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Wiener Morgenzeitung · 1921-02-09 · Heft 733 (9.2.1921) · p. Seite 3

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
3 (1921)
Issue
Heft 733 (9.2.1921)
Date
1921-02-09
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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M. MkMüch Wiesrer Mor«;enA6rruM 9. Februar 192! Seite 8 InlMd. Das Programm von Portorose. Dl« Avnftrenz von Portorose, welche ursprüng- M ältt 1. Februar stattfinden sollte« begegnet Vcv- MedMett Schwierigkeiten, welche zunt Teil mit der Plötzlichkeit m Beschlusses zur Abhaltung deL Tagung Mätnm«nhKtlgjen, infolgedessen eure gründliche, Vorbe- ^ltüntz nicht gut möglich war. Abgesehen Läbyn, baß siWttn noch nicht die Zulagen aller ist Betracht koMchLtldert i^tgateft vorliegen, herrscht auch Unsicherheit Über dä§ Programm der' Konferenz« an her, wie es Aßt« UM. .Herthettir Frankreichs und .Englands fceit> UtzhMN söWn, die in erster Reihe die auf die Donan begMÜcheftDnwchungettüberwachen fällen I r itakte ui- WL ft fto li t i schen Kreisen, wetst man daraus hin« Mß Monstren; eigentlich die Funktionen zu erfüllen hakst,' welche im Artikel 265 des Fricheusvertrages vorgesehen sind, in dem es heißt, haß die Fragen bezüglich jener Angehörigen des ehemaligen Kaisertums Oesterreich, ihrer Rechte, Vorrechte und ihres Eigentürsts, die in den einzelnen Verträgen nicht behandelt ftnh. Gegenstand von „besonderen Vereinbarungen" zwischen den beteiligten Staaten l e i n s ch l i'e blich ste r re ich s/bilden.sollen« zu welchem Zweck eine erenz beschlossen wurde, die b i n n e n drei aten vom Inkrafttreten des Vertrages von Gstint Äermäin zwischen. Heu Delegierten der beteiligte.ft /Höchtt? statlfinden wird. > Prag/8. Februar. Die Konferenz in Portorow wird anfangsMärz statisinden. Der bestimmte Zeitpunkt der'Konferenztagung wird bei den Pariser Konstanzen d8s Dr. B e n e s ch festgestellt werden. Zu der KonstrenA werden sämtliche Sukzessionsstaaten Einladungen erhalten Die Namen der Delegierten der Sukzsjswnsftaatest werden im Verlaufe der nächsten.Woche nach Paris bekansttgegeben werden. 60 MUNoue« Lire ffit Oesterreich. . Sam, 8. tz«bruar. (&t. d«r „SBt. Mvrgenztg.".) Die Blätter bestätigen hie Nachricht, daß die italienische Ptzgierung die Absicht Hab«, in bas Budget einen Betrag pan Millionen Lire als Kredit für He stör re ich «stnzustetlen. Die günstigs Erledigung dieser Frage hänge jedoch von her Kammerkommijsion cch. die sich mit der Angelegenheit demnächst befassen werdp. Die Aufrichtung Mitteleuropas. Paris» s Februar. In einem.Gespräch mit dem römischen Korrespondenten deS „Petit Parifien", erklärte der tfchechä-slowakische Minister des Aeußern Dr. Be ne sch, seine Anwesenheit in Rom gelte vornehmlich der Regelung von Fragen im Zusammenhang mit der Miederausrichlung Zentraleuropas, die im Einvernehmen mit Italien, Frankreich und England in Astgriff genommen werde. Die Rolle der kleinen Entente müsse bleiben, wie sie bisher gewesen sei, nämlich ein Werkzeug des Friedens »nd der Konsolidierung der Länder in Mitteleuropa, gemäß den Grundlagen, die die F.iedensverträge von Saint-Germain und Trianon Die Geheimnisse der Weisen non Won. In der letzten Zeit hat eine antisemitische Hetzschrift unter dem Titel: «Die Geheimnisse der weisen Aeltesten von Zion-, welche angebliche Protokolle von Gehei msihungen des ersten Baseler Zionistenkongresses enthalten soll, in Europa vttd Amerika groheS Aufsehen erregt. «Times", «Mvrn'.ng Post" und «ActioN francaise" haben Auszüge aus der Schrift veröffentlicht, in Amerika, wo das Pamphlet und eine darauf fußende Schrift «Die jüdische Gefahr" massenhaft verbreitet wurden, läßt der frühere «Pazifist" Henry F o r d, der Beiher der