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Wiener Morgenzeitung · 1921-03-10 · Heft 762 (10.3.1921) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
3 (1921)
Issue
Heft 762 (10.3.1921)
Date
1921-03-10
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Witnit M-vse»zeit««s 10. März 1921 Seite 8 E« »» L m m d m JSLiai»mrmBm.R 2 FABRIKATION »LLL»W«»-E Ä**-esfls® 2 io» ZiftraHMlpItitii aus Bernstein, AmbroicJ, Meerschaum, Silber, Juwelith, Galalith, Kokos und Weichsel ■aflllacha Hol*-lfalro*anpfaifa» sowie: Pfeifen aus Meerschaum, Bruyere* und Birnholz , Walchsalrolireund Horn m und biss« MMAr Tabak- und Zlgarettandosan sowie alle Artikel der Rauchrequisitenbranche wU /O USTCllßnSt ^Urc^ Verkauf meiner Brreugni'sse in u«;. „?»?!,» da nichtverkaufte Waren den Nationalstaaten und dem übrigen Ausland. ReinRisiko zurückgenommen werden.- . / PHILIPP BERMAIW, Wien. VH., Mariahilferstrasse 66 SK. iÜS _ aSim, SBtfhtretafl D<er Kommunistenprozeßin Parts. P«riS, 9. März. Die bisherigen Verhandlungen frn (Prozeß wegen des kommunistischen A v nt» plo tts,. der vor hem Seine-Gerichtshof geführt wird, waren der Einvernahme der Belastungszeugen, gewidmet. Die von der Verteidigung namhaft gemachten Zeugen gehören fast sämtlich den s h n b i k a l i st i s ch e n Vereinigungen an. Ihre Attssagen beschränken sich im. wesentlichen darauf, die von der Anklage über die Entstehung des Streiks im Mai vorigen Jahres angeführten Daten zu widerlegen und jede ausländische Einwirkung auf die Gewerkschaften zu leugnen. Hervorzuhehen sind zwei von Anatole France und Romain Rolland schriftlich niedergelegte Aussagen, die von dep Verteidigung gestern zur Verlesung gebracht wurden. Anabole France erklärt in seinem Schreiben, daß die Angeklagten keines anderen Vergehens beschuldigt werden, als daß sie von dem Recht '.6«' freien Meinun gs äu ßerung Gebrauch gemacht haben. Es sei menschlich unmöglich, sie zu verurteilen, denn dies hieße gleichzeitig, das Recht auf DenKn und Schreiben unh. auf Freiheit der Meinung zu verurteilen, auf die die men sch lichd Würde sich gründe. Romain Rolland richtef gleich falls , einen Appell an das Gefühl der Gerechtigkeit der 'Geschivorüen und erklärt, es sei kein Anlaß/ von einem Komplott zu sprechen'. Professor Viktv.t Bu sch von der Sorbonne intervenierte für die £ i g a d e r Mens ch enre ch te. Die ZeugeneinvernMne" wl'rd heckte fortgesetzt. Die Plaidoyers werden erst/für die nächste Woche erwartet. - . . Chinesisch-jspanischer Krtes im l:f Frühjohr? r DopenhW m, Ä März. (Tel.-Komp.) W's „Svenska- Dagbladet" aus Schanghai meldet, berichten amerikawifche, rus fische und -japanische.Reifende, bk: itt S ch a-n ghai eingetrosfen find, - daß sowohl Chna wie auch Japan sich für einen Feldzug im Fristh j a hr vorbereiten. China fordert nämlich, daß Japan - das in China b t f t tz-te Ge b i ets o f o.r t r Lu-me,. - und droht im Weigerungsfälle - mit .der. Kriegs et kl ärung. Japan .erklärt, es könne. seine Truppen nicht zurückziehen, weil hiedurch infolge..her Grenzverhältnisse mit Korea die japanischen Interessen Schaden nehmen könnten. . Costarica—Panama. Mashi«gt»«» S. Marz. 'Ttl.-Kamp.) Die Trutzve» vs» C-starics haben sich aus de« strittigen Terrttsrium zmückaersgen. ES finden Verhandlungen über einen Waffensttllstaxb «st Panama statt. RücktrttL der finnische« Regierung. HopvnyatzM, 9. März. (Wolfs!) -HcrMgske Wende" mAdet aus .^lsisitzfvE 'Dk" fwnifM:-MAerung ist tzesteW'zurückgetre'ten. ' " ''r - - Die polnisch-jüdische BerstSndignngs- Kommisst»«. -.u MaeW»«, sS.