Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- Heft 745 (21.2.1921)
- Date
- 1921-02-21
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 87% known words query
- IRI
…/2979076-2979773-2979824--06753-2992737- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
grite Wim MvnKU_ schlossen, einen nachdrückliche« Appell an a-lle Gruppe» «nd Mitglieder der Diaspora zu richten, mit aller Energie skr den Heien Hajess » d z» arbeiten. Die -Sitzung protestierte dagegen, daß der Aufruf für den Keren Hajesiod ohne die Mitseichnnng vo« BertreLern der Arbeiterparteien veröffentlicht wurde, ßnd beschloß, von der Monistischen Exekutive.in London die Zu« iiehung von Arbeit-rvertreter «in daS Direktorium deS Keren vajeffod verlangen. Ferner wurde beschkosten, auf der Forderung nach unverzüglich »p Ausführung -V ArbeitervorschlSge hinstchtlich der Errichtung von Moschwei-Owdim (Arbeite rs i r d l u n g e n) mit allem Vachdruck zu bestehen. Die Pariser Verhandlungen Wer Oesterreich. Aus Paris isnvfc gemeldet, dah die Unter* handlm^en über sie sinaiezielle Ailfs für Oesterreich dem „Eelair" zufolge in vollem Gange stnd« Man arbeitet energisch, «m eine zufmedenfteüende Formel z« s finden. Lonchenr leitet in vollem Einvernehmen mit dem Auswärtigen Amte die Verhandlungen mit den Vertretern der Finanzwelt. Die Fühlung .mit der österreichischen Regierung ist gesichert. Donnerstag fand die erste Unterredung mrtden fra« zösische« Bankiers und FinanZleuteu statt, Freitag wurde eine zweite Konferenz mit den Vertretern der italienischen Finanz abgehalten. Die beiden Gruppen haben die Anregung der französischen Regierung günstig aufgenommen. » Belgische Finanzkreise interessieren sich im Einverständnis mit ihrer Regierung ebenfalls für die Frage der Kreditgewährung an Oesterreich. In der nächsten Woche beginnen die Unterhandlungen mit der englischen Regierung »nd den englischen Kreditinstituten. Aus diesem Grunde wird Loucheur seine Reise nach London um einige Tage früher antreten. _ 40.000 Tonnen schottische Saat- Kartoffeln sür Oesterreich. London, 20. Februar. (Reuter: Verspätet eingelangt.) Nächste Woche gehe« 40.000 Tonnen schottische Saatkartoffel« nach Oesterreich ab. _ Die Wirtschastskonferenz bedroht? Berlin, 20. Februar. (Privat.) /Vach einer Meldung der »Deutschen Allgemeinen Zeitungaus Belgrad mußte die Wirtschastskonferenz der Nachfolgestaaten in Portorose verschoben werden, da zwischen Jugoslawien und Italien in den wirtschaftlichen Fragen keine Einigung erzielt werden konnte. Hauptsächlich in der Frage der SchiffahrtSrechte jener Nachfolgestaaten, die nicht an die Adria grenzen, bestehen große Meinungsverschiedenheiten. ES ist möglich, daß deshalb eine Vorkonferenz zwischen Italien und Jugoslawien stattfindet. Die rumänische Wahlreform und die Juden. Bon unserem BüKarester Korrespouveute». Die Regierung des Generals Avarescu beschäftigt sich fetzt eifrig mit einem neuen WahlprvjM. Es gilt in diesem FMe die Aenderung eines Staatsgrimdgesttzes, was lediglich von einer Konstituante durchgeführt werden kann. Allein die Regierung will dieser auSweichem und spricht voy einer simplen Wahlreform, die. das Narlgment' durchführen kann. Dieser Staatsstreich des Generals Ävarescu