Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- Heft 765 (13.3.1921)
- Date
- 1921-03-13
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
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Skt *6*' SBint. tzamnch, SVk«E Mrstotnzeit««, --... ... ., . ■_.... '„, r -— i Tagesbericht. Tumulte an der UnIverjltät. Deutschvatiünale unb Klerikale sprengen eine MSrlfelrr. -— Otto Bauer insultiert. Hede Dr. Otts Haue« bekam gestren die dcu^ch" «atisst-ten und klerikalen Studenien dost ein.r ündercst Seikö zu sehen, als an dem Tage, wo er zu ihnen vom Balkon des Auswärtig?« Ärntes sprach, Msthik er sich schon damals als remlicher Mensch seines Auditoriums schämen, so dämmert ihm jetzt wohl die Erkenntnis, welchen Elementen die Zukrchst des denlschin Volkes anvertraut ist. Er hatte sich der Märztage des Jahres 1648. erinnert, ln denen Studenten mben Arbitern auf den Barrikaden stauben und Revolution machten. Er wällte zst den Studenten sprechen und sie än ihre Bedeutung für die freiheitliche Entwicklung dtr Welt mahnen. Aber die Mehrzahl seiner Zuhörer ist seit langem durch die Wiener Professoren verwöhnt. An der Universität wird - Nicht gelehrt und nicht gelernt, sondern geprügelt. Es entscheidet nicht Bildung, Ctzärakrer. Erfahrung und Wissenschaft, sondern der .Stock u b bW lrun^enk aft Uns kann dre^e Entwicklung nicht überraschen- Wir wissen längst, dag die akademische Freiheit nichts anders als der Vorwand für ekelhafte Radaumacherei ist» und daß die Lehrer dieser Jugend die Augen mit Eouteurbändern verbunden had?n. Soweit sie - diese Szenen nicht s.'lbst herbeisühren und ay der Spitze. her Judeichetzoni stehen.. sind sie Gefangene der ehrenfesten Mrbinduirgen. So wird die Forsch« g zur Bich.lngischustevei.und «3 ist l ln Wnnl.er. wenn M Professor nach dem andern M»n verlaßt und ins Ausland eilt. Als jüngst von berufener Seite darüber Klage geführtwprde. daß die, Studenten zu wenig, ststdlcven ulid die Hörsäle während dev wichtigsten Vorlesungen auffallend schwach besucht feien, replizierte die antisemitische P esse mit dem Hinweis auf die erschütternde Tatsache, daß die arischen Studenten, statt ihren Slrchien nach gehen zu können, aus Rot die ve.'chiederrsten Beschästigüngen annehmen mstism, durch die sie lecher von der Alma mater serngehalt.ni werden. Es ist/ merkwürdige hast diese Notwendigkeit nur bei den Vorlesungen und Hebungen störend lu-Erscheinung tritt, So oft auf akademischem Boden eine Keilepei in Aussicht stand, war die deutsche Burschenschaft jedesmal vollzählig bei der Hand. An dev Veranstaltung her widerlichsten Paus- und Prügelszenen aus akademischtzjst Dopen hat sie bisher poch ^!n« „Brotarbeit" gehjrchsxt. ' .- & t- ^n^chüd"vor Lär Ukiiversität kam «S gestern m.ittaM M zlümültarischen Szenen- Post Anlaß bot eine dächtrnsfeier, Welche die sozialistischen Studenten für däD ÄflhenköH d«r Märzg^salänen ich kleinen Frstsaal dev'-UnWtzfitLh^yepa.nstaltetest. Bei dieser Frier sollten Dx. Otto Bauer und die Professoren Audo Harfc» ma n tt und Grün he r ger sprechen. MS Bauer seine Rede begann, drangen deutschnationale Studenien in heg Frstsaal^ um die Versammlung zu sprengen. Es kam zu Keilereien, hei denen auch Dr. Olto Bauer einige Hiebe erhielt. Mehrere Fensterscheiben gingen in Trümmer. Nachdem die Versammlung gesprengt war. telephoniert« einer