Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- Heft 745 (21.2.1921)
- Date
- 1921-02-21
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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9&T35 /Men, MNNH' ©Wettet N. Februar 1821 Seide » * Streik in de» GrotzwSsihereten. Nachdem sich iu den!HauSwäschereien — den ftgenarmten Kilowäschereien — daS UrbeitLperfonal schon seit Wochen wegen Lohnforderungen im Ausstand befindet, haben auch die Bediensteten der Groß. Wäschereien für Hotel, und M-ietwäsche wegen Nichtbewillrgung einer Lohnerhöhung die Arbeit eingestellt. Die Unrer- «ehmerschast steht auf dem Standpunkt, eine Lohnerhöhung nicht bewilligen zu können, da sich die Regien durch Kohlen-, Strom- und Gaspveiserhohungen ohnehin enorm erhöhten und die Löhne seit t November 1920 um mehr als 120 Prozent erhöht wurden« # Kraitke Kindes nach dem Süden. Die Abteilung Wien des American Joint Dlfiftbution Commitlee hat bereits wiederholt Transporte von, lupus-, knocher,tuberkulöse" und rachitiskranken Kindern an das Adriatffcke Meer, und zwa* nach Tnefi und in die Sanatorien in Bal dDltra und San Pelagio behufs Behebung, bezw. Linderung der für die Kinder so furchtbaren Leiden entsendet. In den meisten Fällen wurden zufolge der Einwirkung der Sonne, durch das Baden im Meer und die gute ärztliche Behandlung und Pflege, sehr günstige Resultate erzielt, indem ei» Teil der Kinder vollkommen geheilt, der andere Teil mit einer wesentlichen Besserung zurückkehltc. Die Kinder werden auf Kosten der Wiener Abteilung mehrere Monate im Sanatorium gehalten. Diesen Kindertransporten w,rd jeweils eine entsprechende Anzahl von Fürsorgerinnen, eine Krankenschwester und ein Arzt beigestellt und die erforderlichen Lebensmutelmengen für den Weg mitgegeben. Auch am 16. Februar 19 21 abends wurde von der Abteilnng Wien des American Joint Distribution Committee ein solcher Transport, diesmal nach San Pelagio abgefchickt. Mit den Kindern verbleibt im Sanatorium eine Flirlorgeschweficr der Abteilung Wim des America» Joint Distribution Committee, welche die Anstaflspflegerinum bei der Behandlung der von der Abteilung Wien deS American Joint Distribution Committee entsendeten Müder unterstützt und für die Kinder aus den ihr zur Verfügung gestellten Mitteln Sonderzuwendungen macht, so daß der Wartung der bedauernswerten kleinen Schützlinge der Abteilung Wien des American Joint Distribution Committee auf diese Weise erhöhte Aufmerksamkeit geschenkt wird.! ,* Da» grostr Fest dev Kriminalbeamte«. Wie berichtet, veranstalten die Wiener Kriminalbeamten zugunstm ihrer Witwen und Waisen unter dem Protektorate des Polizeipräsidenten Schober am 24. d. M. m Weigls .Dreherpark" ein großes Fest. Das Fest wird die spezifisch wienerische Note tragm. Ein Prolog auS der Feder des Dramaturgen Heinrich Glück-mann, gesprochen von Viktor Kutschers, ei öffnete um 6Uhr das Fest. Dann folgen Vorträge erster Kunstkräste. wie Lotte Witt. Käthe Rantzau. Grete Sedlrtz. Grete Forst, Jda Rußka, Gabriele Krenn-Modl. FranzHöbling. Fritz Schrödter, Waldhorriquinlett Siiegler, Allwiener Kammermuslkanartett. Rudolf Händler, Josef König, Karl Melzer. Eugen Patzer-Eichhorn. Im Antonius-Saale wird ein vollständiges Danstsprogrrmm mit Mayer-Walter, Karl Hausen Mlmi Marlow, Max Forint, Lotte Neumann. Oskar Röttrg. rr‘m tc ^0 Potlfavs usw. geboten. Ziehrer wird die Kapelle der Wrenev Sicherheitsbeämten dirigiere». Dann wirken noch die Kapelle der Wrener Kriminalbeamten und das Wiener Volksquartet «Bohöme" «it. Dubois änangiert dm Tanz. , E Dolk»btld«»s»ha»« Wiener Urania, W i e tr k *• aewarrdte Psychologie, ^s vortrSgö.) Prof. Dr. Oswald R o s s i. Beginn: Montag, 28. d. /,6 Uhr, Klubsaal. — DasLandschaftstoÜÄ HJm 5 * * l. (Zwölf Vorträge.) Beginn: Mittwoch, 23. d. M, 7*8 Uhr, KurSsaal. — Weltunter- 6^5 "6 ö r me t o d. Prof. Dr. Hermann Ungar. Montag. 