Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- Heft 741 (17.2.1921)
- Date
- 1921-02-17
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
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Seile 4 Men. Donneyrag Telegramme. Der Erfolg James Rothschilds in Amerika. * London, 15. Februar. (IW. Korr.-Bur.) James Rothschild ist von seiner Reise aus Amerika und Kanada zurückgekehrt. Die M:ion, die er unter der.wohlhabenden Judenschaft der Vereinigten Staaten und Kanadas für die Palästina-Aufgaben des Economieal Council durchführte, hatte bedeutenden Erfolg. Mr. Rothschild ist mit den Ergebnissen seiner Reise sehr, zufrieden. (Der Economieal Council ist der Finanzbeirat der ziionist> schen Organisation, unter dessen Aussicht der Ausbau von Erez Israel stehen soll.) . 139 litauische jüdische Städte zerstört. - Koumo,. 13. Februar. (Jüd. Korr.-Bur.) .In. einem ,Aufruf/den der Jüdische Nätionalratfür Litauen an die atne.nkanischen Juden gerichtet hat, werden 139 jüdische 'Städte angeführt, welche völlig zerstört, sind, und ohne "Hilfe des ausländischen Judentums nicht auf-! gebaut werden können. Englisches Unterhaus. Grklärun en Lloyd Georges. / London, 16. Februar. (Reuter.) In d.'r gestrigen Sitzung des Unterhauses erklärte Lloyd George, die Konferenz von Paris bedeute weder eine Revision noch ein Ausgeben des Vertrages von Versailles. In Besprechung des Vertrages von Sevres erklärte der Ministerpräsident, es sei va-s oberste Inder, fse des Britischen R.'iches und der ganzen Wett, daß im Orient und-in Zentraleuropa Frirde herx.che. U.'brigrns würden die bcitstchen Vertreter ans der Londoner Konferenz sich von d-iesem G danbeu lei.en lass.'». .Bezüglich der Vorgänge in Jrlaird sagte Lloyd George, einen Wassenstillstand werde es nicht geben, besonders jetzt, da die Smüseiner umstellt und -außerstande, seien, miteinander in Verbindung zu treten. Die Regicr'ung werde sich Pu ch die Drohung des Eiscnbahnerstceiks.nicht einschüchtern lassm. Die Kammer und das Land mögen ' Geduld haben, die Ordnung in Irland werde bald wieoo.r hergestcllt sein.- vOold C u rzon hält die allgemeine.Lage in Europa für--weit besser als vor einem/Jahre. Bezüglich Rußlands erklärt Redner, ein Krieg müßte unmöglich werden mit einem Volke, mit dem Handelsbeziehungen angeknüpst feien. Die Republik Tschita. Tschita, 16. Februar. (Havas.) Die versassungtzebende Versammlung der Republik des fernen' Ostens ist in Aiupejenheit von 651 Deputierten er-- öffnet worden. Das Schicksal von Adakaleh. Budapest, 16. Februar. Die rumänische Regierung hat »öle Privilegien der Bewohnerschaft der Donauinsel Adakaleh außer Kraft gesetzt und die Muselmanen, deren Rechte von allen Staaten respektiert worden waren, zu rumänischen Staatsbürgern deklariert. Adakaleh ist die aus dem Iokaischen Roman „Ein Goldmensch" bekannte „Niemandswsel". ln der Enge be§ Eisernen Tors. Die Insel war bei. den Beratungen des Berliner -Kongresses vom Jahve 1676 vergessen worden und gehörte nieincurdem. Tagesbericht. Vor einem Slreik dex Staatsbeamten. Ein bis Samstag defristctrs Altimatum. . Die.vrm Z'ntralve band der österreich'.