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Wiener Morgenzeitung · 1921-02-04 · Heft 728 (4.2.1921) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
3 (1921)
Issue
Heft 728 (4.2.1921)
Date
1921-02-04
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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Srüs4' n.-aC«irs»r-- 1 y 'iTnru&TBmniwi Wie», Zreffag Wiener Morge«r«tt»»s ^eu Invasionen hätten auch im ukrainischen Volke de« Korken Willen zur nationalen Unabhängigkeit wach-- Neruftn. Mut und nicht verzagen! Denn nie sind wir gut gestanden wie jetzt! (Beifall.) . Bei der folgenden Rode des Herrn Musch'«ir 'wurde die Sitzung für geheim erklärt. /: : ' Um den Kommissionen Raum für ihre Arbeiten' xZ» gewähren, vertagte sich die Rada sodann 'vis Dienstag. -jv.v i_ __i_i t; / •' Ei« «euer Msuarchistenbvud. ' 3« der Wochenschrift »Das Neue Reich" beröfftMichi. der Präsident deö Katholischen Schulvereines Ä. I. Messegut er »Mir emo nt einen Aufruf zur Gründung eines „Reichsbundes der Oesterreicher"; der Verfasser, üiöer» .Zeugt, tauserche und abericmscnde Gleichgesinnte Zu finden, -sagt über die Ziele des Bundes: Dc.r Drvnd soll sein «ne freie, unpolitische Vereinigurrg -sür jeden aufrechten Oefterreicher und jede gifte Oester- /sicherin, di« sine Rettung a-us den jetzigen unhalLaren Verhältnissen wollen und diese nicht, i» der modernen, weiterwendischen Nachgiebigkeit gegen den Mnoritätsterror ersticken, sondern im Aaren Bekrnninrffe, daß wir an u.n8. selbst die här testen Aufgaben an Arbeit und LObsnsführring üzUcn müssen, daß wir die Freundschaft zwischen den all-- -ösirrrcichijeden Nationen wloderherstellm müssen, daß wir tzis notwendige Autorität für den neuzubildenden DonaufiUnai burch Wisde.rbcrsiellrurg der historischen Tradition Ser Kaiserwürde schaffen müssen. Die Geheimtuerer, fcic blaßen frommen Düi'.schc der Still«, müssen ein Ende - Hsöen, Wir o>7öen ein Recht auf Oeffcnllichkeit. Wir haben rc<-der geheime Mttcl. noch geheime Verbindungen; wir - awröcn keine Pritsche machen, wir , werden einfachjin mü) schlechtweg lcgol sein! Tie freie Meinlu^säutzerullg steht uns in der Republik ebenso zu, wie sie Kommunisten und. 'öolschewiken gewährt wird. Wie die Redaktion der Wochenschrift nnrtsÄt, kommt die WirNichkeit dem Wunsche des Verfassers zuvor, als bereits vor Wochen in Graz ein fcücher Bund begründet rourd« und als dieser 3hmb eben jetzt in Wien großzügig «usgobrrwt und organisiert wird. Das Programm dieses' Mmdes ist: Hebung des österreichischen Seibstbewutztserns, Zurückweisung der unsachlichen Besö^mpfungen der Habsvurger Dynastie, Zurückweisung der durch Pressekauf und iPressebeeinflussung von Italien und Berlin aus erfolgenden «mösterreichischen Propaganda in Oesterveich, ' Ueberwindung des krankhaften Nationalismus, Arbeit für seelische Wieder- «nnäherung der Völker der neuen Nationalstaaten. In- ' zwischen bat bereits eine Reihe bekanntester und verdientester Persönlichkeiten ihren Beitritt zum Reichsbund« der O-sierrrüher angemeDet. Der offizielle Aufruf von Wim aus ' wird allernächstenS erfolgen. 