Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- Heft 748 (24.2.1921)
- Date
- 1921-02-24
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
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BSKTtT . OeU» Dmm««G jüraSgcrüd'f: waren, vertreten. Der unübersehbare Zug bewegte sich zum Nawidiewici-Friedhof, wo Ärapotkin Mm letzte Ruhe gefunden hat. Unmittelbar hinter dem Leichenwagen gingen die Familienmitglieder mÜ der ^ng^re -Freundeskreis des Verstorbenen, ihnen folgten die Mrtreter der anarchistischen OrganiMftmen. ..der Fa^kvarbeiter, der großen Arbeitergewerkschaftm, dann SM-stsn und Matrosen, der Roten Armee,. Delegierte tzcr Organisationen für Kunst und Literatur, der revoluLwMrsn Parteien,' SowjetVeamöe uttd'em lang'erZug Aon Leidtragenden aus allen Ständen. Die Veranstal- Lirng des Leichenbegängnisses hatte der Sowjet der Stad-t Moskau im Einvernehmen mit den anarchistischen OrKrmfationen durchgeführt. Am Tage des Leichenbegängnisses gab das Moskauer kommunistische Organ „Ras Trub" eine Krapo tkin-Rummer heraus, in welcher ^krapotkin als ein unsterbliches Stück der Geschichte der Resolutionen gefeiert wird, dessen höchste Bedeutung variK gelegen war, daß er die historischen Zeitabschnitte, des vergangenen Jahrhundert mit dem Aufdammern des A6mmunismus in unserem Jahrhundert verband. FLnftrhrtee zugunsten der Pulastina- Emigranten. * Der unter Patronanz der Miß Phylis und d-S A. M. FörbeS Dennis, veranstaltete F ü:: fuhrteo zugunsten des F ü r s o r g e k o m t t e e s für jüdische. Emigranten findet am 27. d/ M. nicht im Belvedere, sondern in den Sälen des Industrie Hauses, SAvarzenbergplatz 3, statt. „Der Iaar Austria". ' -. .Der Herzl-Werbefeldzug für den „Jaar AustrHa" wurde bereits erfolgreich begonnen. Bon besonderer BedMtüng für feinen Erfolg dürfte es sein, daß es der Zentrale des Jüdischen Nationalfonds gelungen ist, in der Person des Herrn -Benjamin Doll, der sich für die Dauer der Aktion dem Jüdischen Nationalfonds freiwillig zur. Verfügung gestellt tysf/ eins hervorragend befähigte organisatorische Kraft zu. gÄviir'-rrr:. ... ■ ' Bisher wurden zirka 11.0.000 Kronen bereits' dem Jüdischen Nationalfonds erlegt. \ fceii ersten Hain (1000 Bäume zu 100 Kronen) tzsichMv Herr med. Adolf Druckmann, Wien/ 3. Bezirk,, auf den Namen seiner Schwester Frau Rosa Sofie Druck-, manu und zahlte darauf bereits 50.000 Kronen als Ergebnis einer. Sammlung bei/der Hochzeit, seiner Schwester ein. Diese Sammlung ist nicht nur durch ihrÄr ansehnlichen materiellen Erfolg 'bemerkenswert, sondern auch dadurch, daß sie der erste Versuch der Einführung des Sven,denbuches efaö") in Oesterreich war. Bon dieser Summe ent- , 30.0C10 Kronen allein, auf eine Spende des Herrn nMrsktors Brönner, der somit allein drei Gärten iu bissem-^Hain gewidmet hat. '.KrN>crsten Ga-^ten. (1.00 Bäume zu, 100 Kronen) ßreMÄL Ing. I. K ... Wien, 20. Bezirk, der Gewinner be§ Ehrenpreises des Jüdischen Nationalfonds .für t^e größte-Einzelspende im Jahre 1920 in-Oesterreich. .. Der: zweiten Garte n spendete Herr Otto Feig!/ Uirrr, 2'. Bezirk. - . - Derc dritten Garten spendete Herr Max Klein, Mödling, der Spender des zweiten ,Bausteines für. das Dritte küdrsche Weich" anläßlich eines Vortrages des Herrn Pollak rrus Peru Haag über Veranlassung des' Herrn Benjamin Doll. Weiters zeichnete die Z. M .