Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- Heft 773 (21.3.1921)
- Date
- 1921-03-21
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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I Sfr 77S Wkn, Montag Wiener MorgenzeltmtA jkSE von 160.000 Krone« am t Febvaar «nb am 16. i>. M. dem Schloffermaistsr Rudolf K n u r, MovidSdorf, Haupts Pratze 86, um 41 Kronen Per Kllogvamm verkauft zu haben. Knur hat da- Mech sofort dem Eiserchändler Leopold Deutsch um VS Kronen per Kilogramm und dieser cm den MenhsiMer Fritz Duldner um V4 Kronen Per Kilogramm weLtevgegüben. DuÄmer hat dann das Material der Metallwaprnfabrik Josef und Leopold Quitt »er um 57 Kronen per Kilogramm weiierverLauft. Dort wurde es fichepgssiellt. Z üguer hat, wie erhoben wurde, schon seit Jahren Material gestohlen und verkauft. Don einem Teil des Erlöses hat er sich dar Haus Ueberftchrstxatze lL gekauft, Ssst.Rovember v. I. ließ er an diesem Hause Adaptierungen für? 08.000 Kronen vornehmen. Zügrcer ist n-unmehr dem LandeSge?W: chygelftcheH ward«». Horthys Uuiform unter gesetzlichem Schutz.! DaS «ene Mgarische Gesetz -um wirksameren Schutz des Staates und der'Gesellschaftsordnung enthälteine Bestimmung, die wohl ihresgleichen in modernen Gesetzgebungen vergebens sucht. Nach diesem Gesetze werden mit Zuchthausstrafen bedroht: Nicht nur diejenige«, die sich . der Aufreizung gegen die ungarische bewaffnete Macht schuldig machen, sondern auch jeder, der »gege» die Institution d e s M i l itärS hetzt-. WaS hierunter zu verstehen ist. wird in de« Motivenbericht zu diesem Punkte erläutert. Hier heißt es: Es war zu beachten, daß die Disziplin der ungarischen bewaffneten Macht oder .anderer zur Aufrechterhaltung ber inneren Ordnung und Sicherheit berufenen bewaffneten Organisationen auch durch destruktive Kritik nachteilig beeinflußt werde» kann, welche sich nicht ausdrücklich gegen die ungarische bewaffnete Macht oder irgend einen ranzenden Teil derselben, sondern etwa gegen dir bewaffnete AHM eines anderen Staates richtet u. s. w. Diese Vorsichtsmaßnahme ist mit Rücksicht.auf den R e ich sver wes er Horthy gesetzlich versügt worden. Horthy, der noch immer die Uniform der l ». k. Armee trägt, wird sehr häufig deshalb angegriffen, und wenn irgendeiner deshalb vor Gericht gebracht wird, redet er sich gewöhnlich darauf aus, daß sich die despektierliche Aeußerung nicht auf die Person des Reichsverwesers, sondern auf die verhaßte kaiserliche Uniform bezogen habe. Durch diese neue Gesetzesbestimmung ist nunmehr auch die Uniform der alten Armee wieder unter gesetzlichen Schutz gestellt. May sieht, wie man in Horrhy-Ungarn rmt allen Mittel» der legilimiffischen Nestauration vorarbeitet. Vortrag. Die Zionistische BezirkSsektion XH/XV, XV., »rrklotzgaffe 21, veranstaltet Dienstag den 22. d. M. im großen Vereinssaal, XV., Herklotzgasse 21, l Stock, um 7 Uhr abends einen Vortragsabend. Referent Dr. N. M. G e l b e r, Thema: KhoweweZion. Gäste willkommen. , I* Di» Schuhe wieder teurer. Die Gehilfenschaft hat den Schuhmachern neuerlich