Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- Heft 798 (17.4.1921)
- Date
- 1921-04-17
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
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Seite 4 Wien. Sonntag MoWenKeltü«^ > - ■ «iwn ■ ». i »i i ■ <fti i * i^.li *~n’i «iih > iimi>« ti j ■ ■ ">» -»»>-> < ■■■— ■■ i■ - >> >■ . ■ ■ 111' ■ — *»■ jtmfo verhängnisvoller mich das Wietzen dieses Mnimes «NN werben, wenn er als Politiker auftritt und feinen teilt materialistischen Interessen ein nationales Mäntelchen nmhängt.VEs ist als», nicht, ^OehLssigkLit, wenn nim seinen Einfluß auf einen Staat, der die größten, Anstrengungen machen muß, mn seinen mächtigen finden keinen Anlaß zu Repressalien zu geben, als mheilvoll bezeichnet und seinem Wachsen warnend entlegentritt. Wir halten das vielmehr für nnsere patrioiische Pflicht. ' Telegramme. Die Verhandlungen der zionistische» Delegation in Amerika. Landvn, 14. April. (Jüd. Korr.-Bur.) Aus ZÄw- Dork wird gemeldet: Nach' einer Reihe von Konferenzen zwischen Weitzmann. Ussischkin; Mossinson und den. amerikanischen Zionistensührcrlr Professors Franlsurter, Rabbi Wise, Richter Mack und Jakob de. »? aas wurden die Fragen des Keren Hajossod der E x e< Eutive der amerikanischen Zionisten zur Entscheidung jwrgelegt. Nach zweitägigen, sehr lebhaften Beratungen uw Exekutive mirrde eine Resolution mit 2 3 gegen 44 Stimmen anMnommen, baß der Keren Hajess-od lediglich ein Spenden'fvmd's''zU-seinr hat und daß die in Amerika Mlfgebrachten Spekden unter der Kontrolle der -amerikanischen - zionist ischen Organisation zu stehen haben'. Demgegenüber soll ach Aeihmann entschlossen habeü, -ein-Keren Hajefsod- Brrreau in Amerika zu eröffnen/-das-imier^dtzr-Ober- : rufsicht der zionistischen -Weltorgänisoliön bleiben soll. Rach «uthentischen Jn-formatioNeü wirdff'ich an die Spitze her Keren 'Haiessvd-Bcwegung' entweder Louis Mar--!hall oder Samuel U nterin ehör stellen. Beim offiziösen Empfang der ziduistischen Delegation ° im - Mtropvlitan Opera Wnse fnhtte Mack deuBdrsitz,- wahrand B r a n d e i s, Stephen Wi s e und Professor frankfurter nicht erschienen waren. Als Redner traten unter anderen Louis Mars ball Richter Leh mann aus. Der -Jübische" Polksr.at in Jerusalem '^Waad Lenmi'! richtete eine -Ksbeldepe-sche -an'- Weitzma n' u u r.d B r'ande i s, in welcher der Wunsch - der palristinensiicherl Jüdenheit 'nach einer gegenseitigen Per ft and igu n g zwischen-' Weitzmann und Braüdeis vmm Ausdruck gebracht wird. ' - - . ' .. - - ' . ..* '^ .. ' Aus der vorliegenden Meldung geht hervor, haß die. Wehryeir der gegenwärtigen zionistischen Exekutiir in. Amcrrka für eirle.B-erstLndigustg -/tzn Girntr h§r.-K;mldsätze--drs europiiijichen Zionismus .nicht zu gewülneu. war.- .Sollte --ntbn .Xal von. der zionistische,! ßeihin^eiu ci3C-ue§ Keren Hajessod-Bureau- - für Aarerika errichtet werden,. ..so..-.wurde .damit' .der Kcnnpf gegen die jetzige Mehrheit., der ziou.istischen Er.'kn'tive. vrm ' AirEka -Leginnieü, welche zu erweisen' -haberr wird, ob sie sich > au st'., die Majorität iw'- amorikarlischetl' Zionismus zn> stützen vern.ac^ - .. ■; -.,;-, ... v.., Der vor«rsch--r«?stschr Friede ratiMieA.!- '-NioSstm, -16/ April/ Eurrffpruch,) Der allrusfischr Vo.llzugsMSschirß hat. i« »seiner gestrigen Sitzung-die FrirdenKverlrqgH. mit Polen und -der Reprrblik des -fernen Ostens ratifiziert.-'- : , .