Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- Heft 767 (15.3.1921)
- Date
- 1921-03-15
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
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Sk 767 Me», Dienst«^ Lie im Februar 1919 aus der Hofbibliothek entnommenen Mapolitanischen Handschriften sowie eine Anzahl von Autogaaphe» derselben Sammlung. Das Entgegenkommen Oesterreichs in dieser Hinsicht ist badu ch begrü det. daß durch diese Nachgiebigkeit ei» volber Verzicht Italienauf die Reich-kleinodie» deL alten Deutschen Reiches erwirkt wird. ES mutz betont werden, daß durch baS Kunstsbkommen jede weitere Diskussion übrr ß?n östrrreichtscheu Kunfttesitz, auf Grund welchen Artikels des Friedensvertra^eS immer sie sich ergcbr» könnte. Julien gegenüber für die Zukunft, abgeschlossen ist. Als Luheree Ausdruck dieses Willens erscheint die Vorbedingung deS Vertrages, daß die drei unter d«m Titel von Pfändern der Hofbibliothek entnommenen Handschriften, deren Enttraqung seinerzeit den schärfsten Widerspruch alter kulturell intrre.sier en Kreise erreg'.e. zuerst zurückgestellt we.den. Diese Rückstellung der drei Handschriften, der größten Schätze der Nationalbibliothek, ist erfolgt. . Die „Reichspost" meldet. Die de ^Reickspost* meldet. bctt Papst Benedikt XV. »ach Ernennung brr strncn KardwL'e tri Gehe men Konsistorium eine Allokution gehalien. die enie schärfste Verurteilung aller V e r h e tz u « g S v e r f u ch e enkbätt. Bened kl XV. erinnert daran, wie er nie au^chSrt bade, sich für die W edttkehk der «enfchk che« GeicLl'chast mm währen Frieden zu bemühen. Der Papst wünscht, daß die Menschheit, indem sie die Stimme der Kirche höre, nach den Grundsätzen deS Evangeliumzuriicklehre zur chinfllichen Liede, jeder Haß Mi-chm M,tb8,pe,n. Klassen und Nationen anshäre und zwiechen den Staaten daß B r«»änen vnd die Bruderliebe wlcderkehrrn. »Nltr aus der chnA cben Ücbüng der B,vdrrl,ebe wird Zwischen den sozialen Klaff u Und zwi chen den Völkern das gegenfeinae Vertrau'« wiedererstcbrn, daS die Quelle emrS wahren und da» rndm F, edcnS ist• TaS berich et, wie gefaak, die Wiener ,RctchSpvst* und ohrfeigt damit sich festst Sud ihre Patter. . . Telegramme. ALdlsch-ameriKanlschst Ailfsarbeit. Rew-PMk, st. März. Mb. Korr.-Bur.) I» der letzten Sitzung des Jewish Relief Commiltees erklärte der Vorsitzende Lewis Mats hall, daß bas Komitee einen Beschluß gefaßt habe, nächsten Sommer ei.:« aus 25 Vertretern de« verschiedenen Industrien in den Bereinigten Staaten bestehende Kommission nach Polen, Oesterreich und dejj anderen kriegsbetroffenen Ländern zwecks Au?ar>i u :g eines Aaren Programms ztt entsenden, das imstande wäre,, der ruinierten jüdischen B«völlerüng prrmam Mse zü bringen. Die Kommission soll in den erwähnten Ländern sechs Wochen zubrtngen. Jedes KomMisstoNS- Mitglied wt d fein« Industrie reptäietttieven und mit den Regierungen der zerstörten Gebiets in Verbindung treten. Das Komitee hat ferner beschlossen, 14 Mrlt 1 onerr Doklar als Minimnm der Summe, die zur Durchführung der konstruktiven und raschen Hikfsarbeit Unter den Kriegsopfern notwendig ist, r« diesem Jahre in den Verein gien Staaten aufzubringsn. Die 14 Millionen Dollar werden wie folgt »»'geteilt werden: 2Vs MAorien Dollar für W i e d e r a u f b a u, 1 Million für Flüchtlingsfürforga, 2'/» Millionen für die U k r a i n e und Rußland, 3 Millionen für Sindprfütsorge, 1 Million für Schulen uyb religiöse JNstitUlionen und 2 Millionen zur Deckung des Defizits bet den bisherigen Aufrnnbungen. . Morgenthaus Misstsrr. RewHork, 8. März. (Jüd. Korr.