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Wiener Morgenzeitung · 1921-03-20 · Heft 772 (20.3.1921) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
3 (1921)
Issue
Heft 772 (20.3.1921)
Date
1921-03-20
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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I Seite 6 _ Wien, Somuag tajfeit. Der Bortrag wurde später m einem Hotel aügehaltsn. Jedenfalls ist die Verhinderung des Vortrages noch instruktiver, als es ein noch so erschöpfendes Referat des bekannten. Nationalökonomeu gewesen wäre. Denn dieser hätte doch nur eine zahlenmäßig beschränkte Hörerschar über den Sinn des Sozialismus aufgeklärt. Die Plattenbrüder-Takti? der deutschnationalen Studenten öffnet aber Bcc breitesten Oefsentlichkeit die Augen über den Sinn der deutschen Burschcnbewegnng... _;.v i. Sittenbilder aus dem deutschen Mittelalter. Bikyrend sich die Redner des Antiserniienkongresses bemühten, füralle Entartungen des deutschen Lebens rn der Gegenwart den «jüdischen Bazillus" verantwortlich zu machen, entwarf Dr. Ferdinand Bozuta in der Urania Sittenbilder aus dem deutschen Mittelalter, die eine glänzende Rehabilitierung des genannten Bazillus bilden. Denn wir finden alle ethischen Entgleisungen, die heute auf den demoralisierenden Einfluß des Judentums zurückgeführt werden, schon in jener Zeit vor. da sich noch Ghertomaucrn zwischen jüdische und christliche Art schoben. Interessant ist, was der Gelehrteüber die Ketzergerichte meldet: «Die Ketzergerichte suchten sich ihr einträgliches Amt zu erhalten, da ja die Verurteilung sich stets mit Vermögenseinziehung verband; reiche Leute zahlten den Priestern jede Summe, um sich vor Anklagen zu schützen." So sah die «sittlich-religiöse Weltanschauung" auf öem Gipfel ihrer stacht aus! Begreift mau den Kummer ihrer heutigen Vorkämpfer über ihre Enrthronmkg? ' Die Heiligkeit des Ehelebcns, das heute ebenfalls demagogisch gegen den Ansturm des Judentums »geschützt" wird, erfährt folgende Beleuchtung: «Die Bewilligung des 'Gutsherrn zur Verehelichung mußte zwar c'mgeholt werden, er ließ sich aber das Jus primae noctis (Das Recht, der 'ersten Nach:) in der Regel abkaufcu, wie die zahlreichen Ausdrücke beweisen, die, für-diese Zählung überliefert sind: Frauengeld, Schürzenzins, Hemdenschilling. Die Hochzeit ging gewöhnlich der kirchlichen Einsegnung voraus; ein Zeichen, daß im Volke die Anschauung lebendig war, daß diese Förmlichkeit einen Uebergriff der Kirche in daZ bürgerliche Leben darstelle. Es wurde ein Hochzeitsmahl mit vielen Gästen abgehatten, dann das Brautpaar in die Kammer geleitet und erst am nächsten Vormittag nach Hem Frühstück, begab man sich zum Pfarrer, der somit nur noch die vollzogene TÄsache zu-verzeichnen hatte." Also durch S ch a ch e r g e r st g e m i lderte Unkeufchheit! Und diese sowohl durch das ge. schriebene Gesetz als auch durch den Volksgeb^auch geheiligt. Auch eine »R eige »"-Affäre . hatte /daL..Mitkelälter, wenn es sich auch nicht um dwu shmbolischen. Titeleines Theaterstückes, sondern u in einen Reigen int wörtlichen Sinne handelte: Kaiser Sigismund, der letzte Luxemburger und streng ultrarnorrtan gesinnt, wie sein Verhalten gegen Hus zeigte, tanzte während eines Aufenthaltes in Straß? bürg im Jahre 1414 aus offener Straße mit Prostituierten! And dem Rate von Bern ließ er öffentlich Dank sagen, daß er fcinczu Gefolge drei Tage hindurch freien Zutritt