Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- Heft 750 (26.2.1921)
- Date
- 1921-02-26
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
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Nr 750 Die«» Samstag Telegramme. Der Internationale GewerKfchaftsvund gegen die Versklavung MUtelenropas. Terlin, 25. Februar. Das Bureau des Internationalen Gewerxschaftsbundes in Amsterdam veröf^ntlicht in der „Freiheit" einen Au ruf. in welchem es unter anderem heißt: Dis organisi rten Arbeiter erachten eine SchadensvergütuNg durch Deutschland für notwendig und gerechtfertigt. Sie protestieren jedoch gegen Forderungen, die die Arbeiter Mitteleuropas' eine volle Generation hindurch i n Sklaverei st'sirzen, den wirtschaftlichen Dieddraufbau Europas v^Hlnder«. den Haß zwischen'den Wlkern verstätlcn und die Zkultuv 'vernichten tyürdeni Das Bureau fordert von dev interuationaien DotschaftetkoNferenz die Festsetzung einer gerechten S cha de-n s verg ütun g unter Brrückskchtigung dieser Erwägungen" nüd 'dev Resolutionen des Londoner Kongresses. ' Die KabrnettisbirdLKN in DentschLand. Verlin, 25.' Fehruar. Zur Frage der K a b i n e t t Sbildung erfahren d'e Blätter aus parlamentarischen Kreisen, daß der Vorsitzende b r Reichstagsfraktion der Deutschen Dolksvartei, Dr. S.t,r e s t m ö n n, an die anderen Reichskoas'tionspartrien ein Schreiben g richtet hat. worin er poxschlägt. die Berliandlunge» über die Bildung einer einheitlichen Koalition, im Reiche und in Preußen bis nach der Londoner,Konfer-nzu vertagen. Der „Voss'jchen Ze'tnng" zufolge sei anzunehmen, daß diesem Po.'schlage, der, auch den Wünschen der Sozialdemokratie Rechnung trage, entsprochen pW#**» wird. F*iede»*z»st««d zmische« Amerika «»k Deutschland. VerMr, 25. Februar. Der ..Lokolan^'ger" meldet aus dem Haag: Die Resolution Knyx'. betreffs Erklärung des Frteden § zustandes mit Deutsch" la n d, ist vom amerikanischen Kongreß in erster Lesung angenommen worden. Ergebnislose Verhandlungen In Riga. Warschau. 25. Februar. (Tel.-Komp.) „Kurier Pvranny" meldet aus Riga: Die ziveiie Konfermz mit Krass in fand am Sonntag abentzs statt. Es wurden die strittigen Fragen sowie die von beiden Parteien geforderten eventuellen Zugeständnisse besprochen. Die Konferenz führte,zu keinem positiven Resultat und es schien, daß die Bolschewiken neue Derschleppungsahfichten hegen. Das Prager Parkamenlsprogramm. Prag. 25. Februar. Abgeordneter Svehla trifft, aus Warschau am Sonntag in Präg wieder ein und nach seiner Rückkehr werden die Vorsitzenden der tschechischen Parteien, die das sogenannte Fünfer-Komitee bilden, wieder zusammentreten, um über das weiter!: Parlamentsprogramm zu beraten. In erster Reihe handelt es sich jetzt um die Mehlsrage. Die Session wird mS zu den Ofterfeiertagen dauern- Es gilt als sicher, baß es gelingen wird, den sogenannten kleinen Finanzplan noch in dieser'Session unter Dach zu bringen. Die Volkszählung i« Karpatho». Rußland. Prag, SS. Februar. (ProßMirale.) „Lidove Novtn^ melden aus Ungvar: In die AmtSraume, wo die DolkSzählungsbögen undergebracht sind, sind unbekannt« Täter eingedrungen und haben eine Menge von Zählungsbögen gestohlen. Der Dizegouvcrneur von Karpatho-Rnßland, Dr. Ehren selb, hat eine Revision des Zählungsmaterials in Ungvar angeordnet. ES ist höchstwahrscheinlich, daß es sich dabei um einen Trick der Magyaren handelt, die setzt sehen, daß sie in Karpatho-Rußland die nötigen SO Prozent der Bevölkerung nicht bilden. Man kann mit Sicherheit annehmen, daß sich höchstens nur 10 Prozent der Bevölkerung zur magyarischen Nationalität bekannten, da die Juden sich fast durchwegs