-V. Je d i d ä a einen Garten und zahlte darauf 6000 Kronen als erste Rate mt, als KeirlerMbnis' einer Rsdvute zugunsten des Jüdischen Üdtipiicijontö, _ Die Zerstörungen auf dem Flugfelde. ' Die i^lie^erkaserne wird nieht zerstört. Wieoer-Neustadt, 23. Februar. (Privat.) Die rntervLrierte aeronautische Kommission hat heute den hiesigen, Sküökrat verständigt, daß zufolge Einschreitens der^ StäLtgemeinde von der Zerstörung der Fliegerkaserneabgestanden wird und die Erlaubnis erteilt wird, daß Hirse Baulichkeiten, welche die Statdgememde mit einem Kostenaufwand von vielen Millionen errichten ließ, für Wohnungen verwendet werden. Hingegen besteht die Kommission auf Abtragung öer FluZLeugwerft und des Kaiserpavillons. Von den. Hangürs darf nur ein Teil stehen bleiben, die übrigen müssen abgetragen werden. Hingegen wurde die Bewilligung ert-rilt, daß ein Hangar auf das Flugfeld in Innsbruck Lransfetiert werde. Die Zerstörnngen ia Fisch amend. Fischamend, 23 Februar. (PrivatJ Die Zer-- storÄngSarbeiten auf dem hiesigen Flugfeld find schönweit vorgeschritten. Es wurden bereits 809 tadellos' neue Flugzeugmotore vollständig vernichtet.- Die Ze'rstZrpngsarbeiten, die unter Aufsicht italienischer Söldatm erfolgen, mußten so gründlich durchgeführt werden, daß nicht einmal das kleinste Röhrchen verwendet wer-- den kann. Der Vernichtung fielen 'auch zirka 80 vollständig gebrauchsfähige Flugzeuge anheim und wurde ' nicht einmal der Flugpolizer ein Apparat belassen. Sämtliche Hangars müssen abgetragen werden. Die kolossale Stagl-Mannsbarth-Luftschiffhalle ist bereits - dem Boden gleichgemacht und nun geht man daran, bic HÄle, in welcher der seinerzeit verunglückte Körting- Gallon untergebracht war, abzutragen. Nur das dreistöckige ehemalig? Werkstättengebäude dürfte von der Äarktgemeinde für Spitalszwecke gerettet werden.. Streik im Postsparkassenamte. r Die Beamten des Postsparkasfenamtes sind gestern ttk 12 Uhr mittags ganz unerwartet in den Au s st and . getreten, weil der vom Kabinettsrat allen Staats-- beaMe» bewilligte Vorschuß von 2960 Kvonen bisher - trotz aller Urgenzen nicht aus bezahlt wurde. In tzN MrMu LrsttiMn Aemter» ttüieüLN bk Sfewadfi* # ggtewet v»rtze«zen»>A Oß |dn» iW! Mitteilungen ans dem Publikum. Regine Schilfmann Israel Horn Tlumacz Stanisla« empfehlen sich als Verlobte Wien, im Februar 1921 i^s Baruch -und Josef Freyer erlauben sich, Herrn Bernard Vogclfan* und Fräulein Gisela Schiff zu ihrer am 32. Februar d. J. siattfindenden Vermahlung die herzlichsten Glückwünsche darzubringen Amsterdam, im Februar 1981 t?so RSLLANTiN, Perlen, Oold,Silber,Platts «.Uhren kauft and T*rk»uft; 77S ETTER Sotentnrmslr. SS, SXasräaMIferstr. SS Bekannt seriöser Käufer für BriÜanten, Perlen JuweUEdelsfeinhändler Rabinowifsch Juwelier’ «os I. 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Die Direkuott der Postsparkasse liquidierte jedoch trotz mehrerer Urgetizsn den Betrag, nicht und^gab an, haß sie hiezu vom Finanzministerium keine Ermächtigung hätte. „ - . > Der Streikausbruch r'est speziell im K a s s e n s a a l, wo starker Pa^rteianverkehr herrschte, Aufsehen hervor. Die Schecks wurden, soweit sie bereits einge-. reicht waren, größtenteils.noch äusbezah'lt. Das Publikum mußte den Kassensaal räumen, worauf aflc To,re ges.perrt und von Sicherheitswache besetzt wurden. . . Spiel verloren und setzte den Mechanismus des Kastens in Bewegung. Die-Rückwand öffnete: sich und durch diese blickte» die Erhebungsorgane in einen Raum, in dem neun Männe, — meistens Viehhändler — und eine > Frauensperson an» wesend waren. Sie hatten sich. offensichtlich zu Zechereien susammengefunden. Pas Kriegswucheramt hat über Mrmi Güttmann eine Arreststrafe in der Dauer von einem Monat und eine Geldstrafe von 10.000 Kronen verhängt Und die Sperrung des Lokals bis auf.'weiteres verfügt. In der Nacht gum 23 d. M. überraschten ErhebungS« organe des KriegswucheramteS