Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- Heft 730 (6.2.1921)
- Date
- 1921-02-06
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
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M Berte 6 Mest, BMrws SOinter Morgenzemms 6. Fedru« 1921 » 730 ftttb beauenhct haben und obzwar schließlich infolge derbesonderen Bezeichnung unserer Orlfä^er ein»; Verwechslung «usgeschlossen ist. habe« wir uns doch mtt Rücksicht auf die erwähnten Gerüchte veranlaßt gesehen, eine Klärung herbei- Auführen. Wir haben daher eine Änrlvse des bei ttnS inzBer'^ Wendung stehenden Oeles durch dir staatliche Allgemeine U n L r r) u ch u n g L a n st a l t für Lebensmittel der-- «vtlaßt: Die Arnauc, auf exakte Wifs-Arschastliche Methoden gestützt Untersuchung hat ergeben, daß urrsrr Del reines P f! c n g t r, f e r t ohne Beimengung irgendwelcher tierischer Dsstandreile enthalt. Dasselös Ergebnis hatten die auf Veranlassung anderer Küchenbetriebe durch -dieselbe Anstalt ftiyie baZ chemisch-milrostopische Laboratorium des Professors Doktor Zolles und die seitens des Rabbinai'S der Israelitischen Kultusgemrinde Wien bei der StaatSgewerbeschul« veranlaßten» unter Anwendung eines spezielle» (sogenannten 8ömer;che» Verfahrens) vorgsnommenen An^lhfsn. — Sämtliche Proben wurden von de» zuständige^ rituellen Aufsehern entnommen ur£ den Leitern der erwähnte» Institute übergeben. In dem letzterwähnten Fall erfolgte dies durch Herrn Rabbiner Mayrrsohn persönlich. Obwohl die Befunde der hervorragendsten Laboratorien vollkommen ausreichten. um jeden Zweifel an der Kaschruth des Oeles auszuschließrn, wurde überdiss das Gutachten des eingangs erwähnten private» Laooratoriums, welches Anlaß zu den beunruhigende» Gerüchte^ gegeben hat, der ^lllgemeinen Ilntorsuchungsanstalt für Lebensmittel' Und dem in thoratreuen Kreisen großes Ansehen genießende» Dr. Sein. Dir gnmnb Silber st einzur Ueberprüsung-vorgelegt. Die uns zugekommenen Entscheidungen^ lauten übtreinstimmcnd dahin, daß da§ Gutachten einer Kritik.reicht standhalten kann und vollständig haltlos ist. „.v Bei bi:v-t Sachlage hat das Rabbinat der Israelitischen Äulrusgemcinde Wien da§ Öel als vollkommen einwandfrei anerkannt den bezügliche» Hechschar öffentlich verlautbart. Wir fügen hinzu, daß das erwäbnte private Laboratorium sich veranlaßt gesehen hat. in einem an urvl rdichteten Schreiben zu erklären, daß es fein, auf eine loß oberflächliche Analyse gestütztes Gut- »chteir zurück zieht. Dies bringen wir zrvecks Aufklärung öer Betracht kommenden Kreise zur Stennti^S. - War sind Lnxnswirre«? DLlvjsurig genauer Vorschriften. ' Die vom Buttdesminifterium für Bolksernährnng ungeordnet? strenge Ueberwachung der Auslagen m Einsicht auf l'ie L^rgeschriebene Preisanzeichnung aller ausgelegien Bedarfsgegenstände hat mehrfache Beschwerden seitens kaufmännischer und gewerblicher Unter-- Stehmer über des Vorgehen der durchsührende« Organe hervorgerufeu. Iu vielen Fällen ergaben sich abweichend? UuslÄgungen des Begriffes „Luxusware", was zu Konflikten führte, da bekanntlich Luxus waren vom Zwange der Preisanzerchnung ausgenommen sind. Im Handelsvriniffcrium fanden kürzlich Beratungen statt, die mit einer Enauete aller Branchenkertreter begannen und dann tn einem, it:ineren Kreise fortgesetzt wurden, in welchen die Letriligien AmLsstellsn, die Diener Handelskammer, das Diener kaufmännische Gremium und der Wiener Magistrat, vertreten waren. Als Ergebnis dieser Beratungen wurde übereinstimmend beschlossen, im Interesse der Geschäftswelt den Erhebungsbeamten einzuschärfen, daß sie bei ihrem Einschreiten taktvoll