Automobilfabriken in Detroit, in einer Wochenschrift, die et gegenwärtig herausgibt, wöchentlich antisemitische Artikel löb» welrhe die beiden Schriften benützen. ES gibt auch eine deutsche Ausgabe der «Geheimnisse der Weisen von Zion", herausgegebe« von Gottfried zur Beek, die im Perlag «Auf Dorposten" 0) in Charlortenburg bereits ttt fünfter Auflage erschienen ist. Der Freundlichkeit der Verlages, welche UNS ein Rezensionsexemplar des „Werkes" sandte, verdanken wir die Möglichkeit, unseren Lesern einige Prüden von dein Geiste zu geben, den oaS Machwerk atmet. Einem 67 Seiten umfassenden Geschwätz über jüdische Nassen, jüdische «Bekenntnisie", Über da» «entschleierte Judentum" und dergleichen, durch das der Leser mit .historischen Beweisen" darauf eingestellt werden soll, daß die Juden Nach der Weltherrschaft streben, geht eine «Einführung" in die vierte Auflage voraus, in der als Generalbeweis für den skrupellosen Machtwille« der Juden ein Briefwechsel zwischen der jüdischen Gemeinde in Arles Und dem «Fürsten jutt Juden von Konstantinopel" angeführt wikd^ Die Echtheit der beiden Briefe ist schon daraus ersichtlich, daß der eine die Anrede «Vielgeliebte Brüder in Mose" trägt! Diese Titulatur, die zu deutlich den Stempel des Originals («Geliebte Brüder in Thristo") trägt, sagt alles. In der Einleitung findet sich auch die Vorgeschichte der «GttzungSböcichke". die der deutsche Herausgeber im Herbst 16ld von einem Deutschrussen aus Moskau erhalten hoben will. UNS zwar hat die russische Regierung zum ersten ZiSnistentöngrrtz ein«, Späher entsendet, der emen Juden geschaffen haben. Die österreichische Frage werde bei der Konferenz vnn Portorose behandelt tverdeu, nachdem Dr. Benesch mir der fraiizösischen und der englischen Regierung' alle Probleme, dis sich aus dem Programm befinden, besprochen haben werde. Die MrsMische Aada in Wien. Die'Plenarsitzungen der rikraiüischett Rada würden gestern nicht fortgesetzt u..d sollen erst am Smnstag wieder ausgenommen werden. In der Zwisch.nzerr arbeiten die Kommissionen, deren t sichtigste, die plli? tische, an der Textie,nrng einer Deklaration an dm euro? päische Oeffentlichkeit. arbeite'-. In dieser Erkl) nrg wird unter Anrufung des Oelbf"" MmmungSrechieS der Bö'ker ausgesprochen, daß die ukrainisch? Nation rsichh auf OstgaNzien Verzicht leisten kann, stnd daß sie für dieses Gebiet sowie für die große''Ukraine die vollste Unabhängigkeit in Anspruch nimmt« Sie lehnt gleichzeitig jede Unterwerfung unter eine Moskauer -Herrschaft ab. ' Dieser Deklaration kommt in Hinblick auf die am 21. Februar in Genf tagende Sihunü des Bölkerbnndrasts große Bedeutung Zu, in welches die Lage. Ostgaliziens zur Beratung' gestellt wird. Der Völterbunürat wird ferner Erörtenrng das seinerzeit von der Delegation der westukrainischen Negierung unter Führung des Präsidenten Petrusiewiez vorgelegte Material zugrunde legen. Bei dieser Gelegenheit wird auch die Angelegenheit der P o grame im Osten zur Sprache kommen. -_ . . ._■ Selegramme. v. Eire SRosüsattsr Prstest gsgerr dre Wiener SGZiKLdemskrnLen. s, 8. Febmar. „Hu-nanltö" veröffentlicht eine aus Riga vom 26. Jänner datierte Borschüft des Vollzugsausschusses .der kommunistischen Internaimnale, die von Sinvwiew, Lenin und Trotzkij gezeichnet ist und in scharfer Weise gegen die Gründung einer neuen Internationale in Wien Stellung nimmt, die als «Internationale Zweieinhalb" bezeichnet wird. Die Botschaft n e n n t die österreichischen 'sozialistischen Führer soziale Verräter und richtet an die Klassenbewußten Arbeiter der ganzen Welt die Aufforderung, die »Internationale Zweieinhalb" zu boykottieren. Parl«nur»tarische Regierungsform für Fndie«. London, 8. Februar. (Funkspruch.) In Delhi wurde heute die königliche