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Wiener Morgenzeitung · 1921-01-11 · Heft 704 (11.1.1921) · p. Seite 2

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
3 (1921)
Issue
Heft 704 (11.1.1921)
Date
1921-01-11
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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Seite L Dien. Dienstag Enquete über den Preisabbau. ‘ Unter Vorsitz deS Bundeskanzlers Dr. Mayr und in Anwesenheit zahlreicher Mitglieder der Negierung begann tzestern die von der Bundesregierung veranstaltete Enquete über den Preisabbau ihre Arbeiten. Bundeskanzler Dr.. Ma h r eroffnete die Sitzung und führte unter ariderem aus: Es liegt eine ungeheure Tragik in dem Schicksal der breitesten Schichten unseres, VoitcS, daß ihnen selbst bei der größten Anspannung ihrer Kräfte das mühsam Erworbene unter den Händen zerrinnt und sie nicht soviel zu verdienen vermögen, um sich die bescheidensten Lebensbedürfnisse zu sichern. Daß alle Hoffnungen, durch höhere Einnahmen die Lebenslage zu verbessern, durch eine weitere Steigerung der Warenpreise zunichte gemacht werden. DaS Problem ist aber ein derart schwieriges und in dos ganze Wirtschaftsleben so tief einschneidendes, datz es nicht Tage oder Wochen, sondern Monate der Anstrengung der Tüchtigsten erfordert, um eme befriedigende Lösurg auch nur anzubahnen. Zunächst gilt es, mit Hilfe, ausgiebiger ausländischer Kredite unsere Valuta wieder zu derbe ssern und zu stabilisieren, und so die Milliarsenlasten, zu vermindern, die wir und aufbürden mutzten für Sie Einfuhr der notwendigsten Lebenmittel. Gleichzeitig soll alles getan werden, um die Ausgaben de? Staates mit feinen Einnahmen möglichst in Einklang zu bringen tzurck Heran», zie hung der Begüterten, dar allem der Gewinne des Krieges und auch seiner Folgezeit, durch Ersparungen im ‘ Staatshaushalt sowie durch verschiedene andere Matzn.hmen finanzieller Natur. Dem Nationalrat soll ein Entwurf eines Preistreibergesetzes zur Beratung vorgelegt verden, das gegen jene, die es übertreten die schwersten Geldstrafen bis 5 Millionen und Freiheitsstrafen bis zu zehnjährigem Kerker festsetzt, und das nach dem Dillen der Negierung mit unerbittlicher Strenge gehandhabt werden soll. Die Gesundung kann nur durch eine Angleickmng der Warenpreise an die Kaufkraft erreicht werden. Tie beste Arbeit kann aber nur zu einem Erfolge führen, wenn im Innern Ruhe und Ordnung aufreckt erhalten wird. Vizekanzler Breisky übernimmt hierauf den Vorsitz und teilt mit. datz die Arbeitseinteilung der Enquete derart gedacht ist, daß die Besprechungen mit den Vertretern der Konsumenten — den gewerkschaftlichen und Angesielftonorganisationen — gemeinsam bis inklusive Mittwoch stattfinden sollen, der Donyerstag ist der Beratung mit den Vertretern des -Handels, des Gewerbes und der Industrie, der Freitag der Besprechung mit den Vertretern der Land- und Forstwirtschaft Vorbehalten. Für zwei Tage der nächsten Woche ist Fie gemeinsame Besprechung der Vertreter aller Gruppen vorgesehen. , Oberwerkmeister Anton Werner von der Technischen Union verwies hierauf, datz die Südbahnanq-stellten und die Technische Union den Beschluß faßten, wenn bis zum 20. Jänner mit der Frage deS Preisabbaues mckl wirklich Ernst gemacht werde, geme!wfam in den Streik zu treten und so lange im Streik zu verharren, b'S »in greifbares Ergebnis erzielt sei. Der Preistreibecs'geschentwarf genüge nickt, es sei die. Einführung der Todes- und der Vrügelstrafe für Schieber ecforder'ich. Wir erklären uns. subr Werner fort, wenn wirkst h keine ernsten Matznabinen getroffen werden, vom 20. Jänner an außerhalb der Gerichtsbarkeit und werden die Schieber, die wir erwischen, eigenhändig aufhängen. Wir hangen sie bei der Börse unbarmherzig ans. Da§ ist unsex eiserner Entschluß. Mjx verlangen ferner die sosorrige Einführung der Zensur des Telephons und des Telegraphen- Sollte bis zum 20. Jänner'die Zensur rückt eingesührt sein, so werden wir es eigenmächtig tun. Wenn die Staatsangestellten und Eisenbabner sick snlidaAsch erklären und gemeinsam den Anschluß an das Deutsche (Oper in drei Bildern, frei nach Rodenbachs Schauspiel -Das Trugbild von Paul Schott". — Musik von Erich Wolfgang Korngold. Erstaufführung rn der Staatsop-r.) Während die Schönheiten der Lagunenstadt Venedig.seit Jahrhunderten im Liede gestiert, in Bildern und Dichtungen festgehalten werden, war c§ um die.einstige Weltstadt Brügge stille geworden, seitdem sich das Meer von ihr zurückgez"gen und Antwerpen das Erbe seines Welthandels angetreten hatte. Erst der Dichter Georges Rodenbach hat in . zahlreichen Romanen auf die altertümlichen Reize-Brügges hingewieien und immer wieder in feinen, diskreten Farben diese' stille, gespenstische Stadt gemalt, in der selbst, der Schritt leiser, das Wort gedämpfter wird, m der man nur wie durch Nebel die alten dunklen Häuser, die geschlossenen Klöster, hjs 'toten Wasser und die erstorbenen Grachten erblickt. Nur einmal im Jahre ersteht in der prunkvollen historischen »Prozession deS heiligen Blutes" die vergangene Pracht und der frühere Glanz' der einst stolzen Stadt» um nach den wenigen Stunden der Umzuges wieder in ein Nichts zu versinken. Da treten das lebende und das tote Brügge, an dem Rodenbach >'u Li^ve hängt, und an dem er wie an einer gealterten Geliebten immer wieder Spuren einstiger Schönheit entdeckt, einander Aug' in Aug' gegenüber, und so war wohl für Rodenbach dir Idee gegeben, diesem Stadtbild im Leben und wt Tode ein Frauenschicksal im Leben und ilt der Erinnerung gegenüber» zustellen. Damit gelangen wir zum Brennpunkt des NornmS «Brügge la morte", des Vorbildes dek»>Korngoldschen Oper. Nach zehn Jahren zärtlicher Ehe und frohen G-'nießentz verliert Hugo Vrane plötzlich seine Frau und zieht nun in die tote Stadt Brügge, um hier ganz der Erinnerung leben zu können und alle Andenken an sie, wie die bernsteinfarvene Haarflechte, die er ihr im Tode abscknüt, treu zu bewahren. .So lebt ex nun schon seit fünf Jahren, ohne Beruf, kaum Wiener Mornenzeirrma Reich verlangen. dann werden wir die Entente zwinge«, mit uns Ernst zu macken und nicht uns hungern zu lass-m. Ruzicka (Hauptvertrauensmann des Südüahn» Personals): Wir haben anläßlich des letzten Streiks auf das Personal Einfluß genommen und ihm klar zu machen versucht, daß ein Preisabbau von heute auf morgen nicht durchgeführt werden könne.. Wir haben der Regierung Zeck gelassen, etwas zu tun. WoS hat aber seit der Zeit dir Regierung getan? Die Negierung hat einfach, trotz des drohen- , Len Proteststreiks, trotz der allgemeinen Aufregung, rubig; zugesehen, wie die Preise von Weihnachten bis heute um ein; Erkleckliches in die Höhe