Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- Heft 702 (9.1.1921)
- Date
- 1921-01-09
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 7 vfZ Men, Vvrmrag Wiener Morgenzennng Behandlung, wie sie den pragntaMchen-PostangeMtsn Anteil wurde, und -war die Btzvottchrssrmg in demselben Ausmaß bis zum 16. d. M. und:den Rest bis zum 15. Februar d. I. Die Bezirksgruppen-Obmännerkonfereng deS Me. iverkschaftSverbandeS der Postangestellten beschäftigte sich gestern nachmittags mit der Vorbereitung etwa not« wendig werdender Maßnahmen für eine Aktion im Falle der Nichtbewilligung der bis zum 15. d. M. terminierten fünf Forderungen. Inzwischen wurde ' den entpragmatisierten. Postangestellten bereits ein Vorschuß aus die Angleichung in der Höhe von 1000 Kronen zugestanden. Der Millionendteb aus Amerika. Jn^cr an ZwischenfäNcn so reichen An^egmheit des Heimkehrers Isidor Krumholz, der in New-Dork 50.000 Dollars gestohlen bat. dauert die Huche nach den fehlenden Mllionen, an.- Krumholz gibt nichts zu. ES sind verhältnismäßig geringe Summen bisher zustande gebracht, wenn sie auch in die Hunderttausende gehen. Es ist f'7^est-M worben, daß die Krumholz fast durchwegs tnit Börseeffekten spielten. Frau Sarah Krumholz hatte, wie erhoben, im Bankhaus Rosner auf dem Schottenring ein Konto, auf den Namen „Sarah Rubinstein". Auf ihre Rechnung wurden allerlei Transaktionen unternommen, und nach Abrechnung dürfte auf ihrem Konto .ein Aktivsaldo von etwa 200.000 Kronen stehen. Der Sohn Bernhard, der Kaufmann ist. hatte ebenfalls bei dem Bankhaus Rosner ein Konto auf den Namen „Bernhard Eisenstein". Seine Frau hatte ein kleines Konto Unter hem Namen Sarah Stock. Weitere Konti waren Lei der .Hermes", Ungarische Allgemeine WechsMuben- Miengeseltschaft, 1. Bezirk, Stock-im-Eisen-Platz, und beim Bank- und Wechslergeschäft Hans Reinbart auf die Namen „David mch Karl Eisenstein" errichtet Me Konti wurden gesperrt, bis die Prüfung, ob sie aus dem Gelbe des Isidor Krumholz errichtet sind, b/endet ist. Das Sicherheitsbureau hat gestern den Neffen der Krumhelz, den Studenten Bertschi Lieblein, und die Tochter des Krumholz, die Bahnbeamtensgattin Zilli Schwarz, auf freien Fuß gestellt, nachdem die Angelegenheit mit der falschen Kommission geklärt ist. Bei der Gattin des Bernhard Krumholz wurde gestern neuer-, lich ein Betrag von 900.000 Kronen gefunden. Sie liegt gegenwärtig, nach einer Operation schwer erkrankt, im Sa-atorium Fürth darnieder. Bernhard übergab, als die Sache mit den versteckten Geldern aufzukommen drohte, die 900.000 Kronen seinem Schwiegervater Waskel Feigenbaum zur Aufbewahrung. Dieser getraute sich nicht, das Geld bei sich zu behalten. Bei einem Besuche seiner kranken Tochter nahm er das Geld mit und händigte es ihr mit dem Bemerken ein, daß er das Paket von ihrem Gatten zur Aufbewahrung erhalten habe. Frau Krumholz versteckte das Geld in ihrem Bette, wo es gefunden wurde. Sie hat eingeräumt, daß die Kosten für die Neueinrichtung der Wohnung Von dem Gelds bestritten wurden, das ihr Mann heimgebracht hat. Wie hoch die Summe ist, will keiner der Familienangehörigen wissen. Es heißt immer nur, tt habe „einige tausend Dollar von New-Dork herüber- 'gebracht. Frau Krumholz räumt auch ein, daß die 130.000 Kronen, die ihr Sohn, der Jurist Samuel Krumholz, besaß, dom Vater stammen. — Nach dem Verbuch der Übrigen Millionen wird geforscht. uralten Zeiten vergraben das Sefer Mischne Thora von Maimonides. Dieses heilige Werk wurde dem Fußtritt der Temvelbesucher als Symbol karaitischer Uebermacht und Talmudverachtung preisgegeben... Als nun der Cbacham Bcisckn ans das Heiligtum seinen Fuß setzte, gab die große Schändung, deren er sich, dabei unbewußt schuldig machte, den bösen Geistern die Macht über den Repräsentanten des „Guten". Nun ward da§ Buch in Ehren aus der Erniedriguna befreit. Der Rabbi aber sprach in heiligem Zorn einen Fluch aus: Die mündigen Karaiten männlichen Geschlechtes dürfen nie Minian ldie Zabl Zehn) in Jerusalem erreichen. Der Fluch hat sich erfüllt. Seither ist es-mit der „Gemeinde" aus. Die Zahl ist unter zehn herabgesunken und das „Mmsan" der Karaiten blieb Jabrzebnie hindurch bis zum heutigen Tage unvollständig. Selbst durch Zuzug größerer Scharen ,von Karaiten autz dem Auslands wurde der Ausfall nicht wettgemacht. Vor den Toren Jerusalems stand der Todesenael auf der Wacht und dezimierte die "^langenden Wallfahrer vor ihrem Einzug in die