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Wiener Morgenzeitung · 1920-12-30 · Heft 693 (30.12.1920) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
2 (1920)
Issue
Heft 693 (30.12.1920)
Date
1920-12-30
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 ' Wien. Donnerstag g^Kasle getahle Pelze aller Urll^S \itAi «bflMtßtf £ftm* vnd ÜttmfRttelbft, nntformm, WLtche, Echnhe, Teppiche, Möbel, vrillanten, Pretiosen «ad Juwelen. All RurMayer, 2.Bez.. GrotzeSperlgasse 29 > Keellfte Firma! ^iae Filiale! TeUPho« 400->'U T6LEP13QM 44-2=39 aller Art tiefem rasch und billig m WTen.ILPraterstr^sse 56 *1 a. GINSBERG &co.s| Gräfin Markiewiez verurteilt. Dublin, 29. Dezember. (Reuter.) Die irländische §xtremrskin Gräfin M a rkiewicz, die der Leilnahm« an einem Komplott zur Ermordung von Soldaten and Polizerleutrn beschuldigt war. ist zu zwei Jahren Zwangsarbeit. verurteilt worden. Holubomylsch erschossen. Lemberg, 29. Dezember. (Westukrain. Presseagentur.) Zuverlässigen Informationen zufolge ist der gewesene ukrainische Sflfc .i i ft.'rp ras ident Wsewolod H o l u b o w y t s ch', der bekanntlich mit den Mittelmächten in Brest-Liwwsk den Friedenabgeschlossen hat, von den Bolschewiken in Mnnchafeftgenommen 'und erschossen worden. Die Angriffe gegen die Wiener tschechoslowakische Gesandtschaft. Pr^g. 29. Dezember. (Privat.) „Ceske Slovo" schreibt: Die tschecho slowakische Gesund.schast in Wien ist sei: einiger Zeit das Ziel verschiedener Anrisse und verlogener Beschuldigungen. Heute wurde das Gerücht über die Abberufung des tschecho-slowakischen Gcsändten Dr. Flieder dementiert, und zugleich komnrt eine andere Lüge zum Lorschein über angebliche Malversalionen im Konsumverein der tsch.cho-slowakischen Gesandtschaft. Tatsache ist. daß dort gar reine Malversation begangen wurde. Der Konsumve.ein wurde von einigen gewesenen österreichischen Ossizie.en geleitet, die nicht - gut wirtschafteten. Aus diesem Grunde ve.lang e Doktor Flieder deren Entlassung und eitle strenge Revision, die auch durch geführt wu de, bxi der aber keine Malversation fest gestellt werden konnu:. ' ■ Benesch fährt nach Rom. - Prag, 29. Dezember. (Privat.) Minister Doktor Benesch wird sich Ende Jänner nach Rom-begeben. Anflösung der tschecho - slowakischen Anion of Democratte Control. Prag, 29. Dezember. (Tel.-Komp.) Der tschechoslowakische Zweig der Londoner Union of Demokratie Control in Karlsbad ist heute behördlich aufgelöst worden. Die Papiere des Vereines wurden von den Behörden beschlagnahmt. Das Genecalsekretariat hat sich mit einer telegraphischen Beschwerde an den Völker-- bund in Gens gewendet. . t Die ungarischen Henker verhandeln. Moskau, 29. Dezember. (Funkspruch.) Der ungarische Minister des. Aeutzern Teleki hat an den russischen Volkskonrmissär für auswärtige Angelegenheiten Tschitschyttn eine Note gerichtet, m der irr dagegen Verwahrung Hinlegt, daß die lriegszcfangenen ungarischen Offiziere als Geiseln für die ungarischen Volkskommissare in. Rußland zurückbehalien werden und mttteUt, daß. die ungarische Regierung bereit sei, ' Verhandlungen über das Schicksal der jüngst in Budapest verurteilten Volkskommissare anzubahnen, um den Leiden der Gefangenen ein Ende zu setzen. Budapest, 29. Dezember. (Ung. Tel.-Kvrr.