4. Februar 1S2L ML 728 TsgesLerichL. Die VerhLftrmg -es RechLsanwÄltes Dr. Melbinger. Dev Rsma« eiyes Homosexuelle«. — Z« de« Kekllen vorr Erpresser«. — Ei« Advokat al« Schmnssler vsrr «Gftederln". Ein bekanntes Mitglied des Wiener Barreau, der ^äbrigc Rechtsanwalt Dr. Ferdinand Melbinger, der in der Porzellangaffe 38 wohnte und in der Jordangasse in der Inneren Stadt seine Kanzler hatte» ist gestern' unter schwerwiegenden Beschuldigungen in Hast genommen worden und w:rd dem Landesgericht eingelrefert werden. Er ist beschuldigt, die Korrespondenz von Verbrechern aus der Zelle und m die Zelle besorgt, an der Beute des einen Anteil genommen zu haben und erscheint auch schwerer Verfehlungen gegen SitLlichkeitöparagraphen beschuldigt. 'Heber die Verhaftung, deren Vorgeschichte auch bezeichnende -Streifblicke in manche HAftlingszellen hm laßt, erfahren wir folgende Einzelheiten: Dr. Melbinger war ursprünglich für den Priest«rstand bejrimmt, hat jedoch dann die juristische Laufbahn eingeschlagett und später die Kanzlei des Dr. Mataja über-. MMilmige« ms dem Publikum. eine unselige Veranlagung in den Händen von E rpressern, sunger Burschen, die rhu Hundertt-ruserrdö koste ien. ' . Die Zelle Rr. 147. Durch polizeiliche Erhebungen wurde feftgestellt, daß kn der Zelle Nr. 147 des Landesgerichics eine förmliche Agentur für Dr. Melbinger war. Zwei - Häftlinge. Waldöst! und Oskar Nowak, waren seine förmlichen Agenten und sorgten dafür, das; er Klientel bekam. Dafür sollte sich auch der Anwalt erkenntlich gezeigt haben, indem et den Schmuggel von „Gsieberln" aus dem Landesgericht in die Freiheit an Verwandte und Freunde ' übernommen hat. damit durch die Briefe die Verteidigung besser geregelt werde. Ms man einmal so we-t in der Untersuchürrg war. die sich rm Landesgericht selbst schwer führen ließ.' griff Pniizeitommissär Dr. Letvisch zur Maßregel, alle die achtbbn Häftlinge des Landesgerrchtes mit Bewilligung der chausver-wcrlhmg in Zellenwage» in dos SichLrheitsbureaü bringen zu lassen und t sie dorr einzuvernohrnen. Die Zelle war eine sigenanrue Jnielligenzzclle. Es saßen darin tvvhl fätwrewt, Betrüger, Hoteldiebe; eS waren aber fast dürchu>egs Leute aus den gebildeteren Ständen, so der Maler Rad da, der. ^Mediziner Meixler, oin DiÄb, der vom Diebstahl an Frau Konstantin berüchtigte Kurt Kolisch, btt falsche Kurier Otto Stanzl. der Ingenieur Rungk t €e r. Alle diese UntersuchungSyäftlinge vernahm Doktor .Pewisch ein. Die Aussage des Studenten der Medizin und iHoteldiebes Meixler war für Dr.. Melbinger vernichtend; Meixler gab an. er hÄbe eine Aktentasche mit, Teilen seiuse f'Szute: 4st Louisdors, 1 Pfund Sterling in Gold, 1 100-Kronenm französischen Franken und 800 Schtoeizer Fran- Len-.baml mit Einbruchswerkzeugen, wie Brecheisen, Dierf/ichrp und einem Schlagring, m bet Garderobe des Hotel htrariH dLpsnVrt and bm GardsroL-ezettei bei ftiner Ver» >-ss:v..>g ivn Ohre verborgen in die Zelle des LandesgerichieL Mir- B «33JLAN715M,?«s>los, OoXÄ,Sllbor,Flatta u.