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Wiener Morgenzeitung · 1921-03-03 · Heft 755 (3.3.1921) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
3 (1921)
Issue
Heft 755 (3.3.1921)
Date
1921-03-03
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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mt. 788 MM. Domttt-tag Dr. Berresch über seine ALmachmrgen wit Brm-eskanzler De. Mayr. Prag, S März, lieber feine Znsainmenkünft tnit deüi österreichischen Bundeskanzler Dr. Mayr sagde Minister des Aeußern Dr. Venesch. es sei yetüngM, sich über eine Reihe wichtiger Fragen freundschaftlich zu einigen, so daß für die Zukunft Mt einer intensiven wirtschaftlichen Zusammenarbeit zu rechnen sei. Es sei aüth eine Einigung erzielt worden über das Programm devOonserenzvon Portoro.e und Über das Vorgehen auß ditzftr Konftrcnz. Oesterreich sei bereit, eine loyale PöMk Zur Erfüllung der Kriedensverträgs zu machen. Es sei ssstgsststtt tvsrben. daß die Äenberung dev Regierung in Oesterreich keine Aenb-mng des auswärtigen Kurses bedeutet. Das Verhältnis zu Oesterreich sei derartig, daß an den Abschluß eines SchiebSge« r ich. tS ve r t rag e S. geschrieen werden könne. - Zn Paris.sei eine Einigung über das Programm der Kon* sereyz vou.Portor-ose zustande gekommen, an der die.französische Regierung ein Besonderes Jnt.resse habe.. Der Sta«d der Ssterrelchtsche« Kredttfrage. Aus Kressen, welche mit der Wiener ReparationSkommi,swn , Fühlung haben, erhält die Korrespondenz Herzog folgende Mitteilungen über den schlechten Stand vep Kreditfrage: Es ist noch nicht sicher, ob. das Notprojekt Laucheurs.in den nächsten Tagen in der Londoner Konferenz Zur.Diskussiorr kommt.. Es wird tmgenommön, daß diese sich in offizieller Weise mit der Lösung der Kreditfvage für Oesterreich im gegenwärtigen ^Zeitpunkt überhaupt nicht eingehender befassen , wolle. Was dagegen die Durchführung der angeregten Kredite, wie, sie Louchrnr Vorsicht, anbelangt, so ist sie insolange nicht der Verwirklichung näher- Mhrtngen. bis dis Regierungen dem Privaten Kapital bestimmte Garantien einzuräumen in der Lage fein können^ Es' zeigt sich die Auffassung, daß England und.Amerika wohl bereit sein dürften, Oesterreich mit langfristigen R o h st o f f-. und L e b e n s m i t te lkre d i te n zu versehen, dies jedoch auf einer rein k o m» merziellen Basis privater Natur, Den Schwerpunkt dev Kreditgewährung legen. England und Amerika auf Zugeständnisse der Nationalstaaten zum ZtMs der Verkehr?erleichternng und der gegenseitigen wirtschaftlichen Hilfe. Ävg. Dr. KeipeL über Me.' Aussichlen der EntentehiLfe. ■; In einer christtichsoziaren Versammlung erklärte der Ochmann der Christtichsazialen Mveinigung, Abgeordneter Professor'Dr. Ignaz Seipel: Uin gang offen die Wahrheit m sagen» ist mein Eindvuck der, daß es um die AuSs i ch-t e m au feine H i l fe von den Siegern im Weltkrieg nicht sehr gut steht. Wir sehen eine An K ö n k ü rreng k a mpf u n ter d« « En te n iestäa te n r n i e z u g ä u f u n S. Cs sind andere Hilfspläne, die in England ausgearbeitet wurden und populär sind, andere in Frankreich, andere in Italien; aber dieser Konkurrenzkampf Mschrn den verschiedenen HUfSp'änen wird zu unseren Ungunsten auSgefochten, wenn sich die Ententestaaten gegenseitig hindern, irgendeinen