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Wiener Morgenzeitung · 1921-02-10 · Heft 734 (10.2.1921) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
3 (1921)
Issue
Heft 734 (10.2.1921)
Date
1921-02-10
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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'M. 78? Wlrn, Honnttsiag Wßltntt €&**se«$ftfämg 10. FebruLr 1021 st<md der Wehrmacht eins dieser Vermehrung. entsdr-rchrribL Reduktion erfahre. ' '/ Der Minister kam sodann auf die , .!' . WehrgesetzuovelLe zu sprechen." DaS Wehrgesetz vvm -18. März.;I920, feinem Inkrafttreten den Enten,terrnssivnen zur Kenntnis Sracht worden^ Eine Korrespondenz hierüber' habe sich erster- -___ „—0-—- . , «üft einer Zuschrift vom ö. Mai 1920 hat dieser Ausschuß M die "Reserve betreffenden -Paragraphen, des Wehrgesetzes-beanständet. Diese Noten Würben vom Staatsamt für Heerwesen in v eiltet Note vom 13. Juli 1920 dahin beantwortet, baß. es in - der EntschtteßrKig - der BotschafterLorrferenz zwar keine -Widerlegung seiner Rechtsanffassunä findei^könne^sich. jedoch klar sei, daß sich die Republik Oesterreich den. -Entschließung^ der Botschasterkonferenz fügen. müsse., Die Avjt-- wort hieraus bildete .'.?. . ' t Me Note b«S Generals Arreari ». höm'4. Novemb«:, in dev -er miLtsilw, dag LaS Interalliierte MiliLLrSomitee und die Botschafterkonftrerrz in ihLLR.SitzuM« vom "11. und 20. Oktober das Wehrgesetz, und.die organischen Bestimmungen geprüft haben. Gleichzeitig übermiMte Gsuera! Küecarr i»w von diesen Stelle»gHrofssnen Mtscheidungen. mit., bsur'Ersuchen, die in Kraft.stehenden Gesetze' Oesterteichs den' somit nSLiM Aenderüngs^ zü' unterziehe«-. ' - " ..Hatte das Staatsamt für Heerwesen schon 'im Iulr den . Eindruck g'Wonnen, daß' wir rchs dem Diktat-der^Siitents im^WefM '&fct «rage fügen müssen, so wäre ein Widerstand Ml angesichts des neuerlich«!, kategorisch«- Diktats - wohl wenig aussichtsreich gewebt. . . . ., u „ Abgeordneter Dr. Deutsch erLärte. er würdige voll- Ämnven die Schwierigkeiten, in denen sich das Biuches- Ministerium für Hsereswesen bei der Beantwortung der Roten der^ Entente befunden habe. Was den Verkehr der Bevollmächtigten mit den fremden Missionen «Hangt, so haben wir schön früher den Standpunkt vertreten, daß wir . cs den fremden Missionen verwehren müss«-, daß sie nichtnur mit den Mitgliedern der Regierung, sondern mit ettMnen Bearnten Ln Verbindung getreten sin/». Wir können aber nicht dulden, daß die fremden Offiziere Mit einzelner- Beamten Merhartb-lungen anknüpfer- und sich -vielleicht diese Beamten »roch aussuchen. Das entspricht nicht der. Würde eines Staates.. Redner müsse daher den Minister umAusdtnstk bitten, .ob srtzmde Offiziere > dieses Verlangen gestellt haben und öS diesem Beringen Rechnung, getragen worderist.?. , >- v Bvn dem Recht der Austragungvon Streitigkeiten mts Staatsverträgen durch den Völkerbund hätten wir Gebrauch machen so^en. Dadurch, daß wir uns so rasch..gefügt htilmtt wir uns in sine kibwieriae Laos «sbracht. baß;wir diesbezüglich alle uns nach dem Frre-ensvertrag zustetzendeu Recht« vollauf gewahrt haben. Die Fsedermtge« der StsatsaugesteNte» Der Zentralverbanb österreichischer StaaLSangsstellten-- vsreinigungcn teilt mit: Die neuerliche Steigerung aller Bödarssartirslpreiss haben die wirtschaftliche Lage der Staats- «MstMen. außergewöhnlich erschwert. Gestern sprach -«ne .