Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- Heft 748 (24.2.1921)
- Date
- 1921-02-24
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 88% known words query
- IRI
…/2979076-2979773-2979827--06779-2992766- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Rr. 74- Men. Vfirmersrag «ii»l iuiijuwi »»Wii 1'u.i iu"-‘.<i'«ganlHMfy^BM8Wy Kuktusrat Dr. Karl Pollak. Ir» eng'te» Fannlienkrejse feierte Herr Kültusrat Dp. Pvilq? das Fest seines fünfzigsten Geburtslagemp sein sünfundzwanzigjährigeS Doktorjubiläum. Wenn wir ,^ch wissen, daß der ausgezeichnete Mann allen öffentlichen Kundgebungen und Ehrungen peinlichst ausweicht, können wir 'S uns doch nicht versagen, ihn auf diesem Wege $n sc.nex voppelfeier und die zionistische.Bewegung dazu zu beglückvstnschkn. daß sie Dr. Aar! Pollak seit dem Auftreten Theodor AxrM zu ihren Vorkämpfern zählen darf. Opfervoll als Parteigenosse, von seltener Hingabe an die Idee der notjoiäk«U Wiedergeburt des Judentums, mufjg und upentwogt n. d^r Abwehr der Gegnerso ksnyt und schätzt, seit, Jahrrehnitzn die zionistische Partei Dr. Kar! Pollak und Me? H. Pgrteikxeise Hinaus.genießt er die Hochachtung aller!M-> jchen Kreise und die Wertschätzung der besten Wiener Gesellschaft. Während deZ Krieges hat er bis zum Augenblick» da rr als Arzt FrpüMqUDsten^-muD. ' die Leitung des Änerzeitigen zionistischen ZentralkomrteeS - für Westösterreich rrfher,dey schwierigsten.V^rhälttzisstzN innsgehabt upd an. der Mistischen FlüchtlingMrsyrge herborragend mitgewirkt. Er wWt zu -e» Mitbegründern und Leitern des ftiönistischeu Tf:menambülatoriumS, das während der KrkegSjahre ein? iveraus segensreiche Tätigkeit entfaltete. Das Judentum betyt in Herrn Dr. Karl Pollak einen seiner besten S^hne. Sesterreichischer Tropenkoller. , Alles, waS in Deutschösterreich Wert darauf legt, zu »en Gutgesinnten zu zählen, entrüstet sich 'über die Ausbreitungen englischer Offiziere in Wiener-NeustLdt. DaS ist . Äht Ulch hflrtg. Uebrrhebungen amtlicher Organe kann riemalS energisch genug entgegengetreten werden. Nur darf nun nicht über dem Splitter im Auge des „feindlichen Auschtders" den Balken km eigenen Auge übersehen. Die englischen Exzesse gegenüber Vertretern und Werken der österleichischen Technik können immerhin als eine plötzlich ckit geworden« Hypertrophie militärischen Sirgerstolzes gegenüber te'n Unterlegenen begriffen werden. Wie' aber soll man das Löben österreichischer Beamten , aller Rangs- und Intelligenz- Lasse» gegen die eigenen Mitbürger erklären, deren Schutz Hyen anv?rtraut ist? Im Mittelalter haben dst Ritter, deren ßtand.angeblich zum Schutze der Schwachen gegründet worden oar, bi« »ehrlosen.Reisenden, statt sie zu schirmen, über-' aLleu. wSgeraubt und mißhandelt. Heute tun österreichische Senbarmen, Säuerliche DorfpotrnMten und republikanische dichter daZselbe. ES ist kein vereinzeltes, sondern nur ein resondrrS krasses Beispiel des uachkriegerischen MachtwahnsimÄ, Ms wir heute an de» Prangerstellen, um die Regierung Mdlich zu energischem Einschreiten gegen so ungeheuerliche Serlchunge'n des primitivsten Rechtsempfindens zu veranlassen, rnb hosseü dabei alle jene auf unserer Seite Zu finden-die ich über den „Tropenkoller" der — englischen Gewalttäter «irüsten. Der angesehene Wiener Kaufmann M. L., auf rein hiesigen Platze fett mehr als 30 Jahren bekannt, suchte im S a l z bürg t s ch e it Erholung nach schwerer Krankheit. Leine gleichfalls leidende Frau wollte ihn besuchen und zugleich —> zum Vergnügen allein reist man heut« nicht — >ie. Bestellungen der Innsbrucker Kunden ihres Gatten aus- Ahren. In Zell am See wurde sie von einem (Seit* iairneu auswaggoniert und zur Gendarmerie geführt. Bel Wk Protokollaufnahme kamen die Mottve, von denen sich die änderbaren Organe der Ordnung bei ihrem rigorosen Borjeheu.einzig ynd allein leite» ließen, zutage. Sie fühlten Lch samt und sonders als — Kreuzfahrer! Wenigstens ließen ihre Bemerkungen, mtt. denen sie daS jüdische Bekenntnis »er Verhafteten quittierten, darauf schließen. Während aber sie Kreuzfahrer des Mittelalters Mühen und Gefahren zu röstehen hatten,'Machten eS sich ihre modernen Jünger aus Zalzburg bedeutend bequemer. Sie eskortierten die unglückliche Herzkranke Fra« von Zell am See ins Salzburger ^chanb es geeicht, wobei die ganz widerrechtilch Verhaftete nicht nur ihre eigenen, sondern auch die Reise spesen . wr Eskorte zu tragen hatte. Und unter Rrisespesen, die vdhl noch nie zuvor einem Häftling ausgerechnet wurden, »erstand der wackere. Gendarm nicht bloß die Kosten der 8'qhnfährt, sondern auch hie für seine Verpfleg «» g. /hatte schow-dev Richter in Zell am See sich als würdiger Vorgesetzter seiner kreuzfahrenben Büttel gezeigt, s« wurde rr von fernem S a l z b u r g e r K o l le ge n noch übertroffen, lln dem Trauschein, mit dem sich die Frau legitimieren wollte, Mteressirrte ihn nur die auch in§ Protokoll aufgenommene Tatsache, daß. es ein „israelitischer Trauschein" war. ksi'str Umstand verschaffte der Unglücklichen drei Wochen »urch kein . Gesetz begründet« Haft. Auch ihr Gatt« und chr Bruder, die natürlich alle Hebel in Bewegung setzten, um die Frau frcizubekommen, würben schließlich ein gezerrt. Erst auf Intervention des Wiener Rechtsanwaltes -vr. Alfred Krämer erhielten sämtliche Opfer b«S hier dcrten Salzburger Kreuzzuges ihre Freiheit wieder . . . Wir fügen diesem Bericht hinzu, daß von ° der. aut»- hthonen Salzburger Bevölkerung sowohl dem Richter in Zell rm See, als auch dem in Salzburg nachgesagt wurde,, daß -ie „spinnen". Die Rankheit ihres Geistes scheint jedm- -äfls durch den Anblick von Juden besonders akut zu «erde». Wir wollen nicht untersuchen, ob die genannten Funktionär« .spinnen", weil sie Antisemiten sind, ober ob sie Anti- «miten find, weil sie „spinnen", sondern richten einfach an ,»ip Negierung die Anfrage, was sie zur Wahrung thveS »ud unseres Staates Ansehens zu tun gedenkt, und ob sie roch lange österreichische Staatsbürger der Willkür von Äausici,; ..iSgeben will, die infolge einer Eigentümlichen Neistesver.iü«iUng, in eine mittelalterliche Gedankenwelt einzesponnen. vergessen, daß sie KunMnüru . tiM «oder«, fctim&issä M» ITOlfnCT 1P9?S*flSnv™9 «4, fit««« 1921 •WBe**T L.jswmMiuui1 RAUCHREQUISITEN FABRIKATION «-röwste An^waAM X ■BIMlitffltC«» rtw r«rns «la. AroforoH. Moerachaum. Filber, Jnwellth, GalaUtli. Kok»« und Weiche«! Englisch* H9lim3tr0ssnpf8lfsn ,o»!o Pfeilen »US Aeorsvll»»», Bray&rc* and Cimbois WQlchselrohre und Mornmundbisse feheVc* und ZlgSret^ndosan sowie »ne Artikel u veb»-qMsi''»dr»Mh» tote TflCMüHSW STCS^ durch des Verkna. mel «r Erzfornjeso i« f’ea Ni'lo’a’s’a^'ea n»d dem flbrifie» Anhand. «« Iq W Ä-IÄmfiJr HJCU-Vf Q* A ic«in S.slke, da dishlrcrk n e Waren turllckgenomnisa werdea / piulipp BEiiMANy, wm, vu., mariahilferstk. 