den seit Jänner dieses Jahres gepflogenen Verhandlungen gelungen, einen hochgelegenen Villenkomplex in Gleichcnberg, die sogenannte „Schweizer?!" als Sanatorium für 40 Personen einzurichten. Am 12. d. M. wurde der Betrieb eröffnet. Die ersten Kranken, Männer und Frauen, zum großen Teile geistige Arbeiter, reisten Montag den 11. d. M. abends mit der Südbahn nach Gleichcnberg. Das Sanatorium wird den hochgespanntesten Ansprüchen moderner Tuberkulosebekämpfung genügen. Die nach Süden offenen Liegehallen bieten Gelegenheit zur Abhaltung von Liegekuren; ein Laboratoriumsbetrieb steht der ärztlichen Leitung zur Seite und es braucht erst gar nicht erwähnt zu werden, daß die Ernährung der Kranken, was ja bei der Heilung der Lungentuberkulose das wesentlichste ist, nicht nur ausreichend, sondern reichlich, zum Teile auch durch Zuschübe aus den Wiener Lebensmitteldepots des A. I. D. C. gesichert ist.. DaS Sanatorium wird Winter und Sommer beiriefcen werden und die Behandlung je nach der ärztlichen Vorschrift auch mehrere Monate kostenlos erfolgen. Die Untersuchung und Auswahl der Kranken erfolgt in der Sektion für Kvankenfürforge des A. I. D. C. in Wien. Im Anschluß an die „Schwerzerei" wurde seitens des Joint auch das sogenannte „Felsenhaus" in Gleichenberg erworben, das gegenwärtig für 40 lungenkranke Kinder eingerichtet 'wird, deren Krankheit noch im Anfangsstadium liegt. T)as.Kindersanatorium dürfte anfangs Mai eröffnet werden. Eine.Anzahl Fürsorgerinnen werben neben der ärztlichen Leitung für. die zweckdienliche Bewachung, und Pflege der Mjder sorgen.; . Hie neue Joint-Jnstitution wird für die arme jüdische Bevölkerung zu einem wahren Segon werden. Denn Vorbeugen ist mehr aiS heilen. Die Rettung der gefährdeten Kinder ist die Rettung des jüdischen Volkes aus der Marter vvn Gleich und Siechtum. Purim 1« Tel-Amiw. Do» Dr. Jakob Braunstein -DNbaschan. Es war dies die erste schone Purirwfeier. nach dem Kriege — ich meine nach dem Zerstorimgskriege vor zirka 1900 Jahren; denn so etwas haben weder die Juden Erez. Israels noch die der übrigen .Welt jemals seither gesehen. Ich übertreibe nicht. Knapp vor Purim besuchten Baron James de Rothschild und Gemahlin Tel-Awiw. Die Stadt trug fest, lichen Schmuck und zahlreiche englische uitfc jüdische Fahnen waren noch an den Häusern zu sehen. Ueber dem Park» eingang in der Herzlstraße prangte noch der Ehrenbogen, der aus Palmen-, Oelbaum- und Mhrtenzweigen geflochten und mit Mumenkräntzen geschmückt war. Die Fassade der zitadellenartigen Ghmnasia JbrrH war ebenfalls von riesigen englischen und blauweißen Flaggen sowie von Zypressen und Lorbeerkränzen fast gänzlich bedeckt. Zwischen dem Gymnasium, dom Park, der Effenbochnrampe und in Pen Seitengossen wogt eine Mensc^nmenge von etwa 16.000 Köpfen.. Die verschiedensten Typen der Welt sind zu sehen. Mehr als zehntausend Juden aller Länder, aller Sprachen, aller Trachten,^ aller Gesichtsfarben, in Kaftan, Gehrock» Frack, Arbeiterlittel» glattrasierte neben solchen mit langen Schläsenlocken, Touristenangug neben Zobelmütze, Streimel neben Panamahut oder Zylinder. Alles bewegt sich langsam, weiter und lacht herzlich> über die Buben mit roten Masken, - grünen Hosen und blauweißen Papierkegeln auf dem Kops«,.