erinnert lebhaft an den des rumänischen Regenten C U z a, der im damaligen Parlament keine Majorität für -die -Durchführung seiner Reformen — Aufhebung der Hörigkeit, Grundentlastungsöbligattonsgesetze usw. — ertaüMn konnte'Und zu einem Staatsstreich Zuflucht nahm. Er Umging Parlament, bas sich zum größten Teile aus Bojaren zufamnumsetzte, mid veranstaltete ein Plebiszit, welches' alle feine Reformen' sanktionierte. Diesmal schlägt Avärescu den entgegengesetzten Weg ein: Er umgeht die KvNs^tituattw'und will dutch bas Parlament sein Wahlprojekt durchführen' lassen, wo «k Unbedingte Majorität haben wird. ' BÄ' der Behandlung der Wahlreform als StaatsgrundgLstß ist für jede Abänderung jene Zweidrittelmajorität erforderlich, die im gegenwärtigen Moment in der Kammer, -Nicht zu erzielen? ist.,. Ms, Mefem Grunde wird die Frage bloß als Mahkreform in der Kammer behandelt werden. Alläin diäse' bedeutet keineswegs eine Demokratisierung der gesetzgebenden KörpttschaftÄf. - ' DaS Zweikammersystem wikb weiter beibehalten- NM Mit dem Unterschied, daß das Mdttfch« Element: vvst einer parlamentarischen Vertretung fast mtSgüschlossen - wird. Die neue Wahsresormvörlage bestimmt tm‘ wesentlichen folgendes: Das ganze Reich! wird in zweierlei Wahlbezirke eingeteilt, wobei je 250,000 Einwohner fünf {Deputiert* und Mei Seiutü6mftn die gesetzgebendest Körperschaft« entsenden; die kleineren Wahlbezirks Ätt ISVOVS^Oinwohnern wählen je drei Deputierte und einen Senator,- &at fiteitet dieser Waylresor« steckt, ist / nicht schwer z« rtttesat, Dt» ittidNsche Bevölkerung, welche sich <tu9 der f&sMUpeitfc M Q**t*yh «ch Bewert sstand Und aus den **•*»*» W mhm «EMt im1»* «d - WrL-ner MoHgenzerrnnH nicht in dir ronundn,, in dir S, .-uimrr Verirrter zu entsenden. In Rumänien gW es nur eine einzige Stadt, welche über 300.000 Einwohner hat und als selbständiger Wahlkreis betracht^ werden kamt. Alle übrigen Städte im Reiche erreichen iricht einmal die erforderliche Zahl von 120.000 Einwohnern für die kleineren Wahlkreise. Sie werben gezwungen, sich mit Landgemeinden.zu Wahlkreisen zu verbinden, ausdenen nur regierungstreue Mamelucken hervorgehen wechest. Die Minoritäten im Reiche haben absolut keine M!ö glich kett, nach diesem Wahlprojekt in den gesetzgebenden Körperschaften vertreten zu sein. Am allerwenigsten die I u n. Diese bilden hauptsächlich ein städtisches Element und werden im ganzen Reiche kein Mandat erlangen können, wenn sie auf ein selbständiges, nationales Programm kandidieren werden. Nur eine Möglichkeit ist zur Erlangung eines Mandats für die Juden gegeben: Sie müßten sich der Regierung mit Haut und Haaren verkaufen und als RegierungLkandidaten austreten. Nach' ihrer numerischen Stärke, die sich' auf zirka eine Million bei einer Gesamtbevölkerung von 15 Millionen beläuft, müßten die Juden zwanzig Deputierte und acht Senatoren in die gesetzgebenden Körperschaften entsenden. Nach dem neuen Wahlentwurf wird die Kammer 300 Deputierte und der Senat 120 gewählte und 14 kooptierte Senatoren umfassen. Nur bet Einführung der nationalen Kurien könnten die Juden die ihnen gebührende Vertretung erlangen. Aber darauf wird die rumänische Regierung nicht eingehen, welche der Welt glauben machen