66 59°/, Einstein aber die Endlichkeit der Welt. In den Sitzungsberichten der Berliner Akademie der Wissenschaften liegt der Vor.trag Albert Einstems vom letzten Friedrichs-Tage gedruckt vor, über Geometrie und Erfahrung. Äyt Ende seiner Ausführungen erklärt Einstein es nicht für ausgeschlossen, daß die Frage.' ob die Welt räumlich'endlich sei oder nicht, von der Astronomie' beantwortet werden wird. Nach Einsteins allgemeiner Nelativitätstheorie gibt es zwei Möglichkeiten: 1. Die Welt , rst räumlich unendlich. Dies ist nur möglich, wenn die Durchschnittliche räumliche Dichte der in Sternen konzentrierten Materie im Weltraum verschwindet, das heißt, wenn das Verhältnis der Gesamtmasse der Sterne zur Größe des Raumes, über welchen sie verstreut sind, sich unbegrenzt dem Werte Null nähert, wenn man die in Be-. tracht gezogenen Räume immer größer werden läßt. 2. Die Welt ist räiimlich endlich. Dies muß der Fäll 'soin/ wenn eS eine von Null, verschiedene mittlere Dich» der ponderadeln Materie im Weltraum gibt. DaS Volumen 'deS Weltraumes ist desto größer, je kleiner jene mittlere Dichte ist. Ich will so fährt Einstein fort- — nicht unerwähnt lassen, daß ein theoretischer Grund - für die Hypothese von der Endlichkeit der Welt geltend gemacht werden kann. Die allgemeine Re°. lativitätsthero.rie lehrt, daß die Trägheit eines bestimmten Körpers auf Wechselivirkung zwischen ihm und deü übriger^ Körpern der Welt zurückzuführen, wie ja auch die Schwere seit Newton vollständig aus Wechselwirkung zwischen, den Körpern gurückgeführt ist. ES läßt sich aus den Gleichungen der allgemeinen Relativitätstheorie ableiten, daß diese restlose Zurückführung der Trägheit auf Wechselwirkurzg Zwischen den Massen—-- wie zum Beispiel Mach gefordert hat — nur dann möglich ist,: wenn die Welt räumlich endlich ist. Aus viele Physiker und Astronomen macht dieses Argument keinen Eindruck. Letzten Endes kann in der Tat nur die Erfahrung darüber entscheiden, welche der beiden Möglichkeiten in der Natur realisiert ist; wie kann die Erfahrung eine Antwort liefern? Zunächst könnt« man meinen, daß sich die mittlere Dichte der Materie und Beobachtung deS unserer Wahr» nehmung>.3uganqlichen Teiles des Weltalls bestimmen lasse. Einstein erllärt daS aber für ausgeschlossen und nennt einen zweiten Weg, der eher gangbar erscheint. Fragen wir nämlich näch den Abweichungen, welche die bkr astronomischen Erfahrung zugänglichen Konsequenzen seiner Theorie gegenüber der NewtonS bieten, so ergibt sich zunächst eine in großer Nähe der gravitierenden Massen sich geltend machende Abweichung, die sich am Merkur hat bestätigen lassen. Falls die Welt endlich ist, gibt es aber noch eine zweite Abweichung von - Newton; das Gravitationsfeld ist so beschaffen, wie wenn eS außer von den ponderablen Massen noch von einer Massendicht negativen Vorzeichens hervorgerufen wäre, die gleichmäßig über den Raum verteilt ist. Da diese