- s Amerika im Batschafterrat? . . Paris,, 16. -April. - (Fuilkspruch'.)s Der. Korrespondent des „Matin" meldet aus New-Iork, daß.die Ber? cimglen Staaten. sich wieder in der tReparationskoimnijsion. und: tm . Botschpsterrat vertreten lassen werden. - - -- (. -.- 20 Millionen Dollar znm Wiedek» anskan Frankreichs. . Weis, 16. April.- (Trl.-Komp.) Der Washingtoner. Mil arbeiter des ,Matin" will aus amerikanischen Finanzkrcisen erfahren haben, daß Amerika zum Wiederaufbau Nordfranlreichs - eine Za n zi gmillivnendollaranleihe geben werde.. Der Korrespondent glaubt^auch, versichern'-zu können, daß die geplante französische Hundertnnllionerrdvllaranlcihe gute Aussichten auf Erfolg haben roerLe. , .. /. Grenzregulierung inr Teschener Gebiet. Prag, 16. April. Die.„Prager Presse" nmldet, daß' die Beratungen der t,schechisch.?po-lmschen Delegation bei.. bet;internationalen- Abgrdnzungskommissron für Taschen die Aussichtauf eine beiderseitige Einigung brächten, welche Port der Genehmigung beider Regierungen abhängt imd eine Grundlage für eine definitive chvenzregntieruttgin- Ost schic sie n bildet. ÄttM, 16. April. Nach Meldnngen der Blätter aus S 0's-i a habe der "Chef.WrinteralliierLen-Militärmission Generäl Fortoux - b'ei der' bulgarischen "Regierung einen' energischen'GchM'7'nnEnomtnen und.'die A-bandc ö'wngldes GeseM's-'Mer'-dis'Arbeitsdienstpflicht pwie^d'iL^BcfÄümstder Fremden -hievon verlangt' Mittisterpräsideüt ^taurbulis^i hübe'.AMnderuNgen -des" Gef^^rWesMlip'^tnrk-'.^beoroM, - daß-, kein 'Fremdex. , demätzMdrtstzid'aEutttE'rwo'rse'n ivetde. ' ' ' " VelgiEHNL z« viel Kohlen ’■ s. MDsstl, 16. (Del,-Ko»np.)."' Hon allen KohtM^ bahahöfeu Belgiens ..konupLN . NHdungep,^. daß sie mit. beut scher S te.in£p h^e derart -ü^Nfüllt -fmd,s daß.. für" die -MAeinlaufend-M Tr.änsvM^ ksin Platz.'ns^.-"Vschafst" werden kmnr. Der Kohspnüberflüs; tvächst zu einer "Sorge für dis Bevölkerung..heran,. 'ZmM da es auch Nicht -möglich T77Wm^T T“ ist, .mit teu äu!^c«. ,,s.. GxbaM Kaxl in LRsanoÄvn Senf, 16, 8»iil- DchchhinM«»,) .Honraal.de ©ejiööe*' wivb ooBjB gemeldet: Wir lautet, hat Exkaiser K a r l Schritte züm Ankauf eines Schlof bn.La^ario emgkleitrt. Die Regtmnl, deS Kantons TeM jedoch erklärt, daß sie die Amorsenhnt deS Exkaisers auf Grbirte nicht wünsch«.. , Exkaiserin Zita hat Latem derlaffen w»d P r a n g i n.S begehen. . ■ Eröffnung der TWoeizer Mnstermeffe^ “ ' * : (Schweiz. DepMenagevtm.) . HesK- Bnfel, 16. nmide m Bafel die fünfte fchweizerische Mnstmaesse «KshO. 2VÄ Zahl der Besncher «nd der Käufer ist beträchtlich. - Der Landarbeiterstreik in der Slontakep Prrßknrg, le. Zlpril. (Tschachosl. Preßbur.) Die Sii»atio«s im tandwirlschasUrche« Streik hat sich seit gestern « e d e» f s e r t.. In einige« Orten kchrt die Ärbertnsckast zur Arbeit zurück, so! dafr'nicht einmal ein Drittel -«'Arbeiterschaft streikt Die Rübe! ist nirgmds grfiSrk'worden. Horthy wacht. Budapest, 17. Apnl. Die Bndapester Polizei hat eine Anzahl Personen verhaftet, die angeblich im Aufträge der FünfkivKner Regierung UmsiurstzryPagaKä' betrieben. Friedrich alP RepolNtionSr. Budapest 16.- April, Tlel.-Korr.