28. d. M» 7,6 Uhr, Kurssaal. — Kleinasie«, dlttdealied der Weltwirtschaft und Weltkultnr. Ing. FulmS Ster»- * ß- Samstag, 2*. b. JR 7,8 Ubr, Kurssaal. - IL6f V ® ckw ö«rn r«K r Helmat. Borgetragm vom Dr. Walter Renwirth. Sonntag 27. d. M.. ~7*~ c$! iche Märchen, Abentrurromane und Liebesgeschichteu. (Sechs Vorträge.) Dr. Gertrud Herzog. Bemnn: Mittwoch. 2S. d. M^. 7.6 Uhr, Klub'aal. - DaS Jnndre der Erde. <L.) (Viör Vorträge.) Unlv.-Doz. Dr. Hermann T e r t s ch. Freitag, 2b. d. M., 7,6 Uhr, Kmssaal. . * DieuStag de« 22. d. M., Mittwoch de» 28. fit bc« nachmittags gelangen auS hochhrnfchaffllchem Besitz stammende Möbel «nd Perferteppiche, Bronzen. Porzellan- und Glosservices usw. ,m Auktionshaus m nA■ 11' k^?o^.^^chgasse 8, Parterre, zur Verstcigerung. «L'Sung daselbst heute brs b Uhr, Straßenbahnlinien 6, 13, bl UNd 68. SLerrerfragekafterr. , v . Ungarischer Stmttsvüvger. 1. Daß Sie Ausländer find, o.efterr Sie noch nicht von der Einkommensteuer, wenn Sie m Inland einen ordentlichen Wohnsitz haben. Da Sie in LYM tat dem Jahre 1918 eine ständige Wohnung halten, tn Familie untergebracht ist und in der Sre sich Zeitlang aushalten, sind Sie in Oesterreich vrnkommensteuerpflichtig, auchwenu Sie sich den größten WWAayd-...Mtnd«t. L Dir Sie sich ' -Whr^.v'l.s.18 Oestepreüh aufhalten, unter» Wey: Sw .-her, SstqWMschen? '.KernLögenSdbgalSe nur von MW ln. Oesterreich gebnrldenen B«wmögen, falls Sie solches hKiOLil. -7- Amnestie, Sie können natürlich jeden beliebigen W?agayfd^WDnS-ensaSsabv vorüuszahM/ Wenk Sie dre Vorauszahlung bis L8. d. Mi. leisten und außerdem bis zumsUpxü d. I. -Ihr. BekenntnÄ überreichou, so wird Mitteilmge« ans dem Publikum. Ihnen der vor tzsMn».^ nriiroesterts k'NlitrriL zu im geitSabssäbe rm-,Melden Sch eir B ESSLILßNTSM, PerlöM, Gold, Silhar,u,Uhren kt«ili und T«rkaaft 77» ETTEß Rotentnsrsnstr. 23, Karialvllfer*tr. 98 Mk Betrag. um S0«- P«zent höher M^erhMn Sie jedoch nur, Henn l der Mgabe> die Sie nach Ihrem st-, vvMsgMW, habe». Sie^ «wstär irt,.-was Siek überhaupt an^Verhaven werden. — Terror Schnmck, Mr tze-aust . . .-lück, vher für -aS Paqr Dhrgehänga M-'k MhNj,M'.HA>SsKwne«^ Vezahtk'hirtzeri/ ist der Schmuck er mehr gekostet, st» ist für die s&r'rf'Ju" 19^° «taMbtznb; wenn MÄjBKWcksMpMMen' Stücke zusammen mehr als Kronen-wert--find, -so ist der Mehrbetrag abgavepsuci>trg. — ErwerSstene^ AeM Sie nur zeitweise vyrwÄsiehe,id 'MMtzrrekd5^MMMffe^chrzukaufsr, und ,w. zur HwMAna ausMhÄn, tnd Sie hT' -N. H- Sie erhqttv» i R .für pi Hou-halinnaen, das Sie für jede HauSgehilsin svrtla mmlMichM StmisÄhzagsS> >d^ jÄwch 'mrf Gru^eÄ Drittel/« kürzen ist. mc .Beutertung t^e Waturawezüge ist rwch nuht erschienen. In Ihrem Falle können Sie die Naturalvezuge ,iut ungefähr 800 Kroiven monatlich einschähen. Die Steuerabzüge jpch vierteljährig abznjührM. — Lskünnl Lsriosen KSuksr Mi- Brillanten, PerSen iuwel-EdelsteSnhSndlop Babinowitsoh Juwelier mm I. IV!axImifian3tra83e 5 (heisst jetzt Mahlerrtr.), Tel. 8541 II. Stephaniestrasse 3, nur Nr.3, im eigenen Hanse. Tel. 45146 freitagsUhr«.Stmcta&geKhios«en. Hören Sie auch unsere Preise Der Gewinn