her sozialistischen Studenten die Nachricht hievon in die Roßauer Kaserne, und alsbald kamen zirka 300 dienstfreie W«h f mfi u »er ohne Seitenwaffe zur Universität. ' Die beutschnationalen Studenten hatten die beiden Treppenflügel und die Rampe besetzt, um den Wehrmännern den Eintritt in das Innere der Universität zu: verwehren. Es kam zu großen Raufszenen. Schließlich wurden die Wehrmänner, von den deiuschnationalen Studenten, hie sich in überwt'gnder Mehrheit» befanden, hinabgedrängt. Die Polizei bildete einen Kordon, zwischen den Deut sch nationalen und den WehrlentKNs " DU Studenten riefen den MhrmäMern zu: „Wo wach JHP im Kriege? Jetzt seid Ihr eins -Judew» schütz tr stp pe 1 Geht lieber Menage fass-nl^ Die Wehrmänner riese» zurück: „Das sollen di« Führer des Volkes sein! Stockhiebe sind eure Argumente! Ihr wäret es, die zum Kriege gehetzt haben!" Ein Major und ein Hauptmann der Wehrmacht wirken beruhigend auf ihre Leute ein. Gegen 1 Uhr zogen die Wehrmänner wieder in hie Kasern« ab, worauf die Deutschnationalen sich ebenfalls langsam zerstreuten. Die Zusammenstöße hatten großes Aufsehen erregt. Rach den Krawallen erließ d«r Rektor folgende Kundrstachüng: ' Die für heute von der soziakdemokratischsn Gtudenten- und Akadeckikervereinigung vera chattete Mär-gefaÜienen- * icicc wurde in gröblichster Weise gestört, wobei einzeln» Teilnehmer sogar körperlich verletzt wurden. Ich bedanre dies auf das tiefste und spreche den Urhebern --der Ruhestörungen meine schärfste Mißbilli« „ g u nH aUK i Da ich nicht zugeben kann, daß da« Gastrech», welche» ich als Rektor einer akademischen Bereinigung gewahre, .von akadxmifchen Bürgern nicht geachtet wird. ,<he In, "mich vera: ikatzt, lm Interesse de» Ansehen» und der Würde .per. Unioersrtnt oilr. Peranstaltungen äiifalä» - den,ischem Boden, die Nicht wissenschaftlichen oder ' bloß Humanitären Zwecken dientst, bis auf weiteres «u untersagen. Per Rektor wahrt also da- Gästrscht, quf die tmß er den Krawallmacher« vrcht -Um imd M« was sie bekämpfen, aüsschließt. So wird es an di-se« Katlkatuk vinee Hochschule tnmier gemacht. . * - ■ Eine Anfrage der Sozialdemokraten. Die sozialdemokratischen Abgeordmt-'n haben gestern im Nationalrat eine Anfrage weg. » des Terrors deü!sch.:ati>Silaier und ch.tstlichsoziaise S.üöÄt eü an den Vizekanzler etn.;ebrächt, in dev ünt-v anderem attsgeführt wird: Schon am Mitiwcch ntU'.te eiste V6r,amm^ lustg. in bek Abgeordne.er Dr. Renner sprechen sollte, abgesagt we den, we l ihr« gewaltsame Sprengung anged.oht War. HeM würde eist» Miikz-G denkf ier, ist dev Abg«ord..e e.- Dt. Bauer sprach, ge . altsam g. stört, die zu dieser Gedeuksttre vrtsüMM l.stt T-ilnehmec mit Kstüppeln und-Spi tzstöckest mißha-ndeit und auseinande.getriegrtt» wobei eine R.IH'vott- Studrstiest nicht unerheblich verletzt Wurde; »inige mußtest blut-s tibecströmt au) dem Saale gesühtt werden. Die Arbeite k s ch a s t wird nicht dulden, baß an de r staatlichen Nstiversität ein Parreirevror eta b lie rt werde; die BorgiMge an d.r UniveLsi.