Lohnforderungen überreicht, über welche gestern verhandelt wurde und folgend» Vereinbarung zustande kam. Es wird bezahlt ei« Regiezuschlaa von X 200 für den genähten Bode«, ein solcher von K 100 für den genagelten (Luxus) und von X 60 für dm gewöhnlich genagelten Boden per Paar. Reparatmarbrilrr erhalten X 150 mehr pro Woche. ZufäMider erhalten X 2000, Vorrichter X 1500. Stepperinnen X110Q und Tischarbertetnrneu X7vo pro Woche. Die im-Wochenlohn stehenden Bödenarberter erhalten: Der erst,Ausgelernte X 650, nach halbjähriger Gehilfenzeit X 1400. nach einjähriger Gehilfenf,ert X 1700 und nach zweijähriger Gehilfenzeit X 2000. Diese Löhne trete» mit 31. d. M. in Kraft und gelten mit Ausnahme der Inneren Stadt, mit deren Meistern kürzlich ein neuer Lohn- Vertrag abgeschloffen wurde. Dessenungeachtet werden aber den Schuhfablltanren schon in kürzester Zeit neue Forderungen überreicht werden. Wieuns aus Fachkreisen mitgeteilt wird, sind die derzeitigen Vcrbällmffe mit der Gehilfenschaft unerträglich und wird seitens der Meuter ans Klärung gedrängt werden. Es besteht die Abstchk» den Lohnvertrag überhaupt "zu' kündigen und keinen neuen mehr einzugehen. Gebunden find^ nur die Arbeitgeber, da sich die Gehilfen nicht an den Vertrag halten und stets höhere Löhne fordern als vereinbart. Hiezu , kommt noch der große Mangel an qualifizierten Arbeitern, die bei den derzeitigen Verhältnissen nicht teurer sind wie die unqualifizlerten. * Der Trick eines Einbrecher-. Am 15. d. M. nachmittags wurde die. versperrte Wohnung drS Kaufmannes Sigmund 5 e l m a n n. VUl., Lerchenfelderstraße 46, geöffnet. Wertsachen und Juwelen im Werte von X 200 000 fielen den Einbrechern in die Hände. Durch die Erhebungen des Polizeckommifjariats Schmelz wurde folgender Sachverhalt frstaestellt: Die bei Selmann bedienstete SlMrrge. Hausgehilfin. Marie Schönweitz hatte ftmc Zeit vorher die Bekanntschaft eines jungen Mannes gemacht. Einigemale war sie mit ihrem neuest Verehrer in den Parkanlagen beim Parlament geseffen. Als sie mm am 15. b. M. von ihren Dienstyrirern. die tagsüber im GeschLfte find, den Auftrag erhalten hatte, dar Kind des Kaufmannes spazieren zu fahren, kam sie mit ihrem Verehrer wieder beim Parlament zusammen nnd saß mit ihm aus ein« Bank. Auf die nämliche Bank setzte -sich dann ei« zweiter Manu, der aber ein Spießgeselle LeS Verehrerwar und als das Liebespaar plauderte, benützte berDerehrer die Gelegenheit, d« Schönwritz die Wohnnn^- fchlüffrl aus der Tasche zu siebten und fie seinem Helfershelfer zuzustccken. Der entfernte sich mit kurzem Gruße; das Liebespaar blieb zusammen. Indessen eilte der Spießgeselle mit einem dritten Verbündete« in da- Wohnhaus des Kaufmannes Srlmavy und verübte den Einbruch. Durch allerlei Plauderelen hatte der Verehrer die HauSgehilfist'vermocht, länger im Park zu bleiben. Dann kam der Nachbar von der Bank zurück Md übergab heimlich dem Verehrer die Wobnungsfchlüffel, der sie »ubemerkt der Schönwe,tz wieder i» die Tasche zu praktizieren verstand. AlS die HauSgehifin heimkam. hörte fie von