Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- Heft 772 (20.3.1921)
- Date
- 1921-03-20
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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9K. 772 Wien. Tonntag Lvrenrr Morgenzerrung , - -.. . —- . ■ > —.— -- - — — 1.— ■ — fummen. Es ist in Palästina kaum ein Araber zu finden. der nicht bei seiner Arbeit singt, und diese Lieder sind, wir . die palästinensischen Abende, voll Melancholie und Wehmut. Um halb 10 Uhr unterlbrechen wir die Arbeit und lassen uns cm der nächsten Quelle nieder. ES ist die Zeit des gwerten Frühstücks.' Man itzt Brot mit Jam. Ein Esel, der unweit von uns weidet, riecht das Brot und kommt zu uns, um vom chaluzischen Essen KU genießen. Das australische Jäm scheint ihm sehr gut KU schmecken. Nur eine Viertelstunde ruhen wir, dann geht die Arbeit wieder loS. Sie ist .aber jetzt wort schwerer. Die Sonne brennt, der Schweiß rinnt von der Stirn direkt in die schwarze, soeben auLge- Grabene Erde. Die Arbeitsgeräte scheinen schwerer zu sei«; docy wird nicht eine Minute verschwendet. Wir arbeiten für uns, wir selbst sind die Unternehnrer und freuen uns, wenn die Arbeit ein Stück vorwärtsgekommen ist. Um halb 1 Uhr erscheint der Wagen mit dem Mittagbrot. Wir arbeiten weitab vom Lager und bekommen das Essen zugeschickt. Chawerim kommen zusammen, um das Mittagmahl zu empfangen. Wir sind ungefähr 30 Mann an dieser Stelle. Wir setzen uns auf die Steine, ein jeder den Napf, in der Hand, und essen lustig unser Mittagbrot: Suppe, Flcischkonserven und Gemüse. Das Brot wird nicht zugeteilt, jeder bekommt soviel er will. Nach dem Essen logt man sich ins Gras zur Nachmittagsruhe. Die meisten beginnen gleich zu schnarchen, mrdeve machen Feuer und kochen Tee. Nach-der Arbeit hat man einen solchen Durst, daß man den ganzen Kischon, der nicht weit von der Chaussee fließt.und der unseren Urahnen bei der ' Schlacht mit Sisra solche gute: Dienste geleistet hat, auStrinken. könnte. Nach einer Stunde geht cs wieder zu den Arbeitsplätzen. Allmählich läßt die Hitze nach, die Sonne versinkt hinter dem Karmelg^birge, lange Schatten erstrecken sich-über das Dal. Der melancholische palästinensische Abend kommt mit langen Schritten. ' .Um halb 5 Uhr abends kehren wir. zurück. Schwer ist jetzt der Weg bergan ins Lager, Die Füße sind wie aus Blei, doch hört man nicht auf zu singen. Bald sind auch die Spitzen der weißen Zelte zu sehen. Wir reinigen uns vom Staub, ziehen uns um, treten in das große, hrll- ' beleuchtete Zelt, Nm.das Abendbrot gereicht wird. Dann vertbri-ngt man noch ein paar Stunden mit Singen, Lanzen, Lesen oder Vorträgen. ^, : Manchmal wird gemeinsam der Psalm „Schir Hqpraaloth" gesungen. Wenn die Eltern 'unserer Chaluzim > Schärt hätten, wie ihre Kinder, die das Tischgebet zu ,$cmfe' lange nicht mehr gesungen hatten, diesen «Schir Hamaalolh" mit Begeisterung singen, sie hätten ihren Ohren nicht ge- .'''tÄült. .Der . .»Schir- Havraalolh", der zu Hause so mclau. . Holisch klingt, klingt hier in Zion selbst, im Munde derJnqeltt), die' sich stark genug fühlt, dieses Kon ausznbauen, viel