Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- Heft 797 (16.4.1921)
- Date
- 1921-04-16
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Ferke l Men. Täm-tag_ _Wiener Morgerrzettrm- 16. April 1921 Nr. 797 Telegramme. Mittcilllngcn aus dem Publikum. VolKsLunLgebrmg zu Ehre« der zionistische« Delegation in Amerika. Harbins sendet ein Begrüßunssschreibe«. New-Dorf, 12. April. (Jüd. Korr.-Bur.) Der von den amerikanischen Zionisten vorbereitete BolkZempfcmg für die zionistische Delegation unter Führung Dr. Weih- Manns fand gestern inr Lexington Amory statt. Viele Tausende von Versammelten, die keinen Einlaß fanden. Umgaben das Arsenal in dichten Massen, Richter Hardtmann, der den Vorsitz führte, begrüßte die Delegation im Namen von 80 0 jLdischen 'Organ i s a t i o n e n. Sämtliche jüdischen Parteien und' Wissenschaftlichen Anstalten entsandten ihre Vertreter zu dieser denkwürdigen Versammlung. Unter den Rednern befanden sich Rüben Breinin, Masliansky,,Rabbi Berlin, für den Misrachi, Braun für die Paale jg-fon und Professor BuLtler, Präsident der Co-- lumbia-Universitat. Vom Präsidenten Harbins. dem Vizepräsidenten C o o li d $ t, dem Staatssekretär für Teureres Hughes, sowie vom Gouverneur Miller Os Hers waren Begrüßungsschreiben eingelangt. W e i tz nr a n n gab die offizielle Erklärung ab, baß di« Delegation nunmehr mit der gegenwärtigen Minderheit der amerikanischen zionistischen Exekutive zusammenarbeiten und im Einvernehmen mit ihr die Kampsgne für den Keren Hafessod auf der Grundlage der Lov.donec Beschlüsse aufnebmen wird. Ussischkin und Schmarfo.hu Lewin. welche von den versammelten Massen mit großer Begeisterung ausgenommen wurden, unterzogen die Führer der amerikanischen Zionisten einer eingehenden Kri^k und riefen die amerikan'sche Judenfchaft zur Unterstützung d-es Keren Hajessod auf. * ' Nach' dem Wortlaut dieses Telegramms zu schießen, ist es der zionistischen Delegation nicht gelungen, mit her gegenwärtigen Mehrheit der amerikanisch«zi.onistifü'M Exekutive zu einer grundsätzlichen Einigung zu, gelangen. Es ist jedoch zu hoffen, daß die Zusammenarbeit mit der oppositionellen Minorität zu fruchtbaren Ergebnissen führen wird. Die Lauvlsache bleibt, daß die bisher dernachMffate Arbeit für den Keren Ha'eswd kn Amerika energisch in Angriff genommen werde- D-aß dies in «rfolgverdsißenber We-se möglichst ist. Kewesst hie in der letzten Zeit deutlich, rutagegetretene Volksabstimmung sowie die in der Presse vertretene Nuf'ass^.ng, welche eine ziemliche ^'oü'ertheit d-er bisherigen ^iornst'schen Führer von lltmcri^a zu beweisen scheint. Auw im amerikanischen Zionismus, der ffch kn der Hatrptsache auf dir aus dem europäischen 'Ostest' stammenden Massen irt eine innere Unwrieniierung tssoM nnr eine Frage der Zeit. Klara Aufrichtig Willy Neiimann Sfänislaa Wien Verlobte ,71 Wien, im April 1921 Zur Vermählung m des Herrn Markus Bienstock aus St. Gallen mit Fräulein Berta Oberbach aus Wien gratuliert herzüchst Familie Siegfried Feuerstein. Kolonie Przemyslany in Wien wünscht ihrem Landsmann Sani Mosenberg ein herzliches. „Maseltow* zur Vermählung mit Fräulein Regine Gang «s? und Indet alle Landsleute zu der am 17. April in der Schiffschul, II., Gr. Schiffgasse, 3 Uhr nachmittags, stattfindenden Feier ein. BERICHT Rabbiner Schaje Schapira sprie'-£ Sonntag, 5 Uhr nachmittags, im Lokale „Jischuw Erez Israel”, Praterslrasse 43. Erscheinet zahlreich! Landessentrale Misrachi. ülier die inneren Zustände in Grez Israel mLANTEN. Perlen, Oold,Silber, Platin n.Uhren k»nft end vetluan 77« ETTER Kctenturxaßty. 2&, fiffariahillerstr. 93 Küchengeräte für?errach Emailgeschirr, Teller. Gläser, Essbestecke u. s. w. Karl W o 1 f e r, Wien, II., Taborstrasse Nr. 59 so« Kultusu. Justiztaiare sowie Barere, vorrätig ad nach Mast, beim Sozialisten Zivil-n Unifonmchnetder RUDOLF GDLÖSiTFBBI ».TaboislrasseS*. Telephon n UUbU.9 ■ IG.br« Nr.455-0. 