-Bur.) Infolge der VerLffenttichung der Durchführung?brstimmungen des Amnestieerlasses unterblieb die heurig^ Haistokberhändlung im Kommunist-nprozeß vor dem Budapester Gerichtshof als Senat imttbeschlrun'g en Verfahren. Einzelne Verhandlungen ksatterr schon begonnen, aber die Staatsanwälte stellten den Antrag, die Allen an die Staatsanwaltschaft zurückzuleiten, weiche eventuell ein G n a d e n ve r f a h re n einleiten könnte. Der leitende Staatsanwalt hat bereits veranlaßt. daß die Direktionen der Grsangenenhauser schleunigst eine M a m e n s l i st e über jene Personen vorlegen. die für das Arnnestieverfahren in Betracht kommen. - . ■ ■ Ungarische ReLsefrerrderr. Budapest, 29. Dezember. (Ung. Tel.-Korr-Bnr.) Wie die Rech erchierungsab teilünz des Ministeriums des Innern mi.tollt, müssen jene Reisende, die vom l. Jänner 1921 an den Expreßzug Budapest —W i e n den Cxpreßzug der S.aatsbahn und den Plattensee-Expreß benützen wollen, ihre Pässe persönlich in der Ne cherch ie r u n gsa b reilun g des Ministeriums des Innern vidieren lassen. Wer diese per,5nlichr Meldung unterläßt, darf diese Expreßzüge benützen. /Wremer Moreenzeitunq ,30. Dezember IM Nr. 698 Tagesbericht. Die leeren Kaffen der Gemeinde Wien. Der Jünnergehalt in zwei Skaten. — Neue Steuern. Die NathauSkorrespoudenz meldet: Schon gelegentlich der Bewilligung der Wcihnachtsvorschüsse <m die städtischen ^Angestellten wurde darauf hin gewiesen, daß diese nur möglich seien, tvenn die für 11: Jannergehalte besliinmten .Gelder herangezogen werden. Diese Vors hüssr haben einen Betrag von' ungefähr 30 Millionen Kronen erfordert. Es der Gemeinde tatsächlich ntht gelungen, in der Zwischenzeit trotz Mer Bemühungen jene Summe herbeizuschassen. die zur Auszahlung der Jcknnergehattc, die rund 80 MADnen Kronen« betragen, erforderlich sind. ' ES mußte daher der» bt Betracht kommenden Organisationen tl: Mitteilung gemacht werden, daß am 31. d. M. zunächst nur der Halde Jännergeholt zu. Auszahlung kommen kann, und daß die z we i te Hälfte am* 10. Jänner 1021 liquidi.-rt werden würde. Die Vertreter der Organisa.lmen nahmen diese durch die Finanznot der Gemeinde begründete Verfügung zur Keru'i'uks. Di« gestern ln, Bundesn i üsterium für Finanzen von den Gem.i,idevertrelern gesührd.n Verhandlungen hatten, feiity 'Ergebnis. Die Vertreter der Gemeind« haben dem Finanzmi.Ästerin.n eineReihe vollSteuerprojekten unterbreitet, die ki e Belastung der breiten Massen bedeuten und nach Ansicht der Gemeindeverwaltung geeignet wäre«, eine gewisse Erleichterung in verhältuismäßig kurzer Zeit zu bewirken. Das Bundesmiüisterium hat seine abschließende Stellungnahme sür die ersten Jäunertage zugesagt. Hoovers Milltonensammlung. . H over. der Lckwper der m^Eurova segensreich wirkenden K n erh lfsaltion. lent zurzett dir von ihm beionnene aroße Si'cndknsaliimlnng. die emen Lenaq von 33 Mil! onen Dollar zur Lmderung der Rot in Europa durch Fortsetzung de- Ä ndtihilsswcrktS au'drmgen ioll. ÄM 2l. d. M.-wuroe die Svendensimmlliug eröffnet. An jenem Abend wurden in der Meiropvl trn Over in Ne v Aoxk mcbr alZ 6(0. 00 Doll rr eingenomm n; drescr Betrag eulsvrick? der Summvon 120 Millionen Kronen. Bon den grog,Speiidrnl'cträgrri. die zu Beginn diestS m keiner Art einzigen Wob tai ok-itSakreS m vtrze chnen warenk-ji-n genannt: clommonves'td dlemorial kunck 10y.(V0 Dollar' MrS. Edward S. Harknefr 50 0 y Dollar. MrS. Sicphen B.^ Hür-'Nestöst. 