-Bur.) Henry Morgenthau, der vom Präsidenten Wilson zum Vermittler zwischen den Armeniern und den Türkrn ernannt wurde, wird sich erst dann nach dem nahen Osten begeben, wann der Völkerbund sein« Mission endgültig bestätigt haben wi.d. Zusammentritt des jüdischen Kongresses in Amerika. Am» Po r, 12. März. (Jüd. Korr.-Bur^) Die- DollveSammlung des provisorischen Kongreßlomilees hat fiiv den 20 März die Vertre.er s ä m t l i ch e r j ü d ischen Organisationen zu einer Vorkonferenz einberuseu. um d-n Ort und den Zeitpunkt für den WiederzUamme.lt.iti des Kongresses der anrerilanifch.n Juden zu Heftimmen. Amtliche Veröffentlichung des englische« Palästina-Mandats. ' Lod.dv«. 13. März. (Prlv.) Das englische Auswärtige Amt hat vor einigen Tagen den Text de- Palästina Mandats, der vorher auf privatem W ge fc«* kaNNt gewo ben war, offiztsll veröffentlicht. Bau der Bahnlinie Aernkalem-Petach- Ttkwah. Jerusalem. 12 März. (JÜd.Kokr. Dur.) Die Ar ele-t br'm Bau de. B , .li'e nach P lach T^wah hab.n b«- gonii.'.i. Di-rs ist die erste Bahnlinie, di-.' von der ZV ralliUtg mit Hilfe jüdischer Arbeiter ge. baut wird. j Wiener Morsenzeuanä 15. März 1921 Sette S Das knrWttMgzgesm int deutschen Reichstage. VrrNn, 14. März. In der heutigen Sitzung des Reichstages wurde zunächst daS Reede^i-MfindungSgesetz in dritter Lesung angenommen. Sodann wurde der Haushalt des Wiederaufbauministeriums nach kurzer Beratung bewilligt. ES folgte die erste Beratung des Gesetzentwurfes, betreffend die Durchführung der Artikel 177 und 178 des Friedensve.träges. § 1 verbi tet Vereinigungen aller Art» die ihre Mitglieder im Kriegshandwerk oder im Gebrauch von Militärwaffen ausbilden oder üben und sich Mit Maßnahmen befassen, die auf eine Mobilmachung hin zielen. § 2 ve bietet «8 Unt.rrr'chMnstaÜen, Universität-tt, Kriegervereimn, Schützengildrn, Sportober Wanbervereinen, überhaupt Bereinigungen aller Art, sich mit militärischen Dingen zu befassen und sich mit dem Reich "weh ministe tum oder ander.» militätischen Behö den in Be bindung zu setzen. ReichZminister Simons betont, daß er nnr für die politische Begründung des Entwurfes verantwortlich sei, nicht aber für die Ein'elheiten, um die er sich infolge der Dorbercilungen für die Londoner Konferenz nicht habe kümmern können. Da die bisherigen Bestimmungen über die Entwaffnung nicht genügt hätten, mußten wir uns, erk.a te Red'er. aufs neue m't dieser Frage b schäfligen, die namentlich seit den Lagen von Sva alut geworden ist. Man hat uns eine Frist für die Durchführung der Entwaffnung gestellt, Die Folg« war die bundesstaatliche Konferenz der Minister. In London ist die Angelegenheit wegen des vor'eitigrn Schei erns der Reparationsverhandlungen nicht zue Besprech ng gelangt. Die Ansicht, als ob mit drm Scheitern der Verhandlungen auch dir Forderung der Entwaffnung hinfällig geworden sei, kann die Regierung nicht trilen. Sie will die SlL.lu 'g des Reiches nicht mch schwerer machen, als sid schon ist. So steht es auch mit dem Frledensvertrag. Wkll haben versprochen, ihn zu erfüllen. Dies werden wir tutz, aber auch niLt n^hrl München Leuten stehß freilich noch nicht genug darin. Abgeordneter v. Braun (beutschnational) häsk das Entwaffnungsgesetz für zu weitgehend und gibt: namens seiner Partei bekannt, daß