Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- Heft 737 (13.2.1921)
- Date
- 1921-02-13
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 737 , Weit. Sonnta- Tagesbeptcht. Der Streik der israelitisch«« Ne!ig'vn«- lrhrer. ' 'Wir erhalten folgende Zuschrift: ' , „Dieser von der Majorität des Kultusvorstandes hergufbefchworene Kampf bildet nur eine Fortsetzung bös in der Kultusgemeinde seit jeher geübten Systems. Während in allen großen und kleinen Gemeinden die Vorsteher ihren größten Stolz dareingesetzt haben, den Religionsunterricht zu fördern und im Interesse dieses Unterrichtes. die Mitglieder der Gemeinden zur Höchstanspannung ihrer Opferfähigkeit anzuhalten, blieb es der zweitgrößten Judengemeinbe Europas Vorbehalten, bas Fundanrent der jüdisch-religiösen Erziehung der Jugend zu untergraben. Cs ist geradezu ein Verbrechen, hashie Majorität des KnltuSvorstandes am Fortbestand des' Judentums begeht, daß sie in ihrer Verblendung die^Mligionslehrer, die Träger der sittlich-religiösen Erziehung c der jüdischen/ Jugend,. zwingt, Zuflucht und Hilfe auch bei nichtjüdischen Parteien und Organisationen zu suchen, die zufolge ihres Programines der Kultusgemeinde sicherlich kein allzu.großes Wohlwollen entgegenbringen. / : I; : : , . ,»■ Jst-das Verhalten der MajörMt des Kultusvorstandes als.'der, .Ausfluß eines unerhörten Machtdünkels lwoch zu. verstehen, so .müß düs Benehmen der Führer der / Orthodoxen (Schiffschul), der > Herren Pappenhe im undGrnossen,ckls unbegreiflich bezeichnet werden. Diese tzörren',c die 'siMbej attew'MssENden und unpafsend?w Gelegenheiten. als die ausschließlichen Retter des Judentums bezeichnen, geben sich dazu her, der Majorität des Vorstandes Helftrdienstr zu leisten. Die Vorsteher der Schiffschul und ihre Mitglieder werden es nie verantworten können/ daß sie nicht von der 'Kultusgenrrinbe mit allem Nachdruck verlangen, daß der Religionsunterricht ausgenommen werde. Gerade sie, die das Wort von der heiligen Lehre beständig im Munde führen, sind dazu verpflichtet. Die Schiffschnl Und die orthodoxen Wähler müssen ihre Vertreter im Kultnsvorstand wegen ihres Verhaltens gegenüber den Religionslehrern zur Rechenschaft ziehen- Das Argument der. Orthodoxen, der Religionsunterricht in der heutige« Form sei nicht ausreichend, ist kein Grund, abseits zu flehen. Mögen die Herren gegen das System des Religionsunterrichtes kämpfen, sie iverden in uns Lehrer« hilfreiche Mitarbeiter finden, aber die Lehrer für das System verantwortlich zu machen, ist unwürdig. Markus P i ck,. Religionslehrer.. Ei« „Wald Oesterreich" i« Erez Israel - Es ist seit langem üblich, baß Verehrer Theodor HerzV dessen Todestag dadurch feiern, daß siean seiner Iahrzeit Bäume für den Herzl-Walö in Ben-Schemen spenden, der als immergrünes Denkmal der Wiedergeburt des jüdischen Volkes den Namen des. Schöpfers deK Zionismus verewigen soll.' . Die Wiener Zentrale des Jüdischen NationalfondS will, ynu.' den diesjährigen Todestag .des großen Führens, den ersten.nach Verwirklichung seines Traumes, zu einer besonders großartigen Kundgebung gestalten. ES s»ll gezeigt werden, baß däS österreichische Juderltum, in Lessen Mitte der Meister Forschungen werden sehr viel zur geschichtlichen