ükrc» &ibH aad verkmtt Ti* 28, SffiariftMlf»ffflitr. ®# chäftüng Oskar Nowak, als dieser freigrng, dem Dr. Ms.» chmger zustellen, damit dieser die Deute und daS Einbruchs- .Werkzeug' m Sicherheit bringe. Das habe Dr. Melbinger auch wirklich getan. Zwei Tage danach habe ihn aber Doktor MeÜünger in das Verteidige rzimmer rufen lassen und ihm mitgeteitt, daß die Tascke, als er sie>bekanr, leer war, daß gar nichts darin twtt. Meixler war ungläubig und hat dem Dr. Melbinger schriftlich und mündlich gedroht, er werde , die Sache vor den Untersuchungsrichter bringen; denn —- so hieß es in eurem der, «Gsieberln" —. er stehle , nicht aus Nor, damit sich andere bereichern. ES'h<L>en sich zwischen dem - Verbrecher und derü Rechtsanwalt' Verhandlungen ent» sponnen und schließlich sich Dr. Melbinger einverstanden.erklärt, dem Meixler 20.000 Krsrten, Schadenersatz zu leisten. Meixler - war' zufrieden .damit .und überrnchm bei" einer heimlichen UniLNÄmptz , im Vertordigerzimmsr die 80.009 Kronen, die er verbarg. 10.000 Kronen gab er später wieder dem Dr. MÄbinger zurück,' damit er mit dem Gekde seine - Kost im Landesge'vicht aüfbessere. LirbeSidtzke« im Landeßgericht. Oberhalb der Zelle Nr. 147 ist' die - Zelle Nr. 149 der- Weiberabteilung. Zwischen beiden Zellen bestand ein inniger Verkehr, der durch an Schnüren heimlich herabgelassene Briefe bewerkstelligt wurde. Die Briefe dienten der Anbahnung von Beziehungen, zarter 'Natur zwischen männlichen und weiblichen Häftlingen, die sozusagen die „Katz im Sack" kauften, da sie einander nicht setzen'konnten Da soll mm Dr. Melbinger der gute Genius gewesen sein. Man brauchte ihm nur seine Wünsche bckänntzugeben. Da war ein Häftling, der gleickgeitig die Stelle eines Stubenvaters bekleidete, 'Rudolf Glück; er hatte seine Augen zu einer Tänzerin, Anitta Ramäus, erhoben/die in der Zelle Nr. 149 saß. Damit Glück und die Tänzerin einander kennen lernen konnten, hat Dr. Melbinger beide zugleich zu sich zu einer Unter» redung inZ Verteidigerzimmer beschieden. Der Anwalt wirb auch beschuldigt, sein Amt dazu mißbraucht zu haben, um der Gelitten.eines änderen HäftlirrgS ein Stelldichein mit ihrem .Geliebten .im. Verteidigerzimmer zu ermöglichen« Dr. Melbinger soll däs . junge Mädchen einfach unter der Maske seiner Stenographin ins Zimmer mitgenommen und den Häftling zu einer Unterredung dahin beschieden haben« AIS beide im Zimmer waren, soll srch Dr. Melbinger diskret zurückgezogen haben.. Die rssafeidese Matiuee. Durch die Mitwirkung des Dr. Melbinger sott eS die Tänzerin Anitta R a m a u s herstanden haben, sich eine, rosaseidene Matinee in die Zelle zu schaffen. Sie kam in die Zelle N. 147 Imd wurde dann an einer Schnur bochgezogen. Dann äbeü fand sie den Djcg wieder in die.Nännerzelle Nr. 147. Dort saß.- wie erwähnt, der Dieb bei Frau Konstantin, Kurt Kolisch. her pervers veranlagt ist. Um anmutiger auszusehen, hat sich Kolisch die rosäseidene Matinee von der Tänzerin erbeten und zugestellt erhalten. Er hat sie dann angelegt und.bei kongenialen Naturen in der Zelle Sensation erregt. Mes dank' dem Dr. Melbingerl Sparer kam aber jern/.Stubenvater.in die.'Zelle, der moralischer veranlagt'war und alle sexuellen Ordnungswidrigkeiten verboten hat. Vo'rher war das Äeben stn der Zelle überhaupt