Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 2 (1920)
- Issue
- Heft 689 (25.12.1920)
- Date
- 1920-12-25
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 87% known words query
- IRI
…/2979076-2979416-2979767--06187-2992116- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Agen 1× ep/1043981
- Selm 1× ep/1045700
- Ukraine 1× ep/1001131
OCR text
Seite r Men Samstag Die Lage in Palästina. . Unter dem Titel „Drrlkumdungeir" ' bringt die paläf^i '.eristiche W^chcnickrist »Hapocl Hazair" de» folgenden Ariikel: Verschiedene wunderliche Nachr'.ch'en über Erez Israel verbreiten sich ununterbrochen im Ausland; Nachrichten, welche die Lage im Land in entsetzlich düsteren Farben malen; die. davon zu erzählen wissen, baß Menschen in den Straßen vor. HungeL sterben», sich ins Meer stürzen und Selbstmord-aus Not und Entbehrung begehen, und noch andere solche nervenerschütternde B;richtt, welche geeignet sind. die ohnehin gedrückren Gemüter noch mehr zu drücken und die Tatkraft der ins Land Gehenden und des ganzen Volkes zu lähmen. Wer diese Nachrichten verbreitet, tvissm wir nicht genau. Einen gritzeu Anteil an der Verbreitung Haben zweifellos. einige der ins Land Gekommenen, welche, dt« Prüfung nicht l\ flogen konnten Und deshalb das Land verlassen. Es.ist schon so die Art der.Schiffbrüchigen: Sie wollen ihre Schwäche' bÄdurch becktäcktetn,'baß s'e giftge'chwön gerte Lügen ausstreuen und verbreiten. So war es schon vor zehn oder fünfzehn'Jahren; «J3 fitiiih immer Leute ins Land und manche gingen wieder — mit dem Unterschied, daß damals Nur einzelne aus dem Lände gingen, und. auch nur wenige inZ Land kante», und diejenigen, welche vom Land ausgeworseu wurvrn. spielten immer die traurige Rolle der -.Kundschafter", so daß der Eckldtuck unmerklich.war. Jetzt aber werden Tausende kommen, zehn oder auch,hundert werden gehen und die .LLander-Chaluzlm" werden die falschen Gerüchte bis in die kleinste jüdische Gemeinde tragen. Der Begriff „Chaluz" wurde im Galuth-zü TitteM Synonym von „Emigrant" oder „Auswanderer", gleichgültig. ob er nach Erez Israel fährt oder nach Amerika, ob na ch Erez Israel oder a us Erez Israel. Berichte,' die von irgendwoher kommen, haben immst Flügel, die Tatsachen werden verdreht» ausgebüuscht --- Nach - der guten oder schlechten Seite hin» sie ziehen aus in einem einzigen Gewand und kehren in mehreren zurück. Und wenn noch der Ueberbringer dieser Berichte gar Mit dem Ehrennamen „Legionär" oder „Chälckz" prunkt, bann werden sie sicherlich für bare Münze genommen. Aber in der jüdisch-zionistischen Presse .des Aus» landes sind Andeutungen dafür vorhanden, daß diese Nachrichten auch von offiziellen zionistischen Quellen gespeist werden — aus politischen Gründen, wahrscheinlich, urn die Alijah (EinwUttderUNg Nach Erez Israel) aufzuhalten. Wir können auch nicht einen Moment annehmen, daß in dieser Verdächtigung der zionistischen' Organisation auch nur bas kleinste Quentchen Wahrheit steckt. Zu einer solchen Handlungsweise, falsche Gerüchte mit Absicht zu verbreiten, ist sie noch nicht gelangt. So muß man annehmem Wenn esjedoch, wahr ist, daß sich einige. Beamte der zionistischen Organisation auf direkte oder indirekte Mise'erlaube:,» ein solches politisches SEl für bas .cheitgLZisl" von- Stop ElNisrailoN" zu spielen, dann ist es ein Verbrechen, für welches diese Menschen