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Wiener Morgenzeitung · 1921-02-02 · Heft 726 (2.2.1921) · p. Seite 2

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
3 (1921)
Issue
Heft 726 (2.2.1921)
Date
1921-02-02
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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Sette 2 Wien. Mittwoch khest-er Guardian", „Westminfter Gazette" und „Star" die Beschlüsse der Alliierten in der Neparationssrage teilweise scharf verurteilen, stimmen „Evruing Standard". „Globe". „Pall Mall Ga'.etie" und „Erening News" den Beschlüssen der Par'ser Konsi'r.n; zu. Uebrr die Haltung Deutschlands herrscht Uns'cherh-eit. Die Mehrzahl der Urteile jedoch ist aus das W-.rt „Deutschland zird zahlen" ai gestimmt. Ein Jahr nngarische Nattomüverfammlung. Kr r — n. tz fvitrtr. ~ Um 28. Jänner hatte die ungarische Natioualver- Sammlung ihren ersten Geburtstag feiern können, wenn sie die innere politische Kraft aufgebracht hätte, zu einer Sitzung zusamlueuziltreten. Tie Tatsache allein, daß die Negierung nicht imstande ist, den ruhigen Der-', tauf einer Sitzung und eine Majorität, für die Negierungsvorlagen zu sichern, ist der beste Beweis für die außerordentliche Zerrüttung der politischen Verhültni-se in Ungarn. Die Nationalversammlung. die aus einem scheinbar sehr radikalen Wahlrecht, in Wirklichkeit aber aus einer mit geradezu terroristischen Schlagwv'ten geführten Wahl hervorgegangen war. erklärte mit starker Hand die Uufräumungsarbeiten in Angriff nehmen zu wollen, um Ungarn in kürzester Zeit von dem Schutte dreier Revolutionen zu säubern und es dem Kr-nse jener Staaten einznfügen, in denen Gerechtigkeit gegen alle nnd eine von allen respektierte Rechtsordnung herrschen. Die ungarische Nationalversammlung hat von allen diesen Versprechungen keine, einzige erfüllt. Sie hat vom ersten Tage ihrer Existenz bis auf den heutigen Tag das traurige Bild der Vertretung eines in sich zerklüfteten Landes geboten, in dem hie derfchiedenen unverantwortlichen Nebcnregrerungen sich auch heute noch mächtiger erweisen als die sogenannte Volks- ' regiernng. Die ungarische Nationalversammlung hat kesonders in den ersten zehn Monaten ihrer Frmktion nicht nur die Eigenmächtigkeiten, Verfolgungen und Mordtaten nicht zn verhindern vermocht, man mußte im . Gegenteil im Ausland den Eindruck gewinnen, büß sie ibre Aufgabe darin erblicke., alle die in Ungarn vorübten Ungesetzlichkeiten durch ibre Autorität zu decken oder zumindest zu vertuschen. Erst als die Entwicklung der außenpolitischen Ereignisse und das Ueberbundnekmen der Korruption einzelner in verantwortungsvoller "'egierungsstellung befindlicher politischer Führer zum Sturze der letzteren führen mußte, haben diese, auch nicht ans Neinlichkeitsgefühl. sondern ar^s Rachegelüsten heraus. die ungarische Oeffentlichkeit gezwungen, sich mit jenen unterirdischen Vorgängen zu bcsch-.ijtigen, welche das Leben in Ungarn für tausende Menschen unsicher machen.; Ein weiteres Versprechen der Nationalversammlung bei ihrem Einzug ins Parlament war, daß sie ans der künstlich zusammcngefügten Regierungsmehrheit eine einheitliche ungarische Nationalpartei schaffen werde, welche alle lebendigen Kräfte des Landes in sich ver- . einigen und eine politische Platttorm schaffen werde, ' ans welcher Ungarn nach innen die wirtschaftliche Kon- . solidierrmg, nach außen ein