in die städtischen »JungfeLN^Häusec bewilligt habe. De galanten Darnen spielten auch sonst im frommen Mittelalter eine hervorragende Rolle: Wien bildete ein Wottlsüfen der Dirnen den Abschluß der Pferderennen... Die Laxheit des sittlichen Empfindens beschränkte sich Nach den Ausführungen des Vortragenden durchaus nicht aus die Laien. Auch die Priester legten von ihr manch bezeichnendes Pröbchen ab. Unberührt von diesem Trieben blieb nur — diese Feststellung einer ge. schichtlichcn Wahrheit tlieb der Redner allerdings schuldig — dos Judenquartier. An hcn Toren des Ghettos 'prallte aller Schmutz des Lebens da draußen ab. Niemals haben die Juden die religiöse Gesinnung zum Handelsobjekt erniedrigt. Sie haben ihre eigene nie verkauft, aber auch ' die anderer nie zum Gegenstand einträglicher Erpressungen gemacht und auf solchen ihre sittliche und materielle Existenz aufgeöaut wie die christlichen Ketzecrichter. Und was die Reinheit des Ehclebens, die sittliche Auffassung vom Verhältnis der Geschlechter betrifft, hätten die größten Verächter der Juden von diesen am meisten zu lernen gehabt. : Fttr das jüdische Palästina. Dos Fürsorgekomiiee für jüdische Emigranten (Palästina-Aint) erläßt den fügenden Aufruf: Der Aufbau unseres Landes Erez Israel, beginnt. In allen Schichten unseres Volkes werden Vorbereitungen getroffcn. Wir stehen vor harten Problemen, die ihrer Lösung harren. Ein wichtiges Problem ist die Erlangung bcc Mehrheit, im Lande. .Gegenwärtig wird .Palästina von 100.000 Juden utJb 000.000 Arabern bewohnt. Es ist eine Aufgabe des jüdischen Volkes, an der Besetzung des Landes durch unsere Brüder nvitzuarbeiten. Le-ider brldcn die hohen Reisekosten und der Tiefstand unserer Währung ein. unüberwindliches Hindernis für die Mehrheit unserer Fugend. Nicht immer sind die. Wohlhabenden die Tüchtigsten. ES schlummern in einem großen Teil unserer Jugend riesenhafte Energien geistiger und wirtschaftlicher Natur, für die der Aufbruch nach Erez Israel em unerreichbarer Wunsch ist, da ihr dre Mittel schien. Verhelfen wir diesen Menschen, in das 'Heilige Land zu kommen upd den Juhenstaat aufbauen. Jeder Verein, jode Verbindung und Sektion soll e§ sich zur heiligen Pflicht machen, für mindestens vier Personen' jährlich das Reisegeld aufzubringen. Jeder Jude hat dre Pflicht, zur friedlichen Besetzung des Landes beizutragen. Bisher.wurde für diesen Zwe^ venia «tzyr. Wx rufen an M Wwrtf.. Achten ./Wiener Morge«zen«ng unserer Jugend aus der Ukrcnne und Polen Hamen auf eure, erlösende Tai. Jeder Verein, jede Gruppewird das Verdienst haben, die Anzahl der Juden in Erez Israel um vier vergrößert zu haben. ES gibt keinen edleren Zweck,.. als Heimatlosen die Heimat zurückzugeben, Uugliick'iche glücklich zu machen und Emigrantennot zu lindern. -..Es ist eist edles Werk. DaS hevannahende Purimfest, bietet dje beste Gelegenheit, dieser Aktion den nötigen Schwung, zu verleihen. . , V; v Die Kosten der Beförderung einer Person betvagen 10! englische . Psund, - . - Ausgaben des^ürforgchomitoeSfür',jüdischeEmigranten im Monat Februar K. 921.—» Verpflegung,K. 13.226<7—, Verwaltung und Einrichtung der Heime K. 28.512.30, Bureau K. 11.775.-t-, Reisedarlehen an Chaluzim und Palästina« fahren K. 56.100.—, Verwaltung.K. 1126,-r-, Bad und Desinfektion der Pnlästinafahrer K. 6Z61.H0, zusammen 117.099.10. Ausgaben im Jänner 136.328.82, insgesamt bis. 1. März K. 253.427.92. Au/weis Nr. 12 vom 1. bis 10. März 1921. Lasar Sandler, 2. Bezirk, Täborstraße, K. 2500.