diese dem Gesetzentwu f N'cht zustimmen werde. Reichsminister Koch erklärt: Die Gründe für dis Einbringung des Gesetzes liegen nicht auf innerpolitischrm, so. de n auf außenpolitischem Gebi'te. Alle Srlbstschntzorga nsa ionen sind verboten, wenn sie mit kriegsmäßigen Waffen auZge ästet sind. Es würde ein: Kat»' stropfenpoli il sein, wenn Deutschland in diesem Punkt« die Ausführungen des Friedensvertrages verweigert«. Abgeordneter Goldmann (U.S.P.D.) wirft der Negierung vor, daß lediglich di« Arbeiter, entwaf'net worden seien und daß man dieses Gesetz gar nicht gebraucht hätte, w:nn die reaktionäre» Parteien jn Deutschland ebenfalls wie die Arbeiterschaft die Waf'en ab geliefert hätten. Seine Partei halte den Entwurf für völlig unzulänglich und werde ihn in der g.'gtznwärtizen Form adlehnen. I Neichsmir.istrv Dr. Simons erklärt: Nur das Pflichtgefühl g?gen das deutsche Vaterland hat mich bewogen, den Gesetzcntwurf einzubringen. Auch mir wäre es lieber, wenn wir unZ nur mit innerpolitisch«u F ügen zu besassett brauchten. Jedenfalls liegt es mir ferne, den Standpunkt, als seien wir h:v Entente gegenüber zu nichts mehr verpflichtet, ein-! zunehmen. Selbst wenn wir die technischen Mittel daz»!^ besäßen. würde ich Bedenken tragen, unsere junge Mannschaft, die wir noch b'sitzen, nochmals einzusetzen», es sei denn im äußersten Falle. , i Der Entwurf wird hierauf einem besonderen Au--: schusse von 21 Mitgliedern zugewlese». Die Dagdaddahn — franzöflsch. Lmcho», 13. März. Deuter.) Di« letzten Formalitäten des P.oto"SlkZ üb«r da) franzäsisch-türk sche U«be re in kommen sind beendet. DaS Abkommen sirht gewiss« Konzess'oneN zugunsten französischer Gefellschasten vor. Die Bagdübbahn geht in den Besitz I r a n r r e i ch s über, wobei der Boden, auf dem si« gebaut ist, her Türkei verbleibt. Die Zollämter nördlich der Bahn werden von der Türk«! verwaltet werden, fene südlich der Bahn von Frankreich. Die Bahn selbst wirß zollfrei sein. Schlüßlich gibt die türkische Regierung alle Garantien bezüglich der französische» Schulen. Der Krieg ln Zrland. Dublin, 13. März. Wüters Morgen vormittags sollen sechs Sinns«ner gehenkt werde». Zwei von ihnen sind wegen Ermordung von Of'i'ieren in Dublin, di« anderen vier wögen Brtriligung an Utbersällen. auf Truppen und w'gen Tragens von Feuerwaffen zum Tode verurtei't worden. Die irländische Arbeiterpartei hat zum Zeichen der Trauer über dies« Urteile angeorbnet, daß die Arbeit Morgen bis 11 Uhr vormittags zu ruhen Habs. ' Dublin. 14. März. Muter.) Ein Eifenbahnzug, der Poli^eitnannschaften beförbert«. fiel bei Traloe in einen Hinte halt. Ein Potizeimajor wurde getötet, der Lokomotivführer und der Heizer verwundet. Die An» greiser waren mit Maschinengewehren ausgerüstet. Ein« Sowjetmisston in Rom. Mm- 14. März. (Stefani.) Hier ist eine russische Handelsmissiott «ingetroffen. Karolyi darf nicht ln dt« Tschecho- Slowakei. Prag. 14. März. (Tel-Komp.) Di« tschecho-slowakische Reg'e.'ung 'hat dem Grafe» Michael Karolyi die Einreise nach der Tscheche Slönalei verboten und den Gren^behörden Weisung gegeben, ihn nicht über die Grenze, zu lassen. Der Grund für das Einreisov-rbot ist dasselbe, wie der für die Ausweis« ig aus Italien, da sich nämlich Karolyi Verletzungen der politischen Gastfreundschaft zuschulden kommen ließ. Die tschecho-Uowakisch-lingarischen Verhandlungen. Brückl a v. L, 14. Märi. l Ung. Tel. - Korr. - Bur.) Mmistcrpiäsik ent Gr.f