kraftvolles Auftreten e:reichen könne. Von dieser Tätigkeit der Nationasvcrsammlnng versprach man sich einen Sieg in Trianon nnd einen wirtschaftlichen Aufschwung im Innern. Keine dieser Hoffnungen ist in Erfüllung gegangen. Die seinerzeit mühselig znsammengeschweißte Koalition ist in Airs- Lösung begriffen, inner politisch herrschen heillos chaotische Zustände, der christliche Kurs droht kn Moleküle zu zerfallen. die Nonalisten sind in feutMitfie Lager gespalten und nur die Partei der kleinen Landwirte ist als festgefügte politische Gruppe von dem Zersetznngsprozcß verschont geblieben. Vom wirtschaftlichen Gesichtspunkt besehen steht Ungarn beute im Banne eines Schwarz, künstlers, der das Land mit seinen geheimnisvollen Zauberformeln zu betäuben sucht, bisher jedoch keine feiner großrednerischen Glücksverheißungen wah^- gemacht bat. Auch außenpolitisch steht die Bilanz des ersten Jahres der ungarischen Nationalversammlung nicht günst'ger. In Trianon bat Ungarn, obzwar es seinen größten Meister der Redekunst, den Grafen Apponyi,. dorthin entsendet hatte, alles, nur keinen Sieg errungen. Es bat keines der von den Sukzessionsstaaten besetzten Gebiete erhalten, rrnd auch die Hoffnung, daß der Fricdensvertrag Ungarn im Besitz von'Westungarn lassen werde, hat sich als trügerisch eriviesen. Anstatt nun sich nicht nur formell durch die Ratifizierung des Vertrages, sondern auch in Wirklichkeit durch die politische Tokt'k mit den Beschlüssen des Friedensvertrages abzufinden und die Zeit für sich wirken zu lassen, anstatt mit den nunmeß-rigen Nachbarstaaten ein friedliches Nekumein» anderlebcn anznbahnen und zu ermöglichen, begeht die ungarische Negierung auch beute noch den unheilvollen Fehler, die Kluft zwischen ihr und den Nachbarstaaten auf jede erdenkliche Weise zu vergrößern. Die Entsendung des Grafen Sigray als Regien,ngskommistär von West. Ungarn ist die unvernünftigste Provokation, die auch die levte Möglichkeit einer rußigen Erledigung der westungarischen Frage vernichtet. Dieser Graf Sigray erblickt seine Aufgabe darin, die westnngarische Bevölkerung nnd auch die Entente durch Gerüchte über angebliche Einbruchsversuche von österreichischer Seite in Atem zu halten nnd die Hetze gegen die Uebergabe Wellung r*ns an Lesterreich mit den unerlaubtesten Mitteln zu fül>'.en. Por zwei Tauen erst ließ Grat &tarog ür &<nm eines Wirrer Marqenz?k1«nq 2. Skr. m Interviews wieder die Behauptung verbreiten, diß er verläßliche Mitteilungen darüber habe, daß in Wiener- Neustadt nnd Wollersdorf hauptsächlich aus ungarischen Kommunisten bestehende Truppen organisiert .vccdcn, mit der ausgesprochenen Absicht, nach Westungarn einzilbrechen. Er sei hievon rechtzeitig unterrichtet gewesen und habe alles vorgekehrt, um vor Überraschungen geschützt'zu sein. Mit anderen Worten: Graf Sigray will die Mobilisierung und Bereitstellung der Lehar-Armee in Westüngarn als eine Defensivmaßnahme gegen lieberfälle darstellen. an die kein Mensch denkt. Daß v. Den Plan eines tteberfalleß auf Westungarn ungut ifchcn Kommunisten und nicht etwa der ihm befreundeten österreichischen Regierung zmnutet, ist gleichfalls taktisch wohl durchdacht, weil damit der westnngarischen Bevölkerung für den Fall ihrer Zustimmung znm Anschluß an Oesterreich das Schreckgespenst des roten Terrors vor die Augen geführt wird. Das Verhältnis Ungarns zu den anderen Nachbarländern. den