Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- Heft 717 (24.1.1921)
- Date
- 1921-01-24
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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AK. 717 Mew Mvnlaq ' iMsner Morgen?,errung f Er scheint auch mit Scheckfälschern in Verbindung zu stehen: wenigstens hat der eingangs ervähnte Schriftsteller seinerzeit von ihm einen Scheck ,ur Verwertung erhalten, der sich dann als falsch rrwieS, und Gadeschi hat sich Lei einem späteren Zu-, sammentreffen mit dem Schriftsteller dazu verstanden, Hm 141.000 Kronen als Schadenersatz zu zahlen, was rr sicherlich nicht getan hätte, wenn er sich nicht schuldig xefühlt hätte. Der Verhaftete wird nach Wien gebracht „erden, wo dann die Erhebungen über seine Person fortgesetzt werden» . Forderungen der sozialdemokratischen Hausmeister. Der Stttf «ach dem HauStorfchlfiffell» Die sozialdemokratische Organisation der Hausbesorger tttb Portiere veranstaltete gestern nachmittags eine Massenkundgebung in der Volkshalle. Der Andrang war so stark, daß eine zweite Versammlung roter freiem Himmel abgehalten werden muhte. Die Teilaehmek waren in Gruppen aus den einzelnen Bezirken iior das RathauS gezogen. Die Demonstranten trugen Tafeln mit Inschriften, wier »Fort mit dem Sperr- und ^einigungögeldl- »Heraus mit dem HanStvrschlüsscl!" und »Wir wollen eine fixe Entlohnung!^ Die Versammlung gestaltete sich zu einem sehr scharfen Protest gegen Sie Verschleppung des neuen HauSbesorgergesetzes und eS Durde beschlossen, den vollständigen HauS» dcforqerstreik zu proklamieren, wenn die »ufgestellten Forderungen nicht ehestens erfüllt werden. Eine fünfgliedrige Abordnung erschien heute vormittags beim Bürgermeister, um ihm eine Resolution mit folgenden Forderungen zu überreichen: Die Beseitigung deS nachtruhestörenden Und daher' höchst gesundheitsschädlichen Aussperrendurch die obliaate Einführung der HauStorschlüsiel an die Mieter ohne irgendeine formelle GeldentschLdigung. Einführung dedirekten ÄrbeiisverhältnisseS zwischen Hausbesitzer und Hausbesdroer (Portier) in Form von fixer Entlohnung auf Grund vouKollektivvcrträgen und die Beistellung von Materialien und Geräten für die ReinigungsarLeiten durch den Hausbesitzer. Die Ueberlassung einer meMchenwiirbigen trockenen Wohnung aus mindestens zwei Räumen mir freiem Licht, da dieselbe als Dienstwohnung zu gelten hak. Die obligatorische Einführung der VersicherungSiiflicht gegen Krankheit und Unfall der Hausbesorger HauSbesvrgmnnern) nnd Portiere sowie den paritätischen lrbeitsnachweiS und Vermittlung derselben. Die Fortsetzung der Verhandlungen wegen der G e h. telgreinigung und die vollständige Uebernahme derselben durch die Gemeinde Wien» Die schwarze» Jude» von Dahvmey. Gei den Tagungen der letzten zionistischen JahreSkonseren» in London, die im vergangenen Sommer ßgusand. erregte unter den schmucken jüdischen Legionären, welche den Ordnerdienst versahen, em Mann vom A«r ehen