heiterer und hoffnungsvoller. Em der Marthrer" im »Zaar Austria". Anläßlich des 500. Jahrestages der Verbrennung der österreichischen Juden aus der Erdbergerlände stiftet der Kubische Nationalfonds im „Jaar Austria" einen ,$a iu bcc Märtyrer", für beu er 10.000 Säume bestimmt. - Bei der Gedenkfeier für die Toten der Geserah, welche d.ie. Bezirksfektisn 2 veranstaltete, wurde über Aufforderung "des.'Herrn Gemernderat-s Dr. Plafchkes, der in flmnviende.r Worten untir stürmischem Beifall der vierhundert., köpfigen Menge die/Stiftung dieses „Haines der Märtyrer" ^vnrxgte, sofort über 31.000 Krone» von den Teilnehmern btt Aersanunlung gespendet. Bei der SMnrplrmg taten sich besonders die zionistischen Mittelschnlverbindüngen .Haschachar" und „Iedidaa" hervor. ' ' ' „ Ferner gedachte der junge LMn „Dchomre Hada<h" bei einer außerordentlichen lÄeneralyrrsanirMug der Toten LrS Jahres 1421 und beschloß, unter den Mitgliedern seines Vereines 1000 Baume für den „Hain der Märtyrer" zu sannnel'.r, 8000 Kronen wurdeir sofort: ' gespendet, lieber Antrag des Herrn Benjamin Schönberg, der in wirkungsvollster Weise von Herrn.S. Mayers unterstützt wurde, wurde ein .Komitee, bestehend ans den-Herren Schönberg, Markus Mnyc'c und S. Wittels eingesetztdas täglich zwischen .6'und 8 Nhr abends im Vereinslokal, 20. Bezirk, Othmar- Lasst 34, Spenden für den Hain entgegeiminnnt. '.Herr' .S^ornon P a ß w c g,' dessen Frau Sabine Paß. weg lind deren Kinder Benzion, Bethschwäh Und Frieda spendeten 10.000 Krone» für-einen Garten von 100 Baumen im „Hain dar Märtyrer" im „Jaar Austria". Grohe Anterschleife bei dev Kpankenktaffe der Wiener Schuhmacher. Die Korrespondenz Wilhelm meldtt: Am 17. d. M. hat sich der Buchhalter der Krankenkasse der Mitglieder der Genossenschaft, der Schuhmacher Wiens, der 44jährige Anton Westerm:a h e r, zu Weinberge bei Prag geboren, VHfv Breitevfclder" gaste 22 wohnhaft, im Sicherheitsbureau mit der Sckbstanzeigr gestellt, er habe seit dem Jahre 1917 bis zum Februar d. I. der Krankenkasse einen Betrag von X 600.000 teilweise veruntreust teilweise heranögelockt. Westermahrr hat dir Unterlchleise in der Art begangen, daß er Rechnungen, die die Spitäler an dir GenossenschaftZkraukcnkaste zur Begleichung eingrschickt hat, sich vom Kassier der Kasse wohl - aoSzahlen ließ, ohne aber die Summen an die Spitäler abznsShrc». Das Geld hat er für sich verwendet. Er führte das Leben eines reicht» Mannes. Er besuchte häufig Bari6t6§ und »ahm gewöhnlich die tennsten Sitze. Er veranstaltete vergnügte Abendd 'ünd hM'stch r'me sehr kostspielige Freundin, die er mit Geschenken Merhiiufte. Allerdings war er, um sein Gewissen zu übeetönev, auch deren Familrr gegenüber nicht knickerisch. Er erNärt. daß -re Bücher in deu ganze» vier Jahr« MB der ÜttkpHmMjt nicht üb^Mt * Bürgerliche Geschlechterkunde. Dem österreichisÄen Bundespräsidenten ist großes Heil widerfahren: Die „Grazer Tagespost" ist dank der: Bemühungen eines ihrer Leser, .der sich möt bürgerlicher Geschlechterkunde abgibt, in der erfreulichen Lage, die Legende von der jüdischen Abstammung des