Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- Heft 778 (26.3.1921)
- Date
- 1921-03-26
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 85% known words query
- IRI
…/2979076-2979773-2979857--07087-2993104- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
.m 778' ..• ^Wien.Sämssasti^ __MEK Mvrgenzettimg^ Paxlft. 'Sßinl . . ihr, wie Ntayer-Aori i;-.::nrr wieder J&ctuiitt," die tzpsyrderlichelr Mittel. D e Metz: ,,Wieviel . GAd brauchen Eie Mayer-Kohr „Mit 86.060Mark wäre ußs.voMusts.'gedient?^ ,D? Metz: „Man bekommt leichter Millioneir als Tansenbe. Sie brauchen dach Millionen!" Mähe r-Kv y: ,>Um die Propaganda durch- MfiuWr Malten zu können, jawohl/' Mayer-Koy . stellte dann *m ,.bfe Metz die klaps Frqge, ob -in der Lage sei/Nelder siir die bayrische Königspartei zur Verfügung zu stellen «der etwas zu tun, daß sie hon anderer aegchßn werden könnten. De Metz erklärte, er werde sehen, er tun könne. Ep svoll^'dqS Wsinnen ' weiterleiten, könne jchoch von sich'ans stoch Glicht ja ober - nein sagest: Offenbar um seiner Forderung stärkeren Nachdruck zn verleihen, behauptete dann Ma.yer-Kpy, daß man sich auch schon von eng fl i sch er Seite ans mit 'ihm. in PerbMnng gesetzt habe, um die KoMspstrtei finanziell zn unterstützen.. . Allerdings könnte Hannnicht mehr davon die Rede sein, Kontinentalpolitik im Sinne Frankreichs zn treiben. 'De M e tz versprach, daß' er die Sache wejterleften'fp!)lla^Nld ihm Nachricht geben werde. Das Blatt, welches die Veröffentlichung weiterer Dokumente ankiiNdigt, fordert die 'genannten Personell Mf. die Sache vors Gedicht zü bringen, und' konstatiert, daß trotz wiederholter ähnlicher Beröffentlichüngsn keine der Gegenparteien geklagt hat. - Die antisemitischen Ehrenmänner' weilen sich gegenseitig Landesverrat im Dolde Frankreichs nach' und — sind weiter Ehrenmänner, Offiziere und Volks sichrer! " ■ Fa, wenn Jllden so was täten! Politische Erziehung i» Pommer«. >' Die „Deutsche Zeitung", ein Stinnes-OrgM für die sittliche Tpneuernng des deutschen Volkes, teilt . das folgende hübsche Dokument mit: - ' r •Ein wunderschönes, buntfarbiges rmd sehr teures Plakat, das die Wähler mit der Zusammensetzung des preußischen Landtages seit 1666 bekanntgemacht, wurde vyn den Lanbräten Pommerns an die Magistrate sowie sämtliche Guts- und Genieindevorsleher zum Anshang übersandt. Don der großen Bogeistepuns, die diese Maßnahme bei den Be- .trfenen verursachte, zeugt das folgende. Schreiben: Rittergut Tonnin hei WMn (Pom,). ' Tpnnirr, 17.Februar )92l. Der Gutsvorstehex.. > ' . Nr, 11I0/21. ' r; : < Air das Land ratsamt Swinemünde. Der Aushang des unter Pr. I 1310 vom 14, Februar 1931 übersandten Plakats hat bestimmungsgemäß yn einem Orte stattgefunden, der von jedem Bewohner mindestens täglich einmal ausgesucht wird, Die .Stille und Verschwiegenhssif dieses Ortes gewährleisten andererseits für beji Besucher die znm eingehender Studium notwendige.Säiniplung und Beschaulichkeit. Außerdem tarnt die Wahl dieses Ortes als Aushäirgeplatz noch deswegen . . ganz besonders glücklich, genannt werden, weil derMbanle an das ans dem Plakat vielgepriesene republikanische Preußen bei hem Aeftr Gsssjchle «pMt, die mit der eigentlichen Bestimmung des Raumes in hervorragendem Maße' tit .Etzr- , klang gebracht werden können. Gleichzeitig ist Sorge getragen, daß in diesem Raume .anderes Pgpier in hinpeicheMp MMs dauernd zur Der« sÜgÜNst stehh, SN vermeiden/ -aß das Plakat abgerissen und KW Zwecken hepützt wird, zu denen es hoch wohl vorr seinem 'Verfasser ursprünglich' nicht bestimmt ist. j ■! ’ i Der Gutsvorsteher: 1!! (gez.) G. Steifensanb. Her Streit «m Georgien. Die Sowjetregierung