emeS Negers allgemeine Anst merksames D^er' ist. ei» Angck origer des SrnmmeS der schwarzen Juden vony üafrika nnd war aus Palästina mrückgckehrt» tvö er M dchchrni'chen Armee gedient hatte. In einer z onMchen Versammlung in London, gab er emrn mteiessawen Bericht Über die schwarte« Juden vo» Oüasrrka.' Sie bilde» «inen glücklichen und , zufriedenen Slamm. der nicht die Fartschrrtte und Entwicklung deS modernen jüdischen Lebens m de« andern Ländern kennt- Jbr Judaismus »st ejn biblischer nnd fern rabbinischer JndaiSmud. Dieser Stamm hat einen Tempel» wo man «och Opfer dardringt, einen Obrrpriester und viele Priest« sarniben, welche für die Moralische und rrligiö'e Verwaltung der Gemeinde zu sorgen haben. Die Gesetze find emgegrate« auf der Tontünche der Tempelmauer. Der Stamm kennt nur die fünf Bücher MofiS Der Sabbat wird skruvul-S gehalten und der JndaiSmuS durch dir Jahrhunderte trotz der heidnischen Umgebung streng bewahrt. * Die deutsche« Nichtziouiste» «tut» »er Kere« Haiefiod. Der Svnd'kuS deS 8e«lralve> eines deutscher Staats« biirger jüdi'chrn Glaubens, Dr. Hoktändcr, erklärte in ««er öffen'llchen Beisammlung, daß eS Pflicht alter deutschen Juden sei, fich m rrgendeinrr Form am Kerru Hajrssod (Patästina-AuidaufondS) zu bttnügen. , Jüdischer Frauenbund, lX . Liechkenster'nsttaße 11/13' SpendenauSwels derJnta«dSakl»onsür K l n d e r: Fumi Jakob Neurath. H. K lncö, Frau Mrgnsn §er>, I, K 500, MmeralAindusirie A -G-, IlT., K 5t >0. F rma . G^rngroß, VN.. K M. Firma ZMicback st Bruder. Vll.# K 2 0. Frau Sabrne Koffler, ^aden bei Wien, st 100, Frau Martha Echlefina-r. VI, K ioo, Firma Brüder Tautzlv. tl. X 100, Firma Schonwäldek st Sohn l.» X loo, Firma Jakob GclleS. l.. K WO, verr Rukols Hausen, l., Ü 100, Herr B. Klugmann, I., X IM. Frau Lea Hoiowd, lX, st 5», Herr Heinrich Spitzer, VH, K 50. Firma Tuschnh st Löhne, Fckchamend bei Wi-'n, K f Ö, Firma Bretilch st Co., Vösendvrt bei Wien. X 50, Firma Bellak st Co., l , K öO. Herr Leo Zllberscktin. >X.. X 40. Firma Philivv Schwirr st Co, Vck., X 80, FraN Klara Hochmanu. tX, X 20. Herr Aiered McntrlrS, M., K 80. G S G. ui. b. H, Vll:. K M. Divrve K 20. Flüheier Ausweis K 25.520. Zit'anrinen K 29.120. Spenden in G a r,d rr » ve; Frau Amabe Kaule r, ll., zwei große Kartons 'mit Kindrrga;bervbe, Frau Dr. Enrlöne.rr» Kmderivn'che. — Leben ßmittel spenden: Friinlein E-neftMe K. Kakao nnd Tidckenn'itch. zwei Laid Brot. Ungenannt dm Larb Brot, Fiau D D» einen Laib Brok. * ..Hindenbuea öd <£».". Diesmal nicht von Ludendsrsf, von Krieg und TanW die Äebr. sondern ev gebt um dNS goldene Kalb. Wie aus BetliN gkmeldtt Wird, toll m reu nächsten e.u neuei miteu der Firma Hindenburg st To>, rorv'ücn. I.il,aber drr Firma >st ein Neife des '6 c l d m a r s ch a l l ». der .früher Lesaliou-iefrslär hri der dentilbeu Boiichatt t» Rom »«. Mitteitnngkn aus dem Publikum. »tUANTBN, Perlen. Gold,Silber,Platin n.ühren kauft und rerka/aft -76 ETTER Hotontarmstr. 23, Marlfthilferotr. 