Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- Heft 796 (15.4.1921)
- Date
- 1921-04-15
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
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Seite' 4 Men. Freitag 'flaxiz, baß btt Deutschen mit ihren Sympathien auf Scie DentschrEdZ stehen. Die Frage der Restauration der H-rbZ- Äur-gec betrachte Redner al? eine innere Nngclsgerchcü Uur7crrn5. irr die die N^publik sich sinzrriuischsn kein Liecht habe. AbFücri-'nerer Czcch stellte folgende' Anträge: Der Ansschutz 'spricht' sich entschieden gegen die Teilnahme der Republik an. n'.IiÄrischeu oder wirischaftlicker: CcnrkLienen aus. Der AuZfc&’.tf; sprich: sich «vtschieden dafür aus, daß jede Entscher» 'düng in dieser Frage auf parlomentarischem Wege erfolge. i'lögsordneLcr Kafka sprach sich ebenfalls gegen das Einschreiten des Ministers gegenüber Ungarn aus und stellte den Äntraa. den Minister aufzufovdern, jede Teilnahme an den 'Äant'nonen abzulchnen. .. Don den tschechischen Rednern erklärt Abgeordneter S f. :: l a i (Kommunist), ex finde die Erklärungen Dr. Benesch' sehr dürftig, besonders was die Frage der Sanktionen awange. Seins.' Partei sei gegen die TÄlnahrnL. an, den ,Straffan?-- itcn;?,. wolle nichts von Deutschland und. werde auch, nichts Lze^-'n. Deutschland unternehmen. Der. tschechische - Nationaldemokrat Hajn erklärt?., die. Or.ogs der Sanktionen sei die natürliche Folge des FriedsnS- Dertrages. In ähnlichem Sinne sprach Abgeordneter Mvflivee (KachaL.. Bslkspartei). Minister Dr. Benesch üeantrvorteie sodann ausfühclich :oi? einzelnen Anfragen, webet er erklärte, die in Bruck begonneuen Verhandlungen mit Ungarn können so lange ruckt sortgssctzt werden, «ls die Situation nicht geklärt fei. - Be-'; itefjc} der Frage des Korridors erklärte der Mimster,. L>a[- der tscheche-slowakische Gesandte in Belgrad über keine derartige Frage verhandelt habe. - Deiters führto 2au.?-, daß. in der Frage der. Be- ''Egung der tschrcho-sl-owakischen Republik an den'Sanktionen -gegen Deutschland sowohl politisch? wie wirtschaftliche Jnter- ^sssr. gewahrt \vtt:xv. nrüschn, daß daher die Frage vom 'ZtanLpnukt des staatlichen Gesamtinterssses ohne Rücksicht >.ms aöwerchm.rd? TeilLoftinnirungeu entschieden werden - müsse. Di-; Regierung stusi-rro auch Ln^ diesem Sinne die Arrgelcgen- Hstir und sobald fir finden teert?, daß die Frage zur Entscheidung reis sein, rverde sie sie der Entsch-eipung ( des lHarfamenis. Vorleger. . In der Frage der Rest-2nr atio'n der Habspur Zer erklärte Dr. Brnssch.,. daß Las Unternehmen Karls '-oohl nicht, das letzte sein dLrfts aiiib daß infolgedessen die Rew-biik vorbereitet sein müsse, um einer WrÄrerholnng zu bsgegy«. . . . . Die AnsfühiAir'gen des Ministers wurdest sodann mit 72 gegen 7 Stimmen der deutschen und rommuni'tischen Abgeorvichksn -.angenommen und die beiden Anträge C-ech sowie vrr Antrag Kafka mit demselben Stimmenderhältuis abgelehnt. fi.. ... UelegMMMe^,, . OemtAngM des Reichs-' UabineLLs... \J Das newe deutsche AngeLoL. B e 11 i«, 14. April, Während des aanze« heMgen Tages danerte» die Beratnngen des Reichs Kabinetts über die neuen Angebote in der Repsrationsfrsge fort. Das Kabinett steht Ln ständiger Verbindung mit den Führern der politischen Parteien, ebenso mit den Sachverständigen, die. an der Denkschrift für die Londoner Konferenz mitaesrbeitet haben. Das neue deutsche Angebot dürfte Ende der nächsten Woche fertiggeftellt sei». Die NeparatiousLomMLssioK hat sich geirrt. Berlin, 14. April. „United Telegraph" meidet aus London: „Mvrning spoffc" berichtet