vor das Strafgericht gehören. Die Lage in Palästina ist weit öüvöN eUkfernt, ideal zu sein. Es herrscht da eine allgemeine Krise, Arbeitslosigkeit, es gibt zweifellos auch Hunger- und Notleidende. Ueberfluß hat ja nie im Lande geherrscht. Auch vor einem oder zwei Jahren war die Lage nicht. besser als jetzt; auch damals galt im zionistischen Lager der Satz, daß man nach Erez Israel nicht gehen darf, da man dort keine Arbeit hat; daß man vorerst alles „vorbeveiten" müsse usw. Inzwischen »sind Tausende von Juden eingewandert; einen Teil, von dissen hat das Land freilich wieder ausgeiyorfen. aber neunzig Prozent sind dageblieben und.finden Arbeit. Hätten wir jedoch aus die offiziellen Direktiven der zionistischen Organisation gehört und mit der Alijah gewartet, bis die Krisis vorüber, die Pläne fertig und alles zum Mahl bereit Ware, dann hätten wir: diese Alijah niemals erlebt. Die Krisis wird bei UnS eine ständige Mankheit. sein für Geschlechter hinaus, solange wir mit der Aufbauarbeit beschäftigt sein wenden, Le'cht werden wir Erez Israel nicht erwerben, weder durch Politik noch durch klug, ausgc heckte Pläne von Kaufleuten oder Rechenmeistern, sondern nur durch Erarbeitung, durch unmittelbare Berührung mit der W'rll'chkcik Es werden Tauiende oder gar Zehntausende fallen —^ aber den rechten Weg werden wir finden in der Alijah und in den Leiden der Alijah, in der Arbeit und durch die Leiden der Arbeit. Es ist wahr, es gibt eine Krisis im Lands, SS herrscht eine Krisis im Zionismus, aber auch jetzt» äuch Vater den gegenwärtigen Bedingungen ist es noch immer, möglich, mehrere tausend Juden inS Lackd zu bringen und sie mit Arbeit zu versorgen. Diese Möglichkeit besteht vollkommen, die Arbeit wartet auf M Arbeiter, sie erfordert nur eine gewisse Anstrengung zum Ausbringen der für das Betriebskapital nötigen Mittel, um sie in unsere Hand zu bekommen. Inzwischen wird diese Arbeit durch ägyptische und andere tnchstüdlsche Arbeiter vollführt. W'r.habm die Rollen getauscht Die Aegypter ballen für UNS Pithom und Ramses, Eisenbahnen und Straßen, und wir beschäftigen uns mit „PsäneschnMeu". wie die Alijah auszuhalten. wie die Budgets zu kürzen urÄ wie die Arbeitergenossenschaften zu ersticken.!' Die Krisis in Erez Israel ist auf keinen Fall größer tzcks die in der Ukraine, in Ostgalizien und in Polen. Wer Basti len Handel und die Schckbergesch'stte blühen obwar. ukhi wie in ünicicix Ländern — und für die- Wiener Morqenzett««s jenigen, welche „leichtes Brot" suchen, ist eS besser, nicht herzukommen, besser für sie und besser für uns; aber für arbeitswillige Cüaluzirn. welche bereit sind, alle Leisen und Anstrengungen der Ansbauarbeit auf sich zu nehmen — für sie gibt es keine Krisis in Erez Israel, nur einen schweren Kampf der Anpassung. Aber dieser schwierige Kampf war immer da und wird - da sein in dieser oder in andever Gestalt; manche werden ihn Überwinden, Manche werden unterliegen. Uns, der zionist'sch.n Organisation, obliegt es, alles Mögliche zu versuchen, um die Arbeitslast zu verringern und leichterträgliche Bedingungen zu schaffen. Denn wir aber mit verschränkten Armen dasitzen werden, bis die Bedingungen geschaffen sein werden, dann werden wir s.e gewiß niemals erleben. Wahrlich, es gibt eine Krisis. eS gibt Schwierigkeiten, es gibt Leiden; aber alle aufregenden Schreckens» nach ich eü. die