93 * tzozialpadngogiichS - GeseUschaft. Mittwoch den 26. d. M.» 7 Uhr abends. Ana'om>sches Inst tut. lX, Währingerstibße iS sE'dgeschvß), Ftän L^rerm Flora W e i u w u r m: Pädagogische WetSh ike« aus Nesiroy. * ft«e dn G^ral Lövl. AtiS P a r i S wird nnS berichtet i Aulnßlich deS bOjalniaen Jub lüumS der f>an'öslschm Revublis wurde eine große Jahl fran^onschrr und Elsässer Juden ausgezeichnet. Eine der höchste» Au'-z-'rchnung-n, und rwar die Ernennnna WM Kommandeur der EbrenlDon erhielt GeNtralCümtlleLevf. Mititärgouveneur von Duuekerqne. General L e v i war während dt' K'iegrS Kommannant rweier Jnsanteriedivisionrn, ,st auch als M litäischnftsteller und be'onderS als Historiker bedeutend. Er stammt aus dem Ellaß. Seme Heimaiitad» ehrte ihn am JahreSloge des WasienstiklstgndsabschkusseS damit, däh fie eine Straße nach ihm »Rae de General Levi" benannte. * Schöutzerrs „GlNuöe Uttdi Heimat^ Film. Freitag den 4. Februar vormittags Um 11 Uhr findet im Zentiglkino, Mariahtlfristrahe, Ecke Kaiierstraße, eine Matinee rugunsten der KtnderhilfSaktion des B u n d e S m i n i st e r S D r. I o s e s R e s ch statt. Es gelangt Karl SchönberrS packendes Drama »Glaube ttnd Heimat* zur U r g « f f ü h r n n a. Die Aulnüdme deS KokossalfilmS erfolgte von der österrelchifchen Fklmgeiellschast »Astona* unter der persönlichen Leitung Tchönherrs. Jur Uraussühnmg find vom Bu desminifier für soziale Berwallung Emladunarn an die BeUreter zahlreicher Körverschaiten und an Peissnltchkeiten der Wiener Gesellschast eraangeü. Von Samstag den 5. Frbntar an erscheint das großartige Frlmdrama in allen aioßtN Kinotheatern Wikvs auf dem Nevertotre. Der Reinertrag iämtl'cher Borstestung''n stießt der erwähnten K nderhst'sakiiöit des BundeSmimstnS jür soziale Verwaltung Dr. Josei Resch zu. * Tod eines griechischen Deputierten ln Wien. Am 20. d. M »st in einem hiefigm Sana'vnum das Mitglied der griechische« Kammer^ Demeter Karaketis,tm Alter von i9 Jabren an einem Kopflelden gestorben Die Leiche wurde nach - Griechenland überstthrr. Fatsche Kommisfionen. Am 18. d M. Nähmest mei Männer, die fich als Organe des WobnungZamies voiftelltttt' bei Bert Gelernter, ll.. ZnkuSgasse N wohnhaft, eine Revision vor nnd beschlagnahmten X 13.000. — Am 7. d. Mkamen in dir W'huung der Anna Büßgang, ll.. Springer* gaste 8. zwei Männer, traten als Kiiminalbeamte auf und be* schlagnabmten 16X00 poln. Mark ««d X 12.000. * Aufregende Verhaftung von Kasseneinbrechern- Unter den v'.elm Kaffe^rinbiechrrbanden. dre dre Hauptstadt zurzeit unsicher machten, gehörte auck eine, der die großen Einbrüche bef der Firma Jäger in der Eßlinggafse und der Firma Ru in aus der Mariabil'ersti aße zur Last fielen, da"« aber auch eine gante Re.be anderer Einvröchr.' Eine Anzahl Mitglieder der Bande wurde schön derhittet. darunter die Einbrecher Josef Nowotny, Max Pallak und Joiet Samner. Jwrt der gefährlichsten Mitglieder ward.n aber noch immer gesucht und spotteien rhrer Berrolger» DaS Polize>iomm>siar,at Laudstraße bat sich besonders dre Brtfolgang dtr Schwerveibiecher angelegen jeni lasten und der KonzevlSbeamte Dr. Figla und b;e Knminaldeamten Volsck, Prchl und Hackt verfolgten augelegrmtlich ihre Spur, was deshalb irhr schwierig war, «eil die Schränker ja nie polizeilich gemeldet find.