00 Dollar, dlsm^nLl Frl Aasociation 50.0U0 Dollar. Mr§. E H. Harrimann 2', 000 Dollar, Mk6.. Felir Marburg 2V0V0 Dollar, John T. Pran 25.000 Dollar,' Eounlrß Szechenyi An unsere p. t. Abonnenten und Leier! Am 1. Jänner beginnt ein neues Abonnement auf die ^Wiener MorgenzeilungE. Wir ersuchen unsere Abonnenten, die Erneuerung der Bezugs gebühren sofort vorzunehmm, damit in der Zusendung des Blattes Leine Unterbrechung eintrete. Wir ersuchen,' die neuen, ab L. Jänner geltenden Bezugsgebühren zu beachten. Obwohl diese eine namhafte Steigerung ausiveisen. pichen sie doch nicht aus. um den durch die in den letzten vier Wochen rapid ansteigenden Kosten der Herstellung unseres Blattes, der Löhne und der Gehälter erfolgten Ausfall voll zu decken. Dies Wnn nur durch eine bedeutende Steigerung des Absatzes der »Wiener Morgenzeitung" geschehen nehmen Ne Gelegenheit w«t*rit, unsere Frsunde nnd Varteigenoffen tut int nftvsten c$vevi!t§<t'&a für die »WienevMorgenzeltung" anfznrnfsn. Jeder unserer Freunde mache es sich zur Pflicht, in den nächsten Tagen der ^Wiener Morgenzeitung* einen neuen Abnehmer zuzuführen. Abonnementpreise ab 1. Jänner 1921: De«tschssterreilh monatlich ..Kr. Sy.— EirrzelexempHar an Wochentagen .... „ 2.— anEonn- und Feiertagen.. . „ 3.— Tschecho-Slvwa^ei monatlich . ..KL. 15.— Polen monatlich.. poln. Mark Sy.— Jugoslawien monatlich.. . Dinar 8.— Deutschland » ...... * . . . Mart 10.—' Sturitäflicn Holland ,» . ... Schweiz England Italien Amerika Zahlstellen: Oesterreichische» Pxstsparriafsenkonto 18Y.SSS. TschciLo-slowa' ischeö Postsparkaflenkonto 59.351. Pole«: Wiener Lombard- und Eskomptebank, Filiale Krakau, Nynek 12. Numänien Allgemeine Depositenbank» Filiale Czernowitz. Jugoslawien A8er Kißicky. donk. ela.. Ostjek I., Gaiev trg vrsj 11. Deutschland: Zeirnnosbureau Hamewasier, Berlin C 54, Ao enttialerstratze 43. Aus den anderen Sraaten wolle die Bezugsgebühr im Wege einer Dank, welche mit Wien in Verbindung steht, überwiesen werden. Die Verwaltung der „Wiener MorgerrzeilUug". Wien. II. Taborftratze 1-3. Tel. 44.038 uud 43.319. 20.000 Dollar. MrS. John T. Prart 10.(00 Doll?.^ Hrnrtz A. Me Ha»g-10.000 Dollar,. Mrs. Paul M. Marburg »0.003 Dollar. Ctevelavd M. Dodge 10.000 Dollar. Mr«. Al-tt Bande,bist 10. 00 Dollar. MrS. W. Bayard Cutting ü000 Dollar, Harold Pratt 2S 0 Dollar. . Erhöhung der Telegramm- und Telephongcbühren. Das .Dundesgfschblqli* ve,öffk"tticht emr Verordnung deS> Bundesminifffr n,i,S für VnkrhrSwr'en.vom Dezember 1-20,;et!elfer,- Rtufestf etzung ein iger Telegravhcngebühren» kowie eine Be'vr^nnng des gle chm Bundesmimllrriiims Uber die Abänderung < i n , g e r . ZZ e» st,mn, ungen der Feinsprechordnung und' der Fernsvrechqebühren'ordnung Dwach Ke-, txiqt ab 1. Jinner 1991 d e Mortgsbübr ekacs oewSKnlichm 5tteg,amm8 ll 2, e>n s Vrehtclegiamms l. dre Min^estgedühr für jedes -retegrftmm K 20, die fixe Gebühr für d.e Zurückziehung eines T leg, omnis 5. Im F rmp-echverkehz beträgt d>< Teilnehmergebühr: gnippe Für Netz» mit einer Trtin hmer In der Gedahrentlask« A B C f«t H a n, I st e l l e n mH StnietctnfAlufi »fif > schaff«. anschluß viertel Gesellschaff«. anschinß r Mehr >al« 30000 Etnse A, «tnfe mit einer täaltchen Sufjabl höckffen« 18, 18—81 | «5—W 8600; | 7200 j 16400 3800 1300 u 5001.30000 - ‘ - - 111 3001.5000 3100 1500 IV 501.3000 '8800 1900 1400 V 201*500 8*^0 1700 1800 VI 51.800 8100 1600 1800 VII 81-50 1800 - - VUI 5d)ften»io 1800 — - (mjdjlnt 1300 1200 1100 D t Äu^naklm^g^hühr betragt: Mr die Nctzgruppe l 1500, ll bis IV L 1200, V bis VUI 8 900 Petöst über die Iudennerfolgnngen. Anläßlich der Zudenftindlichen S.'römung kn Ungarn dürfte es von Interesse sein, zu erfahren, wie der größte Freiheitsdichter Ungarns, der unsterbliche Sänger