veküreltst wurden, sind Märchen. Und ihr dort im Ausland, ihr geschäftigen Schreiber und zionistischen P.esseieute — Übertreibt nicht, weder znm Gute» noch zum Bösen. Singet..nicht Hymnen auf den flauest Himtckekund den ewigen Jrühlittg, über verbreitet auch keine Lügen -- denn wie dem auch sei: „Wer falsche Nachrichten Verbreitet, ist «in toc." ' " »' lieber dt' politischen B.'thältn'sfe in Palästina erhält die „R.ue Zürch r Zeitung" folgenden Bericht: Die Lage in P>Uästina ist in diesem Augenblick sicherer Und ruhiger denn laNge^.lvdr. Das Äerhäl.nis zwischen Arabern und Juden ist ein Normales,!n vielen Ottschaf in sogat ein herzliches geworden D!e Stadtobe sten und Distriktsgouverneure geben sich alle Mühe, durch Veranstal ung gemeim'am.r Abende, fr undschas licher Zusammenkünfte. gemischter Komitees usw. die beiden wich igsten Teile der Bvölkerung zur Mta.bckt zu veranlassen. Die arabischen Kinder beginnen ln manchen Or.schaf en Ln die als vorzüglich anerkannten jüdischen Schulen zu gehen, währe »cd die jüdische Bevölkerung großen Fleiß bei der Erlernung des Arab sch.ck ück den Lag legt. An den kürzlich ekösf.leten Bortesuttgen über Rechtswissenschaften Und an attderett Anlässen in J^rüsalertt nahmen, in Gegenwart des Qberkommissärs, Vertreter aller Gemeinden teil mtb auch sonst wird keine Gelegenheit versäumt, um das Gemeinsam«' der J.tteresseck aller Einwohner, gleich weicher Religion und Na.iondlität. zu uruerstrechm. D«t „Me,saggero" berichtete kürzlich äus Kairo, daß DraNZjordanien von der autonomen Verwaltung Palästinas losgerissen worden sei und daß bridUrch das toestjordanische P ckästina r-in Erhebliche wir: schastlich« Schwierigkeiten komme: Hiezu witd von zionistischer Sei e miigcteUt, daß, wenn auch Lransjordan eN formell, dör -Ärttval.Ung P li.stinas nicht üttgegliedett ist, dSttnoch eine gemeinsame VerwaliUngSsP'tzs ick der Person des Obsrk-oMMisjärs bestcht Und daß jedenfalls von einer Wirtschaftlichen Abtrennung keine Rede sein kann. Im Gegenteil besteht zwischen beiden Gebieten vollste Handelsfreiheit, die feit kurzem durch die Wiederherstellung der Strafe Jeruial.mr—Es Salt eine ga.:z besondere Bedeutung erlangt hat. Insofern ist von einer Abschnütüng Pali stinaZ von den wichtigsten Hilfshuellen seiner Ernährung kein«.Rebe. Oke polnische Minifterkrife und die jüdisch-polnische BerMndigung. Bock imlerem M^richancr BerkchtSvstattev. Hert DölfZyvski. Vizepketuier der polnischen Negierung, verlaßt das Kabinett über Auftrag des Zentcalrütes der sozialdemokratischen Partei. Die in den Tckgen dör ärgsten Kriegsgefahr gebildete Koalition ist damit zum zweiten Male gesprengt. Den ersten Stoß g«rb ihr di« durch die Nationaldemokraten erfolgte Abbeklisung des Flnanzm'misters Grabski. Damit war die Regierung zum reinen Kabinett der Linken und des Zentrum 9 geworden, aber die parlamentarische Mebrlieit dieser Zentrum-Links.Ncgiernng war sehr knapp Uckd Zufälle aller Art nötigten sie zu fortwährendem Lavieren, um für die angestrcbten und angeforderten Notwendigkeiten des Staates die parlamentarische Zu» stimmnng zu erhalten. Nun ist dieser Negierungsblock durch heu Austritt Dafzynskis gesprengt und der Ministerpräsident WitoS wird sich zu entscheiden haben, ob er unter diesen Umständen noch an der Spitze der Negierung bleiben kann. Der sozialdemokratische Partstrat hat die