ÄbovdmmA des Zentralverbandes österreichischer, StoatsangestLlltöribLreinigungerr im BundesMinisteriurn für/FinanZen - vrix und . übermittelte die Forderung nach einer r Z u;w.e n» dÄlrejz sÄe'jeden SLaatSangefteÜLen irrt monallichtzn ''Betrage per MOV Äronen ab Februar, so lange,'-bis die definitive'BefoldungZreform in Kraft tritt. Es wurde geantwortet/ daA - die - Angelegenheit .dem KabineLt-S'raL vorgelegt' wird. , SLtÄkae EzerErr» Gesandter trrBerLtrr? ' Irr den parlamentarischen Kreisen erhält sich das Frücht, daß der gewesene Minister des Aeußern Ottokar Czernin demnächst -als österreichischsr Gesandter nach. Berlin gehen soll. Abgeordneter Czernin-dementiert ztvaw diese MUSeilung, doch wird von christlichsvzialer -Leite #&&& der Berliner Posten angeboren worden sei, doch, habe sich.Czernin Bedenkzeit auAgebeten. . - Die Ur^L, in welcher ein so wichtttzer Posten aus- _-; Cy.«' St«* O^if- Mrttei!»«ße» su» deui Publikur». ioakr 8temdeH lev» 8cberrer Kolamerr W kn Verlobte Wien, irit Februar 192t. 72 ia. Herzlichsten „Maseltow“ '2er Verlobung des Fräulein Lonka Sternhell aus Kolomea mit Herrn Lean Sclierzer, Wien. n Matter and Geschwister Scherzer. RBLLAN7Bff, Perl»«, Gold, Silber, Platin tLÜhraa kauft; uaA verkauft rvs ETTER Stoteatvmcdv. 3S, HtsltbUieraW. 9S heimnis viel Schindluder getrieben. Ar der. deryokratv' .Men.RepuöM aber' wäre es doch angezeigt, die.Besetzung zueinem Fin'KrzieMr zu maMu, an dem 'sich - in Ären Sozialdemokraten, Mrisb-'- Lich Wiate.und Hroßdeutsche und. in Berlin. Zentrum.'urrd Minnes-Leute;beWiM!Mie^GeMmmS^ämevei darf niiht so 5 weit gehen, r daß man die Oeffentlich^it' ganz' ans schaltet - und ihr, eventuell schließlich; mitteitt,- Herr Czernin habe angenommen oder abgelehnt. Die Ent"' sendung des Grafen Meusdorfs war schon ein starkes Ätück; haben wir mit unseren austyärti^en Mrtretern, die ohne Befragung der OeffentlichkeiL ernannt wurdM, gar so gute Erfahrungen gemacht? Unsere Pariser Bor- Äetung wetteifert mit.der Londoner an — sagen wir --.Bescheidenheit und rührender Zurückgezogeuyeit. .Man muß die Tschecho-Glowakei vder Jugoslawien um ihre rührigen Auslandsvertreter beneiden. Aber ür diesen Landern stehen eben diese Organe unter der steten Aufsicht des' mißtrauischen Publikums. In' Oestexreich muß man immer erst Nachfragen, wer eigentlich so Liebenswürdig ist, das Land iijti äußeren Dienst zu ver° hieten. Die österreichisch-jugoslawische» Berr Handlungen. Aus Belgrad wird uns gemekbLt: Im Laufe dieser Wyche werden in Belgrad Delegierte der österreichischen '.Regierung erwartet, um di« im vorigen Monat-unterbrochenen Untechandlungen über ^Sequestrier««g und' Ko'«-- pensatio ns Verträge fortzüsetzen. In hiesigen'Kreisen wird der Hoffnung' Ausdruck gegeben, daß diese Verhandlungen jetzt günstig zu Ende geführt, werden. Jm . südstawi-- schen NeichSwrrtschaftsrat wurde dieser Tage^ mitgeteilt,-' daß die.-Verträge mit O.ejterreich nur. HrptzIJ-jai-ls» seien. B Bekannt seriöser Käufer für Bpillanten, Ferien Jvwe^EdefsfeinbXmllet1 Mabinowitsch Juwels^ I. MaximHfanstrttse 5 (feeisst Jetzt Mahlerstr.), Tet. 8541 U. Stephaniettrasse 3, nur Nr.3, im eigenen Hanse. Tel. 45146 Fretttg 4 Uhr«. 