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Wiener Morgenzeitung · 1920-12-21 · Heft 685 (21.12.1920) · p. Seite 3

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
2 (1920)
Issue
Heft 685 (21.12.1920)
Date
1920-12-21
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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/ t w 0 / Nk. VSZ / Men. Dlenstsg BrzüglickdeS.Geldes könne jeder beruhigt sein. Es w^rde keine HvqSation eintreten, denn ste sei bereits ringe trete n,!er Friede von ZÄmion schreibe Len AvStafch der Banknoten gegen Staatsnoteu vor; dies Me im Einvernehmen mit der OesterreichischnngarischekiDattk versucht werden. Für den Fall; daß dies nicht gelang habe der Minister einen Entwurf für die Errichtung ein er ungarischen.Notenbank ausge- «rheitet, »d wüdde sich freuen, wenn sich'Alexander P opovieL in die Spitze der Van? stellen würbe. Anläßlich des NoteyumMscheS werde ein Abzug ho n S Pr ozen t erfolgen, j ■ ... ' Zun Schluß richtete der Minister an das Haus. den Appell, qfen zu erklären, ob ihm sein Plan Zusage. SLenn sein Ptch! gebilligt werde, .werde er gleich rm Anslan-e mit den Verhandlungen beginnen und dürfe bis Zu deren Beendigung licht gestört werden, wett er sonst Ungarn mit sich reißen s»ütt»e. < Dh Rede des Finanzministers wurde mit lek-hartem BekM Umfgenommen. - Der engttschr Bevollmächtigte Hohler mteder in Budapest. Bchapester Blätter bringen die Mitteilung, drß brr Mgkisch« bevollmächtigte in Budapest, T. B. Höhlet, nach längerer Abwesenheit nach Budapest zurückgekehrt fti.' Piese Meldung Ist deshalb auffallend, weil, wie erinnerlich, die englische Arbeiterschaft sci.erzeit die Abberufung Köhlers aus Budapest erzwungen hatte, da sie die Werzeugung gewann. Laß Hohler sir seiner TStfgkeit und ganz besonders in seiner Berichterstattung über die Umtriebe de§ Weizen Terrors jede Objektivität hat vermissen lassen. M war damals nicht recht klar, ob Hohler feine den Tatsachen widersprechenden Berichte aus Unfähigkeit nach London sandte, weil er.sich von den Horthh-Leuten düpieren ließ, .oder, M* ihm damäls vorgeworfen wurde, weil er bewußt der Horthy-Regierung gute Dienste, leisten wollte. Die Rückkehr Hehlers nach Budapest hat aus diesen Gründen in allen jenen Krisen der ungarischen, Bevölkerung, deren Lebensiutepesse es ist, baß di: Ententemächte von ihren Budapest«: Vertretern über die Vorgänge wahrheitsgetreu informiert werden, begreifliche Beunrühigung h^vorgerüfen. B««desrat. Der Ausschuß bes Bundesrates f ü r B e r'f a s s u n gs- »Nd Rechtsanselsgenheiten hält heute um 4 Ühr nachmittags eine Sitzung mit folgender Tagesordnung ab: 1. Gefttzesbrschlüsse des NaLionalrates: a) Ueber die Erhöhung der Wertgöenzen 'unl» Geldstrafen in Len Strafgesetzen/(dritte Ltrafgeseßnovekle vom Jahre 1920); b) Mer eine -Amnestie für das Abstimmungsgebiet von Klagensurts 'c)'über dir Ver-" schiebung der Volkszählung; d) über., die Regelung der Handels- und Beelehrsbeziehungen zum Ausland. 2. Vorläge der Bundesregierung um HustimGstüg/z» daN'-MtrSgen wegen Erkennung, dos Vizepräsidenten. uM. der Hälfte der Mitglieder des Verwaltungsgeri htShofes.