der Bescherung, ihren Galan sah fie aber nicht mehr. Das Polizeikommisfariat Schmelz hat nun erhoben, daß den Einbruch der 89jährige Malergehilfe Georg Schermann m Gesellschaft des 33jährigen Schloffergehilfen Karl I i r a c e k ausgesührt hat. Schermann war derjenige, dem der Verehrer auf der Bank den Wohnungsschlüssel zngesteckt hak. Die Rolle des Verehrers hat der Sbjährrge Mmkthelfer Stefan Fuchs gespielt. Er hat die Schönweitz in de» Parkanlagen so lange zurückgehalten, bis Schermann und Jiracet den Embrrch ' ausgefllhrt hatien und die Beute in Sicherheit war. Dann war Schermann mit dem Schlüssel gekommen .und Fuchs hat ihn der Schönweitz in die Manteltasche -gesteckt. Fuchs und Schermann wurden verhaftet. * Veruntreuung- Der. im Schönbrunner Schloße wohnhafte 26jührige Expedient Alfons Panmann wurde wegen Veruntreuung von X 91.000 zum Nachteile der Firma Darlc 6 Kmup. l., .Wall-alle 1* vestMtet und dem LastdesaeriLt üujglriitfaftr Mitteilsvsktl aus dem Publikem. vIXXkftVM, K«r1on,Go1S,S11dor,Vl»t1u n.7N»rvn baalt und verkauft 776 ETTER Rotentarmatr. 23, JUariabllierstr. 98, Grösster und bester Käufer Wiens Bi*iilaiiten9 Perlen Juwelen, Edelsteinhändler Rafoino witsch, Juwelier I. Haxlmilianstrasse 5 II. Stephaniestrasses, riurNr.3 (jetzige Mahlerstrasse) (jetzige Hollaitdstrasse) Tel. 8541 und 45148 im eigenen Hause Freitag ab 6 Uhr n. Samsiagf geschlossen. HSrsn.Sle auch unsere Preise * Großer Einbruch. In der Nacht zum 80. d. M. wurde bei dem Schneider Eichner Simmeringer Hauptstraße 100, eingebrochen. Gestohlen wurden 48 Coupons Herrenstoffe, Hofen- und Ueberzleherstoffe, zusammen X 400.000 wert. * Gestohlene Klaviere. In der Nacht zum 20. d. M. wurden aus der Werkstätte des Rudolf Bier, Habchergasse 43, zwei Klaviere mit der Firma Pallik & Stiaßnh, X 200.000 wert, gestohlen. * Großer Taschendiebstahl. Am 19. d. M. abends wurde vermutlich beim Einstejgcn in den Autoffüs ans dem Stefansplatz dem Ferdinand Denes, Wähnngergürtel Nr. 140 wohnhaft, eine schwarzlederne Brieftasche mit X 97.000 und einem Scheck auf X 89.600 der Filiale der Unionba»! gestohlen. — Am 20. d. M. ist ans der Fahrt im Straßenbahnzug auf der Strecke Bellaria-Grjllgaffe auf den Linien .X" und „71 ein Sack aus Rosa-Barchent mit 87 Zehn-Kronenstücken und 10 Zwanzig-Kronenstücken in Gold und einem silbernen Fünf- Kronenstück dem Leopold Seif, Wilhelminenstraße 78 wohnhaft, verschwunden. * Jüdischer Franenbnnd, IX., Liechtensteinstraße Il/13. Spendenausweis derJnlandsa k t i o.n f ü r K i n d e r. Durch Herrn Armenrat B e l l a k: Kisnkcnunterstützungsoerein „M e n s ch e n l i e b e", X 500; Frau Julie Perlbrrger, IX., X 200; Herr Samuel T o r n e r. XX., X 200; Frau Dora R a p a v o r t.Przemysl- Wien, X 100; Frau Auguste. B e r g e r, IX., X 100; Herr Julius Büschel ans Frankfurt a./M. X 100; Herr Marcel B o u h a r d X 100; Herr Aron Z r m g ü t l, U., X 100 Fräulem Ottilie Engländer, I., X 60; Frau Regina Holpern, IX., X 50; Fräulein P. F. X 40; Herr Dozent F. X 40; Herr S. M i l z e § X 40; früherer Ausweis X 42.045; zu'ammen X 43.675. — Lebensmittelspenden: Frau Rebekka Weiner, IX., b Dosen Kindermehl: N. N. 5 Laib Brot; Frau Ka tz. \l, Landbrot: Frau Rosa Koppel, II. . 