Jugoslawen. den Tschechen rmd Riunänen. hat sich dank der chauvinistischen Politik der ungarischen Regierung auch nicht günstiger zu gestalten v-nnwcht. Ungarn hat bisher alles unterlassen, was ihm das Vertrauen der Nachfolgestaaten hätte bringen können. Die ungarische Negierung bat es selbst verschuldet, daß die kleine Entente sich nicht nur in wirtschaftlichen F'agen. sondern auch in der ungarischen Frage zn eine.,, Schutz- und Trutzbündnis vereinigt hat. Ungarn hat nicht einmal die Ausrede, daß seine Nachbarn Absichten kundgetan hätten. Ungarn wirtschaftlich zn erdrosseln. Im Gegenteil, der tschechische Minister des Auswärtigen, Dr. Benesch. bat zu wiederholten Malen und e*st in den jüngsten Tagen wieder rückhaltlos erklärt, daß die Tschecho-Slowakei den ernsten Willen habe, eine. An. Näherung zwischen der tschecho-slowakischen Republik und Ungarn die Bahnen zu ebnen, allerdings unter der Bedingnng, daß Ungarn seine irredentistischen Agitationen in den nunmehrigen tschecho-slowakischen Gebieten einstelle nnd eine reine Wirtschaftspolitik befolge. Der neue ungarische Minister des Aenßern Lr. Gratz ist ein genauer Kenner der wahren Volksstimmungeu in Oestev'.'elch und auch in der Tschecho-Slowakei. Er wird es wohl wissen müssen, daß eine weitere Deio'gung der bisherigen außenpolitischen Taktik Ungarns nur dazu führen müsse, daß selbst diejenigen, die etwa innerpolitisch dem gegenwärtigen Kurs in Ungarn nahestehen, untvr dem Zwange der wirtschaftlichen Bedingungen von Ungarn völlig abrücken und einen engeren Anschluß an diejenigen suchen, welche den Willen und auch die Kraft besitzen, Oesterreich gegen Ungarn wirtschaftlich zn stützen. Heute wird der österreichische Bundeskanzler Mayr mit dem tschechischen Mistor des Auswärtigen Dr. Benescki Zusammentreffen. Diese Zusammenkunft, in welcher ohne Zweifel auch das Verhältnis Ungarns zu den Nachfolgestaaten besprochen werden wird, kann nicht nur für die von den beiden Ministern vertretenen Staaten, sondern auch für Ungarn von schwerwiegender Bedeutung werden. Ungarn hat es glücklich zuwege gebracht, daß es am Ende des ersten Jahres der Existenz seiner Volksvertretung fast völlig isoliert dasteht. Es ist ihm nicht gelungen, neue Freunde zu erwerben, und es ist auf dem besten Wege, selbst seine Politischen Freunde abznstoßen. Es ergibt sich daraus für Ungarn nur die eine Lehre: Daß es unmöglich sei, heute als eine Insel rückschrittlichster Reaktion nnd des ungezügelten Chauvinismus seine Existenz und Fortentwicklung zu sichern, wenn es ringsum von den Wellen der Demokratie umbraust wird, die zunächst an nichts anderes denkt, als die Basis für eine gesunde wirtschaftliche Wiederbelebung der eigenen Staaten zu schaffen. PoMifche^tunbfchau. SoLalom zur zionistischen Lage. In einem Gespräch mit dem Herausgeber der „I. P-Z". in Zürich, äußerte sich Sokolow unter anderem über die Frage des Palästina Mandats und die Grenzfrage. Was das Palästina-Mandat anlange, so konnte dieses bekanntlich aus technischen Gründen vom Völkerbund in Genf noch nicht registriert werden, nachdem der Friedensvertrag mit der Türkei nach nicht ratifiziert worden ist. Die Türkei ist unzufrieden, nicht etwa wegen der Gebiete in Palästina ober Syrien, sondern wegen Kleinasiens und die Frage der Revision des FrirdensvertrageS von Sevres, die ausgetaucht ist. schiebt dse definitive Regelung der Mandate hinaus. Obzwar nun die Verstimmung der Türkei nicht wegen Palästina herrührt, kann doch der formelle Abschluß nicht e folgen, solange nicht die Türkei den ganzen Fricdensvertrag ra'fixiert hat. Was die Grenz frage betrifft, wirb eine Kommission eingesetzt, zwecks Regelung der Benützung der. Wasserkräfte im angrenzenden, französischem Einfluß unte. stehendem Gebiete, u d es ist zu hoff n. daß gür.stige En'.sch idungen e.