empfindet die Aufmerksamkeit peinlich, mit der die europäische Oesfentlichkeit den Interventionskrieg im georgischen Bergland perfolgt, , Sie hat deshalb in diversen Funksprüchen einen Vertrag Mit Georgien angekündigt, demzufolge B ytum an. Rußland fällt, usth beeilte M mit der militärischen Besetzung dieses wichtigen Punktes, Nebenher sprach sie. pych vsn sssnem Friedensverttag mit der Türkei, in wachem die Abtretung von Ardahan an die Türken ass Dmpensatipn für Datum fixiert sein soll. Diese .zixjnlich unklare Darstellung erfährt nun durch eine H'ützaZ-Meldupg ihre Aufhellung. Danach stellen Bolschewiken und Kemalistey, nachdem sie Georgien gemein sam jsbextvuudsn haben, erbittert um dw Beute, ' upd die nationalistischen Wrken scheinen von den stärkeren Russen in den Hintergrund gedrängt KU werden- Die Türken verlangen auf Grund des Vertrages von Brest-Hitowsk, den ja Sowjetrußland unterschrieben hat, dgs ihgen dort zugesprochene BatUM- Jedenfalls .h^btzn,sie dewHnstrgtip Truppen nach, BgtÜM geschickt. Inland. Die Korefevenz -er NachsolgestaaLen. ' Ende dieses Mngts beginnt in Rom unter hem Vorsitz Fjalieiis die Konferenz her Nachfolgestaaten, auf deren Progrgnun vor allem die Regelung her Verkehrsfragen steht- Vorher sinhet eine Besprechung in Portortgfe statt, welche eine Einigung über die wirtschaftlichen Verhältnisse Mitteleuropas herbeiführen soll- Eine Vorkonferenz, die in Wien Msammentreten soll, wich das Programm dieser Besprechungen sestzustellen. versuchen, Bei allen diesen Tagungen spielt die Frage der Kohlen- Verteilung ans den produzierenden an bitz koninmierendtzn Gebiete eine große Molle. Die Mmufjen irr Deutschland. WNe, 25. März. (Wolfs.) Die städtischen Werke sind noch nicht wieder im Betrieb. Die Bevölkerung ist gänzlich ohne Wasser und zum Teil ohne Licht. Der private Personenverkehr nach den von der Sicherheitspolizei besetzten Anfruhrortschafien ist Unterbunden. Der „H'alleschen Zeitung" zufolge ist die Bildung großer K a m p f t r n p p e u in der Gegend von Leuna jn vollem Gange. Die dortigen Werke sind in den Händen bewaffneter rvter Fyrmativnen, die etwa 6000 Mann stark sind und über einen wohlorganisierten Nachrichtendienst mit Radfahrtruppen usw. verfügen. Vorläufig nehmen die roten- Kampftruppen noch eine äbwarLende Haltung «in. J Dem „Eislebener Tageblatt" D,folge ist H'ettstedt nach 'heftigem - Kackpfe 'durch'-' Vedststrkrlngen besetzt worden. In der letzten Nacht wurden die Truppen von heu Aufrührern heftig beschösse n.. , Ess-?u, 25. März. (Wolfs.). Hsüte porytittags Per-' sanrmeltze sich auf einen Aufruf, des „Ruhr-Echo", des kommurristischen Organs für das Industriegebiet, eine sehr große Menschenmenge auf dem Burgplatz. Vier Redner, darunter ein Delegierter aus hem jnitteldeutschen Aufruhrgebiet, forderten die Menge auf, morgen in den'Gener'alst reik ZN treten, sich mit Waffen zu versehen und. die Sicherheitspolizei zn entwaffnen, ^.,...:i -;.; We VorgSnge in Sisleben. GisWM, 35. März. (Wolfs.) Die Sicherheitspolizei behauptet pöllig die Lage. Die Arbeitertruppen wurden bis Wch Kreisseld abgedrängt'. Die Polizei hat zahlreiche Verhaftungen porgenommen. Die M-ansfelder „Volkszeitung^^ brächte einen Aufruf, worin die Mannschaften der Sicherheitspolizei zum Uebertritt auf die Seite der roten Kampftruppen aufgefordert werden, EisleöLN, 84. März. (Wolfs.) Der private Fernsprechverkehr ist hier seit heute aüeüds unterbunden, Magdeburg, 28. März. (Wolfs.) Die Kommunistensührer in Eisleben sind beim dortigen Kommandeur erschienen und haben um Verhandlungen über die Einstellung des Kampfes im ganzen Mansfelder Gebiet gebeten. Der Kommandeur lehnte jede Verhandlung rnit den aufrührerischen Arbeitern ab und stellte folgende Forderungen: 1. Me aufrührerischen Banden stellen sofort den Kampf ein, dann wird die Schutzpolizei nicht mehr schießen. 