2-Lgib Brot; Fron N. L., 1I„ 1 Laib Brot; Fron R- M-, XX., i Laib Bryt; Frau F. F e» e r st c t n, II., 1 Laib Brot; Frau Anna K o s ch er, II., 1 Laib Brot. Steuerfragekafte«. H. H.. Im Werd. Das Cinlommenfieuerbelenntnis ist bis 31. d. M. bei der Stmeradministratron einzubringen. .Dort erhalten Sie auch das Formular. Wenn Sie das Bekenntnis bis zu diesem Termin nicht fertlgstellen können, so suchen Sie schristlick unter Anführung der Gründe um Fristverlängerung an. . Es ist übrigens anznnchmen, daß die Frist allgemein verlängert wird. — Ernst L. Die erste Rate der Einkommmstener war am 1. d. M. füllig, die weiteren Raten sind am. 1. Juni, 1. September und 1.Dezember einzuzahlen, nnd zwar jedesmal «in Viertel des Steuerbetrages, der in Ihrem letzten Zahlungsauftrag vorgeschrieben war. Wmn Sie für 1920 noch kemen Zahlungsauftrag erhalten erhalten haben, so richten S>e sich, nach dem von 1919 oder ersuchen Sie in der Steueramtsabteilung Ihres Bezirkes (magistratisches Bezirksamt) mündlich oder schriftlich um Bekanntgabe Ihres Einkommensteuerrückstandes. Die Srrner ist für kleinere Emkommcn irn Jahre 1920 bedeutend ermäßigt worden. — Haushalt. Das GehaltSemkommen Ihres Sohnes ist zu Jhtem Einkommen nicht hinzuzurechneo, dagegen, da er in Ihrem Haushalt wohat, die von ihm bezogenen Provisionen. Heiratet er und gründet er einen eigenen Hausstand, so muß er binnen 14 Tagen die Anzeige an die Stcuevadmmistration machen und sein wahrscheinliches Einkommm in diesem Jahre angeben. — Richard P., Goldman» n. a. Eine besondere Aufforderung zur Einbringung de- Einkommensteurrbekenntniffes. werden Sie nicht erhalten. Diewar zwar früher so, ist aber jetzt geändert. Das Bekenntnis muß unaufgefordert innerhalb der allgemein kundgemachten Frist eingebracht werden, sonst tritt die Bemessung von Amts wegen ein. Bisher gilt der 81. d.M. als letzter Termin. Eine Verlängerung ist zu erwarten- — Familienvater 1921. Für sich und Ihre Frm köunenSie je X 80.000 abziehm. Für Ihre drei Kinder, wenn diese kein eigenes Vermögen haben, je X 15.000. Es find also für Sie X105.000 abgabcfxei. Von weiteren X 140,000 zahlen Sir »ach dem neuen Gesetz um 3*/,< das ist X 5200, von den nächste« X 80.000 18*/«. Bei einem Vermögen von X 300.000 beträgt daher Ihre Abgabe X 13.350, bei Vorauszahlung X 10,292., — Ratemzahlnng. Eine Zahlung der Vermögensabgabe in drei Jahresraten gebt eS nicht, sondern nur entweder auf einmal oder in drei Raten innerhalb 18 Monaten nach Zustellung deS. Zahlungsauftrages oder unter gewissen Voraussetzungen in fünf-, eventuell zehnjähriger Rente. Kriegsanleihe wird nur bei Zahlung auf einmal oder in drei Rate«, und zwar bis za einem Viertel angenommen, nur bei Vorauszahlung bis zur Hälfte, — Bernhard M. Da Ihr Vermögen nicht einmal K 800000 beträgt wird Ihnen die Zahlung der Abgabe in zehnjährmer Rente ohne weüers bewilligt werden. Sie können auch die Stundung bis zu Ihrem Ableben verlangen. der RevaMvrr. L L. St. Wen» Sie einen österreichischen Paß haben, so können Sie wohl keinen ungarischen Paß bekommen, aber ei« B i s»in, daS jedenfalls sicherer ist als eine Grenzüberschreitunaserlanhvis. Ezeret. Nichts gezogen. — Anvnyme Anschriften könne» iy keinem Falle berücksichtigt werden. — Gportklnb Kadima. 