Aufhellung dieser dunklen Epoche beitragen. Auf einem Grabe wurde der Name R a b a, auf einem anderen Krr.Rame R. S ch i m o » bar Naba gefunden. Ein Steinstück aus der Masarah» Epoche befindet sich noch heut« int Besitz beß Chacham Tolidüno. , Strotzenbauarbeiter haben , diele Hunderte von . HetzeüstäGen' vivlb.. Wertsachen gesammelt, die sie für eine süMchh ßthMuyg-beim Archäologischen Museum in Jerusalem bestintlnien^Hte.H.etzierttng wird nnS bei der Gründung dieser Ahieilüng LehilfUch sein. Alle Gegenstände werden zum ^D'eßalel" gebraM wo Professor Schah in Kürze eine Ausstellung dieser, Sachen bemnstalten wird. Der. Vortragende schloß mit den Worten: Das erste Mol trat eine jüdische Gesellschaft an die Arbeit zur Erforschung PalästilmS heran und ihr Werk gelang dofl» ständig. Dip ersten Entdeckungen haben ein Licht auf die wichtigsten. Wochen dieser mystischen Stadt Liberias ge« wvrfen, sie werden auch viel zum Verständnis der alihebräischen ^Kultur beitragen, nicht aus Schriften und Bücheftr, sondern aus Geräten, Bauten und handgreifliche» Gegenständen, welche lebendige Zeugen unseres altertümlichen'Lebend in verschiedenen Epochen darstellen. Wir hoffen^ daß der Oberkommissär und die christliche» Gelehrten uns weiterhin ihre Hilfe angedeihen lassen werden, damit wir dieses Forschungsgebiet, die Ausgrabung der im Erdboden l'erborgcnen Schätze, nach unseren: Geiste wissenschaftlich beürbeitep können zur Ehre des Judentums und im Interesse der Msscnschaft., . .^cr hochinterLssania Bericht Professor Mauschz' läßt ahnenwie wichtig die jüdische Arbeit m Palästina auch i» dtyser Hinsicht ist. Jüdische Chaluzim, die Pioniere LeS ricüen (5rez tzftayl, leisten schwere. Arbeit hei den Chauffeebüsiken. obdr verständnisvoll folgen sich jeder Spur, die sie vsrsindcn, und stellen sich aufopferüngSvoE dem jüdischen Forscher gür Verfügung, wenn eß gilt, alte Schätze unserer eh'rtvnrbfgen BolkSkültur xu entdecken und -u berge». Sie schaffen am Werk der jüdischen Zukunft und helfen liebevoll die'Schätze der jüdischen Vergangenheit zu bergen, ein schönes Be,spiel vor: Singebllng und Treue im Dienste der jiidi- Mn.SaKe. - M. Wiener Morge«zettang gälebt und gewirkt hat, heute — 17 Jahre nach seinem Tode — geschlossen hinter seinem Programm: Schaffung des Judenstaates in. Palästina steht. Heute, da der Traum Herzls Wahrheit geworden ist, wird nicht der bisher übliche Herzl-Tag, sondern ein bereits einsehenber, großangelegter ,Herzl - We röefeldzug" daß österreichische Judentum aufrufen, den Größten seiner Söhne in würdiger Weise zu ehren. Nicht einen einzigen Juden darf es geben, der in diesem Jahre nicht wenigstens 100 Kronen zur Stiftung eines Baumes in Palästina zu Ehren Theodor Herzls widmet. Ein gewaltiger Wald von 300.000 Bäumen soll heuer in unserem alten Vaterland erstehen und den Namen Oesterreichs mit Palästina verknüpfen. Ein ,F3alb Oesterreich" in Erez Israel! Unter der Voraussetzung, daß mindestens 100.000 Bäume bis 15. Juli d. I. aufgebracht werden, stellt das Hauptbureau den Kinerethberg am Ufer des Tiberiassees zwischen der Kolonie Kinereth und der amerikanischen Siedlung P o r i a für den „Wald Oesterreich" zur Verfügung, der somit an einem der landschaftlich schönsten Punkte