-'.Wärz, (TÄ. der »Wr/ Mvrgenztg.".) Die NeU^Oidelte ^ministerielle Kommission firr die Judenfvage hislh-am 3. d. .M unter dem Vorsitz des Finangministers Sterskowski eine. «Litzung^ab, an welcher sich van der Regierung . ' außer dem .FinonAMMiftsr der Innenminister Sikustfki, der Vildungsnünifter Rataj, der Vertreter des Außenministeriums Wolowski und der UnterstaatSsÄretär jdeS..;;MnistervateS Wroblewfki beteiligten.- Ms Bern treier der ftidifchen - Parteien waren: anwesend.: N. P r ilatzki, Deputierter Färb sie in, .Deputierter Doktor S ch.i p p e r, -' Stadtvat Kir schür au «. Ferner, war, der Beprstittter der Unterhandlungen,. De. No.s.siy, zugegen. Die Sitzungdauerte -zwei«NH«ckb Stunden.--und es fand eine, eingcheyde Aussprache statt, die m den nächsten. Tagen fort» gesetzt^wirdt > ■■■'.■ ,Bei der Diskussion wies . Herr .Pxilutztt auf - die Zeihmgsmeldungm hin, nach welchen, in. den. nächsten Tagen vom - BÄduuys-. und Äultusmknisterttrm die . Wahlordnung für die jüdischen Gomemdrn piMiKiert werden soll, und legte dar, daß die Veröffentlichung des Dekrets nicht erwünscht fei,;., bevor die jüdischen politischen Parteien den- Inhalt kLMen. lernen 'und ihm zustimmen. - « . . Minister R a t a j sagte, die.VeröffenttichurP des Wahl» . ochnungSdekrets'im Llmtsblatt ^Monitor Pokski" sei tatsächlich, sür dm 4. Mrrz vorgesehen.- P r i l u tz k i beantragte : nun, diese Veröffentlichung möge derzeit noch unteMeiben. Die . übrigen-jüdischen Vertreter schloffen sich diesem Vorschlags an. Nach. Beratung mit den übrigen Müüstecn willigte Minister Rataj in die De rschj ebün'g der Berö^.foutlichu.M... . .. . ... Wy Lage:in de« östlrche« Pogrsm- .' .ZedieLen. r- .Kond-su,' 7..- März. (Jüd. .Kotk-Bur.) Die Fistrer^ljou '.-der ukrainischen Juden m . England erhielt von ihren- Vertretern in- .Moskau, den Heroen S a l z m « k nt und Hulkim b einen Bericht, der die schreckliche Lage i^ den .Po.grmugebie'ten üuL die ungeheuren Aufgaben, die zu bewältigetr haben, -schildert.' Wegen Mangels asr.'^ehweüen Mitteln kann trur.. ein Bruch.kil dieser Aufgübeu erfüllt wertzen. Sk müssen Wissen.—' sagt der Bericht — daß in der Gegend von Minsk und K'äwel hie Truppen Balachowrez', und. Snwinkot^ für die - furchtbaren Pogrome bistGittUÄ^rtTtd^ M an AuWaß und Bestialität nicht hinter denen v«sn Denikin d He. tlt» r'P Mrückbiei^''rM Grausamkeit die letzteren noch überragen. Frauön -wurden geschändet und Nägel in ihre Brüste und Augen hineingeschlagen; kleine Kinder wurden 'kaltblütig ermordet und Tausende von ihnen zu Waisen gemacht. Jüdischer Besitz wurde geplündert. Diele sind ohne ein - Dach über ihrem Haupte, andere frieren, da ihre Häuser keine Fenster haben. Infolge dieser schrecklichen Leken wurde beschlossen, einen Teil der beigestellten Mittel nach W e i ß r u ß-- land zu senden. Das Moskaue r Hilfskomitee teilte seine Tätigkeit auf vier: Sektionen auf, von denen jede eine Kommission, eingesetzt hat, und zwar: 1.-ärztliche und sanitäre Hilfe; 2. konstruktive Hilfe; 3. unmittelbare Hilfe; 4. Kinderfürsorge. Beim besten Pillen kann aber nur 15 Prozent der Leidenden geholfen werden. -300-000 bis 500.000 Kinder bedürfen sojovti.L er Hilfe. , Die. Frage der Ueberführung der Kinder nach Amerika, 5kanada und England wurde sorgfältig geprüft und man ist zur Ueberzeugung gelangt, baß. dieser Plan im großen ganzen u n p r a k t i s ch ist, da infolge der Kosten und Schwierigkeiten des Transportes die Er-; Haltung der Kinder in ^ihrem eigenen Lande sich viel leichter und billiger gestaltet. Die Regierung hat ihnen Häuser zur. Verfügung gestellt, die als Kinderheime verwendet werden. Es werden jedoch Spenden, wie Bettzeug, Betten, Kleidung, Leinwand und Koch?