will,, daß Rumänien ein nationaler Einheitsstaat ist. Die minimalste Forderung der Juden wäre, daß die städtischen Wahlbezirke von den Landgemeinden zu trennen seien. In diesem Sinne hat sich der Präsident der zionisttschen Landesorganisationen in der Buwwina, Dr. Meier Ebner, auf telegraphischem Wege an General Avareseu gewandt und um Berücksichtigung der Minoritäten beim neuen Wahlprojekt angesucht. In gleicher Weise habe« alle zionistischen Organisationen Großrumäniens Schritte eingeleitet. Don welchem Erfolg dies sein wird, kann man heute noch nicht beurteilen. Für alle Fälle bedeutet der neue Wahlentwurf einen starken Rückschritt und eine Mißachtung aller demokratischen Prinzipien. Dr. M. R. Eine Krone -- 1.25 Centimes Geld. In Zürich notierte: die österreichische Krone . . . . 1.25 ( 188*/, am 19. Februar) die österr. gesternvelte Krone . . . 1.— ( 1.— m 19. Februar) die tschechische Krone..... . 7.35 ( 7.S0 aut 19. Februar) die Mark 960 9.95 an» 19. Februar- Agram ............ 4.25 ( 4.25 au» 19. Februar) Bakarest.. 8>— ( 8.— an» 19. Februar) Budavest ....... •' , 1.12% ( 1.16 aut 19. Februar) Warschau «....--.77V, l—.77*/, am 19. Februar) Beginn der Verhandlungen zur Beendigung des RettgionsrehrerstreiLs. I« Laufe der letzten Tage find Verhandlungen der streikenden israel,tischen ReligionSlehrcr mit der Kultus« gemeinde an gebahnt worden, die eine Beendigung des Streiks bezwecken. Die Religionslehrer erklären, daß sie unter allen Umständen daran festhalle«, mit dm Lehrern der Stadt Wim gleichgestellt zu werde». Eine heute i« Restaurantsaale Angartenstraße 8 abgebaltene Massenversammlung der Eltern beschäftigte sich aus' schließlich mit dem Streik der Reiigionslehrer. Es sprach« Grmeinderat Dr. P l a s ch k e S, KuliuSvorsteher F r i e d j u n g» Oberrevideut Blume tnamenS der Eltern) fowlt die Lehrer Josef Pick und Schwertfinger. Alle Redner erklärten, daß dem Lehrerstreik durch Bewilligung der gerechten Forderung« ein Ende gemacht werdm müsse. Die Versammlung nahm einstimmig folgende Entschließung aur »Die jüdischen Ellern und Steuerträger verwahr« sich entschieden dagegen, daß die KultuSgemeinde, deren Mandatare durch ihre Stimm« gewählt Word« sind, die Interessen ihrer Auftraggeben iu unverantwortlrcher und fahrlässiger Weise vertreten. Sie erheben Protest, daß der Religionsunterricht, durch sieben Wochen ganz auSgeschaltet und dadurch die religiöse Erziehung ihrer Kinder arg gefährtet ist und daß di« um ihre Exifleuz kämpfenden, von Hunger «nd Not heimges»chten Lehrer d« ärgsten Schikan« der KultuSgemeinde auSgesetzt sind. Sie fordern bahn den Vorstand auf, diesem Skandal ein Ende zu bereiten, den Religionsunterricht ausnehmen z« lass« und die berechtigten'Lehrerfordernnge« nach Gleichstellung mit den städtischen Le'nern zu erfüll«/ :_L_ Die Unterhandlungen zwischen der Negiernng und den Staatsaügestellten. Ueber d»' vorgestern zum Abschlüsse gelangten Verhandlungen zwischm der Regierung und den Vertetern der Staatsangestellten wird noch mitgeteilt: Von den Vertretern der Staatsangestellten-Organisationen wurde die Erklärung abgegeben, das; sie von den Zugeständnissen öezstglich der Höhe des Vorschusses nicht befriedigt erscheinen, daß sie jedoch mit Rücksicht auf die drückende Npt der Staatsangestcllten eine Verzögerung vermeiden wollten, um die Flüssigmachung eines größeren Betrages M gegenwärtigen Zeitpunkte zu beschleunigen. Die Organisationsvertreter stellten sich auf den Standpunkt, daß es sich bei den vorgestrigen Berhandlungen lediglich um die Frage eines Vorschusses und picht m üm Lnwendnva bandelt. 