auS dem Derkanf von Aktien, den Sie 'jetzt vorn-shmen wollen, wird als steuerpflichtiges Einkommen behandelt werden, auch wenn Sie die Aktzen geerbt haben. Als ©ittfotnmert gilt die Differenz Zwischen dem Wert, der bei Bemessung der Erbgebühr angenommen wurde, und dem Verkaufspreis. Falls Sie aber eine Vorauszahlung auf die Vermögensabgabe bis 28. d. M. leisten, wird dieser Betrag vom Gewinn abgerechnet. — Robert G. Da Sie über 60 Jahre alt sind, find Sie vott der Vermögensabgabe befreit, wenn Ihr abgabepflichtiges Neinvermögen 66.000 Kronen nicht übersteigt. Beträgt es mehr, so sind nur 30.000 Kvcmen abgabesrei, doch können Sie im Bekenntnis beantragen, daß ein werterer Betrag, jedoch höchstens 35.000 dorren, ausgeschieden werde, falls Ihr Reinvermogen 230.000 Kronen nicht übersteigt. _ Briefkasten der Pedaktian. O. Hammer. Wir empfehlen Ihnen, selbst Informationen an mehr er en Stellen rinzuholen: Norddeutscher Lloyd, Kärntnerring, Lompsguis Sensralo Ti-ausaUantiq»e. Holländischer Aoyd ist für Zwischendeck nicht zu empfehlen. Apotheker. Ihre Auflage ist bereits beantwortet worden. Wir kaffen nochmals nachsrhen und geben Ihnen dann Auskunft. — Unser „Briefkasten" erscheint jeweilig in unserer Montagnummer. Bühne und Kunst. Konzerte. In einem Briefs an feinen Vater nennt Derlioz fein Requiem das größte musikalische Werk, das jemals geschrieben worden 'ist. In einem anderen Briefe berichtet er über den Augenblick, da bei der Erstaufführung das »Tuba minim" bei den vier Blechorchestern losbrach: Der Schrecken dieses jüngsten Gerichtes ließe sich nicht schildern, einer der Choristen hatte einen Nervencmfall erlitten. Auch heute noch, da große Bläserchore einen Choristen nicht mehr so leicht m Verwirrung bringen, übt das Requiem, dessen Höhepunkt allerdings mit dem »Dies irae" frühzeitig erreicht ist, seine gewaltige Wirkung. — Eine vollendete Aufführung dieses Riesenwerkes erfordert langwierige Proben, z« denen weder der unermüdliche Direktor Schalk noch daS übermüdete Symphouieorchester die nötige Zeit haben. Immerhin waren der Chor des Singvereins und alle anderen Mitwirken» de« mit Feuereifer bei der Sache und ein großer Erfolg blieb nicht aus. Während im Berlioz-Requiem die Bläserorchester nur gekegentlich an Höhepunkten in Aktion treten, ist in den Werken des bisher unbekannten Komponisten Ignaz Herbst der Chor der Posaunen in Permanenz erklärt. Herbst bringt nicht die Schrecken des jüngsten Gerichtes, sondern nur eine phantastische Einleitung zur religiösen Oper «Die Sündklut" und eine „Böcklin-Symphonie"; gleichwohl find alle Schrecke« der Hölle losgelassen, und es fehlte nicht viel, so hätte der ahnungslose Zuhörer in diesem wüsten Lärm gleich dem Choristen im Berlioz-Requiem einen Nervenschock erlitten. In diesem Schall und Rauch geht die überaus dürftige Erfindung völlig unter, gleich den ungläubigen Menschen zur Zeit der Sündflut. Mer auch die Orchesterlieder von Herbst, wie .Die blauen Veilchen" oder «Maienwind", werden von Blechbläserklängen umworben und die schöne Tenorstimme des Herrn Boruteau war nicht imstande, dieses Dickicht zn durchdringeu. Zur Propagierung der Werke dieses Neutöners wurde eine «Gesellschaft zur Förderung Ignaz Herbstscher Musik" gegründet und das auf zirka hundert Musiker verstärkte. Shmphonieorchefter zur Aufführung herangezogen. Herbst selbst dirigierte und seine Schöpfungen eines zügellosen Dilettantismus wurden mit stürmischem Beifall bedacht. Weit erfreulicher ,war die Bekanntschaft