Votsä-aft verlautbart, in der der König der Hoffnung Ausdruck gibt, daß die parlamentarische Regierungsform Indien zum Helle gereichen werde. Räumung Mesopotamiens durch die englische« Truppen? London, 7. Februar. «Daily, Expreß" berichtet, das KriegSminifterium harte Vorbereitungen zur schnellen bestach, welcher das Vertrauen der Frankfurter jüdischen Freimaurerloge «Zur ausgehenden Morgenröte" genoß. Dadurch erhielt er von dem Juden die Protokolle der Gebeimsitzungen zur Abschrift, welche in einer Nacht abgeschieden wurden. Eine dieser Abschriften wurde an einen russischen ..angesehenen" Gelehrten S. NiluS gegeben, der sie im Dezember 1901 ins Nüssische übertrug. Eine andere Version, die von einer seither verstorbenen (!) christlichen Frau spricht, welche die Abschrift der Dokumente stahl und sie Nikus üoeL<- brachte, wird, von dem deutschen Herausgeber Beek abzelehnt. So ist nun die staunende Welt im Besitze von protokollarischen Beweisen dafür, daß Judentum und Weltfreimaurerei darauf auSgehen, dis Weltherrschaft an sich zu reißen. Schon das einleitende Brimborium macht den Eindruck, als stammte es aus der Feder des reisigen Freimaurertöters Wichtl. Weit ergötzlicher aber sind die 24 Sitzungsberichte. Sie enthalten eine fortlaufende Darlegung, welche die staatlichen. wirtschaflichen und politischen Ziele der Weisen von Zion darlegen. Einige Proben mögen für das Ganze zeugen: «Die Hauptaufgabe unserer Geheimbünde besteht darin, die öffentliche Meinung durch elfte zersetzende Beurteilung aller Vorgänge in ihrer Widerstandskraft zu lähmen, den Menschen daS eigene Denken, das sich gegen unS ausbäumen könnte, abzugewöhlwn." «Wir brauchen den Antisemitismus, um unsere Brüder aus den unteren Schichten zusammenzuhalten." «Wir müsien ohne Unterlaß in allen Ländern die Beziehungen der Völker und Staaten zueinander vergiften; wir müsien alle Völker durch Neid und. Haß, durch Strett und Krieg, ja selbst durch Entbehrungen, Hunger und Verbreitung von Seuchen derart zermürben, daß die Nichtjuden keine« anderen AuSweg finden, als sich unserer Herrschaft zu beug-n " «An Stelle des Humanismus und der Erlernung der alten Geschichte, die weit mehr schlechte als gute Deispi-le bietet, werden wir die Beschäftigung mit den Richtlinien her Zukunft in den Vordergrund rücken." , «Wir werden die Hausindustrie wiederherstellen und dadurch das Vermögen der Fabrikanten untergraben. «In unserem Dienste stehen Heut« aller Anschauungen und Richtungen: Monarchisten, Freisinnige. Demokraten, j CartaUiten, Kommumsten nutz allerhand UtsprÜen," Räumung von Mesopotamien getroffen. Bataillone hätten bwoitä Befehl erhalten, ' -nach - Jndieft^ zurückzukehren. - , , >s- RumäuNch-russifche FrledeusserhuudH lungen. Lopdon, 8. Februar. (Tel-Komp.) Gill FunkkvrM ans Moskau meldet, daß Tschitfchenn von der rumänischen Regierung telegraphisch eingeladen wurhe.-nener^ dings in Friedensverhandlnngen einzutreten. Gleichzeitig gibt die rumänische Regierung bekannt, büß' etw/rige Abmachungen auf drahtlosem Wege ungeaii;eM seien. , , Tschechische Truppe« in MürMSrssSj - Szigrt. -. , .. Budapest, 8. Februar. (Tel. der „Wr. Morgenzeilung".) Nach einer Debrecziner Meldung hiesiger Blatter sollen die R u m 5. n t tt: Marm-aoosz-Sziget döllitz geräumt und den T s ch e ch e n ü b erg e be n habem Dschecho-slowakische Truppen seien in die Stadt einge- - zogen und hätten die ^Verwaltung sofort übernommeru Die Räumung der Stadt und^ ihre Uebergabe an die Tschecho-Slowakei sei im Sinne des Uebereinkommenß der tfchechifch-rumänischm Grenzregulievungskontmissiou erfolgt, welche seit mehreren Wochen Verhandlungen wegen der endgültigen Rektifizierung der. tschechischrumänischen Grenze gepflogen; mb', wie schon kurz - berichtet, in dem wesentlichsten