ät können daher zu ernsten Konflikten führest. Sind die akademischest Behö-ben nicht imstattb« oder nicht willens, die verwahrloste und verrohte akademische Jugend zur Achtung betf freien Meinungsäußerung auf d.m akademisch.n Boden zurückzuführen, so müsfm die staa tlichen Betz örhen eistg keifen. Di« Autonomie der Üni^ be^sitiit ft..d«i thte Schranken im Gesetz. Was gedenkt der Bi-ekanzler vorzulehr..'st» tttn allen Parteien di« gleiche MeistUstgsfreihe lt äst f akademischem Boden zu sicherst ustd dis durch den T«rkot einiM S-std«ntsnbtuppest täglich bedroht« Freiheii der Person auf akademischem Bodsn wieder herzustellen. Mittkilmlgen M d?m PuSlikum. Uü WM MW MÄ jblcponeat der tk. Hiiscfal a Cd. Wie« W. * Wienl. Verlobte *sk Wien. 5itt Mats: 1&21 Statt Karten! Karraine Spitz Klosterneuburg Verlobte. Wien, im M Sr# 1931 ssriPte Wien. - 4590 HeieriE Geüner . Karl Klinger Wien XX, Wien Ul empfehlen sieh als Verlöte «m Rügine Puhorllß - Adolf Holseis Brody v . •.' Lemberg empfehlen sich sls Verlobte m* Wen, im März 192t Erna Beer Julius Adler Kroarto Wioa empfehlen sich als Verlobte Mf7 Die JA liroha Akadom soh« V« biaduiq v,Uni*as(l **"*'■ ■■■'"! .—■ . beehrt sich mi.hute len, diss die Promotion ihres j. a. B. Herrn cä d. jur. Josef Po latschckzum Doktor «truisque Iuris, Dienstag den 1,6. Marz, '/,1t vorm, im grossen Festsaal der Wiener Umver-it&t stattfindet. si«7 Für das Pr« idium: M. U. C. Otto Hahn. dn. Präses. Heirat. Junger M«nn ans Slebenbörgan, aas ▼omehrnar relistOsat Familie, St Jatirft alt, von eterantor, eei«lank«r Csaftheiatmt, geweseft-<ir PresabarjfcrTsImudlat. inteiiisent, eelboUlndisrr Raafinaia mit akade.Tii eher BildnhSi sneht ptssend« Lebensge fi h rIi n. KinliMrat in kaaf« mftnnisrhes oder indmtrielln Ueteniahmen. beroraagt ReQck(i*rt aal S< bildete, lange name (Oveat. jange Wlivrei aas reichem, re igiöeem Hansd, betondere eehöne, gros<a Kreehelntt-ig, intellif., maeikaiiaeh nnd hfiaelici ertarea. Nichiaronyme ^asehriften mit renaaer Adreesangäbe, evee'aell antor BeUehlnae eina« li'chtbildes, welche* riiekgfateUt wird, nnter Chilire „l'r&aijlraai» an die Admiaittratien des Blattes rieten. Unbedlagte Uiekraüon wird togestchert. 88)2 ■.i' H.Tni.a.sTririgr.riT.rraiSaasjaii.i .. ^ngaa Möbel ii. Innen- I CDinft flekoratlon r ptwkr Aaswahl. Rar gtdlegme wl8^, wr .f SlBu8QSi6rfl(|« | 9, 2 818 EmaiaisM. (Ecke Karl Schweighotergauei. <3ennicfflmtö clt£ut#n&i VV VIMARIAHIIFERSTRASSC 10i UrStetee, bMleertieriee Ligir Wiene ia Teoptehen, Deeken, Yerhlageo, Deber wQrleo, l,aafteppichen, Stere«, Deppeldeokea et«. Billigste Preiee. SdM SSilll ITT I - ' tavSSOBaWIAA■ OBEI anne yiI.,SchottenreIda.24 — Teltfbea 89-I-OS —» GRÖSST B AUSWAHL 18 LJiUS- UND STIL* KOBELS, MASSIGE fRillt 13. Marz 1S21 Seite I. Zionlstls^ne BezirhsseHtlon „löndsimsss1* Mittwoch den W. Mürz 1921, 7 Uhr abends Kursalon, Stadtjark Feströd»; Dr. Ioa«I Loe-wenherz. A k o d » m i e: ’FAltwirkende U. ä. Frau Lene Krauss, Frj. Miriam Schnabel, Heiteres Quartett des Wiener iüdi&hen uesaftp^eteines, H«re Isak Deutactu VAarwias SNSitiiBSBiclkfa^taftA«» £üP»Mmshc»»ttA^. : Einl dungteu und Eintriltskarten bei den Vorstandsmitjtlie'icm; Ruchhandlun? R. Löwit.!., Rotenturmsirasae j Gebrüder Tarlavonrer. tll., MarSteruass« 14; Isidor Silberknopf,!!!., Landstrasse Hauptstrasse 28. 4£»3 3 2ILUNTEN, Perlon,Gold,Silber.Platin u.Uhren Itault und verkauft 778 PotsatnrifastF. SB, 2!&rl&M!fet‘etr. 08 Grösster und bester Käufer Wien» Spillanten, Perlesi Juwelen, EdefsteinhändlerRabiiiöurftsch, Juwelier I. RflahierstraSÄe 5 (frühere Maxlmlllanstrasse) Tel. 8541 (!. 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