T e l e! r und Min>sier des Äkv'icrn Dr. Gra y sind hmtk « äimittags uni 8 llhr. b,ec mit dnn tschecho-'low'.tischen Minister deS Aeusi rn Dr. B r neS und dem HandelSminiffer H o t o v e r zur Dcsptechung der mit d m Fricdensveltrog in Znsammcubang siehe: den trogen zusommkng komm'N. Nac'. dem in brmg auf die ,u b.fo'gende Grfci o lSordnuug eine Bcr<:nbarunü zustande gtton'm n war. wuiden dir 't'-c hondtlll'yen au a nom:n n und b'.s 7 Uh ac.knc>s sieführl Di: Be piechungen «e»den motg<» vormiitag» uw 10 Uhr jerl- -erett mrdm. Die polnischen diplomatische« Vertreter. 14. MSrz. cW. P 9: Wie feit ©lütter mtlfe«, ist die Emfcheiduna über dir Brfehurig der momm an vakanle« pMischen Ge'andt chasten N» Ausland bereits gefallen. Der Londoner GifandlschaflSposts« ist d m UmerstaakSsibetär Doktor W r s b l e « f k l. der Berliner dem Bizemmister Jan D o m s ki -uflkdachk. Kür den Posten dS Gesandten beimDüti'an sollGmf Adam T a r n o w s i i in Aussicht genommen. sein, für dM f Ge andrenpostm in Mokkan Tr. Jvbko N a r k r e w i c z. Zum pol« scheu Gesandte« in Prag soll Gras Sigmund L a i o c H. ernannt »erden. Kleine Nachrichten. Moskau» 14. Marz sftunkwruch.) Nach Mclduufrn aas TlfliS sind die georgischen Rottrupven rn Knlars, dem letzte» Bolln» rk der georgischen Menschewik-nregirrung, emgezogen. > , Londo«, 14. Marz. ^stuN^vrach) Konstant novkl meldet ein Gncchenmastaker m dcm Dorfe Kundie durch türkische JrrceülLre. Griechische Truppen werden den Orr besetzen. London, 14. März (Funkspruch) Es verlautet, daß dis 'llegnuna wieder mt ren Smnfemein verhandle und dis Foid rana nach vorhergehender Ablirierung der Waffen zurück» ge ogen habe. Madrid, 1t. März. (HavaS) Der Bnürch st Atsturu Pedro Mares wrnde ve Hastet. Er festand. den Minister-. ' vrasi e tni Dato ermoreet zu Haben, und nannre ferne Mit- ' ichutdise«. .. . Tagesbericht. Die Sonntagsexzeffe. Die Antisemrtentagüng Hat einen ihreganzen Gr.iste) wü.dtlien Abschluß gefunden: Zertrümm.rte und ' durchschossen« Fenste.scheiben, demoliert« Straßenbahn--' wagen und verwüstel« Gast- und Kaffeehäuser leaeA- Zeugnis ab von der aufbaNeNden Art arischer Regsamkeit, im Gegensatz zu der ,HcstrukL:v?n" semitischen, sowie von der christlichen Demut und Mildr, die noch der letzte Hicte br'.ef der deNischösterrcichischen Kivchenfü sten so ergreifend göpredigt und in di: Mahnung 'gekleidet hatte, nicht durch Gewalt, s-ondem nur durch die Macht der Ueberzepgung zu kämpfen. All.:rdingS ' halte sich diese Mahnung an die Gegner d-r streitba.en Ki.che gewendet und nicht etwa an die üngarischeu Kollegen der hochwü digen Verfasser d^s HirWlviW,^ an die P ochas'ka u .d Fühver der .erwachenden" Magyaren. Wie diese den ch-listlicheN Grift dtzr. Demut f und Nächstenliebe auffassen, daS haben ihre Sendlings' auf dem Wiener Antisrmitenköngretz einer tzochauft ho che den Zu^ö'erschar gie'.chgeftimm er Geelrn zynisch ' genug auseinanbe gesetzt und diese Beehrung hat ihren guten Anteil daran, daß das e^rssive End« beö Antisemitentages nichtnur alles Lügen gestraft hat, was von dem reinen „Abweh^charakter der Veranstaltung ' gefaselt worden war. sondern wirft auch , ein grelle- Licht darauf, was Oesterreich von einer Herrschaft jener Fakta "en zu erwarten hätte, drven vielgepriesen« völkische u d „si tl'ch-religiös«" Tugenden sich stetauf dieselbe Art auZ^u.eb'Ln pflegen wie die Instinkte her Rlat-enbrüdor. SCm Miiär Unterschied die zrößerß