vorzugehen und im Falls der Erstattung einer Anzeige , den Geschäftsinhaber von ihrem Gegenstand Zu verständigen haben. Dagegen wird an der Vorschrift, daß auZgelegte DedarfsgegLnftänLe mit ihrem Preise Lez-ichuLt.sein müssen, im vollen Umfangs festgehalösn. In.biejsmt£i;u*c wurde dir Herstellung und Verbreitung eines „MertblaLtes zu den Vorschriften über die Ersichtlich? rngchung von Preisen" beschlossen, welches neben den allgemeinen Bestimmungen auch eine eingehende Erklärung des Begriffes „LuxuZware" enthält. Hisnach sind Luxusvmren vor allem Gegenstände, die schon 'in ihrem Wesen nicht geeignet sind, einem Lebensbedürfnis der Menschen oder Haustiere zu dienen, wie. zum Beiitt'sse dienen, werden zu LuxuZware, wenn sie durch ihre Ausführung auf Befriedigung der Prunksucht, ..der Prachtliebe oder eines besonders verfeinerten Geschmackes dienen. Gegenstände, deren Hauptbestandteil das Werk eines Künstlers (Malers, Bildhauers, Holzschnitzers) ist, ebenso auch kunstgewerbliche Arbeiten werden zur Lüxusbare gezahlt. Hinsichtlich der Lebensmittel verweist das Merkblatt darauf, daß infolge der Umstände viele Waren, die früher reine Genußmittel waren, jetzt Nahrnngsmittelzwecken dienen. Als Bedarfsgegenstände werben Bier. Rum, Wein, Schnäpse anerkannt, während Liköre, französischer Champagner, Trüffeln, Austern, Kaviar als Luxuswaren gelten. Im übrigen wird in.dem Merkblatt ausdrücklich gesagt, daß die Behörden den Begriff „Luxuswäre" auf bas strengste auslegen müssen Und im Zweifel für den Begriff „Bedarfsgegenstand" «rtschsid-en weichen. _ Jüdische DevSlKermtgsbewegumg.; r Emen i»:eresia»tr» Bericht über btc Zahl d:r Juden fr st Moses Zeiten briugt .P o p o l » R o m a » o". Es cutmülmt Ln erste« Zahle« dem Hisisrcker L i v i« S. Danach hrbr rS rur Zeck M o s e S M XV. Iaht hundert vor unserer Zeurechnung L*/r» Mrll vnrn f-egeveu. Wählend der RcgitrMg d-S KvrügS Dav.d :m X. Jahrhundert vor unserer Zerircchnung sind sie auf $8/to Milllbven asgewachsen. Sn gingen dann ständig zurück, betrugen zur Zeit der Bulgata 5 Millionen, am Ende deS $CV. Jahrhunderts unserer Zeitrechnung nur noch 18/10 MiLvreu- Bon La au begann cru ucuer Ausstieg. Ende deS XVIII. Jahr« huudrrls brnugm sie Lft, Millionen, im Jahre 1910 . LS^r«. Millisne'.-r und heute was ihre Zahl auf annähernd 1« MkSoneu -eschätzr. Ihre xrvßie Drynchrunfand i« XIX. Iah-.Hunden statt. Dü Zahle» vvu MoseS drS David »Nden dadurch grlvonue«, drrß man gemäß der Bibel dre Zahl der DeoAker.wZ u«ch d:u waiiensLhisim Männer» berechnete. Die ,3$* der Gttbi?» md der ß»vrii»§« ist sehr schwer stMKellrsf Mitteilnngen ans dem Publikum. t empfehlen sich als Verlobte Wien, im Febraar 1931. Anna Scherzer Hermann Gross Saiaiyn Bade« VERLOBTE im 'Jänner 1921. «St Statt jeder besonderen Anzeige! Fräuf. Df. LAURA POSTHORN Med. HERMANN GROSSNAS beehren sieh hiemit bekanntsugebe«, dass ihre TRAUUNG Mittwoch den 9. Febraar um 3 Uhr nachmittag im t, stettfindet Neudegger-Tempel, VIII., Ncudeggergas3e, «t Möbel 8. Innendekeraticm J. SPIRI a grösster Auswahl. 5?Gr geflcgsie ffiW, fl., 11 8 619 Erzeussriasö. . (Heise Karl ßchtpeigSefergasirc). VI: H R5V&Ä5SE m UrSsatos, besfsortltrl«* Wiess ln Ds»vt«. Vorltüagia, üc'ß«r wSrien, L&Qftsp^iches, Stores, DoppeHe-Äsa als. Billigste Preise. $&■& B KILQ.ANTEN, Perl an. Gold, Silber. 