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In einem Gespräch mit Vertretern der Presse erklärte er, die Verhandlungen Mischen Danzig und Polen hätten bisher rin wichtiges Sk-. gebnis gehabt: ES sei beschlossen worden, die WirischaftSgrenze zwischen Polen und Danzig abzuschaffen. Danzig wird mit dem Wirtschaftsgebiet von Polen vereinigt werben und auf seinem Gebiet die Wirtschaftsvorfchriftm einführen, die auch für Polen bindend find. Dieser Beschluß wird sofort nach Beendigung der gegenwärtigen Verhandlungen cnrSg-.fuhrt Soeben. Die Gr8«e Internationatr. Warschau, 15. April. (Funkspruch.) Der bulgarische Rimster Drmitrow hatte gestern Besprechungen mit den Leitern der Volkspartei, wobei auch die Frage der Grünen Fntrrnanouale zur Verhandlung kam. Answeisnng ungarischer Kommunisten aus Italien. Asm, 13. April. (Korr.-Bur.) Acht ungarische Mommnnrsten, darunter dL Frau de) 3üera Kun. wurden aus Italien ausgewiesen, weil in ihren Wohnungen Versammlungen mit den italienischen Kommunisten statttzefmrden haben. _ Der Dank Oesterreichs an Äie amerikanische Nepalriiernngskommiffion. Wien, 15- April. Seinerzeit hat sich in Mw Pork eine Vereinigung gebildet, welche sich die Sammlung von Geldern für die Repatriierung von ehemaligen österreichisch-ungarischen Kriegsgefangenen aus Wladiwostok zur Aufgabe stellte. Diese Organisation führte den Namen „Siberian War Prisoners Repatriation Fund". An der Spitze der Aktion stand Herr Felix §&> Wa,r Leiter des America» DiÜribMlsn ROSMER Leopoldsgasse 31 598 WElNnDB^IOS WEBNE Spezialität: Süssweine sr? RESTAURANT KOHM Wien, XX., HelnzeEmamigass« 1-3 (To!. 412 L0). ii FEST^AAL HOTEL CONTINENTAL ,m Sonntag den 17. April, halb 8 Uhr abends Liederabend Mira Sokolskaja Mitwirkend: Dr. Fritz Lökinsr (Beda) / Kl&riervortrSgc: Marco UoIUln mo Karton: „Wiener Morgenzeitung“, II., Taborstraaie 1, Buchhandlunß R. Löwit, I., Rotenturmstrasse 22, und am Tage des Konzerts von 4Uhr an im Hotel Continental Committee, her großen jüdischen Gesellschaft, als . Präsident, Herr F. F. Kep pel als Vizepräs'dent, Herr Samuel A. Welldon als Säckelwart, und Herr Emil F i s ch l als Schriftwart. Dieser' Aentralvereinigung hatten sich noch die folgenden Institutionen angegliebert:!American!Frietü)s Service Committee, American Red. Croß, American Relief Committee svr Hungarian Süffevers, Federal. Council of the Churchcs vf Christ in ÄMerlca, Joint Distribution Committee »f American Funds for Jewish War Sufferers, National Catholic War Council, Doung Mans Christian Association und American Relief for Austrian War Prisoners. Die Zentralvereinigung brachte insgesamt 935 000 Dollar aus, davon der „Join^ 300.000 Dollar. ES ist in erster Linie dem „Siberian War Prisoners Repatriation Fund" zu verdanken, daß die Dampfer „Sieigerwald", „Scharnhorst, . Mainam" und „Frankfurt" für den Rücktransport der Gefangenen geschartert werten konnten. . Wie die Politische Korrespondenz erfährt, hat Bundeskanzler Dr. Mayr als Leiter des Bundesministeriums für Aeußeres dem „Siberian 3Dar Prijoners LeULtriation Lund" ein L» war««» Ausdrücke^ a" gefaßtes Schreiben zngehen lassen, in welchem « namens der österreichischen Bundesregierung sowie auch' der österreichischen Bevölkerung die Verdienste dieser Organisation um die Heimbeförderung unserer Gefangenen aus Sibirien mit besonderer Anerkennung hervorhebt und sie der Dankbarkeit aller Oestereicher, insbesondere der Heimbefördcrten selbst »und ihrer Angehörigen, versichert. (Dem „Joint" baben die Wiener deutschnationalen Studenten bereits vor längerer Zeit gedankt, indem sie seine Mensa stürmten. — Red.) Tagesbericht. Abgeordneter Stricker über die gegenwärtige Lage im Zionismus. lieber dieses Thema sprach Donnerstag Abgeordneter Stricker in einer Versammlung der zionistischen Organisation der westlichen Bezirke Wiens. Die heutige Situation, so führte der Redner aus, ähnelt . einigermaßen der nach dem Auftreten Herzls. Wir damals broht der Enthusiasmus durch den Jndifferentismus der einen und durch die Ernüchterung der anderen, denen es nicht rasch genug vorwärts geht> paralysiert zu werden. Während man aber vor 85 Jahren, als der Zionismus noch keine andere