^ - - ' Der Ausschuß 'des BundesrateS f'ür wrrtfchaftliche Angelegenheiten hält morgen um 11 Uhr vor», mittags eine Sitzung mit folgender Tagesordnung ab:- Ge> setzesbeschlüsfe des Nationalrates: a) lieber die Führung des Bundeshaushaltes vom 1. Jänüer bis 31. Mörz 1921 <8 1, Abs. 2); b) betreffend vorbereitende Maßnahmen zur Neuregelung der' Krankenversicherung der -Arbeiter; ch'bierter Nachtrag Zum Besoldungsübergangsgesetz. Öberösterreichischer Landtag. Linz, A0. Dezember. Der Landtag begann heute dle Beratung des Landesvoranschlages für das Jahr mu Abgevdneter Dr. Schlegel berichtet über den Voranschlag, der ein Erfordernis von 126,522.944 Kronen und eine Bedeckung von 62,941.528 Kronen, somit einen Ach gang von 63,588.466 Kronen ausweist. Der Berichterstatter beantragt namens deZHmanzausschnsseS die Genehmigung des Budgets, Einhebung von ttmlggcn auf staatliche Stenern mit Ausnahme der PersynMykommensteuer, so auf die Hanszinssteuer 80 Prozent, auf die Grundsteuer 259 Prozent, die Erwerb-- steuer von der össentlichcnNechnnngsleMng nnterworkeuen Gesellschaften 259 Prozent nsw. Schließlich beantragt der Berichterstatter, der Landesrat sei zu beauftragen, sofort Mit der Bundesregierüng Verhandlungen einznlriten wogen Eröffnung, beziehungsweise Aeberlassung neuer Einnahmsquellen, und im Bedarfsfall den unbedeckten Abgang dnrch Ausnahme einer schwebenden Schuld zu decken. Tiroler Landtag. Innsbruck, 20. Dezember. In der heutigen Sitzung deS Landtages kam der Landcsvoranfchlag für das Jahr 1921 zur. Beratung. Derselbe weist ein ordentliches (Jrfordernis von 96,994.860 Kronen, ein anßerprdcntliches Erfordernis von 18,429.069 Kronen, eine ordentliche Bedeckung von 89,613.909 Kronen und eine außerordentliche Bedeckung von 20,400.006 Kronen ans. Das somit sich ergebende Defizit von über 5 Millionen Kronen soll durch Kreditoperationen gedeckt werden, da es sich bei den unbedeckten Posten durchwegs um ertragbringende Nutzbanten handelt. Dag Erfordernis für 1921 ist mehr als viermal so hoch als das für 1920. (taMMMansw Svkener Morgerrzettirns 21. Dezember 1920 ♦♦ i beim Wie BeVinV hat das Komitee der Jüdischen Delegationen .beschossen, eine . Vertretung, bestehend aus seinem f Vorsitzenden ffl. So ko low und seinem Genevalsekretär L. M otzkrn, anläßlich der Tagung des Völkerbundes nach Genf zu entsenden. Diese Abordnung hat 'ist Ausführung der letzten Beschlüsse des Komitees der jüdischen Delegationen beim Völkerbund sowohl in der Mage,der Äbwehr der Pögrome als auch in der '.der^ D.urchsetzung.'üM Sicherung'.' dernationalen M i n o r i t ä ts rechte .zahlreiche Schritte, unternommen. Uch die Aufmerksamkeit des Völkerbundes auf die Greuel zu richten, denen die Ostfuden austzesetzt sind? hat Sokolow im Namen, des Komitees gemeinsam mit hem Vertreter des Joi.n.t Fv reign Co m mittee Md mit Israel Zan g will als Vorsitzenden der J t o An ^chHibew ÄN dem Präsidenten der Versammlung ^des Völkerbundes gerichtet, in dem es. unleo anderem heißt: „Aus großen Strecken der. unendlichen Wgen-en Osteuropas, dringtvinSchrei der Panik und des Entsetzens zu uns. Nach 6em furchtbaren Leide des WestkriegLs ist ein neuer jmd noch fürchterlicherer Sturm üler die OstMr« heveing2brKh'Sn , in der Gestalt eines ÄriegeO, der'anZschli-eßlich gegen sie gerichtet ijuf . Är Krieg der Pogrome. - ' Während der letzten zwei Jahre sind die am dichtesten bewohnten Zentren des jMscheH Lebeys von einer-entz-. losen Reihe von Pogromen heimgesucht wordeir. Die Hela onibe von P r o s k u r o w, dasMassaker vonU m a n, die Metzeleien von .Fastow, die- Scheiterhaufen und - Ruinen von Hi'.nder-en vou Städten, die der Sitz alter jüdischer Gemeinden waren, die Verwüstungen und Die Grausam lesen, die verübt 'chur'-cn, das Unheil und die ^Todesnöte,/-die erduldet.wurden, chas alles bildet eine^ Kalastoophe. hie in der unglüüsreichen Geschichte der Ostjuden Während der letzien Jahrhunderte n^cht ihresgleichen hat . .. Uebe''all wurden