1. Die Ueberttagungsgebühren bctragen l Va% des Kaufpreises, außerdem die festzustcklende Wertzuwachsabgabe.- 2. Der ungarische Staatsbürger braucht keine Vermögensabgabe z» entrichten, wen» er in Ungarn wohnt. Ihre dritte Frage ist unklar^ — L. S. Radantz. Ihrer Bitte wird willsahtztn. _ Eine K«one 1.85 Centimes Geld. In Zürich notierte: die österreichische Krone...... 1.65 ( 1.65 am 19. Mär ) die öfterr. gestempelte Krollt .... 1.-- (1.— am 19. Mürz) die tschechische Kröne. . . ... . 7.60 ( 7.60 m 19. März) die Mark............ 9.30 t 9.25 am 39. März) Agram » .»»'».«».,.»» 4.t ( 4,— am 39, Pkarz) Bukarest . . Vf. . ..... , . 7.95 ( 8.— aui 39, März, Budapest - . . . . 1.85 (1.67'/, am 39. März) i W«jcha« 4 . ‘»>. «... —JO (—.65 m 39. Mär») _ /eionr Bühne und Kunst. , Konzerte. Herr Mchael Bohnen bleibt uMrm AonzMgetJ der geniale Schauspieler und ist weit dsvon entfernt, ein berufener Liedersänger zu sein. D-azu fehlt es ihm vor allem an der Innigkeit der Empfindung unh an her reicheren Modulationssähigkeit des Organs. Am ehesten begegnen seiner Eigenart jene Gesänge, in dem» er mit elementarer Kraft loslegen kann: Wenn er in Löwes „Prinz Engen" sein „Hei!" ins Publikum schmettert, so klingt es wirklich! „wie Mgewitter weit ins Türkenlager hin"; solche leid-iuschaMche Ausbrüchegelingen ihm weit besser als di« Innigkeit eine- Brahms-Liedes, das er nicht mit der Ursprünglichkeit des Gefühles, sondern mit der Ueberlegenheit seiner scharfen Intelligenz meistert. Mit dem Wegfall der - Szene geht ihm sein stärkstes Argument verloren imd so werden im Konzertsaaal kleinere stimmliche Mängel und leere Stellen des Vortrages fühlbat, über die er auf der Bühne voll Virtuvsitckt hinwegzuvsltigieren vermag. — Trotz alledem besitzt er das höchste Glück des Künstlers, die iPersünlichkett, und so durfte er sich, auch einmal die Extratour eines Liederabends leisten, an dessen Erfolg sein ,Kaspar^ und „Mephisto" lebhaften Anteil hatten. — Der kleine, weiche Bariton des Herrn Wichelm We n d t, welcher zu dem Klavierabend der bewährten Pianistin Eugeuie Eza rniawski mitwirkte, fühlte sich bei lyrischen Gesängen von Schubert und Wolf! recht wohl; hier hatte seine Stimme in der Mittetlage guten Klang, sie schlug erst um, als er mit der großen Arie des „Hans Helling" das Reich der Geister und das ihm versagte Gebiet des Heldenbaritons betrat. — Dr. geo Szaruek, der sich als Lieder- und Ariensänger versuchte, hat eine glückliche Anlage , zu hübschem Bortrage. An der vollchr Mer». wirklichung seiner künstlerischen Ab sich den wird er bnchh die Unsicherheit der Tonbildung vorläufig gehinftevt. In einem polnischen Symphoniekonzert igelanM» durchwegs repräsentative