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EhaZes, der sich auch in Amerika außerordentlicher Beliebtheit und Verehrung erfreut, wurde bei seiner Ankunft auf dem Dampfer „Rotterdam" am 20. Jänner ein enthusiastischer Empfang bereitet. Mit „Schalom"- und „Hedad"-Grüßen wurde der Gast empfangen und alles, drängte sich um ihn. Ack Tage nach feinet Ankunft. enthielten sämtliche jüdischen und Äuch ein Teil ,der englischen Blätter.Berichte über das bisherige Wirken Dr. C ha j e s' auf wissenschaftlichem und politischem Gebiete und sämtliche Berichte hoben die große Bedeutung Dr. Chajes' hervor. In den Unterredungen, welche,Dr. Chajes den Vertretern der Presse gewährte, schilderte der Wiener Oberrabbiner 'die große Rot- O e st e r r e ich Z, der S t a d t Wien, der. Wiener jüdischen Gemeinde , und ganz besonders der. von dem Kriege,am härteste» betroffenen Flüchi11nge ' und die schwere Arbeit, welche die jüdischen Institutionen, vor allem jedoch die ziontftifche Partct und ihre Vertreter, in den verschiedenen öffentlichen Körperschaften zu bewältigen haben, um wirtschaftlich sowohl als auch kulturell den Bedürfnissen des Judentums in Wien entsprechen zu . können. In einem Interview präludierte Oöerräbbmer Dr. ChajeZ bereits auch seiner Werbetätigkeit zugunsten des- Keren Haje.ssod in Amerika. Sämtliche Blätter schließen ihre Berichte mit der Bemerkung, daß Oberräbbiner Dr. Chajes die. verkörperte Selblosigkeit sei, daß er voll und ganz in der Liebe für das jüdische Volk aufgehe, und daß es außer Zweifel sei, daß die amerikanischen Juden, hingerissen von seiner PersSnttchkLit und von seiner gewinnenden Art, seinen Besuch in Amerika für die von ihm angestrebten Ziele erfolgreich gestalten werden. _ , <2ine Erinnerungsmedaille an Sa« - Aem». %; Aus Amsterdam tvird.,ms berichtet: Mit! Zustimmung der hiesigen Leitung der zionistischen 'Partei wurde dieser Tage eine sehr eindrucksvolle Medaille - zur Erinnerung an die Beschlüsse von S an , Memo, dnM welche Mglgich^ .das. Mandat über. Pglä^ Gestalt eines alten,, in der Tallith gehüllieu Jude^,. mit den Tefillim auf der Stirn dargestellt. Seinc^^ rechte Hand, ruht auf der Schulter eines jungen.Miy., jüdischen Arbeiters, das Symbol des Glaubens der....Hoffnung an die Zukunft des. Judentums.- DeA» Arbeiter ist im Arbeiterkleid, abgebildst, seine LiuÄ^ schwingt den Hammer schwnngbersit. Um die berdeyD; Figuren winden sich 5bornähren. In der Ferne ist dies . Front der hebräischen Universität sichtbar. Zwei Jahres«, zahlen, 3830—5680 bezeichnen die Zeit des Endes des i zweiten jüdischen Staates und des Beginnes b^-' d.ritttz.n jüdischen Staates. Auf dev Revers^^ feite D bas David^Schild mit dem Mräischen PoW ,^Zion" in der Mitte eingraviert. Um das Schild herum gruppieren sich die Wappen der zwölf Stämme, während, ringsherum die hebräischen Worte aus dem 137.Pftclwi „Wenn ich Dein vergesse, Jerusalem" zu lese« ftrch.- Peter Krapotkin gestorben. VLrsSlM, 9. Februar. (Fuuksprrtch.) Krapotkim ist gestern gestorben. u Mit. Peter Krapotkin ist eine der intTvessantestmtz Persönfichkeiten der . letzten Jahrzehnte bahingegangeu<. Er war einer der stärksten, sozialen Ethiker unserer Zeir. und ein Kämpfer für bas Ideal einer GesellschaftS^ orbnung, irr der die . gegenseittge- - Hilfe ein sprieß Menschentum schaffen würde. Man hat ihn einen An^ archiften oder Nihilisten genannt. Das sind leere Schlag« warte gegenüber dem Wirken einer ethischen Kraf^! die gegen Macht und Gewalt das menschliche Recht auf! freie Entwicklung verfocht. Darum > lehnte Krapotki« den Staat ab, die Verkörperung brutaler-Gewalt vouj.