Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 2 (1920)
- Issue
- Heft 687 (23.12.1920)
- Date
- 1920-12-23
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 4 Wien, Donnerstag Wiener Msr»eüzeUrrr;..t Lrr.c.iion der Praktischen und der muMM schon Elemente, dsS,Enthusiasmus mit den geschäftlichen, Prinzjpiett. gekommen, indem der Economic (ioiiticif eine bestimmte" Aufgabe für den Keren Hajessod nbernimmr. « - . Ter KerenHqjeisod verlangt Er Tinge: Erdens' verlangt er Geld, das nicht znrü.-kae^ahkt wird.- ßjeib, das für Schulen, soziale und sanitäre Arbeiten, Aufforstung und ähnliche Zwecke verwendet wird. Wenn wir auch hievon keine Zinsen bekommen, unsere Kinder werden die Früchte genießen. Das. sind Investitionen, die zwar keine Zinsen ergehen, aber das Heim für unsere Kinder mitbanen. Ein anderer Teil des (Geldes ist auf geschäftlicher ltzrundlage zu verwenden und wird Zinsenertra'gnisse liefern. Da wir wollen, daß die Verwendung dieser Gelder durch vollauf kompetente Personen kontrolliert wird, haben wir beschlossen, die Kontrolle über diese' Gelder und ihre Verwendung dem Economic Council zu übertragen. Das ist das llebcrci »kommen, das wir mit . dem Economic Council geschlossen haben. Solange Sir Alfred Mond und seine-Freunde dem Economic Council ihre Xtfcrit widmen.- Zweifle ich nicht, daß das Abkommen ausgeführt werden wird. Laßt euch nicht von den Aufgaben erschrecken. die uns gestellt sind! Werdet ihnen gerecht! In Zwei, in *echs, in Zehn Jahren werden eure Kinder fragest, was ihr getan hatzt, um diese Gelegenheit anszunützen. Es soll nicht gesagt werden, daß sie ein kleines Geschleckt gefunden haben. * Setzt die Maschine in Gang! Wenn wir die Arbeit in Palästina richtig anfangen, so wer d en wir eine M a-cht. und ‘ auch unsere Politische Position wird gestärkt. Dann können wir auch zur britischen Negierung kommen und ihr sagen: Wir haben ein Stück Arbeit geleistet. wir wollen jetzt mehr Einfluß -- und wir werden ihn bekommen. Aber wir können ihn nicht heute bekommen, da wir zwar den Anstoß bekommen haben, aber unsere Arbeit. poch nicht begonnen hat. Ich verlange auf unsere Forderungen eine klare Antwort, ohne Rücksicht darauf, ob letzt eine Krisis besieht oder nicht. Wenn wir infolge dieser Krisisheute nicht genug bekommen, so werden wir wieder kommen. Ich muß die 8800 jüdischen Arbeiter sofort nach Palästina hereinbringen. Wir haben keine Polizei, um unseren Forderungen Nachdruck zu geben. Indem ihr tut, waZ ihr wollt, beweist ihr uns am besten das Vertrauen, das ihr uns ausdrücken wollt!" Die Rede Dr. W e r z m a n n s war von tiefer und nachhaltiger Wirkung. Im Namen der Anwesenden erklärte Mr. Israel Sie ff, daß sofort eine Zeichnung beginnen würde. Die Anwesenden sollen sich verpflichten, soviel als möglich sofort zu geben-, im übrigen fünf jährliche Maten zu zeichnen, und sich'verpflichten, diese Noten'zu erhöhen, sobald sich die Verhältnisse ändern. Im Anschluß an diesen Appell übergaben die Konferenzteilnehmer dem Vorsitzenden' schriftliche Erklärungen, durch die sie sich zur sofortigen Zahlung von'Beiträgen' verpflichteten, daneben aber auch die Verpflichtung zur Leistung von weiteren'Zahlungen für die nächsten fünf Jahre auf sich nahmen. Unter den Teilnehmern, die diese Verpflichtung untesfertigten' befand sich auch eine größere Anzahl von Nichtzionisten die' sich mit erheblichen Beiträgen an der Aktion beteiligten. Im weiteren Verlauf der Sitzung wurde eine Resolution angenommen, welche die Verpflichtung des englischen Judentums unterstreicht, dem Keren Hajessod die vollste Unterstützung zu gewähren. Eine dritte Resolution, die angenommen wurde, enthielt den Beschluß, in den jüdischen Gemeinden,' welche durch Delegierte in der Konferenz vertreten waren, überall Keren Hajessod-Komitees einzurichten,' um jeden einzelnen Juden für den Fonds zu mteressierc-n. Schließlich wurde in einen Resolution dem imtralkomitee für den Keren Hojessod empfohlen, eine anglo-jlidische Konferenz emziiberiifen. um Maßnahmen für eine erfolgreiche Aktion in-England zu treffen. Alle Resolutionen wurden mit größter Sachlichkeit durchberaten und gelangten Zur einmütigen' Annahme. - : Die Konferenz wurde mit einer Ansprache von Dr. Berthold Feiwe! geschlossen, welcher bei.der Kon-, ferem da? Dircktoriinn des Keren Sajessod vertrat. Dr. Feiwel wies' darauf hin, daß der Erfolg deZ Fonds davon abhängig sei. daß die Zionistjscks Org mi«. sation und das gesa' 'e Judentum die. richtige Ei.'