Dr. H a i n i f ch zu zerstören. Wir wissen, daß der Präsident ein sehr vorurteilsfreier Mann ist, trotzdem hat er Grund, auf diese „Ehrenrettung" stolz zu sein. Denn seine Neklamierung für das Ariertum bedeutet nichts Geringeres als eine sehr schmeichelhafte Anerkennung seiner Verdienste. Wären nämlich die Herren mit ihm und seiner Amtsführung nicht zufrieden, dann wäre es ihrer „bürgerlichen Geschlechterkunde" gewiß geglückt, ein paar jüdische Llhnen seines Hauses zu entdecken. Der Feldmarschall Mackensen war ja auch vor dem Kriege im „Semi-Gotha" als Judenstämmling angeprangert und ha! sich erst nach der Sckstacht von Gorlice in einen Vollblutarier vcrwarckelt... Herr Dr. Hainisch darf sich also wirklich etwas darauf einbilden, wenn sein Stammbaum in der folgenden liebevollen Weise bestimmt wird: „Der Urgroßvater.des Bundcspräsidenten stammt aus Kratzau bei Neichenberg und ist im Jahre 1760 nach Tyrnau bei Preßburg eingewandert, wo er sich schlecht und recht als Schlossergeselle durch das Leben schlug und auch als solcher im Jahre 1819 starb. Auch, sein Großvater war Schlosser; es gelang ihm aber durch Fleiß und Arbeitsamkeit, eine kleine Maschinenwcrkstatte zu errichten. Seine Mutter Marianne Hainisch stammt aus einer Bauernfamilie, die durch lange Jahre gleichzeitig einen Gasthof betrieb und Landpostmessierdienste versah, u. zw. in Weglhof bei Waidhofen a. d. Dbb.S. Die Frau feines Großvaters stammt auS einer schweizerischen katholischen Familie aus dem Engadin, die von dort flüchten mußte und später'in Wien ansässig war." Damit ist freilich noch nicht bewiesen, daß die ersten Haimschs ihrer Militär- Pflicht im Heere Hermanns des Chcruskers und nicht in dem des Juda Makkabi erfüllt haben. So weit zurück reicht eben keine deutschbürgerliche Geschlechterkunde. Und das ist gut fo. Denn Herr Dr. Hainisch ist ganz gewiß nicht ahnenstolz und die berufsmäßigen Judenschnüffler müßten eine so weitreichende Ueberprüfung ihre» eigenen Stammbaumes sehr oft als grobe Geschäftsstörung empfinden... •? Erhöhung der Gas- und Strsrnprerse. Für die Periode vom 13. Februar brS 31 Mär.; sollen die Abrechnung?- gebühren fite den Strom- und Gasbezug nachträglich bestimmt werden Wie verlautet, soll mit Rücksicht aus die erhöhten Regiekosten eine ne »erliche Erhöhung durchgiiührt werden. Man glaubt, daß diese Erhöhung mindestens 35"/, der bisherigen Gebühren betragen wird. Bisher kostete ein Kubikmeter Gas ll 9.60, eine Heklowattsiunbe Lichtsirom ll 2.11, eine Hektowattstunde Krallst, om K 168. Wre verlautet, wird auch der Plan einer Staffelung der Preise ausgear beitet und vor gelegt werden, doch stehen der Verwirklichung Mrses PlaurL nach wie vor große Schwierigfcitut im Wege. * Neuerliche Preiserhöhung der Raseure. Von Dienstag angefangen, wrrden bie Preise in den Frisiersalons bcdeutend erhöht werden, und zwar wird das Rasteren rn den erstklassigen. Geschäften K 20 und in den Bezirken K io bis 12 kosten. Haarschuciden wird in den großen Betrie'-en auf £ 40 und in den übriren auf K 30 zu stehen kommen. Alle übrigen Frsseurarbeitm wrrden eine entsprechende^ Erhöhung ersahrcn. Anch die Dammfrisrure habrn eine gleich hohe Erhöhung deZ Tarifs vorgenowmeu. Die Ursache liegt m bet Lohnerhöhung der Gehilfen, deren Mindcsllohn ki 900 für die Woche b(tragen wird- Das von den Meistern vorgeschlagme Anbot auf 34V«lge Beleitigung an den Einnahmcrr nnler gleich^eilige r Aufhebung der Löhne wurde von diesen abgelehut. * Preiorrhshuug für Petroleum. Ab 20. d. M.wird der Preis für einen Liter Petroleum von K 32 auf K 33.60 erhöht. Da mfolge technischer Schwierigkeiten die neuen PetroleumbezugSkarten erst mit 1. Mai in Krait treten können» die alten PelroleumbemgLkarten aber schon mit 16. April ablaufen, wurden die Abgabestrllrn angewiesen, für die Zeit vom 17. bis 30. April die fesigesetztm Pellolenrngnoten gegen Ernziehnng des Stammes der derzeit gültigen Petrolenmbe Zugskarten samt Kcrzenabschnittrn abzngebrn. * Militärische Negiftvieruus polnischer Staatsangehöriger Auf Grund der Verordnung Abs. 1, Art. 1 und Art. 4 des StaatsrateZ für Landesverteidigung von, 1!. September 1920, R -B. Bl. Nr. 81 vom Jahre 1920, P. 540, werden alle rn Oestercecch wohnhaften, rn der »seit vom Jahre 1602 bis einschließlich.1885, und insofern eS sich um Otfizrece handelt, brs zum Jahre 1879 inklusive geborenen polnischen Staatsbürger aufgeiordert, sich zwecks Entsprechung der Militärdienstpsticht- Vorschriften bei der Konsiilarabteilung der polnischen Gesandtschaft, lll., Nennweg 1, Tür N. persönlich idw außerhalb Wiens wohnhaften schrrfilich^ bislattgstenS3.Mar zur Reglstricrnng bei sonstigem Verlust der polnischen Staatsbürgerschaft, zu melden. Der schristlichen Meldung sind die Personaldokumcnte sow:e die polizeiliche Beschessiigung hinsichtlich des Aufenthalles tnt Auslande beizuschließen. Von der Meldepsiicht sind diesevlgen befreit, die der Verpflichtung zur Registrierung schon vorher entsprochen .haben und un Besi>-e rirrer diesbezüglichen Bescheinigung der hiesiDen polnischen Gesondtschaft, bez iehnngswerse der Konsnlarabteilung sind. * Das AMmatu« der Handslshilfsarbeiter. Zn überaus stürmischen Szene» kani es in der gestern in der Volkshalle stattgefundenen Massen«ersaunnlung der Handelshilssarbeiter. Berbandssekretär Weigl betonte, die Bezahlung derartiger Hungerlöhne, wie Li 70, 80. 200 und 800 wöchentlich oder K 600 monatlich, fet keine Schmutzerei mehr, sondern ein Verbrechen. Sekretär 9 o n d a vom Hrlfsarbeilerausschuß stellt hierauf den Antrag, für jugendliche Hilfsarbeiter K 702, fitc männliche »mter 34 Jahren K 946, für solche übte 24 Jahren K 1188, für HiLfarbeiLttmuen unter 24 Jahre» 810, für solche über 24 Jahren K 945 als Mindrstwochenlöhue zu fordern. Dre BersmmnlMg schloß mit der Annahme der gestellten Forderungen. . * Ein grotzer Vrand. Gestern nachmittags cvtstond in dem afichloffenm Gefchäfle der Firma Armin M a i r & (S t c., Vt^ Vompendorferstraße 63d, vermutlich durch Schadhaftigkeit emrs Rauch'angs, ein Brand. Die Feuerwehr konnte den Brand nach einer halben Stunde löschen. Papier, Schreibutensilreu und Koffer mit Wäsche und Kleidern »m Werte von einet nvie r U l M t Ui s xj «JLtt ÄL .dm^F»er. auw, i vhNr (MMiVrgi /2ü. März 1921 /Seite,7- * Ein Riesenlustschisf. AuS Glasgow wird meldet: Zahlreichen Pressevertretern ivurde vorgestern das Luftschiss „kl 36" vorgefnbrt, das der Personenbeförderung diene« sollt Das Lustschlff hat eine Besatzung von 28 Mann und kemn 50 Reisende befördern. Es unßt in der Lauge 204 m. Der für die Reisenden bestimmte Raum ist 40 m lang. Daneben gibt es Kabinen mit Belten und tmt vollständige Kückeneinrichluug. DaS Lujischtff wird die Strecke von London nach Marseille in 15 bi- 18 Stunden, die von London nach Atgyptrn - in ^MlgeMc 72 Stunden Zurücklegen können. ' * Girr insvMerter ZeiLvngskoreesponvettt/ UeSer die Verhaftung des Korrespondenten der ^Vossischen ZritungE Dr. Manfred Georg wird aus K a 1 t o w i tz gemeldet: Dr. Georg, der gestern früh von einem französischen Krinrmalbeamten aus dem Bette geholt wurde, war trotz seines Einspruches dem französischen Kreiskontrollor von Ksttowitz, Major de Vic,' vorgeführt worden. Als Dr. Georg gegen seine Vorführung protestierte und den Tatbestand llarznlegeu versuchte, schlug der Majorohneweitrrs unter schweren Beschimpfungen aus ihn em.^ * Das Urteil gegen Hitler. Wes Berlin wird «ns gegen den Oberleutnant gemeldet: Das Urteil im Prozeß H i l l e r, der wegen fortgesetzter schwerer Mißhandlung des Soldaten H e l m h a k e, die mit dem Tode dieses Soldaten endete, und wegen unflätiger Beschimpfungen seiner Untergebenen angeklagt war, lautete auf n n r s e ch § M o n a t e F e st ü n g sh a f t. Dieses Urteil ruft in der Linkspresse große Entrüstung hervor. Das „Berliner Tageblatt" meint, es würde wohl wenige St«* hätten. , : * Neuartige He«kersarbeit. Der Senat de§ Staate-. Utah nahm ein Gesetz au, das die Vollstreckung des TodesurtrsiZ! durch Anwendung gisüger Gase vorsteht. ' * *|f * 64.500 Krone» vertrunken. Am 17. d. M. wurdei im Logirlhäus Franz Jvsefs-Bahnstraße ein zirka 30jährige^ Mann angeh alten, der sich Jcnö Freund nannte undi 2z Jahre alt zu sein angab. Es ergab sich bald, daß der Mämri richtig Kvloman S z a l a v, zu Budapest geboren und 27 Jahre alt ist. Er gestand, Rechnungsbcamter brr dem ungarischen Zentml-; warenverkchrSi'ureau in Budapest gewesen zu sein. Diese Steve veranstaltet segenwärlig Mollsammlungeu bei den Großgrundbesitzern m ganz Ungarn. Szalay hat nun im Februar -eme,' Rechnung an einen dieser Großg-.undbefitzer singirrt und aus diese Weise einen Betrag von K 61510 herausgelockt. Szalay ist nw notorischer Säufer und hat die ganze Summe iw Budapest »ud den Rest in Wien durch die Gurgel gejagt. Brr? seiner Anhaltung bestand sein ganzer Reichtum in einer Papier-, kröne. * FL»frmdZwanzis Zahre Korvefpo»-e»z „Gerichts-^ Halle". Am 31. d. M. vollendet die ZeitnugskorrefPondenL .Gerichtshcrlle" das 25. Jabr ihres Bestehens. * Störung int Steatzeabahnverkehr. Im Simmeringe» Hauptwerke trat gestern etwas nach.9 Uhr vormittags em Maschmcndefrkt ein. wodurch der Betrüb-er Straßenbahn fast! in ganz Wien lahmgelegt wurde. Rur im XX!. Bezirk konnte der Verkehr weiter anirechterhalten werde». Rach etwa 4o Minuten gelang cs. den Schaden zn beheben und die Wagen, dw überall ans der Strecke standen, tvieder ins Rollen zu bringen. .