heilige Stadt, fo daß die Zehnerzobl nie erreicht wurde, wissen die Juden zu erzählen. Jerusalem H allein da? Erbe der Träger des Namens „Israel". Denen, welche ihn mit „Karaim" eintauschten, gehört dieser Platz nimmermehr... , *■ Unbekummett um das Treiben der Welt oben und deren Meinung oder Urteil setzt sich das Leben da unten fort. Demütig' Mgen sich die Karaiten dem Schicksal. Wohl ist die Gemeinde herabgekcmmen. Wohl ist dadurch die Wiedereinsetzung der rechtmäßigen Erben in ihr Recht hintertrieben und die volle Besihergreisung der deiNgen Stadt verhindert. Verhindett heißt aber nicht vereitelt. Denn nach karaitischem Ritus ist der Rechtsbegrisi des „Minjan" nicht auf die Zehnerzahl zugefchnitten. Auch drei Leute genügen zur Abhaltung de? Gottesdienstes. Uhr „Besitz" Miefet daher nach ihrer Msimms zu Recht. Mitteilungen aus dem Publikum. Frieda Steiner Neutra Fritz Rosner Wien Verlobte* Jänner 1921 4800 Zat Verlobung unserer Cousine Anna Freilich mit Herrn Gustav Nachtigall gratulieren wir herzllchst Familie Kalman, Bier. Klein. « Möbel n. Innendekoration in grösster Auswahl. Nur gediegne 619 Erzeugnisse. J. SPIRA Wien, Ql)., SiBfeBDSterng. 1 n. 2 (EcVe Karl Schweighofergasse). /^ennicfi/iam 'Ttmissn&t, VI. MARIAHIIf ERSTRASSE 105. OrösiiM, beiisortiertes Lager Wiens in Teppichen, Dechen. Vorhängen, Üeher würfen, Laufteppichen, Stores, Doppeldeeken eto. 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Das vormals gräfliche Ehepaars. , x das schon wiederholt Schiffbruch gelitten, war auf diei Idee gekommen, eine Pension in großzügiger Weise zu errichten. Die vormalige Gräfin hatte ein Wiener Konsortium für die Errichtung der Pension zü interessieren gewußt, weil gleich von Anfang eine Transaktion mit den zum Bestände des Schlosses gehörigen reichen.' Antiquitäten- und Bilderschätzen geplant war. Frau; Rosa Mels hat es denn auch bewirkt, daß sich eine!!- Expertenkommission "nach dem Schlosse, begab, um drei. . Schätze zu prüfen. Nach genauer Besichtigung stellte . die Kommission fest, daß das Schloß wohl eine kostbar^ Einrichtung^ enthalte, daß aber 'von unerineßlichertz Schätzen keinesfalls die Rede fein könne^. ‘ 1 Die Verhandlungen mit dem Eigentümer' Doktop! Scapadotti wurden indessen fortgesetzt und noch während. sie andauerten, wurde für die neue Pension eine zie^ liche Reklame ins Werk gesetzt. Der Erfolg war rech§ kläglich. Zu'Weihnachten sollen ganze drei Personen im - Schlosse geweilt haben. Zum Abschlüsse des Kaufes sollte beitragen, daß nach der Behauptung des Josef MeN eine Züricher Bank mehr als 900.000 Franken für, ihn hei der Steiermärkischen Volksbank erlegen sollte^ und dieses Geld sollte eben von den beiden geheimnis^ vollen Käufern der Anttquitäten, einem Herrn ToM Earlton und einem Herrn Edward Mixton, stammen. Josef Mels ließ sich auch bei der Südmärkischen Bank ein Scheckbuch ausstellen, doch seiMr langte auf das' Konto kein größerer.Betrag, ein. Indessen wirtschaftete! das Ehepaar Mels als „Schloßherren" eifrig drauß los. In Graz machten die Leutchen um etwa eine Mrltz lion Kronen Schulden. Anfangs warteten Liö! Gläubiger geduldig. Denn das Schloß schien ihrien.ja genügendDeckung; als aber die Gläubiger auf Bezahlürig drängten, behaupteten die Mels, daß die Engländer. Earlton und Mixton ihnen bei der .Schweizer Kreditbank einen nahrhaften Betrag zu überweisen gedächten. Auch beim Wiener Bankhaus Hulles, 1. Bezirk, Schottenring 17, ließ sich Frau Rosa Mels ein Konto-eröffnen. Das Sicherheitsburean stellte fest, daß Mels-Collo^ redo und feine Frau beim Bankhaus Hulles' kein.' nennenswertes Konto besaßen. Sie hatten nur vorgegeben, daß an das Haus von den mehrfach, genannten Engländern Earlton und Mixton demnächst etwa 44.000 Schweizer Franken überwiesen werden sollten. Als sich Frau Rosa Mels am 7. d. M. in diesem Bankhause einfand, um eine» Vorschußkredit'auf das angeblich einlangende Konto von 44.000 Franken zu erlangen, wofür sie dem Bankier zwei Zimmer ihres Schlosses verpfänden wollte, lonrde sie verhaftet und dem Sichcrheitsbureau übergeben, wo sie Polizeirat Dr. Weybora einvernaym. Sie blieb dabei, daß sic das Schloß gemeinsam mit ihrem Garten zur Errichtung einer I-ension gelaust habe. Den Kaufpreis wollte sie sich dadurch verschaffen, daß sie an dm beiden Engländer die im Schlosst befindlichen Ant^ quitäten um 900-000 Franken verkauft hätte. Indessen t?«f ans Graz dis Mitteilung ein,, dsß das Schloß überq 74