- Am 21. d. M. früh waren Krimina'beamker Völsch und keine Partie hinter den beiden Gewohnheitsverbrechern, dem Ltjakrigen Schlosser Leopold Bursa und dem 24jährigen Schlosser Perer Dnbsky her und entdeckten ste rm X. Bez rk. Karnrarichgaste 72, wo fie polizeilich nicht gemeldet wohnten. Als ste vezhaslet waren und rum Kommist,r«rt gebracht werden sollten., ergriff Dubsk« d e Flucht und lief i«. eine fremde Wohnung. Kriminalbeamter Peichl lief i^m nach. Die Verfolgung erregte großes Äüft sehen. Als Dubfky trotz mehrmaligen Aniufes nicht stehen blieb, jagte ihm Peichl Schüsse «ach. vhne ihn zu treffen. In der fremden Wohnung erreichte er ihn und h tr,e«t'vann fich zwischen Schwerverbrecher Und Krimmalbeamten ein Kampf aus Tod und Leben. Dubsky veisuchte immer,n den Befitz der Pistole deS Kriminalbeamten zu gelangen und verb'ß fich sörmlrch in seinen Finger. Schtjehlich gelang eS doch. Drchsky festzunehmen, Bn>sa war nicht so gewalttätig. Wie gefährlich die beiden Verhafteten tüe die Sicherheit des Eiaentums Noch gewesen wärest, zeigt der Fnnd. der in ihrer Wohnung gemacht wurde: vollkommen neu» angeferligte Kaffeneinbruchswerkzeuge, spieglblank und sehr verwendbar. Mu dir'«« Werkreuam habm fie einen großen Kasteneinbruch aut der Wiedner Hauptstraße geplant. Bursa äußerte nach seiner Beihastung. daß er, wenn eS ihm gelung-n wäre, die Pistole der Hand. des Kriminalbeamten Peichl zn enkreißen, er ihn ohne irgendein Bedenkm «rrdergeschosten hatte. Urania. Programm kür heute: V-ll Uhr''Großer Saa?-: Sckül«rvortrag. — V,6 Ubr (Kleiner Saal) Privatdozeni Doktor Julius Bauer: Aufzucht und Entartung. — V,« Uhr (KurS'aal) Dr. Frtz Beer: Einführung in d'e Relativitä'Stheori«. V,6 Ubr (KlurckaaN Max Mtllenkovlch-Morokd: Goethe und die Frauen, V. — 7*8 Ubr «Kleiner Saal): «Kultvrfeschichje und modernes Leben". Dozent Dr. Dagobert Frey r Denkmalvstege nnd moderne Kunst. — 7«8 Uhr (KürSsaal) Ing. Leo Kirste: Dre Luftschiff» tahrt- — 7,^ Uhr (Klubiaal) Piof. Dr. Franz Sttunz. Hermann Slehr: Lehrkurse. — 8 Uhr: Sv'tzenkurs. — Uhr: Franzöfi ch Ö. D). — 7*5 Uhr: Französisch (f. B.). — 6 Ubr: SlenögraphK. Franzönsch ff. A.V (SutHMjrimg in die Geste-nsinikroskome, Algebra. Larein (f. A Tsch-chisch (f. A.), Pavlerarbt'tcn, Holländisch ls. A ), KSt Verla!« iw und Kosmetik. Znschnriden und Nähen von Wäschestücken. 