-gehen werden. Frankreich sagt, es wäre bereit, uns dieses Gebiet zu überlassen, will es' jedoch keineswegs an England abtreten. Was die nächste Zeit aniangt, so wirb es hauptsächlich daraus ankommen, wie wir i merhalb der ,m) ^ugewicsrn.'n G e zen dm großen Ausgaben deZ Wiede ausbaueZ, d r enorme wade iel^ M' H erfordert, gewachsen sein we den. Demnächst soll eine Delegation. best hend aus We i tz m a n n und Be. iretern . deZ Keren Hajeiiod nach Amerika gehen, um einige noch ungeklärte Fragen zu ordnen. Die Amerikaner wünschen, daß die dortigen Verhältnisse' noch vor der Sitzung des A. C. geprüft und berücksichtigt werden. Latente Regierungskrise in Polen. . AuS Warschau wird uns berichte!: Die nach außen ansch inend beige'ez'e Kabinettskrise sch.int nach Mitteilungen aus politischen K'.-reisen doch noch weiter zu bestehen. Wie verlautet, sind starke Meinungsverschiedenheiten zwischen dem Innenminister Skulski und dem Premier Wi tos entstanden. Es handelt sich h dabei um den politischen Einfluß in Galizien, um welchen die Volkspartei und die Nationaldemokraten.,, anläßlich der Besetzung der Wojwode stellen in Galizien ,, kämpfen. Es heißt, daß Witos entschlossen ist, zurückzutreten, wenn Skulski in dieser Frage nicht nachgibt. Außerdem brst.'hen Unstimmigkeiten im Kabinett auch dadu ch. daß der Finan'minister Steczkowski freie. Hand bei der Brse'-uug der D-"amtenstoll n im Finanzministerium mit Fachleuten haben will. Die Parteigruppe des Llbgeordneten Dubanowicz widersetzt sich, diesem Verlangen u d wünscht eine Kontrolle des Sejm bei der Besetzung der Stellen in den Ministerien. Die in Kampsabstimmung angenommene Einführung deS Zweikammersystems in Polen ist, obtvvhl die Negierung sich in dieser Frage für neutral erklärt hat,; der Harmonie im Kabinett auch nicht günstig. Ange- , sichts der Tatsache daß das Kabinett Witos in seiner . heutigen Zusammensetzung keine feste Mohrheit im . Sejm hat, ist wohl anzunehmen, daß die latent? Regierungskrise bald wieder zum offenen Ansbruch kommen wird. Gitt Hirtrvbr?es der österreichische« Bischöse. DI'BisckiSseOesterretchs richten an die Katholiken ci'.en Hirtenbrief, in welchem sie die Fragen itty:v«r Seit vom Standpunkt b:t römisch-katholischen Kirche aus erörtern. „ Der Hirtenbrief verwirft die Nnsittlichkeit im künstlerischen; Leben, hält an der Untrennbarkeit der Ehe fest un») wendet sich gegen di: Vernichtung des keimenden Lebe:'»*,. Die Erziehung der Kinder müsse sich auf religiöser Grundlage aufbauen. Uclur die soziale Krise sagt der Hirtenbrief: „Auf der einen S'ite schrankenlos: und gewiss'^ose Aufhäufung deS Geldes durch unersättlichen Kapitalismus,' auf der anderen Seite unbärmher'iqe Ausbentungder- A r b e i t e r. dir oft schwer um das bloße Dasein kämpften, und, kaum das tägliche Stücklein Brot besaßen. Ein sogenanntes Proletariat wuchs heran, daS nur auf den Augenblick wartete, um alle Macht an sich zu reißen; und diese Zeit reiste