Mannheim
Compact Memory

Wiener Morgenzeitung · 1921-03-17 · Heft 769 (17.3.1921) · p. Seite 5

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
3 (1921)
Issue
Heft 769 (17.3.1921)
Date
1921-03-17
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
87% known words query
IRI
…/2979076-2979773-2979848--06998-2993006
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Re. 769 Men. Vvnnersiag tiic einen Pfennig, weder von Deutschland noch von seHijU) alliierten Schuldnern, erhalten tv«rdc. Linier!ka hAe dsn Schlüssel zum WettsEeil in der Hand. Es. werde eher keinen wirttichen Frieden geben, als bis Amerika singreife. Die angrkündigte Offensive der Griechen. . P«IS, t«. M»r,. (Tel.-Dmp.) Wi«!»r „Miln" mjttnlt, llindigt die Attzener. Rcgicrilng eine gr-tzangelegt« Offensive gegen die Oemalisten an, die. trotz der ungünstigen Jahreszeit sofort beginn?« soll, damit die Türken nach dem Waffenstillstand m't den Franzosen in Zilizien keine Verstärkungen nach kt anatolischeu Front werfen können. Man erwartet sich von einer solchen Offensive ansehnliche Anfangserfolge, da da§ griechische Heer zweifellös besser ausgerüstet und be>> waffnet ist als das der Kemalisten. Drmobilisierung in Italien. Wrsttes Movgerrzsitrrrrs 17. März 1921' 'Seiie^ 6;-^ j» «g> ig § 6 & AnnwaSal! WSSLS^«LE, A?" s* elsoS Xlgaratten»sa!ta®W aus Bernstein, Ambrold, Meerschaum, Silber, Juwelith, Galalith* Kokos und Weichsel Englische Hoiz-Maftrosanpfeltari sowie Pfeifen aus Meerschaum, Bruyere- und Birnholz toss W«!(iiseli>dh(i« und Hernmundblsie ni Tabak« und ZlgarüHendosen sowie alle Artikel der Rauchreqiiisitcnbranclie '• ' durch den Ve r H a v f ineiner Erteugnis?e in Rnin Difllin da «IcMVerfcaiifte" Waren' VlSrulVllal den Nationalstaaten und dem übrigen Ausland. RISIII nlftlnu zurück'genommen werden. | gIWi / PHILIPP BERM4NN,Wien Vtt„ Marialtilfcrstrasse 66 Unterzeichnung des russisch-englischen HandelsVertrages. Sxßtfom, 16. März. (Reuter.) Rach einer amt' lichen Mitteilung ist das englisch-russische Hasidelsab kommen heute vormittags abgeschlossen Worden. Der junge Mann, der erst vor kurzem nach-Berlin gei kommen ist. hatte sich Eben dem Hause Talaat Paschas in einer Pension eingemietet. Er informierte sich, über die Gewohnheiten des GroßwesirS und gedachte,, nach dem Attentat unerkannt zu entfliehen. Er hatte bereits gefaschte Papiers für die Flucht in das Ausland vorbereitet. Er be- Rom, 16. März. (Tel-Komp.) Mit dem bevorstehenden Rückzug der italienischen Truppen aus Dalination und ihrer Entlassung wird die Demobilisierung aller Einheiten des ita lienischen Heeres vollzogen sein. Bis zur Neuordnung der Heeresbestände durch den parlamentarischen Ausschuß wird aus Sparsamkeitsgründen -nur noch die der Lage> entsprechende Zahl von Rekruten sowie jüngere Jahrgange unter die Massen berufen. Durch ein im Amtsblatt veröffentlichtes Dekret wird di« Mobilisation mit dem - 15. März als aufgehoben erklärt. Dir belgischen Sozialisten für die Londoner Forderungen an Deutschland. Slmst.dam, 16. März. .Hollandsch Nieuws Bureau" meldet-aus Brüssel: Nach lebhaften Beratungen hat der allgemeine Rat der sozialistischen Partei mit großer Mehrheit die Haltung der belgischen Delegation auf der Londoner Konferenz gebilligt. Ein Protest Askerrazys beim Völkerbundrat. Paris, 14. März. (Privat.) Bei der letzten Sitzung des Bötterbundrates protestierte der polnische Vertreter Prdfesspr Askenazy gegen seine Nichtzulassung zu den Beratungen über die Antwortnote auf das Memoratidnm des westukrainischen Nalionalrats in der o stga*li-bschen Frage. Sein Protest wurde dem Protokoll' beigeschlossen. - Freitag Friedensschlutz zwischen Polen und Rußland. WÄrschaq, 16. März. Aus Riga wird gemeldet: Das. Sekretarily der Friedens ko n ferenz teilt anttM'Hjl,'daß die A.beiten der Konferenz beendigt sind. 5Di«'* Unterzeichnung ist ans Frei tag st'stgesetzt. ' Die irische Frage. ' Lo hon. 16. März. (Tel.