-chen Staatsungestelldenve reine in die Volkohalle cinberuf'ne Versammlung, in welcher eine Kundgebung für die Wahrung des Koalstionsrechdes und für eine doppelte Erhöhung der Bezüge der Staatsangestellten ein trat, war massenhaft besucht'. Das Referat erstattete Verbandsobmann Schidl. Er kam auf die Preisabbau-Enquete zu sprechen, ln de'rtzn Verlaus es einige Vertreter von Handel und Industrie an beamtenunfreundlichen Aeüßerungen nicht fehlen ließen. Äus diesen fast gehässigen: Aeußerungen spreche ein derartiges Unverständnis für den gegenwärtigen Notstand der Staatsangestellten, daß sich diese ditz.ernste Frage vorlegen müssen, ob es sich noch länger lohne, für den Bestand einer Gesellschaftsordnung einzutreten, die anscheinend nut zwei'Klassen kennt: Eine Klasse der Verdiener und eine der Ausgebeuteten. (Zustimmung.) Hie Staatsangestellten müssen neuerlich den Weg der Lohnforderungen betreten. Aus diesem Grunde habe der Zentralverband bereits am - 1. Jänner die. Zuwendung eines Betrages von 10.000 Kronen gefordert und bei der Regierung nunmehr die Forderung nach Flüssigmachung eines Betrages von 5000 Kronen noch im Laufe -es Monats Februar vertreten. Bei der Abstimmung wurde von allen Seiten daS Verlangen nach einem befristeten Termin laut. Die Versammlung erklärte sich mit. .der Entschließung und dem Zusatz einverstanden, daß die Auszahlung der 5000 Kronen bis spätestens Samstag , zu erfolgen habe. Die Vertreter der Gewerkschaftskommission, .der Akademiker ln ''-Amtlichen.Diensten, der städtischen und der Landes- ■’ucn gaben dem Präsidium Solidaritätserklärunpen ab. Wiener Morge«Zelt««S Auf stüxynsHes Verlangen' der Dersämtzrlüng. veränstalteten die Teilnehmer, 'unter Führung der Vertreter der Ängestelltenörganisationen einen Demonskrätionszug" zum Finänzmmisterium. Der Demönstratidnszug der Staatsangestellten nahm seinen Weg über die Ringstraße, Kärntnerstraße ' und Himmelpfortgasse. Vor dem Gebäude des Finanzministeriucks wurde 'Halt gemacht. Die. aus den Vertretern der gemeinsam vorgehenden Organisationen zusammen- . gesetzte Abordnung überreichte dem Ministerialrat Doktor' Wilfling die Entschließung und erhielt die Zusicherung, daß sie dem Minister überreicht und Samstag beantwortet werden wird. Ein ZwischenfaA ans dem Wien er- Neustädter Flugfelde. Oberst »nd 5^n<7?nienr. — D v der Aus W i e n e r- N e u sta d t, '16. M., wivd.UnS berichtet: Heute ereignete sich auf dem. hiesigen Flugfeld ein .aufsehenerregender Zwischenfall, welcher beinahe zu unabsehbaren Konsequenzen" geführt hätte. Oberst,Fletch er der i interalliierten Eoncruttschen Kommission 'kam .in Begleitung des französischen .OffljierS' 'Ää-ieeS "ürid" des itälienischen Offiziers De m i seili auf daS Flugfeld, um den Stand der Zerstörungsarbeiten zu kontrollieren. Hiebei stellte der Oberst den mit der' Leitung dieser. Arbeiten bestellten Ingenieur Christian über das langsame Förtschreiten derselben zur Ne.de. Es., kam zu einer erregten Auseinandersetzung, in deren Verlaufe der Oberst dem Ingenieur Stöße in die Brust versetzte. Dann.'erfaßte er den Ingenieur, beim Kragen, schleppte ihn dürch die Flughalle, wo sich der Vorfall abspiette, - bis zur T.