mit neuen schwedischen Orchesterwerken, die durch ein Konzert de- Philharmonischen Orchesters unter der ausgezeichneten Leitung de-;Stockholmqr,Dirigenten Kurt Atterberg vermittelt wurde. Das spezifisch Nordische in den aufgeführten Kompositionen von Kurt Artvrbevg und Titre Rangström ist nicht öhnetveitets - lvckennbar. Ab und . zu begegnen wkr Wendungen, die nordifchen Volksliedern entnommen seist könnten; tm übrigeN ist dev Einfluß der neudeutschen Nusik» kultnr vocherrschend^ PeLe bestW'^.MsHntjHis- Technik- und hühsche ÄstfLlle. RangstrSm scheint! mGr .ftchrech sich und verträumt M fein, Atterkerg glänzendere Form nab AuSdruckSrstittÄ zu besitzen. In RanHrömS «Elegisch^ feinte" ist im «Preludto visiöstaris^ der fromm« Blick nach aufwärts' gerichtet, , in der «Canzonetta makinconia" ertönt weicher, schwermütiger Gesang, in der «Gigg .stmtastica" scheinen Trolle und Kobolde ihr Wesest zu treiben^ Auch dem Vorspiel zur Oper «Herwavth der-Harftiev" von Mep« bertz dürften märchenhafte Elemente gugrurche Kegen, ^n seimrv feympihpnie dominiert das. .Heldenlebenp M? .frischer Zug. der keine Zeit, M MPelsM: lM^ geh^ huMdaA. Mech. letzte« Satze, wßnst fiH. d^5HksD^«MlpWmlWe H s .bärdrn, werde« die 'Gestalten bet nordischen Götter, Helden «Nb WunschMbchen lebendig. Aus München, wo unlängst die Uraufführung von Malter. BrapnMS' .««ex Oper »Die Vögel" tzattflmd, hat Bruno Walter das Vorspiel und den Prolog dies«» chriflÜ phantastischen Spieles mitgebracht. In dem bunten Ge«! schwirre deS Vorspieles tönen die verschiedenen Dogelstimm«^ überaus reizvoll ineinander und die Münchener Nachtiga^ Maria Jvogün mit ihrer glockenhellen, selten reinen,, innigen und leichten Zierstimme war im Prolog die geeignestp Verkörperung einer Vogelstimme. Von diesem Reiche der Böget! gleiten die- Gedanken von selbst zu Gustav Mahler, der, wia> trat wenige Künstler, die Natur belauscht hat. Die Wsllr entrücktheit und die himmlischen Freuden seiner «Vierten Symphonie" können nicht anmutiger und liebenSwürdigev. klingen als unter Walters Orchesterführung. Daß Mahler auch ohne «Tradition" seine Schönheit, seinen inneren Werst und seine Wirkung Leibehält, hat Richard Strauß bewiesen, als er voriges Jahr die «Vierte Symphonie" ganz einfach^ und geradlinig, ohne die für Mahlers Anschauungen charakteristischen agogischen Verschiebungen, brachte und doch ein vollendetes Kunstwerk nachschuf; immerhin dürfte B.-uno Walter der treueste und verständigste Hüter der Mahlecschctt Tradition sein. Den vieilen Mahler-Dirigenten hat sich nun auch Doktor HanS Pleß mit einer Aufführung der zweiten Shmpho rie zugefellt. Der tüchtige Musiker gab sich alle Mühe, in die Tiefen dieses Werkes einzudringen, doch gebricht es ihm vorläufig an der Kraft, um das, was er bei Dlahler innerlich erschaut hat, auch Lutzerilich nachzugeftalten. Bei der Wiedergabe gab es wohl verschiedene interessante Einzelheiten, doch fehlte die kraftvolle ülbevsichtliche Zusammenfassung un» so wollte sich auch die Gefamtwivkung nicht vinftellen. Ein neuer Dirigent, der sich mit Geschick und Ge. schmack auch in hiftorifche Werke einKuleben versieht, ist Edoqrdo Gra nesli. Eine Suite von Muftat und «in Konzert von Vivaldr wußte der Maestro mit blühendem Leben zu erfüllen und cm dem Erfolge Helge LindbergS hatte er durch seine vorzügliche Orchesterführung lebhaften Ante^. Lindberg, der sich so rasch die Heiden der Wienevnmen erobert hat, verblüfft immer wieder durch die Lange seines! ' Atems, durch