Koalition ge» kündigt, die für die Sozialdemokraten nicht mehr aufrechtzberbakten war. wosttett sie nicht ihren Anhang in der Avöeiterschctft gänzlich verlieren. Denn die Unzufriedenheit mit der Koalition wurde in der Partei 'clbst. Und in den Arbeilermassen immer stärker. Daszynskis Ewsli'tz im Kabinett war mehr als gering. Denn der Kurs der Negierung, für die Daszynski mitverantwortlich, war» blieb nationaldemokratisch.reaktiönär. Der NnSnadwszustand dauert fort und mit ihm die Repressalien gegen die Arbeiter und gegen die Sozialdemokraten. Das Programm des neuen FknanMinistckrS Steczkowski geigt in seiner Vegünstigung von Privatmönüpölen alles eher als sozialistische DeNdSNzeck. Das jetzt vom Sejm beschlossene Mieterschutzgessy wird als ..Vermieterschutzgesötz" bezeichnet und ist von den in der Negierung vertretenen Sozaldemokraten scharf bekämpft worden und die den Sozaldemokraten bei der! Bildung der Wik^s-Negierm'g zi'gesagte De!>:o?rütii sierunq der Verwaltung wurde bisher nicht vorge- 25. Dezewdek 192P Nr. M nommen. Der Gegensatz zwischen Links und Rechts murd« in Palen in der letzten Zeit immer mehr zum Gegen, s a tz zwischen S t a d t u n d Land, der aus die Dauer eine Koalition der Bauern- und Arbeiterparteien Uw möglich macht. Aus.dieser peinlichen Lage,.d!e dmch hie" bevorstehenden Wahlert kompliziert wprde, suchten sich nun die Sozialdemokraten durch die Kündigung der Koalition und die ÄbLerufung Daszynskis zu befreien. Der sozialdemokratische Parteirat begründet s-men Beschluß damit, daß die Au' iben der Koalition, näuüich die Verteidigung deS VntcrlandeS und der Friedenas-hllrß, bereits gelöst seien. Wie wenig stichhältig diese Mlöti- Vierung ist. lutrt» jedem klar, der den schleppendsn der Verhandlungen in Riga verfolgt, wo insbesondere die wirtschaftlichen st-rogm trotz -ierwöcküger Veiaiungen um keinen Schritt der Lösung ngbergebracht nur den,,- wo die ")ilnaer immer stärkere Meir-nngd. Verschiedenheiten hervorruft, die sich bereits in Drohungen JöffeS Und in Aickikeln des „Kurier Wars.zaloski-j die auf die Schlagfertigkeit der polnischen Armee Hinweisen» Luft macht» Der wahre Grund'des. sozialdemokratischen Koalitionsbruches ist . die Furcht vor .den., Wahlen und die Erkencktckts der Partei, daß ihr große« Politiker Daszynski als Regisnmgsmitglied so versagk hat. daß er die Partei bei ihren Anhängern zu Schadet zu bringen droht. Aus diesem Rücktritt Daszynskis Mutz eine allgemeine Kabinettskrise e st'lgcm D.'im der Plan einer Mehrheit aus der Linken u-d dem, Zentrum ist heute, begraben. Es wird wohl zu einer Regierungshi dungaus dem Zentnlm - der Rechten kommen lind damit geht das Steuer des PolU'schen St"otsschiffe? wied-r nach, rechts. Ob ^erc WitoS im",?.de sein wird, diel; KuiSänhernng mstztrMachrn, 'st fraglich. Et bat in den i ihen der eigenen Partei z'^iele Gegner. Borlänfig yut die Regierung Witos r'*e Gnadenfrist bis zum P. depzufammeniritt des Sejm nach den Weihnachtsserien. Mit k:^?r ^ierungsknse ist auch für di« poln isch - jü dis check P e rstäck d i gu n g - konf e r e n Z e n eine Kr.se angebrochen. Denn ihr Embe^user und Träger war Dtl^^Nfki. Daß gerade dieser kölnische Sozialchauvinist die Regierung bei diesen Konf'conzen vertrat, Mußte Nachdenklich machen. Wie ernst Herr Daszynski den an sich fruchtbaren Gedanken, durch offene Aussprache von Volk zu