Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- Heft 745 (21.2.1921)
- Date
- 1921-02-21
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Jahrgang Die premrMeii Caiutesswableii RLederlage der Unabhängigen nnd der Demokraten. — Die MehrheLLssoziaiiste« behaupten ihren Besitzstand. — Stärkung der aAdeutschen Chauvinisten. Das deutsche MiMonenÄPßZiL/ B e r l L n, 21. Februar. (Privat.) Nach Brütter. Meldungen betrügt das Defizit Dev.LfchLands für das NschimrrgHjahr 1920 mehr UM ashtzia Milliarden Mark. Berlin» 21. Februar. Wegen des unübersichtliche» Listenwahlsystems kann bis jetzt ein klarer Aeberblick über das Ergebnis der Landtagswahlen noch nicht gegeben werden. Doch lassen die bisher bekanntgewordenen Ergebnisse schon gewisse Schlutzfolgerungen zu. Auf der Linken haben die Unabhängigen im Vergleich zn den Neichstagswahlen vom 0. Juni eine erhebliche Einbnsze an Stimmen ergebe«. Sie haben nach rechts und nach links Stimmen verloren, und zwar, wie es jetzt scheint, nach rechts erheblich mehr als nach links. Die Mehrheit Sjozialisten haben in einzelnen Bezirken sehr stark gewonnen. Die Kommunisten werden höchstens dis Stimmen und die Mandatszahl erhalten, die den Anabhäugigen vor zwei Jahren bei d:n Wahlen zur Landesversammlung beschieden war. Ein ähnlicher Ruck nach rechts wie bei der Linken hat sich innerhalb der Rechten vollzogen. Die Deutsche Bolkspartei hat ihren Reichstags«» ah lerfolg nicht b eh a u p t e n könne», sondern nach rechts Stimmen, abgegeben. Das Zentrum hat sich auf seiner alten Höhe gehalten. Die Demokrare« haben ein wenig' «»' StimMre« eingdbÄW dÄch M Mr Verlust nicht so groß, wie er besllvcs'tet wurde. In einigen Wahlkreisen haben die Demokraten sogar gewonnen. Aeberra chend gut schneidet die Deutsche Wirtschaftspartei ab. Berlin, 20. Februar. Bis y212 Ahr nachts wurden gezahlt: Demschnationale 168.696, Deutsche Bolkspartei 86.979. Zentrum 22.830, Mehrhsitsfosialisten 133.240, Demokraten 41.941, Anabhängige 126.900, Kommunisten 71624, Anhänger der Wirtschaftspartei 27.307. Somit erscheinen gewählt: Die Deutschuationalen Hergt und -Kaufmann, die Anhänger der Deutschen Volks-- Partei Garmich und Dr. Wolf, die Mehrheitssoziarrsten H i r s ch, L ü d e m a n n und Heller, die Anabhängigen L e i b, Liebknecht und Maier, der. Demokrat Fi s ch b e d und der Kommunist Adolf H o f sma un. i Berlin, 21. Februar. Vis 5 Uhr früh waren 43 Wahlergebnisse bekannt. Danach waren gewählt & Deutschnationale, 7; von der Deutschen Volkspartei, 6 vom Zentrum» 2 Demokraten. 1 Welfe, 19 Mehrheilssozialisten. 3 Unabhängige. 4 Kommunisten und 1 Wirtschastsparteiler. Wiedergewählt sind von den Demokraten: Staatsminister Oes er, Professor Lauscher. von den Mehlheilssozialisten Saalsminister Hirsch, Finanzminister Lüdemann, von den Kommunisten Adolf Hoffmann. Neugewählt sind von den Deutschnationalen Staats- Minister Hergt, von der Deutschen Volkspartei Dr. v. Kamp l, v. E y n e r n, Oberpräsidcnt vi N i ch t e r, von den Mehrheilssozialisten Redakteur Kuttner, von den Unabhängigen Rechtsanwalt Liebknecht und Stadtverordneter Dr. W e y L Berlin, 21. Februar. (Tek-Kömp.) Die bis g-gen 6 Uhr myrgens vorliegenden, weist unvollständHen, teils aber schon endgültigen Wahlergebnisse mi den ,23 Wahlkreisen brachten , eine Stimmen« otebe von insgesamt 6.817.878 Stimmen. Davon eiszielten die De u t s ch n a L io na len 1,076.458, die D e u r sch e B o l lr s Partei l;163;67l, das Z e stm ö m 803.929; die Dem o,k r a t e n 534.490, vis M »ch r h e i t s s o zia l isten '2,015.789, die ll n o d H