Palästinas erstehen wird. Die Parole für die Werbung heißt: Auf den Namen eines jeden Juden Oesterreichs muß bis zum 15. Juli d. I. wenigstens ein Baum für den „Jaar Austria" gestiftet werden. Jeder Jude soll erfaßt werden. Ein Heer von Sammlern wird jeden einzelnen Juden erreichen müssen. Daß kein Jude sich weigern wird, für Erez Israel die 100 Kronen zu zahlen, die der Jüdische Natlonalfvriös verlangt, ist sicher. Alle für der: „Jaar Austria" eintaufenden Spende» werden gemeinsam in einer eigenen Festschrift, die am Todestag Theodor Herzls erscheinen wird, veröffentlicht werden. Jeder Ort und jede Bezirkssektion Oesterreichs wird ihre Haine haben, die zionistischen Vereine Gärten; die österreichische Studentenschaft bildet innerhalb des großen „Jaar Austria" einen eigener! Wal b. Nach Gärten und Haine», nach Bezirke» und Orten geordnet, soll die Liste der Spender für diesen „Jaar Austria" ein großartiges Verzeichnis der ganzen österreichischen Jubenfchaft bilden. Die Borarbe it für den Herzl-Werbefeldzug ist im großen und ganzen abgeschlossen. Nun beginnt die Sammlung selbst, deren Gelingen Oesterreich die führende Stelle unter allen für den Jüdischen Nationalfvuds arbeitenden Ländern bringen soll. _ W. #v W. Die Kaffeesieder gegen die ErnLhrungsvorschriften. Gestern vormittags hielten die Kaffeesieder des ersten Bezirkes eine Versamntlcksig ab, in der sie zu den Ernährungs- Vorschriften und der in der letzten Zeit zutgge getretenen Verfolgung zahlreicher Mitglieder durch ^.has .Kriegswuchrrami Stellung nahmen. Vorsteher E g? her wies auf die schwierige Lage des Kafsvesiedergewerbes hin euch erklärte: Unser Gewerbe ist durch längst überholte Vorschriften so eingeschränkt, baß es überhaupt nicht mehr lebensfähig ist. Schon bei de» letzten Lohnverhandlungen mit der Gehilfenschaft mußten wir erkläre», baß wir nur dann Aufbesserungen gewähren können, wenn rms bas Ernährungsamt auch gewisse Erleichterungen zugesteht. Mau hat uns auch Erleichterungen i« Aussicht gestellt, aber ganz im Gegensatz dazu wurde das Kriegswucheramt noch scharfer auf unS loSgelassen. Das Schlagirwrt, daß Kaffeehaus fei ein LnxuS, ist ein Unfnm, das hat man in den letzte» Strelktagen gesehen. I» edwr Entschließung wurde für die allernächste Zeit, spätestens aber bis zum 1. Marz, di« Aufhebung der verbieten ErnährungSvorschriften und der seitens des Kriegs Wucheramtes geübten Schikanierungen verlangt und die Borstehunaufgrfordert, im Verein mit den übrigen, mit dem Kaffeefiedergewerbe solidarischen Genossenschaften de§ Gast- und Schankgewerbes, bei Nichterfüllung dieser Forderungen die Schließung der Betriebe unter gleichzeitiger Cnklassung des gesamten Personals vorZuberttteu. E«tf8hr»«s eines Realschülers. Der 14jährige Realschüler JosesKanowsky, Neulraugasfe 52, ist seit dem 9. d. M. vermißt und dürste wahrscheinlich van einem Manne, der sich „Dr. Karl Cvrvmpa" nannte, entführt worden'fein. Die Bekanntschaft mit dem Jungen machte der angebliche Arzt im Zstckerlgeschäft seiner Mntter, in das er vor etwa Jahresfrist kanr, um kleine Einkäufe zu besorgen. Er kam wieder und eZ enttvicSslte,sich ein ftrrrnbschaftlicher Berkehr, im Verla,l^e dessen Dr. Gorompa den Jungen öfters spazieren führte. Ende Jänner