2. Alle Waffen und Munition sind ahzugeben. Diejenigen, die sie freiwillig abliefern, werden nicht nach ihrem Namen gefragt und nicht verfolgt. 3. Sämtliche geraubte Sachen sind sofort zurückzugeben. 4. Dis Arbeit ist sofort in allen Betrieben wieder aufzunehmen. . Me Kommunistenführer versprachen, bei ihren Leuten.mit allen Mitteln dafür einzutreten, daß dje Bedingungen angenommen und vorbehaltlos erfüllt werden. Ein Bombennttentat in Bxesla«. Breslau, 26, März. (Wolfs.)' In der vergangenen Nacht wurde gegen ein Haus, in dem sich der Sitz einer für die oberschlesische Sache arbeitenden Organisation bvfindet, ein Bombenanschlag verübt, durch den großer Sachschaden angerichtet wurde. Man vermutet, daß der Anschlag von kommrrnistischer Seite oder von polmschm Fanatikern verübt wurde. Die „Rote Fahne" konfisziert. Berlin, 25. März. (SSoIff.) In der vergangenen Nacht wurde über Veranlassung der Staatsanwaltschaft die Gesamtauflage der heutigen Nummer der „Roten Fahne" beschlagnahmt. - Es wurde mir zußesagt, daß diese Ratifikation kurz nachOstern durch die betreffenden Parlamente erfolgen werde. Pressekonferenz. Zm großen Sitzungssaal? des Buydesfllinisteriums des Axußern fand gestern die erste Pressekpuserenz statt, an welcher Vertreter aller Ministerien sowie her Preffe teilnah wen. In Zukynft wird allwöchentlich eine derartige Preffekonferenz statt finden, die dazu bestimmt ist, die Oeffentlichkrit Über alle aktuellen Fragen rasch und ausreichend zu informieren. In der Konferenz erklärte Bundeskanzler Dr, Mahr nach Worten der Begrüßung für die Vertreter der Preffe: Es ist ein neuer Versuch, der heute mit dem formalen Zusammenschluß der Vertreter der Preffe zu der Institution der Preffekonferenz stattfindet. Wir hoffen, dqß die Preffekonferenz reichliche Früchte für unser Volk zeitigen wird. Die Negierung begleitet die Preffekonferenz mit ihren besten Glückwünschen, was dir Negierung zu tun vermag, wird ste im Jntercffe der neuen Institution und der Preffe überhaupt gerne tup. Die Preffe ist von großer Wichtigkeit für unser gesamtes öffentliches Leben und gerade auf unsererlrtzten Reise «ach England, Frankreich und der Schweiz konnten wir konstatieren, daß die Preffe die allergrößte Wichtigkeit besitzt, wenn man etwas erreichen will. In _ feiumi Bericht vor r>M Äantztansichuß tMp dtt mzler Wtex gtzd-rem WU PMich hex wkstnyggfischM Frage uchte sch di« maßgzhe»dM Htestetz in ßfindpn M k»NS nlichst raschc Mifikation hrS FriedenSvertragrS pou Triaiw» Hoftqt Ludwig skizzierte die Aufgaben der Preffekonferenz. Fgt Perlgufe der Debatte wurde eine Reihe vylkywirtschaftlicher, finMieller unh Perfthrsfragey zyr Debatte gestellt, auf welche di« MM" dvZ Die Entente bezahlt die Kosten Wiener LiquidiernngsorgaNe. Wichr, 25, März. Die „Politische Korrespondeitzl meldet: Das Liquidierungsorgan her interalliierten Ueberwachungsausschüsse hat der Negierung ncitgeteiüj daß die Kosten für den Unterhalt des Personals he« Liquidiernngsorgans zu Lasten der einzelnen alliiertem Mächte gehen. '.?h Weiters hat das Liquidierungsorgan beka-nntgetzi^ ben, daß die italienische Regierung beschlossen hat, den italienischen Militärattache in Wien an den A^beitW des Liquidierungsorgans teilnehnte»: zu lassen. Kündignngsschntz für ÄngesteAte.