-Bur.) Ja. betj hQriigen Verhandlung im Prozeß gegen dis Mörder des Grafen Tifza wird^' das'. Mrhör. .mit, Eugen A'a.gd -Mik^ heim footgesetzt.Er giftt an> daß Friedrich von der Er> mvrdung . des Grasen Tisza mip.Freude Kenntnis genyminLul habe. .Er hahe'-F riedrich am.2L, 36. tn# 31. ..Qktob^. im: Hotel Astor in gesehim. Gr getraue sich, Friedrichs., ins Gesicht, zu - sagen. ''' - /' i "M-' Äev.Angeklagte.wßchi hieranf/E.Frievnch", wobei er seine frühere» Angaben wiederholt. Ueb« Befragendes Vorsitzenden erklärt der Angeklagte, Friedrichs sei ein ' a Ui vor.. Petz ot u 11 o« ft . gewesen, beim sonst hätte e« nicht.: Maatssrkttftüv. im' KriegSntiniMiuM welchen kömlvN'/ Auch hgbe.Frieiirich die Sch lacht an. che-r Ke't'td-nbtz'ü-Ei?'' geieUet. .J&c «mahnt tzen AMktagken, seine.,Worte achten. Stephan Friedrich, der! Fudenfrennd^ Stepha-u Frie drich', ber M als Mitanye'klagilkrs au st -der Anklagebank. befindet und , sich, von . der. Be-! fchnlchignngaft der ErmorMns des.. Grafen schuldig zn^ ’ftkj reinzuivLkschen hat, fapd eD M vor jetttem. Gtiftfli# tit de« Gerichtsfaal noch iu emev« (GsA^iiLäst nnter der Mitwirkung. des Credito Italiano,. Mailand) Dur chfülirung aller bankgoschaft liehen Vinitalo Vien HF Telesprammadreeee Intönsrb.TeXepbon: 12^1,1224042^49,1409 Transaktionen Entgegennahme von Creldevn in laufende Rechnung zu günstigen Bedingungen^ Die jüdische Literatur von Mendele bis Perez. ii. Das dlchieri'chc Werk vorcMcudele Mofcher-Ssorim Wck eigentlich' k2iue geradlinige Fortführung gefunden. Die judi-che Literatur entwickelte sich gewissermaßen sprunghaft und c3 kam nicht z:r einer allmählichen Weiterfjihruug des ' Werkes, dessen Aolkögrunölazen Mendele mit festem griffe zusainmengefaßt hatte, sondern grivi-senlnaßen zur Aufschichtung einer Reihe von Hausteinen, die sich' jedoch noch nicht zu einem festeniLiteraturba-u' zusammenfiigteu. Die Ursache dafür sind igerade die äußeren und inn-ceir Phänoiuens, die Mendeles Werk dichterisch vorwegg-enommen hatte. Das ijüdische Leben im Osten wurde, von außenher und damit anch von innen schwer erschüttert. So kam es in der Judenhrit des Ostens nicht zn dem organischen Kulturellen Ausbau, wie er sich eigentlich vorbereitet shatte, sondern die gcmze jüdischL' Entwicklung vollzog fand vollzieht sich unter Krisen und'Koüvuisivnen. Nach den Pogromen der Achtzigerjahre trieben die Kräfte srtchtungslos. So bvt denn auch die Lyrik F r u g s, der huch als Hebräischer und russischer Dichter bekannt ist', dltzhts anderes als' resignierte Trauer und Klage. Das Haskala-Elewent modifizierte sich zünt Trik dlü'trv-nalistisch, znm Teil in der Folge sozialistisch. Die ^dichterische Auswertung nach beiden Mchtunge« war kn der ersten Periode der moderner jMische.n Literatur möch wenig bedentend. Die NÄtimiale Dichtung h.ittc damals zu wenig kulturollen Zusammenhang mit der jsüdischen Wesenheit und ulußte daher an der propagan-orischen OberflSche haften bleiben. Die damals ziemlich häufige literarische Berwertnnchder Motive >,Zurück?pum Boden" und „Zurück zur Arbeit'^ war angesichts jbßB ganze» sozialen und tvirtschastlichen Vtruktur nicht jtmtr derer, an die das Motiv gerichtet war, sondern 'auch' derer/die es zum Volksrnf .wachen üwllten, recht. fällt, predigt in einigen seiner Romane, so im „Iüdkfcheu'9Ruschik"^,und - in einem seiner besten Werke, „Kalike.s",. die Bodenarbeit nrrd die Händearbcit, wie cs nach' hem Zusynsrnenbruch^ dev.Aufklärungsillüsionen häufig getan wurp>e.' Dpch die Gestaltung dieser Probleme. M Spektyr ist recht ifaft- und farblos. In seiner DarsteMngstveisx ging. SfMyr vom populären Udlksroman aus und hielt, sich dabei vorwiegendan' die krassen Melodrameffekte -Sch'smers. .Was jedoch Mstem Schassen Wert gibt, ist die ausgezeichnete Milieuschilderung, tri?. U'dHe ÄeberfMfsigen,,die- ViplzudielM.