-Avmp.) Lloyd George erklärte gestern im Unterhaus auf eitte Anfrage, 'daß die englische Regier.ung nach wie vor bereit sei, mit Personen, die die Mehrheit des irischen Volkes veriretStt, sich zu verständigen und 'mit ihnen über die Frage eines Waffen stillst-ndes zu verhandeln. .Astf^.die Frage, ob solche Verhandlungen bereits im Gänge'' seiest, gab Llöyd George k e i n e A n t w o % t ■■ ßop,-.-. - r ^hn^'rtirvrrt.wTöÄa«.1;« r.Ki London, 16. März (Funkspruch.) Die Unterzeichnung des rusfisch-en g!i'schen Handelsabkomme n s wird für heute nachts oder für den morgigen Tag erwartet. Die britische Regierung erhofft von der Unterzeichnung nicht ein sofortiges mächtiges Aufleben des Handels, wohl abex die Fortsetzung' von Verhandlungen, die bisher durch die unklaren Verhältnisse sehr erschwert waren. Der Stein des Anstoßes bei den, Verhandlungen war die russische Propaganda in Großbritannien; es scheint, daß in dieser Frage ein Üeboreinkommen erzielt worden sei. * Das Gelingen det Mission Krass ins wäre von größter Bedeutung für die Beruhigung Europas. Die Nichtigkeit der Meldung vorausgesetzt, würde darin die Anerkennung der , Sowjets durch England liegen, was einen Keil in die Ententepolitik treibt. England hat die Einstellung der bolschewilischm Propaganda in Asien gefordert. Wenn Krassin diese Bedingung annimmt und Rußland sie durchführt, so verzichtet der Bolschewismus damit auf seine Expansion. Damit wäre ein weiterer Schritt auf dem Wege zur Demokratie in Rußland getan. Unruhtzn Im Aaura«. London, 14. Märtz. (Privat.) Nach hier eingelangtrn Nachrichten ist es hei den Arabern und Drusen im H a u r a n neuerlich zu Unruhen gekommen, die «inen franzosenfeindlichen Charakter tragen. Di« Unruhen stehen mit den seinerzeitigen Miberufungen von Eingeborenen m Zusammenhang, die gegen 1 wendet wurden. die türkischen Nationalisten der- Talaat Paschas Ermordung. - vkrttn, 16. März. Der Mörder Talaat Paschas, der armenisch? Student Teilirian, wurde heute mit Hilfe einer persischen Dolmetschers im Charlottenburger Polizeigefängnis zum ersten Male eingehend verhört. Tevlirian ftemtmt auS einem kleinen armenischen Dorf an der Grenze PersienS. Ssn« Eltern waren eines NachtS von Beauftragten des damaligen GroßwesirS Talaat herausgehott und verschleppt wovden. Als er später hörte, daß sie eines fchre^lichsn Todes gestorben 'seien, habe ‘ er diesem ewige Rache geschworen. Er sei mit großer Mühe, da er kein Wort Deutsch verstehe und ihm auch die notwendigen Geldmittel fehlten, nach Berlin gereist. TiNerr,.,^soyher§ cchep zu Hunden war: nicht viele von denen jedoch,'selhst mochten eine Idee haben, wie weit diese. Liebe sich erstreckte. Er Netz sich in lange Mer* reduygcp mit Hunden ein und in den Antworten, die er HstM.Wterschyb. mischte er den beißenden Witz und ditz-Hatire? welche zu allen Zeiten und in allen.Ländern .KhMpWn^eß gieren in den^ Fabeln in den MuUd gelegt haben. . 