Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- Heft 762 (10.3.1921)
- Date
- 1921-03-10
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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§ Wien, Donnerstag Wiener MorgenzeitnA- 10. M8rz 1921 Är. 78A Option «nd Sprachenfrage in Jugoslawien. Dev Obergespan des Batfch-Bvbroger Ko- Mi La Ls, dos jetzt zu Jugoslawien , gehört, gab im Aufträge der Belgrader Regierung folgende Erklärung vd: „Sämtliche Nationalitäten erhalten tzlerche Rechte und vollständige Freiheit, so daß nichts ihre kulturelle und - wirtschaftliche Entwicklung hemmen wird. Wenn jetzt noch nicht die Harmonie geschaffen ist, so ist daran die im Friedens- Vertrag zugcficherte .O p t.io n schuld, laut welcher^ jedermann berechtigt ist.'ein Jahr lang dariiber nach.^u'«!n^n' rund e.st dann zu entscheiden, ob er jugoslawischer Staatsbürger sein will oder nicht. Nach Wlauf des Optionsrechtes aber erhalten auch alle nichtslawischen Staatsbürger sämtliche Bürgerrechte. Was die S p r a ch e nsrage anbelangt, so ist diese die häusliche Angelegenheit einer jeden Nationalität und es wird der Staat in diese Frage nicht hineinreden. Es ist unwahr, daß die Regierung eine Verordnung betreffs des Inhalts der F irmentafeln herausgegeben habe. Jedermann kann seine Firmentafeln in jener Sprache drucken oder malen lassen, die ihm eben erwünscht ist." Staat und Kirche in der jugoslawischen Verfassung. Mittkilsnxen a«s dem Publilnin. Mr gratulieren unserem yerehrfen- Vorstandsmitplied Herni.J». 8» &<£.i4©jf anlässlich. der Vermählung seiner Tochter RolMlkHfl mit '' Hfrm Kopptl Blum« Jischaw Erez Israel »o SilLANTEN. «.Uhren . . lck»tt.«ad T»rki«(V 776 ETTER Beteaturmstr. 93, Marlahilf ercrtr. 98 GröBeter and beater Käufer Wien« «« Brillanten, Perlen Juwelen, EdelsteißtiändlerRabinowltBch, Juwelier I. Mahleretraese 5 (frühere Maximiliansträiss) Tel. 8541 II. Holiandstr&m 3, HDrMr.3(ft>üliereSfepii«nie«tr.)Tei.45146 im eigenen Hanse Freitag 5 Uhr n. Samstag gescfcles*«*. . .H5r».I SJ® MCil UNSvrv Prelle Restaurant Wien, XX., Heinzelmanngasse 1—3 (Ecke Wallensteinstrasse) / Vorzfigl. Küche / Wein Spezialitäten j?fus Belgrad wird berichtet: In der vor einigen i^agen ftattgefundenen Konferenz sämtlicher Parlaments- Parteien wurde nach eingehender Debatte die neue Fassung!des Z >13 der Verfassung, bezüglich der-Rechte und Pflichten jiber Konfeffionen, angenommen. Hienach ist niemand verpflichtet, seine Konfession öffentlichbekanntjgugeben, niemand kann zur Uebmrg religiöser Akte, .^religiöser Hebungen oder zur Teilnahme an religiösen Zere» -anonien verhalten werden. Eine Ausnahme bilden die st a a t- Tichen Festtage. Der Geistlichkeit ist es untersagt, ihr« Kirchliche Machtstellung zu politischen oder Parteiaktionen auszunützen. Die Mitglieder des Klerus können vor Gericht Pur als Privatpersonen auftreten und behandelt werden. 'Eia amerikanisches Hilfsschiff für die Juden Rußlands. Bus Neiv-Iork ist ein Schiff mit Hilfsmaterialien Und Medikamenten für die Juden itt Sowietrüßland |mb der Ukraine abgss-angeu. D es ist.bereits das vierte H i l f s s ch i f f im Laufe von drei -Monaten, seitdem Dr. D u b r o w s k i, der Vertreter des jüdischen gesellschaftlichen Komitees in Moskau, sein Büreau in Nelv- Iork eröffnet hat. Das Schiff führt um 220.000 Dollar!ÄbensmLtLel-.