Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- Heft 737 (13.2.1921)
- Date
- 1921-02-13
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
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Seite 2 Wien, Sonnrag Wiener Morgerrzeitiing Brief aus Palästina. Äs» nnfere» DPezialdorrafvoMdrnLe«. Jerrrsickrm, Mitte Jänner. Da jetzt die Chaluzlnrfrage vkut geworden ist, halte ich eZ nicht für überflüssig, einiges über die Lage der Pioniere in Erez Israel zu sagen. Die Chaluzimgruppen bei öffentlichen Arbeiten zählen derzeitetwa 1200^ Mann und konzentriere!', sich an vier Hauptarbeitsstellen' in Galiläa. Eine Kewuzah (Arbeitsgertossenschaft) von zirka 376 Mann arbeitet am Bau der Straße H a i f a— R a z a r e t h, eine zweite von 450 Mann ‘an'' der Straße Nazaret h—A f u l a h, eine dritte, '200 bis 3OO Mann stark, an der Chaussee Trber'ias—Zemach, endlich eine vierte Gruppe in der Starke von 150 bis 200 Mann zwischen Tiberia s und Tab cha. Unweit dieser Vier- Gruppen nahm eine neue, etwa 50 Mann« starre Kewuzah jüngst daS Steir^hauen und Steinsprengen in Beth-Schean auf und endlich arbeiten an der Käüalisation« und Grahenaushebung bei Jabneel 3OO Chaluzim. Dir meisten.^der erwähnten Arbeiten gehen auf Rechnun^der palästinensischen. Regierung, einige aus die der Militärverwaltung. Die Chaluzim wohnen hl Zelten und . die Zion/stischr Kommission verschaffte ißne» Betten. urid Decken» die!>ic-‘ Chaluzim langsam^ äbzahler-» Die ReHrimg wesst ihnen Lebensmittel zu äußerst niedrigen Preise,! zü; die A rb e i terküchen sind gut eingerichtet und bieten der^ Leuten ein gesundes Essen für 3 bis 31/3 Schilling pro Tag. Die« Ärbeiterr werden'-gruppenweise und meist im'Akkord aus-', geführt, wobei jeder Ehaluz je nach Stärke und Befähigung' 20 bis 7O Piaster (4 bis 14 Schilling) pro Tag bei achtstüudiger Arbeitszeit verdient. Nötigenfalls werden auch Dag--, lvhnarbeiten (Waschen, Hofreinigen usw.) verrichtet, wobei' K Schilling pro Tag bezahlt werden. > Di« Gruppenlcitungen verschaffen den Chaluzim billige Kleider, Wäsche und Schuhe, nach Maßgabe des wirklicher, Bedarfs, gegen bequeme Ratenzahlungen. Eine Äx beit er-- taffe, erhalten durch.Mitgliederbeitxagr,.beschäsfr das.nötige Inventar (Möbel, Werkzeuge) und bekommt im Bedarfs--; fall Anleihen von seiten der Zionistische^ Kommission;, sämtliche Geldgeöarungen werden vom Arbeiterausschuß (W a a d) durchgeführt, der auch die Kontrolle in der Küche usw.. ausübt, ebenso wie er in Hauptzügen das moralische Leben! der Chaluzim überwacht. Endlich besteht eine Krsntenka-ffe, die für erkrankte und arbeitsunfähig gervordene Mit-', glieder sorgt. Die medizinische Hilfe wird amerikanisch-zionistischen Aerzteverbanö H adass a geleistet. Die Mehrzahl der Arbeiter setzt sich --- seltsam genug aus gebildeten junge,! Leuten und nicht zuletzt aus Hoch schülern aus aller Herren Länder, zumeist ab«:, aus dem Osten, aus Oesterreich, den SukzessionSstaaten und aus Deutschland, zusammen. Leiber können viele runter ihnen noch mcht-. HÄräisch. Die Arbeiterausschüsse richteten deshalb aflent-; halben hebräische Abend ku rse rrdd kleine hebräische Diblid-i theken ein, die diesem Mangel in Kürze abHblfen werden^ Bemerkt soll noch werdM, da^ in namentlich aber bei denen zwischen ^Häifcr Mp sowie Nazareth—Afulah, zahlreiche Ä ä^i ch en" Mitarbeiten ' und ganz tüchtig sind. Sie arbeiten am Straßenbau, gerade, wie die Männer und fehlen bloß beim Stcinsprevjgen. Mne .