Üre^uiir>'"fti.eß' .ihn "zur Türe'"hrNomS. '- Der 160 Arbeiter, welche Zeugen dieses Vorfalles waren, bemächtigte sich ungeheure Erregung und sie legten zum Protest..dieses Vorgehens sofort die Arbeit nieder. Die Nachricht verbreitete sich unter den Arbeitern bi-j übrigen Flugfeldbetriebe und da' die Situativn kritisch'wurde,' begaben sich die Betriebsräte zu den E'ntcnteossiziereu und forderten von ihnen Genugtuung. Da diese verweigert wurde, versammelten sich die Arbeiter vor'der Fliegerkaserne urtb demonstrierten laut gegen die,Deleidign.ng.ihres JngxnieUrs- Gleich-' zeitig wurden alle Ausgänge besetzt und schließlich' wurden im Aufträge des englischen Obersten die Arbeiter' in " der Fliegerhälle versammelt, woselbst'er sich entschuldigte. Damit war der ZwischxUfall beendet. i Georg Mjzlka als Dieb gebvandmarht/ -Am 25.-Juti >v. I. halten, .wir mitgeteilt, daß Ka"l K ra us im seiner -„Fackel" ein Plagiat de-?-angeblichen Dich e.'SM''org--.K,u-l.t.a.--be.gan'Ken -m den, Blättern, des Bw-gth^terO^ .auf.Zedecht' hÄb.^< - Am 3O„ Juli per- , suchte des ^rcß§"sttze^.?die Fälschuug^ ahM.leu^nen„pder izu/um sche ißen.. Bor-" ' gestern-ist K-wH5a.-wie -wir'.gemeldet shaÄn/vom Gericht wegen,fLineEd:D^bstfthls,.'^ü^.10!00' A.ryjrey .Geldstrafe oder zehn Tagest Arrests/h e-'rü rifoorben; /5t hatte di^.. Jeari.-,Papste Mhasndlung. „Der Gott/.-es i LachenL". abgeHrieben und als ' seist .'.Werk a-drstcken lassen. Wasuns als ein'.Dewei's für '-ie AhnüngSlJsigke.it des Wiener literarischen Publikums, für die Frech- - heit eines D:eb.?.kerls. ustd für den Wert des Pr^ßgesetzes sehr wertvoll ist, . ... . Die VerfehlüNgen Wittes Oherheamten der SLrastenbahn. Wegen umfangreicher Betrügereien hat°daS Sicherheit^- bureau am 12.' d. M. den Vizeinspellor der städtischen. Straßenbahnen Gustav.Z i m m e.r m a n n, 1?. Bezirk, Weiglgasse 17 wohnhaft, in Haft genommen und gestern dem Landesgericht eingcliefert. Den Anstoß z>u seiner Verhaftung bildete pte Anzeige des Majors a. D. Otto B., der im KriegSmWisterium in Stellung war. Im Freundeskreis hatte er den ,Vizeinspektor kennen gelernt»- Er - hatte sich 'als Färberei» und Bleichereibesitzer Gustav Z i e g l e r.aus.Hietzing vorgestellt und dem Major eine gitte Stellung, in. seiner Fabrik persprochen. Der Offizier, in dev-Hoffnung, feine Lage zu. verbessern, hatte, seine Stellung im Dundesministerium aufgegcben und sich mit einer verhältnismäßig kleinen Pensionaüfertigen .lassen. Als stch der Antritt der Stellung in der Fabrik immer weiter hinauszog, ging her. Major eines Tages selbst tn die Fgbnl und lieh sich dem Fabrikanten Ziegler anmelden. AlS er ihm gegenübe-rstand^- sah er zu seinem maßlosen Erstmlnen, daß es ein ganz anderer He.r.r war als der, den er als den angeblichen Fabrikanten Gustav Ziegler kennen .gelernt. Er brachte eS seihst heraus, daß der falsche Fabrikant Ziegler der. Vizein.spektor Zimmermann. wax, und trat nun an den falschen Ziegler mit der Forderung auf Schadenersatz heran. Er verlangte die bescheidene Summe von 30.000 Kronen für den ihm durch Me .Aufgabe der Stellung erwachsenen Schaden, konnte gher auch .diese Summe' von Zimmermann, nicht bekommen »md erstattete die Anzeige. Das Sicherheitsbureau, befaßte sich, nun mit dem. Manne und kam dahinter, daß. Zimmermann in den Jahren 1919 und 