Alexander Petösi, über die.Judenfrage gedacht hat. In der von der Franklin-Gesellschaft im Jahre 1906 heransgegebenerr Gesamtausgabe seiner Werke und Schriften finden wir im Bande IV eine Tagebuchaufzeichnung vom 20. März 1848, worin Petösi sich darüber beklagt daß das: Einverständnis, das bis. dahin in der Hauptstadt geherrscht, in die Brüche zu' gehen droht, weil die deutsche Bürgerschaft die Ausschließung der Juden aus der Nationalgarde ausgesprochen hab^. Er fährt dann fort: „Könnt ihr für euch Gerechtigkeit erwarten, wenn ihr nicht gerecht seid gegen andere- Und warum verfolgt ihr die Juden, wie fvagt ihr es. hier bei uns zu verfolgen? Ist auch eiw Tropfen eures Blutes zu Boden gefallen, während sie hier das Vaterland erwarben oder es beschützten? Nein, ihr seid, hier Hergelaufene, und es befüsdet sich kaunr einer unker euch, der auch nur das beweisen könute/ daß sein erster .Großvater hier gestorben ist, viel weniger, daß er hier geboren wurde. Das Traurigste aber ist. daß es keine so schmähliche Sache gibt, für die nicht Untetstützer, Apostel erstehen würden. Zu Aposteln dieser himmelschreiend ungerechten Judenverfolgung haben sich einige Winkeladvokaten erhoben, die jetzt gegen die Juden predigen, und^ wer für die Gerechtigkeit das Wort erhebt, dem rufear diese verächtlichen falschen Propheten unverschämt zu, daß er von den Juden bestochen sei." Der jüdische Kopf. Der christl'chsoualc'n Par.ei ist aroßes Srb »u'beifatjmt! Ter Slaa'sanw >lk bat ttjc em zur öffentt cknn Affichie>ung bestimmtes Plakat konfiSüert, aui dessen Zeichnung sich die Herren fchr viel eiugcbildtt haben. Man denke auch, wie geifveich: Das Wappentier der österreichl'chen N vnbtik mit einem jüdilchrn Kopfe! Die »Reichsvost" dentcr dle'ev Trefsinn alS eine Darstellung der jüdischen Ucbermachl im Staate, von der die Antifemuen ttns phaniafierrn. De, Staat anwalt bat aber das Bud offenbar mistv rüanben und hielt es für «ne verleumdkrische Kompromittrk,ung der ^Glotr« koPietenE «nseres BundesssaairS. Uno eS wäre auch wicklicht eine Berleumdung der- Herren -Mav'r, Fink, Rinlelen und wie üe alle beißen, wollte man dieier Regierurig einen jitdische» Kopf,uichreiben! Am ä, gsten kompromntielt wäre freilich der jüvnche Kop', ver einen belferen Ruf in der Welt genießt, olS ihm dieWe-sbeit ve,schaffen könnte, müder dieses tMgUickl«che Land derzeit legiert wird. Unter den vn-len Borwüiten und Anschuldigungen, denen das Inveninm teit Iaht hundecken auSa/sctzk ,st. fehl« bisher wenigstens der der lytelltttuellen U« ähigtett. Wir be'aßev selbst,« den Augen der aröiitrn Antisemiten nicht *a wenig, sondern ,m Gegente l zu viel Klugben. Uns tonnte eS freilich am einen i'ngnechifm'stirn Voewmf mehr oder weniger nicht ankommen. Trotzdem begrüßen wir du Eh'enietmna deS jüdischer Sov'eS durch den Ltoaisamvtlt. der besten Jdent-stzietug mil der chtistlichsozialt» RegteiUngsE sbe t nicht duldete... 0r. ll. 8p. Keine Entlaffung jüdischer Internierter aus Zalaegerszeg. , AUS Zalaegnlzeg wrrdai, wie bereits berichtet, jetzt mehrere Internierte entlassen. Dem Berichte solcher Entlassenen ist, wie man dem „Vecsi Mogyar Ujfag" berichtet, zu entnehmen, daß eS den Internierten in diesem berüchtigten Lager elend schlecht geht. Die meisten, die nicht vom Hanfe inaterielle Unterstützlkng erhalten, sind so herabgekominert, daß sie nahezu in Fetzen gehüllt sind und einander um ein Stück Brot anbetteln, weil die

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