- Gruppe Haschomer Hazair (der jüdische Wächter)/zählt sogar.' f46 Prozent Mädchen. 1 Im allgemeinen kann mau sage^ daß diese.Aewuzoth> einen Beginn der Lösung des schwierigen Genossen-. schaftspwblemS. darstellien. Die Chaluzim lebenin ^großen Familien, wie Brüder und Schwestern-. und bisher wurde von nirgends etwas Anstößiges über sie berichtet. Biel weniger erfreulich ist jedoch die Lage der in den letzten zwei Monaten angekommenen ChalUzinu Bekanntlich herrscht hier eine starke ökonomische Krisis; es fehlt überall, an Geld, die geschäftliche und die Bautätigkeit jeder Art stocken, Beamte und Arbeitet werden täglich entlassen, Und wenn es zu keinem stärkeren Krach nach westeuropäischem Muster kommt, so erklärt es sich nur durch die geringe Anzahl industrieller Unternehmungen. Es geht daher ° mit eiserner Notwendigkeit hervor, daß eine stärkere Einwanderung von Chaluzim, also von Elementen, die nichts als ihre Arbeitskraft allein mitbringen, unter' diesen 'Verhältnissen zu einem starken Anwachsen der Krise n,std der Arbeitslosigkeit führen müßte, wenn es nicht bald gelingt, die fehlenden K a p i t a l i e n i n s. Land' zu bringen. Und nun bas Unglaubliche. Es gibt in Palästina eine. Stadt, wo di« Juden — ähnlich wie in Rußland — kein Wohnrecht haben und von wo jeder Jude nach einigen Stunden ansgewiesen wird, falls es ihm einfällt, hinzufahren. GS ist dies nicht das Heiligenviertel in Jerusalem, auch nicht Nazareth oder Bettehem, sondern die rein arabische Stadt Nablus (Sichem) in Samariä, wo eine Clique reicher Efendis (Seifen fabriksbesiher) die jüdische Konkurrenz fürchten und es beim judcn feindlichen Stad trat Und beim englischen Gouverneur durchsetzten, daß die Tore der schönen Stadt den Juden gesperrt wurden. Äks unlängst die jüdische Äerztin Frau Dr. Krinskr dienstlich hrnberufen wurde,' machte ihr die Polizei solche peinliche Szenen, baß sie gezwungen war, abzureisen. Sie erhob dagegen Beschwerde bei der. Landesregierung und es steht zu erwarten) daß dieses Stück Mittelalter aus Erez Israel ausgelöscht werben wird. Bemerkenswert ist, daß die 300 Seelen zählende Gemeinde der uralten Samariter (Schomrvnim)' dort unbehindert lebt, obwohl sie in allen, — bis auf den Dalmub und die rabbinatischen Vorschriften — nach jüdischem Glauben leben. Dr. I. B. (Nachivort der Redaktion.) Daß «ich daS «me »nd seit Jahrhunderten vernachlässigte Palästina, das übrigens i« Kriege so viel gelitten hat, in die allgemeine Weltkrise Tinbezog« UMteK i«^ ifc Um MM S* Iieligowski mobilisiert. 5t 0 n» ft 0, 12, Februar. Dis Litauische Telegrapheri-Ägeutur meldet: Die Ksntroü- Kommission des V-ikerh««deS hat iLugft die Versicherung adgegeden, Satz; die Demobilisierung der Zieligorvski-Arme« im Gauge sei. Demgegeuirber ist feftzufteLeu, büß die litauische Vegiernug i« Besitze 0*» nu- Widerleglichen Berseisen ist, daß augeubtiMich eine i n i eu f i 0 e Msb ilisier« tt § der 8Leligoiyski-Tr«ppe» stattftude. Rußland und Wilna. Washington, 12. Februar. (Furckspruch.) Nach Meldungen aus Stockholm würde die russische Regierung gestatten, amerikanische und italienische Truppen in das Ab-- ,''st{mmu'ngsgebiet von Wilna zu bringen'; einen^iMe» 'drngk qhlehnssndcn Standpunkt riimmt. die.' rüUW ,Wtz^tung •. .gegen englische und französische Truppen ein. Ein BVrserrMLKVVer. ' ' Berlin, . 