Volk/'ie Verfiändigung zv'irchen Juden und Polen herbeizufühten, aufsaßte, das hat er ick unzweideutiger Weise in seiner Ansprache an bis Pressevertreter (di« übrigens — bezeichnend geckug — vock dr gtzsamtön pölnischött Presse totgeschwiegen Wurzel' dargelegt. Polen brauche eine P ständigltckg mit den Indem — zur Hebung fön. 3 Ai'.pl^dskreölts. '; •' ES wurde ein großer Äpharat in Szene gesetzt. Kon-' ferenzen der Wojwoden mit den Vertretern der jüdifchc;^ Parteien m ihren Prvvinzeck wurden angeördn-'i Undin Warschau wurden die Beratungen Daszynskis n-it deck' jüdischen Abgeord^/ten ausgenommen. Eine solche Pirätung hat bisher stattgefunoeck; über ihr Ergebnis t)tr offiziell nichts bekannt geworden» Hlber die oö.'niW Presse was diel mal ck '^ .'r diskret als nach Dasz stcksliS ' Presserede tritt begarck von einem „nenön Ktlrs" in der Judcnpolltik der Regierung zu sprechen. Es hieß nunmehr, da die Negierung den Tw^tal über die Rechte deU nationalen L7inderl'eii-... durch seine ähnliche V!r?jst'Nt^ lichnng im Staatsgesetzblatt in Rechtskraft habe treteck lassen, sei dcr Weg sü r die B erstandigu i g geebnet. Die^ Regierung habe Nun die Äistgabe, oUG die polnisch-jüdische P'rstandigung betreffenden F.agen bei den ^ejmcka-.'eren Dah"- man davon, die seinerzeri: selig entschlafene „jüdische Konrmission" un Sesni zu neuer Tätigkeit zu erwecken. Und. es wurden auch schon h'.i von der Regierung beäö''chst'gten Reformen im J ^enprMem diskutiert: . Pcrskische Durchführ?'"0 der bürget' Gleichberechtigung: Abschafs.iug b<"' u^ch auS der rusiischen Zeit stam 'wr.deck, Rechtsbeschrän7. gen der Juden; Linderung f I '-an^A^' sonntagsrnhe für di. die am Sabbat nicht .cuuet« ten; Perassc 'illchung' deS (schon langst gepla-' rufeS o* die Ör /.'lkerung zugunsten der Judeck, mit deM gleichzeitig tie Fudenschost cin^ Solidrritätserk^tüng/ mit dem polnischen Staat enunzieren sollte. All bu* sollt, l't Kc- ".ission des ^ki'yr zur Beratung überreben weiten und ein eigener- Passus, in einer demnä^st zu aewartigend^t Programm üijchen- Rc^' rnnqVerklärung sollte für d' ' R7sormen eintreten. Dieser »mene KurS" in d^r Judenfrage, ist' nun in Frage gestellt, bevor er noch begonnen hat. Dazu -ist zubemerken, daß an die Hauptfrage, die Durchführung der n a t! o n a l e n M i n d e r h e i t § r e h t e für die Juden,. alle diese Pläne gar nicht rührten, so daß sich erjci.Uic^ wenig geände't hätte. Daß Daszynski, dessen eigme Par-' teigenosten sich im Selm offen gegen, die Gew'chrrmg, einer personal-kulturellen Autonomie für die Inden ausgesprochen haben. die Minorktätsklauseln nach den Prinzip pien von Recht und Billigkeit für die Juden angewendet hatte, war nicht zu erwarten. Aber auch in anderer Beziehung treffen die Losun-? gen» die der «neue KutS" Vorschlägen wollte, nicht hm Kerck der süMren Frage. Die Juden leiden dakni.ter, das Gleichberechtigung ihnen gegeniibek nicht angernrn-! dtzt wird. Da kann, niemals eine Sejmkonnnijsiön, j sondern nur die Negisritng durch strönge» antorita'tii'ö.! Weisungen an die Perwüitungsorgane Wandel schass«-,r.! Wenn unschuldig entlassene jüdische Bahnbeamte weijeri! hin entlassen bleiben» wenn entgegen den Sejmbeschliissen - jüdischen ..Fremden" die Erwerbung der. polnijklM 'L'taatsbiilgm schuft von den Venvccktnngsbehörderr e'r- ' schwert wird, wenn niUitärijche und ZivUbehörden