dieser Plano zu verwirklichen. Der Ksjupf «m Oesterreichs Gold. Aebrr den Goldschatz wird verhandelt. ParlS, 3. März. Zn der aufgebauchten Streitfrage über die AuZfolgung von 65 Millionen aus dem in der Oesterreichisch-ungarischen Bank erliegenden Goldschatz ist eine A e rstä ndigung bähen erzielt worden, baß diese Summe Goldes den Liquidatoren ausgsfolgt wird, daß jedoch eine weitere Verfügung über diesen Betrag, soweit er nicht zur . Regelung des bekannten Num-Kredits und einer andere» ausländischen Schuld erforderlich ist, vor der Entscheidung der ankeren bei der Ncparativnskommisfion anhängigen Jnterpretaüonsfragen nicht getrofsen worden wird. Zur Austragung dieser Jnterpretationsfragen wird schon in der ersten Hälfte März eine Der handlungvor der Reparationskommission stattfinben. Mitttilnngrn «ns dem Publikum. 8 MLL.Ä847LKS. Sdr1«N.«slS.W1da"-.V1»ÄL N.NLrSÄ kiatt snd virk&Blt 776 ETYElt ÄotOBtttsxsas'r. 33, MRrlft5xlif«v*tr. ®8 Grösster und bester Käufer Wiens «88 Bi'ilisift'iesi, 'Perton Juv/elen,Ed&li,t0!rihänt!lTRfflforinov»BtacJi, Juwelier I, Mahlerstrasse 5 (frühere ^nximlllanstrasee) te!. 8541 II. Hottand%tra«$e 3, nur Nr.3(frühere Stophanlsstr.)Ta!.45143 1« Hanse . Ä .. Preittp 5 Uhr a. Samstsg gettWcas«!. ttSrüS Sl® 8UCh UNSvPS rPifie i 'tnafrrtrtrtawiafcreB*.*1 rjutaiv:~~rsriVffnÄcaarrewr^r-* M'WWN VÄM« TIL.SchGt3nfeldg.24 39-1-ÖS ■** CRÖSSTB AUSWAHL ffi L J5Ü3- MS Stlt- MÖBELH HiSSISE PREISE Xddt-Veiieaig 8° ^nels» „tTranJa“ am .‘Stmnffl®, EscaläsSor-Hofcei fti!tit!Beife«anga!rls6H« j:,BitBü-'» varo&te# i (April—^uni) kni&nt^Bto Vr Im. — Aanifiö.ifto erteilt Sa Itsor Avoat^Slo» Tanotla 76Sl 6. Giaßti a 9913. Restaurant Kohn Wt>n. XX i Hein?.e1tUAimgnSG£ 1—3 (Eclee Wallet»* eteinstrasse) / Vofzügl. 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Er tragt weiters den Vizekanzler, wie er sich zu dem Problem stelle, allen Fähigen den Besuch der Mittelschule zu ermöglichen, damit verhindert werde, daß nur die Kinder der KriegSnuhnießer die Mittelschulen besuchen können und die Volks- und Bürgerschule zur Armenfchule herabge» drückt werde. Die Verteilung des Ssterreichtfche« Wanenparks. London, 1. März. (Reuter.) Im Unterhaus erNärte der Nnterftaatssekretär auf eine Ankrage des Deputierten Kellaway, daß die im Vertrag von Gaint-Germain vorgesehene Kommission für die Verteilung deösterreichi-> schen rollenden Materials noch zu keiner end« gültigen Regelung gelangen konme. es feien aber kürzlich Vorschläge, gemacht worden, die. hoffentlich die Losung der Frage beschleunigen würden. Au-sWust für Erziehung und Aetterrrcht In der gestrigen Sitzung des Ausschusses kur Erziehung und Unterricht wurde die Wechselnde über die Ausführungen des Vizekanzlers Breiskh über den Stand der Schulreform oroffnef. Der Vorgänger BreislhS» Abgeordneter Glockel, vermißte eine programmatische Darstellung ver Absichten des Leiters des UnterrichtSamteS. Man hat im allgemeinen den Eindruck, daß eine Pause in der Tätigkeit des Unterrichtsamtes eingexreten sei. die sehr an die Idylle deS einstigen Unterrichtsministeriums erinnere. Er beanständet, daß bis zum heutigen Tage das Gesetz, betreffend die Lehrerb t l d u n g, noch immer nicht vorgelegt wurde. Roch immer ist keine Entscheidung darüber erfassen, ob Lehrer als ordentliche Hörer an der Hochschule