als Zionisten melden. In Ungvar selbst, wo im Iahte 1910 nur 641 Ruthenen gezählt wurden, wurden bisher bei der Volkszählung, die noch nicht beendet ist, über 8500 Ruthenen festgrstelkt. RumSulsch-russilche Verhandlungen tn Reval. Äiga. S5 Fchniar. (Tel »Komv) Di« .R'gaWe Rudickm" meldete Dcriuwän sisit Ansteum mstrr bat in ei« « Fun'' spruch an b,e MoSkaßtr Rcg naug fick mit R « v a l als Ol, tür eie Vordriperchnngen ei« verstand«« «rvtfürt. Die Japaner in Sibirien. Moskau» s ,. F.druar. (Funkipruch.) D>e am rikanl'chr R'g ei un« hm die iapannche R gicrunz «m die Bkannigade der Grüt'de für das Richtni'ückzichln der sapar schm Truppe» au» Sibirien eriuchr und aus die Rotwenvlgkdt Mrcm! r'-' . dicke Tlupreu diö März zurückruziehc». Di« KLmpf« in Georgien. London, 2b Febrnm. iFunlsv»u*.) D r letzten Rocklichttv Gro.gi u bli ch en von e-«e«,Er'«lge.-d>-r Gevigm grg n die eui^ed ungencn Russen. 2<0<) ru ni'che Dolm en wnrdeL DD» Lijü» ajchvat Acht «ch« «Mrvlch Wiener Morgenzeitung 26. Februar 1921 Gerte S PropastandareUe Einsteins für de« jüdischen LLAiVersiLLLsfonds. Berlin, Sb. «ebrnnr. (Iüd. Korr-Bur.) Aw Emladung der uvnistifchen Erckutive in London er lürtc sich Prof. Älberi Einstein deren, mit Tr. W e i tz m a n n nach Amer ka zu rr, en. um iiic den j 6 d i s ch e n U n r v r r s i t ä t s ' » n d S beim „Otrtn §>rjestod" Plovagandr xn machen. Dl. W itzMnn und Pres. Engem wrrden ihre Rci,e Milte Mär» anttrt'n. > Rate Kreuz-Konferenz in Genf. 02«?, 2ß. Kebru ir. tTrl -Komv.) ,Ttt ilMniationale Ausschuß deS Roten K ruzeS hat die R >tm Klkm-Gcfell'cbafen der ga",e», Welt stir den 80 Mm» tu* G-n' zur zehnten inier« navonalm Kynf rcnz c aeldl^en. Die Koi'iei nz!oü drö 17. Avril dauern und wird von A d v r präsidiert werden. ' ' GLAfUhrLeschrKKkurrZeK i« der Schweiz. B-.r«, Sb ^Februar W D p-Ag- Eme Gxper enkomm'sion .un'ttsuch' gEwärt'g vre graste rn welchem Nms«nye E r n s u h t b v f ch r ä n k u n a e n ' sicil sinden sogen. Etwa d, eifrig tnbufl1 iefl’ Brlrirb? haben,Ge ncke um Einfuhrbe chiänwnft'n vvrgelear. ^n d r Kommiflon b'nschr übrigens dre ii> er müimm ude Ansicht, daß jtdrnsaÜs flielchfr trn mit der Bew'Üifiung von E nwdrb schräukn"c>en wvnugtzch ein BteiSa b b n « bf» den »n Frage stehenden Jirdustrrc» und Gewerbez«r gr» stailfinren solle. .. Das tschecho-slowEsch-rUMÄKLsche .tzmrdeLsLÄKoMMe«. Prag,. 25. Fesnrnr. fTschechvslow. Preßbur.) Die Berhandküngsn über den Abschluß eines Lschvch-o^lowakisch-rumän'scheu Handelsvertrages sind gest.rn nach fünftvöch'gec Darier beendigt und der Vertrag vorläufig von den Vertretern beider Staaten unterzeichnet worden. km Jahre 1920 ca 9 600.069 Francs an Spenden erhalten, davon 171.999 Francs aus Oesterreich InT/ahre 1921, dem ersten Jahre nach San Remo. nach der Verwirklidi ’nR des Programms Theodor Herz!8, muss ein Vielfaches davon dem jüdischen Natinnaifonds gespendet werden, wenn er seine Aufgaben erfüllen soll. Der Jüdische Natlonalfonds erwirbt den Boden Palästinas als unveräusserliches Eigentum deo jüdischen Volkes und forstet Oedland in Erez Israel auf, um das Land gesund zu machen. Zur Unterstützung des jüdischen Nationaifowds soll heu^rhis^um S0.Jhamuz. dem Todestag Theodor Herzig, f.a«r J-a. mindestens je einen Baum für 100 Kronen dem jüdischen Nationalfonds stiften, damit ein „Wald Österreich*4 mit 909.000 Bäumen In Erez Israel ersiehe Spendet jeder ft,de einen Baum für den ,.