Männer und Weiber, alt und jung^ Greise. Kranke und Hilflose, gepeinigt, geioltert,entehrt, verhM tnt. leleudiz begraben; Tauende' völl'g ausgemer'gelier'Wischer'Flüchtlinge .irren hilflos rn den Wäldern umher chder derhergen sich'mHöhlenh Die schrecklichste'Trag'k aber bieten die vielen Tausende von Wäls.emksndern, die hungrig, nackt und heimat- ' los ihr^ junges Leben durch Heu Schrecken des unbeschreiblichen Terrors und die Leiden der umherziehenden Beitelei vergiftet haben ... Zum .Schlüsse verla^gk das Memorandum'eine S Y m p a t h i e k u n d g e b u n g des- AöllerLuni es üUo eine Ucbechgabe dieses Appells au den Rat des Völkerbundes mit 'der Uusforderung. eine - Ilntersuchungskommission einzusstzen. ' Außerdem wird baS Komitee der Jüdischen Delegatidnen ein eigenes aussührlichss Memorandum über die.Pogrome in der Ukraine überreichen und eine Bestrafung der Hauptschuldigen au deir mtet* Arten Metzeleien fordern. * In der Frage der Sichermrg der Nech'te,der nationalen Minoritäten hat die Abordnung des Komitees der Jüdischen Delegationen die Gelegenheit/der Beratung Mer die Frage dev Aufnahme V f Finnlands \ kn Len Völkerbund benützt, um zu berläMeri, daß.Mer. nouaüfzuüehmende. SÄat h in 'seine VeLs.afsMg-' hie Klauseln.der' nationalen MinRitätsrechte aufttehmen mstW "'.Dieser.'ÄnMg wurde im Plenum von Lord'h RoBert Ceeil unterstützt Ünd der fünften Kommission zugewiesen, die über die' Aufnahme der neuen Mitglieder entscheftzeü soll. Das Komitee..der Jüöischetz . Delegationen hat dieserh sünften Kommission ein Meintb\ rändury überreicht, in dem es unter anderem heißt^ „Das Komitee der Jüdischen Delegationen, das t im h Namen von zwölf Millionen Juden Europas, Amerikas und tPalästinas ihre Rechte .vor' der' Friedenskonferenz^ dertret'Uu hat, hat die Ehre, Ihnen folgende Forde-' rstHen h zn l ün^rbveiten: Der Völkerhund möge von Finnland als Bedingung setner Aufnahme die Einver-. le'ibung in seiner Verfassüng '.ähnlicher MinoritätsrechLs-' h klauseln verlangen, wie. bei der Friedenskonferenz' die -neuen' oder umgesormlen Staaten, .sie angenommen -haben." Außerdem wird mit Rücksicht auf die Schwierigkeiten, diedie finnländischen Behörden den Juden in ihren'bürgerlichen Rechten mit der Begründung bereiten/' daß . diese.-keinefinnischen Bifrger seien, verlangt, daß Finnland alle Liesen!gen als vollberechtigte finnische. Bürger. cu-.erkenne, die in Finnland geboren sind und seit dem |l. August 1909 sich dort ausgehalten haben oder ihren Zusammenhang mit ihrem Heimatland nicht verloren haben, dann alle. Personen, die. am 1. August- 1914 Finnland bewohnt haben, und alle diejenigen, die-- von mit« an dort geboreü werden. , , . I] DiesesMerüotandum würde außer dem Präsidenten-- der fünf.en Kommission auch dev speziellen Sub-' kömmission übärwiesen, die sich ^Mit dieser Frage befaßt und aus'Lord Robert Ce eil- Mot La und B>enößbestsht. ^DaL Komitee der Jüdischen Delegationen be^-. reitet außer einer; Deklaration, d!e den Bölkerbund über-. die Ausgabe und die Bedeutung des. Komitees der Jühi- - -schen Delega.ionen als der einzigen allweltlihch en Vertre ö-ü-ng von zwölf -Millioney national^ bewußter th Juden anfklärött Mll? auch:?. eine-MgWeLnM Cingabe in dev, .Frage dep nationalen Minoritütsrechtevor. Daneben wird sich die Abordnung hes Komitees mit der Frage .des Schutzes der Rechte .der Jvdeu^ in her,. Danzi ge r Versa,sung und Mt der Tatsache desNichtinkrafttretens des MmvritäLZvertrages hurch Polen befassen. . : i Auch die Frage der jüdischen Emigration und . ihrer geographisch