Persönlichkeiten der polnischen Musikwelt zur Aufführung. Die symphonische Dichtung „Die Steppe" des verstorbenen Warschauer Oper»' dirigenten Z. Noskowski eröffnet verheißungsvoll mit den breiten Akkorden der endlosen Steppe. Dame ertönt nach oft bewährtem Programm Rossestampfie« und Säbelklirren, Hirtengesang und Kosakenli^r ziehen in solider Aufmachung vorbei — musikalischest Steppemland. .! Durch Dickicht und Gestrüpp muß' man sich erst in K. Szymanowskis zweiter Symphonie einen Weg bahnen, aber es lohnt wohl der Mühe, in bi: Klangp und Formenwelt dieses ideenreichen Stürmers und Drängers einzudringen. Neben blühendem Gesang begegnen wir unvermittelten Uebergängen «nb Derbheiten des Klanges. Die Kompliziertheit der Thematik wächst fet b:;t Variationen, aus denen sich dasFugenthem« allmählich entwickelt. In das Finale klingt anscheinend das Hanytz» thema des ersten^ Satzes wieder hinein, rar fich ftv verschiedenen Transformationen zu erschöpft». In dieses Symphonie gemahnt der 'große polnische Tondichter tz» seiner Diktion, Thematik und Klangwirkung an die Kunst Max Negers und ist weit entftwrt von nationalpolnischer Musik. Stärkeren Volkstiimlichen Einschlag hat die litauiflhe Rhapsodie op. 11' des frühverstorbenen M. K a r lo w i c z. Ueberaus wirkungsvoll ist die Kerschnörkelung einfachster Motive, die, untereinander vd»- wandt, im zarten Gesang der 'Holzbläser wie im wildiW Trubel besExrnzes wtederkehven und' ein Stück NvMlebeu anmutig vorzaubern. Bon einer Symphonie Z. Stojoivskis bekam man nur das ftin instrumentierte Scherzo zu hören, - das den Wunsch erweckte, die ganze Symphonie kennen zu lerne».'Emil Mlynarski - dirigierte voll Umsicht und Temperament, wenn anch nicht immer mit der nötigen Mastik und' Differenziertheit des Klanges, und wurde, namentlich von seinen Ländsleuten, stürmisch berankt. Anspruchslose, volkstünlliche Musik hörte man im Konzert des „Wiener Mandolinen-Orchester-Bereines". Eine stattliche Anzahl von Mandvlineir nnd verwaMen Instrumenten verschiedenster Größen, Formen und Stimmungen musiziert da mit großer Präzision und Spielfreude unter der Leitung des Dirigenten Rudolf Schmidhuber. Der Ehor der gezupften Saiteninstrumente erzeugt einen ganz merkwürdig vibrierenden Klang, der in seinen verschiedenen Schattierungen und Mschungen nicht ohm Reiz ist. . Eigenartige, mitunftr orchestrale Klangfarben birgtauch" das Zusammenspiel hes Ehepaares) Hopis und Suzanne Ree auf zwei Klavieren. Beethovens „Türkischer Marsch" vereinigte die Gatten nicht nnr in Harmonischer Eh«, sondern auch in so harmonischem Zusammenspiel', baß zwei Herzen und ein Schlag auf zwei 'Klavkron hörbar wurden. Dr, lLrlvin Felder. ' Der Hausarzt. Redigiert vyu Dr. Sanel Beer. i Rvntgenstrahlpn imd Medizin. ' Die unscheinbare, zufällige Beobachtung einer Erscheinung, die im Anstreten eigeNariisLr Strahlen beim 'Durchgehen des elektrischen Stromes durch luftleere Röhren bestand, hat Lpr Entdeckung der nach dem Er» finder Professor Röntgen benannten Röntgenstrahle» geMct, Wenn der KMMr auch vollen Wert km