«9a»bp AaotriaM dann erhalt derUd nt'onalfonds ans Oesterreich n'lein HS 30 IIAUIftonen M. SIS Jeder tue seine Pflicht l Jeder spende tür den .. Jaar Austria*! Jeder sammle tür den „Jaair Austria*! Nur wenn wirklich jeder Jude einen Baum spendet, kann der »Wald Oesterreich“ am Tiberiassee er» eben. Baumspenden nimmt die Zentrale des jüd. National* fonds für Oesterreich, if., Zirkusgasse 33, entgegen. S77N Die deutsche« Gegenvorschläge. Brrltn. Sö. Februar. Das N e i ch s k a b i n e t t hat heute nachmittags unter Teilnahme des Neichspräsidepten über dir deutschen Gegenvorschläge für die Londoner Konferenz Beschluß gefaßt. Französische Berstimmung. Paris, 28. Februar. (Wolfs.) Der Gonderberschterftatter deS ^Matin" in London spricht von den großen Schwierigkeiten, die die französischen Unterhändler in London finden. Die NeparationSsveg.?. seien für Frankreich von hoher, für.England nur von untergeordnete Bedeutung. In England bekümmere man sich hauptsächlich um die irische Frage, ferner darum., daß ein Drittel deS britischen Heeres in Mesopotamien bleiben müsse, um die Arbeitslosenfrage und nm die maritimen Rivalitäten mit den Bereinigten Staaten; daß komme alles! vor den Reparationen. England werde als egoistische Nation erscheinen und ollen Kredit auf dem Kontinent verlieren, wenn fein .Premierminister die Debatte über die Reparationen ohne Nachdruck führen werde. Aauptmann ». Kessel verhaftet. BerKn. 25. Februar. Heule ist Hauptmann von Kessel abermals v e r h a f te t und ins Untersuchungsgefängnis eingeliefert worden. Das Dersahren soll mit größter Beichlennigung durchgefü'r: und eventnell eine besondere SchlvurgerichtSpc'r'.ode von der Staatsanwaltschaft beantragt werde«.! Verschiebung der Konferenz von Portoros«? ' Prag. 25. Februar. (D*l-Komp.) Wie die „Tri- ^buna" erfährt., w'.rd die Kon'erc'nz von..Portoröse erst nach den in Nom ftaitf-nben. eit, sür ben 31. März ffittftaubiiutMt sd«chatteo werde». , Inland. Hauptawsschntz. Dke Regierunq für die Bauer». Zu Beginn der gestrigen Sitzung des HauplauSschuss2's> gab Präsident Dr. WeiSktrchner folgende Erklärung ab:. Gegenüber verschiedenes Zciwngsme'duugen der letzten Tage/ wonach der HauptauSschu^ bereits für Dienstag den 22. d.Mi einberufen war, aber die Volksvertreter eS nicht als dringlich' angesehen haben, unbedingt dringende Forderungen der Staatsbeamten zu er'edigrn, stelle ich fest, .daß der Hauptausschuß' niemals für Dienstag den 22. b. M. einberufen wsrden ist und baß derartige ErkLrungen der Volksvertreter ihm nicht zugekommen sind und -auch nicht zukommen Smn^n. Ich habe den Hanptausschusi in dem Augenb'ick einberufen, alh mir dir Dor'agen der Regierung, wstthe sich auf die Föärtrungon der Staatsbeamten bezögen^ '.überreicht'-''wurdest-.--' - Bei der Beratung über die Voräüszäh"üng au' Ae unter der Bcsolduirgsordnung stehenden Pngöstrllten richtete Abgeordneter Tom j<h i k an die RegieMNg die Anfrage, wie siy sich zur Korderung ngch hundertprozentiger ^Erh'öWng hye Teuerungszu'age für diese Kategorie ab T.' März >1921 stelle. Die Minister Dr.. Grimm und Dr. Pest a- - erklärten, daß sie grundssitzsich für dir Erfüllung dieser Forderung sind. Die Neuregelung der Bezüge der iibrigen Mtaatsangcstesiten auf Grund ihrer Forderungen bleibt dett Verhandlungen mit den Organisationen Vorbehalten. Sodaml wurden vom HauptauZschus; die Vorauszahlungen für dir der DefotdungsorLmnng unterstellten Staatsangestellten genehmigt. Bei der Beratung über die von der Regierung erstatteten Bcdccknngsvorsch.'