aus Paris: Die Biedsrherstellnngskommission habe zu ihrer eigenen' U e d e r r a s ch u n g festgestellt, daß \ bas seinerzeitige deutsche Angebot eine Summe barstetle, die den von der Pariser Konferenz geforderten Betrag überschreite. Dieses Ergebnis sei für Londoner eingeweihte Kreise Lineswsgs neu. Man habe schon seit langer Zeit gemußt. daß das von Dr. Simons gemachte Angebot tatsächlich den Pariser Forderungen entspreche. Man hatte sich lediglich diese Tatsache nicht rechtzeitig vergegenwärtigt. Nichtsdestoweniger war die Londoner Konstrenz, nachdem die deutschen Vorschläge «ingereicht waren, schon mit deren Ablehnung fertig, ohne daß die Sachverständigen der Entente, die der Angelegenheit noch weit fremder gegenüberstanden, als die deutsche Botschaft in der Lage gewesen waren. M ein tatsächliches Bild von dem Inhalt zu machen. Frankreich will das Rheinland und Westfale« besetzen. Mattand, 14. April. (Tel.-Komp.) „Csrriere della K-era" meldet, es seien schon alle Vorbereitungen getroffen, um das Kohlenbecken und die Industriegebiet der Rheinlande urrd Westfalens zu - besetzen, w«un Deutschland bis zum 1. Mai nicht zuverlässige Beweise seines' guten Willens gebe. Die französische OeffLNtlichkir. sei überzeugt, baß die. Besetzung und industrielle.Ausbeutung des Ruhrbeckens unerläßlich seien, um Deutschland zum Nach geben zu zwingen. Die römische Konferenz. er»«» 14. April. (Fur.iipi«ch.) Die Wirtschaft! ich-flnaruieUr DvmM»» tat kr R»chs«l-«tzE» i» Ro» Hst Lda Wiener Mpraenzeittma bie Frage der Wiedergutmachung der Arie g si ck ä d eu berat«. - Das E''kebmZ dieser Beratungen wild der Vollversammlung vorgelept werde». . Rom, N. Apr.il.-(Stefaui.) Die. wickschaUichesfikayzidst Kommission der Konferenz rer NEohnsiaaten hat die Frage der Stenern und den polmschcn Borichlaa, brtieffen.d die Frage .der Versicherungen» einer Prüfung ur.Mzogen. Was . veMngt' Amerika von . Der Entente? Scharfe AnaEe ^s.^en Ästrdtng. . Lodsn, 14. April. (M.-Komp.) Der Washingtoner Berich'erstalt-er der „Daily Mail" will aus bester Quelle erfahren haben, daß die Erklärung des Präsidenten H a r d i n g,'in der er eine Ratifikation des Versailler Vertrages vhre den Völkerbund'und unter Vorbehalt der Aner^nnürrg der Rechte Amerikas befürwortet, folgenden Inhalt hat: Die Ententrstaaten müssen dis amerikanische Zdegierung in der Frage der Insel Aap und in der Frage der Mandate befriedigen, dann wird Amerika bereit sein, in der Frage d?r Wiederherstellung rmd in anderen Fragen, deren finanzielle und politische Prüfung für die Wiederherstellung von Ruhe -und' Wohlfahrt in der Welt notwendig sind, keinen Widerstand zu lüfiten. Wenn die Ententestaaten den amerikanischen Ansprüchen ' nicht gerecht werden, tverdesich Amerika gezwungen sehen, mit den A?nLralmächten einen regelrech en Separatfrieden zu schließen. - - Die „Daily Mail" schreibt dazu: Die Erklärung Hardings über die neue amerikanische Außenpolitik ge- I Winne hiedurch vollends an-Klarheit.' Es ist die alte- Markt-'und Dauschvolitik aus der- Zeit Tatleyrands und Mett:'."'ichs. Es ist sin ungeheurer Betrug, der . an der amerikanischen Wählermasse verübt worden ist. Der ' Konflikt, zwilchen der Entente wurde und wird im Weißen Hause in Washington als günstige Gelegenheit für Schacher ausgenützt, um ble chauvinistische Begierde in Konflikt mit den Expansionsbedürfnissen und dem Handel? Wettstreit - mit England befriedigen zu können. Die Resolution Knox. WrrshinKw«, IS, April. Senator K n 0 x hat im Senat eti«n Antrag v^rgelegt, ta dem vsrgeschlagen wird, zu «- IlLren, daß.der Kriegszustand zwischen den Be relnigten Staaten und Deutschland sowie Oesterreich aufgehört hat. Der Antrag, der an den Ausschuß für/Auswärtiges geleitet wurde, enthält eine Stelle, wodurch bie mr ' Vertrag von Versailles angeführten amerikanischen Ansprüche cmfrechierhalten werden. Die Angora-Negierung in KonstantinoPe! anerkannt. A t h e«, 14. April. (FunLspruch.) Nach Meldurrge» aus Korrstantinousl werde T e ivfik Pascha nach seiner Arrkunst in Konftantinopel feine Demission geben. Es werde aber keine neue Negierung gebildet werden, sonder« die Angora -Regiernng werde als Regiernng für die gesamte Türkei anerkannt werde«. Der griechisch-türkische Krieg. Athen 14. Tlpril. (Funkspruch.) Die türkische Regierung in Angvra hat alle Leuchtfeuer an der Nordküste von Klemasien löschen lassen. In Kurdistan ist eine Erhebung gegen die nationalistische Regierung auSgebrochen. Atheni» 14. April. (Funksprirch.) Griechische Kriegsschiff«,, die im Schwarzen Meer operieren, haben das Kabel von Kanstantinopel nach Mmuguldak gekaPPÜ Aus diese Weise ist Äs direkte Verbindung ^zwischen den Rcgtenmgen von Konstantinopel und Angora zerstört. Athen, 14. April. (Funkspruch.) Dir griechische Regierung wurde von der Nationalversansmlung ermächtigt, eine Preßzensur über militärische Nachrichten auszuüben. Unser »-N u m m e r vom Sonntag den 24. April LJ. erscheint als Passah ■•Festnnmmef mit einer literarischen Beilage trad in verstärktem Umfange. Spezialrubrik: „Export-Import“. Dieselbe wird auch als Ansichts-Nummer für unsere Auslandspropaganda verwendet und in mehreren tausenden Exemplaren in das gesamte Ausland, insbesondere nach Polen, Jugoslawien, Tschecho slowakei, Rumänien, Italien und England versendet werden. Daher erhöhte Wirksamkeit der Insertion bei normalem Anzeigentarif. Inserat« werden entgeganganommom In unserer Administration, II.,Tabor*trassel, sowie von allen Annen een-Expeditionen. Auf telephonischen, Anruf (Ni. 44-0 83 und Nr. 43-3-19) Besuch durch unser« Vertreter. ni 15. Sperr 192!. 1 tzkk. 79« m^mmamarnmmmm. "■*' > Paris, 14. April. (HavaS.) Nach einer KonstanttnopeM Meldung der Londaner Blätter ist Brassa beinahe volle ständig von kemalWschrn Truppen umzingelt. * Athm,-14. Älpril. (Agence b'AtheueS.) Nach Depeschek , .ans Smyrna haben gestern türkische Tpnppen in der Stärke. von irahözn L0.V06 Mann, uniersiützt voni zahlreicher Kavalleri« - und einem machtigeu Artrllerieaufgebot griechischen Truppen^ auf der -Front von Afiun-Karahissar!und namentlich hk dem Abschnitt' von TulüVüuar angegriffen.- Dieser von Kemal selbstgeleiiAe Angriff, der datauf abzielte^ die griechische' Besatzung von 'Asiun -Karahissar" von ihüer - VerpflegsLastt! abzuschnerben, scheiterte vollkommen angesichts eines machttge« Gegenangriffs der griechischen Truppen, der vo« einem -heftige« Artilleriefeiler begleitet: war, das in den türkischen. Reih« verheerend-wirkte und den Feind zwang, detr Rückzug airzutreten. Hiebei fielen den Griechen 6000 Man«, 15 Offrz^re,. 5 Kanonen und 12 Maschinengewehre in die Hände. MobUisierungeir in Griechtmland. Athen, 14. April. (Havas.) Di« KavaÜlerieoffizierö und Feldwebellcutnanis der Reserve der .Jahrgänge 1913 bis 1901 (einschließlich) sind emberustm wurden« Das ntitt iwinatlf^e Rabimtt Brr-apest, 14; April. (Ung. Del.-Korr.-BLM.) Graf .Stephan Be t h.l t n hat heute nachmittags dem ReichsveMMr die Liste des neuen Ministeriums unterbreitet, die Mm: ReichVverweser. angenommen worden ist. . -n,Hie,GM des neuen Kabinetts ist folgende: Ministerpräsident — Graf Stephan Be t h le n; Minister des AeußernGraf -MLolaus B.an f-fy; Minister des, Innern .Graf Gedeon Rad ay;.