gegangen find. Wenn die Bevölkerung wirklich zum Aeußersten getrieben I wird, so wird eS bielleccht am 20. Jänner zu einem voll-! ständigen Stillstand der Eisenbahnen, nicht nur der Südbahn,! kommen, zu einem Stillstand des Telephons und der Einstellung des gesamten Verkehrs. Der Vertreter deS ZcntralauSsckusseS der staatlichen Angestellten Neugebauer erklärt, datz er sich durch die Enquete | über den Preisabbau keineswegs davon abhalten lassen werde, schon in der nächsten Mit neuen gewaltigen Steuern an die Staatsverwaltung heranzutreten. - . Deutsch (Wir^schaftSgenossenschaft der Invaliden) erklärt, für Med!. Erbsen und Linsen seien die Grenzen gesperrt, für Luxusartikel sind sie offen. Nicht Todesstrafen.; sondern Zwangsarbeit wäre diegerechte Strafe. N i cp t die vielgepriesene Vertreibung der Ost; uden, sondern die Entfernung einzelner Herrschaften aus dem Westen wäre ein Hilfsmittel gegen daS Schiebertum. Der erste Krfrli des Preisabbaues. Gesik'n. an d"m Tiae. wo mt Barlam nt d'e Enqn-'e über den P'e'sababau begann, erhöhte d?e Wirttn der Palimentsresia^rnien d n Vrris d 8 M-nkis. Da sie unter dem befände'en Schutz de? Vr'ifftenftn Dr. W e i, s? t t cf) « 11 jut sieben scheint, konnte sie sich dielen echt ösierrrichi'chen Witz criauben. Die Denkschrift der SLaatsangestelltenvereinigungen an die Reparationsksmmission. Die Denkschrift des Zentralverbandss österreichischer SlaEcmgcstelltenvereini Zungen wu de g st rn dem Generalsekretär der öfter eichischen Sekt'on d:r Rcpa-a, ttonskommiss'on übermittelt- Die Verzögerung der Uebergabe erfolgte, weil die Denkschrift in die französische und englische Sprüche übersetzt werden mutzte. Die Denkschrift ist vomi Perbandsobmann Oberrechnungsrat Viktor S ch i d l. verfaßt. Die Denkschrift,, die wir bereits besprechen haben, erklärt unter anderem: Lebensmi^telkredite allein, so unendlich notwendig sie für unser armes Land srin mögen, um die Bevölkerung vor dem Hungertode zu schützen, genügen für den Wiederaufbau O.st'r eichs n'cht. Oesterr'ich braucht vor allem langfristige Kredite zur Beschaffung von Rohstoffen, von Kohle, von. künstlichen Düngemitteln. i Bis dahin sind '«doch au ßerordentliche Derma ltungskredire unvermeidt'ch. Zur I lauqurie» rung einer großzügigen heimisch?» Siedlungspo litik. und zwar insbesondere im Zusammenhang mit den Vorschlägen Sir W'lliam Go ödes, wären für Zwecke von Juv'stftioncn we'tere Kredite e forderlich, die ungemein sruch'üar fü: drn Wiederaufbau Oesterreichs wir en wü den. Es w.i d: Arbeitsgelegenheit geschahen. die landwir schaftl'che Produktion >erhöht und durch die S eigerung der Zahl der Selbstversorger Oestervierzig ^Jahre alt. immer wieder mit dem Gedanken spielend, das unnütze Leven von sich zu werfen, mnig verwachsen mit der toten Stadt, ohne jeden Verkehr mit seinen Mitmenschen, einzig von einer alten Dienen» betreut, die mU schlürfenden j Schritten in seinem toten Sause umheraebt. Etwas von der Ledensanfchauung der »RosmerS auf vtodmershotm". weiche adelt aber tötet, scheint m diesem stillen, vornehmen weltx fremden Manne zu stecken, an dessen wohl auch überreizte , Sinne plötzlich die Versuchung herantritt. Er lernt eme j Tänzerin kennen, die in Aussehen. Gestalt, Stimme und Bewegung völlig der Verstorbenen gleicht; er schlieht «ick chr an, um bei ihr seiner Toten näher zu