äge, velressend eine lineare Erhöhung der Gütertartfc, stellte Abgeordneter Btöältt den Antrag, eine solche abzulehnen und die Regierung zu.' beauftrage», bei der Revision der Eisrnbahngütertarife nach Maßgabe der vom 'Hauptausschuß bereits prinzipiell beschlcf'?»en Staffelung mit Auslastung der Tariferhöhung b?t unentbehrlichen. Bedarfsartikeln eine Bedeckung' von drei Milliarden in Aussicht zu nehmen. Dieser Antrag wurde angenommen. (Womit die. Regierung dem notleidenden Bau?nlstand wieder einmal ein ansehnliches Präsent verehrt, Die Red.) "" .. , Die »austrsphile Politik" der ungarischen Regierimg. Budapest» 25. Februar. (Nationalversammlung.) In fortgesetzter Debatte über das Regierungsprogramm tadelt Abgeordneter Haller die Ernährungspolitik der Negierung. Er meint, die Lebensmittelv-rsorgungl sei deshalb unzureichend, weil die Negierung, alten politischen Traditionen folgend, die Lebensrnittel für Oesterreich aufspare, damit täglich'große Eisenbahnzüge, mit Vorräten reich beladen, nach Hefterreich abrollen können. Redner bemängelt die aüstrop h i l e P o l i t i k der Regierung und wendet sich gegen den Minister des Aeußern, der die österreichische Otien^ tierung, die er seinerzeit in der Presse verteidigt auch jetzt noch fefthalre. Die westungarische Frage. ' > Vudapest, SS Februar. I« der prsieru ab ndZ adge* haltrnen Kon rrem der Chnstl chnationalen Beremigung umeizvg, w»e d»e .Prsier Ze>'uug" meldtt, A-g^rdneler B i t \) e r <■bif von der Regieiung in d r wkstunMirden Frage delolg»? Poliül einer si>enoen Krrnk Er. fübne auS: Zu den m W ne n stattsindcnden Beibandlung n batten wenigücns dre vorn Bolle West» Ungarns gkwähtten Be t etei beigczoacn werten 'ollen. Das war »rikbt der Fall. Zm Namrn L.'estnngari'8 brsindek sich der I u d e S r e g i r » e d S y i e g e l in W en. D is war e » arger Miswrrsi der Re^ erung. Blcp r legi? ivdann alle Miß» gnffe der Regurung rn der wellunaor scheu Frage bar und er- >ud »e die ch'art i. sie niö»',e berm Min stci vrästdcnt'n energisch d!» Erfüllung der von ihm gemad tcn Ber prechimgm so»dem. Die Getreideablieferung. Der Ernährungsausschuß hat gestern die Regiegierungsvorlagen im wesentlichen unverändert angenommen, durch die festgesetzt.wird, daß jene Landwirte« die bis zum S1. März das ihnen vorgeschriebene Getreidekontingent nicht abliefern. dem Staate für die zu wenig gelieferte Menge die Differenz zwischen^ dem ausländischen Gestehungspreis und dem.inländischen Uebernahmspreis zü e r s e tz e n haben. Arge«ti«siche Lebensmittel für Ossterreich. Hamburg, 25. Februar. kTtl.'Komv.) Nächster Tage w'rd d rr der orgtutin fche Regirnmasdampfer »Babia Planest^ eiw.irtel. der e»e ördung Lkb nsm tt i für Wie" m tiü'mgt,,!« emem Um'anae wie fte b -bei noch nicht ring offen sind. Uni« andeiem enibölt dre Ladung 633.00p kg i)hnbe!'fjt# SoÖOOO kg 2'utttr, 78 <00 kg?chwc ne rtt. I6000U kg Oel. f 00.000 kg Zucker. 2.0 tOO kg Bohnen urb Eibsen unb 10 OiO kg Kmdcrmrhl' Abreise der MitttLrmisstonen. Bor einigen Tagen hat die italienische Militävmission bekanntlich Wien verlassen. Nun ist ihr gestehn auch die französische Militärntission gefolgt, während die englische und japanische Mission in de» nächsten Tagen ab reisen. Die militärischen Interessen brr Ententestaaten werden in Hinkunst, wie es in Friedenszeiten üblich ist, durch die Militärattaches bei den betreffenden Gesandtschaften wahrgetwmmen werden. Von der tschecho-slowakNchen Gesandtschaft. Prag, 25. Februar. (Tel.-Komp.) Das Abendblatt der „Narodni Listy" meldet, daß die Ernennung deS bisherigen tschecho-slowakischcn Gesandten beim Vatikan, Dr. Aamillo Kosta, zum ersten tschecho-slowakischcn Gesandten in Wien schon durchgesührr wurde. ^Hiczu erfährt die „Tribuns" aus bestinformierten Kreisen, baß zwar über diese Angelegenheit Verhandlungen gepflogen wurden, jedoch keine Entscheidung ghtroffen wurde und vorläufig keine Neubesetzung Wiener GejandteutzostLnL vorgemrmmen werden wich..