^Md/Midungsfmkete. für ein^lne Personen von ihren Eerwandtenüüd um 200.000 Dollar Kleider, Wäsche» Schuhe, Lebensmittel und andere Artikel, die das Peoples Relief Committee und einzelne Landsnrannschaften bei ge tragen haben- I Die ersten drei Schiffe führten nach Sowjetrußlanb Hilssmateri alten um insgesamt 1,5 Millionen Dollar. ÄuD einem bisher nicht bekannten Grunde sind nach hiesigen Zeitungsmeldungen die Transporte nach Ruß- land bis auf weiteres eingestellt worden. 1 und Bupeuumobel die grösste Auswahl l^eopold Steinhart X., aifenrstrM»« Hr. 8 mMnj« ' wti._V _■ ,_ 17 fakrtkaasna KAPPEL* 8o»irelfc ff'll W9 8 K2n matckliaa mitpalaUeMrKlaviatur JL1 JL VAw AA. trsasite Wien per eefert llaftrbar L'L. topolä Kurzer, Wuri 1. MMm 23 Reichste Auswahl zu billigsten Preisen in einfache« ,' und Luxusit fiaatm Braiheim 17 VII., Kaiserstrasse »* Sei Mariakiifentrasn HalteefeSt dar StmambaMMca 5 nd 18 zu entsprechen, machte jedoch bezüglich des Brückenmaterials und der für Notbauten verwendbaren Objekte in Wiener-Neustadt Einwendungen. Das Brückenmater'ial fei für den Fall von Hochwasserkatastrophen für den Staat von großem Wert^Es hestcht aber leider wenig Aussicht, baß diese Materialien für Oesterreich gerettet werden. Die Regierung suchte Rückhalt bei den Parteien, wurde aber von diesen im Stiche gelassen. Sie erklärten, daß es sich um eine Frage t>;t Ausführung des Friedensvertrages handle. Verfaffungsausschuß. _ (Jüd. Korr.-Bur.) Inland Die Reise der österreichischen Minister nach London. , 'Heute früh reisen die österreichischen Minister Mayr, Grimm und Grünberger nach London. Ähre Berufung ist, wie eine Havas-Meldung mitteilt, erfolgt, um die Möglichkeiten der Anwendung einiger Bestimmungen des Friedensvertrages zu prüfen. Die Wiener Minister sollen die Maßnahmen begutachten, welche die Verbündeten zur Unterstützung Oesterreichs Treffen wollen. Die österreichische Regierurig will es versuchen, eine günstige Regelung der DorkriegsschuLen, die Aufhebung des^ Generalpfandrechtes de« Entente und die Stundung der Lebensmittelkrröite zu erreichen. \ Aus Wiener Enten tekreisen wird erklärt, die Berufung der österreichischen Minister sei schon vor längerer Zeit geplant gewesen. Die - Orientang^legew» heiten und die deutsche Frage hätten es jedoch verhindert, daß die Verbündeten sich eingehender mit Oesterreich beschäftigen konnten. Doch mache die Gestaltung der deutschen Frage es notwendig, baß man mit Oesterreich direkt spreche. Die Verbündeten hatten die Absicht, einen Teil der von Deutschland abgeführten Gelder zur Hilfe für Oesterreich zu verwenden- Es ist möglich, daß die Entente nach dem Abbruch der Verhandlungen mit Deutschland auf die Pläne Goodes oder Loucheurs zurückgreift. Daß Oesterreich seine Position nicht erschweren will, geht daraus hervor, daß die für Dienstag im Nationalrat geplante S y mpathiokun dgebung für Deutschland unterblieben ist und daß es lediglich zu einem Telegramm der Grvßdeutschen an den Präsidenten Ebert kam. Sozialdemokraten und Christlichsoziale fügten sich, die einen schwer, die andere« Berne, dem Zwange der Situation. ' Uebcr die Auslegung des Friedensvertrages wird gerade jetzt zwischen der Wiener 'Regierung und der Heeresüberwachungskommission verhandelt. Diese hatte in einer bis gestern 11 Uhr vormittags befristeten Note die Auslieferung des gesamten' Kriegsmaterials ver- Die. Resierung erklärte M bereit, de« FordernnK Drr Berfaffungsau-schuß hielt grstern nach der Hasssitzuvg