hat Frau Kanowsky bemerkt, daß der vermeintliche Arzt an ihrenr Svhn eilten Hypnvtisiernngsversuch machte. Sie verbat sich solche Experimente. Am 9. d. M. brachte Cvwmpa zlvei Kinokarten und lud Frau Kanowsky imd ihre auf Besuch aus Jugoslawien hier weilende Schwester ein, ein Kino zu besuchen. Twtz anfänglicher Weigerung giltg Frau Kanowsky mit der Schwester ins Kino. Ajls die Frauen heimkehrten, war der Knabe und mit Hm Pr. Corompa verschwunden. Auf iw« Tische lag ein Zettel, auf dem von dem Jungen geschrieben stand: „Suche mich nicht oder Du fitchest mich tot. Ich werde arbeiten wtb Dir Geld schicken." Bei Durchsuchung der Wohnung zeigte sich, daß der Schmuck, Kleider, Wäsche, ein großer, brastner Pedertoffer,, Schuhe, u,ch aus dem Besitz der Schwester bue Frau Kanowsky 1000 Dinar, dann auch noch ein TeÜ des Zinsgelbes fehlten. ES konnte keinem Zweifel unterliegen, daß der Junge von de« angeblichen Dr. Corotnpr entführt wordetr ist. Frau Kanowsky eilte ins Hotel Roller, wo der angebliche Arzt wohnen sollte, uich erfuhr dort, daß fev 9ftmm täto& SißxH fiM* LLchttza« SMe» 13. Februar 1921 _Seite 8 und Zahnarzt in Kronstadt in Siebenbürgen sein soll. Auf der rumänischen Gesandtschaft erfuhr die Frau, daß der Mann als Charles Edwin Laytton sich schon ^seit längerer Zeit bemüht hat. für sich und seinen 14jährigen Sohn Josef einen Paß nach Aegypten zu bekommen, daß ihm aber dies deshalb nicht gelungen, weil er für den Knaben die Dokumente nicht erhalten konnte.. Gestern hat man der Frau Kanowsky tm Sicherheitsbureau bas Lichtbild Layttons aus dem Verbrecher-' album gezeigt und sie hat in dem Hochstapler den angeblichen Dr. Corompa den Entführer ihres Sohnes erkannt. Die Verfolgung des Mannes ist eingeleitet. Lahtton hat nämlich in früheren Jahren mit seinen Betrügereien bereits die Wiener Polizei beschäftigt. Die jüdische Gesellschaft und die Prostitution. Der Wiener jüdische Mittelstand behandelt die Frage der Prostitution imnrer noch als eine Angelegen- ‘ heit, die ihn nicht im mindesten bekümmert. Man interessiert sich dafür, ja, gewiß, „aus rein menschlicher Teilnahme", wie man in solchen Fällen gewöhtrlich sagt, was so viel bedeutet wie: ans gesicherter Entfernung und mit entsprechender Mhle. So etwa, wie man sich für die Sitten der Mßervassen intevessierk oder für seltsame Tiere. Die Prostitution lag weit, . weit fort vom Gesichts- und Gefühlskreis der bürgerlichen Familie und sicherlich fand sich so manche brav« . Frau, die sie überhaupt nur für ein Märchen hielt« eine Art Mädchenschreck. Nun war dieser Standpunkt, menschlich betrachtet, / niemals zu verstehen und insbesondere die dünkelhaft« Gleichgültigkeit oder der pharisäische Hochmut, mit dem die Juden und Jüdinnen unserer Stadt an einer der wichtigsten Erscheinungen des gesellschaftlichen Lebens vorübergingen, sicherlich nie zu billigen. Aber es hatte doch wenigstens vom Gesichtspunkt engsten Kastengeistes seinen Sinn. Denn wenn es in Wien auch' seit jeher jüdische Prostituierte gegeben hat, so gehörten sie, Witz die Dirnen im allgemeinen, den untersten Schichten der Gesellschaft an und die jüdische Intelligenz, di« immer sehr beflissen gewesen, ihre Zugehörigkeit zum Bürgerftande zu unterstreichen, folgte einfach