1920 .einer großen Anzahl Personen und.Firrnen große Beticäge in der Weise enUockt hat. daß er ihnen bedeutende Kohlenlieferungxy per sprach. Zimmermann gab vor, daß er mit der Kohlenwirtskhaft im Wirtschaftsverbande der städtischen Straßenbahnen betraut sei. und daß regelmäßig bedeutende Mengen Kohle übrig blieben, die er dann in jedem gewünschten Quantum liefern könne. Er ließ sich unter anderem vom Raimund-Theater und von dem wirklichen Fabrikanten Gustav Ziegler, dem Fabrikanten 'Ignaz Schnabel teils Abzahlungen,' teils die ganze Sumore ausfolgen und lieferte die Kohle nicht.' Wurde da und dort eine Kunde etwas dringender, so stopfte h Aiuunexmaust rqjch dieses Loch, um ew steüeS auirureißen, La 17. Februar >1921 Ar. 747 dieser'Weife 'hat et-inetwa' zwanzig Fällen ru»8 700.000 Kronen he^.a v^.g.ebo'ckt. . '. - ... ,- -.«y Obwohl Verheiratet und Vater etnes.-'. .14Mrigett: . Zk-ndes, hat Zimmermann die: Gewohnheiten eines LeibemauneS'angenommen. Er.hatte eiste KasiieLin einer Wein-f - stube zur Geliebten, verbrachte fast die ganze Zeit mit ihr^, besuchte BarS urw .Vergnügungslokale,, überhäufte seine. Freundin mit Geschenken und vernachlässigte seine . FamUie. Bei der Eiiwernahme' im Sicherheitsbureau durch.. Oberkcmrmisiär Dr. Plehner war Zimnrermann der Betrug-, fälle geständig. . ,. , : . .. Befreiung der Vmtannia-Ofsiziere. - Steigerung der Z«»yl der Vermißten.!. > Aus Vudap.eft wird..uns. gemeldet: Der Unter-' . suchungsrichter Dr,. Va sa r h.ely i. hat. .die Unter- '. s'uchung in Angelegenheit, der seinerzeit im Zusanistrev^, Han ge mit dem B r .i t.a n.n i a-- S k a n d a l in Unters ' suchungshaft gezogHen/pfUiere ähgeMossest. und/W .' Ergebnis derselben ßie'sAns Haup'tbeschusdigte'n' KölomW/.,' Zsapka,.. .Johanns Farkas, Alädar MiefinaM. Karl V a r a l j a y' und Antzost Geliert üuff.r e i e ik -''' Fuß gesetzt. .Äntzon ^tterL/'dep'^nebGbei'.Mdizme^'''''' war, hat sich nach seiner Befreiung da s L e b e'n.g&■ nommen. . . ... •’ •. .. ..' ' /' 1 Inzwischen mehrt sich die..Zahl der'plötzliH- '; v e r m r ß t e n Personen. An einem Tage weitest die fotgettden Fälle gemeldet: Der Violinvirtuose Karl" , Ka in.p e l verließ ,am. 36. Jänner seine- Wohnung/stiE // der Absicht, nach Stuhlweißenburg zur Abhaltung eme^'/'' Konzerts zu/reisen, und wird seitdem vermiß^'/' In SteinMnanger, einem der Hauptnester der Offiziers- | detachements und der ,/Erwachenden Ungarn", tvirdl' '' Emmerich.W i^e's e lM a nn).Sohn' -es.^rvßkaufmanne^ ,Moritz Wiejelmann/'seit 34. Jänner vermißt. ErnmerW ''' Wieselmann' ging zur Bahn,"um nach 'Budapest zu ' reisen und' sich' dort - zstr' Inskription an der 'Universität' zu melden und danach nach Oedenburg zu fahren, wo er/. seiner Militärdienstpflicht Genüge leisten wollte. Oedenburg ist Wie'se'lmann n-icht ange-koMq - m-e n und seit 24.' Jänner fehlt jede Spur von ihm/: - Diese Fälle werben nur' dadutch 'bekannt, daß die An-.!-:' gehörigen durch Zeitungsnotizen versuchen, den Vermißten auf die Spur zu'kommen. Es ist jedach 'bekannt^.." daß die Zahl d^r plötzlich '-Verschwundenen eine Vieh.-.