7 Uhr: Franzönsch (\. #.), Hol» ländisch (s. B.). Anorganische Chemie, Emstthrung in die Gr» strtnSurikroskople. Briefküftett der Redaktion. „Alexander**. Das ist schwer mögllch. Vielleicht durch VtrntlUlttvg des Komitees der siidi chen D leganonen. Paris, ly. Rue Eeouard Vll. -- Leo Lechner. Vo>läufig wird vre Anhäng.gmachung des Prozesses in Wien nickt ruäguch sein. --- AZ M. Nichts gezogen. — Mojes Mayer. N-chts gezogen. — Tägliche Leferm. Das angetrante Buch tst-ut deittichtr Sprache im Verlag Tal & Mo., Vll., Bitrggaste. erichieücn. Sie können iü jeder Buchhandlung uachfragem -- 5traÄ«u. Solche New-Aorker Ädresten haben wir nickt. Die Frank nrter RabbinatStchule wird uNttr.Ad'esse'. Verlag res „Israel t", Franlsurt a. M., Große E'chenhe mcrstraße 80, zu e -lieg sein. — Avonaent. Aeod n. ®. Als Kiiegski'de nehmen die Gerichte in der Regel den Ze tpunlt des gniligen Frie^rism'iand-s un. Hmfichil'ch des f aglicken Vkrtragrs ist dir Sacke zwei ellos: es bestehen natinlich Nackw'rknagen des Krikgrs, über kenterlei Kricgszust.'.Nd — Schächter 02. Anonymes beantworiert wir ruckt! — Auf vrrschiedvae Fnschristen. LL er send a u st c r st a n d e. jede an «ns e r r« k a n g e n d e A n f r a g r -> r r e t l j ch beantworten. Dies fuiui nur \\\;; c i 1,;i 0 c 1 c u iacklick begründeten Fällen und ber Boreiniendung des inr Pari» LUÜLÜrvde» Betrages aeickedru! — Ä. Semmering. Jur 24. Sännet 1921 eaie~4f allgemeinen find Ausländer zur Zahlung verpstichtet. KNltn« gerrternSe. Die Denchre werden fortlaufend erscheinen, bisher waren keine Plenarsiennaen. G'leaentlich werden Sie schon das dkötioe crfahren. Jsch Zehndi. Unverwendbar! Warum! Der VolkSMirt. Eine Krone-- 1.6v Centimes Geld. In Zürich notierte: die österreichische Krone . . . . .160 (1,577« am 22. Jänner) dir östtrr. gestempelte Krone * 1.— ( 1 am 22 Jänner) die tschechische Krone . . . - » . 8.45 0 8.48 am 22. Jauner) die Mark . . . . * . - . ..1055 10 60 am 22. Äanner) Agram . . . . * .. 4 — ( 405 am 22. Jänner) Bukarest 8.30 ( 8.35 am 22. Jänner) Dudavest ......... 1.15 ( 1.15 am 22 JLnnn.) Warschau ,,.»»» ..... -^.65 (*—.70 am 22. Jänner- Der Hausarzt. Redigiert vou Dt. Sanel Beer» Uebee Muhrerkrank««g. Einen auf rnfektröfer Grundlage sich entwickelnden Dickdarmkatarrh, der auf Entzündung und Geschwürbildung der Darmschlermhaut beruht, nennen wir Ruhr öder Dysenterie, wenn es zu Durchfällen und Abgang vvn Schleim, Blut, bisweilen auch von Eiter kommt. Die in unseren Breiten herrschende Ntthr wird durch einen Bazillus hervorgerufen, der sich massenhaft in den Entleerung des Kranken findet, die die Uebertragung des Leidens von Mensch zu Mensch bewirken. Werden die keimhaltigen Fäkalien als Dungmittel benützt, so können Gemüse, wie Salat, Kraut, Rübenauch Obst, die Dysenterie-Jnfektion - herbeiführen, weshalb in Epidemiezelten solche Nahrungsmittel entweder über- Haupt nicht oder nur in gut gereinigtem Zustande benützt werden sollen» Neben den charakteristischen Durchfällen sind bei. der Ruhr die Leibschmerzen und der Stuhlgang sehr quälend. Die Entleerungen können so zahlreich sein, datz 50 Durchfälle im Tage Vorkommen, die den durchs die Koliken gepeinigten Kranken ganz matt und hinfällig machen. Fast immer stellen sich eine leichte