luftig. Bis 4 Uhr' früh wurde »iitünter Kar t e n g e f p i e i t. Auch dabei war Dr. Melbinger der gute Genius, er hat nämlich eigens, besonders schmal zugeschnittene 5davten i» die Zelle zu schmuggeln vermocht. " Die' Erpresser. DaS Verhalten Dr. MsIbinaerS dem Kolisch gegenüber leitet zu den letzten Gründen ver Verfehlungen hinüber. Er war selbst ein' Opfer seiner perversen Veranlagung. Dr. Melbinger.war. nämlich auch Homosexueller und stand ganz im Banne -seiner unglückseligen Leidenschaft, die ibn nicht nur sittlich, und. moralisch ganz herünterbrachte, sondern ihn auch materiell vollständig ruinierte. Er hatte zwei junge Bursche aus - gutem Hause, Serafin und Viktor Alexander K e ll er. die Söhne eines Großindustriellen, in seine Kanzlei ausgenommen.. Nominell waren sie KanzleihsifSkräfte, irr Wahrheit, feine. Genossen . der Lüste und feine Quälgeister. Vom 27. November 1619 bis ' 28. November 1920 waren sie in seinem Käufe -und Dr. Melbinger führte genaue Ausschreibungen über die Summen, die sie ihn gekostet. Er zahlte ihnen.jede Mahlzeit, kleidete.-sie fürstlich! Er kam ftir ihre.sämtlichen, noblen^BedürfNisse auf und bezahlte jede, betrügerische Schuld, 'die sie da und dort gemacht. Dabei bestahlen und i bedrohten, ihn die nichtsnutzigen Bursche in der infamsten Weise und Dr. .Melbinger konnte sich im Banne seiner Leidenschaft nicht von ihnen befreien. ES ist anzunehmen, daß er sich, durch , die beiden Jungen in finanzielle Schwierigkeiten geraten, dazu' verstanden hat, sich zmu Helfershelfer' von Verbrechern zu machen. „Deseuerierte Menschen." Als er dann dennoch dieses Gezücht ob^ftchütteln gewußt hat, schrieb er an den Herausgeber einer homosexuellen Zeifschvift «Der Eigene" in Berlin, daß ihn der eine der Burschen eine halbe Million Kronen gekostet hat. Zum Schluß stahl er mir -- heißt es — fast vor den Augen des Bureauvorstandes eine Schreibmaschine um 20.000 Kronen. Der Burea>worstand' -ließ ^hn. ohne mein Wissen, festnehmen» und ich hatte acht Tage Mühe, seine Befreiung durchzusetzen. Sie haben mir, schreibt Dr. Melbinger, sämtliche Ersparnisse . gestohlen, so daß ich ohne alle Drittel bin. Sein jüirgever Bruder ist zehnmal' schöner als er, ober er. wird sich zu einem noch größeren Dieb und Räuber entwickeln. Es. ist wohl, ein großes Unglück, mit einer Versammlung so dogenerievlLr Menschen zusammen zu sein.,. Die Hausdurchsuchung. Das war arrch Dr. M-olbingors Unglück. Eine Hausdurchsuchung, dir gestern nachmittags vom Polizeikommissär Dr. Lewisch unter Airtwirkung des Krimnmlbeamten Wa« lisiy und in Gegenwart des Dr. Gu-nesch in der Kanzilier in der Joodangafse vorgenommen wurde, zci-gt, wi? tief Doktor MelkmMr gesunken war,-wiesehr aber die beivcu Burschen an chm gezehrt haben. Mau fand eine ganze Reihe , von ..Gsieberln", aus dem- Landesgericht geschuruggelter Der» brecherbrieft, von denen einige noch gar nicht zugestellt und mit Wolle oder Spagat umwickelt sind, gang klein gufammengef-altet, daß-sie heimlich weggetragen - werden können. Lie Hausdurchsuchung förderte aber auch sorgsam geführte Aufzeichn'.rngen über jeden Heller zutage, die Dr. MÄDinger für die Brüder geleistet. ES sind Dutzende von Foliaseiten :n Hcmd- und Maschin-rnschrift. Bei der- Hausdurchsuchung Tt’u-riN? auch ein Betrag von 200.000 polnischen Mark in Noten zu je 5000 Mari' gefunden. Welcher Heckurrft dieses Geld rst. ist nicht bekmmt.