■ Männer in FrauenKeideun. Bajazzi, die auf weißen Eseln. reiten, Hornisten, Trommelschläger und Radaumacher in rotgelbem Rock und blauweißen, weiten Hosen mit Klinqelwerk behängt, mit den komischesten Masken, einen ein Meter. langen arabischen Tschibuk rauchend. Die Menge wird noch. vermehrt durch einige tausend Araber mit dunkelrotem Fe.;». die sich das Treiben ansehen, Türken mit rosarotem, Griechen mit purpurroiem, Perser mit schwarzem Fez, Aegypter mit weißem, Aethiopier nrit grünem Turban, indische Soldaten mit gelben Tüchern um den Kopf, pechschwarze Neger, einige Chinesen und Japaner,, armenische Popen, Albanesen mit wetten blauen Hosen, englische. Soldaten und Offiziere, französische Marinen re. italienische Dersaglieri, deutsche Bauern' aus der benach-. barten Kolonie Savona, Fellachen und Beduinen, dann Stiefelputzer, Maronibrater, Süßigkeitenhänhler, Limonadenverkäufer, Witzblattausrufer, Obstträger, Photographen, Eseltreiber, Radfahrer, Gassenjungen, zerlumptes Gesinde!. und endlich an die hundert jüdische und arabische Polizisten. Beim Turm von Babel kann es nicht viel anders äuLgeschen haben... Sämtliche Dächer, Ballone, Terrassen, mw Vorgärten sind vollbesetzt mit Zuschauern, aus den Bäumen sitzen arabische Jungen. Und über allem ein rein blauer Himmel, das Wetter mild wie in Mitteleuropa im Mai, tin Hintergrund das blaugrüne Meer im Sonnenglanz. Die - bunten Trachten kontrastieren mit dem Grün der reichen Vegetation von Stadt Tel-Awiw, in der Dattel- und Fächer- Palmen, Aloe, Agave, Eukalyptus, Orangen-,' Zitronen-, Oel- und Pfefferbäume, Zedern, Zypressen. Föhren und Wachholder, Rizinus, Lorbeer, Myrten, Platanen, Mimosen./ Sykomoren,. Kastanien- und Maulbeerbäume sich mengen. So ., färbenbunt. ist das' Bild des Puriinumzuges in. Tel-ÄPÜv. Mit Mühe , gelang es mir, zwischen dem Gedränge, der / Bajazzi, Eselreiter, Clowns und Masken, unter einem Regen von Koriandoli, halb betäubt von Schofargeschmetter. TrommelwirbÄ, Kastagnettenklirren, durch die Menge zu dringen und zum Sportplatz zu gelangen, von dem lautes Gelächter und Trompetensignale schallten. In' der Mitte.' eines. großen Zuschauerlreises sah ich eine eigentümliche.Geselljjjuafg; Gr nahm die problematifchesLen Figuren des. jüdischen Lehens, den .„Klesmer" und den „Singer" »nd machte sie zu Helden seiner zwei Romane. „Stsinpen^u" und „Jossele. Solowej"; er bildete sich an dem für di^ Epik geradezu musterhaften Stil Mendetes. Da jedoch Schottin - Alejchem in jede Gestalt, die er unter feine dichterische Hand bekommt, verliebt ist, konnten' seine Romane nicht gelingen. Es kamen die detailliertesten, liebevollsten Schilderungen der kleinsten Nebensächlichkeiten herarls, über denen die epische Erfassung irnd Brechung der Phänomene zu kurz'kam. Äther gerade darin, was Schöttm Alejchems zwei erste Rornane mißlingen ließ, liegt seine dichterische Genialität: in der echtmr, kindlicht-naiven Liehe zu jedem jüdischen Menschen, tvelche sich mit der Sentimentalität gegenüber der jüdischen Tragik verbindet und damit die komischesten Effekte erzielt. Das Geheimnis der komischen Wirkungen von Schottm Ättjchems Geschichten ist nicht sprudelnder Witz, sondern die genial-kindliche Art, wie er seine Menschen darstellt. Sie ist sein Humor. Das Kind charakterisiert, an Menschen. Nebensächlichkeiten, die irgendwie auffallen. Ebenso verfährt Schalem Attjchem. Das Kind kümmert sich' nicht um Schatffermrg. Ebenso ist es bei Schottm Ällejchdm. Seine Gestalten stehen alle im hellsten ßidjft und die Umrisse treten dadurch so . scharf zutage; daß sie karikaturistisch wirken. Aber Schalem Attjchem hat durchaus nicht dtt Absicht, die Menschen und Dinge lächerlich zu machest; er weint über die Tragik der unüberbrückbaren Wüttrsprüche zwischen jüdischer Welt u«d Umwett, er sagt das Tiefsinnigste, Wesentlichste über dvese Tragik — und wir lachen. Denn'er sagt es', wre .es Kinder sagen, veflexionslos, das Auffälligste unterstreichend.' Da§ ist das Geheimnis des Schottnr Mejchemsche» Humpts. Gr W keine Maximen und keine Programm« Und feirtt aus der sentiinentattn Liebe zu oen jüdischrn Menschen geborene Art, die Dinge zu' sehen, verbunden nlit der kiMich-naiven Wiedergabe, des. Mnies, macht seMPevk - Ganz andere Wege aber als Schalem Alejchem ging die romantische Richtung seiner Zeit, welche das einheitliche jüdische Lebensbild