7, Wn kann man verstehen, daß der Apblick des großen Hundes in seiner' Schwester Wohnung ihn so beschäftigte, datz er zuerst gar nicht die Anwesenheit eines Fräulein K e a h den,erste, weiche! ka«zpm ihren auf. eine Stunde^ bortgelasseneu Hund abznholen. Leah Davih.war eine Freundin seiner Schwester, ein ungewöhnlich schönes Mädchen, vom selben Alter wie Rich ard. und besaß den reizenden Typus der portugiesischen Kuben, der ganz orientalisch istn Richards AUge war geblendet, fein Herz besiegst'nie noch hatte er sich einem so schönen Mädchen genähert; ihre reiche Kleidung und die ausnahmsweise Feindlichkeit, die sie dem Bruder ihrer Freundin spendete, Nahmen seine Sinne im Sturm gefangen. „Ich war höchst erregt und fü hite zum ersten Male im Leben den Ausbruch eines so-lchen ©effth 18, das war die erste Lieb LestWMter chost reich 'und wie eS gewöhnlich der Fahlst Mt'dieser 'Uasse. liehtS er es. alle Arten üvn Künstlern ym sich zu haben. Richard macht viele ihm fvAter nithliche Bekanntschaften im Hanse der DavihscheN Familie. Es herrschte dort ein großer Luxtls. der sich schgrs von den - frugalen ' Einschränkungen im msitter» lichen Hanse unterschied und ihn oft demütigte; seine lebhafte Einbildungskraft Netz ihn alles begehren, was das Leben an Genutz bieten kann. . Uneingeschränkte Mittel zu einem solchen Genutzleben waren immer sein heißer Wunsch. Man mag wohl annehluen. daß in dieser Hinsicht Wagner sich von vielen grotzeu Künsüer» unterschied, w. iche. mäbccafe ibr teoit Geist paradiesische Welten erschuf, höchst einfach, ja ärmlich lebten. . > Leah Dapid war ein einziges Kind, sie hatte ihre Mutter schon früh vrrloren, ihr Wille war Gesetz im Väterlichen Hause und sie machte unbeschränkten Gebrauch von dieser Freiheit, Der junge Mnsiker genoß freundlichen Empfang dort und da er ihren Hund liebte und enthusiastisch über Kunst sprach, wurde er sehr vertraut mit ihr. Richard ließ eS zu einer Liebeserklärung kommen, indem er glaubte, daß das freundliche Entgegenkommen LeahS sich auf Liebeserwiderung gründe; es verhielt sich die Sache in Wahrheit anders. denst> er wurde mehr als Knabe angesehen, wegen seiner kleisien Statur, und schien in seinem damals träumerischen Wesen ein ganz harniloser Jüngling. Wenn er in der Abwesenheit Leahs Besuch machte, so blieb er doch da — spielte mit Jago. dem Hunde, oder setzte sich ans Klavier. Sy wurde er gern empfangen und immer mehr vertraulich mit Leah. Daß in einem so reichen'Hause, in dem Mtrsik zu den täglichen Bedürfnissen gezählt wurde, musikalische Abende an der Tagesordnung waren, ist leicht begreiflich. Zu einer dieser Soire.es musicales kam auch ein Neuangekommener Neffe des Hausherrn, ein junger Holländer; dieser war ein tüchtiger Klavierspieler nnd wurde von den Anwesenden sehr enthusiastisch applaudiert., Dies ärgerte den angehenden Künstler, der ja ex officio gut spielen sollte, sehr. Aber Wagner spielte sehr schlecht und konnte überhaupt nie mit einem regelmäßigen Fingersatz fertig werden. Der Erfolg des jungen Holländers ärgerte ihn dermatzcn. datz er, zugleich auch von Eifersucht getrieben, sich ziemlich heftig üuslietz. gänzlichen Mangel an Ausdruck usw.- beklagte: als er selbst aber, durch die vielen Ausford, nmgen gedrungen, sich an den Flügel setzte und nun noch ungeschickter als gewöhnlich spielte, wurde der junge Holland.r auf Unkosten von Wagners ungeschicktem Spiel witzig und reizte Rick)ards schon üble Stimmung Zs, -atz dieser, alle Vvtkicht vergessend, weü er sich vor tonte aber, daß er nun, da er verhaftet sei, durchaus nicht drn Erfolg seiner Tat bereue oder seine Verhaftung he» dauere. Rücktritt des ägyptischen Kabinetts. ] Kairo, 15. März. (Wolfs.) Das Ministerium ist zurückgetreten. Ad ly Pascha ist mit der Bildung des neue« KäbülettS beauftragt worden. Dr. Schipper wird nicht ausgeliefert. Warschau» 15. Mä>z. (Jild. Korr.-Bnr.) Das Leimvlenunr dat brichlofsen, dem Briiange« der Ltaalsanw.iltschaß nach Auslielerung d-S jüdisch« Depmieü« Dr. S ch i p p e r nicht z« entiprrchen. s 'l Verteilung von Land in Litauen. \ I Aomno, 12. M8r^. IJüb. Korr.