- gerate dringend benötigt. Daszyirski gematzregett. Warschau, .9. März.' (Tel.-Komp.) Jn der letzten Sitzung - des polnischen Sejm, die einen sehr st ü r m'v3 schen Verlauf nahm, wurde der gewesene polnische Vizepremier Daszynski wegen seiner Angriffe gegen die Preßzensur vom Vorsitzenden von fünf ’ Sitzungen ausgeschlossen. Der Zoltdienst in Koblenz. Koblenz, .9. März. (Havas.) Ueber Auftrag des. Obersten ' Rates . hat. die int er a l live rte K o mm ij.fi o n bas deutsche Personal des Zvlldienstes sotvie jenes des Ein- und Ausfuhrdienstes-- unter die Befehle; der Kommission gestellt. Die AoMassen find gesperrt worden und Delegierte der Kommission haben die Kontrolle über die ^llämter übernommen. ' AumSnien braucht Waren aus Deutschland. -Berlin, 'S. März. (Tel -Komp.) Die rumänische Regierung hat die Einfuhr von Waren aus Deutschland frei ge geben -und ausdrücklich bestätigt» - daß Guthaben, die auf Grund' neuer Warenlieferungen in Rumänien entstehen, nicht der Beschlagnahm« auf Grund des 'Friebensvertrages ui^rliegenwerden. Der ZoVkordott in den Rheinlanden. ' Masel, 9^ März. (Tel.-Komp.) Die Frage der E rr tchtun g.der Zv llgrenze zwischen den Rheinlan,d.en ,und>. dem übrigen Deutschland ist. nM ' vollkommen ungeklärt. Die bestehenden Meinungsverschieden heitenunter den einzelnen Ententestäaten lassen eine. Regelung demnächst , noch nicht zu. Bis jetzt scheint man.sich , in Lvydon 'laut einem Pariser Bericht der „Basler Nachrichten" darauf geeinigt zu haben, daß die aus Deutschland in die Rheinlanbe komnwnden Waren bloß 'eine Ei n sch re ib« geb.ü h r zahlen, während die aus. den Rheinlanden nach Deutschland gehenden Waren «ine Abgabe ad. valo.rem entrichten sollen, lieber Hie Anrvendung der wirtschaftlichen ' Sanktionen wird in London noch' unterhandelt. Die Heschlagnahme . von 50 , Prozent aus dem Guthaben deutscher. Verkäufer in den alliierten Ländern soll wirksam werden, wenn die . Parlamente die betreffenden. Gesetze, angenommen haben werden. Von dieser Maßnahme ist übrigens außer.. Lloyd George niemand begeistert, besonders chie Italiener hegen schwere Me denken. Der,fran-? zösisch« Standpunkt ist der, daß die Konfiskation der Hälfte der. deutschen Guthaben als. Sanktion zwar angehe, als wirtschaftliches Zahlungsmittel aber unbrauchbar sei. Sie würde den deutschen Handel nach Amerika und den neutralen Staaten Europas orientieren, was Frankreich, das! auf den Warenaustausch mit Deutsch-' land angewiesen sei, schwer schädige» müßte. Die EntwaffnungsaMion in Deutschland. .'Berttn, 9. März. (Wolfs.) Nach Mitteilungen'.'tz^s Neichskommissärs für Entwaffnung beträgt der Eingang, an beschlagnahmten Waffen für. den Monat Februar: 4 Geschütze, 13.191 Gewehre, 1077 Pistolen, 4219 Hand- . gxanaten. Don den angemeldeten. Waffen der O r g a tt isatione» find bisher ES30 Gewebr« emaezoüen Deutsche Reparationskohle an Holland verkauft Berlin, 9. März. (Walff.) Nach hier vorliegenden zuverlässigen Nachrichten bestätigt es sich, daß tatsächlich' deutsche Neparatio ns kohle seitens Frankreichs, und Belgiens an Holland verkauft wurde. Es handelt sich um 450.000 Tonnen.'Es ist dies ein Beweis mehr dafür, daß ein Kohlenmangelweder in Frankreich noch in Belgien besteht. Steine Besetzung Oberschlefiens durch Polen« Breslau, 9. März. (Tcl-Komp.) Die Gerücht«, ' , wonach als verschärfte Sanktion auch die Uebertragung eines Mandats an Polen zur Besetzung Oberschlesiens.,., erfolgen wird,' entbehren, wie aus absolut zuverlässiger Quelle verlautet, jeder Begründung. Die Stimmung in Oberschlesien ist ungeachtet des Abbruches der Londoner Verhandlungen durchaus zuversichtlich. Wie weiter bekannt wird, beabsichtigt die interalliierte Komm-ssivn keine vollkommene Unterbindung der Dersammlnngs- ' freiheit. . , . Der Wiederaufbau Nordfrankrelchs. Berlin, 9. März. (Tel.