-Airch viele erotische Photographien und eins Korrespondenz dirsser Art wuvde bft Dr. MsLbinger *««»***■ Mk» ffagi hgdqM der Aufklärung. Radda, der Maler, hat durch Vermrtüünz des Nowak mit Hilfe des Dr. Melbinger Geld an feine liebte geschickt. Das Geld ist ihr nicht zugekommen. OL ei Nowak, «er Dr. Melbingcr veruntreut hat, muß . erst dvjweitere Untersuchung erg-L-en. Dr. Melbinger ist in ' des' . Hasts-chr gefaßt und beurteilt seinen Fall selbst von juristi'- ' ' schen Gdsichtspunkten. Mit seiner allfälliäen Verurteilung hÄ er sich schön abgefuTrden. Gr wird nach Abschluß der En . - Hebungen-dem Kar^eSgericht . eingeliefert werden. D»s Schicksal der R««ea Wiener Ha«delsakademie. > Den Berkarrf deS Hauses veschloffe«. Die gestern im Kaufmännischen VevetnshauS staiige» sundene NLucrliche Generalversammlung des Wiener Kaust ^männischen. Vereins, welchem die Enifcheidung über daS - . -Schicksal--der neuen Handelsakademie cblag, nahm amcv ..; starker Beteiligung von. 115 Mitgliedern stellenweise ein<A recht, 'stürmischen. Verlauf. .VMitzender Kommerzialrat Ncsenberg -bekonks seiner Eröffnungsansprache, daß es leider nicht , gelungen sei.- - die sosehr erwünschte Verstaatlichung der Äkadrmie herberziÄ ,... führen/iso-dätz ein and.ever.Weg zur Sanrsruyg gesucht werderz , mußte. . . Neker' die Stellungnahme^^ deS .Kuratoriums zu dev neuer, Samerungsvorfchlägen berichtete Rechtsanwalt Dskicn Ruzigka; er.empfahl hierauf nachstehenden Antrag zin>, ... Annahme: . - »Die VereinZleituntz wift> ermächtigt, von dem dem Wiener Kaufmännischen 'Bedern gehörigen Gebäude der Neuert' . Wiener Handelsakademie in Wien den gegen den HamerÜilg, platz gelegenen Trakt von dem jetzigen GrundbuchSkörpmi E.-Z. 984 des 8. Bezirkes in Wien abzutrennen» diesen abzu, trennenden Trakt zu veräußern und zugunsten des abzntrcnncndcn Gebäudes und zu Lasten des verbleibenden , Fensterrecht und die Servitstt. des Pauverbotes. bis .gür Mittellinie des zwischen beiden Trakten liegend«! Hofes zß bestellen." - . ' Der Antrag auf namentlichr Abstimmung wie der An« trag auf Vertagung der Beschlußfassung über den Akverkauj '' ' des Alademiegebündes wurden a b g elehn t, was von ds>j Opposition mit schrillen Pfiffen und lärmenden Zurufen be« ' antwortet wurde. . ., Hingegen wurde der Ermachügmlgsantrag für brr Vereinsleitung, welchen Dr. Ruzizka stellte, mit 89 gegen 31 Stimmen angenommen. ' - ‘v ' .. Dieses Abstimmungsresultat wurde mit Pfm-Rufog seitens der. Opposition, aufgenomnren,. welche aber von der Mehrheit der Versammlung mit stürmischem Beifall abgewehft wurden. - " .. Sodann wurde die Neuwahl der BereinSleitung.borge» .. .. nommen. Gewählt erscheinen: Zum Präsidenten Komm.