stuoteren dWe», Der Red«« richtet sn dr« Vigeramchs die fMum Tagesbericht. Proklamierung des Zahntechniker» Abbruch der Eninete zwischen Zahnärzten und Aahntechnikern. Unter dem Vorsitz deS VundeSministerS für soziale Verwaltung Dr. Ne sch fand gestern eine Beratung der Organisationen der Zahnärzte und Zahntechniker statt, um angesichts des für Donnerstag angekündigten Zahntechnikerstreiks in der Frage der Zahnextraktion ein« Einigung zwischen den beiden, sich gegenüberstehenden Gruppen herbeizuführen. Den Beratungen wohnten der Leiter deS Gesundheitsamtes SektionSchef Dr. Helly und Ministerialrat Dr. Mahrle bei. Die Aerzte» schaft war durch Hofrat Professor Habrda, Obermedizmalrat Dr. St ritz ko. den Präsidenten des Verbandes der Aerztcorganisationen Dr. Hau sch ka, Dr. Thenen. Dr. Grün (Wiener Aerztekammer). Medizinalrat Doktor Breuer und Dr. Ri eg er für die Zahnärzteschast, dir Zahntechniker durch den Ehrenpräsidenten des ReichsverbandeS Anton Bulin, den Präsidenten Otto Busch, Vizep-äsidenten Gabriel (Salzburg), Raubitschek (Ären), sILwtz (St&Kttimb Wilh*lm Aische« (Kisn). G«l»s« S M3rz 19S1 GW ff,, (Innsbruck), Steurer und Schahdorfer (Linzf, Püchner und Groll (Graz), die Gehilfenschaft durch Ob», wann Urban und D u s ch n c t vertreten. Bundesminister Dr. lK-esch gab in der EröffnungLan» , spräche der Erwartung Ausdruck, daß durch die Enquete die Differenzen zwischen den beiden Organisationen einer be» . friedigenden Losung zugcfüytt werden. Obermedizinalrat De. S t r i tz k o gab namens des ärztlichen Verbandes die Erklärung ab, daß die Aerzteschaft chre Zustimmung zu einer Bewilligung der Zahnextraktion durch Zahntechniker mcht zu erteilen gewillt ist. Die Zahnextraktion'' stelle einen chirurgischen Eingriff dar. Präsident Otto Busch konstatierte, daß den Zahntechnikern die Plombierung und Wurzelbehandlung gestattet dagegen der weit weniger gefährliche Eingriff der Zahnexirak- / tion verwehrt werde. Er kündigte an, daß die Zahntechniker aus dem Verhalten der Zahnärzte die Konsequenzen ziehen und morgen in den Streik treten werden. Nachdem sich Dr. Grün namens der Aerztekammer dev Erklärung deS OberMedizinalrateS Dr. Stritzko angeschlvsie« hatte, entwickelte sich eine stellenweise sehr oewegte Debatte, an welcher sämtliche Enquetemitglieder teilnahmen. Der Dundesminister Dr. Re sch, welcher wiederholt bet* , mittelnd eingrift. legte schließlich der Aerztefchaft die Frage. - vor, ob diese nicht geneigt sei, ihre Zustimmung zu geben, - daß Zahntechnker wegen Vornahme von Zahnextrüktione« weder nach dem Zahntechnikergesetz Noch nach dem Strafgesetz zur Verantwortung gezogen werden können. Ehrenpräsident Anton Bulin entgegnen, daß sich die Zahntechmkerschaft mit einem solchen Ausweg absolut nicht zufriedengebe. Die Zahnextraktion bilde absolut keine gesundheitliche Gefahr für die Bevölkerung. Nachdem eine nochmalige Anregung des BundesminrfierS. Dr. R e s ch. daß die Aerztefchaft eine Abschwächung der bestehenden Verordnung in ihren Organisationen in Erwägung " ziehen möge, dahin beantwortet worden war. daß eine §nt- - scheidung erst innerhalb zehn Tagen zu gewärtigen sei, erklärte Nach einer längere«, lebhaften Debatte Präsiteut Busch, daß die Zahntechniker auf eine Entscheidung der Aerzte nicht langer warten wollen und