den Einflüstarungen ihres Egoismus, wenn sie den ganzen Fragenkomplex seelenruhig von sich abschob. Das ist jetzt anders geworden, und zwar gründlich anders. Die Kriegsverhältnisse haben nicht nur eine' Ausbreitung der Prostitution in Wien zur Folg« gehabt, von der man sich im allgemeinen nichts trLunten Mt — spottet doch bit geheime und sogenannte Gelegenheitsprostitution jeder statistischen Erfassung — sondern sie haben auch eine Ausbreitung in Schichten nach sich gezogen, die sich bisher gegen Prostitution absolut gefeit glaubten. Mit der Verelendung des Wiener Mittelstandes hat eine sittliche Verwahrlosung seiner Jugend stattgefunden, die zwar vorläufig noch unter guten Formen gedeckt ist, trotzdem aber unleugbar und unverkennbar um sich greift. Auch davon ahnt der brave Bürger nichts, wie viele von den jungen Mädchen aus „gutem Haus", die sittsam urrd ehrbar in ihr Bureau, in ihr Geschäft, vielleicht sogar noch in eine Mittelschule wandern, nebenbei gewerbsmäßige Unzucht betreiben, in Stundenhotels aufgegriffen werden und nicht einmal den Namen ihres Partners nennen können. Natürlich gehen sie nicht einfach' „ans den Strich" wie die Pxaterdirne. Ihre Handlungsweise würde von Sachkundigen wahrscheinlich mit dem Kunstausdruck „solid auf den Strich gehen" bezeichnet werden, das heißt, als angenehme Nebenbeschäftigung und Zeitvertreib Gelegenheit suchen, mit Männern, mit zahlungsfähigen natürlich', Bekanntschaft zu schließen. Es wird behauptet, baß Männer, die über den Zauber der „fremden Valuten" verfügen, zeitweis« den Eindruck haben, als sei ganz Wien ein einziges riesiges Bordell. Mt der Beteiligung des Mittelstandes' wächst automatisch der Anteil der Jüdinnen an der .Prostitution. Die o^iziellen Zahlen können das, wie schon,, erwähnt, schwer wiedergeben. Zwar führt schon Doktor Hedwig Hvffmann (Aerztliche, pädagogische und Für-. svrgemaßnahmen usw., Selbstverlag der „Bereitschaft), an, daß unter 310 Prostituierten 11 Jüdinnen waren, also mehr als 3 Prozent, und derselbe Prozentsatz ist auch' unter den eingeschriebenen Prostituierten fest- , zustellen. Noch viel schlintnrer würde sich das Verhält-; ms darstellen, wenn es jemals möglich wäre, wirklich^ alle Schlupfwinkel des geheünen Lasters aufzudecken, Schlupfwinkel, hie leider nur allzu oft auch von Jü-. binnen geboten werden. Denn es läßt sich" nicht leugnen, baß gewerbsmäßige .Kuppelei in ihrer ganzen Gemeinheit , unb Ruchlosigkeit nur allzu oft von unseren Art- . genossen ausgeübt wirh und daß sie namentlich am Mädchenhandel nach dem Osten und Südvsten Europas, den man durchaus nicht aufgehoben glauben sollte, ihren wohlgemessenen Anteil haben, ein Umstand, der sicherlich viel dazu beiträgt, manches unbedachte jung« Judenmädchen ins Verderben zu bringerr. Untersucht man ohm Vorurteil die Ursachen, di« , die Mädchen dem Laster zutreiben, so wird man finden, baß es für. die Jüdin besonders viele solcher „beitragender Ursachen" gibt. Die Not, oder genauer: der Hunger, ist's selten, der den Ausschlag gibt, obwohl . ailch das natürlich vorkommt. Viel häufiger führen zerrüttete Familienve.hältnisse <mf die schiefe Bahn, eine Beobachtung, die ja bet säntllichen Dirnen gemacht wird. ftit «4 *fec fee* fefcttft ßmnto&Xi