schnell. Der Krieg spielt« einer Anzahl sogenann/er KriegSgewinner ungeahnten Gewin»n ln die Hände und, nährte gewaltig den Heißhunger nach Geld und Macht. Dan»u kam der Umsturz und der Zusammenbruch der alten Gesellschaftsordnung. Die Arbeitermassen gelangten plötzlich zur^ politischen Vorherrschaft, die sie aber vielfach ohne klugL Mäßigung und im einseitigen kapttalistischeu Geiste ausnützten, der» sie doch zu bekämpfen Vorgaben.' Auch der Bauernstand, von drückewden Schuloen,. srelgeworden, gelangte vielfach zu behäbigem Wohlstand, tvar aber gleichwohl nicht selten in skrupelloser Weise nur aus seinen Vorteil bedacht. Daneben machten sich wucherischer Zwischenhandel und gewinnsüchtiges Schiebertum breit, zum Schaven vor altem des Mittelstandss, der zusehends verarmte und zu schwinden begann. So entbrannte ein» wirtschaftlicher Wettkampf, der die bestehende Kluft immer mehr enveiterte. Der Geist de- Klas,enkampfes entzweite Besitzer nnd Besitzlos«, Gerechtigk lt und Liebe verschwanden, rücksichtslose Selbstsucht und rohe Gewalt traten an die Stell« von Gerechtigkeit und Ordnung. Beobachtet vorerst soziale Gerechtigkeit. Sogleich'fügen wir aber die Mahnung zu sozialer Liebe hinzu. Jedermann achte des andern Recht ur£ lieberzeugung. Man kann sie bekämpfen» m i t G r ü n d e n, aber man bars sie nicht unterdrücken Mit roher Gewalt und ungesetzlichem Terror. Wer Märtyrer schasst, stärtt nur die Reihen der Gegner. . Zu bei» Gewaltmitteln zählen namentlich auch die re gellosen und unwillkürlichen Streiks unserer Tag«, die das Gesamtwohl der Bevölkerung aufs tiefste schädigen; die Urheber solcher Streiks handeln gewissenlos und geger, das Wohl des Staates. Oder will man wirklich auf.diesem Wege allmählich die Bahn sreimachen, für jene Hölle, die man D o l s'ch e w i S m u s heißt und die das Massengrab dev Menschheit bedeutet? Wir warnen darum alle besonnenen Führer uud alle einsichtsvollen Mitglieder der Gewerkschaften und Organisationen, ja die gesamt« Oeffentlichkeit: .Tut niemand Gewalt noch Unbill an! Ein»: entsetzliche Verantwortung laden alle aus sich, die unsere warnende Stimme überhören." _ D eitLsch-anttsemttische KrsLLrrr. Der Berliner „Vorwärts" berichtet: „Im Auftrag« der Vorstandsmitglieder des Bundes „Neues Vaterland" hat Rechtsanwalt Halpert Strafanzeige gegen den Schriftleiter der „Staatsbürgerzeitung" Rudolf Lebt u s erstattet. LebiuS hat in zwei Nummern des Blattes mit aller Energie und Deutlichkeit seine Leser und! Gesinnungsgenossen aufgerusen, die Mitglieder det^ Bundes „Neues Vaterland", die er „Banditen^» „Schufte" usw. nen^t, niederzuschietzen. In einem Artilel benennt er ausdrücklich eine Reihe von Personen, darunter Pros. Einstein, Prof. Foerster, Herrn von Ger lach usw., indem er schreibt: „Wir würden jeden Deutschen, der diese Sch ufte niederschießt. für einen Wohltäter des deutschen Volkes erklären . . . Warum findet sich jetzt niemand, der das deutsche Volk von diesen Verbrechern 'befreit?" In dem zweiten Artikel belaßt sich Lebius mit den P'sßäußekU'igen. die seine Aufforderung im „Vorwärts" und in der „VolkSzeituug" hLrvvr--erusen hat. und erklärt wiederum mit zyn'scher Offenheit: „Ich rufe deshalb rr^-eut und abermals meine deutschen Mitbü ger auf. diese Halunken und Verbreche, nieder zuschießen, wo sich die Möglichkeit dazu I bietet"."

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