21. 1921 <T!. ’ 45' Vor cunewi Streik der ZahnjschnLLLx. Das Aktionskoniitee der Zahntechniker hat in seiner gestrigen Sitzung beschlossen, dem Bundeskanzler Dr. M a y r und dem Leiter des Volksgesundhcitsamtes Dr. Helly eine Denkschrift mit den in der Massenversammlung vom Freitag den 18. d. genehmigten Forderungen zu überreichen. Sollten diese Forderungen, die in der Freigabe der Zahnextraktion gipfeln, nicht innerhalb der nächsten Tage erfüllt werden, wird die Proklamierung der Arbeitseinstellung des zahntechnischen Personals erfolgen. In der Sitzung wurde auch über die Organisation des Streiks beraten. Gleichzeitig mit der Arbeitseinstellung bei den Zahnärzten wird in sämtlichen zahntechnischen' Betrieben die Arbeit drei Tage lang ruhen. Eine Massenauffordernng an «nbekannte Tabakeigentümer. Ans einer soeben verlautbarlen Massenaufforderung der Wiener Finanzbezirksdirektion, die an unbekannte „Tabakeigentümer" gerichtet ist und mehr als 30 Fälle von Beschlagnahmen umfaßt, geht die geradezu unheimliche Ausdehnung des Rauchwarenschmu g g e l s hervor. Die beschlagnahmten Mengen — auf Grund de- Massenediktes Hunderte von Kilogramm Tabak, ferner etwa 4000 Tabakpäckchcn, zahlreiche Zigarren und zirka 100.000 zumeist bessere ärarische Zigaretten — repräsentieren heute im Schleichhandel einen Millionenwert. * Z«r Verhaftung des Kommunisten Baral. Wie bo richtet wurde am 14. d. M, V, 9 Itbr vormittags im Hotel Wimbergrr vom Hotelbrigade-Kriminalinspektor Zeck cin Mann zur AuSweisleistung angchalten. der dort mit seiner angeblichen Gattin Irene seit dem 6. d. M. unier dem Namen ..Dr. Stephan Z a w a d s k y* gewohnt hatte und gemeldet war. Er »var nämlich nur »m Besitze eines auf seinen Namen lauteten Rcisevasses und hatte für seineangebliche Gattin keine Ausweispavicre. Da ihm der Mann bcdenklrch vorkam, nahm Inspektor Zeck eine Durchsuchung seiner Sachen vor und fand einen scharfgeladenen Revolver, einen -Totschläger" nnd im Kosser. verstecht 1.100.00V österreichische Kronen und 8,835.000 polnische Mark, dann erwa 300 Bücher, größlenteilS kommunistischen Inhalts. Inspektor Zeck beschlagnahmte Geld »nd Waffen nnd forderte den angeblichen Zawadiky aut, ihm zum Amte zu folg«. Der Verdächtige versuchte, dm Kr-mmalbeamtm zu bestecken. , indem er ihm m zudringlicher Weise K 20.000 einhändigre und ihn noch bat, dafür von jeder weiteren Amtsbandlung abzusehen. Das war erst recht Grund für Inspektor Zeck, den Mann samt seinen Sachen dem Sicherheitsbuceau zu überstellen. Er gab bei seiner Einvernahme zu, der am 3. Mai 1695 zu Lemberg geborene Journalist Arnold Baral zu sein. Er wrll am 8. d. M. aus Berltn nach Wien gekommm sein. Das belchlagnabmtr Geld will er von Berlin hieher gebracht haben. Er bat es angeblich von seinem Bruder Heinrich Baral, der in Lembe'g, Zitadcly wohnt, erhalten. Frau Baral, die auch in Verwahrung2-> bast