^ Der den Angestellten mit per Verordnung vdm 29. Dezember '1020 gewährte Kündigungsschutz geht am 31. März 1921 zu Ende. Da bis dahin mit dem In--, krafttreten des in Beratung stehenden neum^Angestellten^ rechtes nicht gerechnet werden kann, wird mit der Heutes kundgemachten Verordnung vom 22. d. M. die Geltungs--, dauer der eingangs bezeichneten Verordnung bis auA weiteres verlängert. K . Selegtamme." . r - :A Neorganisisrung des jüdisch-ameriKM Nischen HilssWerkes in Polen. Warschau, 23. März. (Jüd. Korr.-Bur.) Die pol^ nische Abteilung des American Joint Distribution Eom-s mittee hat für den 12. April eine Konferenz aller^ bedeutenden jüdischen sozialen und philanthropischen Ovj, ganisationen in Polen einberufen, mit der UufgaLe,>! den wirtschaftlichen Wiederaufbau der po-Ü nischen Judenheit mit Hilfe der vom Joint hieftiv auHs geworfenen, Fonds zu organisieren. Znlassnng jüdischer Advokaten zn de« polnischen Advokatenkammern.; Warschau, 2-t. März. (Jüd. »ort.-Su«-) Jn"brtz Generalversammlung der Warschauer Advokatenka'mmev beantragte der jüdische Sejmdeputierte H a r t g l ä s Revision des vom Kammerrate gefaßten Beschlusses, demzufolge Advokaten, die sich zur jüdischen Nas tionalit'ät bekennen, als Mitglieder der Advokateukammer nicht ausgenommen werden können. Dieser Wi trag wurde mit großer Majorität angenamme^ t- Das Amrrestiegesetz in Polen. Wlarfchau, 25. März. Unmittelbar nach den O'stier-j strien wird die Regierung dem Landtag den Entwu^ eines' Amnestiegesetzes Vvrlegen, welches auch die Wünsch^ der Abgeordneten, betreffend die Umnestieruntz politischer Delikte, berücksichtigen wird. DH Amnestie wird mit Rücksicht auf die Erledigung^des; Verfassungsentwurses und die Ratifizierung des. ' denspertrages erlassen werden. Lntoslawskis Protest gegen die pokni? fche Verfassung. Warschau, 24. März. (Privat.) Der bekannte polnisch^ Abgeordnete, her antisemitische Pater L u t o s l a w s k i, der regm Anteil an der Ausarbeitung der polnischen Verfaffung nonnrien hat, veröffentlicht nunmehr einen Aufruf an die polmschtz Oeffeutlichkeit, in hem er dagegen protestiert, daß die KqustitutilM dem T a l m u d dasselbe Recht Me der katholffchen Kirche verleihe und rrMt, daß aye Ahgeördneten, die gegen die konfesstoneÜe Schule und dry Artikel gestimmt haben, wonach der Reichs Präsident ein Katholik sein muß, rrnter dem Einfluß der JudrH und Freimaurer stehen. Den Ausrnf hat auch der Lemberger Erzbischof De o d o r o w i e z unterfertigt. Es muß hervorgehoben werden, daß die nationaldemokratischen Führer und Klnbgenoffen Lütoslawskis, die Abgeordneten D m o w s k i, G r a b s k i und andere für dieses Versaffungsgesetz gestimmH haben. Ü4 Eröffnung des jüdischen Studenten Kongreffes in Rumiinien. Byffatest, 24. März. '(Jüd. Korr.-Bür.) Hier ivmb« der Wische Studentenkongreß, der von 'Vertretern der^ jüdischen Studentenschaft aller Universitäten Groß-, rumäniens beschickt ist, eröffnet. Der Kongreß wirdj sich' mit wirtschaftlichen und rein, akademischen Frage» befassen und insbesondere zu den Beschlüssen des jüngst stattgefundenen rumänischen Studentenkongresses in Cluj^ Stellung nehmen, wonach' die bisherigen, nach Fakulq täten gesonderten Stndentenvrganisationen sich' nur au^ die Studenten rumänischer Natianalität bez schränken sollen. ' . -1 \ Maffenpogrome im Homeler Gouvernement. Warschau, 23. März, (Privat.) Die „KownoL^ Stimme" teilt aus sicherer Quelle nftt, haß in berj Gegend von Lo jew, Patitsch, LnbaWicz im Mou-, vernement H o m e l fast alle Juden in ben Städtenj durch Bauernbanden, welche für die von den Bolsche-> wiken vorgenommenen Requisitionen Rache nehmsu wollten, ansgeplündert und ermordet wurden. Eine spezielle jüdische Delegation sei in dieser Angelegenheit nach Moskau gereist, um der Regierung das b^üglichtz Material und eine LM YM 2 2.0.Z Y. g tz t'S.t.iWM 1ÄMM_WNNM'..