rechtlichen Möglichkeiten wird die Äb--. - ordnung des Komrtees der Jüdischen Delegationen iu ihren Vet Hand langen mit den führenden Politikirn in Genf eingehend erörtern. LZ Der polnische. Gesandte i« Wie« ans Urlaub. , Der Geschäftsträger der polnischen Republik Dr. Marzel' Szarota hat einen bvsiNiöcheptlichen . Urlaub amgetrcten. In seiner Abwesenheit-'- keimet- Legatjonssefvetär Dr^ Märiäu v. H«^n z e l die Geschäfte der polnischen Gesandtschaft. König KonstsAtt« in Athe«. Abreise des wntischen nnd des talienischen Gesandten. Berlin, 20. Dezember. Die Blatter melden aus A L h e n: König Konst a n t i n ist gestern vormittags hier e i n g e t r o f f e n. Ec begab sich unter unbeschreib- - lichem Jubel der Bevölkerung, zur Kathedrale und dann in den königlichen Palast. Bald-darauf verlas der König vom Balkon des Palastes, vor dem sich eine große Men-, schenmentze'angesammelt hatte, eine Proklauration an . das Volk. '; "" A, | Wie die Blätter weiters ans Athen melden, werden i der englische und der italienische Botschafter sich ans Urlaub begeben. Man glaubt in Ententekreisen, dadurch der Situation, in der, sich die^Ententemächte infolge ihrer Haltung Konstantin gegenüber befinden, am besten aus dem Wege gehen zu können., l. Paris, 20. Dezember. In einer an Bord des * „Averow" dein Korrespoirdonien des „Exoelsior" gewährten Unterredung erklärte Költtg Konstanlin. er be-- ^3:idtih<t. Venizetoß in einerrr sväteren Zeitpunkt zurückunberufen. In der äußeren Politik werde er Her von Venizelos ein geschlagenen Richtung auf das genaueste folgen. Auf die F^'age, ob er zugunsten des Diadbchen abdanken werden antwortete Stömg KonstanL'n c^tich eden verneinend, wobei er hinMfügte, er werde sich nur einem Willen unterwerfen: dem seines Volkes. Auf die Frage, worum der König nicht von Doktor Streit begleitet sei, erwiderte der König, die griechische Regierung habe beschlossen, aus seiner Umgebung alle Personen zu entfernen, die von den alliierten Mächten .als. Ihnen feindlich gesinnt angesehen werden. Verstü«dig«ng in Brüssel. Brüssel, 20. Dezember. (Tel.-Komp.) Die Konferenz ist nunmehr in das Stadinm.der Verst-ündigunK^ getreten. Am Donnerstag soll die Konferenz beendAwerden.- Auf alliierter Seite erblickt man in der Rede Bergmanns die Bereitwilligkeit Deutschlands, die Zahlungen in dem möglichst größten Umfang zu beginnen» soweit dies der Staatshaushalt mit Rücksicht auf die deutsche Valuta ohne Gefahr einer Finanzkätastrophe ermöglichtq Die bevorstehende Konferenz in Nilza. Paris, 2ch Dezember. (Tel.-Komp.) Die Konferenz' vyn Nizza, an der die MinisterprDdenten L e h g u e s>» Lloy d. Geotge und G iolitti teilnehmen.wertzen, wird noch Weihnachten stattfinden. In dieser- Konferenz, wird vor allem die gesamte O r i e n t f r a g e zur Sprache. kommen. Im Vordergrund des Interesses steht ^die - Haltung der Entente zu Griechenland. ,7 Eine amerikanische Anleihe W . Deutschland.. .-7-" Paris» 20. Dezember. Nach Meldungen aus Washington, habe Mädden im Reyräsentantenhause erklärt, demnächst werde dem Kongreß ein Antrag vorgelegt werden. Deutschland eine Anleihe von emel Milliarde Dollar zur Hebung des Handelsverkehre^ zwischen den Vereinigten Staaten imd Deutschland zu gewähren. Berrefch ln Paris. ' t Paris, 20. Dezember. (Funkspruch.) Der tschechische Außenmintstcr Lenesch ist in Paris ringetrofsen^ 'Gr' wird Besprechungen mit der sranzösischen Regierung über politische FrageZ haben und morgen nach Prag zurückkehren. *■ m 55

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