gmommen wurde, gab an, vor acht Tagen aus Lemberg in die Tschecho-Slowaker geflüchtet zu sein und von dort am 12. d. M. nach Wien gekommen zp sein. Da ihr ein strafbarer Tatbestand nicht nackgewiesen »verdm konnte, würde sie zur Abschaffung drm Polizeigefangenhaüs überstellt. Arnold Baral wurde wegen versuchter Verleitung zum Mißbrauch der Amtsgewalt. Falschmeldung und Uebrrtrelung des Waffenpatents dem Landesgericht eingeliefert. Bezüglich der Herkunft des beschlagnahmten Geldes wurde die Korrespondenz mit der Polizeidirrkiion Lemberg eingeleitet. Gleichzeitig wurde d'e Fm rnzbezirksdircklion wegen Einleitung der Grfälls-PolizeisirasamtShandlung in KmntuiS gesetzt- Frau Baral wurde der Echnbhaft zugeführc. * Giu falsches polizeiliche» Sitteuzeugui«. Der vor kurzer Zeit aus Pol« zugereiste 17iährige Schneiderlehrling Ephraim Kurtzmann, H., Große Mohrengaffe 18 im Hotel Llopd wohnhaft, überreichte am 13. d. M. beim hiesigen amerikanischen Konsulat zur Erlangung eines Rersevaßvffums ein SittenzeugniS der Wiener Polizcidirektion, das sich als gefälscht erwieS. Kurvman« und lein Freund, der SOjahriae 5ttmstfchloffrr Ehajim Bialek ans Lodz, II., Große Schiffgaffe 20 wohnhaft, der vor dem Gebäude deS Konsulats wartete, wurde» zum Amte gestellt. Hier gab Kurtzmann an. daß Bialek daS SittenzeugniS besorgt hat. was dieser aber in Abrede stellt. Beide worden heute wegen Verdachtes der Urkunden)8lschung dem LaudeSgericht emgel,eiert. * Nachschau iu Gtuudeuhotel». Freitag abends nutz GamStag früh haben Krrminalbeamre des SittenamieS in StnndenbotelS im H, Bezirk Nachschau gehalten. ES wurde» 10 Mädchen aufgegrlff«, von denen 8 geschlechtSkrauk warm. * Lov hei einem Festmahl Der 63jährige Gebäudeverwalter Gustav O v l a 1, H., Rotensterngaffe 12 wohnhaft, . wurde gestern um 2 Uhr nachmittags bei einem Festmahl. daS i« Hotel Metrvvole flattfand, vom Schlage gerührt und. stürzte tot zusammen. Er war hersierdend. * Pelzviebstahl. Am 18. b. M. abends wurde« anS. drr Wobuuug des Gmil Poppet, Ul.. Löwengaste S, ein Pelz aus schwarzem Kammgarn m»t Gealblsamkragen und e»n Pelz aus schwarzem Mantelmch «lt Kaninfütter und schwarzem Oltrrkragm, L 100.000 wert, entwendet. * Zechgelage bet« Friseur. Der in der Barawitzkagaffs Nr.'8 etablierte Friseur Anton Bürger wurde von Organen deS KommistanatS Döbling zweimal beanständet und pnge« zeigst^ weil er in seinem Geschäft einmal bis 4 Uhr, eist anderes Mal bis h a l b 5 U h r - f r ü h Gäste bewirtete, die sich dort bei Musik und Tanz zum Aergernts der Nachbarschaft unterhielten. ES handelte sich zumeist um Gäste» dt« nach der gesetzlichen Sperrstunde der Gast- und Kaffeehäuser den Friseurladen aufsuchten. Bürger wurde am 19. d. M. mit 5000 Kronen Geldstrafe oder sieben Tagen Ainxst bestraft, wobei ihm angedroht wurde, daß ihm im Wiederholungsfälle sein Betrieb ^sperrt würde. * GelVststellnag eines Defraudanten. Der zwanzigjährige Lomptoirist Leon G., Wallensteinstraße wohnhaft, der wegen Veruntreuung eines am 13. v. M. für die Firma Leopold Wilhelm, 2. Beg., Rotenfterngaste 21, einkafsierte« Betrages von 200.000 Krönest verfolgt wurde, stellte fich selbst b«r Polizeibehörde. Er hat das Geld in der brr-« Zeit »oüstSudig ausgebrannt.