Punkten bereits bis Einigunst erzielt hat. VertrsAerrsVotum für GioMti. Rem, 8. Februar. (Verspätet eingetroffen.) (Sto» fam.) Nach Schluß der Debatte über die mnsre Politik brachen die Sozialisten eine Tagesordnung ein, worin die Tätigkeit der Lokalbehörden kritisiert und die innere Politik der Regierung verurteilt wird. Ministerpräsident Giolitti ftellte die Vertrauensfrage. Der Dell der Tagest' ordnung der Sozialisten, worin/die Tätigkeit der Lokakbehorden kritisiert wird, wurde mit 252 gegen 93 Stimmen, der andere Teil, worin die Politik der Negierung verurteilt wird,, mit. 226 gegen 79. Stimmer^ ab gelehnt. Die BolkszKhluug in. Srevenbiirgeu. Bukarest, 2. Februar. (Jüd. Korri-Vur.) «Curierwl Israelit" zufolge haben der Bürgermeister von Großwardein und der Präfekt aus Kluj anläßlich, der bevorstehenden Volkszählung in Siebenbürgen einen Erlaß des Staatssekretarrpts durch öffentlichen Maueranschlag bekanndgegeben, wonach die jüdische Bevölkerung Siebenbürgens als nativ-'/ nale Minorität betrachtet wird und sich formt Äs gehörige jüdischer Rationalität in die KonskriptionsLogen, Dnzutragen habe. . Die Verfassung Sertzieus» Belgrad, S. Februar. Die Verfasiungskommifsion der KonKtuante hat ihre Arbeiten begonnen. Justizminister Dr. Tripkovie leitete die Verhandlungen mit einer Rede ein, in der er unter anderem betonte, daß die Regierungen -{. Protie, Vesnie und Pasie je einen Entwurf der Ver- «Bald werden alle Hauptstädte der Welt von Stollen der Untergrundbahnen durchzogen sein.. Von diesen Stollen aus werden wir im Falle der Gefahr für uns die ganzen' Städte mit den Staatsleitungen, Aemtern, MrkundeNsammlungen der Nichtjuden mit ihrem Hab und Gut in die Luft sprengen." ' " «Die Zukunft wirb nur dem König b e r J u d e n rW dev drei Weisen bekannt sein, die in alle Gehsrmniffe/ eingeweiht waren." . -; ■ | Und fo etwas wagt man, denkenden Menschen M protokollarischen Bericht vorzuleg^n. ES scheint aber» daß 'der" HevauSgeber der deutschen Ausgabe schon eine Bearbeitung der anderssprachigen Ausgaben vorgenommen hät. Denn i»^ diesen wird auch in einem Tätigkeitsbericht darauf hingewiesen, daß die modernen Erfindungen mrd technischen Errungenschaften von den weisen Aeüesten von Zion in 'diq" Welt gesetzt seien zu ihrem Verderben. Wie frech dieses' dreiste Schwindet mit Fälschungen arbeitet, um sich für vertrottelte Leser den Anschein der Authenttzitat zu geben, geht aus einer Zuschrift aus akademischen Kreisen hervor, welch« di« «Jüdisck)e Preßzentrale Zürich" veröffentlicht. ES 'heißt dort unter anderem: Man würde sich schämen» von solchem Blödsinn überhaupt Notiz zu nehmen, wenn man nicht wüßte, daß die eigen« tumliche Konstruktion des Gehirns des Lesers, auf welche solche Schandschriften rechnen, diese umso wirksamer machte je Greulicheres und Unmöglicheres behauptet wird. S» allein läßt sich ja die Persistenz des Glaubens ün das Nrtuat» movdmärchen begreifen. Natürlich hängt die überzeugende Kraft de'S Pamphlets selbst für Antisemitrngehirne davon ab, daß' es wirNich schon fast ein Jahrzehnt vor der Erfüllung seine« Voraussagungen erschienen sei. Zur Verstärkung der agitatorischen Wirkung ist daher angegeben, das Original von 1908 sei im Jahre 1906 vom Britischen Museum an-> geschafft und dort unter Chiffre 8290, d 17, ausgestellt, worden. Da ich überzeugt war. daß mindestens die prophe« tischen Stellen spätere Einschiebsel seien, ersuchte ich einett' absolut ehrenwerten und in der Sache des Antisemitismus völllg unbefangenen christlrchen Gelehrten, welcher derzeit in London weilt, sich das Büchlein anzusehen und mir . zu berrchtrn, NmS eine Abschrift kosten würde. Das Resultat. Ifc* mm EDvsÄLNiasu Ä^rtroKen, D^. nan^c

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