Basis hatte, als den unerschütterlichen Optimismus feiner Anhänger, den Tlbseitsbleibenden den Leichtsinn oberflächlich Denkender als Mildernugsg'rund zubilligen konnte, müßte man heute ein solches Verhalten als nichtswütdig bezeichnen. Denn heute haben die zionistischen Hoffnungen bereits eine reale Grundlage: Der Weg nach Palästina ist uns durchs die Engländer freigemacht worden! Die Festlegung auf das zionistische Ideal dedeubt für die Engländer große Opfer, und zwar sowohl in materieller als auch in politischer Hinsicht- Denn die Politik der Engländer erheische eine araberfreundliche Haltung. Die Förderung der jüdischen Sache in Palästina hat. aber die Araber verstimmt, die bo# auch nicht verhehlen, sondern vor Churchill.ihre Ansprüche auf Palästina geltend machten. Di« Antwort, die sie von Chutchilt erhielten, enthält das eigentliche Motiv für die zionistische Politik -der Engländer. Die Araber bekamen den Bescheid, baß Palästina in ihren- Händen verdorrt sei., während die Juden imstande seien< neues Leben ins Land zu bringen. - Die Engländer haheu also Vertrauen zu uns, und daraus ergibt sich! für uns die.Aufgabe, dieses. Vertrauen zu. rechtftttigen. Die.Alliierten fanden, daß die Zionisten die einzigen Vertreter, einerpositiven^ jüdischen Politik , seien, und daß ihre Regsamkeit die Gewhhv biete, baß ihnen, die.Führung im Judentum zukomme. Wir tragen *yV also vor den nichtjüdischen Politikern eine un g.eheure Verantwortung. Palästina braucht erstens. M e n- .. fchen, zweitens ein KapitAT, dessen Höhe uns ■ schreckt. Jeder Zionist muMkg^Kr..-tzeSe«,. alser kann,. / und zwar ohne kleinliche^H^MtWg. Jude« Habens schon oft riesige VermögeOHHM^^ um sich' vorüber- L gehend Ruhe zu erkaufen. M ivHee. deshalb erbärmlich', ' gerade jetzt zu rechnen, wo es sich um die dauernde Eristenzsicherung des ganzen jüdischen! Volkes handelt. Reken dem Aufbaufonds für Palästina darf aber auch' der Schekel nicht vernachlässigt' werden. Jeder hat daür zu sorgen, daß der erste Zionistenkongreß nach San Remo, der wie keiner feiner. Vorgänger unter der Kontrolle der nichtjüdischen Politiker stehen wird, im Nanten von Millionen Jude« sprechen kann. Die Pogromberichte haiffen sich, und! bas Entseftlichste, das sie beim Zeitungsleser auslösen, ist das . Gefühl der Ohnmacht und der WehrlosigöriL solchen Greueln gegenüber. Der Z'onismus macht diesem. Gefühl und der daraus folgenden Abstumpfung ein Ende. Er gibt uns eine neue Hoffnung: Palästina. Das Große am Zionismus ist. daß er jedem die Möglichkeit gibt, mitzuarbeiten am Aufbau Palästinas. Heule gibt es für. niemand eine Ausrede mehr. (Stürmische Beifall.) __ Die Kohlenversorgnng Oesterreichs. In.der gestrigen'Pressekonferenz machte der eben au? Prag zurückgekehrte Präsident des staatlichen Kohlenamtes, Herr Dr. Kloß, die folgenden Mitteilungen über den Stand der Kohlenversorgung des Staates: Me allgemeine Weltkohlenlage hat sich in den . letzten Monaten gebessert. In. Oesterreich haben wir dies nur in geringem Maße z« spüren bekommen, weil die Ueberfeekohle für uns viel zu lener ist.- ES wäre heute möglich, baß jeder jedes Quantum von Kohle im vollen Ausmaß beziehen könnte, wenn er den Preis zahle« kann. Immerhin aber ist die Besserung in jenen Staaten, aus denen Oesterreich die Kohle hauptsächlich bezieht, auch uns zustatten gekommen. In der Tschecho-Slowakei ist die Produktion an Braunkohle eine wesentlich höhere, wozu noch der Umstand kommt, baß die tschechische Industrie derzeit nur in geringerem Umfang arbeitet, und wir habe» daher Kohkenzuweisungen erhalten können. Wir haben «S als zweckmäßig erachtet, Kohle auch aus Hol lanb nach Oesterreich zu bringen und auch darauf Wert gelegt, mtttelbeutsche Brikett?ur Ei führ zu brin'ien. - Wir haben mit der Tschecho-Slowakei neue Verhandlungen gepflogen, doch ist zum Abschlüsse eines neuen Vertrages weder für uns noch für die Tschecho-Slowakei jetzt der richtrge Zeitpunkt, da bt« Kohlenversorgung für beide Teile und schließ. li<$ oudj für Deutschland von der endgültige« Regelung de-