fingierte Massendichte negativen Vorzeichens hervorqernfen wäre, die nur tn gravitierenden Systemen Dpn sehr großer Ausdehnung bemerkbar machen. Angenommen, wir kennen etwa die statistische Verteilung der Sterne in der Milchstraße sowie deren Massen. Dann können wir das Gravitationsfeld nach Newton berechnen sowie die mittleren Geschwindigkeiten, die die Sterne haben müssen, damit die Milchstraße durch die gegenseitigen Wirkungen ihrer Sterne nicht tn sich Zusammenstürze, sondern ihre Ausdehnung aufrecht erhalte. Wäre» nun die wirklichen mittleren Geschwindigkeiten der Sterne» die sich messen lassen, kleiner als die berechneten, so wäre nachgewiesen, daß die wirklichen Anziehungen auf große Entfernungen kleiner seien als nach Newton. Aus solcher Abweichung könnte man die Endlichkeit der Welt indirekt beweisen und sogar ihre räumliche Größe abschätzey. Eine Roethrrel. Nach einem Bericht des „Berliner Tageblatt" gestaltete sich die Feier, durch die der Akademische Richard Wagner- Berei» kürzlich den Todestag des Meisters und bws fünfzigjährige Bestehen des Deutschen Reiches ehren wollte, und die in der neuen Aula der Berliner Uyiversität in Gegenwart beS Rektors stattfand, zu einer monarchistisch-antisemitischen Agitationsversammlung. Schon der Vorsitzende wandte sich gegen jene „unbeutschen Vo'kSkreise, die wie Hunde vor WotanS vrrachtungsvollem Blicke seien". Dann wurde »lS politisches Signal der ,K a i s e r m a r s ch" gespielt, den daS ganz« Auditorium mit wenigen Ausnahmen stehend mit anhörte; und schließlich kam die politische Festrede aus hem Munde de- Herrn Universitätspwfes'ors Dr. Roethe. Gr wandte sich gegen die Demokratie. „Demokratie lügt sich ins Deutsch« gar nidji übersehen. Es ist eine jüdischfranzösische Erfindung." Dann trat er für die Monarchie «in. „Dev deutsche Kaiser ist notwendig zum Heben des Heerschi'des und eine Form der Staatsverfassung, in iber kein Platz für «inen König ist, kann der Deutsch» nicht ertragen." Natürlich fehlte auch die versteckte Aufforderung zum Revanchekrieg nicht. Als besonders anziehendes Zitat des Herrn Universitätsprofessors wird utt$ noch genannt: «Wo der Jud' sich mausig macht, w) der Lump sich lausig macht/ Da» ist die Ausdrucksweise einos deutschen Professor». 1 DieLe§ SLmKtz löMtw «LarnUich Mh m Bndaxest lese«. Ostjuden und jüdisches GemcinLeleberr in Frankreich. Man schreibt uns anZ Marseille: Seit 1870 be-- sinhet sich das jüdische GeMindsleben in Frankreich auf dem st?Len Mga n-gch abwärts. In hiessm ZeitrauM wu de ein Großteil der Gemeinden aufgelöst ' mrd mau trifft heutr.in pjelen Provinzstüdten versperrte T.rmpel,^ die infolge Ltzs'Rückganges der Wischen Mitglieder-', zahl nlcht mehr „betriebsfähig" erhalten werden könne». . War geistig-jüdische Betätigung in» Frankreich sH jeher vereinzelt, so ist nach. dem Verlust von' ElsaM Lothringen, des kräftigsten französisch - jüdischest Zenirnms,/ dLesem. SchafW ein Ende gesetzt.'; : ' Elsaß-Lothringen war. die einzig. lebende Ader W. jüdischen-Körper Frankreichs. Von dort holte man die. Rabbiner, Kantoren nnd,,,SchächteI füry ganze Land. Gegenwärtig ist noch der überwiegenüfte Teil diesen. Stellen mit jütischen Elsässern besetzt, doch ist der ZüzuK bereits im steten Abnehmey, so daß schon vor derns.'' Kriege nach dem Mijchen Reservolr im Osten gegrifM.