->> * PetzachgcscherrL für jüdische Kriegsinvalide. Zahlreiche jüdische Kriegsinvalide und deren Familien^ befinden sich in unsagbarem Elend. Wenn ihnen nicht sofort Hilfe geleistet wird, müßten Hunderte von jüdischen Krüppeln und Blmden zugrunde gehen. Um für die Unglücklichen eine Erwerbsmöglichkeit zu schassen und viele vor Hunger und Rot z« retten, hat der Verband. Barrstcinc zu K 10.000 uub K 5000 ausgegeben, deren Ergebnis für Verpflegung, Bekleidung der Invaliden und für die bereits vorhandenen Schuster- und Schneiderwerkstätten (Wien/ XX., Hemzclmanngasse 15) bestimmt wird. Auch Spenden m nntur» wie 'Lebensmittel und DeNeidungsstücke, werden im Verbände, Wien, H., Obere Donanstraße 65, an Wocheniagcn zwischen 4 und 6 Uhr nachmittags dankend entgegengenornme». Bausteine sind zu zeichnen in der Verkehrsbank, Fckiale Tabvrstraße, .Postsparkass'ekonts 191.132 und im Verbände, H-, Obere Donaustraße 65, * Die Wiener Museen als VolksbitdungSstätte^ lieber Anregung des Volksbildungsamtes werden in den Wiener össentlichen' Sammlunge« allgemein ziigängsiche volkstümliche Knrrc in der Fornr von Arbeitsgemeinschaften abgehalten werde», m denen ss'ir eine begrenzte Zabl von Teilnehmern ein,dem geistigen Bereich des berressenden MnieumS arlgehorendes Wissens-j gebret unter der Leitung eines hervorragenden Fachmannes und vor allem an der Hand der Objekte selbst im Zeiträume -von mehreren Wochen verarbeitet werde« soll. Die MusealarbritS- -gemernschaften werd:n in allernächster Zeit beginnen. * Trubes Wetter in Aussicht. Der amtliche^Wettev. bericht besagt: Bon Frankreich her ist Trübung über Südwestdrutschlaud einerseits nach Westböhmen, andererseits nach Nord« urol vorgrdmngeu, scheint aber hier ins Stocken geraten zu sei». In Feldkirch hat es ent wenig geregnet, im übrigen Oesterreich nnd im vstUcheil Teile Deutschlands halt jchöne?, trockenes Wetter an. In Wien stellte sich gegen Abend leichte Bewölkung ^em. Die Temperatur stieg bis 15°8°. — Voraussage: Zunächst Svfibun g, wahrscheinlich nnr sticht unb nicht von Dauer, mild. * Gebührenpstichtiges Handgepäck. Amtlich wrrd urck untgeteilt: Die Ueberfüllung der Personrnwagerr mit Handgepäck erreicht häufig ein solches Maß, daß bie Betriebssicherheit erheblich gefährdet ivird. Die Eisenbahnen haben sich rnfolgedeffeii gezwungen gesehen, mit Giltigkeit vom 1. April 1921 folgende Anordnungen zu treffen, durch die diesem Nebetstaude abgeholfeu werden soll. Das von einem Reisenden gebührensrer mitgefuhrte Handgepäck darf das Gewicht von 20 Lg nicht Übersteigen.'' Wer schwereres Handgepäck initnimmt, hat eine bestimmte Gebühr zu entrichten. Diese beirägt beispielsweise für je 10 kg bei einer Entsrrmmg von ' 61 km (Wien—St. Polten) im! Personeuzilg X 32, “|m Schnellzug L 48. 125 km (Wien— Amstetten) im Persönenzug K 52, .[» Schnellzug K V7S; 189 km (Wien-Linz) im Personenzug L 73, im Schnellzug ll 109, 814 km (Wien—Salzburg) im Personenzug X 116, im Schnellzug X 174, 567 km (Wttv-Jv«s-«ck) i» MZß«SS«>!rin.»"*