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Nun wurde dieser - Dag^ bsbannt, daß in einer der letzten MinisterratSfitzunge«! beschlössest'worben sei, den Hausherren hinsichtlich der in ihren Häusern befindlichen Geschäftslokale dach KündigungsrechL schon in der allernächsten ZM s-rei'z'ugeLen. Dies würde naturgemäß' zur'Folstst haben, daß die jüdischen Kaufleute vöNitz vvU der politischen Gesinnung, beziehungsweise der Politik schen - Liebedienerei ihrer - Hausbesitzer abhängig ge^ macht würden. Bedenkt man, daß der Verband der i,Ev<. wachenden Ungarn" ein eigenes großes Bureau unterhält^ in welchem die Liste der jüdischen Geschäftsinhaber und der christlichen Hausbesitzer geführt wird, Und daß' die letzteren unausgesetzt von den „ErwachendenUngarn"^ unter allerlei Drohungen aufgefordert werden, 'weiintl nurire^sndwie möglich, ihren jüdischen Mietern auf-: zukündigen, fo wird' man begreifen, daß die jüdischE ^ausleuL^ in Budapest und in der Provinz durch : diesch 7cachricht in panischen Schrecken versetzt wurden^t. >; - Die Direttwn des ungarländischen Aauftnänni^ schen Vereins hat sich in einer ihrer letzten Sitzungen,^ ml 'dreftr Angelegenheit befaßt und über'-Antrag' Mitgliedes Aleränder' Paunöz' einstimmig :einH PrsttesivesoluLivn ' an . die Regierung L e s-chi vs se n. . in , welcher; ganz ^. freimütig" darauf hürgewiesen wird, 'daß die'-Durchführung deS getauchten Planes den Mrgen-materiellen Ruin breite« (lies: jüdischer) Schichten der Kaufmannschaft bedeuten würde.-OL dieser- Schritt-bei dem jetzigen Einfluß, de»? die Ehri-stlichnationalen und ihr Werkzeug, die „CTe.«- wachenden Ungarn"-, noch immer besitzen, von Erfolg -b^; gleitet-sein-wird, wird selbst in-den Kreisen des Kauf» m5nnrschen--Berei.nes istark Hezwerfett.- Der Maaffer.! -- Es -war eine kühne Tat. als die Londoner Ktyniesttsche Fahrzskonferenz den Entschluß faßte, von de« Zionifieu' der ganzen Welt für die Zwecke des 5kerew: Hajessod--. -die alte ' jüdische Volks st euer, - bmi Maaf-s6^ zu fordern. Bisher hatten alle.Forderungen^ welchdie Ziouistischs Weltorganisation stellte, - Sprn^ passen, betrafen so kleine Summe»/daß..der Spenden«, charatter immer noch nicht verlorenging. Was jetzt gS^ fördert wird/ ist etwas ganz anderes und stellt an fedew: Zionisten ganz andere Anforderungen. Was heute' ver«4 langt wird, ist eine Steuer, und zwar — man braucht es-sich nicht zu verhehlen -- eine - recht hohe Stentzr.i Wiealle Volks- und SLaatSgemeinfchafteN für betü: Aufbau und die Erhaltung ihrer Gemeinschaft Steuem erheben, so kann auch das in der Zionistischen Organs sattan verkörperte jüdische Volk nicht-mehr ohne Sd» stungen auskommenj die steuerartigen Charakter tragen^ Bon dem» was man sonst im&x Steuer versteht, untep-" scheiden sie sich durch den Charakter der Freiwilligkeit^ Im übrigen aber trägt die Forderung des Maasser denselben Charakter wie die Steuer, welche bei anderen! Völkern der Staat verlangt. . : .; An . dem Gelingen oder Mißlingen der Maasftr^ Aktion wird es sich erweisen, ob das jüdische Volk dH Fahiglelt hat» tvieder ein S taats Volk zu wje^s. d en, vb es wirklich den WiMn hat, den Judenstaa^, die .Mische Siedlung und die jüdische Kultur' iw' Palästina zu neuem Leben zu erwecken. Die Mittel/ die hiezu notwendig sind, sind so. überaus groß, dstß die Forderung des Maasser das Mindeste darstellt, wrK.' von den'Zionisten verlangt werden muß. Darum aber muß der Maasser unter allen llmständrn in vollem!' Umfangs gefordert werden. Mit noch viel größerem^. Ernst wie bisher muß der Maafser-Gedanke, der Ge« danke des' Z e h e n t s für die Volksgemeinschaft, ms« Auge gefaßt werden, unddiese Forderung muß Mitaller ZÜnsequenz zur Durchführung gelangen. Daß cs Möglich M' die Maasftr-Forderüng durchzuführen, zeigew bereit zahlreiche Beispiele. Das Wichtigste ist, daß man Kbfrbgutzt dsn. Wut. MÄrin^ die Forhernn^ H ü