—, Josef Stand, 2. Bezirk, Taborstraße, K. 2600.—, Arnold Horowitz. 4. Bezirk, Wiedner Hauptstraße, K. 1000.--Simon Kutner K. 1000.—, Bethausverein. 9. Bezirk K. 168.----, Josef Weil, 9. Bezirk, Porzellangasse, K. - 480.—, David' Nebcgzahl, SchiedSe>erichtsbeitrag. K. 2000.—, Max Zloczower, Cannstatt (Württemberg) K. '500.—, Aktion der 'Frau 'Dr.' Sofer: - Gesammelt durch Fräulein Pen'nebery und' Frau Paßweg K. 4670^--; durch Frau Dc. Weiß und' Frau '• Modliuger.I HeuLerg, K. 500.—, Seidler. K. 100.—, Köstenblatt K. LOO.-r--,/ Doktor Kraus' K. 200.—; diverse 130.^-, zusammen'K. IckoO.-.-. Diverse K. 50.—. Bettenaktion: ' Eduard - Stewermann K. lOOOi—, Nathan Lifschütz K. 1000.—, Schenker- und Gottesmann K. 6000.—, durch Moses Gottdenker-K. 1640.—, Otto Wagcnberg, 1. Bezirk, 'Tuchlauben, K.. 3000.—; M- H. . Reich, 1. Mpplingersträße, K. 1000.—^ zusammen «K. 29.538.-7-; seit Jänner 1921 K. 302.839.68/' insgesämt K. 331.877,58. Jirgendgrup1>e 10. Bezirk 3 LeiL Brot. Bekleidungsstücke -und Nahrungsmittel werden entgegengenommen 2. 'Bezirk' ZirluSgasse 33, Spenden bei;Herrn./ Dr. Sofer und» im.:-Palästina» Amt/. Ir'Bezirk, Bauernmarkt 24,' untzM'- Bezirk,' ZiLkuS- 331 ii.' i AuS Budapest wird uns berichtet: Ministerialrat Josef Aldassh, Chef der Paßabteilung im Ministerium'des Innern, empfing dieser Tage die Vertreter der volkswirtschaftlichen Fachpresse, um ihnen über den gegenwärtigen Stand der Ein- und AuSwanderungsbewegung in Ungarn aufklärende Mitteilungen zu machen. Aus Im 11ik a sei schon hör längerer Zeit die verläßliche Mitteilung eingelangt, ' daß nach dem ZüsammenbruH des DolschöwisNmS in Ungarn 150.000 in Amerika lebende Ungarn, beschlössen hatten, in ihre alte Heimat -znrückzngehen'. ' Der Itückwändcrüngsstrvm begann im September 1910 und trotz der hohen. Fahrtkosten und' des großen Schiffsraümmangels ist die Zahl der Rückwanderer bis zum Herbst 1920 auf 20.000 gestiegen. Plötzlich sei ' ein Umschwung eingetreten, der, wie fcstgestellt wurde, auf die nach Amerika gelängten Berichte über die ungarischen Zustande zuruckzuführcn ist. Nicht nur daß die Rückwanderung völlig ins Stocken geraten ist, schreiben die amerikanischen Magyaren ihren Familienangehörigem daß sie so bald'als möglich nach SCnierifa kommen mögen. Tatsächlich herrscht schon jetzt ein starker Andrang um Pässe üäch Amerika, Kanada und S ü d a tu e r ika; ja, sügar 'nach den französischen Kolonien werden Pässe verlangt. Unter -dey Duswanderüngslustigen befinden' sich verhältnismäßig sehr viele Intellektuelle und' g t i ft i ge Ar beit er,"aber auch die Zahl der Industriearbeiter, welche das Land verlassen wollen, nimmt stetig zu. Seit November vorigen Jahres kommt fast kein Rückwanderer nach Ungarn. Diese Erscheinung bedeutet aüch einen großen finanziellen Schaden für das Land. Nach " fachmännischer Schätzung ' hat jeder Rückwanderer durchschnittlich 1200 Dollar nach Hause gebracht, es fandensich sogar solche, welche sich drüben-10.000 .Dollar erspürt hätten.; -'Wenn wir nim'-'; annehmen,' daß 120.000 Menschen ihre! geplante Rückwanderung aufgeben, so bedeutet dies, daß auch-deren Vermögen im Betrage von 144 Millionen-Dollar oder, nach dem heutigen Dollarkurs, 86 Milliarden ungarische Kronen dem Lande vorenthalten wurden. An der Verbreitung der ungünstigen Nachrichten über Ungarn sei jedoch nicht nur die dem -christlichen Kurs feindliche Auslandspresse, sondern auch die Leichtfertigkeit amtlicher und halbamtlicher Personen sowie manche Abgeordnete schuld, welche ncht bedenken, daß ihren Aeutzerungen im Auslande vielleicht größeres Gewicht vergelegt wird, als sie 'wirklich derdienen. Man merkt unschwer,! welches Ziel diese „'Aufklärungen" des Herrn Patzreferenien.Vox Augen haben, GS soll auch die volkswirtschaftliche Fachpresse in Ungarn freiwillig die Wahrheit verschweigen oder entstellen, weil ihr sonst, wie es mit der Tagespresse bereits geschieht, der Maulkorb umgehäntzt würbe. >v.^ ^,4.4^ ' ■ Einste!« i« FrawiMch. -Man schreibt -uns aus Paris: Der bekannte Pariser Physiker Fab re hat soeben ein Buch über EinsteLnS Theorie erscheinen lassen, zu welchem Einstein das Vorwort tteferle. Das Buch ist ein Handbuch für französisch Sprechende, die . sich mit der Relativitätstheorie! LeMutmachen wollen, und nach dem Kriege die erste literarische-Behandlung einer aus Deutschland kommenldsn Idee,, die nicht irgendwelchen Tendenzen dient. Trotz der vielen schier unüberwindlich scheinenden Gegensätze, die fett dem Kriege zwischen Deutschland nnd Frankreich bestehen, beginnen die französischen Wissen- Wrttler vom pllaemeinen H^eZtamnel abznxückeNr und. - - ’ ,11 )> -1 -r-— —; 1 -1 ist bezeichnenderweise der Jude Einstein, der Mann, dem dey?lufenthalt in Deutschland verekelt wird und der mm als «deutscher Gelehrter"' in Paris einziehen. und der so langer berpörüen deutschen Mssenschäft den Weg aus her Isolierung weisen soll, in welche sie deö Geist verseht hat, der suh in dem Dokument der 93 lstrofessoren feiir trauriges Denkmal errichtet hat. ' Einsteins Vortrag soll in einigen.Wochen in Pari» stattfiichen, die Vorbereitungen sind bereits dem Endo nahe,! rmd fästitliche IlniverstEspröfesforen der Physik aus Frankreich sind orngelirden worden. Daß diesem Vortrag mehr als rein wissenschaftliche Bedoutubng zukommt, bedarf nicht erst besonderer Hervorhebung. M. K. Amerikanischen Vlatterrneldungenenülehmen wir, daß am 12. Februar am Hause des derzeit in New-Dork weilenden Drohobyczer GrotzrakbinerS Schapira, des Ehrenpräsidenten der österreichischen Mrsrachi, eine Versammlung prominenter Persönlichkeiten stottfcrnd, die den Zweck hatte, gangbare Wege.zur Rettung der dielen Tausende von Pogrom- und Kriegswaisen zu betreten. Den Vorsitz de» Meetings führte der -bekanrlte. New-Iorker MiSrachi-Führer Dkeier Berlin. Dieser führte.in seinem einleitenden Referat aus: Das Ziel der hilfsbereiten amerikanischen Juden sei die Ernüiglichung -einer?lnsiedlüng. der ihrer Fürsorge anvevtraüten Maisen.in Erez. Jsrgel. Wenn man diese auch nicht direkt auS ihren. zerstörten Heimatsorten nach Palä-- stina. bringen, könne, so müsse man .dieses Ziel auch nach einem, mehrjährigen Aufenthalt der. Kinder in den Vereiitigien. Staaten oder, in Kanada zu verwirklichen fachen und ^in ihrer Erziehung stets im Auge behalten. . '! > , An der Diskussion ket'eiligten sich der Drohobyczer Grösst rabbmer, OberraLbmer' Dr. Chajes-Wien, Rev.' Hirsch^ Mäsliansky und andere. Von den Rednern gab der erjt« genannte seinem Vertrauen zu dem zielbewußten Handelndes 'amerikanischen Judentums Ausdruck; ebenso betonte Reh. Masliansky,' daß er irr dem einheitlichen Zusammen- Wirker:' so verschiedenartiger Geister, wie sie sich hier zuq sammengefunden hätten,, die Gewähr für das Gelingen der Hilfsaktion für die