12. 'Februar. Pie' Korrespondenz «Ostdienst" belichtet aus Riga, daß die Pariser Meldung, wonach om 0. d. M. der polnisch-russische Friede unterzeichnet ' worden sei, unrichtig ist. Psluischer LuudLss. „ ' Warschau, 12. Fäbruqr. (Poln. Ttzl.-Ag.)'' In der gestrigen Sitzung des Landtages wurde die Debatte über daß Exposee des Mmisterpräsibrnten fortgesetzt.' Abgeordneter R. 0 s s c t (bürgerliche Vereinigung) erklärte, bah hinsichtlich I der äußeren Politik der Eindrück bestehe, als ob Polen sein Si'il,; ein B ü.nd ni6 mit Frankreich, erreicht hätte. Dies cheche einen.gewision Einslutz auf di^ Rigaer Verhmchlungen. ausüben. Hinsichtlich der Beziehungen zu England begrüßen die. Polen mit Genugtuung die Einladung zur' Wirtschaftskonssrenz in Lonodon. Aber es sei der Wunsch der Polen, daß sie nicht yur. iy Handelsfragen, soildern auch in carcheven Fragen zum Worte kommen.! Polnisch - franzSfijche Fi«a«zj! besprechvngr«. > Warschsa, 12. Jebnu,r.' Der Finanzministev Doltor 'SteczLowski, dersich, wie geryeldet, am-15. d. M. wach! M g & begibt, reist von dort nach Paris- Es handelt , sich.um die Anknüpfung engerer Beziehungen mit der i Pariser Finanzwelt^ Rücktritt des Berliner polnischen GesairdLerr. Wars^an, 1%. Februar. (Poln. Tet.-Ag.) Wiedas PrMKüvM Ministeriums' des' Aeußern -mitterlt, ß wiMlber B^rlin^r Warchis S ze.he ko ans sein eigenes Ersuchen ans Wsundheitsrücksichben in den Ruhestand , versetzt. Die.Leitung der polnischen Gesandtschaft hat vorläufig Legationsrat Dr. Wysockt übernommen. Der Eisenbahnerstreik in Polen. Warschau, 12. Februar. Die Versuche, einen Generalstreik der Eisenbahner zu inszenieren, sind im Keim erstickt worden. Es wurde eine Kundmachung erlassen, deczusolge alle Streikenden Unter Auszahlung des zweiwöchigen Lohnes sofort entlassen würden. . Ihre Wiederaufnahme: in den Dienst konnte hierauf nur auf Grund spezieller Vorschriften erfolgen. -Diese Kundmachung machte großen Eindruck. Nur ein ganz geringer Teil der Warschauer Eisenbahner versuchte zu streiken. R«ssisch-rumS«Uche Verhandlungen in Reval. Bukakest, 12. Wbruar. (Fuukspruch.)' Die rumänische Regierung hat zugestimmt, dah' die russisch-rumänischen Verhandlungen in Reval siattsinden sollen. Die Bekanntgabe des rumänischen Vertreters wird» in kurzer Zeit erfolgen« fache. Die politische Konsolidierung lm Lande vermag wohl die - Grundlagen für die 'Entwicklung des Landes^ zu' bieten, aber.sie allein genügt nicht, um den wirtschaftlichen Aufschwung in die Wege zu leiten und dem Zustrom neuer Menschen, die am Aufbau voü Erez Israel Mitwirken wollen, die ertoarfcten ArveitSmöglichkeiten zu bieten. Eine Fülle von Projekten ist bereits entworfen und zum Teile sehr großzügige Plane befinden sich im Stadium der Vorbereitung. Der Weg, die zionistische Einwanderung Zeitweilig einzustellen, bis die Verhältnisse so weit gediehen sind, um jedem geeigneten Immigranten' die ihm angemessene Beschäftigung sofort zu ermöglichen, ist für unS ungangbar und trotz der im Lande herrschender Krise hat das palästinensische Judentum energisch gegen alle derartigen Versuche Front gemacht. Dies geschah in brr rtchttgen Erkennttris, daß die > unterbrochene Einwanderung ein eminentes Politikum bedeutet und der Zustrom einer neuer: opferbereiten Generattmr einen Impuls bereutet, welcher der Intensivierung der jüdischen Arbeit zugute-lvmmt. Es ist 4rne Selbstverständlichkeit, baß die Krise sir Palästina nur durch die größte Anstrengung des jüdischen Volkes überwunden werden kann, und sie wird so lange dauern, als bas jüdische Volk nicht begriffen haben wird, daß nicht von der politische« Entwicklung «Nein Wunder zu erwarten find, sonder« nur die vereinigte jüdische Energie und der großzügigste Opfermut in Palästina jüdische Arbeit zu schaffe« und de« Aufbau des Mischen tabeft w MwährleiM 'm* 13. Februar 1921 Nr. W : Die Revision des jüdischen Nationalismus.*) Dieses Evrrngelium der Ajsnnilanten undderjenigen Zionisten, die sich noch immer nicht All emer streng nationalen, Auffassung errtwickelt haben, erscheint soeben m 'Äuftüge.! Was in dem Jahve seit, der Erstauflage gefchehen ist, 'tut; Zollschcvn mit weyigen ' Worten ab: Die vom' Mischen mitee in Paris erreichten MinöritatsschntzklausÄn'' in den! Friedensverträgeri»^ das! mächttge Aufblühen des jüdischen^ Schulwesens. / der' erfo^reirchL Kampf ^ber nationaljüdischen Mandatare um die Währung der Rechte der Juden, die Ver. nichtung des Judentums in per, Ukraine) die''üuf AusswßMz! der Juden gerichteten Bestrebungen auch.in Ländern, wo sie weder die von Zollschan als gefährlich erachtete Nattona!» polittk noch die von ihm ernpftchlene-' 'KLnzeNtratidnspöllttk getrieben das,,^was' Ausdruck der Tendenzen' rst, die sich' 'in bezug auf die JudsNfrage immer ' stärker auswirkcn, sieht Zollschan von der hohen Warte aus auf der er steht^ übechaWt nicht.. Die jMsche. Politik soll tmch ihm bestimmt werden durch eine Enquete von Soziologen,; welche ' eine. genQue, Pegriffsumschreibung und Begriffs« Begrenzung des -/Woiftetz'^R^önaMl*' ßü?' gebeü berufen wäre! Zollschan schenrt also zu glauben, die jüdische National- Politik sei eine Sachen die man machen kann oder nicht, was nur daraus erklärlich -ist, daß er sich fast ausschließlich mit den VerhLltniffen von Ländern beschäftigt, in denen keme jüdischen. Massen 'siedÄN und für die, isoliert betrachtet, sich gar kerne Schlüffe auf die Notwendigkeit dieser Polittk ziehen lassen:. Deutschland, Oesterreich und die Tschecho-Slowakei. Seine Erfolge erzielt er auch rrur in diesen für die jüdische Frage als. -Grenzfälle", zu bezeichnenden Ländern, Für sie war es keine Kunst, zu entdecken, daß maximal^ Forderungen des rmtipnaltzn Judentums nicht ervsichbar sind, Die Diskussion darüber ist schon feit 1912 im Gange, uridj zwar inNerhülb dep zionistischen Parteien. Keiner dsq zionisttfchen Bekänchfereines undurchführbaren Maximal^ Programms hat sich aber wie Zollschan als Hofmeister der Partei geriertt Denn'wer in einer Bewegung steht, weiß, daß jode wirklich lebend rg e- Bewegu-ng. in stürmischen Zeiten übers Ziel-schießt, daß sie eine Wellenbewegung ist, Für Rhythmus und Dynanük einer Bewegung fehlt abetz Zollschan jeder Dinrr. Er meint i-m Ernste, aus spitzfindlgLni Deduktionen über den Begriff der Ration usw., wunder! welche polittschen Einsichten ableiten zu können. Nicht unvermerkt soll auch sem ultvareakttonärer Standpunkt Aeiben, mit dem er es als „vLrstmldlich* erklärt, „wenn die Benefizren des Staates als