^ tvu.de.;| Der Meltbrand und seine besonders für die Ostjuden bitteren Folgen haben euwn beträchtlichen Teil dieser Opfer hicher verschlagen. Frankreich ist noch so ziemlich das einzige Land, wo man dieser Einwanderung bisnun keine S chwierigleilen in den Weg legte, ipso fern die: Bestrebungen der Immigranten nur auf das eine Ziel gerichtet sind, sich eine Existenz zu gründen, und sie - .jegl'.chrm po.i.ijchrn Treiben fernstehen. Bon Haus aus anspruchslos, mit KampseZmut und Ausdauer ausgerüstet, fanden sie sich überraschend schnell trotz der Vielen Hindernisse, die gewöhnlich ein^m Fremden im Wege stehen, zu.echt, mch viele be,itzen bereits gesicherte. Existenzen. ' Aber dieser Jmmigrantenstvöm brachte auä^ jüdischen Geist und Würde mit. Sie selbst verlieren' den Kontakt untereinander nie und die erstens zdhn, die irgendwo soften Fuß fassen, gründenwas.sprichwörtlich geworden ist — eine kleine Gemeinde. , Diese Erscheinungen blieben auf die einh^sr^isch^n^' Juden nicht ohne Einfluß. Gewiß ist noch vieles erforderlich, um hier das jüdische Niveau auf sine höhere - Stufe zu heben, die Voraussetzungen hiefürlsind jedoch vorhanden und man bars vielleicht der Hoffnung Ausdruck geben, daß unter Frankreichs Juden baldigst jüdisches Leben und Selbstbewußtsein Platz greisen wird. M. Katzenellenbogen. Dr. Jmmanrrel Löw bereits tn Untersuchungshaft. Aus Budapest wird berichtet: Der Szegedmcr Oberrabüiner Dr. Immanuel Löw befindet sich nunmehr seit zehn Monaten in Haft, beziehungswe'isLi unter einer nach allen Regeln der Untersuchüngshafk' gehanbhabten strengen Bewachung in seiner Wohnung.. Formell wird seine Untersuchungshaft durch den Strafsenat von Monat zu Monat verlängert. Vom Untersuchungsrichter des Budapester Strafgerichtshofes.' sind bereits die Protokolle eingegangen, welche über',' die Aussagen des gewesenen Ministerpräsidenten Karl Huszar und der übrigen Budapester Zeugen anfge-' Kommen wurden. Die Verteidiger des Dr. Immanuel Löw, Dr. Marcell Ba ra'ez und D^. Armin Bala s sa, - beantragten tn einer Eingabe an den Strafsenat deS, Szegediner Gerichtshofes die Aufhebung.^ d.er, Untersuchungshaft über Oberrabbiner . Dr. Löw. Der Strafsenat wies jedoch dieses Anbieten^ mit der Begründung ab» daß die Staatsanwaltschaft um die weitere Verlängerung der Untersuchungshaft^ eingeschritten sei; andererseits könne der Strafsenat - so lange keinen Beschluß fassen, als er nicht in Kenntnis! der Anklageschrift der Staatsanwaltschaft gesetzt istt Es- > hängt demnach ganz von der Laune und dem Ermessens der Staatsanwaltschaft ab, wann sie ihre Anklageschrift sertigstellt, sie tzsm Strafsenat vorlegt und dieser dann über die Aufrechterhaltung d^'r Untersuchungshaft und^ darüber entscheidet, wie lange Dr. Immanuel Löw n-o^ in Unsicherhett über sein Schicksal schweben soll. Das Leichenbegängnis Krapötkins. Erst jetzt werben Einzelheiten über die am 12. F^ bruar in Moskau stattgcfundene Beerdigung de? großer«^ Revolutionärs Peter Krapotkin bekannt An dem Lelchenbegängnijse waren sämtliche Staatsinüi ute, aH Moskauer Arbeiterorganisationen und Politischen Par- ' teie» durch, starks Abordnungen welche mit ihMu Fahnsn