zu verklären begann, nachdem «s von den Ereignissen zerstört worden tvar. Diese lstomantik führte auch die jüdische Literatur gewissermaßen mit dem Europäismüs zusammen, wodurch ein neuer Abschnitt ihrer Entwicklung beginnt. Den Weg für diese Heraushebung und gleichzeitig Bariierung der jüdischen Literatur bahnte I. L. Perez. Er sttht jtzdoch im engsten Zusammenhang mit den soziologischen Phänomenen, welche die Entwicklung dieser Literatur beettfflußten. . * Perez hat die Hüskala in mvderner Form aust nehmen können. Freilich war sein aufklärerisches Bildungsideal zeitlebens ein wenig verschwommen. Dafür wie für die gewisse'Undeutlichkeit seiner sozialen Anschauungen mag vielfach rin gewisser Skeptizismus, maßgebend gewesen sein, der zu nicht geringem Teile Weltanschauungsausdruck der „Intelligenz" jener Generalien geworden war, welche nach' dem äußeren Zusammenbruch der AnfNärungSÜtten aufm uchs. Diesen SttpMsmus, verbunden mit einer gewissen, vonHeiye bezogenen - derivsttiv-romantischen Ironie, zeigen- Hrez' erste Gedichte und Geschichten. Er war. nicht imfmnde, haS'Mische Sein mit der epischen Gründlichkeit Mendetts festzuhakten, auch nicht die Tragik der Kontrast« itn. jüdischest Leben mit der genial-objektiven: Kindlichkeit mib Liebe Scholem Ättjchems zu schildern und' mMt s» für die jüdische Literatur dev Schöpferder pointierten Erzählung. Bei Mendele und tWvttm Hejchcha gibt es kein« Pointen, Perez hak sie im Ileberfsuß. -! Was aber Perez schöpferisch machte, das . war seine Kunst, - im Jüdischen das Menschliche herauszupräparieren. Er sah im jüdischen Lastträger die gedrückte Ktt^öur,: noch bevor er den Inden gesehen hatte. Und btzefeDähigttit macht«'ihn'zum sozusagen europäischesten DtchM . der jüdischen Literatur.. Diese Fähigkeit , der ■ bei den Typen des jüdischen Lebens ist der vorherrschende Zug von Perez' Dichtung rn der ersten Zeit seines Schaffens. Aus ihr erst und nach ihr wurde die jüdische Romantik in Perez wach, der erst auf dem Umweg über die Menschlichkeit seiner Juden die Jüdischkeit seiner Menschen entdeckte. So kam Pewz über die Geschichten vom ,Mot«ngänger", vom „Närrischeu Batlen". über die seinen Ironien chassidischer' Menschlichkeit (zum Beispiel in „Strajmel") zu den. Glorifikationen der jüdischen Frau und zur Ver--'; klärung der „stummen Seelen" jener chassidischen! Menschen, die in armseliger Hütte den Abglanz der, Gottesherrlichkeit tragen und die Melodie der Welt vernehmen^ jene Melodie, deren Klange Perez' Dichtung so oft nachzufühlen sucht. Melodie und Musikalität aber sind ein nicht unwesentliches Kennzeichen pointierttspekulativer Romantik, wie sie Perez in dieser, Lä-teratur verkörpert und durch' die er Führer auf ihren neuesten Wegen geworden ist. s . In diesen Entwicklrurgsstadien der jüdischen Litern-' tür hat das jüdische Theater feinen Anfang genommen. Ganz improvisiert, knüpfte es irgendwie au volksliedhafte und badchonische Grundlagen an. Diese Richtung, die. durch' den von oberflächlicher Kritik vielgeschmähten Jakob Goldfaden emgeleittt wurde, hat jÄioch später ebenso wie der volkstümliche Ronran D i (i §;! eilte Abbiegung in den Schund erfahren und b!ttb 1 daher leiden bedeutungslos. Erst die Tätigkeit Jakob GordinZ erösfnete dem jüdischen Theater andere aus, Europa bezogene Möglichkeiten- Ihre.Entwicklung gehört jedoch Än den Zusammenhang des ganzen Problems „Drama" Und „Theater" bei den Juden. ' Das Wesentliche in dem hier geschilderten Z^iiraum hat die jüdische Literatur im engeren Zusammenhang mit der Kontinuität ein«: in Generationen gebildeten und geweiteten jüdffchen Kultur in Osteuropa produziert. Diese Kultnrkontinuitat aber ist auch das Maß für hie MeLtMg der weiteren Entwicklung dirscr " " -ch>..«WM ss«itz. M

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