-Bur.) Der limlii^che, Kabinnsiat hat den Antrag des Ministers für jüdi'che Anaelegenheitm Dr. S o l o w e j t s ch i k.' d n znr Verteilung g langenden Boden unter sämtliche Utaulschen Bürger aufzuteilen, avgenommen.! Die jüdische Bevölkerung begrüßte diese Entscheidung mst großer Genugtuung, da ihr bicdurch die Möglichlett zu nev.tr prodult.vcr Arbeit gegeben wird. ' " Die ungarisch - tschechischen Berhandlunge«. Budapest, 18. März. In den gestrigen und vorgestrige« Verhandlungen in Brnck wurde rn erster Nelhe die Frane der St aatsbürgeri ch^a f 1, die Angrlegenheitder Pensionisten,, die Frag« der gegcnseitlge» Nechtsh ife, die Angelegenheit des Staatsveemögens und der verschiedenen F i n a n z d r p o t Z' geregelt. Schließlich wurden Besprechungen bezüglich des kün'tigenwirlschaltüchrn Derhälknisses zwi'^rn beiden Staaten gepstogew Der Erfolg dicker Besprechungen hängt davon ab, wie die öffentliche Meinnng der beiden Lander die bisherigen Abmachungen ausnchmcn wird. Die Hanptbestrebung ist auf die Wiedeliichstellring des gegenskingen Verkehrs »nd a« die Feststellung wirtschaftliche^ Begünstigungen gerichiet. Ans Wunsch der ungarischen Regierung wird die tschechische Regie, «ng in P r e ß b »r g und K a s ch an P a ß 8 m t e r errichten, wodurch die Einreise nach Ungarn rr^ keichlrer werden soll. Die harmlosen Heimmehre«. München, 16. März.- (Wolfs.) Im Landtag tvarnts' Ministerpräsident Dr. v. Kahr in feiner Rede' über die Eiikwohnerrvehren und das Entwaffnungsgefetz vor den' im Reiche' sich gelterch,nachenden Tendenzen, die Axt an die in ne re' Be r w a l t u n g der Einzelstaaten z« legen. ,Di« liaBWBWMCTBgaWBWBMHMgMCTggBtWWWanBaMBW1IIWIllll. ■■ seiner.vielgellcbten Leab beschämt, fühlte und die Gesellschaft zu dem Hpolt des -Holländers lachtq, so wütend,-ja geradezu grob wurde; und . nur die pemlicha Stille, welche darauf eintrat, ließ ihn bemerken, wie lächerlich er sich gemacht habe. Richard eilte aus dem Zimmer, nahm seine Mütze, küßte den in der. Vorhalle, liegenden Jago und stürmte mit Racheplänen alled Art in die Nacht hinaus. Zw.'i Tage ging er nickst hin, aber länger konnte ,er nicht wegbleihcn. es .trieb, ihn-hin; es war niemaffö' zu Hause und man lud ihn diesmal nicht-, wie g.wöhnlich ein, Fräulein .Leäh zu erwarten,. Tags darauf erhielt er ein Briefchen von Fräulein Leah, die ihm ankündigte, „daß Herr Meyers ihr zukünftiger' Gmiahl wäre und daß nach dem gestrigen Abend em' weiteres Zusammensein doch wohl nicht passen würde und es deshalb vielleicht besser Hi, alle Bekanntschaft - auf einmal abzubrechen*.? . „Das war mein« erste Liebe," lacht« Wagner, als, er es mir erzählt«, „und ich glaubte nicht, daß der druck jemals verbleichen, würde, aber nach allem glartbK ich. daß ich schon damals, dyn Jago lieber hatte,, den«' : was während dem Mbesfieber mir entging, wurds^' später mir klar, und vieles, was ich unbeachtet gelassen^ stellte sich hernach als unübersteigbare Barriere zwischen uns. Ich merkte dann erst, daß doch vieles, in dieser Episode mir schrecklich, unbehaglich ^gewesen und nie .' zu etwas Vernünftigem hatte führen können." Sa weit Praeger. ... T... So endete die erste Jugendliebe Wckguers mit einer schrillen Dissonanz. Wer weißivelchen Eindruck ' es auf Wagners Gefühls- und. Denkweise geübt hütU" wenn diese Episode in dem jüdischen Haus anders endigt hätte, wenn Leah, die Gefühle Richards mit glühender Leidenschaft erwidert chätte. Vielleicht hätte Wagner auch sein Verhältnis zum Judentum anders gestaltet, wenn er aus seine«! Liebestraum znr schönen Jüdin nicht so unsanft geweckt und in feiner große« Eüelkeü verletzt worden wM. . ,

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.