eine Sltzan« ad, i« der der vorn Umnausschnß für daS BezirkSdttwalt»n,«,rfetz bestellte Btrichterstatter Ltkieordneter y i« 1 stdcr die Verhandlungen im UnterauSjchuffe refeiterte. Er stellte fest, daß sich bei den Beratungen des Gesetzegroße Schwierigkeiten ergeben hätte«, so daß «it einer Erledigung de« Gegenstandes zu de« von der Deriaffung tzorgefehenen Termin, da» ist zum 10. d. nicht r» rechnen fei. Er empfahl daher, der VerfssiungSauSschuß möge dem Nationalrat den Antrag auf Erlassung eines BuvdrLversafsllngSgesetzrs vorlcge«, durch welcheder Ter«in für die Erlafiung deS Bezirttverwalmug-gesetzebiö zu« SO. Juni d. I. erstreckt wird. Abaeardneter Dr. D an> eb er, stimmt diesem Anträge zu, verlangt aber, daß in dem zu erlastenden Gesetze zugleich bestimmt werde, das Be;irkSver»altung-gesetz habe den Charakter «neS BmidrSver^MugstgesetzeS »« «halte«. Dieser Antrag wsrde abgelehut und von Dr. Dannrb e r g als MinderheitSantrag angemeldet. Zum Berichterstatter für das Haus wmde Abgeordnetn Fink bestellt. Der AoSschnß beschloß zugleich, im Nadsnalrat »n beantrage«, daß'das in Frage stehende Gesetz auf die'TageSardnung der marglgr« Sitzung gestelltwerde. Der Antrag dir Abgeordneten Dr. D i« g h o f e r «ud Genossen, betreffend ein Bundesgefetz mr Durchführung der Bolksahstimmnng Über den Anschtttß der Revvblik Oesterreich an d«S Deutsche Reich, wurde dem Abgeordneten Dr. F % ßiit f, der Gesetzentwurf, betreffend die Regelung der sich ergebenden Grenzsragrn «ach dem/SmatSvertrag von St.-Germaiu, dem Abgrsrdneten Dr. Aigner und der Gesetzen!warf, betreffendBolkSbe- . gehren und BolkSadstimmungm auf Grund der BnndeSversastung,' dem; Abgeordneten Sch ö « st e i ü e r zur Belichterstattung . zugewieseu. - ._ Gemel«samev Lewvtag. Sitzung am 0. März. In der gestrigen Sitzung wurde unter. Borsitz des Abgeordneten Seitz die GefchäftSor-nung für diesen Landtag auf Grmid einer Vereinbarung dev Parteien ohne Debatte Seschlossen.- . , r.. .. .; . . MederSfterretchtsche* Landtag. Gitz « nS dl« S. M ä rg. I« der gestrigen Sttzimg nmvde die neue Land-. tagswa^lordnunL m hevate« mch chlstich-eÄjst mit der Gemeindewahlordnung §mn Beschluß e^hobrn. Hiebei kam eS wiederholt Ku lebhaften AuSeinarwersetzungen zwischen den Deut sch n v ti o « a l e ü einerseits uirtÖ* den Ehri ft» lichsozialen und Sozialdemokraten anderer» seitß, wobei sich die Partöidn gegenseitig Oühhcmdel vor» ^warfen. 5lme Fafsang des Berstcherungsregrrlativs. Im heutigen BundeSgeseMatt wird eine BevorÄmMU? dev ÄurcheSministerimnS für Inneres, und Unterricht, betreffend die Neufassung. des. VersicherrmgsregnlatwS, b«ia lautbavt.^ . Der Kompeasattoasvertrag mtt Ungar» veßw lSagert. Der mit Ungarn ä>m. 15. June. 1920 abgeschlossene K o m p e n s a t i o n s„per ^r a g, der am 18. Dezember 16A. bis zum 28. Februar 192^1 erstreckt worden war, wurde am 26. Februar .1621' durch , Notenwechsel der beiderseitigen Negierungrn neuerlich auf Zwei Monate, nämlich bis zum 30. April, verlängert.. Die Meldung, daß die Verlängerung nach Eintreten des verhragSlosen JuftcmdeS durch ein Ueber- . ernkommen des österreichischen DarendeickehrSbureauS und der Wiener Expofitur des' ungarischen Handelsmuseums erfolgte» . ist daher mr-utreffend. / _ Kundgrbuagen ftte den Dölkersriede«. Nach einem Beschlüsse der internationalen sozialistischen Konferenz sollen am. Sonntag besonders mächtige Kundgebungen gegen den