in der »Gisela-Bar* zwischen .2 und 8 Uhr früh zechende Gesellschaften, AuS den Begleitumständen und den in der letzten Zeit gemachten Wahrnehmungen geht zweifellos hervor, daß in diesem Lokale schon wiederholt Chämpagnergelagt nach der Sperrstunde abgehalten wurden. Der Besitzer des Lokals, Josef Pfeffer, wurde mit.drei Monaten Arrests bestraf! und auch dieses Lokal bis auf weiteM gesperrt. Der Herr „Baron". Da« iörlshnis elnex . Mit einem gerissenen Hochstapler, de« sie. fur eine« ' Aaron hielt, hat der Zufall eine hiesiige Schauspielerin, ' Fräulein Marie Z.» gusammengebracht und. die. Dame' hat die Bekanntschaft mit einem Verlust von etwa einer? V i e r t e l m i l l i o n an Wert genug, teuer bezahlt. Lustspielmäßig ist der Beginn des Abenteuers... Es war einer der jüngsten kalten Wende, als Fräulein Z. fröstelnd auf der ..Plattform eines StraßenbahnzugeS stand. Sie war die Nachbarin eines sehr vornehm aus« sehenden älteren Herrn, der mit ihr ins Gespräch kam und sie einlud, mit ihm spekftn zu gehen. Fräulein Z. willigte nach langem Zaudern ein urch ging mit dem Fremden. inS „Trocadero", wo eifrig /getrunken wurde. Der Mann schien über jeden Zweifel erhaben, er wurde von den Kellner» „Herr Baron Roman" tituliert, waS fein Ansehen bei der Schauspielerin wesentlich hob. Man war schon etwas ito schwipst, als man das Lokal verließ. Der Herr „Baron" wollte die Dame zu ihrer 'Wohnung begleiten; aber auf dem Wege wurde , er scheinbar von schwerem Unwohlsein befallen und konnte niG mehr weiter oder tat wenigstens so; mühsam sich auftechihaltend, lispelte er, er müsse in ein Hotel, und die Schauspielerin begleitete ihn. Als die Schauspielerin am nächsten-'Morgen das Haus verlaflen wollte, vermißte sie ihr kostbares 'Armband. Sie hatte eS in der Rächt abgelegt. Die Schauspielerin scheute, sich, eine Anzeige zu erstatten. Der Baron" nahm/sich ihrer wirklich liebevoll-an und erbot sich, die Schauspielerin, ins SicherheitS« bnr'eaü zu begleiten- und selbst die Anzeige zu machen. Er ging' auch mit der -Dame in den ersten Stock des Polizerpalastes auf ^er - Msabechpromirttade nnd steckte den SU dem Referenten KpnMüssär chr, Lewisch hinem, trat bann c ein ünd^erichtet^ ev -habe den Diebstahl angezefgt; als wiÄler' eine Zeillchn/' sp'Ster'-- Äe Schaufpkeleri». nach dem ' Schicksal der Anzeige fragte, erfuhr sie, daß sie nicht erstattet > sei. -DrU Lewisch, dev die Anzeige nun schriftlich bekam, intereffiartc sich für den Begleiter der Dame^ den angeblichen „Baron Rrimun","- und erptitelte/ daß Mann ein hx- . rüchstgter: Hochstapler und Betrüger fti. Er ist der 66jährige Mexander Rom an. 2.- Bezirk, Kronprinz Rudolfstraße 3a wohnhaft. Da er des Landes verwiesen ist wegen zahlreicher anderer Sünden, wohnte er wohl unter richttgern Nmnen. aber, unter falschem Nationale.- ----- Bei dem vielfach bemakelten Vorleben des MamteS wird der Verdacht rege," daß das Unwohlsein.-und der' Holelbesuch nur vorgcfchützt wurden, um den Diebstahl deS Armbandes zu ermöglichen. Roman'wurde-am 22/P. M. Um 10 Uhr vormittags - Von 'Kriminalbeamten verhaftet. „Eldorado" und „Gisela-Bar" gesperrt. Das Kriegswucheramt hat abermals zwei VergnügungSlokale wegen gröblicher Uebertretungen gesperrt. Es handelt sich in beiden Fällen um Lokale, die längere Zeit beobachtet worden waren. Daber wurde fcstgestellt, daß dort nach der ' offiziellen. Sperrstunde Zechgelage veranstaltet wurden./ In der Rächtzum 22. d. M. gelang es nun ErhebungS. beamten des KriegswucheramteS, in das eine dieser Lokale» daS VergnügünqSetabliflement „Eldorado", 1. Bezirk, Neuer Markt - 8, mnd 'in derdarauffolgenden