-Rat Julius. Meinl, zu Vizepräsidenten die Herren Rudolf Kraus und Direktor Benno' Kahane, zu Vorstandsmitgliedern i\i Herren Dr. Arnold Hahndel, Ludwig Schön, JuliusWinter, Direktor Emil Zemer, Alfred Bazale, Maximilian Friedländer, Artur Klermont, Julius Mondschein, Hans Roth, . , Hans Freikerger, Handelskammerrat Johann Jung, Heinrich Müller, Siegmund Spielmann und zum Revisor Leo Oltrafftzj Vier ne«e Flrckfiebererkr«nk«nge». Seit der letzten Veröffentlichung sind vier neue! Fälle hinzugetommen, so ^sß bisher insgesanrL - 2y Personen an Fleckfieber erkrankten. Bis Domrerstotz ^mittags sind d r e i P e r so n e n g est o^r h e n. Die über die bisherigen Fälle angestellten Erhebungen ergaben, > daß von den 29 Infektionen 25 absolut außerhalb, Wiens erfolgten. Die übrigen virr Fälle sind bezügq lich der Infektion mit.dem Reiseverkehr in uji*, unmittelbaren Zusammenhang zu bringen. Da die Erhebungen ergaben, daß esich fast nur um einge^ schleppte Fälle handelt und daß gerade der Bahnverkehr die Einschleppung begünstige, wurde sowohl bas Volksgesundheitsamt als auch das Ministerium für - Verkehrswesen von den bisherigen Resultaten der Er->. Hebungen verständigt. In einer gestern vormittags eigens zu diesem Zwecke zusammengetretenen Sitzung der Ver-- , tretet ■ der Gemeinde Wien und der beiden Minifterienlwurden alle Maßnahmen festgelegt, um die Bevbreitung der Krankheit.durch den Bahnverkehr. nach Möglichkeit zu verhindern. Eine Infektion in der Wiener Wohnbevölkerung konnte bei den bisher ge-- meLdsben Fällen noch nicht festgestellt werden. - . Tyrrzraserei. Das Panzen.- war einmal ein Vergnügen der . jüngsten, jungen und älLeren Irgend, gegen das-höchsten^, vom Standpunkt.der .Hygiene, gelten aber vom Stand-.-. . Punkt der Moral etwas. eüizuwenden war. Man wiegte.. sich wohlige in. den hehaglichen Rhythmen des Walzers, man brachte die Figuren, der. feierlichen Quadrille in Unordnung und hopste,.seinen Tango, so gut oder schlecht , es .eHen ging. Damals war. Tanzen, wie gesagt/ein ,, Vergnügen ,— jetzt ist es tzer Ausfluß einer geheimnis--.. vollen Krankheit, einer. Tollwut, die plötzlich die jung«.. Welt - ergriffen hat,' ähnlich jener Tanzkrankheit, hie.,, einst „im Deutschland des 17. Jahrhunderts wütetz. , Und wie jede Modeseuche, ergreift auch diese Tanz- ' vaserei die empfängliche und phaniasievolle Jugend des .. Judentums mit stärkerer Intensität. Das Tanzen ist . keine Unterhaltung, keine Zerstreuung, kein Brrgnügen-/ für sie, es scheint der Mittelpunkt ihres Daseins, der Sinn ihrer Existenz zu sein. Da hört mau, namentlich, van jungen Mädchen, Aussprüche, wie: ,^Zch halvL das^ Tanzen für meine Lebensaufgabe", und man kann' an' dem Verhalten der jungen Damen erkennen, wie ernst-' diese Worte gemeint sind. Da werden neue Tänze , in mühevoffem Studium voll feierlicher Sammlung ev«' lernt, 'da „trainiert" man sich für einen Ball wie einstmals für eine sportliche Leistimg und'alle mit dem Tanzvergnügen zusammenhängenden Fragen avanciere« zu Lebensfragen.'Dgs ist nicht harmlose. Jugendeftlei, die die Vergnügungen des Tages zu ungeheurer Wichtigkeit aufbauscht — die Sache ist alles eher den« harmlos. Man must nur hören, mit ivelcher rücksichts" Mckkk.4M MhM..WÄssWMsx. -ÄsMW,

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