Nationalgut des Staatsvolkes 'bti trachtet werden*. Welche Freude werden die Verfechter der Me«l des privUigierten StaatZvolkes in Polen, Ungarn, Rumänien usw. über derartige Verständnisinnigkeit bei einem Zionisten empfinden!' Wie sehr ist nachträglich durch solch wohlwollend«! Auffassung tzie Haltung-' der''Deutschen ' gegen ' die Polen, Dänen, Franzosen ihres ehemaligen Reiches,' der öster- . reichischen Hervenvülkev gegen die „geschichtölosen" -Nationen gerechtferttgt! Weiß Zollschan nicht,'daß dieses StaatSvolkgöhentum den Welttriog'verursacht hat? Weiß tz nicht, baß' die Idee des Völkerbundes (nicht Staatenbundes) die höhere ist irrfb daß trotz aller Rückschläge die Welt ihr zustreöt?, Weil «r das Gefühl dafür nicht hat, so fehlt ihm auch düs Verständnis für die letzte Motivation der jüdischnationalsn Polittk und' so tut er-die 'Idee eines überstaatlichen Schutzes von Mnoritätrn mit einer verächtlichen Handbswegung ab. In bezug auf die innerstaatliche Polittk weist er darauf hin» daß über bas Ausmaß der zu fordernden nationalen »Autonomie* ferne Klarheit herrscht, was ihm unsagbare Freud« bereitet, weil er meint, damit den Kern der jüdischnationialen Politik getroffen M haben. Er sieht nicht, daß man i« potttischen Dingen durch das Operieren mit dev bloßen Stattk nicht weiterkommt, 'baß die gesellschaftliche Entwicklung stetsi' im Fluß ist und es Aufgabe des Politikers ist, dem Werdenden zum Durchbruch zu verhelfen. Dies geschieht m bet jüdischnationccken Polittk erstens durch die Völkerbundpolitik» zweitens lmrch Sicherung und Ausbau der jüdischen Selbstverwaltung, namentlich auf dem Gebiet des Erziehungs^ wesenö, drittens durch die jüdische Blockpolitik, durch! welche allein erst die ehrliche .Auseinandersetzung zwischen Juden und Nichtjuden möglich sein wird und die Juden aus der urrerträgttchrn Lage von früher» sich! tu passiver Abhängigkeit von der Gnade oder Ungnade dev ÄkajoritätSnattyn zu beftnden, herausgeführt werden. Welche Polittk . sollten demgegenüber nach Zollschan zum Beispiol die Juden Polens machen? Sie sollen sich als Juden »schlechthin* organisieren, wber um Gottes willen nur nicht die Bezeichnung ^rational* wählen. Ein glanzender Vorschlag! Entweder kommt dabei die assimilatorische Politik (Polen jüdischer Konfession) oder die nattönale heraus,, ein Drittes aber gibt es nicht, und gerade dieses Dritte, dieses Unmöglich«^ diese weltfremde Konstruktion ist daS Generalrezept ZollschanS. Aber selbst diese von Zollschan empfohlene Polittk soll nach einem »etwaigen" Abflauen des Antisemitismus aufgsgckben werden!. Der Zionist Zyllschan will die jüdisch«! Polittk »ach dem jeweilige Stande des AnttsemittsmuS einrichten, der Zionist Zollschan druckt die Phrase vonr Abflauen d«S AnttfemittSmuS, die er 1619 niederschrieb, 1W1 unverändert ab, er hat' wahrscheinlich während dieser etn» einhalb Jahr« geschlafen. Mt einem »Zionisten", dom di« grundlegende Erkenntnis des Zionismus, daß die Judenfrage die Frage nach einer restlosen AuSeinattdersehuug der Juden mit den Nichtjuden, der AntisemittsmuS ein Symptom dafür ist, daß diese Frage noch nicht gelost ist und daß er nur „qfcflauen" kann, wenn sie gelüst sein wird, «it einem -Zionisten", der sich, nach assimilatorischem Mustek, *) De. Jg. Zollschan: Die Revision des «. B-UMÜll-L Wi«.