- Einzelnen oder von Klassen, darum zog es ihn stktK. zu den Unterdrückten und Schwachen: Und die Macht*«,,' Haber aller Staaten machten ihn deshalb stets zu«» . Verfolgten und Flüchtigen. Merkwürdig sind die Schicks, sale dieses Mannes, die er in seinen vielgelesenen moireu eines Revolutionärs" niedergelegt hat. z. . Fürst Peter Alexejewitsch'.Krapotkin, der m&wL alten-, russischen Welsgeschlecht entstammte, wurde a»j- 9. Dezember 1842 in Moskau geboren. Er war zum- Hof-, und Staatsdienst bestimmt, in welchem er auch) dis ersten Stusen d»2r hierarchischen Leiter erreichte. Doch ihn zog es zur Wissenschaft, und 26jährig begann LN in ^tersburg Geographie und Geologie zu studiere«^ Er - hat in diesem Wissenszweig Hervorragendes gkq Xelstet Und sich insbesondere, durch wertvolle Förschuu-Sn Leiträge über Lie Gletscherperiode einen Namen gemach^ Im Jahre 1872 von einer europäischen Studieureistz nach Rirßland zurückgerehrt, begann er revolutionär^ Agitation unter den russischen Arbeitern. Als TeilnehmeS an der TschaikowM-Berschwörung wurde er im Jahq 1874 m die berüchtigte Schlüsselburg gebracht, entfloh nach England, von da nach Genf. Er wurde jedoch Von dort als Anarchist aüsgewiesen, girtg nach Frankreich,' wo ihn seine Tätigbeit ins Gefängnis brach-L Seit 1886 lebte er bann in London, da er nach Rußland nicht zurückkehren konnte. Erst nach dem Sturze des - - Zärenregimes kam Krapotkin 'als alter Mann im Jahre 1917 nach Rußland zurück, von Kerenski an der Grenze feierlich eingeholt. In dem Revolutionsdram«, das sich bald nach seiner Rückkehr in feinem Vaterlaud abspielie, Wat' er ' nur mehr bloß Zuschauer. . Vün.ist Krapotkin,, dessen materielle BerhAß nisse .sehr schlecht tvaren, da die. bvlschewikische Regie ,r^ng für ihn nicht sorgte, im Elend nach langer Krauß hyit gestorben. Er war kein Mann der Tat, aber ei> starker. Rufer nach sozialer Gerechtigkeit. Er war crfüA von.dem Ideal der seelischen Erfassung der sozmLe» Menschheitsforderungen, von dem die Meuschh-Lit auch heute noch so weit entfernt ist. In seinem' herrlich« Buche „Die gegenseitige Hilfe in der menschliche« Eubs Wicklung" hat er die heute noch utopische Entwicklungj der ^menschlichen Gesellschaft zu. einer freien» . äußeren Machrzwang entrückten Gemeinschaft, Zu die Pflicht, zur Hilfe für den Nächsten alle« See! wirklich innewohnt, wunderbar geformt. Seine danken sind auf einige wahre soziale Ethiken der so! genden Geschlechter, wie Popper, Landauer ». «s vpn starkem Einfluß gewesen. Auch in der Moralkehrq Nietzsches, sind Einwirkungen Krapotkinscher Idee« «u-i verkennbar. In einer wirklich ethisch gerichteten Gesel« schaft wich man Krapotkin besser begveisen, als es bisher^ der Fall war und er wich gls einer der Vorkämpfer für höheres Menschentum in der Geschichte des geistiges Ringens nach wahrhaft sozialem Wesen forilebeu« « Die W ohnungsanforder»uge». Die Wiener Landesregierung bereitet eine ReüregeluuU' der -'Wohnungsanforderungsvorschriften vor, die «Uhpehacky Bestimmungen enthalten wird: f Das Verfügungsrecht über durch Ablauf der Mietdauag oder' Todesfall f r ei werde n d e W o h.n u n g e n soll einzig^ rptd allein auf . die den WohnungsLedarf regelnde Behördy', üb^rgchen und dadurch soll der Unfug der »Ablöse"- beseitig^ werden. In dem Augenblich in dem jemand seine Wchnuntz weitergibt, erlischt sein Mietvertrag mtt dem HauStrsiher«! Besitzer und Meter haben kein VerfügungSrecht und Wrt weist die Mohnnng Mem der, tzoraemerkteu

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