-' stellung zu den Aufgaben des Aufbaues Palästinas finde. Ohne diese geistige und seelische Einstellung, kann nicht das große Ziel erreicht werden, das dem Keren Hijefföh gestellt ist. Das Verständnis und' Verantwortttchkel'jH gefttbl für die historische Bedeutung der gegenwärtige Arbeit ist ebenso notroendig. w'r die sachliche Peurtülunp ' der praltischen Mittel, durch welche die Alkfgaben' gelöst werden können. Die Grundlage des-Keren Ha^eflod fift das Opfer und der Maaßer. sowie dör Äufbaii Palsi^ stinaS nickt möglich ist, ohne den Enthnstasmns, die .Angabe und Energie der Pioniere und Cljalnzim. Der Keren Haiessod bat die Aufgabe, zuerst Acbeib<- gelegen heit für Immigranten und die notwendigen Grundlagen für die volkswirtfcha 5iliche Entwicklung des jüdischen Palästina zu schassen. Im Anschluß hieran gab Dr. Feiwel eine kurze ^Darstellung des Arbeitsplanes des Fonds und brückte Ms öcm PMlM WteftpiaeeK.i tmaJp0mxe£0eC - - - - Amsterdam Wien Antwerpen Enter grösster Käufer für 40» Brillanten, Perlen Juwelen Mo, Babinowitsch, Juwelier* 1. Bezirk, [ta'milianstrasse 5 Telephon 8541 2. 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Stadtgntgwse^ BBÄZIA / HOTEL-PENSION BREINER WIEDER ERÖFFNETI / DAMPF¬ HEIZUNG, ELEKTRISCHES LIGHTI Bel Anfragen bittet man die Zuständigkeit, Oebnrtadalen, Vor* und uname genau aniugehen. um auf Wunsch eventuell gleich Wer bei den zuständigen Behörden der Vereinfachung wegen die Reisebewihigung zu besorgen p8 Telegrammadresse: Öre io er A Ubazia HAUS-und KÜCHENGERÄTE WOEFEB» Ä. Bez., Taborstrasae 50 die Hoffnung aus, daß setzt, nachdem durch die ZnsäMMnarbeit mit dem Economic Council auch pom rein geschäftlichen Standpunkt alle möglichen und notwendigen Garantien geschaffen sind, die Arbeit de§ Fonds, erfolgreich fortschreiten werde. Bergarbeiterstreik in Euglautz. Lonrou. 22. De'ember. (Mu'er.) Im Kohlenbergwerk des Rhondd-a-TalüZ, in d-ensp 45.YÜ0 Bergleute beschcifligt sind, tst infolge der Weigerung, 11 entlassene Bergleute wieder eiuzustellen, der allgemeine Ausstand erklärt worden. , . Lloyd George Aber die Lage ln Mittelenroxa. London, 31. Dezember. (Reuter.) Im Laufe der Unter-- l-ausdrbatte über die ge^en die Arb l losigkcit Ln^uweudenden Mittel hob der $ re nt ie r m tu ifter die Schwierigkeiten hervor, eine Lösung zu finden, und erklärte, daß zur gegenwärtigen Stunde in zahlreichen Ländern Arbeitsmangcl bestehe. Nach einem Hinwcir auf die schwierige Lage, in der sich die Böller Euro-as bestuden, sagte der Premier- .. ... -kr.sN ^ifiitftcr: -teemt i«ftu dähtir gelangte, eilt Drittel zu ffttbeij4ben Nationen MltteieÜkSpäS'Hanbelsrredtt, zu eröffnen, dstZ ünenvlich^ Mehr Wert Hab«) <tlS dßw ArSkiitAkvftgki-tt in ^(^land:.-ad»«ch-,aSzühetfey^ Mm'die''ÄrLttMofen.zw <^tiatzenbätzt«i verwendet. Es tfl «ine große AMM, bür Handel so tviederherzu« ft eilen, baß England alles, wie vor dem Kriege, verkaufen und kaufen kann. So lange die normale Lage in Europa nicht wiedergeksM ist, wird England das. furchtbare Pwbkem der Arbeitslosigkeit vor sich aufgerichtet sehest^ Benesch wieder in Prag. ParkS, SS. Dezember. (Havas.) Der tschecho-slowa-l kische Minister des Skeußern Dr. Benesch ist gesternabends nach Krag zursickgekehrt. In einem Interview gab der Minister seinex Befriedigung über das Ergebnis der Verhandlungen, bezüglich des das mitteleuropäische und das vussische Problem hetrelsenden Fragen, Aus« druck. Weitere Spaltunqen in der tschechischen Sozitzl-emokrütie. V Prag, 22. Dezember. (Korr.