S a fl i g r n 503.703. die K ommun isten 589.679 und die M i t t e l st a n d - p a r t e i 130.154 Stirn men.' Hiezu kommen noch 50.000 Stimmen, von drnrrr 8703 M§ die Wrlrr». der Rest aus die Schleswig-Holsteinsche Partei, die Polen und andere kleine Parteien entfallen. Nach den bisherigen Ergebnissen dürste sich der preußische Landtag aus 171 Abgeordneten zusammenfehen, welche Zahl sich noch erheblich vermehren wird, keinesfalls aber dürste der neue Landtag wie bisher 340 Abgeordnete zählen. Nach dem vorläufigen Resultat ist die stärkste Partei mit 50 Mandaten die der M e h r h e i t s s o z i a l i st e n. die auch im alten Landtag mit 112 Sitzen an der Spitze marschierten. Die früher zweitstärkste Partei, das Zentrum mit 78 Sitzen, hat vorläufig einen Besitzstand von 26 Abgeordneten erreicht. Die Deutschnationalen haben im Neuen Landtag bisher 27 (gegen früher 44) Mandate, die Deutsche Bolkspartei 29 (gegen früher 16) erreicht. Erhebliche Verluste werden zweifellos die Demokraten erleiden, die bisher mit 61 Abgeordneten die dritte Stelle innehatten. Zurzeit brachten sie bloß 13 Mandate auf. Die Unabhängigen erhalten vorläufig 13. die Kommunisten 15, die Mittelstandspartei 3 Mandate. Die Welfen brachten 1 Abgeordneten durch, dürsten aber noch einen weiteren Sitz erringen und damit ihren Besitzstand wahren., - Berlin» 21. Februar- Äptveit. Kommentare, der Berliner Presse vorliegen, .stell.cn diese übereinstimmend :^einen. -der S. P. D.,-^ einen' / ^cheWcheN^Brnüst^ der Unabhängigen und eine ungefähre Wahrutrg des Besitzstandes der Parteien der Mitte fest Berlin, 20. Februar. Die „Kreuzzeitung" ist heute zum ersten Male wieder mit der früheren Umschrift: ..Bor, wärtS mit Gott für König uud Vaterland" erschiene«. Graf Westarp legt im Leitartikel die Süßeren Gründe dar, aus dxnen seinerzeit der Wahlspruch wegge» lassen wurde, und weist auf die Haltung deS Blattes als schärfste» Gegner der Revotution hin. Der'Artikel schließt mit dem Versprechens daß das Blatt für die Interesse«, die eS bisher unbeirrt vertrete» habe, auch weiterhin eintrete» werde. i Die Wahlen In den HansastKdten. Bremen» 20. Februar. (Wolff.) Bei den heutigm; Bürgerschastswahlen erhielten dieDeutfchnalionaleVolkspartei 9321 Stimmen, die Deutsche "Volkspartei 36.976 Stimmen, das Zentrum 3552, die Sozialdemokraten 35.201, die Deutschdemokraten 27.201, die Unabhängigen 34.078, die Kommunisten 11.114, die Berussständische Liste 5378 Stimmen. Einige Bezirke stehen noch aus. , Hamburg, 20. Februar. Das Ergebnis der Wählen zur Hamburger Bürgerschaft ist nach den bisher vorliegenden Nachrichten so, daß eine d e m ok r ä t i s ch - s o z i a! i sti s ch e Mehrheit gesichert ist Die Kommunisten haben bedeutend an Stimmen verloren, während. Deutschnotionale und Deutsche Volkspartei ihre Slimmenzahl verbessert haben. Die Wahle« in vstprentzen. Königsberg, 20. Februar. In Ostpreußen fanden heute Wahlen in drei bis vier Vertretungskörper statt. In den Städten wird zum Reichstag, zum Landtag und zum Pryvinziallandtag, auf. dem Lande außerdem noch zu den Kreistagen gewählt. Die Wahl- Propaganda war in den letzten Tagen überall außerordentlich rege. Die Ergebnisie aus den einzelnen Wahlkreisen laufen infolge des umständlichen Zählungsaktes nur langsam ein. In Königsberg sind die Wahlen völlig ruhig verlaufen. Soivert sich aus den iöis Mitleknacht vorliegenden Ergebnissen ersehen läßt, haben die R e ch 1 s p art ei>n ein er se i 1 s und die K o mmunist eit and er erf eits namentlich in den Städten einen erh edlichen Stimmenzuwachs zu verzeichnen. In Königsberg hat besonders die Deutsche Bolkspartei eine« StimmenLUwachs ersahren.; Das polnisch-französische f&Mutmmett.. Paris. 