sein,' und erfährt zu spät, datz es mcht nur treues Gedenken an die Dabingeschiedcne, sondern auch heißes Begehren der Lebenden ist. was ihn zu ihr geführt. Der schwache Mann erfeuui wohl ihre geistige und sittliche Mlndecwertigkeit. vermag sich aber mit seinen plötzlich aufgepcitschten Sinnen ihren Reizen nickt s mehr zu entziehen. Immer tiefer gerät er m rhre Netze, | Leidenschaft wechselt mit Haß» und als sie m der; Verhöhnung der /.Prozession des heiligen Blutes- und dev goldenen - Haarflechte der unvergetzlrchen Toten seine tiefsten Gefühle verlebt, erwürgt er sie in einer raschen Aufwallung mit der goldenen Haarflechte. Die Prozession des einst lebenden Brügge ist mzwischen vorbeigezogen, die töte Frau hat die lebende geholt und .tm Tode sind sie einander doppelt ähnlich. Di.s.'m von Äod.'nba h' selbst im Trugbild" brelmati» sftrten Roman hat Paul S ch o t t nach der Uebersetznng von Siegfried Treb tisch für E. D. Korngölv zum Operntext umgearbeitet. Schott verlegt den Kern der Handlung in di: Sphäre deS Traumes, wodurch sich für den Tondichter reichere künstlerische Möglichkeiten ergeben: In diesem Traume überreizten Gehirns und überwacher Sinne ist nranches gestattet, wogegen sich!m Wachleben logische Einwendungen "erheben ließen., Phantasie und Phantastik könl'^n Töne und Karben noch reicher u»ch voller beleben, die Spaltung des 11. Jänner 1921 Nr. 704 ~ ■ -.i .... ■;—-s i reich in höherem Maße von der Belieferung mit auK ländischen Lebensmitteln unabhang'g, was staturgeMj für die Verbesserung der Handelsbilanz und damit d« Valuta nur von Vorteil sein müßte. ' » Wir wissen n'cht, inwieweit es die nnreschriebene^ Gesetze in ternationa-ler Solidarität fordern jedem bedrängten Kulturvolk als gleichivertigem Mit» arböiter an der Entwicklung der Menschheit zu höherem. Formen des' Daseins in Tagen der ' Gefahr und Not brüderlich mit alKn . Kräften zu helfen/ Wir wissen nicht, ob und inwieweit im.Leben der Völker ein Appell an die sittlichen Grundsätze der Gerechtigkeit die End schlicßungen der führenden Staatsmänner zu beeinfknsse» vermag. Wir würden sonst rufen: Gerechtigkeit füt unser Vaterland, für unser Volk und für dessen Diener! Wir glauben aber annehmen zu dürfen, daß die Erinnerung an das Ei gen in ter esse der hohen Mä chte nicht ohne Eindruck bleiben kann. - Die Not der Bundesangestellten der Republik Oesterreich hat einen Grad erreicht, der zu einer ernsten Gefahr für den Bestand der' Republik Oesterreich werden kann. Im vollen Bewußtsein der Tragweite dieser Erklärung stellen wir vor d-snt Forum der gesamten europäischen -Oeffentlichkeit fest, daß d'e Bundesangestellten, wenn ihnen nicht rasche Hilfe zuteil wird, physisch n i ch t mehr imstande sind, ihren Dienst.weiter aufrecht zu erhalten. Wenn ihnen nicht in kürzester Frist die Möglichkeit gewährt wird, sich nur einigennaßen entsprechend zu ernähren, muß heute oder morgen mit ei nem Verzweiflungsausbruch ge echnet werden, der das Ende dieses bedauernswerten Staats bedeutet. Das Aufhören Oesterreichs in feiner heutigen Gestalt wird aber auch das Ende jenes politischen Systems sein, das durch die Friedensverträge geschaffen wurde. , Verteuerung der staatliche« Monopole. Heute nachmittags tritt der Hauptausschuß zusammen. Die Staats- und Gemeindeangcstelltrn. die Postler, die Eisenbahner, die Technische Union