-Finanzministe,r -- Dr. Nolard Hegedüs; Acherb-auminister —- Stephan Szah.o '.(Nagyatab);-!Handelsmlnister. — Dr. Ludwig Heg.Y'e's'staly; 5krrlius- und Unterrichtsminister 7— Dr. Josef,Ba.s s; Justizminister — Dr. Paul Tsm«' e sa n h r; Landesverleidigungsminister Alexander Bel i c sk a; Minister für Volkswohlfahrt, und Arbeits- . ' wesen -7- Ferdinand Bernolak; Ernährungsminister — Jdhanri Mayer. Das Ministerium Mr nationaMfi Miüderheiten , wird vom Minister ' des , Aeußern,. das Mipister'um der kleinen Landtvirie'vöm AckerLanminister geleitet werdend! - Däs neue Kabinett '.wirb morgen dormÄtagsdtzn - Eid in d ie Hände des Mich sverwefers ab legen. Das ' mrerwartele Scheitenr de» Misston TeLekS ist . ' ausschließlich auf die schweren Mgdffe/KchÄchzufich«^»'' im Finanz ausschuß gegen ihn gerichtet wULdeÄ, sswtL - auf die .Deröffentlichung "de» Lrmee-befe.hlS'.- HorthhS, de» bis gestern hier geheimgehalten worden »varfi Sollte die Regierung BethlenS auf parlamentarische Schwierigkeiten stoßen, so droht"ma»',mit-her ÄuflSs««s'..bier Nationalversammlung und mit der' Ausschreibung von ' Neuwahlen., Die Ermordung Tiszas. Bubüpest, 14. April. Das Verhör mit dem Augrklagten Ladislaus F e u y e s wird fortgesetzt.. Der Angeklagte. erklärt, es entspreche nicht den Tatsache«, daß der Soldat'enrat über ausdrücklichen Wunsch des: Glvaftn Ka ro ly i gebildet worben sei, dckmit dieser ein Exekutivorgan des Soldatenratss werde. Er habe niemals dem Soldatenrat Weisungen erteilt oder Botschaften übermittelt. Er habe auf die extremen Elemente beruhigend' einzuwirken versucht und verhindert, daß auf das Mini-' sterpräsidium und auf die königliche Burg das Feuer eröffnet werde. Er habe sich in der Nacht vom 30. auf den 31. Oktober . vor der Maria Theresia-Kasern« ders' Menge entgegengestellt und diese zu beruhigen versucht. Die eigentliche Revolution sei nicht von den große« Massen, sondern, seiner Änsicht nach von jenen Arbeitern der. Wafsenfabrik geinacht worden, die im Besitze von Waffen waren. Mit deren Hilfe hätten die Sozialistenführer Ku n f i und L a n d l e r die Revolutiinm gemacht. Der Naiionalrat habe keineswegs den Zweck gehabt, die Revolution zu organisieren. Der Angeklagte schil-' dert sodann die Ereignisse, die sich im Gödöllöev Schlosse. zwischen Kouig Kurl und dem Grafe« Karvlhi abgespielt haben. Karo ly i, der dem König nach Wien folgte^ .fei dort nicht mehr empfangen und Erzherzog Josef, sei zum Homo vegius ernannt worden. Fsnyes führt sodann zwei Fälle an, wo junge Leutegefagtj hätten, sie würden den Grafen Ti s za eige-n h äud ig - aufknüpfen. Er habe diesen Leuten erklärt, baß die E".nordung Tiszas ein Wahnsinn wäre, denn dieser sei schuldlos. Es sei auch unwahr, daß Stephan Friedrich für die Ermordung des Grafen Tifza agitiert habe. Die rnssisch-englische« Handelskezieknnqen. MioSkau. 14. April. (Funkfpruch.) Im Zusammen-» hang mit der Aufnahme der Handelsb«. iehungen zwischen England und Rußland wurde das Volkskommissariat für Märine angewiesen, die wichtigsten Häfen uiid die Zufahrten zu diesen Häfen von Minen zu räumen, für Schiffsraum u'.'d Lotsendienst vorzusehen und dem Volksbommissarial für auswärtige Angelegenheiten einen Fragebogen über die von der englischen Admiralität' über au-ge'e^ e Miuenfeld.r gewünschten Auskünfte vorzulegen. Das Bolkskümmissariat für Inneres würde angewiesen, jenen britischen Untertanen, die sich noch in Rußland bejinden, sofort die Möglichkeit zur Heim- Lehp zu gehe».