Imperialismus veranstaltet werde«. Die KundgÄ»ungen sollen füh iM besonderen HnÄick auf die Aeschlüffe der Londoner^ Konferenz nach der ^Arbeiter- Zeitung" richten: Gegen jede gewalttätige Lösung der durch den Krieg aufgeworfene« Probleme^ gegen alle Best:«- mungen, die bas Elrtü» und die Knachtfcha-ft der deutschen Arbeiter im selben Matze verschärfen muffen, als sie de« Arbeitern der anderen Länder eine verhängnisvolle Kon» ' kurrenz schaffen würden; gegen den Militarismus und gegen - die Wiederkehr eines «neuie« Blutbades; zur Bekräftigung des Friedenswillens der Avbsiterklaffe; für die Revision deh Friedensverträge; für daö SelbflbefkmnnmgSvecht fcetf ■' Volker; für die -LSsiMg der wirtschaftLichen ProAeme nach ' den Grundsätzen intevnatimialer Svlidemtät. Telegramme. Der ipanische Minifterpriifident Dat« erschaffe«. Die Flucht »»r de« «ot»rfMtz,er». — Vs» Xi Kwgelw Getroffen. -- Ln«dn«gefch»ffe. . Madrid, 9. März. (Havas.) . MinisterpräsÄeak i Dato wurde gestern abends, als er im Kraftwage« das Kasnmergebäübe verließ, von einigen Unbekannte« . durch eine Anzahl von Revolverschüssen getötet. Wie die Blätter melden, sind die Täter vermutlich' Gewerkschaftler. Als der Ministerpräsident daS. Kammergeb Lude verließ, folgten feinem Kraftwagen mehrere Personen auf Motorrädern^ An der Ecke der Calle Cerreno holten sie das Automobil ein und gaben auf Dato 27 Revolvers s ch ü s se ab. Der Lender, der sich sofort klar darüber war, daß es sich um daS Leben des Ministerpräsidenten handle, fuhr mit größter Geschwindigkeit Nach der Unfallstation in der Galle Olosado, wo die Aerzte jröoch nur mehr den Tod des MinisterprLsi'' deuten feststellen könnten. Dato hatte zahlreiche Wunden, von denen b r e i t ö d l i ch waren. Eine Kugel war ihm zwischen die Rippen gedrungen, ein« andere hatte ihm bas Kiefer zerschmettert. Die Geschosse waren durch Abschneiden der Spitze in Dum^ dum ge schoss e verwandelt. i Die Täter konnten entnommen, und man hat vorläufig noch, keinerlei Anhaltspunkte. Eduard Dato, von Beruf Addovat, war eine ständige MttelpunktSfigur der spanischen Politik der letzten Jahre« Er war Führer der Konservativen, d« nach parlamentarischem Brauch mrt den Liberalen in der Regierung abwechsem. Dato lettete zu wiederholten Malen als Minfstervräsi« dent die Regierung^ so besonders in der kritischen Zeit deS Weltkrieges, als Graf R o m a n o n e S sich de« Ententestaaten zu. stark genähert hattet Die Entente erhob Vorstellungen gegen die Unterstützung deutscher U-Boote, Deutschland schritt ein und Dato mutzte die Sache in Ordnung bringen. Er Lildete mit Maura zusammen ein Konzentrationskabinett. Im letzten Jahre stand er im heftigsten Kampf gegen dis soziale Krise, von der Spanien heimgesucht wurde. Er versuchte mit AnsnahmSgerichten zu regieren und fällt nun selbst als Opfer feineA Kurse». Besorgni« für de» König, M-Äwid, 9. März. (Havas.) Der König wollte, sobald er vom Tode des Mnisterpräsidenten .Dajo 'benachrichtigt Woche» war, sich in bfc Hllfsstattoy begeben^ um die sterbliche Hülle des Ministerpräsidenten zu grüßen. Auf Betreiben seiner Umgebung vprzichtetv er jedoch darauf. Der Ministerrat hat den Finanzminister Bugallal .interimistisch mit , dem Vorsitz i« . Ministetrat betraut. Der Minister des Weutzern, (ne ^«ch Barcelona «bgevelst war, «n die Eröffnung de« TransitwnferMj N^gMha Nft.|UÜIj«Ul: LiWiAfiiM 11II ■ nt j ■ I i asaum MM«U.