treten mit neuen Forderungen an die Regierung heran. Di« Regierung jedoch steht auf dem Standpunkt, daß ohne Deckung es keine Bewilligung von neuen.Forderungen geben kann. Wie in informierten Kreisen verlautet, werden dem Hauptausschusse von der Regierung Vorschläge unterbreitet werden, die die Erhöhung nicht nur des Telephontarifs und des gesamten Posttarifs^ sondern auch d^r Personentarife der Bahnen, der Tabakfabrikate sowie sämtlicher staatlicher Monopolartikel bedeuten werden. Diese Erh'öhunLen werden erheblich-e sei», um den Mehraufwand für Personalauslagen zit decken. '' Finanzminister Dr. Grimm hat für den Fall der Bewilligung von Ausgaben ohne^ Bedeckung seine Demission in Aussicht gestellt. Die Anträge der Reg-erüng auf Verteuerung sämtlicher Monopolartikel sind auf diese Rücktrittsdrohung zurückzuführen. De« Minister wird an der heutigen Sitzung des .Hauptausschusses teilnehmen. __ SNKolal von Wasfilko. Wir erhalten folgende Zuschstrift: Berehrliche Redaktion! Mt Bezug auf die in Ihrem Blatte *fer. 702, am 9. b. Mgebrachte, meine Person betreffende Notiz, bringe ich höflichst zur Kenntnis, daß dieselbe den Ta sachen nicht entspricht. Ich befinde mich seit Wochen tatsächlich in Wien und nicht, wie Sie in Ihrer Veröffentlichung mitteiten.'in Budapest; ich habe weder Dewußtsrtns gestattet rasch wechselnde Erscheinungen, die wieder die bühnenmäßigen Kontrast« erhöhen, und schließlich wird der krasse brutale Ausgang des Dramas durch die Traumsphäre gemildert. Im ersten -Bild erwartet Paul in dem sonst eng v«r« schlcs'enen, mit den Reliquien der Verstorbenen geschmückte^ Zimmer, «der Kirche der Gewesenen", den Besuch der svemden Dame, die ihm in Mver völligen» Uebereinstimmung mit der Verblichenen Wiederkehr derselben bringen 'soll. Sie kommt, voll Lebenslust, eine Tänzerin, der rasch vor den Fenstern von Ve^hrern ein gar weltlich Lied dargebracht wird, und sie mutz bald wieder gehen, um die Helena in „Robert der Teufel" zu proben. Paul verfällt mit.seinen abgespannten Nerven in einen schlafähnlichen Zustand, in dem ihm sein« Frau erscheint und ihn vor der Tänzerin warnt. Im Traum des zweiten Aktes ziehen bunte Bilder ans dem erregten Innenleben" Pauls vorbei. 2ln einem öden,, einsamen 5bai mit schwärzlichem Gemäuer ringt Paul mit seinem 'Freunds dem er den Schlüssel' zu' Mariettas Wohnung entwindet. Dünn kommt sie selbst mit ihrer Theatertruppe und einem Schwarm von Verehrern und nimmt Serenaden und Huldi» gungen entgegen, um schließlich zu mitternächtige« Stunde, während die frommen Bcghinen vorbeihuschen, fahleZ Monblicht ein fällt und stürmische Wolken am Himmel ziehen, die Helena in „Robert der Teufel" zu tanzen. Paul ist darüber erbittert» baß Marietta die Auferstandene tan'^t und will sich von ihr sreimachen, aber sie umgarnt ihn mit ihren Küssen, mit dem „Trank der höchsten Lust". Gr nimmt fic mit sich in sein tot«- HauS, wo sie ihn in schwüler Liebesnacht von dem Alpdruck der Verstorbenen befreien soll. De« dritte Akt bringt bie. Katastrophe, nachdem Marietta di« Prozession und die goldene Haarflecht« verhöhnt hat. — Paul wacht auf und erkennt, datz alles nur ein böser Traum war, er ist durch diesen Traum sehend geworden uitb will nun der toten Stadt den Rücken kehren, um ein neues Lebeq m versuchen.

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