seine Passagentechnik und die Haltung deD- ToneS. Sem Gesang scheint sich der Wiener Lust angepstzt zu haben und sein Organ, das in den »Ernsten Gesängen'* von Brahms durch die Schwere und Wuchtigkeit des Ausdrucks überraschte, klingt lange nicht mehr so rauh und wie vor wenigen Monaten. Das Streichquartett F-Dur Volt Dr. Anton G a ts ch a« dessen Uraufführung rm Zips-Quartett statffand, z^igt. eine gewandte Beherrschung der Form und Technik: hübsche. Meinarbeit im ersten Satze, mit aus gezogenem Gesang rm Adagio, flotte Bewegung im Scherzo, reiche Wpoechslu-ng iu: den Variationen. Während das ZipS-Oüartett noch wcML eingespielt ist und so den Intentionen Dr. Gatschas Nicht immer gerecht wurde, bestrickte das ungarische Streichquartett neuerdings durch die Klangfülle, durch Schwung und Präzision. Leider ging in den schalltötenden Dinrenfionen des großen Konzerthaussaales manche Feinheit der «italienischen Serenade" von Hugo Wolf verloren. Bei der Knappheit des zugewiesenen Raumes sei nur g«NH kurz auf omige bemerkenswerte Solisten hingewivsen. Fräulein Fxrnny Cleve, die mit ihrer vollen, warmen, in allen Registern ausgeglichenen Stimme mühelos den großem Musikvereinsfaal füllt, mochten wir gerne mtf einer Operabühne Wiedersehen. — Schöne Stimmittel hat auch Frau Olga Schaffer, die mit Kraft mld Seele Lieder von Schubert und Schumann sang. -- Frau Klara Lilien« Bloomfield, die den Mangel einer blendenden Stim::,e durch starke Geistigkeit und scharfe Charakteristik wettmackite, verdanke« wir die Bekamüschaft mit einigen russischen Gesängen. — Herr Hugo Kreisler verstand, wie immer., seinem Cello oinen schonen, vollen Ton zu entlocken, während die Technik des Künstlers nicht aus gewohnter Höhe war. — Die CeLMn Fri. Haust Fischer kämpft noch mit Ton urch Technik. Musikalffche Begabung und ernstes Streben find zweifellos vorhanden; doch hat sie sich etwas vorschnell ausiS Podium gewagt. — Claudio A r r a u hat den günstigen Eindruck seines ersten Konzerts bei wiederholtem Höven bekräftigt; durch feine Vielseitigkeit, seinen Ausdruck und seine Technik ist er eine der stärksten Begabungen der jung«»' Pvarristzengeneration. Dr. Erwin Felder. Der Hausarzt. RedigiM tzp« Dr. Sckttek Beer. Aeker HerzLrLArPfe. . Ganz plötzlich, aus schernbae völliger GesunhtzsG hetaus, wird , der Patient .von einem heftigen Her-- krampf befallen. Er empfindet unangenehmen DtrE aus der Brust, Schmerz in' der Herzgegend, der nacht verschiedenen Richtungen,, harrptsächlich gegen den linken Arm hin, ausstrahlt. Ein ungeheures Angstgefiihl, bemächtigt sich des Kranken, der das GefüW völliger Vernichtung m sich hat. Der rasch tzerbttgchmfchte Arzt findet dm Patienten in auftechtsttzerchö Stellung gebannt, die Aryle ausgestützt, schwer atmet# und stöhnend. Der Befallene steht nahe dem fünften Lebensjahrzehnt und hatte schon öfter leise Mahüuygrn von feiten seiner durch Artierientzerkalkung veröndÄrn. Blut- und Herzgeflibe. Irgendeine seelische Ausregm^, eim Verdauungsstörung, sckMere körperliche Lnstrs^ gung haben auf den geschilderten Wveren Anfall auslösend gewirkt, wenn das betreffend? Individuum M einern Herzklappenfehler oder emer HMzwusLeterkrankuttgMdet. Der, Ausall löst sich Meist ebenso rasch wie « gMWnen ist, höchst fetten wird er für daS Leb<n bedrohend., Die durch Aufregungen und Uebexünstrengungen' ausgelösten Atkaken 'wiederholen sich meist hinter« einander und werden so durch die eintretende Hertz» schwäche üMrlich. M km sMStzrOa .ÄMNWt