°Durt). „Rüde Vcavo" Meldet: Die Vorstände der GewerkschLften haben beschlossen, daß alle jene, Funktionäre der gewerkschaftlichen- Organisationen, die Mitglieder des Abgeordnetenhauses sind, aus dem sozialistischen Klub außtreten und sich dem Klub der Gewerkschaften anschließen sollen. Dadurch würde der sozialdemokratische Klub eine weitere Schwächung um sieben bis acht Mitglieder erleiden. Austritt von Abgeordneten ans der, ungarischen Regierungspartei. BiHqlwst, 2Z. Dezember. (Uug. Tel.-Korr.-Bür.) Heule h-aben di« Ah geordneten S'mrccsauhi, Taszler, Beniczky, Homonnqy, Wirther, Szomogyi, Lingauer, Budavary, Tangler, Dworczak und Avarffy ihren Austritt aus der Regierungspartei angemeldet. Der Kerker vdn Zalaegerszeg. Das Ungarische Telegraphen K-or^espondenz» Pureau. das Rernwaschungsorgan der Horthy Regierung, teilt mit: " Brch^p^st. SS. DezemVer. Wie die Blätter auS Z a l a e g e r s z e g melden, ist im dortigen Internierungslager durch eine dreigliedrige Kommission feit mehreren Wochen eine NeberprüfüNg d?r Jnielnierungsürte'be vorgenommen worden. Bisher sind auf Grund der Ueber^ Prüfling alle InttzrnierM^'biS'' aÄf-'-"-jen^, die wegen schwerer Delikte iNterniert^^ wordenfin&; entla worden. Gegen die Behandlüng und Verpflegung wurÄt" seitens der Jntetttierten während-der einmonatigen Dauer der Ueberprüsung keine Klage geführt. Vis-'- her sind 550 Personen aus der Internierung entlassen worden. . , ...V . .. D'aS berüchig'e Internierungslager von Zala-- egerszeg war für viele Hunderte Menschen eine wahre Hölle und nicht gering ist auch die -Zahl derjenigen, die'den Mißhandlungen und Entbehrungen in diesem Lager erlegen sind. Mit . lächerlicher Scheinhriligleit.. stellt das Communrgnö deS ungarischen TelegraphenbureaüS fest, daß während der einmonatigen liebes Prüfung der Gründe der Internierungen k e i n e K l a g t \ über schlechte Behandlung oder Verköstigung vorgebracht. Worden sei. Gewiß.hat es keiner gewagt, solche Klagen vorzubringen, weit sie den Betreffenden schon iü den Geruch eines Bolschewiken, oder zumindest Unverläßlichen . gebracht hätten, und er wäre in die Kategorie jener schweren Fälle geraten, welche, wie gsts dem amtlichen Bericht zu ersehen. ist.' auch weiterhin die Tortur VM Zalaegerszeg zu erfahren haben werden. Bezeichnend ' ist auch, daß das CommuniqnS nur-davon spricht, daß bisher 550 Personen aus der Internierung entlassen wurden, aber dabei es nn erläßt, vbzwa" die verschiedenen .... ausländischen Kommissionen wiederholt ihre N.'trgierd'L gezeigt haben, mitzutoilen, wieviele Personen noch immer in Zalaegerszeg verkommen müjsm und gezwungen - werden, sich von den Aufsehern und B'am'sn den letzten Heller erpressen zu lassen, um ihr Los halbwegs er- - trägkicher zu machen. Mer ebenso drängt das Rechts--.... . empfinden zu der Frage, wer denn diese 550 Menschen, die eine Ueberprüfung ihrer Fälle rehäbilr-iert hat, für alle materiellen und seelischen Schäden, d'e sie in. . mona'elanger Internierung erlitten haben/ entich'id.'gen wird. Diese 55.0 Fälle wurden von Erwachenden Ungarn .... und Offiziersdeiachemerrts. wie aus verschiedenen Alien fcstzustellen war, zu dem Zweck könstruiert/um das .. Fckmilienhaupt anö der Wohnung zu entfernen und in seiner Abwesenheit sich der im Hause befindlichen Barschaft zu bemächtisien, und an den schntzlos zurückgebliebenen Frauen und Mädchen die nicdrigsten'SLändlichkeiten zu begehen. Mit der Frr'lassung di ser nuglM-- ltch Verfolg en. an den Beitelstab gebrachten und an ihr.w Ehpe gekrankte» . Mrnschen .ist der. Ge rech igbs.ir noch . lange uich: genüge getan. Smit man -sich schon hat - aögewöhrien müssen, -von dm Berir.'tem deS ch sist.ühett Kurses in Ungarn zu.erwa."»en, daß sie die Schuldigen ... an diesen Verbrecht:» zur Rechenschaft z-cheu und ücstrafen, so muß man doch wenigstens verlangen, daß diesen uttschüldigcn Meri'chcn ein Ersatz für all. öus geleistet wird, was sie durch den Eingriff in ihre pe^ sönliche Freiheit verloren haben.