20. Februar. (Havas.> „Petit Parisien" will wissen, daß die Zahl der französisch-polnischen Abkommen, deren Abschluß Briand gestern der Presse mitgeteilt hat. drei betrügt. Das polnische Abkommen: Die Hauptsache bei dieser Verständigung ist/ eine Erweiterung der Erklärungerr» die die beiden Regierungen am Schlüsse des Besuches des Marschalls Pilfudski veröffentlichten und den folgenden Wortlaut hatten: Die Regierungen von Frankreich und Polen, die in gleicher Weife besorgt sind, ihre Sicherheit und den Frieden Eurnpas zu wahren, haben erneut die Gemeinsamkeit der Interessen erkannt, die die beiden befreundeten Länder vereinigen. Sie bestätigen daher einmütig von neuem den festen Willen, Hand in Hand zu gehen und diesem Zwecke ihre enge Verbindung zur Wahrundieser höchsten Interessen jederzeit aufrechtzuerhalterr.^ Infolgedessen gibt das jetzige Abkommen den Entschluß der beiden Länder wieder, sich gegenseitig zwecks der gemeinsam unterschriebenen Vertrage Unterstützung zu gewähren. Andererseits sieht das Abkommen vor. daß füc den Fall, als Polen von Osten oder von Westen her angegriffen werden sollte. Frankreich ihm in der Weise; zu Hilfe kommen würde, daß . ihm Kriegsmaterial würde, daß aber jede Entsendung von Truppen aus-, geschloffen fein:soll. 'Polen seinerseits verpflichtet sich, die französische- Militärmissivn wieder erstehen zu laffen und seinem Heere eine stärkere Organisation zu geben. Es handelt sich: mit anderen Worten nur darum»^ die militärische Zusammenarbeit zwischen Frankreich und Polen endgültig zu regeln, die die Umstände etwa nötig machen könnten, so wie es im vergangenen Sommer beim Vormarsch der Roten Truppen auf Warschau der Fall war. 2. Allgemeines Wirtschaftsabkommen. Dieses Ab-: kommen betrifft die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Polen und Frankreich und regelt die Tarifsragen und den Güteraustausch. j 3. Abkommen über Petroleum. Dieses betrifft die Petroleumvorkvmmen in Galizien und sieht die Errichtung polnisch-französischer Unternehmungen zwecks Ausbeutung dieses Petroleumoorkommens vor. Polnisch-tschechische Annäherungsversuche. Prag, 2V. F^ruar. Dir Drünncr .AdovS Nov'mhl mrlden, daß in Warschau daS dalvisie E'ntteffcn rinei Abordnung der tschechischen Parlamentarier erwartet weide, die Brzieliunae» mit den verwandten polnischen Parüien anknüpfen sollen. De« tschechische Sozialdemokrat Dr. W i n t e r. der zum PartertaA der polnischen Eoz-aldemokiaten nach Warschan acsalncn s«.' wolle sich, dort über den Standpunkt der Parte, DaschnikiS infsw mieten und die Anschauungen der tschechischen Sonaldemokratie verdolmet'chen, au» welch« Wtise eme tschechüch-polnische Amtähe». ,ung erzielt wer len sönnte. Auch der Führer der tschechischen Agrarier S v r h l a soll nach Warschau tersen, um mit der Patte, WitoS' in Verbindung zu treten. Die polnische SozialistenabordNÄMg in Wien. Warschau» 20. Februar. (Poln. Tel-Ag.) Wis die Blätter melden, haben sich die Abgeordneten S z ft p in s Ki, Dr. Diamant undNiedzia k o w s k i zwecks Einholung von Informationen zur Internationalen sozialistischen Konferenz nach Wien oegeben. . . Die Apheiterschaft Palöstinas und de« Keren Hajessod.! Iervfalem, 18. Februar. (JüH. Korr.-Bnr.) DaS Exekütip's komkee des Hapsrl Hazair «yd der Zrirn Zion bicli m Jaffa eine Sitzung ad. der auch dir gegenwärtig, m Palastiua we>lrndey einopSischea Vertreter dreier Pguereie mt»m paua. Es wurde