-der jüdischen^ Gesellschaft geschildert werden und wo. ^Wtor. von der Tendenz der Ratlosigkeit, die. seine 'I>nt. ..charakterisiertch loskommt,, gettngen ihm oft. -NttsgezLiichnete-:> psychologifche-.'Nna? lyse«, - lksonbers''.i»-.,.seineN'rMiney - Doch' dies.. .alles,!isi.MWs>.UAtiM,; .ebensowenig wie. die in Mvypa MngeMsit .^s.k Re^rüspntanz der jüdischen . Literatur geltende,-Dichtung Morris stiv s.ss nf e l d s .Anspruch'.aU f: hleiMche GstlügLeit -erheben kann. Rvsestfeld ist. der - seytimentÄl reimende Darsteller eines recht MherrichLU'-Urbtziterk. AphiFude-ileihes.. Seine Gedichte, sind in derFor,n.'oft sehr flüssig^ sie sind an Heine -biL': Mv Nachahmung' gevilh-et. Seine dichterische Auswertuyg des sozi-Mn E^ments im Klassensimr wurhe all^hiugs. für die.:Entwicklung, der. jüdischen.Literatur in ihren späteren Stadien vmr einiger. Bede,ltung tm Zusamnrenhang mit den sozialen Umschichtungen des jüdischen. Lehens und auch mit der Tatsache der Schafsuug lesnes jüdiWvoWsprachigen Zentrums an ArnerM, i)i< auch die. spätere Entwicklung unserer. Literatur <in mehrfacher Mchtuug beeinflußte. Fn der ersten Periode dev modernen jüdischen Litrratnventwicklung' ist; jedoch die Lyrik z» einer wirklichumversöllen Stimmung, dis ans einem klaren jüdischen Weltbild, kommen kann, nicht gelangt. In der ganzen Lyrik dieser Zeit, anch in Perez» lyrischer Periode, handelt es sich gewissermaßen um eine skepttsche Lyrik. Künstliche Einfküsse vmr außen srnd' mrper'kennbar. Dia Mchtmrgslosigkeit hat ebrrr nnmit J» W»M.«ENÄ Hintergrund geschoben; erst später sollte sie Ausiwuck gewinnen. ' Die Aatastrdphen des jüdischen Hebens hätien H doch die Romantik hervorgebracht, aber nicht dre unr-s. versell-realistische von der ÄrL' WenbeM, sondern'erüö Romantik, verzweigt. Psychologisch zerfasernd', ^wie sie, auch einige r«sfische und polnische Llieraturströmrmtze« der letzten/Jahrzehnte charakterisiert.^ Diese neire jMi? fche Romantik sah', zunächst das Mische Kind, die kunft,, M äiif die traurige Gegeiilvart folgen joNte? Fawv'.V'i p. c {c, h-ü/.'dm' ursprünglich sentimentale Wmane, wie „Der schwarze Fungermantfchl^ im did-uk^ tisch-maggjhischen Don der Bolksromane schrieb) schas die ersten, gültigen Vestvltungr» der Seele des jschiWst Kindes.' SeÜM ErMlungest ^.herschele" und noch inehr „Jossele^ sind' die in die Kindetzseele projizierten Äb'- bilder des Leibenstoeges eines Volkesdas zn wenig Licht hat, , um seiner Fügend solches zn geben. Mit stärker «her. als diese arw dem Weh um eine entgötterte Welt geborenen dichterischen Gestatllmgen der Kinderseele von der" söz'ial-jentimentaben Veite her. sind hie Kindergeschichieit von Schalem Ule j che m. W sind wirklich'.kind'liche Kindergeschichten, dadurch charakterisier^ daß sie jede'Regung des Kinhes kirchlich' ün dichterischen Spiegel einsaugen. Und damit ist eigentlich schon das meiste von.dem Wesen'.des einzigartigen Werks des S. I. Rabbinowitsch.gesagt,.der als Sch'üleys Alejch-em'.,k>ie.Mische Welt eroppct .hat. Rabbrnoivitsch! ist der Dichter ,mgehemrnier ronlün-- trscher Sentinpeudalität, die er, wie fei« zweiter, fit« die. jüdische. Welt hegt. -%m ir.ge^d«i»em MssLntiment-, von Jronip, voy. Skepsis, von sozialer/Kampssorderrulg ist bei ihm Üeine Spur. Wohl trat Scholem Alejchenf mit einer „Korderrrn^ in hie Literatur. Er wollte den Mischen. Roman schaffen, der die unwahrscheinlichen Esfeküverke Schomers,. gegen den übrigens Scholem ÄleK chkm später eMn pubttzistischen VermchtungsseldzyH führte^ «nh der. Schiomer-Nachahmer verdrängen sollte, Scholem Wjchem.Mg bgbei pur Mt Talentz