dreimalhuniderttaufend, jüdische« Waisen der zerstörten Gebiete läge. \ Die Versammlung schloß mit der Wahl eines Komitees zur Organisierung des Transports der Pogrom- und Kriegs warfen in ihre neue Heimat. An der Chaussee im Tale Israel. Dar Warscharl-er „Moment" vewffeuVi licht den folgenden Brief eines Cha!ug:Z ' Wir 'sind' ick Tale Jsvcvel, in de-msvlben stmchtü«- Tale, das immer der Schauplatz der palästin-rnfischen Äti war. Hier hat Deboroth gsrnernistm mit Barak SiSra "schLaKn'und da"S judrs^-PqK^vairi' Joche Jawins befreit: . Nicht weit von unserem Lager, «ncf einem Hügel, find noch die Ruinen des Hauptquartiers von SiSva, deS biblische». Ehavoscheth Hsgojim, zu sehen. Das Dorf trägt noch den Namen. Chawßja und 4st ebenso schmutzig wie meisten arabischen Dörfer im Lande. Lehmhütten, statt Fenster, keine Vegetation. . ' . -| Unser Lager ist aus einem Hügel aufgeschlage«, gegen»? über der langen Kette deS KarmolgebivgeS. Unten dehnt sich , das Tal bis nach Dfcheda und weiter. Die Chauff«,1 an der unsere Genossen, arbeiten, schlimgÄt sich vom Ge-! birge ins Tal hinab, vor: wo aus sie sich wie ein weißes! Band bis zunr Horizont zieht. Unsvr Lager besteht aus Nleh^ als 50 Zelten, die reihenweise aufgeschlagen sind, so daß sie gewissermaßen Straßen bilden, die auch shre Namen tragend In her Mitte befindet sich ein Niesenzelt, dessen eine Hälfte als SpeSsezimmec dient, in dem bis 200 Mann zu gleiches Zeit abgefertigt werden können, während die zweite Halst^ für Vorträge, Tänze und sonstige .Be«mstaltunge«. ~‘c~~ - viert ist. Bei Tagesanbruch, sobald die Dergsprtzen aM blaff, HimmÄ zu erkennen sind, beginnt das Leben mn Lager. Di Mädchen bereiten das Frühstück in der Küche beim Schein« voir Petroleumlampen. Gruppenweise betreten die Ehawermr das Speisezelt, jeder trinkt seinen Tee, nimmt Brot und Jane mit, hängt ein Trinkgefäß mit Tee an den Gurt, und so begeben sie sich an ihre Ärbeitsstütten, bewafftret mit ihren Arbeitsgeräten. Der Morgen ist noch ziemlich kühl, man sieht noch die Sterne. Singend gehendir ElMverim zur Arbeit, man ist noch frisch von der Nachtruhe,»md der kühle Windlässt die kommende Hitze noch nicht ahnen. Marvche Chawerim' haben , ein paar Kilometer bis zu ihrem Arbeitsplatz zürückzulegen. Diesen wird ihr' Mittagbrot zugesandt, damit sie nicht in der Mittagssonne den schweren Weg nochmals zu machen genötigt find. Sie bleiben bis zum Abend an ihrer. Archei-tsstelle. ' Diese Morgenstunden find die beste Arbeitszeit, bevor die. Sonne zn brennen beginnt. In diesen vier Stunde wird mehr Arbeit geleistet als in der ganzen übrigen ArboitAzeLt. Mmählich steigt die Sonne immer höher,, die; ganze Landschaft bekommt einen anderen Ausdruck. Es verschwindet die für die palästtnenfische Morgen- und Abenddämmerung charabteristische Melancholie. Es ist völlig still ringsum, nur unser Traktor, die Dampfwalze, der die Chaussee stampft, atmet schwer. AuS dem Schornstein steigt Rauch. Der Traktor beginnt soine tägliche Arbeit zu verrichten. , Auf Pen WpchctS.zgÄögen.rn Feldern zeigen sich einig« Fellachen; sie begttmen zu" ackern. Die Ochsen sind groß und kräftig, der Pflug aber klein nnd schwach. Es ist eigentlich nicht mehr als ein spitzer Kyil; die Erde wird durch vieseS Eisen rmr sehr wenig gelockert. Me Dornen und. alles Nw kraut bleibt auf dem Felde. Der pflügende Fellache gtügj fteatont iölÄ «ÄooLMche Ä «

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