morgen in den streik treten. — Hierauf wurde die Enquete als ergebnislos abgebrochen. j ' Graz. 2. März. Die Zahntechn ker^ehilferr beichstffen m einer hcuie abends startsrsvsrenr« Versammlung, morgen in den Streik z« treten. * Von ärztlicher Seite wird unS geschrieben: Nach kaum zehn Wochen treten die ZahntechniLr zum zweiten Male in den Streik. Während es sich zu Ende? Dezember um Lohnforderungen der Gehilfen gehandelt ha^ gegen welche die Meister (befugten Zahntechmker) Stellung nahmen, die dann aber infolge der . entgegenkommende» Haltung der Zahnärzte fast zur Gänze bewilligt wurden, handelt es sich jetzt um die Forderung der befugten Zahntechnikermeister nach vollkommener Gleichstellung mit den Zahnärzten. Der Kampf zwischen beiden Parteien Lauert Jahrzehnte und hat seine innere Ursache darin, daß die Zahn« Heilkunde wie kaum ein anderer Zweig der Medizin sich ous einem ärztlich-wissenschaftlichen und einem handwerksmäßigen Teile zusammenseht. Im August 1620 glaubte die Regierung den Streit dadurch zu beendigen, daß sie die Zahntechniker; zu Sanitätspersonen machte und ihnen alle Befugnisse der Zahnarzte mit alleiniger Ausnahme der Zahnextraktion gab, wohingegen die Zahntechnik als selbständiges Gewerbe auß , den Aussterbeetat gesetzt wurde. Aber schon im Okober desselben Jahres krachte dev Nationalrat Forst«er einen Initiativantrag-ein, durch den auch dem letzten Lehrjungen die „Befugnis" gesichert wurde. Jetzt fordern die Zahn technikermeister bereitsdas letzte ih„en vorenthaltene Recht, die Zahnextraktion Und Lokalanästhesie. Ob es wohlgetan ist, den österreichischen Zahntechnikern die von ihnen geforderte Gleichstellung zu gtzhen, mag man ans ihrem Bildungsgang ermessen: nach absolvierter Volks»! oder Bürgerschule drei Jahre Lehrzeit; während dieser an zwei Vormittagen der Woche Besuch einer niederen i Gewerkefachschule; dann sechs Jahre Gehilfenpraxis; dann Selbständigkeit. Der heute einsetzende Streik wird sich dem Publikum vorläufig nicht fühlbar machen, da alle Zahnärzte ordinieren; erst wenn er als Abwehrmaßnahme den allgemeinen Aerztestreik nach sich ziehen sollte — die Aerzte sind alle einig, ihre schwererworbenen Rechte nicht preis? zugeben — werden weitere Kreise die Folgen zu fühlen bekomme«. Die Be»sgA«q unter de« Telegraphen« angesteLte«. Die Forderungen der TelaraphenangesteNtea sind bis kommenden Samstag befristet. ES handelt sich nicht! nur um die formale Durchrechnung, sondern um die AuS» i bezahlung der R ü ck st ä n d e, da die TelegraphenangestrUtrn i seit 1620 nur Vorschüsse erhalten und vielfach Beträge bis 2000 Kronen ausständig haben. Abgeordnter Zelenkr seht die Verhandlungen mit der Regierung fort und eS vrsteht dis Hoffnung, daß die Bewegung durch Erfüllung der vrrgebrachte» > Forderungen gnm Stillstand gebracht wird. BeNeg««g des Streiks tat Buch-, Krmst- ««- Musikalienhandel. Grsttr» fand eine Sivung der vcn tätischtn Tarillommission dr- Buch«. Kunst» und Mnsikalienhavdctt Katt» bei -der folgende Vereinbarung getrosten wmdr: 1. Erhöhung der kollekkivveriraglichen Rovcmbkr.Gehalts und -Löhne «m 10b*/» iür da Monate Februar» März und April» S. Der am 28. Februar M»g gewesene ver traglicho. An^chaffuno»' eittag « per br-h»ri-r» tzbhe wird ehepstM W

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