-Komp.) Die in Berlin. weilenden französischen Sozialistenführer Rena.ud.el und G r u m b a ch verhandeln, wie verlautet, mit ben unabhängigen. Sozialisten über ein Programm zum ,( Wiederaufbau der zerstörten Ge bicte• Frankr e ich s,. das von allen sozialistischen Arbeitern Deutschs z . lands, Frankreichs, Englands, Oesterreich 's. und j* Ungarns vertreten werden soll. .s , Die Ermordung Tiszas. Budapest, 9: März. (Ung. Tel.-Kvrr.-Bur.) Bo« dem Budapester Divisionsgerichtshof begann heute die ' Hauptverhandlung gegen die a ch t G e n d a r m e n, die seinerzeit zum Schutz des Grafen Stephan Tis za ' kommandiert waren und der Pflichtverletzung im Wacht- ' dienst' angellagt sind. Weitere vier ebenfalls beschuldigte Gendarmen sind flüchtig. DieKirchenschänderin Dedreczin. ' Budapest, 9, März. (Ung. Tel.-5borr.-Bur.) Die ' in der Nacht' zum 22. Jänner besudelt« reformierte. Kirche in Debreczin, die seither geschlossen war, .'ist heute'früh feierlich ein geweiht tvorden. Zur Feier waren . die Minister' Szabo-Nagyatad und Benard, Staats- > sekretär Pekar, und unter Führung des Vizepräsidenten^ Pettlik eine große Abordnung der National- / Versammlun g erschienen. Bischof Balthasar hielt > die Festrede und nahm sodann die Einweihung der Kirche vor. __ Tagesbericht. Großer Brand in Sen Schoeller-Werken' ln Ternitz. Der Schade» beiläufig 30 Millionen Krone«. Ternitz, 9. März. (Privat.) Gestern um halb ii Uhr., abends brach in den Schoeller-Werken in Ternitz . an der Süd-' bahn, welche sich etwa M Meter, vom Bahnhof befinden,.ein Brand aus, der bedeutende Dimensionen annahm. Das/' Feuer entstand in der Geschoßdreherer, einem zirka 109 Meter. ' langen und 26 Meter breiten Rohziegelbau, der den . Nord-! > trakt der Fabriksanlagen einnimmt. Im Mittelpunkt der. Dreherei, durch welche eine. Kranbahn führt, befirrder sich ein im Jahre 1914 errichteter Aufbau mit der sogenannten'- Tyreswalze. Da die letzte Schicht um 19 Uhr abends Id re Dreherei verlassen hatte, waren bei Ausbruch des Brandes keine Arbeiter anwesend. \ Alsbald erschienen am Brandplatz die Feuerwehren von Ternitz, Neunkirchen, Rohrbach und aus der Umgebung sowie^ die Wöllersdorser. Feuerwehr, welche eine schwere Arbeit , zu .- leisten-hatten, da der Brand starken Rauchqualm entwickelte.; und die Löschmannschaft in un-durchfichttge Rauchsäulen, dies der herrschende Wind bis zu 60 Meter.Höhe emportrieb, ein, gehüM - waren. Durch die mächtigen. Feuersäulen wqr -der -, Brand: weithin sichtbar. Die Feuerwehren konnten ihr Augen-- .- merk nur auf die Lokalisierung des Brandes richten. /Um . 1 Uhr -nachts hatte es den Anschein, als ob auch das,. Hammerwerk vom Feuer ergriffen würde,. da ein kleiner^ Teil bei Bohrwerkes bereits Feuer gefangen hatte, allein. den 'eifrigen Bemühungen der Feuerwehren gelang es, das,.. Hammerwerk ebenso wie die Tyreswatze, die Turbinen und das, - wertvolle Kesselgebäude zu retten. Ebenso blieben die- Bohrerei, die Fasson-, die Räder- und die Werkzeugdreherei sowie die Reparatnrdrcherei, die neue mechanische-Werkstätten > endlich die Abteilung, in der im Aufträge der Entente die, Geschosse i demontiert werden, erhalten, beziehungsweise wur-., den sie nur in. geringem Maße beschädigt. , In der Nacht traf aus Wiener-Neustadt eine HüfS»' lokomotive sig, MÄW-leG-!.

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