- größere ist, äls der Oeffentlichketh 'bekannt Ifty ReorgaMatroü der KMusHemeWdhW'/ in. GroßrumaAien^! Don unserem Spezialkorrespoudenten. > Am 22. Jänner'1921 trafen in..Bukarest die Rabbiner- autz GvoßrumäNien zufEMsn, um dir>. :Fvage ..der .U.ev r» . .^ g' a n t f i c r u n g d e r- K u l t u S g e in e i n d e n .zuerörtern^ : Dabei arbeitete man ein Projekt aus,, welches, der llieOernng, ' vorgelech werden sollte. D.ie Versammlung-war jedoch^ nichtso zusarn mengesetzt, daß sie in der Lage gewesen wäre, aus dem jetzigen Chaos einen Ausweg zu finden. In Reichsrumä.nien. existieren.nämlich..k.e'iNL Wtynomest KultuSgemcisden. In den emze-lnen Städten VefoWgy Vereine, die KMusmrgolegenhLi^n. In..manchen OM^asM. gi-i es sogar mehrere solcher Vereine, welche einen, ausgesprochen privaten' .. Charakter tragen und von der Regierung ütcht anerkann! ' sind. In den letzten Tagem,hat stzükarest, in dieser BeziHung^' einen Schritt vorwärts gemacht, indem es daränging, eine autonome KultuSgemeinde zu schaffen.. ES wurhen KultuSwahlen ausgeschrieben, , an denen, sich jedoch' kaum' ein . Zehntel der jüdischen. .Bevölkerung beteiligte. Die nun gewählten KultuSrähe kousstkuierten sich als provisorische KultuSgemeinde, welcher,..die Juden von Bukarest aber nicht obligatorisch verpslichteh sind. Eine unzufriedene Gruppe ist gleich in der Lage, sich eine zweite Kultusgemeinde zu bilden. Die Regierung-zeigt , kein .Interesse, irgendwelche Schwierigkeiten den Juden zu bereiten, im Gegenteil, sie. ist sehr zufrieden, wenn unter den Juden Uneinigkeit herrscht.! In Be.ßarabien herrscht auf dem Gebiete bW Kultusgemeind?.» yoch ein'größeres Chaos. Im übrigen kanv'' man dort heute von einer jüdischen Organisation fast nicht sprechen. Die Judßn haben im ganzen Lande ausgezeichnete hebräische Volks- Wd. Mittelschulen; ein großer Teil der BepAkerung spricht Hebräisch und lebt in dieser Sprache. Äber von einer Organisation, von einem Zusammenfasien aller Kräfte zwecks Drwchführung des nationalen Programms kann heute keine Äede sein. .Diesem Umstande ist es auch zuzuschreiben, daß in Peßarabien zwei' jüdische Depulieciq' auf daS Avvrefcu-Programm gewählt wurden. Die frühere; Organisation der Kultusgemeinden' in Deßavabien war seht primitiv. Die rusiische Negierung hat eisten'ihr genehmen Mann zum „Seelsorger" ernannt, ohne daß er die entsprechende Oualisikatiosi hiefür -hatte.' Es. konnte dies zum Beispiel ein Arzt, ein -.Advokat oder irgendein anderer Regie«. rungSmamöluk fein. . In Siebenbürgen gibt es heute 37 Kultusgemein» den mit genauen Statuten unv Mit einer getviffsn Autonomie.: Allein hier gliedert'-sich die Judenschaft in zwei Gruppen^.- Neotogen und Orthodoxe. ES sind' dies zwei fo stark- Extreme, daß man -nickst' daran' denken kann/-sie auf' irgend-- einer Plattform 'zu-'-LeveMgeN. 'Beide. Richtungen' gehen"-eben-" zu stark auseinander:'die einen nach rechts, die anderen nach links. Dies zeigt' sich aüch im' politischen - Leben. In - Siebenbürgen kanten die Juden nicht einmal in die'Lage, einen Kandidaten fiir die ^Kammer aufzustellrn. Erst nach dem Zu-« saMmenbruch der' Monarchie ist '-die dorttge Judenschaft aus dem Magharentaumel erwacht'und hat den Wog zum Nationalismus betreten. Die Orthodoxie bildet.'dort den stärkste». Geanor des. LwniLmüS. ^iebeubürae» L Lait. das