Nacht in das zweite Lokal, die sogenannte „Gisela-Bar", 1. Bezirk, Giselastratze 1, einzudringen. ' Die Einfahrt^^'zum «Eldorado" wurde von den- Erhebungsbeamten in dem Augenblicke be« treten, als eben fünf Besucher das Lokal verließen. Den Beamten wurde anfänglich die von dem Vorraum in das eigststliche Lokal führende Türe n i ch t geöffnet. Sie mußten einige Zeit warten. Da jedochb-die Beamten nicht von der Stelle, wichest, wurde die Lüre - von innen aufSefperrt und . di er.Mnfi.kor suchten das Lokal zu verlassen. Die Erhebungsbeamten betraten nun den Jnnenraum, in welchem - sich außer der- Gattin des Besuchers,-Mimi G u t t m a n n, nur mehrere Angestellte , und zwei Gäste pefanden. Aus der ganzen Aufmachung des Lokals war zu ersehen, daß . es Zecher beherbergt habe. Auf der Suche nach ihnen gelangten die Beamten auch'in das Comptoir. Dieses wird auf einer Seite scheinbar durch eine Bretterwand abgeschlossen. Die' gMrzez Ärt der Baulichkeit erregte Verdacht. Dieser Verdacht wurde noch durch das aufgevöstte Wesender Mimi Guttmann bestärkt, welche .die! Beamten mit allen .Mitteln zum. Ber-, lassen des Raumes zu bewegen suchte und sie schließlich mit einem vollen Kübel Wasser anschütten wollte. Mit -umso - größerer Genauigkeit untersuchten die Beamten den Raum undstellten .schließlich fetz, daß die Ruckwand des Kastens-beweglich war. Die Beamten stemmten sich nun gegen die Wand, während von der anderen Ssste ein Gegendruck bemerkbar wnrd«. Amt gab Mimi Guttmamz das dchnve«. Aus Brag wird gemrlret: Fa' -Befinden des Prasivente» Masartzk ist eine anhaltende Besicrung m konst,kuren., Alle Gerüchte, die in Prag zirkulieren. dem über einen chirurgischen Eingriff vollkommen grundlos erklärt. der Aerzte, werden ossiziell als t Ho.lrat Wintermtz. Dre A'che deS vormaligen Prüft-. dente» der ..Corcordia", Hotrates Jakob W i n t e r n r tz, wird bewe um 3 Uhr nachwittügs auf dem Zentralfriedhof (!. Tor), belgcsttzt. :; * Begräbnisse am heutigen Tage. Alt er Friedb o,sr -SMrl Berg! Jakob, 10 Uhr So Min. Sand Katharma, 1! ühs .80 Mm. Ädelberg.Karl, 1-2 Uhr Diener Rosa, 8 Uhv nachmittag Hosrat Wmlernrtz .Jakob. — Rener F rtc db o f: ^LkrrBcrnhard Hüsch, 9 Uhu 30 Mm. Kohn Theiese, lO-Ubr Trschka Bert«, ll Uhr 30 Mm. AüaS Viktoria, U Uhv 45 Mm.! Neischmann. Nettt.. * Die LebensmittelbepotS der „Gesellschaft der Fueunde'^ Dw Mission derGesellschaft der Freunde" teilt mit: Tie Nähränßsmitteß -wÄchel die -Wiener Mütter für ihre Kinder in den Depots der „Gesellschaft der Freunde" erhalten, werden aus Geldmitteln gekauft, ' welche Leute in England und Amerika gespendet hüben. Die Spender sind zum allergrößten Lell ggng und gar nicht reich, sie geben vielmehr oft ü n r e r großes Entbehrungen, um den Wiener Kindern zu helfen,. Der Preis» der für die Lebensmittelzubußen berechnet . wird, ist ungefähr ein Achtel deS Selbstkostenpreises, dendie Mission Bezahlen muß. Die „Gesellschaft der Freunde" lerechnet. diesen kleinen Betrüg, weil sie glaubt, daß jed^Wiener Mutter, die ihre Selbstachtung bewahrt hat, bemüht rst, zu Zahlen, . waS sie nur irgend kann, um ihre Kinder zu erhalten,' und daß sie nicht alles umsonst anüehmen will. DaS eingenommene Geld wird dazu verrvendet, mehr Lebensmittel gu.ckaüfen und auch die hohen Transport- und Regiespesen der Mfsion teilweise zu decken. . Die Lebensmittel werden von den.Damen bes Frauenhilfskomitees verteilt, welche ihre. Dienste der »Gesellschaft der Freunde" an-- baten, als die Depots inr:.Laufe des vorigen Winters eröffnet wurden. Diese Damen machen alle diese - Arbeiten v o ll« gostttttft fseiöiUi® iutb otznp jegliches Gnt«