Temperatursteigerung und lebhaftes Durstgefühl ein. Das beschriebene Krankheitsbild währt gewöhnlich eine bis zwei Wochen mit voller Heftigkeit, mrt dann ♦ in eine mehrwöchige Rekonvaleszenz überzugehett. Unter dem Bilde einer ruhrartigen Erkrankung können auch andere Infektionskrankheiten, wie Typhus, eine schwere Quecksilbervergiftung oder gar ein DrrMkrebs, verlaufest. Jedenfalls darf man schleimig-bltttigtz Abgänge nicht unbeachtet lassen, man wird bald dm Rat eines Arztes einholen, der auch die notwendige Untersuchung der Entleerungen auf die charakteristischen Bazillen veranlassen wird. Im allgemeinen verläuft hie in unseren Gegenden austretende Ruhr recht günstig. Geradezu beeinflüsiend auf den Verlauf der Krankheit ist die RegulierMig der Diät. Anfangs erhalt der Patient nur Msig-schlestnige Kost und guten Rotwein. In jüngster Zeit hak man neben der medizinalen Verordnung von dem aus den. Bazillenleibern hergestellten Serum vielvevsprechestde. Erfolge gesehen. Die Hauptsache bleibt aber bei Auftreten einer Ruhrepidemie die strenge Dtirchsührung der DeSrnfeküsn der Entleenrngen, ähnlich wie beim Typhus» und das Vermeiden des Genusses von rohen NahnnigSmitteln. Aerztttche Winke. > . I. . Manche Säuglinge leiden hartnäckig an Versiopstnig,. wobei eine starke Auftreibung des Leihes, eine Eigenbewegung der Darmschlingen zu beobachten ist. Mau fühlt bisweilen geradezu eine Kotgeschwulst. Die zeit-, weisest Entleerungen sind dann massenhaft und stark riechend. Es handelt sich bei solchen Kindern um einen angeborenen Zustand von erweitertem und gedehntem Dickdarm, der ' die Kotstamtng herbeifiihrt. Die Vehandlnng besteht in täglichen Einläufen. Abstiyrmittebhelfen gewöhnlich nicht viel.; . Nm einen Rabelbruch zu vermeiden, legen , 'die Mütter den Kindern eine Nabelbinde an, bte sie den Säugling oft monatelang tragen lassen. Eine,NübLlbinde ist ganz überflüssig, wenn nach Abfallen 'detz Nestes .keine Wunde zurückbleibt. Denn wir sehen oft genug Nabelbrüche bei Kindern mit lang 'getragenen Nadel« binden. Die Binde wirkt aber belästigend, reizt die Haut, besonders roenst selbe durch Harn benetzt wird. Wenn also kein Nabr'löruch vorlle'.'ll se.l!H man von einer Nabelbinde ab. Besteht ein Nabelbruch, daun ifit ein gutangelegter Heftpflasterverband bessere Dienste. Acrztüchev FxKgelrsften. Leikbt, ien HE, HsNantz. Aalte das B«öctt für f;.;ir t Ausführliche Antwort wird krfolgcn. -- Jüdischds Hdry. Di« LuNgeiliuberlulofttm AnsctngSstAdiu»? heilbar, ß# nili tatsachlick geheilt» ^älle, was man am besten bei L-vLNon.'« von zufällig cra ande.ron Krcmlhcitsn Verstütbener: strbr. Denn man findet vernarbte Und verkall:e -iöetde in den Luitgen. Die Brneffsnden hatten zn v:\Utt itinctUi ki* schwerden. — Trene Sfcfcri«. ßum?« ist c.n-: H^nüirtwrinlsss I u.id, luom; n;a]t ci.ic cficjic uucklrrg vor!regt, nicht ansteckend. — Tretier Abonnent 40. Gegen das tscktvi^cn 10 ^.roicut LorinaUn^.iriM ciuvcibcn. — Ls «ikj|